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Nr 133 Erstes Blatt.
Sonntag den IO. Juni
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Trr chi,h,n,r Anjcigcr erscheint täglich, nut Ausnahme bcS Montag-.
Die Gießener Aa mirtenölLtler werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Gießener Anzeiger
Kenerat-JCnzeiger.
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chratisöeitage: Gießener IamikienbCätter.
Alle Annoncen-Burraux de- In» und Au-lande- nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgeg«.
Bekanntmachung.
Die Betretung des Bauplatzes in der Moltkestraße zwischen der Wieseckbrücke und der Grünbergerstraße, sowie das Be- treten des provisorischen Steges über die Wieseck auf der genannten Straße ist bei Meidung der in § 366 pos. 10 des Neichsstrafgesetzes angedrohten Strafen (Geldstrafe bis zu 60 Mark oder Haft bis zu 14 Tagen) für jeden Unbefugten verboten.
Gießen, den 9. Juni 1894.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
_________________Fresenius.__________________
Gefunden: 1 Taschenmesser, 3 Borstecksnadeln, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Münze, 1 Schlüssel, 1 Scheere, 1 Sturmlaterne, 2 Päckchen Cigarren, 1 Aschekasten, 1 Bett» kiffen, 1 Schirmfutteral, 1 Schirm, 1 Kragen, 1 Taschentuch, 1 Damengürtel, 1 Damenhandschuh, 1 Paar Damenstiefel, 1 Pferdedecke und 1 Sack mit Inhalt.
Zugelaufen: 1 weißer Spitzhund.
Zugeflogen: 1 Taube.
Gießen, den 9. Juni 1894.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
_________________Fresenius._________________
Das Berzeichnlß der seit der vorjährigen Steuerregulirung ganz neu erbauten, sowie der durch Bauveränderungen im Werth erhöhten oder verminderten und der ganz abge« gangenen Wohnhäuser und Gewerbsanlagen liegt von heute ab auf dem Büreau de» unterfertigten Ortsgerichts auf die Dauer von vier Wochen zur Einsicht der Interessenten offen.
Gießen, den 8. Juni 1894.
Grobherzogliches Ortsgericht Gießen. Gros.
Deutscher Reich.
Darmstadt, 8. Juni. Wie nun bestimmt ist, werden Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin nebst Gefolge vom 14. bis 17. Juni in Mainz Aufenthalt nehmen. — Durch verschiedene Blätter ging vor einigen Tagen die Mittheilung, wonach am hiesigen Hofe zum 15. August d. I. der Besuch Sr. Majestät de- Kaisers von Oesterreich bevorstehen solle. Demgegenüber ist die „Darmft. Ztg." beauftragt, zu constatiren, daß bei unserem Großherzogltchen Hofe nicht- bekannt ist, daß im Monat August ein Besuch Seiner Majestät des Kaisers von Oesterreich zu erwarten ist, während für Mitte October d. I. Seine Majestät Allerhöchstseinen Besuch in Aussicht gestellt haben.
Neueste Nach^lchten.
Wolffs telegraphisches Korrespondent- Bureau-
Berlin, 8. Juni. Die Berathungen des Colonialraths eröffnete Director Kayser mit einem Bericht über die Lage und die Entwickelung der deutschen Colonien im vergangenen Jahre. Der „Nationalzeitung" zufolge betonte er, daß, wenn auch der rauschende EathusiasmuS für unsere Colontalbestrebungen geschwunden sei, sich doch in weiteren Streifen jetzt ein tieferes Berständntß für die Ziele der Colo- nialpolitik und ihre Bedeutung als nationales Unternehmen bemerkbar mache- sie fei in das allgemeine Bewußtsein übergegangen. Auch andere Redner bestätigten die allgemeine Stärkung der Colonialidee im BolkSbewußtsein. Wie der „Reichsanzeiger" mittheilt, wurde in der Versammlung die Verstärkung der Schutztruppe mit Genugthuung begrüßt und
mit dem Vorsitzenden Director Kayser die Umsicht anerkannt, mit welcher der Gouverneur von Ostafrika, Scheie, für die Herstellung der Sicherheit gesorgt, sowie die Erschließung de» Landes gefördert hat. OechelhäuserS Ausführungen über de« Bahnbau sanden allgemeine Zustimmung. Bezüglich Südwest- afrtkaö wurde die Nothwendigkeit einer direkten Schiffsverbindung mit der Heimath, sowie einer Cabelverbtndun» betont. Die Grundbuchordnung für Deutschostafrika wurde einem Ausschüsse überwiesen. Die zweite Plenarsitzung findet heute um 3 Uhr statt.
