englischen Aerzte. Die japanischen Aerzte haben alle nach ihren Studien in Japan, in Paris oder Berlin die Kliniken besucht. Die antiseptischen Mittel wurden in Anwendung gebracht."
• Eine bestialische That. Vor dem Schwurgerichte zu Kornnburg bei Wien stand die 27jährige HauS- und Wirth- schaflsbesitzerin Marie Goldenhuber unter der Anklage, ein 2Vr Jahre altes Zwillingspaar, zwei Knaben, außereheliche Kinder ihres Gatten, absichtlich mit stedendh eißer Milch überschüttet zu haben, damit sie die ihr Verhaßten Kinder aus der Welt schaffe. Es ist dies ihr auch gelungen, denn der eine Knabe starb am folgenden Tage, der andere nach einwöchentltchen unsäglichen Qualen. Die des zweifachen MordeS Angeklagte behauptete Anfangs, die Kinder halten den Topf mit siedender Milch zufällig umgestoßen, als jedoch festgestellt wurde, daß die Kinder am Kopfe und an den Füßen Verbrüht waren, und als constatirt wurde, daß sie nach dem Frühstücke noch extra eine große Quantität Milch hatte sieden lasten, schritt sie zu dem Geständniffe der That. DaS Urtheil steht noch aus.
• Fatale „Erbschaft." Einem Geschäftsmann zu G e o r g e n- burg wurde kürzlich im Gasthause der Hut vertauscht, und er ging deshalb mit der zurückgebliebenen fremden Kopfbedeckung nach Hause. Bald darauf zeigte sich auf seinem Kopfe ein juckender Ausschlag, der sich auch den Ohrmuscheln mittheilte und selbst das innere Ohr ergriff, so daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Durch die Untersuchung wurde festgestellt, daß der Besitzer des fremden Hutes an einer höchst ansteckenden Hautkrankheit gelitten und diese sich übertragen hatte. Nur durch schleunige Gegenmittel konnte dem Leiden gesteuert werden- doch ist cs fraglich, ob die vollständige Heilung deS entstandenen Gehörleidens gelingen wird.
* DaS Herz auf der rechte« bette. Vor einigen Tagen ist in Grinzing bet Wien ein junger Mann gestorben, der vor einigen Jahren die Aufmerksamkeit in« und ausländischer ärztlicher Capacitäten in hohem Maße beschäftigt hat. Damals machte nämlich ein Arzt zufällig die Entdeckung, daß der junge Mann, der Adolph Schlesinger hieß und aus einer Wiener Familie stammte, das Herz auf der rechten Körperseite hatte- Schlesinger erklärte zu Lebzeiten, daß.er dies schon lange wisse, aber dem Umstande keine Bedeutung beilege, besonders da es ihn gar nicht „genire". Um so mehr Bedeutung legten die Aerzte dem merkwürdigen Phänomen bei; Professor Schrötter untersuchte Schlesinger eingehend und aus Berlin kamen zu demselben Zwecke zahlreiche Professoren nach Wien. Nunmehr ist Schlesinger, der zuletzt in einem AuSkunftSbureau beschäftigt war, im Alter von 26 Jahren gesto:ben- sein Tod war aber keineswegs der Umstand, daß er das Herz auf dem unrechten (d. h. rechten) Flecke hatte, sondern eine Lungenkrankhett, an der er schon längere Zeit litt. Seine Leiche wird nach London überführt werden, da sich ein Museum schon vor Jahren das Anrecht auf dieselbe gesichert hat.
* Auf Gummiräderu zu fahren, gilt noch bis heute als hervorragendes Zeichen von Wohlstand, ja Luxus. Aber wie alles vergänglich ist, so auch dieses. Die Gummiräder werden nicht lange mehr als der Gipfel des bequemen und Vornehmen Fahrens gelten- sie werden ihres Ranges entsetzt
werden und etwas Vortrefflicheres wird an ihre Stelle treten. An Fahrrädern hat sich bisher der Luftreifen, das Pneumatik, am besten bewährt. Liegt der Gedanke nicht nahe, auch die Räder der Wagen mit Pneumatikreifen zu versehen? Nun, der Versuch ist gemacht worden und zwar gleichzeitig in Glasgow und Dublin an Lohnfuhrwerken. Der Erfolg ist überraschend gewesen. Die Kutscher dieser Fuhrwerke machen im Vergleich zu denen der nur mit Eisenreifen versehenen Wagen brillante Geschäfte. ES geht hieraus hervor, daß dem Luftreifen auch im Wagenverkehr eine große Zukunft bevorzustehen scheint. Durch diese Aussicht verlockt, haben sich nun drei der bedeutendsten Reifenfirmen entschlosten, der Fabrikation von Luftreifen für Wagen ihre besondere Aufmerkiamkeit zuzuwenden. Es liegt auf der Hand, daß, wenn sich die Luftreifen auf die Dauer an Fuhrwerken bewähren sollten, die Erschütterungen beim Fahren durch sie beinahe vollkommen compensirt werden. In Zukunst dürfte es also von Jemand, besten Wohlstand man bezeichnen will, nicht mehr heilen: er fährt auf Gummirädern, sondern: er fährt auf Lufträdern.
