such der Kliniken von Würzburg, Wien, Prag und Berlin — tn Gießen als praktischer Arzt niedergelassen und im April 1863 sich mit einer Schrift „lieber den Bau der Eihäute bei Säugethieren" als Privatdocent für Geburtshülfe habilitirt. Vom April 1867 bis Februar 1868 war er — nach v. Ritgens Tod — provisorisch, dann bis Frühjahr 1872 definitiv mit der Direction der Gießener Entbindungsanstalt betraut, nachdem er seit 1862 Assistenzarzt und seit April 1864 Unterrichtsrepetent an der Anstalt gewesen war. Seit der Ernennung Kehrers zum ordentlichen Profesior und Direktor der geburtshülfl. Klinik war Birnbaum außer Verbindung mit der letzteren. 1868 zum außerordenlichen Professor ernannt, widmete er sich — bis zu seinem Ende ein warmer Freund der studirenden Jugend — dem theoretischen Unterricht in der Geburtshülfe und mit redlicher Hingebung für seine Patienten der ärztlichen Praxis. In pflichteifriger Ausübung der letzteren ist er gestorben, — Einer der Vielen, von denen das Wort gilt: Aliis inserviendo consumimur ipsi. Die Gesellschaft ehrte das Andenken des Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen.
** Veteraueuvereiu Gießen. Am 18. August 1895 gedenkt der Veteranenverein Gießen, welcher nur aus Cornbat- tonten früherer Feldzüge besteht, in unserer Stadt die 25jahrige Gedächtnißfeier der Schlacht bei Gravelotte in dankbarer Erinnerung an die siegreiche Wiedererstehung des Deutschen Reiches in Gemeinschaft mit den noch lebenden Kameraden und Gießens patriotischer Bürgerschaft würdig zu begehen, ein Unternehmen, daS gerade in den letzteren Kreisen auf ein freundliches Entgegenkommen rechnen dürfte. Hat ja doch Gießens Bürgerschaft noch immer bei allen derartigen Festlichkeiten dem Veteranenverein aufs Treueste zur Seite gestanden und seine Bestrebungen in der zuvorkommendsten Weise gefördert. Hiernach dürfte sich das geplante Fest in allen Volksschichten des Hessenlandes, besonders aber in unserer Provinz, gerechter Billigung erfreuen und durch regen Antheil und Besuch zu einem Volksfest in des Wortes bestem Sinne werden, insbesondere da die hessische Division gerade an der größten Schlacht des Feldzugs von 1870/71 unter den Augen unserer unvergeßlichen hochseligen Führers und Helden Kaiser Wilhelm I. und Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs Ludwig IV. (Führer der Hess. Division) theilgenommen hat. Es ist eine Ehrenpflicht der alten Kameraden, diesen in der deutschen Geschichte hervorragenden Tag festlich zu begehen und zugleich der auf den Schlachtfeldern gefallenen und später an den Folgen dieses Feldzugs Heimgegangenen Kameraden zu gedenken.
* * Experimeutal-Vortrag. Der gestern Abend von Herrn Renau gegebene Experimental Vortrag über Suggestion rc. im Cafe Leib hatte ein zahlreiches sich dafür interessirendes Publicum vereinigt, welches Vortrag und Experimente unter reichem Beifall aufnahm. Ohne auf Einzelheiten des Programms näher einzugehen, die in Ausführung sich in Nichts durch die von Seiten anderer Experimentatoren gleichen Genres (wie Albin Krause u. s. w.) unterschieden, wußte Herr Renau doch die Darbietungen durch sein sicheres, gewandtes Auftreten zu recht anziehenden zu gestalten. Nächsten Montag Abend findet ein zweiter (Schluß-)Vortrag statt, auf welchen hierdurch aufmerksam gemacht wird.
* * Für Pfiugstreiseude aus den Oberhesfischen Eisenbahnen. Um den Reisenden die Anschlüsse in Gießen zu sichern, welche durch die starke Belastung des Zuges 6 am Dienstag nach Pfingsten (dem sogenannten dritten Feiertag) regelmäßig gefährdet werden, wird am Dienstag den 15. ds. Mts. ein Vorzug von Alsfeld nach Gießen, welcher auf sämmtlichen Stationen hält, mit folgenden Fahrzeiten verkehren: Abfahrt in Alsfeld 255 Nachm., Zell-Romrod 305, Ehringshausen 3", Burg-Nieder-Gemünden 325, Nieder-Ohmen 330, Mücke 340, Grünberg 3», Reiskirchen 4®8, Großen-Buseck 4‘8, Ankunft in Gießen 430 Nachm.