Berlin, 8. Juni. Die Verhandlung gegen den Abgeordneten A hlwardt wegen Beleidigung des Finanzminister» Miquel, welche auf morgen angcsetzt gewesen war, ist auf unbestimmte Zeit vertagt worden.
Danzig, 8. Juni. Die Untersuchung hat Cholerabazillen im Wasser an der Schleuse zu Plehnendors ergeben, weßhalb die hiesigen Badeanstalten polizeilich geschlosse« wurden. Zwei neue Erkrankungen werden avS dem Kreise Thorn gemeldet.
Depeschen de» Bureau „Herold".
Berlin, 8. Juni. Unter dem Vorsitze v. Ploetz'S ist heute Vormittag der Ausschuß deSBundeS der Landwirt he zu einer Sitzung zusammengetreten. Auf der Tagesordnung stand: die Stellung des Bundes zu den Landwtrth- schaftSkammern, das Versicherungswesen, das Genossenschaftswesen und das SpirituSmonopol, sowie eine Petition des deutschen LandwirthschaftSrathS.
Berlin, 8. Juni. Die Deputation des Regiment» Royal Dragoona wohnte heute der Besichtigung de» 1. Garde-Dragoner-Regiments auf dem Tempelhofer Felde
Von dem elften deutschen Bundesschietzen.
Mainz, im Juni 1894.
(Nachdruck verboten.)
Noch eine volle Woche trennt uns von dem Beginn deS elften deutschen BundeSschießens und doch dreht sich um dasselbe heute hier schon säst das ganze öffentliche Leben! Nicht ohne Grund haben die maßgebenden Persönlichkeiten lange gezögert, bis sie sich zur Uebernahme des Festes entschließen wollten. Man war sich wohl bewußt, was es heißen will, ein Fest von der Bedeutung eines Bundesschießens würdig zu veranstalten, zumal eS nicht unbekannt, daß größere, bedeutendere und reichere Städte wie Mainz nicht in der Lage waren, alle Schwierigkeiten zu beseitigen, welche der Durchführung eines so großen Unternehmens hindernd im Wege stehen.
Man gab schließlich vielseitigem Drängen nach, dabei hauptsächlich darauf rechnend, die gesammte Bevölkerung von Mainz für die Mitwirkung an dem Feste zu gewinnen. In letzterer Berechnung hat man sich nicht geirrt, denn von dem Augenblick an, als es feststehende, unabänderliche Thatsache war, daß in Mainz das Bundesschießen zur Abhaltung kommt, wurde Jedermann hier sofort mit sich einig, daß, wenn man einmal A gesagt, auch B sagen müsse, und es daher eine Pflicht der Allgemeinheit hier sei, alle Kräfte zum Gelingen des Ganzen einzusetzen. Alle Rücksichten und Meinungs- verschiedenheitcn ließ man verschwinden und nur der eine Gedanke belebte Alle, daß Mainz als Festort des elften deutschen Bundesschießlns den anderen Städten, welche bis jetzt Bundesschießen in ihren Mauern hatten, würdig zur Seile stehen möge.
Mil Leichtigkeit überwand man die nicht zu unterschätzende Schwierigkeit bezüglich des Garantiefonds, der mit Rücksicht auf die colossalen Ausgaben — allein die verschiedenen Bauten erfordern eine halbe Million — eine beträchtliche Höhe haben mußte. Mit gleicher Leichtigkeit fanden sich für die zahlreichen Commissionen die geeigneten Persönlichkeiten, die sich mit Berständniß, Lust und Liebe der Bewältigung der Riesenarbeit Hingaben.
