Ausgabe 
13.10.1894 Erstes Blatt
 
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res Kaisers ist noch nicht bestimmt. Zwei Schlösser werden hergestellt, eines im Innern der Stadt uub'emeö außerhalb derselben gelegen. Letzteres ist dem König von Griechenland zugehörig.

Budapest, 11. October. Die drei Gesetze betreffend die Civil eh e werden zusammen dem Kaiser zur Sanction unter­breitet werden.

Loudon, 11. October. Laut einer Meldung aus Peking wurden fünf chinesische Spione, welche den Japanern die chinesischen Stellungen verrathen und die telegraphische Verbindung von Port Arthur mit den unterseeischen Torpillen durchschnitten hatten, hingerichtet.

Loudou, 11. October. Die Blätter veröffentlichen Tele­gramme auö Shanghai, wonach die von den englischen und deutschen Schiffen ausgeladenen Flinten chinesischen Truppen auf dem Kriegsschauplätze ausgetheilt worden sind. Den Chinesen fehlt es gänzlich an Flinten. Reservegewehre existiren nicht. Tausende von Soldaten mußten mit Bogen und Pfeilen in den Krieg gehen. Die Chinesen verfügen nur über eine kleine Anzahl kleinkalibriger Kanonen. Mit deutschen Waffen­fabriken hat China neue Contracte für Gewehre und Pa« rronenlteferung zu den höchsten Preisen abgeschloffen. Die Ablieferung wird in einem deutschen Hafen erfolgen; die Re­gierung trägt das Risiko des Transports.

Loudou, 11. October. Depeschen aus Shanghai melden, daß bei Wei Hei-Wei eine Seeschlacht bevorstehe. Admiral Ting steht mit dem Biceköntg Lt-Hung-Chang wegen der Vor­bereitung des Gefechts in Unterhandlung.

Loudou, 11. October. DieTimes" meldet aus Tientsin, der Kaiser von China habe persönlich die Initiative zur Nationalvertheidigung ergriffen, die derselbe energisch führen werde. Die Meldung sagt weiter, daß die Regierung über ungeahnte Hilfsquellen verfüge.

Loudon, 11. October. Der englische Generalconsul in China, Patrick Henderson, welcher sich behufs Entgegen­nahme dienstlicher Instructionen im Ministerium vorstellte, erschoß sich im Wartezimmer daselbst aus noch unbekannten Gründen.

Petersburg, 11. October. Die russische Regierung wird mehrere Aerzte nach Berlin, Halle und Paris entsenden, welche sich mit dem Studium der Methode der Heilung Diphtheritiskranker durch Heilserum beschäftigen sollen.

Sofia, 11. October. DieSwoboda", das Organ Stambulows, behauptet, der Kriegsminister Petrow habe geäußert, es werde Militärdictatur eintreten, falls sich die Parteien in der neuen Sobranje nicht einigen würden.

Newyork, 11. October. In den Gruben von Shamokrin (Pennsylvanien) haben schreckliche Explosionen schla­gender Welter stattgefunden. Zahlreiche Arbeiter find verbrannt und viele verwundet. Die Grube steht noch in Flammen. Die genaue Zahl der Opfer ist noch unbekannt.

Sitzung der Stadtverordneten

am 11. October 1894.

Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Grünberg und Georgi, von Seiten der Stadtver­ordneten die Herren Emmelius, Faber, Flett, Grünewald, Dr. Gutfleisch, Habeuicht, Helfrich, Heyligenstaedt, Homberger, Keller, Löber, Petri, Dr. Schäfer, Dr. Ploch, Schiele, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels.

Herr Oberbürgermeister Gnauth macht vor Eintritt in die Tagesordnung Mittheilung von dem Eingänge zweier Programme der Landesuniversität,- dieselben sollen unter den Herren Stadtverordneten in Zirkel gesetzt werden.

