Herzogin von Mecklenburg - Schwerin, der Herzogin von Coburg, der Prinzessin von Wales, den Großfürsten und den Prinzessinnen. Der Zug hält vor dem Anitschkow • Palais, der Kasan'schen und der JsaakSkathedrale, wo jedeSmal eine kurze Trauerandacht stattfindet. Der Kaiser, die Großfürsten und die Fürstlichkeiten bringen daun die Leiche nach der Peter-PaulS'Kathedrale, wo die Aufbahrung erfolgt.
Shanghai, 11. November. Telegramm des Reuter'schen Bureau. Nach einer Meldung aus Tientsin vom 6. d. MtS. haben der Kaiser und der kaiserliche Hof die Abreise nach Sinjanfa (Provinz Kiangsu) vorbereitet.
Depeschen des Bureau „Herold".
verltu, 11. November. Die Anarchisten Berlins veranstalteten in diesem Jahre anläßlich deS Todestages der Chicagoer Anarchisten keine Protest-Versammlungen, dagegen fand Mittags eine Zusammenkunft deS anarchistischen Lese« clubS statt, welche ruhig verlief. Die Anarchisten der Berliner Vororte halten heute Abend eine öffentliche Versammlung in AdlerShof ab.
Kiel, 11. November. Wegen der in Kronstadt herrschenden Eisverhältniffe geht der Panzer Wörth nicht dorthin ab. Prinz Heinrich benutzt daher die Eisenbahn nach Petersburg.
Barzin, 11. November. Das Befinden der Fürstin Bismarck ist durchaus kein gutes. Wenn auch eine augenblickliche Lebensgefahr nicht vorhanden ist, so ist man dennoch nicht ohne Besorgniß. Die Fürstin kann Spaziergänge machen.
Petersburg, 11. November. Wie verlautet, soll die Umfturzpartei neuerdings seh^ rührig sein. Eine Ver- theilung von Proclamationen soll für den BeisetzungStag geplant werden; indessen trifft die Polizei die umfaffendsten Maßregeln zur Verhinderung aller Unruhen.
H. Darmstadt, 12. November. Die älteste Schwester des Großherzogs, Victoria, reist morgen mit ab- sie geht aber nicht nach Petersburg, sondern nach Malta zum Besuche ihres Gemahls Prinz Ludwig von Battenberg.
Cocafc* ttttö protrtttjUtleik
Gießen, den 12. November 1894.
Pr. Concertveretn. Am gestrigen Tage fand vor nahezu ausverkauftem Haufe das erste Concert des hiesigen Concert- vereinS statt, und wir bemerken gleich von vornherein, daß die Eröffnung dieser Saison fast durchgängig eine wohl gelungene genannt werden darf. Beethovens Eroica, welche das Concert eröffnete und Schumanns Ouvertüre zu Manfred wurden unter der Leitung des Herrn Musikdirector Felchner im Allgemeinen befriedigend zu Gehör gebracht, obgleich bemerkt werden muß, daß an einzelnen Stellen ein innigeres Zusammengehen von Dirigent und Orchester wohl am Platze gewesen wäre, und daß namentlich in der Nuancirung mehrfach Feineres hätte geboten werden können. Neu war Kaiser Wilhelms II. kürzlich erschienener „Sang an Aegir", der im Arrangement für Orchester vorgetragen wurde, und dessen ansprechende volkSthümliche Weise ebenso wie die vorher genannten Tonwerke freundliche Aufnahme fand. Die Krone deS gestrigen ConcertS bildete aber unstreitig unsere geschätzte Landsmännin, die Königl. sächs. Kammersängerin Frau Marie Wittich, die mit ihrem Herz erfreuenden Gesang wahre Beifallsstürme erweckte, und nach jeder ihrer Vortragsnummern mehrfach hervorgerufen wurde. Ueber die Vorzüge dieser ganz ausgezeichneten Künstlerin eingehender zu berichten, hieße Eulen nach Athen tragen; eS würde nur eine Wiederholung dessen bedeuten, was schon anderwärts vielfach von berufener Seite über sie geschrieben worden ist. Wir beschränken unS daher darauf, kurz zu berichten, daß der Vortrag sowohl der beiden Arien als auch der ungarischen Nationallteder das Publikum in hohem Grade entzückten und daß der reichliche Beifall in jeder Hinsicht ein wohl verdienter war. Sämmtliche Gesangsnummern waren äußerst geeignet, die herrlichen Stimmmittel und die feinfühlige Vortragskunst der geschätzten Künstlerin im besten Lichte erscheinen zu lassen. Frau Wittich war so liebenswürdig, das dritte der ungarischen Lieder, welche Herr Trautmann aus Frankfurt in gewohnter vorzüglicher Weise begleitete, als Zugabe zu wiederholen. Mit Sicherheit kann behauptet werden, daß jeder Besucher des gestrigen Concertes mit dem Bewußtsein, einen hohen Kunstgenuß gehabt zu haben, den Clubsaal verlassen.