Bis aus unbedeutende Kleinigkeiten ist das Werk heute bereits so gut wie vollendet und ohne Ueberhebung und Uebertreibung kann man heute schon sagen, daß, vorausgesetzt, daß keine elementaren oder sonstige unvoraussehbare Ereignisse eintreten, das goldene Mainz ein Fest sehen wird, wie ein ähnliches in einer Stadt von der gleichen Größe wie Mainz noch selten oder vielleicht noch nie gefeiert wurde.
Neben der allgemeinen begeisterten Theilnahme der fest- geübten, heiteren, lebensfrohen Bevölkerung har Mainz bei dem Bundesschießen gegenüber vielen anderen Städten den Vorzug, daß es über einen Festplatz verfüg:, wie er in der That bezüglich seiner Lage, Größe und Entfernung von der Stadt nicht schöner gedacht werden kann. Durch nachstehende
। kurze Wanderung nach demselben wird sich der auswärtige | Besucher des Schützenfestes hier leicht orientiren können und I gleichzeitig einen annähernden Begriff von den Dimensionen und der Disposition des gesammten Festplatzes sowohl wie von einzelnen Bauten aus demselben bekommen.
Auf einer weitgeslreckten Anhöhe, von welcher man eine herrliche Aussicht nach dem Rhein und Main, sowie nach dem Taunus und der Bergstraße genießt, gelegen, stößt der Festplatz unmittelbar an die „Neue Mainzer Anlage," dieses weithin bekannte reizende Stückchen Erde! Von dem Centrum der Stadt gelangt mau durch größtentheils breite und schöne Straßen in kaum fünf Minuten an den Eingang der „Neuen Anlage," durch deren wohlgepflegte, zu beiden Seiten mit reizenden Blumenbeeten und saftigen Rasenplätzen umsäumte Wege und schattige Laubgänge man in wenigen Minuten ohne Anstrengung den Festplatz erreicht, auf welchen man bei Benutzung der Straßenbahn oder einer der sonstigen zahlreichen Fahrgelegenheiten auch auf anderen Wegen in nicht mehr wie zehn Minuten von der Stadt aus kommen kann.
Zwischen der „Neuen Anlage" und dem Fe^tplatz, der eine Gesammtlänge von circa 690 Meter und eine mittlere Breite von circa 320 Meter hat, liegt ein halbkreissörmiger Platz von 55 Meter Halbmesser mit einem Rasen-Rondell in der Mitte. Hinter dem Rondell betritt man durch das mittlere Thor des Hauptportals den Festplatz in der Diagonalrichtung, welche auf den im Mittelpunkt des Platzes aufgestellten Gabentempel führt. Das von dem Architecten Clemens Rühl hier entworfene Portal hat mit seiner Einfriedigung die Gestalt eines, mit Thürmen und Zinnen gekrönten Mauern befestigten mittelalterlichen Stadtthores. lieber dem mittleren, überwölbten, zehn Meter breitem Thor erhebt sich auf massigen Steinpfeilern der eigentliche Thorbau. Der Ouaderunterbau desselben wird durch einen ringsum vorspringenden Fries in Fachwerk bekrönt; in der Mitte der quadratische Hauptthurm, dessen Spitze sich 22 Meter über dem Boden erhebt. In den Feldern des Fachwerkfrieses sind die Wappen der deutschen Bundesstaaten, auf den nach Außen und nach dem Feftplatz zugekehrten Flächen des Thurmes der deutsche Reichsadler aus Goldgrund (sechs Meter hoch). Auf den Steinpfeilern seitlich der Wölbung ist noch das hessische und Mainzer Wappen angebracht.
