Ausgabe 
11.12.1894 Erstes Blatt
 
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In humorvoller Weise daS innige Verhältnis zwischen Gießen und Queckborn als einen geschlossenen, glücklichen Ehebund, dessen Cwiltrauung Herr Oberbürgermeister Gnauth borge« nommen habe und welchem den kirchlichen Segen zu er« theilen, er den anwesenden Ortspfarrer Herrn Franz einlud. Herr Provinzialdireetor Freiherr von Gagern feierte i* seinem Hoch unsere Frauen, deren Dank er zugleich auS- sprach für das nun in reichlicher Menge für jeden Bedarf vorhandene Quellwasser. Herr Stadtverordneter Schwall gab sodann eine liebliche, poetisch-schöne Betrachtung des Wassers und feines wunderbaren Kreislaufs in Gottes schöner Natur und endigte mit einem Hoch auf die Gemeinde Queckborn und insbesondere auf deren anwesende Vertreter, die Herren Bürgermeister Schmidt und Pfarrer Franz. Herr Eommerzienrath Hcyligenftaedt widmete noch einen be­sonderen Trinkspruch Herrn Ingenieur Watzke, welcher mit der sprciellen Bauleitung des Werks betraut und dabei als rechte Hand der Herren Schmick überall mit größtem Eifer und treuer Hingabe bei dem Werk thätig gewesen sei, für welche Anerkennung der Gefeierte herzlich dankte. Herr Pfarrer Franz gab durch die seinerseits auSgespochenen warmen Glück- und Segenswünsche der durch das neue Wasserwerk erfolgten Verbindung zwischen Gießen und Queckborn seinen Segen. Herr Wetter besang in humoristi­scher Form die Mälkchen, welche das Merkchen und das Heben der Wassertröpfchen kosten zum Wohle der Geschöpfchen ausklingend in den Wunsch auf ein dauernd friedliches 53er« haltniß zwischen Gießen und Queckborn.

Nachdem Seitens mehrerer Festgenossen auch die in der Wirtschaft bei Heßler zu gleichem Zwecke versammelten Meister, Parliere und Aufseher begrüßt, wurde die Heimfahrt angetreten, mit dem freudigen Bewußtsein, heute die Eröffnung eines für die Entwickelung Gießens hochbedeut- samen Werks in schönster Weise gefeiert zu haben.

Localer and PeovLnzleUer»

Gießen, den 10. December 1894.

* Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberheffeu vom 10. December 1894. Zur Verhandlung kommt heute die Strafsache gegen Heinrich Seibert aus Wetzlar wegen Zwetkampfs mit tödtlichem Ausgang, sowie gegen Paul Klei ner aus Oels, Heinrich Gebhardt aus Alsfeld, Philipp Schick aus Jugenheim und Hermann Gräber vom Windhof bei Heuchelheim wegen Beihilfe dazu. Die Anklage vertritt der Großherzogliche Erste Staatsanwalt Dr. Glingerich, die Vertheidigung des Angeklagten Seibert führt Herr Rechtsanwalt Grünewald, diejenige des An­geklagten Kleiner Herr Rechtsanwalt Holzapfel, diejenige deS Angeklagten Gebhardt Herr Rechtsanwalt Hirschhorn, die beiden anderen Angeklagten werden von Herrn Rechts­anwalt Weidig vertheidigt. Heinrich Seibert, Student aus Wetzlar,' 25 Jahre alt, wegen Herausforderung zum Zweikampfe vorbestraft, steht unter der Anklage, daß er am 4. August 1893 auf dem Windhof bei Heuchelheim mit dem Studenten Otto Keller aus Wetzlar einen Zweikampf mit tödtlichen Waffen ausgefochten und seinen Gegner in diesem Zweikampf gelödtet habe- Paul Kleiner, Student aus OelS (Schlesien), 27 Jahre alt, Heinrich Gebhardt, Gerichts« Accessist aus Alsield, 21 Jahre alt, Philipp Schick, Student aus Jugenheim, 27 Jahre alt, und Hermann Gräber, Wirth auf dem Windhof bei Heuchelheim, 44 Jahre alt, sind angeklagt, daß sie dem Studenten Heinrich Seibert zur Begehung des ihm zur Last gelegten Verbrechens durch Rath ober That wissentlich Hülfe geleistet haben. Die Verhandlung ergab folgenden Sachverhalt: Der Student Otto Keller von Wetzlar hatte dem Studenten Heinrich Seibert von da im Herbst 1892 aus Veranlassung wiederholter ehrver­letzender Aeußerungen über seine Person eine Herausforde­rung zum Zweikampf mit Pistolen überbringen lassen. Er Nphm dieselbe, wie sie gestellt war, an. Das Ehrengericht des Gießener Corps, deffen Zuständigkeit die beiden Gegner durch die Gewährung des erbetenen Waffenschutzes unter­worfen waren, verwarf jedoch die gewählte Waffe im Hin­blick auf Veranlassung und Umstände des Falles und ent­schied, daß der Zweikampf mit Säbelnohne Binden und Bandagen" (ohne Hemd und Brille) stattzufinden habe. Seibert traf feinen Gegner gleich im ersten Gang mit dem zweiten ober dritten Hieb auf den ungeschützten Vorderkopf und brachte ihm daselbst eine von der Mitte des Schädels nach der Mitte der rechten Augenbraue verlaufende, 15 Ctm. lange, breit klaffende Wunde bei. Der Hieb durchdrang die Weichtheile des Schädels und das Schädeldach, eröffnete die Stirnhöhle in großer Ausdehnung und verletzte die Gehirn- subftanz. Der Verletzte verstarb zehn Tage später an den Folgen der durch diesen Hieb hervorgerufenen Verletzungen. Der Student Kleiner ist geständig, Namens des Otto Keller und bezw. des Corps Hassia zu Gießen kurz vor dem Aus­trag des Zweikampfes Zeit und Ort für dessen Ausführung im Sei ein mit einem Namens des Heinrich Seibert handelnden Delegirten des Corps Teutonia daselbst bestimmt, demnächst die auf Kellers Seite erforderlichen Waffen und das Ban- dagirgeräthe ausgewählt und geprüft, sowie für deren Ver­bringung an den Ort des Zweikampfes gesorgt und sie schließlich daselbst dem Otto Keller und seinem Seeundanten zur Ausführung des Zweikampfes zur Verfügung gestellt und gehalten zu haben. Heinrich Gebhardt und Philipp Schick räumten ein, daß sie die beiden von dem Corps Hassia committirten Mitglieder des studentischen Ehrengerichts ge­wesen seien und bei der für die Duellanten maßgebenden, im Wintersemester 1892/93 zu Gießen stattgefundenen Be- rathung und Entscheidung derselben mitgewirkt hätten, durch welche die Beschaffenheit der Kampfeswaffen und die Moda­litäten der Ausführung des Zweikampfes festgesetzt wurden. Hermann Gräber hatte den Tanzsaal in, seiner Wirtschaft zum Windhof bei Heuchelheim zur Ausführung des Zwei­kampfes der Betheiligten gegen Bezahlung überlassen. Er gab an, er habe seine Handlungsweise weder für strafbar

gehalten, noch auch nach seinen Erfahrungen für strafbar halten können. (Schluß folgt in nächster Nummer d. Bl.).

