Ausgabe 
12.8.1894 Erstes Blatt
 
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auch an die deutschen und französischen Staatsgläubiger Griechenlands erzwingen wird.

Der Präsi dentenmörder Caserio hat es abgelehnt, das Caffationsgesuch gegen das über ihn ausge« sprochene Todesurtheil einzureichen. Demnach wird die Gerechtigkeit gegen den fanatischen Mörder Carnots unge­hindert ihren Lauf nehmen, seine Hinrichtung soll gutem Bernehmen nach noch vor dem 15. August stattfinden. Dem Bürgermeister von Motta Visconti, dem Geburtsorte Caserios, ist ein mitAnarchistisches Comitv zu Ravenna" unterzeichnetes Schreiben zugegangen, in welchem erklärt wird, die Anarchisten würden Caserio rächen. Es seien bereits drei Anarchisten ausgeloost, welche die Aufgabe hätten, den Präsidenten Cafimtr-Psrier, den italienischen Ministerpräsidenten Crtspi und einen italienischen Polizei­director zu tödten. Hinter diesen wilden Rachedrohungen der Anarchisten mag vielleicht ein gut Stück Prahlerei stecken, immerhin wäre es verkehrt, sie überhaupt nicht zu beachten.

Arr-larrd.

Petersburg, 10. Augnst. Der Czar soll am Morgen der Hochzeit seiner Tochter Xenia mit dem Großfürsten Alexander Michaelowitsch drei anonyme Drohbriefe au seinem Tische aufgefunden haben. Auf diesen Umstand werden die ganz außerordentlichen Vorsichtsmaßregeln zurückgeführt, welche die Polizei bei der Hochzeitsfeierlichkeit im kaiserlichen Palast zu Petersburg getroffen hatte.

Constautiuopel, 10. August. Der Gouverneur oder Mali derJnselKreta, Mahmud DjelaleddinPascha, ist auf einer Rundreise durch die Insel ermordet worden. Die bisherigen Berichte wußten nur von einer Verwundung des genannten hohen Beamten zu melden, ohne jedoch über den Ort und den Anlaß des Attentats nähere Angaben zu machen. Auch jetzt noch bleibt es obzuwarten, ob Mahmud Djelaleddin Pascha einem Acte persönlicher Rache oder einem politischen Fanatiker zum Opfer gefallen ist. Zum neuen Gouverneur, unter gleichzeitiger Beförderung zum Vezier, wurde vom Sultan der seitherige türkische Botschafter in Madrid, Turkhan Bey, ernannt.

Die bisherigen Versuche Englands und Rußlands, eine Beilegung des kriegerischen Conflictes zwischen Japan und China herbeizuführen, find nach einerTimes"-Meldung aus Tientsi fruchtlos geblieben. Es heißt, China wolle seme Oberhoheit über Korea nicht aufgeben und sei es infolge des aggressiven Vorgehens Japans nicht geneigt, noch länger über die Frage der Einführung von Reformen in Korea zu unterhandeln. Im Uebrigen ist in den kriegerischen Operationen zwischen China und Japan augenblicklich ein völliger Stillstand eingetreten; die Japaner halten die den Chinesen abgenommenen Stellungen bei Affan besetzt, die chinesischen Streitkräfte in Korea sollen sich in völliger Auflösung befinden. Die Nach- richt von einem neuen für die Japaner siegreichen Landtreffen zwischen den beiden kriegführenden Parteien hat sich ebenso­wenig bestätigt, als die Meldung von einer angeblichen Schlappe der Japaner zur See.

Nerrefte

Wolffs telegraphisches Correspondmz-Bureau.

Prag, 10. August. Die Polizei suspendirte den hiesigen VereinPolitischer Arbeiterclub".

London, 10. August. Auf der YachtBritannia", die den vom Kaiser ausgesetztenMeteor-ChallengepreiS gewann, befanden sich der Kaiser und der Prinz von Wales. Der Kaiser verbrachte den Tag auf See und dinirte Abends bei der Königin in OSborne.

