ihren Schülern und Schülerinnen an der Ovation zu bethei» ligen gesonnen sind. Die gleiche Auskunft wurde bei der Großh. Schulcommission Darmstadt wegen der Schulen des Kreises erbeten, sowie bei dem Herrn Rector der Land es - universität Gießen und der Großh. DIrection der Technischen Hochschule zu Darmstadt wegen der Studentenschaft beider Hochschulen, bei dem Großh. Gymnasium zu Bensheim, dem Schullehrer-Seminar daselbst, der Landekbaugewerkschule und der Handwerkerschule. Ebenso wurde bei der Großh. (25.) Division angefragt, ob die Musikcapellen der Garnison Darmstadt in gleicher Weise für die Ovationen zur Verfügung gestellt weiden können, wie bei dem Kaiser-Empfang im December 1889. Die von der Stadt beabsichtigte Schmückung der Straßen, Plätze und Gebäude rc. wird sich voraussichtlich in dem gleichen Rahmen halten, wie bet dem erwähnten Empfang.
** Umgebung der Zohanueskirche. Wie wir soeben in Erfahrung bringen, ist die Gesammt-Gemeindevertretung der evangelischen Kirchengemeinde auf kommenden Montag zusammenberufen, um über Ankauf von Gelände neben der Johannesktrche zu berathen. Hoffentlich trägt der Beschluß derselben der öffentlichen Meinung Rechnung und beseitigt die Gefahr, die dem günstigen Eindruck unserer Johannesktrche droht. Mit. und Nachwelt würden dies dankbar anerkennen.
** Militärisches. Mit einer wesentlichen Veränderung des Untformrockes soll demnächst ein größerer Versuch beim Kaiser-Alexander-Garde-Grenadier Regiment Nr. 1 angestellt werden. Die Röcke eines ganzen Bataillons werden mit einem umleg baren Kragen versehen. Diese werden aus schwarzem Tuch ohne jede Steifleinwand gefertigt- die vorderen beiden Hälften sind roth besetzt und erhalten die Gardelitzen. Da dieser Kragen für gewöhnlich umgelegt wird, so kommt die Halsbinde natürlich etwas höher heraus - doch ist der Mann dadurch im Stande, Kopf und Hals weit freier zu bewegen. Ebenso ist die Blutcirculation erleichtert. Bei Kälte und schlechtem Wetter können die Kragen auch hochgeschlagen werden.
** Patent-Anmeldung. Webschützen mit elastischer Zwischen- tage zwischen den Spitzen und dem Schützenkörper: E. Kleinen in Altenschlirf, vom 3. August 1893 ab.
vermischtes.
* Berlin, 9. März. Der Anarchist Pawlowitsch wurde kürzlich auf dem Wege zur Arbeit verhaftet. Man glaubt, daß die Verhaftung wegen Fluchtverdachts erfolgt ist, da Pawlowitsch noch zwei Strafen abzubüßen hat. In seiner Wohnung wurden viele anarchistische Schriften beschlagnahmt.
* Kiel, 9. März. Heute wurde der Marine-Zahlmeister- Aspirant Compart wegen Unterschlagung zu einem Jahr Festung, Degradation und Versetzung in die zweite Klaffe des Soldatenstandes verurtheilt. Infolge Selbstmordversuches ist Compart auf beiden Augen erblindet.
* Tübingen, 9. März. Das Schwurgericht verurtheilte den Bäckergesellen Di em er, der in Reutlingen den Bäckermeister Bertsch und deffen Frau ermordet hatte, zum Tode.
* BreSlau, 9. März. Hiesigen Blättern zufolge hat in Stubendorf in Oberschlesien der Auszüglersohn Kuhnert seine Mutter in der katholischen Kirche unmittelbar nach der Meffe ermordet. Kuhnert war von dem Wahne befangen, daß seine Mutter vom Satan besessen sei.
* Graz, 9. März. In einem Walde bei Marburg fand man die Leiche des bayerischen Reservefeldwebels Adolf Felser und die seiner Geliebten Paula Simbach auf. Felser hatte seine Geliebte und dann sich mittelst Revolvers erschossen.