* * Morgen früh, als am Pfingstsonntage, wird um 7 Uhr, unmittelbar nach dem Festläuten, vom Thurm der Stadtkirche der Choral: „O heiliger Geist kehr bei uns ein" geblasen werden.
* * Vergiftung. In verflossener Nacht äußerte plötzlich aus der Kneipe ein Student seinen Comilitonen gegenüber: „Ich habe mich vergiftet!" und fiel dabei sofort vom Stuhle. Der sogleich herbeigerufene Arzt wandte alsbald Gegenmittel an und wurde der junge Mann, da nicht alsbald Besserung eintrat, in die Klinik verbracht. Dort ist derselbe heute Vormittag 10 Uhr gestorben.
* * Erstes Karlellsest der deutschen Studenten Gesaugvereiue. Die süd- und westdeutschen Studenten - Gesangvereine von Marburg, Gießen, Heidelberg, München, Bonn rc. treffen heute in Kafiel ein, um gemeinsam mit den dortigen Mitgliedern rc. nach Sondershausen zum großen Sängerfest zu reisen. In Nordhausen schließen sich die Vereine aus Hannover, Kiel, Halle, Göttingen, Berlin, Königsberg rc. an, woraus es in großer Festfahrt nach Sondershausen geht. Dort in der schwarzburgischen Residenz wird während der Pfingsttage das erste Kartellfest der Deutschen Studenten- Gesangvereine stattfinden. Das Programm ist äußerst reichhaltig und interessant. Um nur Einiges anzusühren sei erwähnt, daß am ersten Pfingsttage großes Loh - Concert, officieller Frühschoppen mit Begrüßungsansprachen, Festmahl rc. stattfindet. Am zweiten Pfingsttag wird sich der officielle Kartelltag anreihen, der ebenfalls im Lohsaale tagt und mit Musik, Gesangsvorträgen rc. verbunden ist. Nachher Festmahl, Gartenfest, Feuerwerk. Am dritten Festtage werden Ausflüge in die Umgegend und am vierten eine große gemeinsame Sängersahrt nach dem Kyffhäuser ausgeführt.
* * Die möglichst ausgedehnte Einführung der Sonntagsruhe im Eisenbahn Güterverkehr auf sämmtlichen Eisenbahnen Deutschlands ist in einer zu Berlin abgehaltenen Conferenz von Vertretern der hervorragenderen Bundesstaaten im Princip beschlosien worden. Bekanntlich besteht die Sonntagsruhe im gewöhnlichen Güterverkehr seit dem 1. April d. I. bereits
bei den preußischen Staatsbahnen. Angesichts der Bedeutung der letzteren für das übrige Deutschland war aber eine Verständigung zwischen der preußischen Regierung und den anderen Bundesregierungen in dieser Frage höchst Wünschenswerth. Dies Einverständniß ist nun auf der gedachten Conferenz dahin erzielt worden, daß auf allen deutschen Eisenbahnen der Güterverkehr an Sonn- und Festtagen, abgesehen von den Zeiten des stärksten Verkehrs, künftig, wenn auch nicht ganz einzustellen, so doch wesentlich einzuschränken ist. Ein bestimmter Zeitpunkt für die Verwirklichung der geplanten Maßregel scheint inbeffen noch nicht in Aussicht genommen zu fein. Jedenfalls kann eine allgemeine Einführung der Sonntagsruhe im Eisenbahn - Güterverkehr im Jnteresie der vielgeplagten Eisenbahnbeamten gewiß nur mit Genugthuung begrüßt werden, wobei man allerdings wohl erwarten darf, daß anderseits auch die Jnteresien des Publikums, resp. der Versender und Empfänger von Gütern, hierbei gebührend berücksichtigt werden.
** Frostschaden. Aus vielen Orten Rheinhessens — Gau Algesheim, Ober-Ingelheim, Groß-Winternheim, Frei- Weinheim u. A. — kommen immer mehr Hiobsposten, daß der Frost in den letzten beiden Nächten der vergangenen Woche großen Schaden in den niederen Weinbergslagen, wie an Obst, Klee, Frühkartoffeln rc. angerichtet hat. Bei Groß-Wintern- heim sollen die Weinberge in den tieferen und, höheren Lagen total erfroren fein. Gleiche Klagen kommen aus dem Rhein- gau und Rheinpreußen. Hoffentlich sind die Befürchtungen, wie so häufig nach dem ersten Schrecken, übertrieben. Be- merkenswerth ist, daß in derselben Nacht im vergangenen Jahre, vorn 5. auf den 6. Mai, der Frost großen Schaden anrichtete.