- I. ** Leipziger Concert. Das am vergangenen Samstag stattgefundene humoristische Concert der Leipziger Quartett- und Concertsänger-Gesellschaft vereinigte ein in heiterster Stimmung befindliches, sehr zahlreiches Publikum in Steins Saalbau. Wenn wir uns auch hier versagen wollen, auf das Programm — bei welchem die meisten Nummern durch eine Fülle trefflich packender Aussprüche gewürzt waren — näher einzugehen, da ja die in jeder Beziehung vorzüglichen Leistungen der Gesellschaft hinreichend genug bekannt sind, so können wir doch die Thatsache nicht leugnen, daß nur eine Stimme des Lobes in dem Publikum zu vernehmen war. Den Glanzpunkt des Abends bildete unstreitig die von Herrn Müller-Lipart zu Gehör gebrachte „Musikalische Original-Soloicene" für Piston-Solo: „Der schwarze foufar". Wir bemerken noch, daß am Donnerstag, 15. November, eine zweite, unwiderruflich letzte Vorstellung statlfindet und seien Freunde eines gesunden, Humors hierauf aufmerksam gemacht.
* * Zitherverein Alpeurööchen. Die am vergangenen Samstag Abend im Festsaal des CafL Leib stattgefundene Abendunterhaltung hatte sich eines recht zahlreichen Besuches zu erfreuen und haben die Thetlnehmer einen recht genußreichen Abend verlebt. Die ConcertstÜcke, welche die activen Mitglieder deö Vereins vortrugen, machten demselben alle Ehre- auch die lebenden Bilder gewährten einen reizenden
Anblick. Das Theaterstück „Die schöne Müllerin" fand vielen Beifall. Ein Ball beschloß den schönen Abend.
6ine für Kaufleute wichtige Entscheidung ist neuerdings ergangen. Darnach ist ein Reisender, welcher einen Kunden erworben, von dessen Zahlungsunfähigkeit er beim Geschäftsabschluß Kenntniß hat, verbunden, seinem Principal für demselben erwachsenen Schaden aufzukommen.
* * Ueber den derzeitigen Stand der Nebenbahnen in Oberheffeu entnehmen wir der „Darmst. Ztg." folgende Uebersicht: A. Von genehmigten Bahnen sind in Ausführung: Grünberg-Londorf, 13 Kilometer. Nachdem die Geländestellung stattgefunden, sind die Arbeiten vergeben und bereits begonnen worden. — B. Die vollständigen Pläne, Kostenvoranschläge rc. sind fertig für die Strecken: Friedberg-Hungen, 23,5 Kilometer. Die Verhandlungen wegen der kosten- und lastenfreien Geländestellung sind seit mehreren Monaten im Gange und steht ein baldiger Abschluß derselben in sicherer Aussicht. Die landeSpolizetliche Prüfung hat stattgefunden. — Salzschlirf-Schlitz, 10,5 Kilometer. Die kosten- und lastenfreie Stellung deS Geländes ist seit längerer Zett gesichert. Wegen Anforderungen der Reichsmilitärverwaltung schweben noch Verhandlungen. — Hierzu kommt die noch nicht genehmigte Linie Stockheim-Höch st-Frankfurt, 10,7 Kilometer, für welche die generellen Pläne des hessischen TheilS seit längerer Zett fertig sind. Bezüglich der Pläne für den preußischen Thetl ist vom preußischen Ministerium eine Umarbeitung derselben angeordnet. — C. Die Aufnahme im Felde und Herstellung der Pläne nebst den Voranschlägen sind im Gange für die Linien: Frtedberg-Behenheim-Nt dda, 19,6 Kilo« meter. Die Fertigstellung der Pläne rc. ist bis Ende des Jahres zu erwarten. — Homberg-Ntedergemünden, 7,5 Kilometer- Laubach-Mücke 14 Kilometer, Londorf- Lollar, 13 Kilometer, Lauterbach-Grebenhain- Crainfeld, 27 Kilometer. Für die Fertigstellung läßt sich meist ein genauer Termin noch nicht bestimmen, die einzelnen Stationen sind aber ausreichend mit Personal besetzt, so daß Beschleunigung bei allen Linien erwartet werden darf. Bei Homberg-Nieder-Gemünden ist die Fortsetzung bis an die Landesgrenze ins Auge gefaßt.