* „Ex est!“ Ueber den Selb st mord eines Un-- bekannten schreibt der Frankfurter Polizeibericht: Gestern Abend 9 Uhr kam ein Fremder ohne jedes Gepäck in ein Hotel, bestellte ein Zimmer, schrieb sich in das Fremdenbuch als „G- Diemer, Lehrer in Hannover, ein und bestellte zum anderen Morgen ein Bad. Heute früh 7 Uhr begab er sich in das Badezimmer des Hotels. Dort wurde er gegen 10 Uhr in der Badewanne tobt aufgesunden. Er hatte sich mit einem Taschenmesser einen Stich in die Herzgegend beigebracht. Der herbeigerusene Arzt konnte nur den Tod feststellen. Auf zwei in seinem Zimmer hinterlassene Zettel hatte der Unbekannte Folgendes geschrieben: „Forsche nicht nach meiner Herkunft! Meine Identität ist nicht sestzustellen. Bestatte meinen Leichnam und Du hast Deine Pflicht gethan!!! Ex est! Vivat, floreat, crescat mundus!“ Ferner: „Nie sollst Du danach fragen, noch Wissens Sorge tragen, woher ich kam der Fahrt, noch wie mein Nam' und Art. Bestatte meinen Leichnam! Nur das ist Deine Pflicht!" Die Kleidung des Todten besteht aus schwarzem steifen Filzhut (der Name im Futter ist ausgekratzt), dunkelblauem Düssel-Ueberzieher, dunkelblauem Kammgarn-Anzug, weißleineriem Hemd, grauem wollenen Unterhemd, weißen gewebten Unterhosen, weiß- leinener Chemisette, Umlegkragen und Manschetten, grauem Atlasschlips, grauen wollenen Socken, Schaftenstiefeln, alles in gutem Zustande und ohne Zeichen In den Hosentaschen fanden sich zwei Portemonnais, eines leer, das andere mit 16 Mk. und 14 Pfg. Der Todte ist ziemlich groß, hager aber kräftig gewachsen, bartlos, hat dunkles Haar, an der Stirne kahl.
* Berliner Wurst. Die „Deutsche Fleischer - Zeitung" berichtet Folgendes: „Es giebt in Berlin mehrere Wurstfabriken, welche die Herstellung solcher Wurst als Specialität betreiben. Diese sogenannte Cervelatwurst besteht aus Ochsenkopsfleisch oder amerikanischem gepökeltem Rindfleisch geringster Qualität. Als Feit wird das billige Schweinedarmfett benutzt, oder die Abgänge amerikanischen Specks, die bet den Speckhändlern zu haben sind. Dieses Gemisch, zu dem meist noch Pferdedärme benutzt werden, wird fertig- gestellt, dann mit heißem Rauch geräuchert und sofort auf Auctionswegen verkauft. Die Haltbarkeit solcher Wurst ist
von sehr geringer Dauer, da das Schweinedarmfett besonders leicht dem Verderben ausgesetzt ist. Die Käufer solcher Wurst sind meist Restaurateure, welche große Massengeschäfte haben, wo das Publikum diese recht fragwürdige Maare meist noch gut bezahlt- es ist auch nicht ausgeschloffen, daß manche dieser Würste als echte Gothaer und Braunschweiger Wurst weiter verschickt und verkauft wird. Darum Vorsicht beim Einkauf von Cervelat- und anderen Wurstsorten.
<ms den
der Stadt
Aufgebote.
März: 5. Emil Kramer, Drechsler dahier, mit Karoline Bender hierselbft. 6. Dietrich Vogel, Lademeister-Dtätar dahier mit Elisabethe Zecher von Staufenberg. 7. Heinrich Wilhelm Karl Ernst Christian Orbtg, Kaufmann dahier, mit K-roltne H nrtette Hoffmann hterselbst. 7. Carl Georg Gustav Tränkner, Schreinermeister dahier, mit Anna Caroline Wilhelmine Magdalene Ruhl hterselbst. 8. Wilhelm Gustav Klausch, Gärtner dahier, mit Marie Sommer zu Ettingshausen. 9. Heinrich Ludwig Adolf Ruckstuhl, Dachdecker dahier, mit Johanna Phtlipptne Hermine Christine Konradtne Henriette Karoline Schmidt hterselbst.
Eheschließungen.
März: 3. Johannes Junker, Hausbursche dahier, mit Elisabeth Müller hterselbst. 7. Heinrich Keil, Schneider dahier, mit Marte Katharine Stettz hterselbst. 9. Hans Heinrich Hahn, Vicefeldwebel dahier, mit Auguste Mary Luise Murtfeld hterselbst. 9. Heinrich Ruhl, Maurer dahier, mit Elisabeth Klein hterselbst.