Nach der zur Vorlage kommenden Rechnung der Löbcr'schen Stiftsrechnung für 1893/94 belief sich die Einnahme auf 9989 Mk., die Ausgabe auf 9851 Mk., in welcher Summe größere Capitalrückzahlungen bezw. Aus­leihungen enthalten sind. Der Voranschlag derselben Stiftsrechnung für 1894/95 gleicht sich aus in Einnahmen und Ausgaben mit 2364 Mk. Zur Zeit sind 8 Pfründner im Genuffe je einer Pfründe von 260 Mark jährlich; die Vergebung weiterer Pfründen ist zur Zeit nicht möglich, da Hilfsbedürftige, bei denen die Voraussetzung zutrifft, daß sie in Gießen geboren sind, nicht vorhanden sind.

Die Rechnung der P l o ck' scheu S t t f t u n g für 1893/94 er­gibt eine Einnahme von 16,836 Mk. (incl. einer größeren Capital- rückzahluug) und eine Ausgabe von 15,164 Mk. (incl. einer größeren Capitalausleihung). Das Capitalvermögen der Stif­tung ist von 110,900 Mk. gestiegen auf 112,410 Mk. In dem Voranschlag derselben Stiftung für 1894/95 gleichen Einnahmen und Ausgaben sich aus mit 6760 Mk.

Das Rechnung Ser gebniß des Gaswerkes kann nach der vargelegten Uebersicht für 1893/94 als ein günstiges bezeichnet werden. Die Einnahmen bezifferten sich auf 281,364 Mk., gegen den Voranschlag mehr 12,734.39 Mk., die Ausgaben auf 281,186.22 Mk., gegen den Voranschlag mehr 12,556.22 Mk., wobei zu bemerken ist, daß neben erheb­lichen Anschaffungen für das Magazin 25,000 Mk. als Amortisation abgeschrieben und 30,521.60 Mk. als Betriebs­überschuß an die Stadtkaffe abgeliefert werden können. Weniger günstig gestaltet sich die Rechnung des Wasser­werkes, da der Waffermangel des vorigen Sommers einen erheblichen Ausfall in den Einnahmen verursachte. Die Ein­nahmen bezifferten sich auf 76,205.50 Mk., die Ausgaben auf die gleiche Summe, unter letzteren find aufgeführt 13,562.33 Mk. Amorrisation und 20,362.83 Mk. Zinsen. Die Rechnung blieb um 3594.50 Mk. hinter dem Voranschlag zurück. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkte am Schlüsse seines Referates, daß in etwa 8 bis 10 Tagen die Quellen bei Queckborn angeschlossen und damit die Stadt über Bedarf mit Wasser versorgt sein würde.

Bei Erwägung der Frage, ob für die Häuser von Tepor Wtwe. und Hengst an der Li ch erst raße die Anlage von Vorgärten zu verlangen sei, hat die Baudeputation zunächst in Vorschlag gebracht, den Graben vor den bezeichneten

Häusern zu beseitigen und durch eine Rohrleitung zu ersetzen, ; ferner das Banket bis zum sog. Colonnenweg zu verbessern. Die Genehmigung hierzu wird unter Bewilligung der auf 480 Mk. veranschlagten Kosten ertheilt.

Nachdem auf Grund zwischen Staat und Stadt ge­schlossenen Vertrages die Unterhaltung der Ortsdurchfahrten auf bie Stadt übergegangen ist, ist der letzteren die Aufgabe erwachsen, dieKrofdorfer Straße an ihrer Einmündung in die Rodheimerftraße zu verbessern. Es wird auf Grund des Antrags der Baudeputation beschlossen, eine gepflasterte Goffe bis zum Lohmühlsbach, sowie einen gepflasterten Heber» gang in der Nähe desFischerhofs" Herstellen zu lassen.

In Verfolg eines früher genehmigten Gesuches um Her­stellung, bezw. Chaussirung einer Thetlstrecke des Aulweges wird beschlossen, denselben auf die Länge von ca. 400 Meter bis zum Leihgesterner Weg auf drei Meter Breite chaussiren zu lassen, wofür 2700 Mk. in den nächsten Voranschlag ein­gestellt werden.

Die mit den Hausbesitzern der Schützeustraße in­folge deren wiederholter Gesuche um Ausbau der Straße gepflogenen Verhandlungen wegen des Geländeerwerbs sind nunmehr soweit gediehen, daß der Ausbau in Angriff ge­nommen werden kann. Es werden die auf Mk. 9600 Mk. veranschlagten Kosten bewilligt und das (Stabtbauamt ermächtigt, die Erd- und Maurerarbeiten zu vergeben und sofort aus­führen zu lassen, um dem während des Winters stärkeren Angebot von Arbeitskräften möglichst Rechnung tragen zu können.