Amsterdam, 10. August. Hier kamen heute 2 Cholera­erkrankungen vor, in Maftricht wurden 2 Cholera- erkrankuugen und 1 Todesfall gemeldet; im Ganzen er­krankten an letzterem Orte 50 Personen und starben 24 Per­sonen. In Wormerveer kam 1 Erkrankungsfall vor, in Bleskengraaf 2 Todesfälle, in Ound Vroenhoven 4 Er­krankungen, in Westgraftdyck 1 Erkrankung, in Middelrode (Gemeinde Berlikum) 1 Todesfall, in Rotterdam erkrankte ein Heizer des RheindampferSSiegfried". Die Zwischendecks- Passagiere der nach Amerika gehenden Dampfer werden einer fünftägigen Quarantäne unterworfen.

Deveschen de» Bure«, .Herolds

Berlin, 10. August. Die Rückkehr des Kaisers nach dem Neuen Palais wird voraussichtlich am Freitag den 17. d. M. erfolgen. Am darauffolgenden Tage, 18. August, findet vor dem Kaiser die Herbstparade des Gardecorps auf dem Tempelhofer Felde statt.

Berlin, 10. August. Wie derReichsanzeiger" meldet, hat der Bundesrjath in seiner Sitzung vom 9. Juli d. I. beschlossen, daß inländische, vor dem 1. Mai 1894 vorschriftS- ntäßig versteuerte Werthpapiere einer weiteren Abgabe nicht unterliegen.

Berlin, 10. August. Wie nachträglich aus Peters­burg gemeldet wird, war das neuvermählte Großfürst­liche Paar am Tage der Hochzeit einer hohen Lebensgefahr ausgesetzt. Der Großfürst und seine Gemahlin begaben sich in einem dreispännigen Wagen nach dem Ropschinsker PalaiS. Auf dem Wege dorthin waren Harztonnen aufgestellt, aus denen Feuerwerkskörper emporflogen. Von den Flammen wurde der Kutscher so geblendet, daß er den Weg über eine Brücke verfehlte und in die Brüstung hineinfuhr. Zwei Pferde stürzten in den Graben; der Wagen wurde mitgerissen, welcher sich überschlug. Die Großfürstin stürzte in den Graben und zog sich mehrere Hautabschürfungen und eine Verstauchung der rechten Hand zu. Der Kutscher trug schwere Verletzungen davon. Aerztliche Hilfe war bald herbeigeschafft. Auf die Meldung von dem Unfall begab sich das Czarenpaar sofort nach dem Ropschinsker Palais.

Berlin, 10. August. DerReichsanzeiger" berichtigt die Blättermeldung, wonach die Inhaber von russischen

der

O Ruppertenrod, 10. August. Der siebenjährige Sohn eines hiesigen LandwirthS bestieg in der Scheune die lange Tennleiter. Hierbei glitt er aus, stürzte herab und wurde bewußtlos in das Bett getragen. Er hat so schwere Verwundungen erhalten, daß man für sein Leben fürchtet.

§ Köddingen, 10. August. Einem hiesigen jungen Mann von 17 Jahren wurde in Ossenheim von einer Dreschmaschine^ bei der er beschäftigt gewesen, der rechte Arm wegge­rissen. Der Schwerverletzte wurde in das Hospital nach Friedberg verbracht.

Friedberg, 9. August. In Kaichen hat sich der Nachtwächter bei seinem Rundgange auf dem Kirchhofe erhängt.

§ Radmuhl (Kreis Lauterbach), 9. August. Ein hiesiger Landwirth hatte einen schweren Wagen Sand in der Sand­grube bei Brandlos geholt. Auf dem Heimweg zwischen- Ober-Moos und Salz hatte derselbe sich auf den Wagen ge­setzt. An einer sehr steilen Stelle wollte der Mann jeden­falls während des Fahrens abspringen, fiel jedoch herunter und erlitt an einem Arm einen dopelten Bruch. Ein zufälliger Weise nachfahrender Fuhrwerks - Besitzer, welcher den Vorfall bemerkt hatte, eilte sogleich hinzu und mußte zuerst den stark bergab rollenden Wagen bremsen, ergriff dann die Zügel und brachte den Wagen zum Stehen. Wäre Hilfe nicht hinzu gekommen, so würde der Wagen mit den Pferden den Berg hinunter gestürzt sein.