März: 2. Dem Gärtner Heinrich Heilmann Hl. ein Sohn. 2. Dem Kaufmann August Struck ein Sohn. 4. Dem Locomotiv- führer Hermann Schindler eine Tochter, Lina Anna. 5. DemKrets- bauausseher-Afptranten Carl Marx eine Tochter. 7. Dem Buchhalter Wilhelm Jacob Rau ein Sohn.
«esiorbene. _ r,
März: 3. Katharine Schteserstetn, 51 Jahre alt, von Muschen- heim. 5. Georg Nolte, 7 Monate alt, Sohn von Bahnarbetter Karl Nolte dahier. 6. Georg Jung, 10 Jahre alt, Sohn von Maurer Ludwig Jung zu Leihgestern. 8. Konrad Etnheuser, 35 Jahre alt, Schuhmacher dahier. 8. Christine Thönges, geb. Eichler, 45 Jahre alt, Ehefrau von Landwtrth Johannes Thönges von Beienheim. 9. Ludwig Schmidt IX., 81 Jahre alt, Privatier dahier. 9. Marte Bolde, 3 Jahre alt, Tochter von Former Justus Bolde zu Lollar.
solms.
Getaufte.
Den 7. März. Stettz, Tochter des Stammheim.
Getraute.
Markusgemetnde.
Schneider Heinrich Keil zu Gießen, und Marie verstorbenen Ackermanns Johannes Stettz zu
Auszug aus den Arrchenbücheru
der Stavt Gietzen.
Evangelische Gemeinde.
Matthäusgemeinde.
Den 4. März. Dem Kanzleigehilfen Otto Geilfus ein Sohn, August Walter, geboren den 28. Januar.
Markusgemetnde.
Den 3. März. Em unehelicher Sohn, Adolf Martin, geboren bCn ^Den^^März. Dem Tapezier Friedrich Appel eine Tochter, Mathilde Luise Frieda Emma, geboren den 17. Mat 1893.
Den 7. März. Dem Landwtrth Heinrich Noll VII. eine Tochter, Marte, geboren den 28. Januar.
Lukasgemeinde.
Den 4. März. Dem Schreinermetster Karl Hihn ein Sohn, Alfred Christoph Paul Ernst, geboren den 29 Januar.
Denselben. Dem Brtefträger Karl Wilhelm ein Sohn, Friedrich, geboren den 18. Januar. , Oa ._
Denselben. Dem Heizer Wilhelm Schneider ein Sohn, Louis Willi, geboren 5. Januar. , . ,
Denselben. Dem Bremswärter Georg George ein Sohn, Karl Georg August, geboren den 6. Februar.
Johannesgemeinde.
Den 4. März. Dem Schlosser Martin Fischer eine Tochter, Helene Katharine Marte, geboren den 25. December 1893.
Denselben. Dem Taglöhner Wilhelm Lesch eine Tochter, Anna Luise Katharine, geboren den 5. December 1893.
Denselben. Dem Stadlkassegehtlfen Adam Kaus eine Tochter, Marie Elisabeth, geboren den 17. Februar.
Mtlttärgemetnde.
Den 4. März.' Dem Premierlieutenant und Regimentsadjutant Karl Hoos eine Tochter, Anna Luise Karoline Helene Minna Maria, geboren den 4. D cember.
Johannesgemeinde.
Den 3 März. Johannes Junker, Hausbursche zu Gießen, und Elisabethe Müller, Tochter des Maurers Peter Müller zu Burg-
Brodpreise
vom 11. März bis 25. März 1894.
Der hiesigen Bäcker.
1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod......
2 Kg. (4 Psd. „ ......
1 Kg. (2 Pfd.) Wetßbrod . . . • .
bei S. Stern (Schlüchterner u. Casseler Brod)
2 Kg. (4 Psd.) Weißbrod . . . . . -
bet S. Stern (Schlüchterner u. Casseler Brod)
1 Kg. (2 Psd.) Schwarzbrod......
Der auswärtigen Bäcker.