Die der Regulirnng der Wieseck auf der Rest- strecke zwischen Garten- und Moltkestraße bisher entgegen­gestandenen Schwierigkeiten sind nach Zustandekommen der Gelände-Erwerbs-Verhandlungen zwischen der Stadt und Löbers Erben enbgiltig gehoben. Auch bezüglich der hier in Betracht kommenden, auf 10 500 Mk. veranschlagten Arbeiten wird unverzügliche Ausführung während der Winter­monate beschlossen. Mit Fertigstellung dieser Arbeiten er­hält das Areal des Gas- und Wafferwerks durch Einfüllung der breiten Wieseckböschung einen Zuwachs.

Dem Gesuch des Eis Vereins um Erlaubniß zur Be­nutzung der städtischen Wiesen in den Eichen wird unter den bisherigen Bedingungen stattgegeben. Die durch die Anlage des Fußbankets im Zuge der Moltkestraße um ein Drittel verkleinerte Wiesenfläche soll auch nach Norden hin durch einen Damm abgegrenzt werden, um die unnöthige Ausdehnung einer dünnen, dem Graswuchs schädlichen Eiskruste zu ver­hindern. Die Kosten für Aufführung dieses Dammes nebst gleichzeitig vorzunehmender Abtragung eines Wiesenrückens im Betrage von 70 bis 100 Mk. sollen je zur Hälfte von der Stadt und dem Eisverein getragen werden.

Auf Ersuchen der Großherzoglichen Direction der Kliniken sollen an den Eingängen zu der Verbindungsstraße zwilchen den Bahnhöfen und der Frankfurter Straße Plakat­stöcke aufgestellt werden, um den fremden, die Kliniken be­suchenden Personen als Wegweiser zu dienen. Die Plakat­stöcke sollen in gefälliger Form aus Schmiedeisen mit deutliche Aufschriften tragenden Tafeln gefertigt und eine derselben nahe am Ausgange zur Rampe am Bahnhofe, der andere links am Eingänge von der Frankfurter Straße aufgestellt und die Anfertigung der Plakatstöcke je nach dem SubmissionS- ergebniß einem der Herren Schloffermeister Dörr, Stohr oder Wigandt übertragen werden.

Bezüglich des Gesuches mehrerer Bewohner der Nord- Anlage um Anlage eines WafferabsührcanalS aus ihren Häusern nach dem Schoorgraben wird beschlossen, dem Gesuch unter den von den Gesuchstellern selbst vorgeschlagenen Be­dingungen, in denen sie sich u. A. zur Erstattung der Kosten verpflichten, widerruflich und mit dem Anfügen ftatt- zugeben, daß die Stadt auf Entfernung des Rohrcanals ver­zichtet, wenn der Widerruf erfolgen sollte.

Der wegen Benutzung des östlichen Thorhauses am Neuenwegerthor für Zwecke der Metallaiche entworfene Vertrag zwischen Staat und Stadt, insbesondere auch In Bezug auf Wasserversorgung gen. Locals, wurde genehmigt.

Die Arbeits- und Fuhrlöhne für Wald - Cultur- unb Wegbau-Arbeiten im Stadwalde sollen auch für das nächste Jahr in der seitherigen Höhe belasten werden.

Das Somite für die nächstjährige Wanderausstellung der deutschen Landwirthschaftsgesellschaft in Cöln beabsichtigt zwei Preise im Betrage von 10000 und 5000 Mark auszu­schreiben für die beste Lösung der Aufgabe zur Klärung der Abfallwässer und einen Preis für die Lösung der Frage, auf welche Weise sich am besten die Abfälle aus Schlachthöfen und Abdeckereien verwerthen lassen. Das Comits ersucht um Bewilligung eines Beitrags, die Versammlung beschloß 100 Mark für die die Klärung der Abwässer betreffende Preisaufgabe zu bewilligen.