* Der Phonograph im Dienste des Staatsmannes. ES dürfte bisher nicht allgemein bekannt sein, daß einer der be- deutendsten Staatsmänner Europas den Phonographen prac- tisch verwerthet. Lord Salisbury macht, wie die „Electro- technische Rundschau" mittheilt, von diesem Instrument ausgiebigen Gebrauch, indem er in Abwesenheit seines Privat- secrerärS, falls er ihm eine wichtige Instruction zu ertheilen hat, sie in einen Phonographen hineinspricht. Der Staatsmann braucht daher in solchen Fällen nie auf feinen Secretär zu warten oder sich die Zeit einer Niederschrift zu rauben. Kehrt der Secretär zurück, so entnimmt er die Wünsche seines Chefs unmittelbar den beiden Phonographen, die Salisbury in dieser Weise benutzt hat und die nun, in Thätigkeit gesetzt, besten Wollen wiedergeben.
* GewohuheitSgemaß. „Meine Frau hat sich gestern über etwas geärgert und heute grollt sie immer noch." „Sieh, das will gar nichts heißen! Vor zwanzig Jahren, gleich am Tag: nach unserer Hochzeit, hat sich meine Alte über mich geärgert und heute grollt sie immer noch!
Citeraiur rrird Kuttft»
— Akademische Revue. Auf dem Gebiete deS Hochschulwesens ist vor Kurzem eine Einrichtung ins Leben getreten, bie zweifellos bald zu großer Bedeutung gelangen wird. Inl München hat Herr Dr. Paul von SalviSberg eine Centralstelle für das internationale Hochschulwesen errichtet, als deren Organ allmonatlich die „Academische Revue" in durchschnittlich 64 Seiten starken Heften erscheint. Wie der Herausgeber im Octoberheft auf S. 3 u. 4 des Umschlags mittheilt, hat er im Laufe dieses Jahres „ein in sechs Sprachen verfaßtes Circularschreiben an alle Hochschulen der Welt verschickt, welches betr. die Organisation dieses Centralinstituts folgende Vorschläge enthalt": 1. Alle die von Hochschulen und sonstigen gelehrten Körperschaften veröffentlichten Druckschriften werden an die Centrale eingesandt; ebenso Korrespondenzen, Berichte, Nachrichten u. bergt Das zugehende Material wirb von bet Rebaction der Acad. Revue" verarbeitet und veröffentlicht. 2. Die Hochschulen benutzen bie „A. R." zur Veröffentlichung von Lehrplänen, Vorlesungsverzeichnissen, Specialcursen, Preisausschreiben, Concurrenzen, Vacanzen usw. 3. verpflichtet sich bie Centrale Lehrmittel aller Art ben mit ihr in Derbtnbung stehenden Hochschulen rc. auf kürzestem und billigstem Wege zu verschaffen. Mit diesen Vorschlägen haben sich sämmtliche Hochschulen in Deutschland, sämmtliche Hochschulen
Verkehr, Land- «nd volk»»virtl)jchaft.
sridda, 5. December. Der gestern hier abgehaltene jährliche Weihnachts-Viehmarkt war mit jungen Schweinen r»mnch stark befahren; gemästete waren nur wenige aufgehieben wegen der durch das eingetrdene Froftwetter entstandenen Glätte der Wege, wodurch bie Thiere leicht Schaden nehm.» können. Die Preise sur junge Schweine hielten sich andauernd hoch; so wur^ für eM Paar Thiere im Alter von 8 bis 9 Wochen 30 bis 40 Mk. bezahlt. Der Grund liegt an dem re'chlich vorhandenen und billigen Mafi- futter. Die Preise für gemästete Schweine sind gedrückt und erwartet man hier in Kürze bestimmt ein abermaliges Heradgehe» der Fleischpreise, auch für Rindfleisch.
