Preußen entfallen 12,851 Aerzte (+ 777 oder 6,44 pCt.), Bayern 2431 (-s- 86), Sachsen 1563 (+40), Baden 855 (+ 44), Württemberg 739 (+ 28), Elsaß-Lothringen 632 (+ 33), Hamburg 429 (+ 8); in den übrigen Staaten bleibt die Zahl unter 200. Eine Abnahme haben Sachsen- Altenburg (von 74 auf 70), Waldeck (von 31 auf 30), und Schaumburg-Lippe (von 19 auf 18) erfahren. Von den preußischen Provinzen hatte die Rheinprovinz die meisten Aerzte mit 1992 gegen 1899 im Vorjahr, demnächst Berlin mit 1799 gegen 1636, Posen mit 445 gegen 427, Westpreußen mit 396 gegen 380, Hohcnzollern mit 31 gegen 32. Im Vergleich zur Einwohnerzahl kommen im ganzen Reich auf je 10000 Einwohner 4,37 Aerzte gegen 4,15 in 1892. Am günstigsten steht Hamburg da mit 6,98, dann Lübeck mit 6,92, Bremen mit 6,11, Preußen kommt erst hinter einer Reihe von Bundesstaaten mit 4,28; am ungünstigsten steht Reuß ä. L. da mit 2,90 und Württemberg mit 3,64. In Preußen zeigen wieder die einzelnen Provinzen und Regierungsbezirke sehr große Verschiedenheiten. Die östlichen Provinzen stehen am ungünstigsten da, so Posen und Ostpreußen mit 2,65, Westpreußen mit 2,76, Während Hohen- zollern 5,33 und Hessen-Nassau mit 6,04 am günstigsten dastehen. Von den Regierungsbezirken zählten Wiesbaden und Köln mit 7,51 resp. 6,44 die meisten, Köslin mit 2,25 und Gumbinnen mit 1,85 die wenigsten Aerzte. Von den Städten entfällt auf die Universitätsstädte natürlich die größte Zahl der Aerzte im Vergleich zur Einwohnerzahl, so in Straßburg 17,8 pro 10000, Halle 12,1, München 11,9, Berlin 11,5, Königsberg 10,6 und Breslau 11,3. — Nach dem Flächeninhalt kommen auf 100 Quadratkilometer 4 Aerzte; die Ver- theilung ist je nach der Dichtigkeit der Bevölkerung sehr verschieden. An der Spitze stehen Hamburg, Bremen und Lübeck mit 10V,25, 43,13 und 17,78 Sachsen mit 10,55, Preußen hat nur 3,67, Mecklenburg-Schwerin nur 1,88. Von den preußischen Provinzen haben Ost- und Westpreußen, Posen und Pommern unter 2, dagegen Hessen Nassau 6,43 und Rheinland 7,47. Die Zahl der approbirten Zahnärzte nahm von 828 auf 915 zu, davon in Preußen 521 auf 581. — Die Zahl der Apotheken stieg von 4964 auf 4988, davon in Preußen von 2726 auf 2777. Sie fiel in Bayern von 650 auf 641, Württemberg von 267 auf 264, Baden von 215 auf 202, Hessen von 111 auf 109.
* Die Steuern in Berlin. Die Steuer- und Eiuquar- tirungsdeputation hat ihren letzten Geschäftsbericht (1. April 1892 bis 31. März 1893) veröffentlicht, aus dem folgende Zahlen über die Steuern der Berliner Bürger Interesse erregen dürfen. 434 095 Personen hatten ein Einkommen von weniger als 3000 Mk. zu versteuern, ein Einkommen von 660—900 M. hatten nach der Steuerrolle 179 167, ein solches von 900-1050 Mk. 95 906. Ein Einkommen von über 3000 Mk. haben 43846 Personen, die insgesommt ein Normalsteuersoll von 16851460 M. aufzubringen haben, während das der 434 095 Personen, die unter 3000 Mk. haben, nur 3 599 987 Mk. beträgt. Acht Berliner Bürger haben ein jährliches Einkommen von über eine Million Mk.; der reichste hat eine Einnahme von 3335 000 Mk. bis 3 400 000 Mk. und hat davon 133 400 Mk. an Steuern zu bezahlen- die nächsthöchste Steuerquote beträgt 79 800 Mk. aus einem Einkommen von 1995 000 bis 2000000 Mark. Der drittreichste Berliner Bürger hat nicht viel weniger zu verzehren, denn er hat eine Einnnahme von 1 810000 bis 1815000 M. 31 Personen haben eine jährliche Einnahme von 500000 bis 1 Million und 450 ein Einkommen von 100000 bis 500000 Mk. Die juristischen Personen und Gesellschaften, von denen je eine 10, 8, 7, 6 Millionen Einnahme hat, sind bei der obigen Berechnung außer Betracht gelassen.
