Scchshelden von derselben Behörde wegen Diebstahls; Schlosser Georg Victor Maria Scharek aus Ratibor vom Amtsgericht Worms wegen Strafvollzugs,- Tapezier Theodor Alwin Ender aus Groß-Schönau bei Bautzen von demselben Amtsgericht wegen Strafvollzugs- Schleifer Philipp Hitzel von der Staatsanwaltschaft in Darmstadt wegen Urkundenfälschung- Landwtrth Philipp Meng aus Hohen - Sülzen vom Untersuchungsrichter II in Mainz wegen betrügerischen BankerottS- dte verheirathete Taglöhnerin Elise Müller aus Weckers- Heim von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Diebstahls- Steinmetz Johs. Römer aus Bensheim vom Amtsgericht Zwingenberg wegen Widerstands - Arbeiter Franz Carl Seibert aus Offenbach vom Untersuchungsrichter II in Darmstadt wegen Unterschlagung.
** Pfingst-Urlaub. Während der Pfingstfeiertage werden so viele Mannschaften beurlaubt, als sich mit den dienstlichen Verhältnissen vereinbaren läßt. Für die zeitliche Ausdehnung dieser Beurlaubungen wurden die Ausbildungsrücksichten als maßgebend bezeichnet. Auch die Bestimmungen wegen der Ernte-Beurlaubungen, bezüglich deren trotz Einführung der zweijährigen Dienstzeit bet den Fußtruppen eine wesentliche Aenderung nicht eintreten soll, werden demnächst erwartet.
♦♦ Die Bestimmungen des n§ 21 der Verkehrsordnung für die Eisenbahnen Deutschlands, betreffend das Verfahren gegen Reisende ohne giltige Fahrkarte», werden von dem Publikum nicht derart .beachtet, wie es das Interesse der Reisenden erfordert. Nach den besonderen Bestimmungen hat derjenige Reisende, welcher ohne giltige Fahrkarte betroffen wird, für die ganze von ihm zurückgelegte Strecke und, wenn die Zugangsstatton nicht sofort unzweifelhaft nachgewiesen wird, für die ganze vom Zuge zurückgelegte Strecke das Doppelte des gewöhnlichen Fahrpreises, mindestens aber den Betrag von 6 Mk. zu entrichten. Der letztere Betrag ist auch für den Fall zu bezahlen, daß der Zug sich noch nicht in Bewegung gesetzt hat. Derjenige Reisende jedoch, welcher unaufgefordert dem Schaffner oder Zugführer meldet, daß er wegen Verspätung keine Fahrkarte habe lösen können, hat nur den gewöhnlichen Fahrpreis mit einem Zuschläge von 1 Mk., keinesfalls jedoch mehr als den doppelten Fahrpreis zu zahlen. Um sich gegen Schaden und Weiterungen zu schützen, ist es für den Reisenden in letzterem Falle geboten, sofort vor oder beim Einstetgen dem Schaffner oder Zugführer aus freiem Antriebe zu melden, daß er sich nicht im Besitze einer Fahrkarte befinde, und nicht erst das Erscheinen des Schaffners zur Prüfung, bezw. Durchlochung der Fahrkarten abzuwarten. Die Beobachtung der sofortigen Meldung ist auch insofern besonders wichtig, als auf den abgesperrten Strecken eine Nachprüfung der bereits beim Zugang zum Bahnsteige durchlochten Karten im Zuge nur noch insoweit ftattfindet, als der Aufenthalt des Zuges auf der Station hierzu ausreicht. Reisende, welche die fragliche Meldung unterlaffen, haben demnach bei unterwegs stattfindenden Zugs- revifionen durch die hierzu besonders angestellten Zugsrevisoren zu gewärtigen, daß von ihnen der doppelte gewöhnliche Fahrpreis, mindestens aber der Betrag von 6 Mk. etn- gezogen wird. Der Reisende setzt sich außerdem einer strafrechtlichen Verfolgung wegen Betrugs aus.