Technische Fortschritte.
- eine nette Art des Kittens und Verblndens v-n GlaStheile«. Nach der Angabe eines englischen F-chblattes yaner eine Segnung von 95 Theilen Zinn und 5 Theilen KMer s f auf Glas, daß sie als Bindemittel zum Verbinden von GlaSthellm, insbesondere Glasröhren, benutzt werden kann. Die Legi-ung wird hergestellt, indem man zu dem für sich eingesckmolzenen Zinn das ebenfalls für sich geschmolzene Kupfer hinzufügt und dieMasse energisch umrührt. Die Legirung wird zu einem B ock «egosten ober in Korner (Schlagloty verwanbelt und Gebrauchsfall wieder eingeschmolzen. Ihr Schmelzpunk liegt bei ^60° C. Durch Hinzufügen von >/2 bis 1 % Blei oder Zink k-nn man die Legirung weicher oder härter machen. Ein Verfuch bürtte sich empfehlen. (Mitgetheilt vom Patentbureau Otto Wolff in Dresden.)
— «ine aläuzeude Appretur erhält man aus folgmde Weife. Man kocht eine Mischung von 90 Theilen Walrat, 50 Theilen Gummi arabicum, S0 Th-tl-n Borax, 125 Thc'l-n G uc.r n unb 750 Theilen destillirtem Wasser, bis Alles gänflich aufgelöst ist, und füllt es, nachdem es abgeküblt ist, in Naschen, welche wohl ver schlossen sein müffen. Diese Mischung wird der zu verwendenden Stärke betgesügt, indem man 40 Theeloffel voll auf -edes Liter Waff gibt, in welcher die Stärke mittels Kochens aufgelöst werden mutz.
- SchSuer stablgrarrer Anstrich
solchen erztelt man durch Anwendung e>rer Mischung, die man folgendermaßen bereitet: Man re reibt 25 Cmtigramm Lampen- schwarz mit 3 bis 4 Tropfen Goldgrundol in einer flachen Schale zu einer gleichartigen zusammenhänaenden Masseundverbünnt diese wiederum recht Sorgfältig mit 24 Tropten Terpenttnoi. Dicfe Mischung, welche besonders für optische Instrumente vorzüglich^sem soll, trägt man mit einem feinen Pinsel recht gleichmäßig und dünn auf die betnffenden Gegenstände auf und laßt dieselben ordentlich trocknen. (Deutsche Gew.-Zlg.)
»rutscher Sprache und die meisten Hochschulen und Academiom br< ungarisch-slavischen Sprachgebiets in Oesterreich- Ungarn, die Unioersitäten und einigeAcademieen der Schweiz, »ehnAcademiem und Facuttäten in Frankreich, die Universitäten und mehre^ gelehrte Körperschaften in Italien, England, den Bereinigten Staaten, Portugal, Belgien, den Niederlanden, Schweden und Norwegen, Bulgarien und Rumänien einverstanden erklärt. yrer durch wird es möglich, eine Vollständigkeit zu erzielen, wie man sie nur wünschen kann. Aus dem reichen Inhalt der beiden ersten Hefte (October und November) beben wir die Abhandlung«! von H. Schmtdkunz „Die Praxis im UnioerfifätsrUnterricht> , K. Roeth Über „Lot, Fenseignement sap6riear en France“, C. ®üttier „ucdct Reformen in der Lehrmethode der Phllosophie", K. E. Gathe „Die Universitäten der Verein. Staaten von Amerika" hervor. In o« „Academischen Tagesfragen" wird uns in einer Reihe kürzerer Artikel eine Ueber sicht über die das Leben aus ben Hochschulen augenblicklich beherrschenden Fragen geboten. Der Zweck und die Gediegenhe der „Academischen Revue" lassen unS ihr Erscheinen mit Freuden begrüßen.
