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leiben eröffnete; China sei nicht länger im Stande, dem japanischen Angriff Widerstand zu leisten. Er beschwor sie, sich ins Mittel zu legen. China sei bereit, die Oberhoheit über Qorea aufzugeben und eine Kriegsentschädigung zu zahlen. Die Vertreter der Mächte versprachen, das Gesuch zu befürworten.

Loudon, 7. November. Wie verlautet, werden Seitens der japanischen Regierung folgende Friedens­bedingungen gestellt: Unabhängigkeit Koreas, Abtretung der Insel Formosa, Schaffung eines Pufferstaates zwischen Korea und China, sowie Zahlung von 30 bis 40 Millionen Pfd. Sterl. als Kriegsentschädigung.

Coeafci ttnö

Gieße», den 8. November 1894.

* * Wegen Verdachts der Brandstiftung wurde gestern ein früherer Knecht des Oeconomen Schwan gefänglich ein­gezogen. Derselbe ist zwar nicht geständig, die in der Nacht vom 5. auf 6. ds. Mts. niedergebrannte Scheune seines Dtenstherrn angezündet zu haben, es haben sich aber Anhalts­punkte dafür ergeben, daß er solches aus Rache ausführte.°

* * Hessische Steueraffefsoreu. Am Sonntag tagte in Frankfurta. M. eine Versammlung hessischer Steuer- afsessoren, in welcher u. a. beschlossen wurde, von dem Rechte, sich um alle Stellen zu bewerben, zu welchen die Ablegung des Finanzexamens 1. Kategorie erforderlich ist, Gebrauch zu machen. Hierzu bemerkt derDarmst. Tgl. Anz.": Für die Finanzaspiranten ist dies nicht besonders er- freulich, da bereits starke Uebersüllung in diesem Fache herrscht. Es tritt aber die Frage nahe, ob sie nicht die Augen öffnen wollten, von ihrer bekannten Uneinigkeit abftehen, das Einzel- intereffe dem Gesammtwohl unterordnen, also etwa nach dem Beispiel der Gerichtsschreiber bei hohen Ministerien darüber vorstellig werden, daß u. a. die Kreisamtsgehilfen von den Finanzafpiranten entnommen werden.

* * Bevölkeruugs.Statistisches. Im Jahre 1893 wurden im Großherzogthum Hessen eingeschrieben 33,960 Ge­borene und 24 755 Gestorbene; die Zahl der Eheschließungen war 8036 und die der Ehescheidungen 54.

* * Von hessische» Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Schirm- und Kesselflicker Leonhard Abt aus Breitenborn vom Amtsgericht Darmstadt II. wegen Strafvollzugs; Bäcker Karl Appel aus Groß'Karben von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen fahrlässiger Brandstiftung; Bahnarbeiter Martin Häuser aus Ockershausen von derselben Behörde wegen Unterschlagung; Techniker Alfred Buchrücker aus Clausthal, zuletzt in Seligenstadt, von der Staatsanwalt­schaft in Darmstadt wegen Unsittlichkeit; Conditor Ludwig Schmitt aus Darmstadt von derselben Behörde wegen Diebstahls; Schuhmacherlehrling Johs. Dietz aus Häckers­dorf vom Amtsgericht Herbstein wegen Diebstahls; Gold­arbeiter Jacob Grubeling, angeblich aus Bayern, zuletzt in Mainz, vom dortigen Polizeiamt wegen Unterschlagung; Schlaffer Ernst Georg Knecht aus Darmstadt vom dortigen Amtsanwalt I wegen Unterschlagung; Taglöhner Valentin Zöller aus Griesheim, zuletzt in Darmstadt, vom Amts­anwalt I in Darmstadt wegen Diebstahls; Taglöhner Adam Richter aus Weichersbach, zuletzt Erdarbeiter in Höchst a. M., vom Amtsanwalt in Gießen wegen Diebstahls.