* * Die Eröffnung der Kunstausstellung des Kunstvereins für das Großherzogrhum im Thurmhaus am Brand wurde gestern Vormittag J/a 12 Uhr im Beisein des Herrn Staatsministers Frhr. v. Starck, des Herrn Provinzial- Direetors Frhr. v. Gagern, von Mitgliedern des Vor­standes des Gesummt- und Local-Vereins, der Stadt­verordneten u. s. w. durch Herrn Oberbürgermeister Gnauth vollzogen. Mit dieser Kunstausstellung, die im Einzelnen durch die prächtigen und werthvollen Bilder, im Ganzen durch das Arrangement und die Schönheit des Ausstellungs­raums einen würdigen Eindruck macht, sind die hervorragenden Institute Gießens wieder um eins vermehrt worden. Herr Oberbürgermeister Gnauth richtete an die Versammelten eine Ansprache ungefähr folgenden Inhalts: Das Haus, in welchem heute die Kunstausstellung eröffnet werde, diene, w>e seine Inschrift besage, neben dem Schutze materieller Jntereffen auch der Pflege des Schönen, und wenn er heute den Ausstellungsraum seiner Bestimmung übergebe, so dränge sich ihm auf die Erinnerung an den Act der in dieser Woche erfolgten Eröffnung des Queckborner Wasserwerks. Eine Gemeinsamkeit zwischen dem heutigen Act und dem letztge­nannten bestehe darin, daß die Stadt Gießen den redlichen Willen gezeigt, auf allen Gebieten gerecht zu werden den Ausgaben eines heutigen Städtewesens- man habe gern der Kunst ein Heim geschaffen, denn die Zeit sei vorüber, wo man geglaubt, der öffentlichen Pflicht durch die Fürsorge für materielle Güter genügt zu haben- zu den Aufgaben eines modernenGemeinwesens zähle auch die Pflege des Schönen. Dem Kunstverein fei nun eine dauernde Stätte geschaffen, die Wanderung durch alle möglichen und unmöglichen Ausstellungs­locale sei beendet. Die Stadlvertretung freue sich, Ver- ständniß und Anerkennung zu finden für ihre Bemühungen, der Besuch der Ausstellung wie die Zunahme der Mitglieder­zahl, und zwar aus allen Kreisen, habe dies bestätigt. Ader alle Mühe und Sorge wäre vergebens gewesen, wenn uns der Halt gefehlt hätte am Kunstverein, durch ihn hätte man die Verwirklichung der Wünsche finden können, dem Verein sei die Ausstellung zu verdanken. Es sei der Stadt die hohe Auszeichnung zu Theil geworden, Se. Excellenz den Herrn Staatsminister ebenso wie andere Verwaltungsraths- Mitglieder aus Darmstadt, hier begrüßen zu können. In doppelter Eigenschaft, als Bürgermeister der Stadt Gießen und als Vorsitzender des Ortsvereins, drücke er hiermit seinen Dank und die Bitte aus, daß Se. Excellenz mit dem Raum fürlieb nehmen und denselben in dauernden Gebrauch nehmen möchte, auf daß wahr werde die Widmung am Gebäude: Der Kunst ein Heim". Se. Excellenz, Staatsminister v. Starck sprach hierauf: Er sei gekommen als Vertreter des Ausschusses, um einer freundlichen Einladung des Herrn Vor­redners in feiner Eigenschaft als Bürgermeister und Vorsitzender des Ortsvereins folgend, an der Eröffnung der Kunstausstellung theilzunehmen. Es sei der erste Fall in Hessen, daß eine Sradt als solche der Kunst ein Heim erbaut, er wünsche deshalb, daß dieses Beispiel Nachahmung finde, er beglückwünsche die Stadt dazu, die es ermöglicht habe, daß Kunstwerke hierher gesandt werden könnten und daß sie ihren Wohlfahrtsein­richtungen ein neues Glied angereiht habe. Der Verwaltungs­rath wünsche, daß durch Errichtung dieses Heims eine Quelle der Freude und der Anziehungskraft Gießens, eine Stätte der Erholung und der Ausspannung von Sorgen geschaffen sei, er hoffe, daß es hier, wie in Darmstadt zur gesellschaft­lichen Gewohnheit werde, daß man sich Sonntags Vormittags hier einfinde. Persönlich befriedige ihn noch ganz besonders die propagandistische Tendenz der Veranstaltung, sie stärke das Interesse am Kunstverein und am Kunstsinn, sie erstrecke ihre Wirksamkeit auch in weitere Kreise, sogar hinaus aufs flache Land- es finden sich überall kunstsinnige Personen, und so würden auch dem Verein neue Mitglieder zugeführt- erst in der letzten Zeit seien dem Verein eine Anzahl auf dem Lande wohnender Standesherren beigetreten, ein Beweis, daß das Interesse sich auf immer weitere Kreise erstrecke. Man könne nicht einwenden, daß die Bewohner des platten Landes nichts von dem Verein hätten, es gäbe aber zum Glück auch sonst noch genug Menschen, die Sinn für Schönes und Gutes Haden, weil es schön und gut ist. Auch materiell bringe der Verein Vortheile, er verweise hierbei nur auf die alljährliche Verloosung von Gemälden, von denen auch gestern wieder ein recht erheblicher Procentsatz nach Gießen gefallen. Dadurch, daß man den auf dem Lande Wohnenden die Besichtigung von Kunst­werken ermögliche, würde der Verein gestärkt, je mehr locale Ausstellungen möglich werden, desto zahlreicher werde die Ausbreitung des Vereins. Im Emverständniß mit dem Kunstverein übernehme er das Local, er verspreche, dasselbe in regelmäßigem Wechsel mit Kunstwerken von Darmstadt aus zu versehen- er wünsche, daß das ideale Streben des Vereins sich zum Segen und zur Befriedigung der Kunst­freunde verwirkliche, daß alle sich angeregt fühlen, das In­teresse für die bildende Kunst heben zu helfen, daß Alle Freude daran haben. Er drücke nochmals seinen besten Dank aus. Die Anwesenden, Mitglieder der Stadtverordncten- Versammlung und einzelne fonfttge Vereinsmitglieder, wurden hieraus Sr. Excellenz durch Herrn Oberbürgermeister vorgestellt, und eine gemeinschaftliche Besichtigung der Gemälde vorgenommen. Wie wir schon Eingangs erwähnten, macht die Ausstellung einen noblen Eindruck, derselbe wird wesentlich gehoben durch das AuSstellungslocal, welches in seiner Ausstattung dem Zweck vollständig entspricht, dem es für die Zukunft dienen soll. Ohne Zweifel trägt das neue Heim der Kunstausstellung zu einem regen Besuch bei. Die ausgestellten Bilder sind Werke ersten Ranges. Der Raum wird durch einen großen GaS-Reflectorosen neuester Bauart erwärmt, so daß auch im Winter der Aufenthalt daselbst ein angenehmer ist. Wir behalten uns eine Besprechung der ausgestellten Gemälde im Einzelnen noch vor.