** Zur Beachtung für Landwirthe. Die heffen-naffauische landwirthschastliche Berussgenossenschaft erkannte der Dienstmagd eines Gutsbesitzers, die beim Strohverladen aus einer nicht verwahrten Scheuerluke auf die Tenne stürzte und verschiedene Knochenbrüche erlitt, eine Rente von 180Mk. und später von 135 Mk. jährlich zu. Das Reichsgericht verurteilte außerdem den Gutsbesitzer wegen Nichtanbringung von Schutzvorrichtungen zu 20 Mk. Geldstrafe. Die Folge wird sein, daß die Berufsgenossenschaft den Gutsbesitzer nunmehr auch noch zum Ersatz aller von ihr gemachten Aufwendungen heranzieht.
8. Wölfersheim, 10. Mal. Dahier ereignete sich in diesen Tagen ein bedauerlicher Unglücksfall. Der 17 jährige Sohn eines hiesigen Landwirths war in seiner Scheuer auf das Gerüst gestiegen, stürzte herunter auf den in der Scheuer- tenne stehenden leeren Wagen und war sofort lobt.
§ Elpenrod, 11. Mai. Ein hier selten vorkom- menbes Jagdglück hatte Herr Obersörster Kutsch von Burg-Gemünben- er erlegte in unserer Gemarkung einen starken Hirsch von ca. 150 Pfunb Gewicht. Da auf hiesigen Jagbgebieten Hirsche nicht Vorkommen, so ist anzunehmen, baß bas Thier entweber aus ben Laubacher Waldungen, oder auch aus dem Wäldershäuser Park hierher gekommen ist. Das Geweih des Hirsches war noch unausgewachsen.
* Frankfurt a. M., 11. Mai. Große Veränderungen finden zum Pfingstfeste im Zoologischen Garten statt. Der neue Anbau am Raubthierhaus wird mit verschiedenen Arten katzenartiger Raubthiere besetzt, deren seitherige Behausungen mit kleineren Säugethieren anderer Familien gefüllt werden. Neueröffnet wird eine große Gallerte von Reptilien und Amphibien, die in ca. 600 Exemplaren in etlichen 50 Glaskästen untergebracht sind. Diejenigen Kästen, in denen sich giftige Thiere befinden, sind durch besondere Sicherungen und mennigrothen Anstrich kenntlich gemacht. Die größte Bereicherung hat das Aquarium erfahren, für welches in der Woche vor Pfingsten Sendungen aus der Ostsee, aus der Nordsee und aus dem Mittelmeer etngetroffen sind.
* Karlsruhe. 11. Mai. Heute Mittag entstand in der Bahnhofswerkstätte Großfeuer, das die große Maschine, die sür die Bahnhofsanlagen die electrische Beleuchtung erzeugt, zerstörte. Zwölf Dynamomaschinen sind unbrauchbar geworden- der Schaden wird auf eine halbe Million Mark geschätzt.
* Wiesbaden, 11.Mai. Die ersten diesjährigen reifen Kirschen, aus dem Rheingnu bezogen, kamen dem „Rhein. Cour." zufolge heute hier zum Verkauf.
• Vom Bodensee, 11. Mai. Die diesjährige Offizierszusammenkunft der deutschen und österreichischen Garnisonen am Bodensee findet diesen Sommer in Friedrichshafen statt.
* GroßBisdors, 11. Mai. Der Ballon „Phönix" ist nach vierstündiger Fahrt heute Vormittag 11 Uhr 25 Min. bei Greifswald gut gelandet. Der Ballon erreichte eine Höhe von genau 8000 Meter. Eine riesige Schneewolkenschicht reichte gleich hoch.
* Ein altes Kleid. Bei dem letzten Damenempfang der englischen Kronprinzessin trug die Gräfin von Pembroke ein weißes, mit Silberstickereien besetztes Kleid, das einst der Königin Elisabeth von England gehörte. Die Stickereien stellen Blumen bar, bie pfirsichfarbene Schleppe ist mit flandrischen Spitzen besetzt. Das Kleib hat sich Jahrhunberte hindurch sehr gut gehalten.
