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10.1.1894 Erstes Blatt
 
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Morgen fanb man den :h schon bejahrten Wann, and vor dn TPre D^nEtzMr^en waru dmsüdrn Tage wurde der ißen verbracht. - Auch tii int Ohr erfroreü mar, Gießen gebracht werden.

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1. Januar. Unter großer acht Kinder beerdig:, ^chen und ertrunken

aar. Der Gesangverein Hierein halten gelegentlich Sr. Majestät des deutschen ab.

Nacht wurden nur durch «inte »«8 « ®üi* cnschuppen gelegene Bah fetten w««'1' ** ItTannteto^*

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und wollte ihr nun in seinem Unverstände diese Arbeit abnehmen. Das furchtbar verbrühte Kind erlag einige Tage später seinen entsetzlichen Leiden.

Vermischtes.

Gladenbach, 8- Januar. Ernennung. Herr Catastercontrolevr M. Dietz Hierselbst wurde zum Steuer- inspecror ernannt.

*8. K. Frankfurt a. M-, 5. Januar. Heute wurde Herr Lehrer i. P. Salomon Mayer von Gießen hier zur letzten Ruhestätte geleitet. Der Abgeschiedene, der das letzte Lebensjahr bei einem Sohne hier verlebt hat, war 50 Jahre lang israelitischer Vorbeter und Religionslehrer in Gießen gewesen und hat in dieser Zeit an drei Generationen eine pflichtgetrcue und segensreiche Lehrthätigkeit geübt. Nur unter den härtesten Opfern war es ihm möglich geworden, sich zum Lchramte vorzubilden und nach Erreichung dieses Zieles strebte rr unermüdlich weiter, hörte philosophische und theologische Voilesungen an der Universität Gießen, Allen ein Vorbild selbstloser, pflichtgetreuer Thätigkeit. Viele Hunderte von Schülern werden dem milden, bescheidenen Lehrer ein dank­bares Andenken bewahren.

* Frankfurt a. M., im Januar. Bei der Frank­furt e r T ra n s p o r t -, Unfall- und Glas- Versiche- rungs-Actien-Gesellschaft zu Frankfurt a. M. wurden in der Zeit vom 1. Januar bis 31. December 1893 1765 Un tälle zur Anzeige gebracht und zwar 11 Todesfälle, 19 Jn- validikätsfälle und 1735 Fälle vorübergehender Erwerbs­unfähigkeit der Betroffenen.

* Frankfurt a. M., 8. Januar. Am Samstag, Abends gegen 10 Uhr, fand ein Bahnwärter auf der Strecke der Main-Weser-Bahn in der Nähe von Ginnheim die Leiche eines Mannes zwischen den Schienen. Nach vor­gefundenen Papieren heißt der Verlebte Heinemann Ionas und ist am 12. März 1876 zu Kesselbach, Kreis Gießen, geboten. Wahrscheinlich ist Ionas aus dem Nachm 5.40 Uhr von Frankfurt absahrenden Zuge herausgefallen. Außer einer Zerschmetterung des Unterkiefers waren Verletzungen an der Reiche nicht wahrzunehmen.