* * Kunstverein. Bei der am vorigen Samstag in Darmstadt veranstalteten Verloosung von Gemälden,

Kupferstichen und Kunstblättern find die nachfolgenden Ge­winne auf hiesige Besitzer von Anteilscheinen gefallen. 1) 2B- Bader:Idylle". Gewinner Professor Dr. Naumann. 4) Ditschheiner:Schloß Planta bei Meran". Gewinner Herr Rechtsanwalt Metz. 5) 6. Mali:Auf der Alm im Oetzthal". Gewinner Heinrich Vogt. 24) R. Warthemüller: Friedrich der Große an der Leiche des Grafen Schwerin" (Farbendruck). Gewinner Bergwerksdirector Wilson. 32) B. 53autier:Schwarzer Peter" (Kupferstich). Gewinner Pro­fessor Dr. Groos. 34) Robert Schulze:Hardanger- sjord" (Kupferätzung). Gewinner Brauereibesitzer Bichler.

Pr. Coucerlverein. In dem gestrigen zweiten Concert, zu dem sich eine sehr zahlreiche Zuhörerschaft jeingefunben hatte, wurden Leistungen geboten, wie sie schöner und vollendeter kaum gedacht werden können, und wir gestehen gern, daß die Leitung des Concertvereins für das gestrige Programm kaum geeignetere Kräfte hätte finden können, als die Herren Max Pauer, Florian Zajic und Heinrich Grün- feld. Jeder dieser drei Herren beherrschte sein Instrument mit vollendeter Meisterschaft und verstand es, seine Vorzüge im Solo- wie im Ensemblespiel im günstigsten Lichte zu zeigen, sodaß sämmtliche Nummern des gestrigen hochinteres- sanren Programms eine ganz ausgezeichnete Wiedergabe er­fuhren. Beethovens herrliches D-dur-Trio (opus 97), un­streitig eins der schwierigsten Werke der Kammermusik Ittteratur, welches den gestrigen Abend eröffnete, er­fordert namentlich für den Clavierpart einen gediegenen Künstler, aber auch die Streichinstrumente sind darin nicht mit Schwierigkeiten verschont geblieben. Hochinteres­sant war ferner Raff'ö G-dur-Srio (opus 112)*. In der Anlage orchestral gedacht, schön und edel in Form und ausgestattet mit einer Fülle herrlichen Melodieen- reichthums bietet diese großartige Tonschöpfung ;in jedem Instrumente eine große Menge bedeutender Schwierig­keiten, zu deren Bewältigung ein Künstlerensemble wie das gestrige gehört, wenn mit der Aufführung eine nachhaltige Wirkung erzielt werden soll. Der Vortrag beider Trios war musterhaft und ließ tatsächlich nichts zu wünschen übrig. Die Aufnahme Seitens des Publikums war eine äußerst dankbare, und der Beifall steigerte sich von Satz zu Satz. Nicht minder freundlich wurden die zwischen den Trios ein» gefügten Solovorträge ausgenommen. Herr Professor Pauer erntete namentlich mit der zwölften ungarischen Rhapsodie von Liszt großen Beifall, während der Vortrag der Rubinstein'schen Barcarolle weniger Eindruck machte. Die Solostücke deS Herrn Grünfeld, Andante von Thomo, Menuett von Valentin und Vito von Popper gelangen vortrefflich, und die Ciaconna für Viloline von Bach erinnern wir uns nicht jemals in einer besseren Interpretation gehört zu haben als in der gestrigen durch Herrn Zajic. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß die Soloftücke für Cello von Herrn Pauer ausgezeichnet begleitet wurden.