Darmstadt, 5. Mai. Der eine der beiden Großherzoglich hessischen Fabrikinspectoren, Herr Fritz Kraus dahier, ist unter sehr günstigen Bedingungen als Münz dir ector der südafrikanischen Republik (Transvaal) nach Pretoria berufen worden und derselbe beabsichtigt in aller Kürze zur Ueber- nahme dieser Stellung dorthin abzureisen. Kraus war früher hessischer Münzmeister und folgte dann, als das Eingehen der Darmstädter Münze beschlossene Sache war, einem Rufe nach Oft elften zur NeueinfUhrung des Münzsyftems im Königreich Korea, woselbst bis dahin alle Zahlungen nur in Naturalien, insbesondere in Erbsen und Reis, geleistet wurden. Herr Kraus unterzog sich innerhalb mehrerer Jahre der ihm gestellten Aufgabe, trotz der in Korea ausgebrochenen Wirren, mit bestem Erfolge und richtete in Söul eine Münze nach europäischem Muster ein. Nach seiner Rückkehr in die Heimath wurde ihm die damals neu geschaffene Stelle des zweiten hessischen Fabrikinspectors übertragen, zu deren Wirkungskreis die Provinz Oberhessen und ein Theil von Rheinheffen gehören.
Darmstadt, 7. Mai. Der zweite hessische Katholikentag fand gestern Mittag 3 1/2 Uhr im städtischen Saalbau hier statt, und zwar wurden wegen des sehr starken Zudrangs von Theilnehmern zwei Versammlungen, die eine im großen Saale unter dem Vorsitze des Herrn Landtagsabgeordneten Dr. Schmitt aus Mainz, die andere im Garten, präsidlrt von Herrn Landtagsabgeordneten Frhr. Dael von Ko et HW an scheid, abgehalten. In der erstgenannten Versammlung begrüßte Namens des Localcomitös Herr Bankbeamte Lippert die Erschienenen, indem er auf die dem Katholikentag zur Erörterung obliegenden Gegenstände hinwies und zur Einigkeit gegenüber den Gegnern ermahnte. Herr Dr. Schmitt sprach sodann über den sehr zahlreichen Besuch seine Freude und seinen Dank aus und erinnerte im Weiteren an den nahe bevorstehenden Jahrestag der 102. Wiederkehr des Geburtstages des Papstes Pius IX. und die heutige Lage des Oberhauptes der katholischen Kirche. Die Ansprache gipfelte in einem dreifachen Hoch auf den Landesherrn und Seine hohe Gemahlin, sowie Papst Leo XIII. — Ueber die Ordens frage verbreitete sich Herr Jnstitutsvorsteher Dr. Kübel aus Gießen. Er meinte u. A., die Protestanten wetteiferten auf dem Gebiete der Mission und Nächstenliebe mit den Katholiken, seien aber leider nicht im Stande, den Segen des Ordenswesens zu begreifen, und suchte die speciell gegen den Jesuitenorden, deffen Wirken näher erörtert wurde, erhobenen Vorwürfe zu widerlegen. Die im Anschluß an den Vortrag angenommene R-es o luti on forderte die Wiederherstellung der territorialen Unabhängigkeit des Papstes, die Aufhebung des Gesetzes, betreffend den Mißbrauch der geistlichen Amtsgewalt, und des Gesetzes, betreffend die Vor
bildung und Anstellung der Geistlichen, sowie Beseitigung des Ordensgesetzes. — Die sociale Frage war Gegenstand einer Ansprache des Herrn Rechtsanwalts Dr. Frenah aus Mainz. Der Redner spricht zunächst von der unchrist- lichen Richtung unserer Zeit, die bedenkliche Früchte zu reifen beginne. Die Beseitigung der im socialen Leben hervorgetretenen Mißstände liege auf dem religiös-sittlichen und materiellen Gebiete. In ersterer Beziehung müsse es wieder dahin kommen, daß nicht der Egoismus, sondern das höhere göttliche Gesetz die Triebfeder des menschlichen Denkens und Handelns werde- die Religion dürfe nicht als eine polizeilich geschützte Institution, sondern als das lautere Evangelium des Welterlösers erscheinen- die Menschen sollten sich gegenseitig hilfreich beispringen, aber nicht mit Hochmuthsdünkel, sondern mit christlich wahrer Liebe, die vom Herzen zum Herzen spricht. Als materielle