bundspolitik bis auf den letzten Sou erschöpft sei, von Frankreich keine Hilfe zu erwarten habe. Italien brauche sich nicht zu wundern, wenn Frankreich an der Grenze beständig die Hand am Degen habe.
Triest, 10. April. Privatmeldungen aus Alexandrien zufolge haben die egyptischeu Truppen den englischen Truppen den Gehorsam verweigert und ist es infolge dessen schon zu blutigen Zusammenstößen gekommen. Die allgemeine Situation ist sehr beunruhigend.
Aus den Verhandlungen der Zweiten Kammer der hessischen Stände.
nn. Darmstadt, 10. April 1894.
Die Sitzung wird um *410 Uhr eröffnet. Die Tribünen sind heute dicht besetzt, besonders aus juristlschen Kreisen. Am Ministertisch Staatsminister Finger, Geh. Staatsrath Hall wachs und Oberstaatsanwalt Schliepe.
Vor Eintritt in die Tagesordnung werden folgende Anträge verkündigt:
Antrag des Abg. Ulrich und Genossen, Abänderung des Art. 13 des Gesetzes, die Städteordnung für das Grcß- herzogthum betr.; Antrag des Abg. Muth und Genoffen, die Aufforstung von Gemeindewüstungen und Hüteweiden betr.- Antrag des Abg. Metz-Darmstadt wegen Errichtung eines Schießplatzes bei Worms, sowie ein Antrag des Abg. Graf O r i o l a auf Errichtung einer Obstbauschule zu Friedberg.
Hierauf wird die Generaldebatte über die Justizverwaltung fortgesetzt.
Abg. Osann beleuchtet ebenfalls eine Reihe von Schäden in unferm hessischen Richterstand und in der Justizverwaltung. Er sage, im Großen und Ganzen könne man ja mit demselben zufrieden sein, es habe sich aber durch die Unabsetzbarkeit und Unantastbarkeit derselben bet einzelnen Richtern ein Wesen herausgebildet, welches er nicht für gut halte. Dieses Selbstbewußtsein, diese Souveränität und diese Ueberlegenheit dieser Herren gehe zu weit. Hauptsächlich komme hier sehr oft der Reserveoffizier zum Ausdruck. Er frage die Regierung, ob sie es für recht halte, daß, wenn Jemand z. B. aus dem Lande auf 8 Uhr Morgens geladen sei und komme nach einer weiten Reise oder im Winter durch Eis und Schnee zum Termin und habe sich um eine Viertelstunde verspätet, der Richter erkläre: „Die Verhandlung ist aufgerufen, Sie waren nicht da, die Verhandlung ist vertagt für heute." Das komme wiederholt vor, auch Rechtsanwälten. Für den Werth des Gerichts sei es auch nicht förderlich, ^vas man z. B. in den Collegialgerichten wahrnimmt. Der Gedanke der neuen Justizgesetze gehe doch dahin, daß der Richter em Mitarbeiter bei der Rechtspflege sein soll. Nun wisse man ganz genau in Strafkammer-Verhandlungen, daß die Anwälte in oerschiedenen Parteien thätig sein müssen, einmal am Landgericht oder Oberlandesgericht u. s. w. Darauf würde aber gar keine Rücksicht genommen und es sei ihm vorgekommen, daß seine Sache, in der er als Vertheidiger zu fungiren hatte, einfach aufgerufen und verhandelt wurde und er in letzter Minute Kenntniß hiervon erhielt, trotzdem man wußte, daß er in einer anderen Sache im Gerichtsgebäude thätig sei. Das seien doch Dinge, die sich nicht paßten und hier habe die Regierung alle Veranlassung, einmal einzugreifen. Wie stehe da ein Anwalt seinem Clienten gegenüber da? Er werde nicht mehr den Beschwerdeweg einschlagen, weil er gar üble Erfahrungen gemacht habe- für ihn sei die Kammer da und hier werde er seinem Herzen Lust machen. ES gäbe im Lande eine Anzahl Richter, die sich in den Kopf gesetzt, sie seien nur Richter und nichts anderes. Sie hätten anderes zu thun, als wie ein Kadi Recht zu sprechen. Das scheine ihm (Osann) ein verfehlter Standpunkt zu sein. Er habe sich den Richterstand in einem viel höheren Lichte dargestellt. Früher habe man auf dem Lande den alten ehrwürdigen Landrichter gehabt, der, wenn er auch kein großer Jurist gewesen, doch die Rechtspflege familiärer aufgefaßt habe. Davon sei man j.tzt sehr abgekommen. Er und feine Partei (nationallib.) fei von Anfang an mit dem Staatsminister Finger verbunden und er hoffe und wünsche, daß dieselbe noch recht lange mit demselben verbunden bleiben möge. (Bravo.)