§ Guuzeuau (Kreis Lauterbach), 9. August. Mehrere Handelsleute aus Hintersteinau, welche gestern mit einem größeren Transport Rindvieh vom Schottener Sommermarkt

CocaUs tint prsvinri-llc«

Sieben, den 11. August 1894.

Erbauer des Reichstagsgebäudes ist ein Sohn des Heffen- landes und ein Zögling der Ludoviciana.

** Herr Prof. Dr. Buchner hat mit Schluß des laufenden Semesters sein lange Jahre innegehabtes Lehramt am hiesigen Realgymnasium und der Realschule niedergelegt, um sich in den Ruhestand zurückzuzirhen. Damit scheidet ein lang- bewährter Lehrer und Freund seiner Schüler und Collegen aus seinem Berufe, die alle einig find in dem Wunsche, daß die wohlverdiente Ruhe, wenn auch ntcht den Lehrer, so doch )en Mitbürger unserer Stadt noch recht lange erhalten möge. Herr Prof. Buchner ist im Jahre 1828 in Darmstadt geboren; er besuchte 1847 die Hochschule zu Gießen, wo er als Schüler Liebigs sich dem Studium der Chemie und Naturwiffenschaften widmete; 1850 trat er als Lehrer in ein Privatinstitut in Rheinhessen, wirkte von 1852 an an der Realschule in Michelstadt, 1854 am Gymnasium und der Realschule in Worms, 1855 n Offenbach und kam im Juni 1856 an Stelle Ettlings nach Gießen. Populär schriftstellerisch bekannt ist Herr Prof. Buchner durch seine im Verlage von E. Roth in Gießen erschienenenFührer durch das Lahnthal",Führer durch den Vogelsberg",Aus Gießens Vergangenheit", Gießen vor hundert Jahren". Auf dem Gebiete der Wissen- chaft aber trat er außer durch eine große Reihe von Vor­trägen und Abhandlungen hervor durch sein bei I. Ricker 1859 erschienenes Werk:Die Feuermeteore, insbesondere )ie Meteoriten, historisch und wissenschaftlich betrachtet", sowie durch das 1863 im Verlage von Engelmann in Leipzig erschienene Werk:Die Meteoriten in Sammlungen, ihre Geschichte, mine­ralogische und chemische Beschaffenheit." Herr Prof. Buchner be­kleidet langjährige Ehrenämter in wissenschaftl. Vereinigungen, o in derOberhess. Gesellschaft für Natur- und Heilkunde" und imOberhess. Geschichtsverein". In der Eigenschaft als Forscher auf geschichtlichem Gebiet schrieb Herr Prof. Buchner eine Anzahl interessanter Abhandlungen, die den Lesern deS Gießener Anzeiger" noch in angenehmer Erinnerung sein und bleiben dürften. Wie wir vor Schluß der Redaction erfahre», haben Se. Kgl. Hoheit der Großherzog unter Bewilligung des Abschiedsgesuches Herrn Prof. Buchner

Pässen genöthigt seien, ihren Eintritt in Deutschland mit 75 Kopeken Vtsagebühr zu bezahlen, obgleich ein Visazwang seit Wochen nicht mehr bestehe, dahin, daß die Grenzbehörde in Thorn von den aus Rußland kommenden Reisenden Paß­visa nicht mehr verlangt, seitdem die Aufhebung des Visa­zwanges durch denReichsanzeiger" publicirt ist.

Wien, 10. August. Nach derPolit. Corresp." spendete Kaiser Franz Joseph für die durch das Erdbeben in Konstantinopel Geschädigten die Summe von 10,000 Francs.

Wien, 10. August. Unter den Väckergehilfen Oesterreichs herrscht gegenwärtig eine Gährung, welche darauf hinzielt, in ganz Oesterreich einen Generalstrike zu in- sccniren, wenn die Meister nicht die verlangte Sonntagsruhe und Lohnerhöhung bewilligen sollten.

Karlsbad, 10. August. Reichskanzler Graf Caprivi wird am 26. d. M. hier zur Kur erwartet.