** Die telegraphischen Nachrichten vom Tode des Czareu Alexander III. Die „Danz. Ztg." schreibt: Das erste zuverlässige Telegramm über den Tod des Czaren Alexander III. am 1. November traf hier, wie an den meisten anderen Orten (auch in Gießen. Red.) erst gegen Abend ein, während private Sensationsnachrichten den Tod theils Tage, theils einige Stunden früher gemeldet hatten. Die Redaction des „Memeler Dampfboots" hat darüber beim „Wölfischen Telegraphenbureau" Nachfrage gehalten und veröffentlicht nachstehende Antwort des Letzteren, welche wohl auch für weitere Kreise Jntereffe haben dürfte: „Auf Ihre Necla- mation betreffend unsere angeblich verspätete Meldung über das Ableben des Czaren erlauben wir unS zu erwtedern, daß Niemand früher in Berlin eine Depesche mit der Zeitangabe des Ablebens gehabt hat. Gerüchte aus Petersburg und namentlich solche aus London, wo die „Daily News" die falsche Nachricht publt- ! ctrten, der Czar sei bereits am Morgen gestorben, lagen auch uns vor, doch sahen wir unS nicht in der Lage, bet einer so weittragenden Thatsache einfach Gerüchte zu telegraphiren. Es ist unS auch nicht unbekannt ge- blieben und ja auch Ihnen bekannt, daß die Depeschen, von denen wir überholt sind, nirgends eine Angabe der Zett enthalten und ist fast zu erweisen, daß so früh Depeschen mit der richtigen Meldung aus Ltvadia gar nicht nach Berlin kommen konnten, um hier durch ein Extrablatt um 4*/2 Uhr verbreitet zu werden. Unser Telegramm mit der Zeitangabe ist hier um 7 Uhr 7 Min. eingetroffen, ganz gleichzeitig mit der offictellen Verständigung an die hiesigen maßgebenden Stellen, so daß eine schleunigere Beförderung gar nicht erwartet werden konnte."
** Zn Amerika verstorbene Hessen. Alexandria, Va.: Prediger Dr. Carl Friedrich Ernst Mtnningerode, 80 Jahre alt, aus Gießen, Hessen. Forest, O.: Adam Seifert, 75 Jahre alt, aus Darmstadt. Fulton, W. Ba.: H. Louis Orth, 69 Jahre alt, aus Nidda. PittSburg, Pa.: Johann Peter Schäfer, 81 Jahre alt, aus Lohhof, Kreis Heppenheim a. d. B. Syracuse, N. Y.: Peter C n et, 76 Jahre alt, auö Alzey. Weft-Hoboken, N. I.: Heinrich Habicht, 42 Jahre alt, aus Schlitz.
Butzbach, 9. November. Auch hier sind auf Anregung des Großh. Kreisamts Friedberg die Vertreter der in das Handelsregister eingetragenen Firmen wegen Errichtung einer Handelskammer für den Kreis Friedberg zu einer Berathung zusammengetreten. Man erklärte sich zustimmend, wünschte jedoch vorher Eintrag aller zum Eintrag verpflichteten Firmen in das Register und sprach den Wunsch aus, daß je 30 Handelsfirmen eines Ortes berechtigt sein sollten, einen Vertreter zur Handelskammer zu wählen. Nach Art. 8 des Gesetzes vom 17. November 1871, betreffend die Handelskammern, kann mit Genehmigung des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz ein Handelskammer- bezirk zum Zwecke der Wahl der Mitglieder in engere Kreise eingetheilt werden, insofern sich aus örtlichen Verhältnifien hierzu ein Bedürfniß ergiebt. Darmst. Ztg.