Abg. Dael von Köth beklagt sich über die lange Dauer des Erscheinens des bürgerlichen Gesetzbuchs für das deutsche Reich. Er ersucht die Regierung um ihre Initiative.
Abg. Heidenreich wünscht, daß auf das Land tüchtige juristische Richter gesetzt werden und daß sich dieselben bekannt machen mit dem Character und den Gewohnheiten des Volkes.
Ab. Schmidt erklärt die Bereitwilligkeit seiner Collegen für Freigabe des Sonntags an die Gehülfen der Rechtsanwälte. Er widerlegt eine Reihe ihm von der Regierung in den Mund gelegter Aussagen und wendet sich schließlich gegen den Oberstaatsanwalt Schliepe, der am Samstag dem Abg. einen Verweis ertheilt hat, weil er einem Bürgermeister, der ihm verspätet einen .Hypothekenauszug gebracht, die Hand gedrückt, anstatt denselben angezeigt zu haben. Das fehle ihm gerade noch! Ob das, was er mache, dem Herrn Oberstaatsanwalt paffe, oder nicht, fei ihm einerlei. Sein (des Oberstaatsanwalts) Auftreten am Samstag käme ihm vor, als sei er in Mainz im Justizgebäude als Angeklagter und erhalte für feine That ein paar Jahre Gesängniß. Soweit fei es Gott fei Dank noch nicht und er werde sich trotzdem nicht abhalten lassen, seine Klagen im Hause vorzubringen. Er fährt dann fort, Geh. Staatsrath Hallwachs habe am Samstag ausgeführt, man habe keine Ursache gehabt, ihm ein solches Mißtrauensvotum auszustellen und daß er von jeher bestrebt gewesen sei, seine Interessen den Ge- fammtintcreffen unterzuordnen. Wenn der Herr Geh. Staats- rath sich genau die Reden gemerkt habe, so mußte er doch aus denselben die nötigen Consequenzen ziehen. Er (Redner) gratulire ihm für dieses Bewußtsein, es sei dieses
der beste Lohn, den er mit lich auf de« Weg nehmen könne.
Abg. Haas wendet sich gegen die Aeußerungen des Abg. Friedrich und bricht zur Ehrenrettung der studentischen Corps eine Lanze.
Abg. Jöst bespricht den Umstand, daß die Gerichtsvollzieher im Lande bei einer Firma in Darmstadt zu doppelten Preisen ihre Bücher beziehen müssen, während eine Mainzer Firma sie viel billiger liefere. Er bittet die Regierung um Remedur dieses Monopols im Interesse der Ersteren.
Staatsminister Finger bespricht nochmals in eingehender und sachlicher Weise die gerügten Dessiderien und verspricht Abhülfe und fährt dann fort, daß er bedauere, daß der Anfang und auch das Ende der Debatte so erregt geworden fei. Es fei heute in unzweideutiger Weife aus- gedrückt worden, daß fein Mitarbeiter gehen solle. Ec müsse aber ein schlechter Mensch sein, wenn er nicht anerkennen würde, daß derselbe seinem Dienst voll und ganz gewachsen sei. Er könne nur sagen, daß das Vertrauen, das sein Vertreter seit 14 Jahren habe, derselbe auch heute noch genieße.
Geh. Staatsrath Hallwachs zollt diesen Worten des Staatsministers tiefsten Dank. Er wolle hier aber nochmals erklären, daß die Herren ihm Unrecht gethan hätten.
Abg. Metz-Gießen hofft, daß nach den Erklärungen des Geh. Staatsrath Hallwachs alles beim Alten bleiben werde. Er habe auch keine Hoffnung, daß es anders werde, so lange er da fein werde.