Budapest, 10. August. Ein kirchlicher Würdenträger macht imMagyar Allam" den Vorschlag, die königliche Sanction des Civilehegesetzcs bis zu den Neuwahlen aufzuschieben, weil die jetzigen Abgeordneten zur Lösung der kirchenpolitischen Fragen kein Mandat hätten.

Belgrad, 10. August. Die hiesigen Gemeindevertreter beschlossen, dem König zum Geburtstage eine Dampfyacht zum Geschenk zu machen.

Rom, 10. August. DasAmtsblatt" publicirt die Neutralitätserklärung Italiens im chinesisch-japa­nischen Kriege.

Mailand, 10. August. Hiesige Blätter theilen mit, Caserios Mutter und sein Bruder Luigi seien auf dem Wege nach Paris, um Frau Carnot und Frau Perter zu bitten, sich für Caserio zu verwenden.

Paris, 10. August. Der Asstsenhof des Departements i (Bote d'Or verurtheilte heute drei Anarchisten wegen Auf- | rei^ung zum Morde und Verleitung von Soldaten zur I Desertion unter Anwendung des neuen Gesetzes zu fünf Jahren Zwangsarbeit und Landesverweisung.

Paris, 10. August. DasAmtsblatt" veröffentlicht ein Decret, betreffend die Weltausstellung von 1900 vom 15. April bis 15. November. Neben derselben wird die Ausstellung mit allen Fortschritten dieses Jahrhunderts organi- I firt. Der Ausstellungsplatz umfaßt das MarSfeld, den Trokadero, die Jnvalidenesplanade, den Jndustriepalast und j sämmtliche Seinequais.

Loudon, 10. August. Einer telegraphischen Meldung I derTimes" aus Ttentsin zufolge soll der Vicekönig Li-Hung-Chang beabsichtigen, seiner Mutter, der! Regentin, die Autorität zu entziehen. Sein Wille, die ge- I forderten Reformen einzuführen, stoße überall auf den Wider- I stand seiner Mutter und deren Rathgeber. Ferner wird I gemeldet, der General Yeh sei bei Asan nicht getöbtet | worden, auch sei das chinesische KriegsschiffKwangi" nicht I untergegangen.

Loudon, 10. August. Verschiedenen englischen Firmen I gtngen bedeutende Bestellungen aus Japan zu. Die I japanische Regierung will auch Kriegsmaterial aus England [ beziehen.

Shanghai, 10. August. Die chinesische Regierung hat I den Behörden empfohlen, die F r e m d e n und die M i s s i o n a r e I zu beschützen.

H. Warschau, 11. August. Die Kohlengruben in I Dombrowa stehen in Folge einer Gasexplosion in Flammen. I Mehrere hundert Bergleute werden als verloren betrachtet. I

** Universitäts-Nachricht. Die philosophische Facultät Landes-Universität hat den Baurath Herrn Professor Paul Wallot zum Ehren-Doctor ernannt. Der bekannte

das Ritterkreuz 1. Kl. desZVerdienstordenS^ Philipps beS Großmüthigen zu verleihen geruht.

** Das 16. Verbandsfest der Hessischen Freiwilligen Feuer­wehren ist nahe herangerückt; nur 8 Tage trennen uns noch von ihm. Der Festausschuß hat alle nöthigen Vor­bereitungen getroffen und ist in seinen letzten endgiltigen Beschlüssen allen Wünschen, die ihm von Einwohnern Gießens entgegengebracht wurden, möglichst nachgekommen. Am SamStag, den 18. August, beginnt das Fest. Die Abge- ordneten werden am Nachmittag inSteins Garten" tagen, I und Abends findet auf dem Festplatz Concert durch die hiesige I Regimentsmusik statt. Der Eintritt zum Festplatz beträgt I für diesen Abend ä Person 30 Pfg. Am Sonntag, den I 19. August, findet Vormittags 11 Uhr auf dem Festplatz die I Musterübung der beiden Feuerwehren statt, die ein anziehendes I Schauspiel bieten wird. Nachmittags 3 Uhr bewegt sich I der Festzug vom Ludwigsplatz aus nach dem Festplatz. Die I Straßen, durch die er zieht, werden noch bekannt gemacht. I Sehr sehenswürdig wird dabei der geschichtliche Festzug | werden, der in einzelnen Gruppen die Entwickelung unseres I Feuerlöschwesens im 19. Jahrhundert darstellen wird. Auf I dem Festplatz finden statt: Concert, Pyramiden der Turner, Schauturnen, Fackelreigen u. s. w. Für den Sonntag