ober ökonomische Forderungen werden bezeichnet der Schutz der ehrlichen Arbeit, die Entlastung der unteren Klassen von öffentlichen Abgaben, die Erhebung einer nach oben progressiven Einkommensteuer, die größere Berücksichtigung der Interessen der Landwirthschaft und des Handwerks durch die Gesetzgebung, die gesetzliche Fixirung der Arbeitszeit u. dgl. m. Der Redner schloß mit dem Wunsche, daß alle christgläubigen und staatserhaltenden Elemente sich gegen die auf den Umsturz abzielende Socialdemokratie — zu deren Characterisirung vorher das Erforderliche ausgeführt worden war — vereinigen möchten und betont, man werde in dieser Beziehung gern mit Anderen zusammenarbeiten. Eine Resolution im Sinne der Frenay'schen Ausführungen fand Annahme. — Ueber die Schulfrage referirte Herr Pfarrer Schäfer von Ober-Ingelheim. Eine seine Darlegungen resumirende und von der Versammlung angenommene Resolution fordert die Wiedereinführung der Confessionsschule in Hessen, die Einrichtung eines katholischen Schullehrer-Seminars daselbst (in Bensheim), eine Verordnung dahin, daß der Kirche volle Freiheit in Ertheilung des Religionsunterrichts gewährt wird, Aufhebung der Bestimmung, daß die Ordensleute von der Schule ausgeschloffen sind u. s. w. — Das Referat über die Presse hatte Herr Rechtsanwalt v. Brentano aus Offenbach a. M. übernommen. Der Redner constatirt, nachdem er der Bedeutung der Presse überhaupt gedacht, den großen Aufschwung der katholischen Preffe in den letzten zwanzig Jahren, stellt verschiedene Gruppen von Zeitungen auf, pole- misirt dann scharf gegen die „den Character verwässernde" sogen, farblose Presse der Generalanzeiger u. s. w. und die socialdemokratische Presse, der Religion und Sitte, Vaterland und Liebe zum häuslichen Herd überwundene Standpunkte seien. Im Weiteren wird dahin plaidirt, daß die Presse der großen christlichen Confessionen, eingedenk des Wortes, daß die Religion das Wort des Volkes ist, sich einigen solle, und werden die Anforderungen erörtert, die man an die gute christliche Presse zu stellen hat, als Wahrhaftigkeit, Kämpfen mit christlichen Waffen für die von Gott eingesetzte Autorität, thunlichste Vermeidung der persönlichen Kritik, möglichstes Betonen deffen, was alle Christen einigt, nicht was sie trennt, freie und unabhängige Stellung, Aufschlußgeben über die wahre Volksstimmung u. s. w. Die beiden großen christlichen Confessionen würden hoffentlich mehr und mehr erkennen, daß sie gemeinsam gegen diejenige Richtung Front zu machen hätten, deren Sieg gleichbedeutend mit dem Untergänge aller Cultur und Sitte wäre. Der Vortragende fordert schließlich die Anwesenden zur Unterstützung der katholischen Presse und zum Eintritt in den Preßverein für die Katholiken Deutschlands auf. Eine dementsprechende Resolution nahm die Versammlung an. — Auf ein Tags zuvor nach Rom gesandtes Telegramm ertheilte, wie nunmehr verkündet wurde, Papst Leo XIII. der Versammlung den apostolischen Segen. Alsdann ergriff Herr Dr. Schmitt zur Schlußansprache das Wort, worin er u. a. barlegte, aus welchen Gründen die hessische Centrumspartei mit der stärksten Partei im Landtage, der nationalliberalen, nicht zusammen- gehen könne, ferner erwähnte, daß bei den nächsten Landtagswahlen die Parole der Partei sein werde: für oder wider die Ordensgesetze, der Stellung der preußischen gesetzgebenden Factoren zur Ordenssrage gedachte und schließlich die friedfertige Gesinnung der Katholiken, die mit allen ihren Mitbürgern im Frieden leben wollten, versicherte. Nach einem dreifachen Hoch auf Herrn Bischof Dr. Haffner wurde bald nach halb 7 Uhr mit dem katholischen Gruß die Versammlung geschloffen. (D. Z.)