Ms. Kassel, 8. Januar. Der neuernanntc Commandeur der 22. Division (Kassel), Seine Hoheit der Erbprinz von Sachsen-Meiningen, Schwager des Kaisers, hielt gestern Abend beim Krieger-Commers zur Feier der Kaiser- proclamation eine kernige Rede über die Kameradschaft im deutschen Heere, die sehr beachtenswerth ist und das Interesse weiterer Kreise erregen wird. Seine Hoheit führte etwa Folgendes aus'.Meine Herren! Achthundert Mann sind wir heute Abend hier versammelt. Wir sehen unter uns Kameraden im bürgerlichen Kleid, Kameraden im Rock Seiner Majestät, von der niedern bis zur höheren Charge, ganz junge Kameraden, welche soeben erst unter die Waffe getreten stnd und ganz alte Herren mit ihren weißen Haaren und Bärten. Was ist es nun, was uns zusammengeführt hat, was uns zusammenhält? Es ist die Eigenschaft, die in der preußischen und deutschen Armee seit einem Jahrhundert und länger besteht, die schöne Eigenschaft der Kameradschaft. Im ganzen langen Leben bis an den Rand des Grabes, unter allen Verhältnissen und in jedem Stande hat sie sich bewährt. In dieser Vollkommenheit wie b:i uns hat die Kameradschaft kein anderes Heer in Europa. Sie behütet die moralische Kraft im Volke und stärkt das Heer, welches aus dem Volke, aus der großen freien Masse der Nation hervorgeht. Sie hat mit dazu beigetragen, das deutsche Volk einig zu machen. Meine Herren! Dieses unendliche Band der Kameradschaft, schützen Sie dasselbe, lassen Sie es sich angelegen fein, das- jj selbe zu pflegen. Sowohl den jungen Kameraden, als auch den alten rufe ich es zu: sich zusammen zu schaaren gegen l äußere und innere Feinde. Das wird uns Kraft geben. Wir stehen alle für eine Sache ein, für die Sache Seiner Majestät des Kaisers, des Repräsentanten des deutschen Vaterlandes, der deutschen Nation. Wir wirken in dieser Kameradschaft für die Macht des Vaterlandes, für das Wohl der Armee. Meine Herren! Alle, die Sie des Kaisers Rock getragen haben und noch tragen, sorgen Sie dafür, daß der Ehrenschild der Armee unbefleckt bleibt, daß Niemand es wage, ihn anzutasten. Denn nur dadurch ist es möglich, daß wir die feste Organisation, die Kaiser Wtlhelm I dem Heere gegeben und Kaiser Wilhelm II. weiter entwickelt und fest- gdegt hat, behalten, denn nur so wird es möglich sein, daß wir die Stelle festhalten, in die uns der große Heldenkaiser Wilhelm gebracht hat. In diesem Sinne erhebe ich das Glas und trinke auf die Kameradschaft im deutschen Heere, Alle, die in Kaisers Rock, die ihn getragen und noch tragen werden, sie leben Hurrah, Hurrah, Hurrah!" Die Festversammlung stimmte mit Heller Begeisterung drei­mal ein.

* Greiz, 7. Januar. Ein tragischer Vorfall er­eignete sich auf dem hiesigen Schaftetch, der an dem von der Zeulenrodaer Straße nach Untergroschlitz führenden Communi- cationSwege liegt. Zwei Schulknaben, die Gebrüder Metzner, im Alter von 10 und 13 Jahren, belustigten sich auf dem Teich mit Schlittschuhlaufen, brachen durch die dünne Eisdecke em und ertranken. Ein dritter Bruder der beiden Verun- zlückten stand am Ufer. Als das Unglück geschah, wollte er feinen Brüdern Hülfe bringen, gerietst dabei aber selbst unter das Eis und ertrank gleichfalls.

* Beruburg, 6. Januar. Heute früh 4 Uhr brach in hem hiesigen Schlöffe, in welchem die Behörden ihren Sitz haben, Feuer aus, welches bisher nicht gelöscht werden konnte. Der Kreisdirector Hagemann und fein Kutscher sind in den Flammen umgefommen, viele Acten sind verbrannt. DerMagdeb. Ztg." wird hierüber geschrieben: Das Kreis- directionsgebäude, von dem nur die Umfassungsmauern stehen geblieben sind, bildete einen Theil des hiesigen Schlosses vach der Saaleseite zu. Den zweiten Stock bewohnte der Kieisdirector Hagemann sammt Tochter und Dienstmädchen. Alle drei hatten heute kurz vor 4 Uhr morgens die Wohnung,