+ Vonhausen, 12. November. DaS vierjährige Kind einer hiesigen TaglöhnerSsamtlte verlor auf eine jämmerliche Art sein Leben. Dasselbe war mit seinen kleineren Geschwistern allein zu HauS gewesen, während die Eltern ihrer Arbeit nachgtngen. DaS Kind hantirte am Ofen herum, wobei Feuer herauSfiel, das die Kleider des Kindes ergriff und vollständig verbrannte. Das Kind erlitt dadurch so schwere Brandwunden, daß eS am nächsten Tag verschied.
A Mainz, 11. November. Von dem Geschlechte der Hohenlohe berichtet der bekannte Geschichtsforscher Pfarrer Falk im „Mainzer Journal", daß dasselbe in den Dom- ! stiftSstellen zu Mainz auch mehrere Jahrhunderte hindurch
vertreten war. Ein Philipp von Hohenlohe, Herr von Brauneck, kommt als Domherr 1336 vor. Ein Andreas von Hohenlohe um dieselbe Zeit- er erlangte die höchste Stiftswürde, nämlich die Propstei- er starb 1391, 20. April und liegt im Stiftschor begraben vor dem Dreikönigsaltar, d. h. unter der südlichen Orgelbühne. Albert I. kommt vor 1388, war Geheimer Rath des Erzbischofs und Kurfürsten Conrad II.; er starb am 2. November 1401, seine Todtenschild hing tu der Memorie mit Angabe dieses Todtentages. Um 1474 begegnet uns ein Friedrich Graf von Hohenlohe als Domherr zu Mainz und Speier, fast gleichzeitig mit ihm Albert II. 1500 und sein Bruder Graf Ludwig Domherr zu Mainz, Straßburg und Augsburg, Letzterer starb als Senior des Capitels 1550, 16. October. — Nach derselben Quelle waren auch die Hohenzollern am hiesigen Dome bepfründet, so Joachim Graf von Hohenzollern 1571 und Eitel Fritz Hohenzollern, gestorben 1625, Domprobft zu Köln und Straßburg, er wurde später Cardinal.
Mainz, 9. November. Auf den Märkten ist gegenwärtig Weizen zu 12 Mk. der Doppelcentner zu erhalten. Nach der Statistik war seit dem Jahre 1640 der Preis nicht so niedrig.
Oppenheim, 8. November. Es ist jetzt die Zeit, wo der Mensch den sich jährlich wiederholenden Kampf mit dem „Neue n" kämpft, ohne nur ein einziges Mal den Sieg für sich beanspruchen zu können. Bor einigen Nächten fanden Leute zu später Stunde einen Mann, der mit verlorenem Schwerpunkt an das Gitter des Kriegerdenkmals lehnte, dabet mit einem Hausschlüssel herumsuchend. Dem unter dem Einfluß deS „94er" stehenden Bürger wurde bedeutet, daß er sehr im Jrrthum sei, wenn er vor seiner Wohnung zu sein glaube, auch Schlüssellöcher zu finden würde selbst dem nüchternsten Menschen schwer fallen.
Eiuöheim, 7. November. Der „Neue" hätte hier beinahe drei Menschenopfer gefordert. Ein Wirth schaffte mit zwei Leuten ein Faß in seinen Keller, in welchem neuer Wein lagerte. Unten angekommen, ctthmeten die drei Leute den dem Neuen entströmenden Stickstoff ein und wurden in Folge dessen bewußtlos. Da das Faß den Weg in den Keller versperrte, war es mit gewaltiger Mühe verbunden, die drei Leute zu retten und nur der größten Anstrengung einer ganzen Anzahl Leute gelang eß, innerhalb % Stunden die Verunglückten aus dem Keller herauszuziehen, wo sich ein Arzt ihrer annahm.
vermischtes.