26 Pfg.
52 „
24
25
48
50
22
44
66
2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod bet Gg. Ant. Heuser v. Gr. Linden 40 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrod b. W. Steinmüller v. Lang-Göns21 bei W. Amend von Lang-GönS 22
2 Kg. (4 Pfd.)
3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod
bet Aug. Deibel von Wteseck 24 „ Gg. A. Heuser v. Gr.-Linden 38 „ Joh.Kd. Belte v. Kirch-Göns,
PH. Velten L o. Gr.-Linden 40 „ W. Stetnmüller v. L -Göns, F. Schön v. Ruttershausen u.
Wckh. Amend v. Lang-Göns 42
bet Gust. Jacobi v.Alten-Buseck und Aug Deibel v. Wteseck 44 „ Gust. Jacobi v.Alten-Buseck,
Balth. Christ Ww.v.Wteseck 66
ff
If
Der Brodverkäufer.
1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod......26 Pfg
2 Kg. (4 Psd.) Tafelbrod......52 „
1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod......24 „
2 Kg. (4 Psd.) Weißbrod......48 „
1 Kg. (2 P!d.) Schwarzbrod......22 „
2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod..... 44 „
3 Kg. (6 Psd.) Schwarzbrod......66 „
Gießen, den 10. März 1894.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius.
Citeratur und ICnttfT.
— Das Lexikon her feinen Sitte. Neuestes Untversalbuch deS guten Tones und der reinen Lebensart. Praktisches Hand- und Nachschlagebuch für alle Fälle des gesellschoftltchen Verkehrs. Von Kurt Adelfels. In tllustrtrtem Umlch ag broschtrt 3 60 Mark. Eleg. gebunden 4.50 Mark. Schwabacher'sche Verlagsbuchhandlung tn Stuttgart. Das prächtig ausgestattete Buch wollen wir als eia fürs Leben nützliches und gewiß auch bet Jung und Alt willkommenes Festgeschenk angelegentlich empfehlen.
— »Der Coupletsänger und Deklamator", herausgegeben von F. Fröhlich. Piets 50 Pfg. Verlag von Georg Brteger in Schweidnitz. Dieses Buch bietet für alle geselligen Vereine, für Familtenfestlichkeiten usw. eine Fülle trefflicher und leicht ausführbarer Vorträge und Couplets.
Verkehr, £anO» unb Volk-rvirthschaft»
Girtzr«, 10. März. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochemnarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,90—1,00, Hühnereier 1 Stück 5-6 X 2 Stück - H, Käse pr. St. 5-8 X Käsematte pr. St 3 X Erbsen pr Liter 18 X Linsen pr. Liter 30 4, Taube» pr. Paar X 0,70—1,00, Hühner pr. Stück X 1,00—1,20, Hahne« pr. St. X 1,20—1,50, Enten pr. St. X 1,70 bis 2,00, Ochsevsteisch pr. Pfd 62—68 X Kuh- und Rindfleisch pr. Md. 50-56 X Schweinefleisch pr. Pfd. 60-70 X Kalbfleisch pr. Pfd. 50-56 X Hammelfleisch pr. Md. 40—60 X Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,00-6,00 X, Weißkraut pr Stück 4 -10 Ä. Zwiebeln pr. Eentner 10,00—10,50 X, Milch pr. Liter 16 20 X Enteneier 8 H, Gänseeier 12 H
S Gedern, 7. März. Gestern wurde hier der erste diesjährige Viehmarkt abgehalten. Derselbe war trotz des schlechten Wetters ver- hältnißmäßig gut befahren. Angetrieben waren etwa 30—40 Stück Rindvieh, meistens frischmelkende Kühe, und wurde das Stück mtt 250—300 Mk. verkauft. 2—3jährige Stiere kosteten das Paar 250 bis 350 Mk., Saugkälber das Stück 30-40 Mk. Fettes Vieh war nicht vorhanden. Der Handel in Schweinen war gut; es warm etwa 200 Stück angetrieben, meistens Etnlegeschwetne, wovon das Stück 35—40 Mk. kostete. Gewöhnliche Zuchtschweine waren wenig vorhanden, sie kosteten 60—70 Mk. per Stück, fette Schweine 54—56 Pfg. das Pfund Schlachtgewicht. Junge Ferkel wurden das Paar zu 35—45 Mk. verkauft. Die erwartete Pieissteigerung in Rindvieh und Schweinen ist bis jetzt noch nicht wahrnehmbar. Der nächste Markt hier findet am 3. April statt.
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