in der sich ein starker Brandgeruch bemerkbar machte, ver­lassen und sich nach dem Schloßhofe begeben, von wo aus durch den Kreisdirector auch der Kutscher Könnecke, deffen Wohnung sich ebenfalls im Schlöffe befindet, geweckt wurde. Ein unter den Trümmern befindlicher offener Geldschrank läßt vermuthen, daß der verunglückte Kreisdirectvr sich zu ihm begeben hatte, um noch Geld ober wichtige Papiere zu retten, wobei er den Erstickungstod gefunden. Seinen treuen Kutscher, den er vermißte und ihm daher nackgefolgt war, ereilte das­selbe Schicksal. Auch die erwachsene Tochter des Kreisdirectors, die, den Vater vermissend, sich ebenfalls in die mit Qualm erfüllten Wohnräume begeben hatte, hätte der Tod ereilt, wenn sie nicht von dem Kreisdirectionsboten Lindrath, der sie in fast bewußlosem Zustande fand, fortgetragen worden wäre. Auf welche Weise das Feuer entstanden, ist noch nicht fest- gestellt worden, doch wird vermuthet, daß es sich entweder von der im ersten Stock befindlichen Badestube aus oder vom Arbeitszimmer des Kreisdirectors aus verbreitet hat. An Hausrath und Kleidungsstücken ist nichts gerettet; auch der größte Theil der Acten ist vernichtet worden. Seldstoer- stündlich erregt hier der Unglücksfall allgemeine Theilnahme, um so mehr, als der auf so schreckliche Weise ums Leben gekommene Kreisdirector sich sehr großer Beliebtheit in Stadt und Land erfreute. Gleicher Theilnahme begegnet auch das tragische Schicksal des Kutschers, der eine Gattin und fünf Kinder zurückgelassen hat. Die an das Kreisdirectionsgebäude anstoßende Kreissparkaffe ist Dank der Thätigkeit der Feuer­wehr von dem verheerenden Element verschont geliehen.

* Berlin, 8. Januar. In der Wärmehalle am Alexanderplatz begehrte heute Nachmittag ein Trupp von etwa 10O Mann Einlaß, der ihnen nicht gewährt werden konnte, weil die Halle gefüllt war. Sie schlugen darauf mit Schnaps­flaschen, Knütteln und Steinen die Halle ein und zertrüm­merten die Thürfüllungen. Die Polizei mußte die Tumul­tuanten mit blanker Waffe auseinandertreiben. Der Exceß soll hauptsächlich deßhalb entstanden sein, weil die ständigen Gäste der Wärmehalle darüber entrüstet sind, daß nur in geringem Maße warme Suppen zur Vertheilung kommen.

* Berlin, im Januar. DiePost" macht darauf auf­merksam, daß der 3. Januar ein Gedenktag für alle klassisch Gebildeten sei. Am , 3. Januar (freilich nach dem unberichtigten Kalender) des Jahres 106 vor Chr., also genau vor 2000 Jahren, damals als Rom vor den sieg­reichen Gimbern und Teutynen zitterte, wurde in Arpinum M. Tullius Cicero geboren.

* Berlin, 6. Januar. Die 1891 begründete Holtzen- d orsfstiftung stellt als erste Preisaufgabe das Thema Die Behandlung der Gewohnheitsverbrechen und die bisher zu ihrer Bekämpfung angewandten Mittel." Die Preis­arbeiten müssen m deutscher, französischer, englischer oder italienischer Sprache abgefaßt und bis zum 31. December 1895 an Herrn Dr. van Calker in Halle a. d. Saale einge­sandt fein. Die mit dem ausgesetzten Preise von 1OOO Mk. gefrönte Arbeit wird literarisches Eigenthum der Holtzendorff- stiftung. Die Entscheidung des Preisgerichts wird im Früh­jahr 1896 veröffentlicht werden.

* Straßburg, 5. Januar. Die weitgehenden Hoffnungen, welche seiner. Zeit vielfach auf den Dowe'scheu Panzer­stoff gesetzt wurden, haben sich nach derStraßb. Post" nicht erfüllt. Nach den Proben, die, wie verlautet, jetzt ab­geschlossen sind, sollen demselben zwei Eigenschaften fehlen, die seine Verwendbarkeit bei der Armee bedingen würden: das Gewicht des gebrauchsfertigen Stoffes ist um das Drei­fache schwerer ausgefallen, als berechnet wurde, und die Widerstandskraft versagt gegenüber dem Lebeigewehr. Dowe ist in Berlin immer noch mit seiner Erfindung beschäftigt, deren Fabrikation keineswegs aufgegeben werden wird.

* Breslau, 6. Januar» Gegen mehrere große industrielle Werke Oberschlesiens wurden gestern wegen der bedeutenden Beschädigungen des Thiele-Winckler's chen Forst­reviers durch Fabrikrauch Entschädigungsklagen ange­strengt. Wie die Sachverständigen festgestellt haben, ist durch den Rauch an dem 3000 ha großen Walde ein coloffaler Schaden angerichtet worden, sodaß sein Werth gleich Null ist. Durch die schwefligen und schwefelsäurehaltigen Ausdünstungen erwuchs ein jährlicher Schaden von rund 68 000 Mk.