Nach Bericht der Schlachthaus-Verwaltung sind zur Complettirung des Inventars nöthig: eine Waage für den amtlichen Gebrauch, eine Decimalwaage für das Verwiegen von Häuten, ein transportabler Absallkübel, sowie vier wafferdichte Schutzmäntel für das Personal. Die Anschaffung der hier aufgesührten Gegenstände wird beschlossen.

Das Gesuch des Herrn Gerhard Bötz um Covcession zum Branntweinverkauf über die Straße im Hause Neuen- Bäue 17 wird, entgegen dem die Bcdürfnißfrage verneinenden Bericht Großh. Polizeiamts befürwortet, weil im fraglichen Hause bisher Branntweinverkauf stattfand; desgleichen wird die Bedürfnißfrage bejaht bezüglich des wiederholt gestellten Gesuches des Herrn Georg Heb streit um Erlaubniß zum Branntweinausschank in seiner Wirthschaft Wallthorstraße 46, weil Gesuchsteller bereits Concession zum Wirthschaftsbetrieb besitzt. -

CocaXe» nnfc provinzielle»

Gießen, den 12, October 1894.

** Ernennungen und Dienstversetzuugen. Seme Königliche

Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am

10. October den Revisionscoutroleur bei dem Hauptsteuerc amte Gießen Adam Ofenloch in gleicher DiensteigensLaft an das Hauptsteueramt Darmstadt zu versetzen; den Haupt- steueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramte Gießen Ludwig Melchior zum Revistonscontroleur bet diesem Amte, den Steueraufseher Christian Friedrich Weise zu Gießen zum Hauptsteueramtsassistenten bei diesem Amte zu ernennen, so­wie den Districtseirmehmer der DistrictSeinnehmerei Laubach Georg Friedrich Euler wegen geschwächter Gesundheit in den Ruhestand zu versetzen.

* * Parlamentarisches. Der neue Einko mm ensteuer- Gesetzentwurf ist der zweiten Kammer der Landstände zugegangen.

H. Neues Theater. Wenn in einer Stadt wie Gießen eine gute Schauspieltruppe vor die Oeffentlichkeit tritt, sollte man billig von Seiten der Einwohnerschaft eine ange­messene Unterstützung des Unternehmens erwarten. Das scheint überall der Fall zu sein nur in Gießen nicht. Wir haben schon in mehreren kleinen Städten, die zum Theil eine geringere Einwohnerzahl als unsere Stadt aufweisen,. Theatervorstellungen beigewohnt, die sich stets einer regen Betheiligung des Publikums erfreuten. Dabei waren die Leistungen der Darsteller oft minder gut als die deS Reiner'schen Ensembles. Woran es liegt, daß bet uns der Theaterbesuch ein über alle Begriffe minimaler ist, wollen wir vorläufig nicht untersuchen, wir wollen nur den Mit­gliedern des Neuen Theaters die Versicherung geben, daß das kühle Verhalten des Gießener Publikums für fie kein Armuthszeugniß ist. Wir würden uns freuen, wenn dieser Hinweis dazu beiträgt, das schlummernde Interesse der Gießener Kunstverständigen zu wecken, denn wir können nicht annehmen,, daß sich klardenkende Leute durch Beeinflussungen anderer Ard bewegen lassen, dem Unternehmen des Herrn Reiners so hart-- näcktg den Rücken zu kehren. Noch eins möchten wir zu be­denken geben. Wenn es richtig ist, daß eine gute Bühne sich ihr Publikum bildet, so ist es auch Thatsache, daß das Publikum durch entsprechende Theilnahme die Leistungen der Darsteller immer mehr bessern, d. i. sich eine gute Bühne schaffen kann. Freilich, wenn, wie gestern Abend, der Vorhang vor leeren Sitzen aufgeht, dann darf es nicht Wunder nehmen, wenn kein rechter Zug in die Darstellung kommen toitL Der erste Act wenigstens verlief ziemlich langweilig und erst beim zweiten und dritten wurden Mitwirkende und Publikum wärmer. Die Rollen waren gut vertheilt. Für den plötzlich erkrankten Herrn Schulz trat Herr Reiners ein und erledigte sich seiner Aufgabe mit gewohntem Geschick. Auf eine ein­gehende Besprechung verzichten wir diesmal; wir wollen nur betonen, daß im Allgemeinen die Leistungen recht tüchtig genannt werden können.