Abg. Köhler (Antis.) erläutert unter ungeheurer Heiterkeit des Hanfes feinen antisemitischen Standpunkt gegenüber dem neuen bürgerlichen Gesetzbuch, von dem er nichts hält.
Nachdem noch Abg. Erk die Gründe darlegt, warum er fein Vertrauensvotum für den Staatsminister zurückgezogen, um es später noch stärker zum Ausdruck zu bringen, wird die Sitzung um ^2 Uhr geschlossen.
Gieße», den 11. April 1894.
* * Oeffentliche Sitzung des Proviuzialausschuffes Samstag den 14. April 1894, Vormittags 9 Uhr. Tagesordnung: 1. Erbauung der Kreisstraße Alsfeld—Münch- Leusel - hier Antrag der Stadt Alsfeld auf Enteignung von Gelände in den Fluren 24 und 25 der Gemarkung Alsfeld. 2. Beanstandung der Beigeordnetwahl zu Breungeshain. 3. Gesuch des Jacob Adler zu Lindheim um Ausstellung eines Wandergewerbescheins.
* * Kriegerverein. In der gestern stattgehabten Generalversammlung wurde nach der günstigen Berichterstattung der Kassenprüfungscommission eine Statutenänderung betreffs Unterstützung der Kameraden durch den Verein einstimmig angenommen. Aus Anlaß der Ankunft des hohen Brautpaares in Darmstadt wird eine in gestriger Generalversammlung bereits bestimmte Deputation den Einzugsseierlichkeiten beiwohnen. Das Bezirksfest, welches in diesem Jahre in Lollar stattfindet, ist mit der 50 jährigen Jubiläumsfeier des dortigen Kriegervereins verbunden und verspricht großartig zu werden. Um bei Beerdigungen von Kameraden eine bessere Betheiligung zu erzielen, wurde einstimmig, vorläufig protocollarisch, ein Beschluß gefaßt, welcher den Kameraden demnächst zugehen wird. Sonntag den 29. April, V23 Uhr findet im Lenz'schen Felsenkeller eine Bezirksversammlung statt, zu welcher auch die Kameraden freundlichst eingeladen sind.
* * Alpenvereinsausflug. Wir verfehlen nicht, unsere Leser auf den nächsten Sonntag stattfindenden Ausflug des Alpenvereins — zu dem dem Verein, wie zu allen seinen Veranstaltungen, Gäste herzlich willkommen silid — hinzuweisen. Es gilt einer der schönsten Parthien des nordöstlichen Taunus und wird von Ostheim über Ziegenberg und Cransberg auf den Winterstein, von da hinunter nach Friedberg führen. Die Gesammkmarschzeit beträgt mithin höchstens sieben Stunden. Die Abfahrt erfolgt 703 Uhr Vormittags.
* * Zimmrrbraud. Gestern Mittag sand in einem Hause am Seltersweg ein Zimrnerbrand statt, welchem Vorhänge und Gardinen rc. zum Opfer fielen.
* * Gewichtsrevifion. Gestern sand bei den auswärtigen Bäckern, welche Brod in hiesige Stadt zum Verkauf bringen, eine Revision des Brodes auf das Gewicht statt. Es wurden Brode gefunden, die 4 Pfund wiegen sollten, und ein Mindergewicht bis zu 180 Gramm zeigten. Bei zwei Bäckern wurde eine größere Menge Brod confiscirt, außerdem erfolgt noch Bestrafung derselben. Das Brod wurde dem Stadtarmenamt überwiesen.
* * Preisausschreiben. Großh. Centralstelle für die Gewerbe hatte vor einiger Zeit einen Preis ausgeschrieben zur Erlangung von Entwürfen zu Mobiliargegenständen für Zwecke des Gewerbehallevereins in Darmstadt. In der vor einigen Tagen stattgehabten Conserenz der Preisrichter wurde das Urtheil über die Einläufe verkündigt- im Ganzen waren 21 Entwürfe eingelaufen und unter diesen wurden die drei Preise wie folgt vertheilt: Den ersten Preis erhielten die Herren Adolf Stetter in Stuttgart und F. Hammelmann in Darmstadt und hatte hier das Preisrichte, collegium von der in dem Preisausschreiben erwähnten Besugniß, gleich- werthige Arbeiten gleichmäßig zu prämiiren, Gebrauch gemacht, den dritten Preis erhielt Herr Jul. Süßenbach in Frankfurt ä. M.