* Düffeldorf, 9. November. Hier wurde ein Eisen- bahnsecretär und ein Tischler in Untersuchungshaft genommen unter der Anschuldigung, durch Unterschleife die Eisenbahn-Verwaltung um 18 000 Mk. geschädigt zu haben.
* Ueber die Forderungen der Dufe für ein Gastspiel wird auß Mannheim berichtet: Bereits vor zwei Jahren hatte die Intendanz des Mannheimer Hoftheaters Unterhandlungen mit. ber berühmten italienischen Tragödin Eleonore Düse eingeleitet, um dieselbe für ein Gastspiel am Mannheimer Hoftheater zu gewinnen. Die damaligen Verhandlungen scheiterten an den exorbitanten Forderungen der Künstlerin. Zu Beginn der laufenden Spielzeit fanden neuerdings Unterhandlungen statt, welche leider wieder vergeblich waren. Der Theateragent der Düse stellte als Ultimatum folgende Bedingungen: 60 Procent der Brutto- Einnahme erhält Frau Düse, 40 Procent der Einnahme das Mannheimer Hoftheater, außerdem werden die nicht unbedeutenden Autorenhonorare, ferner als Entschädigung für den Aufenthalt des Impresarios drei Procent und die ge- fammten Tageskosttn der jeweiligen Gastspielvorstellung von den dem Hoftheater zufallenden 40 Procent der Brutto-Einnahme in Abzug gebracht. Die Preise müssen so erhöht werden, daß 8000 bis 10,000 Mark Einnahme erzielt werden könnten. Unter diesen Umständen mußte die Intendanz zu ihrem Bedauern auch in dieser Spielzeit auf ein Gastspiel der Frau Düse verzichten.
* Nach 14 Jahren. Im Jahre 1880 befertirten aus ber Garnison Ulm zwei Sergeanten unb entkamen in die Schweiz, wo sie ein Stuttgarter Bekannter mit Geld versah, so baß sie nach England reisen konnten. Dort schlug ber eine die kaufmännische Laufbahn ein und ist heute vermöglicher Seiden- händler in London. Der andere, aus Westfalen gebürtig, ging nach Belgien und ist heute Chefdirector einer großen Actiengescllschaft in Brüfiel. Um nun den früheren unbesonnenen Schritt zu sühnen, hat er sich vor 14 Tagen beim Bezirkscommando in Ulm gestellt. Sowohl der deutsche Gesandte in Brüssel, als auch der belgische Ministerpräsident haben sich in Stuttgart warm für ihn verwendet. So erhielt er in Ulm, nachdem er eine Nacht, in Landwehrmontur gesteckt, im Festungsgefängniß zugebracht, die Erlaubniß, im Hotel zu wohnen, durfte dasselbe aber 14 Tage lang nicht verlassen. Dieser Tage hatte er, nachdem sich die Erledigung seiner Angelegenheit länger verzögerte, einen vierwöchigen Urlaub nach Brüssel erhalten ^ur Abwickelung dringender Geschäfte. Nach Ablauf dieser Frist muß er sich wieder in Ulm stellen zur Entgegennahme des kriegsgerichtlichen UrtheilS.
* Zwei Rekruten erschaffen. Bei der Abrichtung der Landwehr-Rekruten in Eger ereignete sich ein schwerer Un» glückSfall. Ein Rekrut ließ aus Unachtsamkeit scharfe Patronen im Gewehre; bei der Gewehrvisitation ging der Schuß loS und das Projektil traf zwei Rekruten, welche bald darauf starben.
* Eine Fußreife durch die Wüste. Ein klägliches Ende nahm die von dem Fußgänger Grandin unternommene Fußreise von Algier nach Timbuktu. Mit zwei Begleitern Sulffon aus Lyon und Zinder auS Genf, einem Dolmetscher und einem Pferde zog er von Ort zu Ort, und Anfang» ging alles recht gut. Er hielt Vorträge, in denen er erzählte, wie viel hundert Kilometer er in Amerika und Europa zu Fuß zurückgelegt habe und daß er jetzt von Paris nach Marseille zu Fuß mit der Mission gekommen sei, um nach Timbuktu zu marschlren. Aber die angebauten Gegenden nahmen ein