Bekanntmachung an unsere Leser
8577
bei
H. Tichy, Seltertzweg 43.
unseren Lesern als dieser 23 y2 Band, der sich
für nur drei Mark
anzubieten. Billiger ist schwerlich je ein Buch gewesen, cm hohe, 18 cm breite, 6 cm starke und 3 Pfd. schwere in seinem soliden rothen Einband mit Leinwandrücken
Es gereicht uns zu besonderer Genugthuung, unseren Lesern von folgendem Abschluß Kenntniß zu geben, den wir in ihrem Jntereffe durch-,
geführt haben:
Wir sind mit Hermann Hilger Verlag Berlin und Eisenach dahin tbereingekommen, daß sie uns den ausschließlichen Vertrieb der von ihr unter dem Titel
Kür schners Universal-Konver sations-IeMon veranstalteten Neuausgabe von Joseph Kürschners „Quartlexikon" für Gießen «nd Amgegeud überträgt. Das Werk ist eine vollständige, den Verhältnissen entsprechende, wesentlich bereicherte Neubearbeitung des genannten „Quartlexikons", das bereits 1888 bei seinem ersten Erscheinen die wärmste Anerkennung hervorragender Zeitungen und Zeitschriften erfuhr. Es enthält auf ca.
2600 Spalten: 213600 Zeilen Tert nnii ca. 2500 Illustrationen (über 600 Porträts)
gegen 1460 der ersten Auflage. Das „Quartlexikon" kostete 10 Mark, das in zahlreich n Sprachen nachgeahmte, außerordentlich verbreitete .Taschenlexikon" desselben Autors kostet 3 Mark, ein Preis, der durch seine Niedrigkeit allgemeines Aufsehen erregte. Unsere Abmachungen mit Hermann Hilger Verlag setzen uns in die Lage, „Kürschners Amversal- Kouversalions-LeLiKou", das den fünffachen Umfang dieses „Taschenlexikons" hat, statt für 15 oder 10 Mark
Zachst-AbWIkßer für Neuster und Thüren empsiehlt
Heinr. Hochstätten,
9646) Schloßgaffe 19.
Prima
Nußkohlen empfiehlt fuhren- und centnerweise billigst 9432
H. Hof,
Bahnhofstr. 38.
ungemein stattlich repräsentirt. «DaS Werk ist unzweifelhaft ein besonderes Paffendes, ungemein billiges Weihnachtsgeschenk für Angehörige jeden Standes, und jeden Alters für jede Lebenslage, das sich aber auch Jedem zur Anschaffung für die eigene Benutzung empsiehlt.
Kürschners Lerikon ist gegen Erlegung von 3 Mark in unserer Expedition zu haben. Nach auswärts versenden wir 1—3 Exemplare in ein Packet verpackt, gegen Einsendung des Preises, in Briefmarken oder per Postanweisung, zuzüglich 60 Pfg. für Verpackung und Porto postfrei. Im Hinblick auf die zu erwartende starke Nachfrage bitten wir, möglichst zeitig zu bestellen.
Expedition des „Gießener Anzeiger"
Schulstraße 7.
-Tuch-, Knopf- und Schnürstiefel , Zugstiefel, Winterstiefel in Safian und Tuch, mit echtem Lammfellfutter, in nur prima Qualität zu billigen Preisen.
Ferner mache auf den Eingang der Neuheiten in Ball- und Gefell- fchafts-Schuhen für Herren und Damen in Chevreaux und Lackleder, Specialität Otto Herz 8$ Co. s Fabrikate, noch besonders auf; merksam. 9111
Süss, Marktstr. 9, auch Eingang Wettcrgaffe. ! Haar-Uhrketten!
Puppenperrücken, Scheitel, Toupes, Zöpfe, Dreher rc. werden billigst angefertigt
Die
Wüsten ilmiicii
Grosser tevertaof.
Wegen bedeutender Vergrößerung meines Lagers in
Kmen-UW, MMgen und einigen Spezialitäten verkaufe
sämmtliche Knopf- und Bcsatzartikel,
Damen- und Kinder Wäsche,
„ „ „ Strümpfe,
„ „ „ Handschuhe,
,, „ ,, Röcke,
„ „ „ Schürzen,
„ „ „ Kaputzen,
Tücher in Wolle und Seide, Schulterkragen,
Bänder und Spitzen rc. rc.
UM möglichst rasch damit zu räumen,
unter dem Hinkaufspreis.
ar Günstige Gelegenheit für Wiederverküilftt.
J. Kaan jun.,
»IW________________Kreuzplatz.____________
Tüchtige Knechte vom Lande, Kleinknechte, Stallschweizer, Dienstjungen rc. (deutschredende Leute) vermittelt in Jabretzlohn per sofort und später überallhin und billiger als andere Agentur «iebenstahl, Vermiethungscompfoir verli«. Gr. Ham"urgerstraße 111. (Besteht feit 17 Jahren und erhält laufend viele Anerkennungsschreiben). Nähere» auf geft Anfrage. 681 •


