** Der Getreidemarkt. Die flaue Lage des Getreide- . Marktes bleibt im Allgemeinen noch immer dieselbe, wie schon ' in den letzten Wochen. Weder die eingetretene Frostwitterung noch die günstiger lautenden Weizenpreise von den amerikanischen Platzen haben auf daS heimische Getreidegeschäst sonderlich behebend eingewirkt. Ebenso scheint die in Aussicht stehende
hauS bekommt, eine äußerst seltene Erscheinung. Miethspreise von 10 — 20 000 Mark gehörten in früheren Jahren in Provinzialstädten zu g oßen Seltenheiten,- jetzt sind sie häufiger geworden. Die Durchschnittspreise für große Geschäftsräume in den großen Provinzialstädten betragen 6—12000Mk., selten mehr.
Aufhebung des Identitätsnachweises bei der Getreideausfuhr vorerst noch keine nachhaltigere Anregung im Getreidegeschäft Hervorrufen zu wollen, obwohl die Hausiespeculation an manchen Plätzen mit dieser signalisirten Maßregel schon tüchtig operirt. In Roggen, wie in Weizen und Hafer war faü allenthalben Pretshaltung bei allerdings nur mäßiger Kauflust zu constütiren. An der Berliner Productenbörse notirten: Weizen per 1000 Kilogramm 137 bis 149 Mark, Roggen 123 bis 129 Mk., Hafer 142 bis 182 Mk., Gerste 110 bis 180 Mark.
□ Bom Vogelsberg. 12. Januar. Erst nachträglich ist ; bekannt geworden, daß der eigenartigen Naturerscheinung, dem Meteor, am Samstag Abend eine andere, zu dieser Zeit gleichfalls ungewöhnliche am Sonntag Abend darauf gefolgt ist, nämlich eine gewitterartige Erscheinung. Aus Orten des Gebirges wird mitgetheilt, daß man es nochmals blitzen sah und auch vernehmlich donnern hörte. In Ruppertenrod wurde ebenfalls gewitterartiges Donnern vernommen, ein Blitzen aber nicht bemerkt.
B Beienheim i. d. W.. 10. Januar. Die definitiven Vermessungen für die Nebenbahnlinie Hun gen—Berstadt- Beienheim—Friedberg sind durch die günstige Winter- | Witterung weiter befördert worden, so daß die Arbeiten fast ! ununterbrochen ihren Gang nehmen konnten. Der hiesige > Ort ist ein Punkt von Wichtigkeit, weil sich hier zwei Linien I vereinigen werden, nämlich diejenige, welche oben angedeutet ) wurde: Hungen—Berstadt—Friedberg, mit derjenigen von ‘ Nidda über Salzhausen — Echzell — Reichelsheim — Beienheim ’ nach Friedberg führenden Linie. Am hiesigen Platze handelt ' es sich also auch darum, genügende Wassermengen zu schaffen, j um die Locomotiven speisen zu können. In den beiden j Wochen vor den Weihnachtsfeiertagen wurden deßhalb 1 Brunnenbohrungen vorgenommen, welche ein sehr günstiges ! Resultat lieferten. Das Bohrloch liefert 12 Meter Wasser. > Bei den Bohrungen zeigte es sich, daß das Erdreich wenige \ Fuß unter der Oberfläche ganz trocken ist, em Beweis ' dafür, daß die beiden heißen Sonimer 1892 und 1893 die ; Erdfeuchtigkeit sehr tief hinab aufsaugte. — Das Stück ’ Beienheim—Friedberg, etwa 9 Kilometer lang, wird bald ! vermeffen sein, da nunmehr feststeht, wo die Bahn in Fried- ' berg einmündeu soll. An Arbeitskräften wird es nicht fehlen. [ Die Leute warten auf den Beginn der Arbeiten, denn viele \ Handwerker als: Maurer, Zimmerleute und Steinhauer ; wurden im Herbste frühzeitiger als sonst in Frankfurt und ! anderen umliegenden Städten von der Arbeit entlassen; sie i haben Arbeit bet den Holzhauereien gesucht; diese werden bis i Ende Januar zu Ende gehen, wenn die günstige Witterung Stand hält. Der Bau der Nebenbahnen in der Wettcrau würde alsdann vielen Familien eine große Wohlthat sein.
