bei und folgte darauf einer Einladung des Ofsiziercorps des Regiments zum Diner nach dem Offizierscasino. Für morgen Abend sind die Herren mit einer Einladung zur musikalischen Abendunterhaltung im Marmorsaale des Neuen PalaiS beehrt worden.
Berlin, 8. Juni. In Hofkreisen wird der heute in Potsdam stattfindende Besuch des kr onp ri nzlich e n Paares von Griechenland als ein Beweis dafür angesehen, daß die zwischen demselben und dem Kaiser wegen deS Uebertritts der Kronprinzessin zum ''griechischen Glauben entstandene Verstimmung nunmehr beseitigt ist.
Berlin, 8. Juni. Die Vorstände särnnnlicher deutscher Schifffahrts-Vereine werden vom Deutschen Centralverein für Fluß- und Canalschifffahrt auf Mittwoch den 13. Juni nach Berlin berufen, um für den Dortmund-Rhein-Canal einzutreten.
Lieguitz, 8. Juni. Der socialdemokratische Frauen- und Mädchen-Bildungsverein wurde auS Gründen der Gemein- gefährlichkeit behördlicherseits aufgelöst.
Myslowitz, 8. Juni. Die russischen Grenzbehörden haben heute die Vornahme gründlichster Desinfection aller aus Schlesien kommenden Reisenden angeordnet. Auch die Gütersendungen werden desinficirt.
Budapest, 8. Juni. Justtzminister S z i l a g y i hat gestern Abend im liberalen Club erklärt, er verzichte auf den Eintritt in das neue Cabinet, damit die Krisis schneller beendet sei. Man hofft, Dr. Weckerle werde heute vom Kaiser empfangen werden, um die neue Mi nist er liste vor- zulegen.
Warschau, 8. Juni. Die Cholera nimmt immer mehr zu. Die Bahnverwaltungen errichten sanitäre Beobachtungsstationen. Die Reisenden aus den verseuchten Ortschaften werden tsolirt befördert und desinficirt.
£ocolc» unö provinzielles.
Gießen, den 9. Juni.
** Schwurgerichtsverhandluug vom 9. Juni 1894. Zur Verhandlung kommt die Strafsache gegen Peter Netscher von Friedberg wegen betrügerischen Bankerotts. Als Beamter der Staatsanwaltschaft fungirt Großh. Gerichts-Assessor Koch, verlheidigt wird der Angeklagte von Herrn Rechtsanwalt Dr. Rosenberg, als Geschworene wurden aus- geloost die Herren Gustav Friedrich Patz, Eugen Kaufmann, Johannes Weber V., Wilhelm Plank II., Johann Georg Schmidt, Jacob Nicolaus I., Ludwig Schön, August Mon- ranus, Johannes Hensel, Wilhelm Balser, Ludwig Schadeck II. und Johannes Schepp I. — Peter Netscher von Friedberg ist angeklagt, daß er in der Zeit vom August bis zum 20. December 1893 zu Friedberg und an anderen Orten als Schuldner, der seine Zahlungen eingestellt, über dessen Vermögen auch das Concursverfahren eröffnet worden ist, Handelsbücher, deren Führung ihm gesetzlich oblag, so unordentlich gesührt habe, daß sie keine Uebersicht seines Vermögensstandes gewährt haben; ferner es gegen die Bestimmung des Handelsgesetzbuchs unterlassen habe, die Bilanz seines Vermögens in der vorgeschriebenen Zeit zu ziehen und in der Absicht, seine Gläubiger zu benachtheiligeu, Vermögensstücke verheimlicht und bei Seite geschafft habe. Die heutige Verhandlung ergab folgenden Sachverhalt: Peter Netscher, von Haus aus gelernter Weber, gründete, nachdem er dieses Handwerk ungefähr 15 Jahre lang betrieben hatte, zu Friedberg 1878 oder 1879 ein Ladengeschäft in Manufactur- waaren; neben diesem Geschäfte betrieb er auch einen Hausir- handel in Weiß- und Baumwollwaareu. Durch Beschluß Großh. Amtsgerichts Friedberg vom 9. Juni 1880 wurde über sein Vermögen das Concursverfahren eröffnet, die Forderungen der nicht bevorrechtigten Gläubiger betrugen etwa 23070 Mk., sie erhielten 38 Procent ihrer Forderungen. Dieses Concursverfahren wurde durch Beschluß des Gerichts vom 19. October 1881 aufgehoben. Hiernach fing die Ehefrau des Peter Netscher dasselbe Geschäft von Neuem an und war in diesem ihr Ehemann als Gehülfe thätig. Im Winter 1890/91 fiel einer in Friedberg damals bestehenden Spielgesellschaft „zur Hoffnung", deren Mitglied Netscher war, ein größerer Gewinn aus der Preußischen Klassen- Lotterie