* „Rieckchen und Fleckchen." Diesen niedlichen Namen führt ein Kartenkunststück, das die Berliner Bauernfänger an Stelle des nun schon nicht mehr unbekannten Kümmelblättchens zur Anwendung bringen. „Rieckchen und Fieckchen" werden durch zwei aus einem Kartenspiel beliebig gewählte Karten dargestellt, die der Unternehmer zeigt und an verschiedenen Stellen zwischen das Spiel steckt, das nun gemischt wird. „Rieckchen und Fieckchen" sollen nun trotz Abhebens und Mischens zusammenliegen- der Nachweis hierüber wird der Gegenstand von Wetten. Die Karten werden nun von oben
abgezogen, und zum allgemeine« Erstaunen fallen die beiden Karten stets hintereinander. Dies wird durch den folgenden bauernsangerischen Tric zuwege gebracht. Wenn „Rieckchen und Fieckchen" als die gewählten Karten zu Anfang gezeigt werden, so wird die eine auf für die Zuschauer unmerkliche Weise etwas zusammengebogen, so daß sich später die Stelle, wo die Karte im Spiel liegt, trotz allen Mischens für die Hand bemerkbar macht. Beim Abheben, das nun meistens durch den Complicen geschieht, wird die gezeichnete Karte stets zu unterst gebracht. Dies ist aber auch der Fall, wenn eine beliebige andere Person abhebt, da der Finger unwillkürlich nach einem Widerstand sucht. Hat nun der Veranstalter des Kunststücks etwa „Rieckchen" nach unten gebracht, so schiebt er sie etwas zurück, zieht die zweitunterste und demnächst alle übrigen ab, bis er „Fleckchen" aufschlägt, um dann die schon bereit gehaltene „unzertrennliche" folgen zu lassen. Der Erfolg ist dadurch stets gesichert und die Opfer werden immer geleimt.
Schiff-nachrichten.
Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M- Schulhof.
Bremen, 10. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Spree, Capttän W. Willtgerod, vom Nordd. Lloyd in Bremen, welcher am 1. Mai von Bremen und am 2. Mai von Southampton abgegangen war, ist gestern, 10 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen.
Bremen, 10. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.! Der Postdampfer Stuttgart, Capttän H. Bödeker, vom Nordd. Lloyd in Bremen, welcher am 26. April von Bremen abgegangen war, ist gestern, 3 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in Baltimore angekommen.
Bremen, 10. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Dampfer Roland, Capitän v. Bardeleben, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 26. April von Bremen abgegangen war, ist heute, 4 Uhr Morgens, in Newyork angekommen.
Verkehr, Land- und Volksrvirthschaft.
«i<ten, 12. Mai. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmartt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,10-1,20, Hühnereier 1 Stück 5 X 2 Stück y H, «äse pr. 6t. 5-8 X Käsematte pr. St. 8 X Erbsen pr. Liter 17 X Linsen pr. Liter 28 X Tauben pr. Paar x 0,80—1,00, Hühner pr. Stück X 1,00—1,60, Hahnen pr. St X 1,20-1,70, Enten pr. St- X 1.60 bis 2,00, Ocbseuskisch pr. Pfd 70-74 X Kuh- u Rindfleisch pr. Pfd. 60-64 X Schweine, fleisch pr. Pfd. 60-70 X Kalbfleisch pr. Md. 60--X Hammel
fleisch pr. Md. 56—68 X Kartoffeln pr. 100 Kilo 3,50—6,00 X, Weißkraut pr Stück 4 -10 Ä, Zwiebeln pr. Centner 9,50—11,00 X, Milch pr. Liter 16-20 X Enteneier 2 St. 11 X Gänseeier 10 X
— Wohl nur selten dürfte ein hauswirthschaftlicher Artikel sich fester in die Gunst der Hausfrauen aller Stände eingebürgert haben, als die von Max Elb in Dresden fobricirte Eh. A. Pastcur- Esfig'Essen». Die Originalflacons, welche diese Essenz enthalten, sind durcy einen Maaßstab avgethetlt, der die zur Bereitung einer Weinflasche Tafelessig oder zuverlässigen Früchte-Einmache Essig erforderliche Menge Essenz aufs Genaueste anzeigt. Während früher das Laufen der Dienstboten nach Essig gar nicht aufhörte, bat man jcht in dieser Form 10 Liter Essig im Haus und bereitet sich eine Flasche bei Bedarf im Augenblick durch Verdünnen mit Wasier. Dieser selbstbereitete Eisig hat den Wohlgeschmack und daS Aroma guten Weinessigs, bleibt spiegelblank und wird von ärztlichen Autors täten wegen seiner Reinheit als der gesündeste Essig empfohlen. Ganz besonders eignet er sich zum Einmachen und Eonserviren, weil durch die Maatztheilung der dazu unbedingt erforderliche Stärke- grad genau und gleichmäßig getroffen wird und weil er gänzlich frei von Fäulniß - Keimen und Gährungsstoffen ist, die den Grund zur Verderbnttz der Früchte bilden. Hier liegt eine in practischer und gesundheitlicher Beziehung gleich gediegene Neuerung vor; nur wolle man beim Einkauf der seit 18 Jahren rühmlich bekannten Originalflicons von Max Elb, Dresden, darauf achten, daß man die ächte, auf Etikette, Halsstreifen und Kapsel mit dessen Firma bezeichnete Waare und nicht etwa eine in ähnliches Gewand gekleidete Nachahmung erhält.