* * Für die Damenspende zum Vermählungsseste des Großherzogs wurden annähernd 10 000 Mark aufgebracht. Als Geschenk sind ein Prunkschrank zur Aufbewahrung von Kunstgegenständen, sowie ein Tisch mit zwei Sesseln gewählt worden, welche im Stil der auS dem Schlöffe zu Lichtenberg demnächst in das Residenzfchloß zu verbringenden alten Thüren aus Eichenholz mit Einlagen von Holztheilen der Mainzer Römerbrücke und Elfenbeinschnitzerei ausgeführt werden. Da die Fertigstellung der Geschenkstücke etwa ein halbes Jahr beanspruchen wird, werden zur Vermählungsfeier einstweilen
die Skizzen nebst einer Adresse in Gestalt eines bereits vor» liegenden, äußerst paffenden Festgedichtes überreicht.
* * Eine Wetterprognose. Herr H. Habenicht in Gotha veröffentlicht Folgendes: Wenn auch die jetzige Trockenperiode durchaus normal und für den Landwirth sehr nützlich ist, so liegt doch die Vermulhung sehr nahe, daß der diesjährige Eismangel in fast allen nordischen Gewässern wieder eine vorwiegende Neigung der Witterung über Mitteleuropa zu Trockenheit und Wärme während des kommenden Sommers verurjachen wird, welche vielen Landwirthen unerwünscht wäre. Gewitterregen, besonders um die Zeit der Sonnenwende, sind wahrscheinlich - längere Regenperioden oder Landregen dürsten kaum eintreten.
* * 50,000 deutsche Laadarbeiter werden für die Vereinigten Staaten von Nordamerika gesucht. Amerikanische Agenten sind nach Deutschland unterwegs, um Arbeiter anzuwerben. Lasse sich Niemand mit diesen Agenten ein. Der Theil Amerikas, nach welchem die deutschen Arbeiter gebracht werden sollen, ist der schlechteste des Landes. Es ist daS Mississippithal, das die Heimstätke des gelben Fiebers ist.
* * Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Bäcker Carl Appel aus Groß-Karben vom Amtsanwalt in Gießen wegen Unterschlagung - Arbeiter Josef Geibert aus Iggelheim von der Staatsanwaltschaft in Mainz wegen schweren Diebstahls (kenntlich an Tätowierungen und zwar auf der rechten Hand einen Anker, am rechten Vorderarm ein rundes Wappen)- der in Oberheffen herumziehende Korbmacher und Scheerenschleifer Adolf Gütig aus Obernick von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Bedrohung und Körperverletzung- die verheirathete Taglöhnerin Elise Müller aus Weckersheim von derselben wegen Diebstahls- Jacob Zehfutz vom Amtsgericht Worms wegen Hehlerei.
* * Zu Amerika verstorbene Heffen. New-York City. Nikolaus Gallei, 45 Jahre alt, aus Bensheim. Henriette Günther, geb. Dotzert, 52 Jahre alt, aus Lauterbach. — Chicago, Jll.: Marie Winkler, geb. Mader, 25 Jahre alt, aus Bonsweiher, Kreis Heppenheim. — Cincinnati, O.: H. Rinninsland, 41 Jahre alt, aus Hanau. Rev. Philipp Barth, 75 Jahre alt, aus Brombach. — Des Moines, Ja.: Adam Attig, 35 Jahre alt, aus Nieder Licbersbach. — Fall Creek Township, Jll.: Johann Speckhardt, 82 Jahre alt, aus dem Großh. Hessen. — Milwaukee, Wis.: Lehrer Jakob Wahl aus Darmstadt.
* * Orienlreiseu. Reisenden nach dem Orient wird es von Interesse sein, zu erfahren, daß bei der Fahrkartenausgabe in Mainz C.-B. und bei der Fahrkartenverkaufsstelle im Frankfurter Hof in Frankfurt a. M. zusammenftellbare Rundreisehefte für den Orient erhältlich sind. Dieser Verkehr umfaßt das Gebiet der Orientalischen Bahnen, der Bulgarischen und Serbischen Staatsbahnen, des Oesterreichischen Lloyd und der Messageries-Marilimes.