zu, von dem auf Netscher der Betrag von 9710 Mk. enifiel. Er cedirte seine Forderung an die genannte Spiel- gesellschaft in der angegebenen Höhe auf einen seiner früheren Gläubiger, die Firma Rapp jun. in Frankfurt a. M., was zur Folge hatte, daß er wegen Vergehens aus § 211 der Concursordnung und der Inhaber der Firma Rapp wegen Beihülse zu diesem Vergehen unter Anklage gestellt wurde. Dieses Verfahren endete mit der Freisprechung beider laut Urtheil der Strafkammer zu Gießen vom 22. März 1892. Inzwischen hatten diejenigen Gläubiger Netscher s, die bei dem oben erwähnten Concurs nur 38 Procent ihrer Forderungen erhalten hatten und von dem dem Netscher angefallenen Lotterie Gewinn erfahren hatten, sich geregt und auf Antrag eines dieser Gläubiger wurde am 17. Februar 1891 laut Beschluß des Amtsgerichts Friedberg der Concurs zum zweiten Male über das Vermögen Netscher's eröffnet. In diesem Verfahren kam ein Zwangsvergleich zu Stande, nach welchem die Gläubiger wettere 30 Procent zu den früher erhaltenen 38 Procent erhalten. Nachdem dieser Zwangsvergleich am 4. Januar 1893 gerichtliche Bestätigung gefunden hatte, wurde das Verfahren am 31. Januar 1893 aufgehoben. Netscher will bis zum 1. Mai 1892 im Geschäfte seiner Frau in der oben angegebenen Weise thätig gewesen sein, da er sich indessen nicht mit dieser und den Söhnen aus erster Ehe vertragen habe, sei er um diese Zeit aus dem Geschäft ausgetreten und habe im Mai 1892 ein eigenes Ladengeschäft mit Manusacturwaaren auf Commission in Friedberg angefangen. Nach dem Auszug aus dem Firmenregister des Amtsgerichts Friedberg wurde das Geschäft als Manusacturwaaren- und Kleiderhandlung, als Beginn des Geschäfts der 15. Juni 1892 und als Inhaber Peter Netscher von Friedberg in das Firmenregister eingetragen. Das Geschäft ging nach den
eigenen Angaben Netschers schlecht, sodaß er es am 15. Januar 1893 wieder aufgegeben habe. Die Maaren, die er hatte, habe er zum Theil an seine Lieferanten zurückgeschickt, diejenigen Maaren, die er gut habe verkaufen können, habe er sich auf eigene feste Rechnung von den Lieferanten geben lassen und dann im Wege des Haustrhandels verkauft. Er habe von da an lediglich einen Hausirhandel betrieben und zwar in den drei Provinzen des Großherzogthums. Dieser Hausirhandel wurde von Netscher mit drei Gehilfen betrieben, von denen einer 12 Mk., die beiden anderen je 7 Mk Wochenlohn nebst Ersatz der Reisekosten erhielten. Die mitgenommenen Waarengelder wurden von Zeit zu Zeit an ihn abgeliefert, nach seiner eigenen Angabe betrug die Gesammteinnahme 800 bis 1000 Mk. Trotzdem wurde im Geschäfte Nichts verdient, die Maaren wurden oft billiger verkauft, als sie kosteten, und sie wurden dann abgesetzt, nur damit ein Geschäft gemacht wurde und Netscher Geld in die Hand bekam. Die Folge war, daß er .seinen Zahlungs- Verbindlichkeiten nicht mehr nachkommen konnte. Er entfernte sich am 26. October 1893 unter Mitnahme eines erheblichen Theiles seiner Lagerbestände von Friedberg und wurde sodann auf Antrag eines Gläubigers durch Beschluß des Großh. Amtsgerichts Friedberg vom 20. November 1893 zum dritten Male über das Vermögen Netschers das Concursverfahren eröffnet. Die Forderungen der nicht bevorrechtigten Gläubiger in diesem Concurse betrugen nach der Tabelle etwa 16 879 Mk., denen etwa 7230 Mk. Activa gegenüberstehen, sodaß nach Ansicht des Concursverwalters die nicht bevorrechtigten Gläubiger nur 20 Procent ihrer Forderungen erhalten werden. Bei seinem Weggänge von Friedberg, welcher heimlich erfolgte, nahm Netscher einen großen Posten seines Lagerbestandes an Anzugsstoffen in ganzen, halben und viertel Stücken und in zu Anzügen bereits abgeschnittenen Stücken, sowie in Hemden und Unterkleidern mit; er verlud dies Alles auf seinen ihm gehörigen Wagen, den er, mit einem Pferd bespannt, auch sonst bei seinen Geschäftsreisen benutzte. (Forts, folgt.)