— Der Ginster a»S nene «nttnrpflanre. Da man in Frankreich als Ersatz für Hanf und Flachs nut gutem Erfolge die Bastfaser des Ginsters, jener bekannten, gelb blühenden, sonst bei uns nur zur Herstellung von Besen benutzten Pflanze zu benutzen anfängt, welche in sandigen, unfruchtbaren Gegenden so häufig oor- kommt, so ist denjenigen deutschen Landwirthm, welche solchen fanbigen, wenig fruchtbaren Boden besitzen, zu rathen, einen Versuch mit dem Ginsterbau zu machen. Die Gewinnung des Ginsterhanfes geschieht ebenso wie bei dem Flachse durch Rösten, Brechen und Hecheln der Pflanzenftengel. Natürlich ist jedem Landwirthe, der Ginsterhauf bauen will, zu rathen, sich in der Angelegenheit mit einer Hans- oder Flachsspinnerei in Verbindung zu setzen.
Literatur und Aunst.
- Deutscher Kaiser-Saal. Geschichte der deutschen Kaiser tn Biographien von .Bruno Gebhardt. Lieferung 6—10. Preis je 50 Pfg. Stuttgart. Union Deutsche Verlagsgesellschaft. DaS bereits bet Gelegenheit der früheren Lieferungen von uns besprochene patriotische Hausbuch schreitet rüstig vorwärts und zeigt auch in den uns vorliegenden Abschnitten das Bestreben der Verlags Handlung, textlich und illustrativ etwas Gediegenes zu bieten. Der billige Preis und die Möglichkeit, es in Lieferungen nach und nach zu beziehen, macht es für die weitesten Bevölkerungskreise geeignet. DaS Werk wird 50 ganzseitige Vollbilder nach neuentworfmm Originalen hervorragender Historienmaler enthalten. Dasselbe wird 25 Lieferungen i 50 Pfg. umfassen, welche in Zwischenräumen von 14 Tagen erscheinen; jede Lieferung enthält 32 Seiten Text und zwei ganzseitige Vollbilder in Groß-Octav-Format. Nach Beendigung be8 Werkes wird dm Abonnenten eine nach künstlerischem Entwürfe hergestellte Einbanddecke zu mäßigem Preise zur Verfügung stehen.
— Es dürste noch Vielen unbekannt fein, daß daS große, einzig dastehende Handarbeitenblatt für die Familie, „Hrauen-Fflettz", auch in einem Auszugsblatte mit dem Titel ,Sra«e«hLn-e vor- handm ist, auf welches man zum Vierteljahrspreise von 50 Pfg. durch die Buchhandlungen und Postanstalten -bonniren kann. Diejenigen Handarbeitendm Damen, welche 75 Pfg. (Vierteljahrspreis für „Fraum-Fleiß") nicht ausgeben wollen, dürften in „Fraum- häude" zu 50 Pfg. Zweckdienliches finden. Die Mai-Nummern von „Fraum-Fleiß" und von „FraumhLnde", welche soeben die Presse verlassen haben, sind in allen Theilen wieder mustergültig.
^kirchlich« Anzeige« der Stadt Gietzen.
Svaugelifche Gemeinde.
Der Chor wird gebeten, sich am 1. Feiertag in der Stadtkirche zu Der^* *^^col£ntag Trinitatis, den 20. Mai, Vormittags 7»/. Uhr, findet ein Frühgottesdienst in der Stadtktrche und in Verbindung damit die erste Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Matthäusgemeinde ftitt.