Der zunächst dem Eingangsthor gelegene ftockseitige Gebäudecornplex bildet den eigentlichen Theil des Fcstvlatzes mit den Festbauten, während auf der Rückseite des CornplexeS auf einer Länge von 300 Meter die Schießhalle mit den 145 Schießständen dahinter placirt ist. Vor dem mittleren Eingänge der Schießhalle steht das Schießbureau. Gleichlaufend mit der Längsachse an der südwestlichen Seite des Platzes erhebt sich, in üblicher Weise aus geführt, die Fest- Halle, von deren riesigen Dimensionen man sich einen um gesähren Begriff machen kann, wenn man erfahrt, daß in derselben nicht weniger als 3700 Sitzplätze sind, d. h. Sitz
plätze, daß 3700 Personen bei einem Bankett bequem Platz finden können. Der Festhalle gegenüber, auf der Rheinseite befinden sich in weiter Ausdehnung die Restaurationsgebäudc des Münchener Löwenbräus und des Hanauer Hofbräu», sowie ein Platz für einen Fesselballon. Der Schiebhalle gegenüber liegen ebenfalls Restaurationögebäude: die 2000 Sitzplätze enthaltende Halle für den Ausschank offener Weine, eine zweite Halle des Hanauer Hofbräus und de» Wiener Cafv. Daran anschließend in der westlichen Ecke de» Festplatzes ist der Juxplatz mit dem Fleckenftein'schen Riesen- Elephanten. Letzterer ist ein terrassenartiger Ausbau vo« 35 Meter Höhe, der die Form eines Elephanten hat und dessen Inneres in verschiedenen Abteilungen ähnlich de« Eiselthurm in Paris, Bier-, Wein- und Champagner-Restaurationen birgt. Das Geripp des RiesenthiereS ist massiv von Eisen hergestellt und geschieht der Aus- und Abgang zu demselben durch die colossalen Beine.
Gewissermaßen als Krönung des Ganzen ragt in der Mitte des Festplatzes der Gabentempel hervor, der einen luxuriösen Anblick bietet. Auf breitgelagertem, achteckigem Unterbau, zu dem vier breite Freitreppen hinaufführen, erhebt sich in den Formen italienischer Renaissance der Kuppelbau des Tempels. Bon den Freitreppen gelangt man zunächst zu dem 3 Meter breiten Rundgang, von welchem die in dem lO'/x Meter tiefen Ausstellungsraum hinter einer Glaswand aufgestellten Fest- und Ehrengaben besichtigt werde« können. Im Innern des Ausstellungsraumes führt eine Wendeltreppe nach der 11 Meter hohen Plattform, vo« welcher man den ganzen Festplatz übersehen kann. Ueber dieser Plattform erhebt sich bis zu einer Höhe von 22 Metern ein schlanker kuppelgekrönter Thurmausbau mit hohen Bogenfenstern , von dessen Spitze die Reichssahne weht. Die Geländer der Freitreppen, die Brüstungen des Rundgange» und die Plattform sind als Steinbalustraden ausgebildet, plastisch ausgesührte Fruchtgehänge beleben die Flächen über dem Dach des Rundganges und die Shippel ist als Kupferdach mit reicher Vergoldung dargestellt. Das ganze Gebäude hat die leuchtende Farbe eineß weißen Sandsteins erhalten. Der Entwurf zu dem Gabentempel ist von dem genialen Architecten Wilhelm Usinger hier, der überhaupt die Oberleitung über sämmtliche Festbauten hatte.
Breite Wege führen um sämmtliche vorgeschriebene Gebäude herum und gewähren selbst bei dem größten Verkehr Spielraum zur freien Circulation Außerdem durchschneide« noch vier Wege in der Richtung der Achsen und der zwei Diagonalen, welche sich in einem kreisrunden mittleren Platze vereinigen, worauf sich der Gabentempel erhebt. Die Flächen zwischen den Wegen bilden grüne Rasenteppiche und sind mit einer Reihe von Fahnenmasten umfänmt.
Die Beleuchtung deS Festplatzes, wie auch der verschiedenen Hallen geschieht mittelst electrischen Lichts.