L. Spielrasen. Die nun auch für Gießen in Fluß gebrachte Frage der Anlage und Unterhaltung eines größeren Platzes für Jugend- und Volksspiele scheint wieder einen Schritt weiter gebracht worden zu sein. In der am Donnerstag Abend im Hotel Victoria abgehaltenen Sitzung der in die Commission gewählten Herren wurden die Hauptgesichtspunkte einer gründlichen Besprechung unterworfen, i Es konnten natürlich nur vorbereitende Schritte geschehen und das Arbeitsmaterial an die verschiedenen Herren vertheilt werden. So ist die Platzfrage noch nicht endgültig fest-
gestellt. Soviel läßt sich jedoch jetzt schon übersehen, daß
von allen vorgeschlagenen Plätzen, dem Trieb, an der Wiesenstraße rechts der Wieseck, hinter dem Fulda'fchen und Schnmer'schen Garten, in der schwarzen Lach, an der Actienbrauerei, am Schiffenbergerthal, im Philosophenwald (unter Schaffung eines freien Platzes am Jugendfestspielplatz), dem Platz des Eisvereins u. s. w., der letztgenannte die meisten Vorzüge hat, weil er nahe an der Stadt gelegen, leicht zugänglich ist und doch mit wenig Kosten so abgeschlossen werden kann, daß er die Spielenden vor der Zudringlichkeit Unbefugter schützt. Die einzelnen vorgeschlagenen Plätze werden nach Größe, Miethpreis und Erhältlichkeit eingehender geprüft werden. Der Punkt, der natürlich im Vordergrund der Besprechung stand, unserer Ansicht nach der Angelpunkt der ganzen Sache, betrifft die Kosten der ersten Anlage, Unterhaltungskosten, sowie Deckung derselben. Man nahm an, daß etwa 1000 Mk. Anlagekosten, dagegen 1800 Mk. jährliche Unterhaltungskosten, einschließlich Pacht erwachsen würden. Da doc Platz nicht allein sür die Schuljugend berechnet ist, sondern auch Erwachsenen, Herren wie Damen entsprechende Spielplätze, wie z. B. 2 bis 4 Lawn-Tennishöfe, zur Ver- sügung stellt, beschloß man zunächst, alle Behörden und Vereine, welche ein Interesse an dem Gelingen des Unternehmens Haden, um Unterstützung und jährliche Beiträge anzugehen, also Universität, alle Schulen und Turnvereine. Mir zweifeln nun nicht, daß von Seiten unserer Behörde Alles gethan werden wird, was geschehen kann, sind aber doch der Ansicht, daß in Gießen wie anderwärts — z. B. in Bonn, wo. ein zehn Morgen haltender Musterspielplatz für 66000 Mk. von 40 Bürgern dem Eisclub zur Verfügung gestellt wurde — die Hauptkosten durch Zuschüsse von Seiten der Privaten gedeckt werden muffen. Nun handelt es sich ja allerdings für Gießen nicht um Ankauf eines fo ausgedehnten Grundstücks, sondern um Ausbringung der jährlichen Pacht und der unserer Ansiht nach etwas niedrig gegriffenen Unterhaltungskosten, aber die aufzubringende Summe ist eine recht bedeutende. Trotzdem zweifeln wir nicht, daß sich in unserer Stadt, die so viele gemeinnützige Einrichtungen und Veranstaltungen dem edlen Sinne hochangesehener Einwohner verdankt, nicht nur die Eltern der Kinder, welchen das geplante Unternehmen zunächst zu Gute kommt, bereit finden werden, feste Beiträge für eine Reihe von Jahren zu versprechen. Mir sind überzeugt, daß Alle, die ein Herz für die gedeihliche, gesunde Entwickelung unserer Jugend und des I gejammten Volks haben, gerne beitragen werden, dies zeitgemäße Unternehmen zu fördern, und ängstliche Gemüther, die ja auch bei der Gründung des Eisvereins nicht gefehlt