DermiMtes.
* Die Miethspreise für Geschäftsräume in Berlin sind neuerdings immer höher geworden. So berechnet sich, wie i der „Materialist" erfährt, ein dortiges, sehr bekanntes großes \ Geschäft seine Geschäftsräume auf 450 000 Mark jährliche Miethe. Ein anderes großes Geschäft hat 350000 Mark! zu zahlen, ein großes Spezialgeschäft jährlich 200000 Mk. j Geschäftsräume, deren Mtethspreis 50—120 000 Mark be- ! trägt, können über ein Dutzend angeführt werden- Mieths- preise von 20—50000 Mark werden in jeder Stadtgegend bezahlt. Große moderne Geschäftsräume, deren Miethspreise 12—20000 Mark betragen, sind in Berlin so gewöhnliche Erscheinungen, daß sie kaum erwähnt werden. In Provinztalstädten ist heute noch ein Miethspreis von 50000 Mark, wofür man einen Waarenpalast oder ein ganzes Geschäfts-
Der erste Hofball^hat nunmehr am Samstag stattge« funden. Eine glänzende Gesellschaft füllte die weiten Räume des alten Palais am Louisenplatz, das bei größeren Hoffestlichkeiten gern benutzt wird. Die Veranstaltung endete schon um 1 Uhr. Ein weiterer Hofball ist, wie die „Darmst. Ztg." meldet, gleichfalls im alten Palais für Mittwoch den 17. d. Mts. geplant, außerdem ein The dansant für den 24. Januar.
Concerte hat die vergangene Woche auch gebracht, das nächste Hofmusik - Concert im Hoftheater ist für nächsten Montag bestimmt. Mitwirkende find Frau Iduna Walter- Ehoianus und Herr Julius Klengel, ein Violoncell Virtuose aus Leipzig. Ein großes und hochinteressantes Concert plant die hiesige Ortsgruppe des deutschen Journalisten- und Schriftstellervereins zum Besten ihrer edelen Bereinszwecke zu veranstalten. Von Mitwirkendcn werden bis jetzt die Herren Edward und Weber von der hiesigen Hofbühne, dann Frau Lili Wolfskehl, Herr Hofconcertmeister Hohlfeld, Frl. Henny Borchers aus Mainz, unsere neugewonnene Primadonna, der rasch bekannt gewordene Tenorist Herr Holldach, gleichfalls von der Mainzer Bühne, und Frl. Lavaille vom Mannheimer Hoftheater genannt. Die Leitung des Unter- , nehmens hat Herr Musikdirector Ackermann freundlichst übernommen. Als Tag der Veranstaltung wurde der 22. Januar ausersehen, als Local der große Saal des Hotels „Zur Traube". Jedenfalls hülfen unsere Musikfreunde einen sehr genußreichen Abend erwarten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog und Prinz Wilhelm haben Allerhöchst ihr Erscheinen zugesagt, man darf nach dem Allen wohl auf einen glänzenden Erfolg rechnen, den der edele Zweck ja auch wohl i verdient. An dieser Stelle soll über den Ausfall des inte- ! ressanten Unternehmens kurz berichtet werden. Z.
* Aus dem Saarrevier, 9. Januar. In Schwalbach kam vor einigen Tagen, wie der „Bergmannsfreund" schreibt, der seltene Fall vor, daß ein junger Mann aus dem Sterbebette getraut wurde. Der Bräungam, ein Bergmann, schon einige Zeit kränklich, wollte beirathen und war bereits auf der Bürgermeisterei getraut. Zu seinem alten Leiden gesellte sich nun noch plötzlich die Grippe, die ihn aufs Sterbebett warf. Um nun die bürgerlich getraute Braut nicht ohne den kirchlichen Segen zurückzulaffen, ließ er den Geistlichen rufen, der am Sterbebette die kirchliche Trauung vollzog. Kaum war der Trauungsact vorüber, da starb der junge Mann, seine junge Frau ganz untröstlich über ihren Verlust zurücklassend.