* Neues Theater. Wegen Erkrankung des neu engagirtew Gesangsliebhabers Herrn Bruno Fischer von Leipzig sieht sich die Direction leider gezwungen, die für kommenden Sonntag geplante Aufführung desTrompeters von (SäffIngen" abermals um 8 Tage zu verschieben. (Statt, dessen kommtDer V e i l ch e n f r e s s e r " mit Herrn Alexander Otto in der Titelrolle zur Aufführung, und bafc der flotte Husaren-Lieutenant in dem genannten luftigen Stücke jedenfalls eine ausgezeichnete Leistung des beliebten, Gastes sein wird, unterliegt wohl kaum einem Zweifel.

* Die Gießener Omnibus'Gesellschaft wird vom ersten November ab versuchsweise auf drei Monate Schüler- Abonnements einführen, und damit in dankenswerther Weise vielfach gehegten diesbezüglichen Wünschen entgegen­kommen. Das Abonnement wird bei täglich einmaliger Fahr! 2 Mk., bei täglich zweimaliger Fahrt 3.50 Mk. pro Monat betragen und liegen Bedingungen und Liste zum Einzeichnen bei Herrn Ernst Balser offen. Es dürfte diese Neu- Einrichtung seitens der Eltern freudigst begrüßt werden, dcr die Kinder in den Wintermonaten, namentlich Morgens, den Witterungsunbilden empfindlich ausgesetzt sind, sowie auch vorkommendes Verspäten durch anstrengendes Laufen einholen wollen, jedoch dadurch abgemübet und in ihrer Gesundheit benachtheiligt werden. (S. Inserat.)

* Der Verein hessischer Zahnärzte hielt seine dritte Sitzung im HotelBritania" zu Darmstadt. Eine größere Anzahl Zahnärzte aus Hessen waren anwesend. Die Tagest ordnung bot den Versammelten sehr viel des Interessanten, so daß wohl alle Betheiligte mit großer Befriedigung auf die Verhandlungen zurückblicken werden. Der Vorstand, be­stehend aus den Herren Zahnärzten Koch-Gießen, Mitglied' der Hessischen Prüfungscommission für Zahnärzte, als Vor­sitzender, Köhler-Darmstadt, als Schriftführer, Langheinz- Darmstadt, als Rechner, sowie Stahn-Mainz und Jäger- Gießen als Stellvertreter der Vorstandsmitglieder im Ver­hinderungsfälle wurde wiedergewählt. Ein Ausflug auf die Ludwigshöhe beschloß die ernste Arbeit und gab den aus­wärtigen Herren Gelegenheit, die herrliche Umgebung Darm­stadts kennen zu lernen.

* * Neubewaffnuug der Gendarmerie. Die hessische Gen­darmerie wird mit sogenannten Armeerevolvern aus­gerüstet. Die sammtliche Mannschaft hat bereits die In­struction zum Gebrauch resp. Tragen des Revolvers tn Händen, während die Revolver vom 15. October ab in Ge­brauch kommen »ollen.

* * Bon hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Angeblich Dr. Paul von Fraser aus Boston wegen BetrugS- versuchs, von der Staatsanwaltschaft Darmstadt; Taglöhner Friedrich Lindenlaub aus Wetzlar, Schneider Hans Fried­rich Oft aus Crumstadt, Sebastian Strinzinger ans Hering, Knecht Adam Herold aus Schwarzenfels, sämmt- lich wegen Diebstahls, von der Staatsanwaltschaft Gießen; Hausbursche Heinrich Seitz aus Offenbach wegen Unter­schlagung, von der Polizei Offenbach.

* * Vorherbestimmung der Nachtfröste. DieFrkf. Ztg." veröffentlicht folgendes einfache, der Praxis entnommene Recept zur Vorherbestimmung eintretenber Nachtfröste: Man um­wickelt bte Kugel eines Thermometers mit einem Stückchen bünner Leinwanb unb Baumwollsäden, bereu Ende in eint