I werden zum Eintritt in den Festplatz Tageskarten ausgegeben zu 80 Pfennigen für jede Perjon. Am Montag, den

20. August, wird kein officieller Ausflug stattfinden. Wer von den Gästen die Umgebung Gießens besuchen will, kann für Vor- und Nachmittag geeignete Führer erhalten. Am Vormittag findet besonders Besichtigung der ausgestellten Feuerlöschgeräthe u. s. w. und dann von W/2 Uhr an Vereinigung auf dem Festplatz statt. Am Nachmittag wird daselbst Volksfest mit Concert u. A. abgehalten, und am Abend ein prachtvolles Feuerwerk durch Herrn Wassern (Nachfolger des bekannten Vidacovich) abgebrannt werden. Zum Eintritt auf den Festplatz werden auch am Montag

! Tageskarten ä 80 Pfg. außgegeben. Wer sich den Ankauf von Tageskarten und die damit zu verbindende Controle ersparen will, der kann sich für die drei Festtage Dauer­karten zum beliebigen Eintritt auf den Festplatz zu ä 1,50 Mk. anschaffen; ebenso werden Dauerkarten für Familien bis zu fünf Personen (erwachsene, selftständige Kinder ausgeschlossen)' zu L 3 Mark ausgegeben.

* * Dekoration fürs Feuerwehrfest. Wie im Inseraten- theile ersichtlich, finden wir in verschiedenen Schaufenstern eine sinnige und passende Decoration zum Feuerwehrfest aus­gestellt. Dieselbe ist von Herrn Lithograph und Steindrucker M. LooS eigens dazu scizzirt und zehnfarbig ausgestattet. Zur Ausschmückung der Häuser, Festhallen 2c. ist dieselbe sehr zu empfehlen.

* * Der Verkehr in den Omnibussen ist jetzt in etwas ruhigere, normale Bahnen eingelenkt und dürfte nach den bisherigen Erfahrungen an der Rentabilität deS Unternehmens nicht mehr zu zweifeln sein. Am bevorstehenden Feuerwehr- feste beabsichtigt der Vorstand den fahrplanmäßigen Betrieb einzuschränken, dafür aber Omnibusse vom Festplatze nach dem Bahnhof und umgekehrt gehen zu lassen. In dem Jnseratentheil bietet derselbe heute die Rückseite der Fahr­karten zu Reclamezwecken aus; bei der großen Verbreitung derselben in allen Kreisen des hiesigen und auswärtigen Publikums dürfte allerdings diese Art der Reclame eine aus­gedehnte und erfolgreiche sein.

* * Eine Diebin. Vorgestern machte die Ehefrau eines hiesigen Wirths auf der Polizei die Anzeige, daß ihr sonst so braves Dienstmädchen plötzlich spurlos verschwunden fei und daß sie annehme, es müsse demselben ein Unfall zugestoßen sein. Später stellte sich heraus, daß das Dienstmädchen einen Diebstahl zum Nachtheil des Wirthes verübt, auch eine im Local aufgesttllte Sammelbüchse entwendet und letztere nach Entnahme eines TheilS des Inhalts auf hiesigem Bahn- Hofe weggeworfen hat und flüchtig gegangen war.

* * Nahruugsmittelproben. Unter den kürzlich durch die Schutzmannschaft in den Kaufläden entnommenen Schmalz- proben wurden zwei als gefälscht befunden. Es befanden sich nach der Analyse des chemischen Untersuchungsamtes größere Mengen Baumwollsamenöl darunter. Desgleichen wurde eine Probe weißer Pfeffer beanstandet, da dieselbe mit Schalen und schwarzem Pfeffer vermischt war.