Nidda, 7. November. Vom besten Novemberwetter begünstigt, fand gestern im GafthauseZum GambrinuS" die letzte diesjährige Pfarrconferenz statt. Von allen Seiten waren die Amtsbrüder herbeigeeilt, um sich noch einmal zu sehen und zu sprechen, bevor die schlechte Winter­witterung und die vermehrten Amtsgeschäfte den Conferenzen bis zum Frühjahre ein Ziel setzen. In der gestrigen Con- ferenz kamen keine eigentlich programmmäßigen Arbeiten zum Vortrage, es fanden freie Besprechungen über wichtige Tagesfragen statt, was ungemein anregend wirkte. Man trennte sich sehr befriedigt und rief sich einfrohes Wieder­sehen im nächsten Frühjahre" zu.

H. Aus dem Horloffthale, 7. November. Ein Pröbchen davon, was der Bauer in diesem Herb st e zu leisten bat, dürfte folgende Thatsache sein: Nachbar M. schaffte Zuckerrüben nach Hause, an denen die schmierige Erdmaffe zolldick haftete. Der letzte Wagen versank im Schlamm, die eine Zugkette beim Handpferde zerriß und der Wagen mußte, da es zu späte war Hülfe zu holen, über Nacht auf dem Felde stehen bleiben. Am folgenden Morgen wurde der Wagen vierspännig aus dem Schlamm herausgezogen und in die Scheuer gefahren, vorher aber auf einer Brücken­waage gewogen. Die Rüben lud man in der Scheune ab, reinigte jede einzelne von dem massenhaften Schmutze, lud sie wieder auf den Wagen und bestimmte dessen Gewicht. Da stellte eS sich denn heraus, daß 63 Schmutzprocente ein­gefahren und nur 37 pCt. Rüben waren. Ein Sprichwort sagt:Der hat Dreck am Stecken" wenn man ausdrücken will: es geht nicht bet ihm zu, wie es gehen sollte. Der Bauer hat diesen Herbst aber nicht bloß Dreck am Stecken, sondern auch an den Stiefeln, an den Rüben, an den Kartoffeln, Wagen und anderen Dingen. Die Herren Städter mögen daraus ersehen, wie geplagt der Bauer ist. Soviel ist gewiß: durch die Erzeugung von Boden- und Molkereiproducten, Vieh und Handelsgewächsen wird der Bauer nicht mehr reich, durch den Handel mit diesen Dingen kann es aber Mancher in kurzer Zeit zu etwas bringen.

Darmstadt, 8. November. Man schreibt derDarmst. Ztg.": Darmstadt, oder richtiger dessen Umgebung, besitzt jetzt auch eine vegetarianische Gastwirthschaft. Sie wurde von dem seit einigen Jahren in nächster Nähe der Emelinenhütte" wohnenden Vegetarier Herrn Vollrath in dessen Villa eingerichtet. Eine Corpsverbindung der Technischen Hochschule hatte sich auf gestern zu einem vegetarianischen Mahl zu Tisch geladen und die Theilnehmer waren über die Schmackhaftigkeit und Billigkeit der ihnen gebotenen Speisen des Lobes voll.

Mainz, 7. November. In der hiesigen Militär- | co ns ervenfabrik wurde mit dem gestrigen Tag der Betrieb wieder eröffnet und hierdurch einer größeren Anzahl Arbeiter und Arbeiterinnen Winterbeschäftigung verschafft. Der von der Fabrik bezahlte Lohn entspricht den gegenwärtigen Durchschnittslöhnen hier, zudem für das männliche Arbeits- personal ein Taglohn von 3 Mark und für das weibliche Personal ein solcher von 1.50 Mark geleistet wird. Infolge der Erbauung einer zweiten Conservenfabrik in Spandau ist die Production in der hiesigen Fabrik gegenüber den früheren Jahren wesentlich eingeschränkt.

Vermischtes.