haben, werden gerade an dem Gelingen dieses Unternehmens gesehen haben, daß bei gutem Millen auch scheinbar unüberwindliche Schwierigkeiten besiegt werden können. Man darf nicht vergessen, daß es sich bei der Einführung der Jugend- und Volksspiele nicht allein um Kräftigung des Körpers handelt, sondern daß im ernsten Spiel sittliche Momente, Stählung des Millens und der Ausdauer, schnelle Entscheidung im Wechsel, ein scharfer Blick und rascher Entschluß heran- gebildet werden, die bei dem gegenwärtigen Betrieb des deutschen Schulunterrichts von der Schule naturgemäß nicht in dem Maße erreicht werden, wie dies bekanntlich das ganz andere Ziele verfolgende englische Erziehungsfystem erstrebt. Wie sehr bei dem deutschen Publikum die Vortheile der Schul- und Volksspiele Anklang finden und gewürdigt werden, beweist der eine Umstand, daß in kurzer Zeit in nicht
weniger wie 441 deutschen Städten größere Spielplätze im Betrieb stehen, auf welchen meist fchulweise gespielt wird. Wie wir hören, beabsichtigt die Commission, nachdem die vorbereitenden Schritte erledigt und daS Unternehmen einigermaßen gesichert ist, eine allgemeine Versammlung aller Betheiligten zn berufen. Wir aber wünschen, es möge die beabsichtigte Sammlung und der Aufruf zur Zeichnung für das „Nöthigste" überall ein offenes Herz und eine offene Hand finden.
* * Die gestern Abend auf dem Lahnstein abgehaltene erste Quartett-Soiree der Herren Kruse gestaltete sich für die wenig zahlreich erschienenen Zuhörer zu einem wahren Kunstgenuß. Ohne auf die einzelnen Piecen einzugehen, können wir sagen, daß das Programm ein gewähltes, das Ensemble-Spiel des Quartetts vorzüglich ist und daß die Führer der Solis, die beiden älteren Söhne des Herrn Kruse (Cello und Geige) Künstler in vollstem Sinne des Wortes sind. Freunden einer feinen klassischen Musik kann der Besuch der Kruse'schen Quartett-Abende aufs wärmste empfohlen werden.
* * Fernsprechleitung. Auf Wunsch theilen wir den eben von der Post versendeten 3. Nachtrag zur Stadt- fernsprech-Einrichtung mit. Neu hinzugetreten sind: 19.Zinßer, A., Weiuhandlung, Seltersweg67. 95. Heßler, Chr., Metzgermeister, Marktplatz 19. 14. Mylius, H.,
Cigarrenfabrikant, Ludwigsplatz 9. — Zu streichen sind: 50. Keller'sche Druckerei, Sonnenstraße 6. 95. Stern, S., Wiener Feinbäckerei, Seltersweg 2. 14. Fritsch, Wilhelm, Seltersweg 83.
* * Zu dem gestern gemeldeten bedauerlichen Unglücksfalle hören wir, daß ein Theil der bei der Margarethenhütte umgestürzten Hochofenschlacken der Bahn zum Bahnhofs-Umbau überlassen worden ist; diese läßt die Schlacken durch einen Unternehmer abfahren und in dessen Betriebe ereignete sich der Unfall.
* * Steckbrief. Die hiesige Staatsanwaltschaft hat den Steckbrief gegen den schon seit mehreren Jahren flüchtigen Oeconom Reinhard Schaum von Herrnhaag erneuert. Der Haftbefehl stützt sich auf Verleitung zum Meineid.
* * Untersuchung. Gestern wurden bei sümmtlichen Metzgern polizeilich Proben von Schweineschmalz zum Zwecke der chemischen Untersuchung auf Reinheit entnommen.
* * Ergriffen. Der kürzlich dahier von der Außenarbeit, entsprungene und wegen des Einbruchs im Bürgermeistereigebäude in Verdacht gezogene Strafgefangene C. Hofmann ist in Essen a. R. verhaftet worden und wird demnächst nach hier verbracht werden.