* Paris, 9. Januar. Baron Arthur von Rothschild ist auf dem Bahnhof von Toulon bestohlen worden. Er stieg auf der Station auf einige Zeit aus und legte kein Gewicht darauf, daß er dabei von einem Individuum angestoßen wurde. Erst als er wieder eingestiegen war, vermißte er seine Brieftasche, die 14 000 Franken und das Eisenbahnbillet enthalten hatte.
Lanvwirthschastliche Winke uni) Kathschläge. Laudwirthschaftlich« Rück- tmb Um* und Vorschau mit besonderer Beziehung ans daS bSse Jahr 18SS.
(Schluß auS Nr. 5.)
△ AuS Oberhessen, im Januar 1894.
Der Monat Juli brachte Hitze und Dürre bis zum Aeußersten. Erst am 11. Juli, nachdem schon ein volles Drittel deS Monats verstrichen war, öffneten sich die Schleusten des Himmels zu einem durchweichenden Regen. Die am Rande der Verzweiflung stehenden Landbewohner fassen wieder Muth. Nach wenigen Tagen treiben Wiesen und Kleeäcker frisches Grün; Kartoffel, Rüben und alles Wurzelwerk geht freudig voran, aber die Halmfrüchte lasten viel zu wünschen übrig. Schon in der ersten Julidecade beginnt die Ge- treideeinte. Die Gebundzahl bleibt unter mittel, doch der Kern ist schön. In der zweiten Julihälfte, als auch Weizen und Gerste geschnitten, zum Theil gebunden auf Haufen im Felde sitzen, beginnt eine lange Regenpertode, welche die Körnerfrüchte zum Auswachsen bringt. So kommt es, dah wir Bauern im ersten Semester 1893 verdorren und oerdürsten, im zweiten aber (um mit Dr. Sigl im Reichstage zu reden) „versaufen." Der 1893er Jahrgang wird zum kritischen Jahre erster Ordnung und treibt sein Wesen mit allen Chicanen. Dagegen machen sich jetzt die Futterpflanzen heraus, es giebt Kartoffeln und die Obstbäume sind da, wo die Junifröste nicht schadeten, zum Brechen voll.
In der ersten Woche des Mo«atS August wird es trocken und die Halmfrüchte kommen nach Hause. Die Hitze wächst wieder; vom 12. bis 22. August giebt es in den Schulen Hitzferten, weil es Morgens 10 Uhr schon 22 Grad warm in den Schulen ist. Die Dtphtheritis schleicht umher und fordert in Echzell und Nidda schwere Opfer. Die Viebpreise, welche vom 11. Juli an rasch stiegen, gehen wieder zurück. Die Leute sind aber so klug geworden, daß sie selbst schlachten und obgleich das Pfund Rindfleisch zu 30—35 Pfg. bezahlt wird, machen die Viehbesitzer bessere Geschäfte, als wenn sie die Thiere verkaufen. Eine große Plage entsteht durch die zahllose Vermehrung der Wespen und vieler anderer Insekten. Ende August giebt eö schon in Oberhessen reife Trauben. Das Obst reift ebenfalls, wird aber durch Insekten recht belästigt. Die Grummeternte beginnt und fällt gut aus. Trotz alledem stehen die Fouragepreise für den Kreis Büdingen nach amtlicher Bekanntmachung für den Monat November höher als die menschlichen Nahrungsmittel, denn Hafer steht 19,95 Mk., Heu 16,80 Mk., Stroh 9,45 Mk. pro Doppeicentner, während Korn, Weizen und Gerste beiläufig 15 Mk., 14,50 Mk. und 16 Mk. gelten. Das kann kein gesundes Verhällniß sein.