* * Nach dem soeben erschienenen Bericht über die Thärigkeit des Chemischen Untersuchungsamtes für die Provinz Oberheffen wurden in der Zeit vom 1. April 1892 bis dahin 1893 insgefamrnt 310 Untersuchungen ausgeführt, davon 234 im Auftrage von Behörden und 76 im Auftrage von Privaten. Die Untersuchungen erstreckten sich in ihrer Mehrzahl (112) auf Wasser, dann folgen Gewürze (37), Milch (35), Petroleum und Zucker (je 21), Fleischwaaren (15), Mehl (10), Mineralwasser (7), Kaffee (6), Bier (5), Brot, Butter, Futtermittel (je 4), Essig, Limonade, Wein, Zellftoff- flüssigkett (je 3), Düngemittel (2), Branntwein, Chocolade, Cichorien, Eis, Garn, Graupen, Kaffeeabsud, Leichentheile, Malz, Mineralsalz, Nudeln, Oel, Senfpulver, Schlamm, Thee (je 1). Zu Beanstandungen gaben 30 Objecte Veranlassung und zwar war in 3 Fällen das Bier verdorben, die Butter in 2 Fällen mit fremden Fetten durchsetzt, die Milch in 4 Fällen entrahmt oder gewässert, in einem Falle Nelken mit Nelkenstielen verfälscht, Pfeffer enthielt einmal zu hohen Aschengehalt, Rüböl war einmal mit Cottonöl versetzt, Wasser in 18 Fällen zum menschlichen Genüsse ungeeignet. Die meisten Untersuchungen wurden im Monat März (139), die wenigsten im Mai (47) vorgenommen. AIS Einnahme aus den Untersuchiingen ergaben sich 1119 Mark, welchen an Ausgaben 2300 Mark gegenüberstehen, so daß zur Unterhalttung des Untersuchungsamtes von der Provinz ein Zuschuß von 1181 Mark nöthig wurde. Dem Bericht ist das Ergebniß der Untersuchung der Trinkwafferverhält- niffe Gießens angefügt. Was die Pumpbruunen betrifft, so haben wir gelegentlich der Berichte über die Stadtverordneten- Versammlung das Wichtigste bereits mitgetheilt- das Waffer der besonders bezeichneten Pumpbrunnen ist, nachdem die Brunnen gereinigt und durch zweckmäßige Anlagen gegen das Einsickern von Oberflächenwaffer geschützt worden sind, im Allgemeinen als gut zu bezeichnen. Es bleibt indessen nach wie vor feststehen, daß Gießen sein bestes Trinkwaffer tn der Quellwasserleitung besitzt.
*♦ Zur Nachricht. Es ist vorgesehen, daß die Landes- baugewerkschule zu Darmstadt eine Erweiterung nach der Richtung erhält, daß eine über das seitherige Programm der Anstalt hinauSgehende obere Abtheilung gebildet wird. Dieselbe soll insbesondere den Anforderungen Rechnung tragen, welche an die Ausbildung der staatlichen Kreis- bauausfeher, Straßenmeister u. s. w., sowie entsprechender technischer Beamten im Kreis- und Gcmeintedienste gestellt werden. Bei hinreichender Betheiligung wird ein solcher Unterrichtscursus von ungefähr Mitte Mai bis Mitte September d. I. abgehalten werden- Meldungen rc. sind an die Großh. Direction dcr Landesbaugewerkfchule zu Darmstadt zu richten. Ferner soll, um verschiedenfach geäußerten Wünschen entgegen zu kommen, ebenfalls bei hinreichender Betheiligung der Unterrichtscursus der seitherigen mittleren Abtheilung (Ingenieur Albert») gleichfalls im Laufe des Sommerhalbjahres abgehalten werden, wodurch insbesondere älteren Schülern Gelegenheit geboten wird, die Unterrichts- curse der Anstalt fortlaufend zu besuchen. Meldungen sind gleichfalls der Direction einzureichen. Es wird jedoch aus-