* • Verhaftet. Ein dahier beschäftigter Schreinergeselle von auswärts wurde wegen Betrugs und Urkundenfälschung zum Nachtheil seines Meisters in Hast ge* nommen.
* * Gestohlen. Aus einem Garten an der Rodheimer- straße wurde in verflossener Nacht eine Parthie Wäsche, als Hosen, Taschentücher, Strümpfe rc. gestohlen. Ein deS Diebstahls verdächtiger Arbeiter wurde verhaftet.
* * Gebrauchsmuster - Eintragung. Ringförmiges Pessar mit Desinsectionsmittel-Behälter, Dr. Paul Weißgerber, Kreisarzt in Lauterbach, 28. April 1894.
* * Reserveanzug. Der „Reichsanzeiger" bezeichnet die Zeitungsmeldung, daß die aus dem Militärdienst schei- denden Reservisten künftig keine Entlassungsanzüge mehr bekommen sollten, als irrig. Das Kriegsministerium habe angeordnet, ganz abgesehen von der Länge der Dienstzeit solle jeder Mann, welcher bei der Entlassung Civilkleider ober Mittel zu deren Anschaffung nicht besitzt, einen Eitt- lassungsanzug erhalten.
’ * Auszeichnung. Auf der mit dem 11. internationalen medicinischen Congreß in Rom verbundenen Ausstellung erhielt u. A. das Großh. Ministerium des Innern, und der Justiz ein Ehrendiplom.
* * Zum ersten Male in diesem Jahre sollen diejenigen Mannschaften des Beurlaubtenstandes der Infanterie, welche zu Friedensübungen eigene brauchbare Fußbekleidung mitbringen und tragen, eine Prämie von je drei Mark für die Hebung erhalten. Die Absicht, die seitens des Kriegsministeriums dabei verfolgt wird, zielt dahin, die Reservisten u. s. w. anzuregen, daß sie sich stets im Besitze kriegsbrauchbaren und eingetragenen Schuhzeuges befinden, wodurch namentlich die hohe Ziffer der Fußkranken vermindert werden soll. Für diese Prämien sind im Reichshaushalt 150000 Mk. eingestellt worden.
* ♦ Kapellmeister Kern. Es dürste die Freunde und Bekannten des früheren Hoboisten des 116. Infanterie Regiments und späteren Capellmeisters des Jnf.-Regts Nr. 118, Herrn F. A. Kern, interessiren, daß derselbe jetzt in Merrill, Wis. U. St., eine recht annehmbare Stellung als Professor der Musik gesunden hat. Wie dec dort in englischer Sprache erscheinende „Merrill Advokate" berichtet, veranstaltete Herr Kern unter Mitwirkung seiner Gattin, eines deutschen Gesangvereins, sowie einiger namhaften Künstler kürzlich ein großes Concert, welches einen außerordentlichen Erfolg hatte und bei welchem sowohl Herr Kern wie feine als vorzügliche Pianistin bekannte Frau reiche Triumphe feierten.
Anszng aus den Ktandesanrtsregistern
ver Stadt Gießen.
Aufgebote.
Juni: 4. Konrad Becker, Zcihlmeister-Aßpirant zu Kassel, mit Bertha Eltfe Louise Nahrgaug Hierselbst. 4 Karl Louis Wilhelm Fäuerbach, Kaufmann zu Friedberg, mit Withelmilie Luise Karoline Malkomesius Hierselbst. 6. Ludwig Adolf Haubach, Schlossermtister dahier, mit Marte Luise Rühl hterseibst.
Geborene.
Mai: 27. Dem HilfsgertLtsschreiber Carl Seitz ein Sohn, Carl. 31. Dem Großh. Untversitäts-Prosesfor Dr. Reinhard Frank ein Sohn. 31. Dem Kaufmann August Monianus II. eine Tochter. 31. Dem Heizer Ludwig Waldschmidt eine Tochter, Frieda Minna Dina. Juni: 2. Dem Flaschenbierhändlec Ludwig Wagner eine Tochter. 2. Dem Kaufmann Wolf Katz ein Sohn, Julius. 3. Dem Bierbrauer Johann Heinrich Kraushaar ein Sohn, Johann Curt Heinrich, 5. Dem Kaufmann Joseph Sauer eine Tochter. 6. Dem