Der Monat September, der in sonstigen Jahren sehr beständig zu sein pflegt, hat in 1893 mit dem April die Rollen getauscht; er beginnt kühl und regnerisch, das gemähte Grummetgr^s leidet unter der Nässe, was um so mehr zu bedauern ist, als die Heuernte durch die entsetzliche Dürre ganz verloren ging. Um den 4. und 5. September war es sonnig und warm, darauf regnerisch bis zum 10. Vom 11. auf den 12. gab es scharfen Reif, dann helles sonniges Wetter bis zum 15. mit gewitterartiger Temperatur; bis zum 20. mild und feucht, dann regnerisch bis zum Schlüsse. Man sieht hieraus deutlich den Aprilscharacler, während der April vom 1.—30. wolkenlos heiter war.
Heftige Sturzregen führen den Monat October ein; das reife Obst fällt zum Theil ab, kann mitunter nicht geerntet werden und leidet auf dem nassen, breiartigen Ackerboden. Obst und Kartoffeln geben gute Erträge, haben aber schlechte Preise. Auch die Fruchtpreise sinken weiter, aber die Bestellung der Herbstsaaten fördert ungemein xnb sie gehen sehr schön auf. In der Monatsmitte (15/16. October) treten zwei Regentage auf, denen schönes Wetter dis zum 20. October folgt. Der Boden bebaut sich trefflich.
Auch der Monat November giebt gutes Herbftwetter. Auf Allerheiligen (1. November) erscheint ein wundervoller Altweibersommer, wie wir ihn lange nicht batten; vom 2. bis 6. bleibt es feuchtwarm, was sehr erwünscht ist, denn der, durch den heißen Sommer, ausgeglühte Boden ist sehr wasserhungrig geworden und bis zur Stunde, da wir dieses schreiben, noch lange nicht gesättigt. Am 7. Nachts scharfer Reif, der das Laub von den Bäumen treibt. Die zweite Novemberwoche blieb hell und klar. Da es vor Martini schon ziemlich kräftig fror, sagt die Witterungsregel: Der Vorwinter wird schlackig und schmutzig bleiben, was sich bis jetzt bewahrheitete. Am 15. trat Regen, am 20 Schneefall ein, bann blieb es feucht und mbeltg bis zum Schlüsse.
Der Monat December letzte das feuchtnebelige Wttter des Vorgängers fort. In der Nach! zum 2. tritt heftiger Sturm und darnach Frost mit Schnee auf. Die Schneedecke dürfte etwas stärker sein, doch schützt sie die junge Saat immerhin genügend. Ende November tobte im Eanal, in der Nord- und Ostsee ein heftiger Sturm, der unter den Schiffen eine entsetzliche Ernte hielt. — Auf dem Festlande ist die Influenza wieder erschienen und fordert zahlreiche Opfer. Das zu Ende gehende Jahr 1893 begann mit einem Sonntage und schließt mit einem solchen, es stand in jeder Beziehung unter dem Zeichen der Sonne. Das kommende Jahr 1894 beginnt und schließt mit einem Montage. Der Mond ist ein Sinnbild des ewigen Wechsels. Wer vermag zu sagen, was 1894 bringen wird!
In Vorstehendem haben wir kurz die Witterungserscheinungen geschildert, mit denen der Landwirth zu kämpfen hatte. Wir wollen nun auch noch einige andere Gebiete streifen, die den Bauer interesstren und berühren. Sprechen wir ein wenig über Politik.