* Eschwege, 7. Januar. Eine bei einer Wittwe dahier bedienstete Magd hatte am Neujahrstage um Urlaub gebeten, welcher ihr nicht genehmigt wurde. Aus Rache füllte sie am anderen Abend in die Theetaffe ihrer Herrin eine große Quantität Schwefelsäure. Nachdem die Dame einen Schluck Thee genommen, wurde ihr schlecht. Sie rief ihren in der Nebenstube weilenden Sohn herbei, welcher die Taffe mit Inhalt nach der Apotheke brachte. Hier wurde ihm mit- getheilt, was die Taffe enthalte, daß also eine versuchte Ver­giftung vorliegen müsse. Die Untersuchung gegen das Mädchen ist eingeleitet.

* Parforceritt BerlinDresden. Am Mittwoch Vor­mittag traf in Dresden zu Pferde, von Berlin kommend, der Premierlieutenant vom 2, Garde - Ulanen - Regiment, von Wed eil, an der Gardereiter - Kdserne in guter Ver­fassung ein und nahm Nachmittags an der königlichen Tafel im Schlosse Theil. lieber den Parforceritt des Reiters ver­lautet: Am Dienstag Nachmittag alarmirte Kaiser Wilhelm das genannte Garde Ulanen-Regiment nach dem Tempelhofer Felde und tief dort den Premierlieutenant v. Wedell vor die Front. Vor versammelten Mannschaften übergab der Kaiser ihm ein Schreiben mit dem Befehl, es sofort dem König von Sachsen zu überbringen, den Weg von Berlin nach Dresden jedoch zu Pferde zurückzulegen. Der Offizier ritt, den Befehl ausführend, ab und traf Mittwoch Vormittag in der Kaserne des Dresdener Gardereiter - Regiments in der Albertstadt ein. Von der Kaserne aus fuhr der Genannte in dem Regiments-Omnibus bis Hotel Bellevue. Der Diener des Premierlieutenants war mit dem Zuge nach Dresden gefahren und erwartete seinen Herrn mit banger Sorge. Allerdings war auch dieser Parforceritt in der kalten Nacht,

dem scharfen Ostwinde und bei der durch Frost auf der Landstraße erzeugten Glätte keine Kleinigkeit.

* Wie dieMünchener Neueste Nachrichten" melden, erhielt Fürst Bismarck beim Jahreswechsel etwa 3000 Glückwünsche, ungefähr ein halbes Tausend mehr als im Vorjahre. Bemerkenswerth waren die vielen Aufmerksamkeiten, die dem Fürsten zu Neujahr von im Auslande lebenden Deutschen erwiesen wurden. Eine der zuerst eingclaufenen Depeschen war die des Prinzregenten Luitpold von Bayern. Auch die meisten übrigen deutschen Bundesfürsten sandten ihre Neujahrswünsche. Der Kaiser gratulirte nicht. Dagegen sandte Fürst Bismarck, wie alljährlich, ein Glückwunschschreiben an den Kaiser, für welches derselbe danken ließ.

* Eine romantische Ehe, die auch zugleich eine überaus glückliche war, ist so schreibt das BudapesterPolitische Volksbl." durch den Tod des Grasen Nicolaus Dessewffy sen., welcher in Wiesbaden gestorben ist, zerriffen worden. Die poetische Ehe des Grasen mit der schönen und edelsinnigen Wirthschaftsbeamtentochter Elisabeth Szentrnariay war seiner­zeit ein vielbesprochener Gegenstand in der ungarischen Gesell­schaft. Die Ehe ist auf folgende Weise geschlossen worden: Graf Nicolaus Dessewffy besuchte eines Tages einen seiner kleineren Wirthschaftsbeamten, um mit diesem einige auf die Wirthschaft bezügliche Angelegenheiten zu besprechen. Im Hofe spielten gerade junge MädchenBlinde Kuh". Ein junges hübsches Mädchen, das gerade die Augen verbunden hatte, tappte im Kreise der Mitspielenden umher und fing den zuschauenden jungen Grafen, wie das beim Blindekuhspiel üblich ist. Als das schöne Kind die Binde von den Augen nahm, sah erstaunt, welch einen vornehmen Spielkameraden sie hatte. Dem Grafen gefiel die Verwirrung des Mädchens und er sprach:Nun, wenn es so gekommen ist, dann spiel ich auch mit." Man verband dem jungen Grafen die Augen und im Laufe des Spieles war er immer mehr in den Bann der Schönheit Elisabeths gerathen. Das Ende vom Spiel war, daß der Graf rasch entschlossen um die Hand Elisabeths anhielt und sie zu seiner glücklichen Gattin machte. Die treffliche Frau hat es verstanden, ihren Platz als Gattin eines der reichsten und vornehmsten Aristokaten auszusüllen und hat sich als hochherzige Wohlthäterin den Dank Hunderter von Bedürftigen erworben.