* Frankfurt a. M., 5. November. Im Jahre 1848 stand ein hiesiger Kupferschmied auf den Barrikaden in Frankfurt. Als der Kampf zu Ende war, ging er nach Südamerika. Dort war ihm das Glück hold, fodaß er allen Denjenigen, denen er eine Erinnerung zurücklassen wollte, sein ansehnliches Vermögen testirte. Viele Freude erregte es, so schreiben dieFr. N.", als nun aus der Hinterlassen­schaft 38 Erben durch ein hiesiges Bankhaus je 5000 Mark ausgezahlt werden konnten. Die damit Beglückten sind meist Handwerker.

* Görlitz, 5. November. In dem nicht weit entfernten Thi elitz hatte der Dominialkutfcher seine im Alter von 2 und 5 Jahren stehenden Kinder allein in der Wohnung zurückgelassen. Die Kinder fpielten mit der brennenden Lampe, diese fiel um und entzündete Spähne und Kleider am Oien. In dem sich entwickelnden Rauche find das jüngste und das älteste Kind erstickt, das zweijährige wurde zwar bewußtlos aufgesunden, konnte aber noch' gerettet werden.

* Leipzig, 6. November. Ein Liebesdrama hat sich in einem Hotel am Königsplatz abgespielt, wo der 21jährige Schauspieler Theodor Hermann F. von hier und die stellen- lose 20jährige Kellnerin Helene H. aus Zwickau als Ehe­paar H. abgestiegen war. Die H. wurde vergiftet im Zimmer aufgefunden, während F. nur eine geringe Dosis Opium zu sich genommen hatte. Der Schauspieler kam bis zur Klärung des Thatbeftandes in Untersuchungshaft.

* In Berlin ist dortigen jBlättern zufolge ein junger Rekrut der 13. Compagnie des 2. Garderegimeuts zu Fuß, Namens Ehle, der Sohn eines Locomotivführers aus Frank­furt a. M., an Wurstgift gestorben. Dem jungen Menschen war von den Angehörigen Wurst geschickt worden. Ehle hatte auch seinen Kameraden etwas davon angeboten, diese hatten aber sofort einen verdächtigen Geschmack gemerkt, der sie von dem weiteren Genuß der Wurst abhielt, während Ehle sich nicht stören ließ. Schon nach zweimaligem Genuß traten die Vergiftungserscheinungen und zwar so heftig auf, daß der junge Soldat schon eine Leiche war, bevor er nach dem Lazareth überführt werden konnte.

* Ueber einen merkwürdige» Vorfall, welcher sich kürzlich in Berlin bei dem Richtfest der Kaiser Friedrich-Gedächtniß- kirche ereignet hat, berichtete in der gestrigen Sitzung des Vereins für Volkskunde der Geheimrath Stadtrath Friedel, welcher der Richtfeier als Patronatsvertreter beigewohnt hatte. In üblicher Weise hatte der Parlier von der 60 Fuß über dem Erdboden belegenen Krönung des Thurmes seinen Richtspruch gehalten und dann in weitem Bogen das geleerte Glas hinabgeschleudert. Klingend war es niedergefallen; als man näher trat, bemerkte man mit Erstaunen und Entsetzen, daß das Glas vollständig ganz geblieben war. Nach altem Aberglauben ist das ein schlimmes Zeichen, es bedeutet, daß Gott das Opfer, als welches der Trunk des Parisers sich darstellt, nicht angenommen hat, daß er es ablehnt, das Ge­bäude unter feinen Schutz zu nehmen. Wie Geheimrath Friedel hinzufügte, wird dies setlsame Vorkommniß wohl leicht Veranlassung bieten, zu späteren Legendenbildungen, da man jeden Unfall, der das Haus vielleicht einmal betreffen wird, auf jene abergläubische Deutung zurücksühren dürfte.