D. Maiuz, 7. Mai. Elftes deutsches Bundesschießen. An dec Fertigstellung der Bauten auf dem weitausgedehnten Festplatze wird jetzt mit allem Eifer gearbeitet. Der Vollendung am nächsten sind die Festhalle, die Schießhalle und das Schießbureau, während sich die offene Weinhalle erst im Gerippe zeigt. Ein prächtiger Kuppelbau wird der Gabentempel, ebenso zeigen das thurmgekrönte Portal und die bayerische Bierhalle sehr schmucke Bauformen. Auch die übrigen Bierhallen, die Küchen- und Anrichteräume, die Musiktempel und Tanzböden, die electrische Beleuchtungs- Anlage sind im Werden. Von dem Riesen-Elephanten, der als Aussichtsthurm dienen wird, sieht man bereits das eiserne Gerippe. — Nach Anzeige des Hofmarschallamts in Berlin hat Se. Majestät der deutsche Kaiser, um sein Interesse an dem Bundesschießen zu bethätigen, für dasselbe einen Ehrenpreis gestiftet. — Von neuerdings angemeldeten Ehrenpreisen sind noch zu erwähnen: Hamburger Schützengesellschaft 1 Pocal i. W. von 750 Mk. - Leipziger Schützengesellschaft zwei Ehrenpreise von je 200 M. in Etuis- Berliner Schützenbund 300 M. - Altschützengesellschaft Gotha je einen Becher i. W. von 60 M. auf Stand und Feld, sowie 100 M. auf Scheibe Deutschland - Donnerstags - Schützengesellschaft in Frankfurt a. M. 100 M. - Schützenverein Rüsselsheim eine Nähmaschine- H. C. Huch-Berlin ein Krimstecher- Fritz Bruch Mainz eine Ehrengabe 300 M. - Bezirks-Schützenverein- Thüringen 150 M. - Wilh. Schmolz u. Co., Solingen eine Ehrengabe- Bürger!. Schützengesellschaft Schweinfurt Baar in Etui 100 M.- Ludw. Felmer, Schriftführer des Central-
Ausschusses 200 M-- Executiv-Comits des Provinzial-Schützenfestes in Florenz eine Schale und eine goldene Denkmünze 160 M.- Hamburger Schützengesellschaft ein Kaffee- und Theefervice mit Brett 125 Mark- Schützengesellschaft Sprendlingen 100 Mk. in Etui 105 Mk. - Gg. Jacobs, 2. Schützenmeister der Mainzer Schützengesellschaft, Vorsitzender des Schieß-AuSschnffes auf Feldscheibe Berlin, Leipig, Frankfurt und Mainz je eine goldene Damenuhr zu 50 Mk., 200 Mark.
Verrnischte-.
* Luftkurort Laasphe a. b. Lahu, 8. Mai. Wer für sich oder seine Familie in der bevorstehenden Reisesaison einen Sommeransenthalt sucht, dem empfehlen wir das von Jahr zu Jahr mehr in Aufnahme kommende Landstädchen Laasphe, das, im oberen Lahnthal zwischen Westerwald und Rothhaar- gebirge, in einen Kranz schön bewaldeter, mit Eichen, Buchen und Tannen bestandener Berge eingebettet liegt. Bei seiner hohen (320 Meter über den Meeresspiegel) und doch geschützten Lage, seiner ozonreichen Luft und seiner vorzüglichen Quellwasserleitung bietet es alle Bedingungen für einen gesunden, nervenstärkenden Aufenthalt. Bei der Stadt münden eine Anzahl von Nebenbächen in die Lahn, welche idyllisch schöne Seitenthäler durchfließen, wodurch eine Fülle von Abwechselung in die zu unternehmenden Spaziergänge und Ausflüge gebracht wird. Ueberall in den Thälern sowohl, wie auf die Höhen führen bequeme schattige Wege, welche Seitens des dortigen Gebirgsvereins reichlich mit Wegweisern versehen und mit Ruhebänken ausgestattet sind. Die Stadt wird überragt von dem schloß Wittgenstein, in dessen nächster Umgebung sich besonders schöne Promenadenwege, wie auch zwei Pensionen befinden. In der Stadt selbst sind mehrere gute Hotels, Pensionen und eine Anzahl Privatlogis vorhanden. Zwei tüchtige Aerzte und eine Apotheke befinden sich am Orte. Sportliebhabern bietet sich Gelegenheit zur Ausübung der Jagd und Forellenfiischerei. Erreicht wird Laasphe mittelst der Eisenbahn Marburg-Creuzthal, welche an beiden Enden der Stadt Stationen besitzt (Laasphe und Friedrichs- Hütte) und auf welcher täglich in jeder Richtung fünf Züge mit birecten Anschlüssen von und nach Berlin, Hamburg über Cassel und Hannover, Frankfurt a. M. und Cöln verkehren. Zu jeder näheren Auskunft ist der Vorsitzende des dortigen Gebirgsvereins, Major a. D. Geisler, bereit.