Die Lage im Inneren des Vaterlandes sieht durchaus nicht ermuthigend aus. Wohin man das Auge wendet, erblickt man Unzufriedenheit, Zwietracht, Zank und Streit. Die Reichsregierung hat es mit allen Parteien verdorben, Niemand will mit dem Reichskanzler gehen und doch harren seiner Aufgaben, zu deren Lötung eine freudige Zustimmung des ganzen Parlamentes dringend nothwendig wäre. Die eine Partei will vorwärts, die andere will rückwärts, die dritte will rechts, die vierte will links — und einige andere wollen Richtungen, die ihnen selbst nicht recht klar sind. Im Parla
mente muß sich die Reichsregierung Dinge sagen lasten, welche dem Vaterlandtzfreunde nicht gefallen. Es ist Slrett zwilchen Regierung und Volk, die Regierungen sind uneinig unter einander, Pa, theihader erscheint überall, die Interessenten bekämpfen sich gegenseitig — Ver« läumdung und Unwadrhett spielen eine große Rolle. Die neuen Steuergesehe gefallen Niemanden, aber das Geld für die Milttär- vorlage muß herbei, wer A gesagt hat, muß auch B sagen. Der Wein kann ebensogut eine Steuer ertragen, rote Bier und B annt- wein, ja noch mehr, denn der Wein ist ein Getränk des Wohlstehenden und die können eher Steuer zahlen, als die Bier- und Branntweintrinker. Auch das Bier ist noch fieueifähig; es wird in so gewaltigen Massen im lieben Vaterlande cv'sumttt, der Durst der jungen (Sermonen des 19. Jahrhunderts wächst so bedeutend, dcß eine kleine Zügelung durch eine Steuer keinen Schaden anrichten würde. Aber es geht nicht — aus bekannten Gründen, Tabak- und Quittungssteuer werden allgemein zmückg» wiesen. Woher nun das Geld nehmen! Die Börsensteuer allein thut es nicht. Nach unserer umnoß- goblichcn, ländlichen Ansicht ist das einzig richtige eine ReichS- einFommeusteuee, denn der Bürger soll nach seiner Steuersävigkeit betragen und darnach, rote ibm die Retchsetnrichtungen nützen. Herr Finanzminister Miquel will zwar von einer R.tchse'nkommen- steuet nichts wissen, sie kommt aber doch, weil sie zeitgemäß ist. Es mögen zwar jetzt noch große Schwierigkeiten wegen Einführung dieser Steuer vorliegen, allein in einigen Jahren sind sie wahrscheinlich nur noch halb so groß und bann geht es schon. Bis wir 1899 schreiben, haben wir diese richtigste aller Steuern, schon um deswillen, well mit dem (Selbe, was jetzt bewilligt wird, auch nur einige Jahre auszukommen sein wird. Woher dann weitere Steuerobjecte nehmen!
Die Stellung unseres theueren Vaterlandes nach Außen hat sich auch verschoben, es steht nicht mehr am ersten Platze tn Europa, die Russen haben uns den Rang abgelaufen. Die Purzelbäume und Bajazzostreiche der Franzosen bei den Russenfestlichkeiten brauchen uns nicht zu genieren. Dagegen sind die Russen schon seit 200 Jahren meisterhafte Politiker; sie verstehen es, ihre Gedanken und Ideen ! Jahrzehnte lang mit äußerster Zähigkeit und Consequenz zu verfolgen und geschickt zu führen. Das haben sie in den letzten zehn Jahren auch fertig gebracht und sind uns zuvorgekommen. Man schaut jetzt nickt mehr zuerst nach Berlin, wenn in Europa was Besonderes geschieht, sondern nach Petersburg. — Tiefbetrübend sind die scheußlichen Dynamitattentaie in Frankreich, Spanien und Italien, sowie die auf den Kaiser und den Reichskanzler geplanten Attentate in Berlin. Es ist hohe Zeit, daß sich alle Regierungen aufraffen und der anarchistischen Hydra den Kopf zertreten, ehe es iu spät ist.
So ging das Jahr 1893 zu Ende. Es war für unS Landwirthe ein böses Jahr, dem kein Bauer eine Tbräne nachweinen wird. Handel und Industrie wahrscheinlich auch nicht. Aber aus diesem Mißjahre können wir doch Vieles für die Zukunft lernen. Wir wollen den Muth nicht sinken lasten — unser Herrgott verläßt keinen Deutschen!