* Ueber die Vorgänge in Fuchsmühl bei Wiesau ist von der Commandantur Amberg dem bayerischen Kriegsministerium nachstehender Bericht über das militärische Einschreiten zugegangen:Das auf Requisition des königlichen Bezirks­amts Tirschenreuth vom k. 6. Jnsanterie'Regiment abgestellte Commando wurde bei seiner Ankunft auf Station Wiesau vom königlichen Bezirksamtmann Wall von Tirschenreuth empfangen und marschirte von da, von letztgenanntem Herrn sowie fünf Gendarmen begleitet, unverzüglich nach dem bei Fuchsmühl gelegenen Waldstück, wo die unbefugten Holz« sällungen vorgenommen wurden. Als das Detachement Fuchs­mühl pasfirr hatte, folgte eine johlende und schimpfende Menge von etwa 50 Köpfen, welche durch die Nachspitze ferngehalten werden mußte. In dem von Fuchsmühl etwa 500 Meter entfernten Waldstück wurde eine 100 bis 110 Köpfe zählende Menge, darunter etwa 30 Weiber, angetroffen, welche mittels Beilen und Sägen Holzfällungen vornahmen. Das Detachement marschirte auf 40 Meter Entfernung zur Linie auf; die Seitengewehre wurden aufgepflanzt. Bezirks« amtmann Wall in Jnterimsuniform stellte nunmehr in Pausen von je zwei Minuten mit lauter Stimme eine dreimalige Aufforderung zum Niederlegen der Werkzeuge und zum ruhigen Auseinandergehen. Jeder Aufforderung ging ein Trommelwirbel voraus. Der letzten Aufforderung wurde die Androhung des sofortigen Einschreitens des Militärs, nötigenfalls mit der Schußwaffe, beigefügt. Während dieser Aufforderungen hatten sich zwar einzelne Leute ruhig ent­fernt, die große Mehrzahl etwa 100 Köpfe blieb jedoch und setzte, theilweise unter lautem Schimpfen, dte Fällung des Nutzholzes fort. Als auch die letzte Aufforde­rung und Waffenandrohung sich resultatlos zeigte, wurde ge­laden, während dessen die Menge einen Moment ruhig blieb, dann aber wieder zu arbeiten fortfuhr. Eine halbe Minute später wurde auf der Grundlinie ausgeschwärmt und, da sich Niemand mehr entfernte, vielmehr theilweise eine drohende HaUung angenommen wurde, mitzum Sturm rechts" ge- '

i nommenen Gewehr langsam gegen die Menge 'vorgerückt ! Vor dem Antreten rief der Detachementsführer der Menge ; uoch ein lautesZurück, Leute!" zu. Die Aufrührer zogen sich erst zurück, als die Mannschaft sie mit dem Seiten­gewehr erreichen konnte; einzelne setzten sich jedoch mit der Axt zur Wehr, weshalb gegen diese sofort Gebrauch vom aufgepflanzten Seitengewehr gemacht wurde, wobei ein Wald- frevler und Hauptschreier, ein Mann von 61 Jahren, tobt am Platze blieb und mehrere andere leicht verwundet wurden. Beim weiteren Vorgehen wurde noch einigemale bewaffneter Widerstand entgegengesetzt, was eine tödtliche und einige leichtere Verwundungen mit dem Seitengewehr zur Folge hatte. Der tödtlich Verwundete, ein Mann von 65 Jahren, ebenfalls einer der Hauptexcedenten, starb im Laufe des Nachmittags. Nachdem das Waldstück gesäubert war, stellte sich am jenseitigen Rande eine durch Zulauf bis auf etwa 200 Köpfe verstärkte Menge nochmals unter Drohungen und Schimpfen dem Detachement entgegen; dieselbe zog jedoch, nach vorausgegangener Aufforderung zum Auseinandergehen unter Androhung der Schußwaffe, johlend und schreiend nach Fuchsmühl ab. Das Detachement begab sich nunmehr nach einem andern, 2 bis 3 Km. entfernten Waldstück, wo eben­falls Waldfrevler gemeldet waren. Letztere, etwa 8 Köpfe, entfernten sich nach der ersten Aufforderung schimpfend, aber ohne Widerstand. Das Detachement marschirte hierauf nach Fuchsmühl und wurde hier im Freiherrlich von Zoller'schen Schlosse in Alarmquartier untergebracht. Während der Nacht wurden Doppelposttn um das Schloß ausgesetzt. Um Mitter­nacht näherte sich dem Schlosse eine etwa 30 Köpfe starke Menge, welche mit Brandlegung drohte, wurde jedoch nach vergeblichem Anruf seitens der Posten durch einige Schreck­schüsse verscheucht. Der 31. October verlief ruhig; Mittags traf Regierungsrath Freiherr v. Andri an in Fuchsmühl ein, dem es gelang, die Gemüther zu beruhigen; das Detachement wurde ersucht, so lange zu bleiben, bis der erste Todte beerdigt war. Am 1. November Nachmittags, nachdem die Ruhe verbürgt erschien, wurde daS Detachement entlassen und traf Abends in Amberg ein. Laut Zuschrift des k. Be­zirksamts Tirschenreuth sind von den Excedenten 2 tobt, 4 erheblich verletzt. Kleinere Verletzungen sollen mehrere Personen erhalten haben; von ber Mannschaft würbe Niemand verwundet.