* Marburg, 8. Mai. In den Tagen des 9., 10. und 11. Juni wird in Marburg, dem vom Gauturntage gewählten Festorte, das 22. Gauturnsest des Gaues Hesse» IX. Kreis (Mittelrhein) abgehalten. Die sestgebende» Vereine sind „Turnverein", „Turngemeinde" und „Academ. Turnverein (A. T.-V.)". Es wird ihnen aus allen Kreisen der Bürgerschaft eine der guten Sache angemessene Unterstützung zu Theil. Die vor einiger Zeit von dem Hauptfestausschuß gebildeten Einzelausschüsse haben schon eine rege und eifrige Thätigkeit entfaltet, um die zu einem würdigen und schönen Verlaufe eines so großen Turn- und Volksfestes erforderlichen weitverzweigten Vorbereitungen und Maßnahmen in bester Weise zu treffen. Die hiesigen Vereine Haden ihre Betheiligung am Feste bereits zugesagt. Von den 40 Turnvereinen des Gaues Hessen außerhalb Marburg, an die Rundschreiben und Einladungen ergangen sind, steht eine sehr zahlreiche Theilnahme sicher zu erwarten. Es werden voraussichtlich 3—400 auswärtige Turner zum Feste erscheinen, so daß man auf die turnerischen Vorführungen und Leistungen sowohl im Einzelwettturnen als im Musterriegenturnen mit Recht gespannt sein darf. Als Festplatz ist der in nächster Nähe der Stadt schön gelegene weitausgedehnte Exercierplatz, der sogenannte Kämpfrasen, mit anerkennenswerther Bereitwilligkeit der Behörden zur Verfügung gestellt worden. Er wird den schon fertiggestellten Entwürfen und Plänen nach einen großen, abgeschlossenen Turnplatz, 2 Tanzplätze, 2 Musik« tribünen mit Sängerpodium, 5 geräumige, gegen jede Unbill der Witterung geschützte Wirthschaftshallen und den bei einem Volksfest unentbehrlichen Juxplatz umfassen. Das Ganze wird Abends in prächtiger Weise electrisch beleuchtet werden. Die Veröffentlichung des reichhaltigen Festprogramms erfolgt bald. Nach Allem aber darf man sich wohl der Hoffnung hingeben, daß das Fest ein sehr schönes wird. Für die Festtheilnehmer werden die Sehenswürdigkeiten Marburgs, welche an sich schon hochbedeutend und für Jedermann interessante Anziehungspunkte bilden, unentgeltlich gezeigt werden. Der gute Ruf Marburgs hinsichtlich seiner freigebigen Gastfreundschaft bürgt dafür, daß alle Festgäste eine freundliche Aufnahme finden und befriedigt von dem Gebotenen eine angenehme Erinnerung an die hier verlebten Stunden mit in ihre Heimath nehmen werden.
* Crefeld, 7. Mal. Der Luftschiff er Ferrel und Miß Polly hatten gestern im hiesigen Thiergarten Luftballon- Fesselfahrten unternommen. Als Miß Polly kurz vor Eintritt der Dunkelheit zum Absturz mit dem Fallschirm den Sprung aus der Gondel machte, versagte die Auslösemechanik des Schirms und die Artistin hing hülflos unter der Gondel, die zu erklettern sie nicht mehr die Kraft hatte. Endlich gelang es ihr, eins der Selle, die den in bedeutender Höhe schwebenden Ballon hielten, zu ergreifen. An diesem ließ sie sich unter Einbüßung der Haut der Handflächen zur Erde hinabgleiten. Hierbei gerieth die Luftschifferin noch in die Zweige eines Baumes und wurde dann bewußtlos weg- getragen. Des nach Tausenden zählenden Publikums hatte sich während des Vorgangs eine große Aufregung bemächtigt. Viele Frauen fielen in Ohnmacht. Die außenstehenden Zuschauer überkletterten schaarenweise die Umzäunungen, stürmten in den Garten und vermehrten so die Verwirrung.
* lieber die Rettung aus dem Laeloch wird der „Frankfurter Zeitung" weiter berichtet: Einer der geretteten Erforscher der Luelbchhöhle, Karl Zwaler, erklärt, die Gesellschaft sei schon am 29. April um Mitternacht in die Höhle in bester Ausrüstung und mit Proviant für zwei Tage eingestiegen. Sie durchwanderten die Oswaldsgrotte, um neue
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