* Durch Aberglauben wurde jüngst in Ostpreußen der Todeines Kindes herbeigesührt. Vor einigen Wochen wurde ein Knabe von acht Jahren, der Sohn einer Arbeiter­familie zu Pillwischki an der russischen Grenze, von einem bösartigen Kettenhunde gebissen. Als sich die Heilung der an sich nicht gerade gefährlichen Wunden verzögerte, griffen die Eltern zurSympathie" und legten auf die offenen Wunden Haarbüschel, die dem betreffenden Hunde abgeschnitten waren. Leider wurden diese aber ntcht vorher desinficirt, so kamen Unreinlichkeiten in die Wunden, diese wurden bösartig, es trat Blutvergiftung ein und, am ganzen Körper geschwollen, ist das unglückliche Kind jetzt endlich seinen schweren Leiden erlegen. Könnte man solche Dummheit nicht fast mit Mord bezeichnen?

* Die Spielbank von Monte Carlo hat ihren Geschäfts­bericht erstattet, aus dem dasLeipziger Tagblatt" einige Mittheilungen macht. In der Generalversammlung der Aktionäre von 1892 wurde berichtet, daß im Geschäftsjahre 1891/92 der Reingewinn der Spielbank sich auf 25800000 Francs bezifferte, 21/2 Millionen mehr als im Vorjahre. Im gegenwärtigen Geschäftsjahre betrug der Reingewinn 23 Millionen Francs. Als Dividende konnten danach ver- theilt werden: 235 Francs für jede Actie oder 47 pCt. Der Nominalwerth dieser Actien beträgt 500 Francs für jede Actie, der wirkliche Werth aber 2400 Francs, das Fünf­fache der darauf geleisteten Einzahlung. Der den Actionären zufließende Reingewinn von 23 Millionen veranschaulicht aber noch lange nicht die Summen, welche alljährlich an dieser. Stelle verloren werden. Rechnet man hierzu die großen Unkosten, die auf der Unterhaltung und dem Betriebe lasten, die Zuwendung an die Pensionskasse der annähernd 1100 Beamten der Bank, die zu zahlenden Unterstützungen an durch die Bank ruinirte Spieler, die an den Fürsten von Monaco zu zahlende Jahresrente von zwei Millionen Francs, die Bestreitung der Kosten des Furftenthums Monaco und ferner die Summen, welche von Spielern gewonnen sind, so mag sich der Betrag verdoppeln und damit eine Höhe erreichen, die in der That erschreckend ist.

Das Vorkommen von Viehseuchen in Hessen

während des Monats November 1893.

Milzbrand wurde festgestellt in Kottetshülte, Kreis Erbach am 17., und in den Orten des Kreises Friedberg: Griedel am 8., Melbach am 13., Hoch-Weisel am 14. und Wickstadt am 20. November jedesmal bei einem crepirten Rinde.

Die Maul'- und Klauenseuche ist erloschen in Vengseld, Kreis Dieburg, in Reichelsheim, Kreis Erbach, und in Ockstadt, Kreis Friedberg.

Die Seuche wurde festgestellt und herrschte am Schlüsse des Monats noch fort in Gießen und in Guntersblum. Kr. Oppenheim.

Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in L'ch und Hattenrod, Kreis Gießen, in Fauerbach, Ortenberg und Wippenbach, Kreis Büdingen, in Steinberg, Hartmannshain und Nteder-Seemen, Kreis Schotten.

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