* * Quellwasserleitung. Das prächtige Wetter am gestrigen Nachmittag war so recht geeignet, Ausflüge in die Umgebung Gießens zu machen und so benutzten denn auch Viele die anerkennenswerter Weise gebotene Gelegenheit, die Hoch­wasserbehälter bei Annerod und der Gansburg, sowie das Queckborner Wasserwerk einer Besichtigung zu unterziehen. Der Eingang zu ersterem war durch Masten mit Tannengrün und dem Gießener Stadtwappen bezeichnet. Unter freund­licher Führung des Assistenten des städtischen Wafferwerks, Herrn Kuckuck, begaben sich die Theilnehmer in das mit Stearinkerzen erleuchtete Innere und verfolgten mit größter Aufmerksamkeit die Seitens des genannten Herrn gegebenen Erklärungen. Nach längerer Wanderung gelangten die Be­sucher in die letzte Kammer, welche durch Lampions und ein prächtiges Wandgemälde, die Quellwasserleitung Queck­born simbolisirend, von Herrn Scheich Hierselbst gemalt, becorirt war, und das Abflußrohr enthält. Mit großer Be­friedigung über die empfangenen Eindrücke und dem besten Dank für die gegebenen Erläuterungen verließen die Theil­nehmer das Hochwasserreservoir. Der vorgerückten Zeit wegen mußte von einer Besichtigung des bet der Gansburg be- iegenen Hochbehälters Abstand genommen werden. Wir aber wollen wünschen, daß die Devise, welche das Wandgemälde ziert:Queckborns Quellen sollen fließen, segenbringend stets sür Gießen" in Erfüllung gehen möge.

* * Nalioualliberaler Verein Gieheu. Wir machen unsere Leser nochmals auf die morgen Dienstag, den 11. d. Mts., Abends 81/* Uhr in der RestaurationZum Andres", Sonnen­straße, stattfindende Monatsversammlung des national- liberalen Vereins aufmerksam, in der Herr Gutsbesitzer Schiente über den Bund der Landwirthe und die nationalliberale Partei sprechen wird. Gegenüber den Behauptungen der Gegner, die sich stets bemühen, den Bund der Landwirthe als eine Organisation des conservativen Großgrundbesitzes des Ostens hinzustellen, ist es von höchstem Interesse, das Urtheil eines Landwirths von Beruf über die Ziele dieser Vertretung landwirthschaftlicher Jntereffen überhaupt, in deren Reihen in West- und Süddeutschland bekanntlich die gemäßigten Liberalen überwiegen, zu hören. Gäste find, wie zu allen Monatsversammlungen des Vereins, willkommen.

H. Allgemeine Sterbekaffe. DieAllgemeine Sterbekasse" hielt gestern Nachmittag ihre fünfte ordentliche Ge­neralversammlung ob. Dem vorn Vorsitzenden, Herrn Pfaff, erstatteten Geschäftsbericht entnehmen wir, daß im Laufe des Jahres 10 Mitglieder verstorben, 4 von hier verzogen sind und der Mitgliederstand z. Z. 633 beträgt, der jedoch infolge demnächst erfolgender Neuaufnahmen eine wesentliche Erhöhung erfahren dürfte. Nach der vom Kassirer Herrn Bock gegebenen Kassenübersicht betrugen die Einnahmen Mk. 3054.73, die Ausgaben Mk. 1419.38 und der Ge- sammtkassenbestand Mk. 1635.41. Bei der hierauf erfolgenden Neuwahl des Vorstandes wurden die Herren Seidewand als zweiter Vorsitzender, Bonarius I. als Schriftführer und Ockel als Beisitzer gewählt. In den Aufsichtsrath kamen die Herren Bock, Bonarius II., Groh, Rupp und Schneko. Unter Verschiedenem gelangte die Frage einer Erhöhung des