Citeratur unö Knnft
— Die beiden neuesten Lieferungen (XVI. 2. 3.) der im Verlage von I. I. Weber in Leipzig erscheinenden Meisterwerke der Holzschneidekunst enthalten einen mit Porträt und sechzehn Abbildungen versehenen Lebensabriß Daniel Ehodowteckis, sowie folgende Holzschnitt Tafeln: Kleine Risse von R. Hausleithner. — Ein schwerer Schicksalsschlag von A. Dleffenbacher. — Die Schäferin von F. Millet. — Nach der ersten (Kommunion von F. Smith. Kosakenlager von I. v. Brandt. — Aus den Hohen Tauern: Die Hannoversche Hütte am 91 nFogel von G. Hausmann. — Die Sonnen- fpitze bei Ehrwald in Tirol von M. Zmo Diemer. — Im Wartesaal des Centralbahnbofes in München von R. Reinicke. — PielL von G. DuprL. — Zwei Philosophen von H. v. Heyden. — Schneepflug im Gebirge von I. o. Blaas. — Der erste Krampus von E. Payer. — O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit von W. Firle. — Raffaels Madonna: Die schöne Gärtnerin. — Die Eintragung in bas Taufregfft r von S Vlniegra y Lasto. — Gesangsprobe beim Intendanten von F. B. Doubek. — Glaube, Liebe, Hoffnung von B. Plockhorst. — Die Südseite des Regensburger Doms. Preis jedes Heftes 1 Mk.
Verkehr, And Volkswirthschaft.
— NeneS vortheilhaste» BolkSnährmittel. Ein neues nahrhaftes und billiges eiweißreiches Nahrungsmittel hat Prof. Dr. Fürbringer, Director der inneren Abtheilung des städtischen Krankenhauses Friedrichshain-Berlin, in einem Vortrage in der Berliner medicinischen Gesellschaft empfohlen. Das neue Mittel ist das Product einer alten Culturvflanze, die in Westafrika, Ostindien u.A. gebaut wird und deren Früchte bet den Eingeborenen dieser Länder ein beliebtes Nähr- und Genußmlttel sind. Es Ist dies die Arachis hypogaea aus der Familie der Papilionaceen. Ihre Früchte', die dadurch, daß sie unter der Erde reisen, ein interessantes botanisches Phänomen barbieten, sind unter dem Namen Pea-nut auch schon bet uns in den Handel gekommen und heißen Erdnüste. Sie enthalten in einer dünnen, leicht zerbrechlichen Schale zwei Samen, deren Geschmack an Mandeln oder Nüsse erinnert. Die Präparate der Erdnüsse für Suppe und Kaffee, letzterer genannt „Afrikanischer Nußbohnen-Kaffee" sind von Professor Dr. Fürbringer an den Patienten detz städtischen Krankenhauses Friedrichshain auf ihre Bekömmlichkeit und Ausnutzung längere Zeit geprüft worden. Der werthoolle Etwelßqehalt der Erdnüsse tst von Dr. Noerdlinger in Bockenheim entdeckt worden. Derselbe hat die fabrikmäßige Herstellung des Präparates „Afrikanischer Nußbohnen-Kaffee" der dazu allein berechtigten Firma Gebrüder Schmidt Nachfolger (Inhaber Jean Gies) in Bockenhelm-Frankfurt a. M., Fabrik für Röstproducte, übertragen.
— Neues bewährtes Maschinenputzmittel. Das chemische Laboratorium des bayerischen Gewerbe-Museums theilt folgende Zusammensetzung eines Matchinenputzmittels mit, das sich zur Rein- und Blankerhaltung von Maschinentheilen auf Stahl und Eisen bestens bewährt bat Das Putzmtttel von breiiger Beschaffenheit besteht aus eimr Mischung von 15 Theilen Terpentinöl, 25 Theilen Stearinöl, 45 Theilen feinstem Polirroth und 45 Theilen feinster Thierkohle. Diese Mischung wird mit Spiritus bis zur dünnflülsigen Consistenz versetzt und bann mit Hilfe eines Pinsels auf die zu reinigenden Obj cte und Maschinembeile aufgetragen. Nach dem Verdunsten des Alkohols wird der Ueberzug unter Zuhilfenahme einer trockenen Mischung aus 45 Theilen Tdie'kohle und 25 Theilen Polirroth nachperieben. Die geputzten Theile erscheinen alsdann glänzend und blank.
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