* Moderne Visitenkarten. Aus Paris berichtet die „N. Fr. Pr.": Die Visitenkarten der eleganten Damen sind seit dem Vorjahre erheblich gewachsen und dementsprechend mußten auch die Visitenkartentäschchen an räumlicher Ausdehnung gewinnen. Eine Damen-Visitenkarte darf heute ihre elf Zentimeter breit und bis sechs Zentimeter hoch sein, ohne daß man ihr anmaßendes Wesen vorwirft — ja, die Visitenkarten der Präsidentin Madame Carnot, deren bescheidenes Auftreten allgemein gerühmt wird, sind sogar noch etwas imposanter gerathen. Eine englische Mode, die sich auch in Paris einzubürgern beginnt, bringt uns Visitenkarten, auf welchen die Mutter mit den erwachsenen Töchtern vereint figurirt. Und sonderbarer Weise sind diese Famillen-Visiten- karten, wie überhaupt alle englischen Namensträger, aus Carton sehr klein ausgefallen. Der Vorname der französischen Damen erscheint noch immer nicht auf ihren Visitenkarten — einzig bei ihrer Geburtsanzeige, bet der Helraths Einladung und aus dem Partezettel wird der volle Name einer Dame
gedruckt oder gravlrt. Die Pariser Visitenkarten für ,Mom sieur und Madame" sind gleichfalls größer geworden- autf sie präfentiren sich einfach und schmucklos in mattem Weiß. Einzig auf zarte Gravirung wird entsprechende Sorgfalt verwendet, eine gewöhnlich lithographlrte Visitenkarte darf sich in keinen eleganten Pariser Salon wagen, man würde den plebejischen Eindringling nölhigenfalls mit Hilfe der Loupe entlarven und erbarmungslos richten.
Wöchentliche Ueverstcht der Todesfälle in Metzen.
53. Woche von 1893 und 1. Woche von 1894.
(Vom 31. December 1893 bis 6. Januar 1894.) Einwohnerzahl: angenommen zu 21100 (incl. 1600 Mann Militär). SterbltchkeitSziffer: 42,91o/«bezw. 12,62 nach AuSschl. der Ortsfremden,
Kinder
Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom
1. Lebensjahr: 2.—15. Jab :
Diphtheritis Lungentuberculose
2 (2)
2 (2)
2 (2)
—
2j2)
Tuberculose anderer
Organe
2
—
1
1
Lungenentzündung
3 (2)
2 (2)
1
—
Influenza
1
1
—
—
Neubildungen
Sonstige benannte
2 (l)
2 (1)
—
—
Krankheiten
5 (5)
5 (5)
—
—
Summa:
17 (12)
12 (10)
2
3 (2)
21 nm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel« der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Citeratur rrird ICuttft.
— E. vor» Wolzogen, der bekannte Verfasser der Romane: Kinder der Excellenz, Thronfolger, tolle Komteß und Kühle Blonde' hat soeben einen Roman vollendet, den die rührige Redaction der bekannten in Dresden erscheinenden, illustrirten Familien-Zeitschrift Universum erwarb. Unter dem vielversprechenden Titel „bie Erbschleicherinnen" beginnt der Abdruck derselben bereits im Januar im Universum.
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Nutzholzversteigerungen.
Holzversteigerung
im Gießener Stadtwalde. Montag den 15. Januar 1894 soll im F e r n e w a ld nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
1) im Diftrict Steinertswald,
Vormittags 97a Uhr beginnend:
135 Fichtenftämme mit 122,31 fm, darunter starkes Schnittholz,
9 rm Eichen-Nutzscheitholz.
2) daselbst,
Vormittags 10Va Uhr beginnend:
74,4 rm Eichen-Scheitholz, 18 „ . Birken- „
85 „ Eichen-Knüppelholz,
8 „ Birken- „
17 „ Nadel-
91,5 „ Eichen-Stockholz,
61 „ Nadel- „
4740 Wellen Eichen-Reisig,
2250 „ Nadel- „
Die Zusammenkunft ist am Müllerweg.
Gießen, den 6. Januar 1894.
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Es sollen öffentlich versteigert werden:
Mittwoch den 17. Januar L Js. im Arnsburger Walde in den Districten Hardt, Deckelborn und Hain:
3 Eichen Schnittholz-Abschnittei.Kl. — 3,84 fm(40—öOcrnm.SDurcbm.), 115 Eichen-Abschnitte (Schnittholz II. Kl., Bau-und Werkholz) — 55 fm (15—45 cm m. Durchm.),
32 Buchen-Abschnitte (Schnitt- und Wagnerholz) — 27 fm (35—55 cm in. Durchm.),
115 Fichten-Abschnitte (Bauholz) — 38 fm (15—35 cm m. Durchm.),
36 Kiefern Abschnitte — 18 fm (20—35 cm m. Durchm.),
60 Fichten-Derbstangen — 4 fm,
4 rm Eichen - Nutzscheitholz, 6 rm Eichen«Nutzprügelholz und 3 rm Erlen-Nollen.
Zusammenkunft: Vorm. 10 Uhr im District Hardt 13 bei Nr. 113.
Donnerstag den 18. Januar l. Js. im Feldheimer Walde:
15 Eichen - Abschnitte (Schnittholz I. Kl.) — 20 fm (45—62 cm m. Durchm.),
25 Eichen-Abschnitte (Schnittholz II. Kl., Bau- und Werkholz) — 20 fm (25—50 cm m. Durchm.),
60 Fichten-Bauholz-Abschnitte — 13 fm (15—25 cm m. Durchm.), 1200 Fichten-Derbstangen (Sparren, Gerüststangen, Baumstützen rc.) — 65 fm,
6 rm Fichten-Reisstangen.
Das Eichenstammholz wird zuletzt versteigert. Zusammenkunft: Vorm. 10 Uhr auf der Haide bei Nr. 52. Arnsburg, den 10. Januar 1893. [333
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