* Die Ruhestätte der rusfifche» Kaiser. Es ist ein impo­santes Königsgrab, das den russischen Czaren in der Petersburger Peter Pauls-Kathedrale bereitet ist. Die Kirche liegt, von den düstern Mauern der die Staatsgefängnisse bergenden Festung umschlossen, auf einer kleinen Newainsel, Zu der von dem Sommergarten aus die mächtige Dreifaltigkeits­brücke hinüberführt. Haben wir diese Brücke überschritten, so führt uns eine kleinere hölzerne über den Kronwerkekanal in die Festung hinein, die, ein Werk Peters des Großen, ein bastionirtes Sechseck bildet, in dessen Mittelpunkt die mit einem hohen goldenen Kreuz bekrönte Kathedrale zwischen zahlreichen militärischen Zwecken dienenden Gebäuden majestätisch emporstrebt. Ihr Inneres wirkt am schönsten, wenn schon die Schatten der Dämmerung sich auf die Erde Hernieder­fenken, wenn durch die hohen Fenster der letzte Schimmer der untergehenden Sonne bricht, die zitternden Lichter an den Marmorsäulen hin- und herschwanken, die kriegerischen Trophäen an den himmelanstrebenden Pfeilern vergolden und über die Sarkophage gleiten, deren weißer Marmor gespenstisch aus dem Halbdunkel hervorleuchtet. Eine tiefe, feierliche Stille, so schreibt man derMagd. Ztg.", herrscht in dem dämmernden Raum, die nur hin und wieder durch die dröhnenden Schläge de» Turmuhr unterbrochen toirb. So betreten wir, umfangen von ber gewaltigen Majestät des Tobes, bie letzte Ruhestätte ber Czaren aus bem Hause Romanow, deren Reihe mit Peter bem Großen anhebt und mit Alexander II. vorerst beschlossen ist. Auf jedem Sarko­phag ruht ein schweres goldenes Kreuz und darüber brennt eine goldene Lampe; die Säulen tragen goldene Heiligen­bilder, und aus purem Golde erglänzt auch die das Aller- heiligste verbergende Bilderwand. Aber inmitten all dieser düsteren Pracht fehlt auch der Schmuck lebendigen GrünS nicht. Gleich links vom Eingänge ruht Kaiser Alexander II. an der Seite seiner ihm im Tode boraufgegangenen Gemahlin, und seinen marmornen Sarkophag umgiebt ein prächtiger Hain hochstämmiger Blattpflanzen und blühender Topfgewächse, während die Wand über seinem Sarge durch Kränze und sonstige Gaben der Liebe fast völlig verdeckt ist. Hier wird nun auch Czar Alexander III. die letzte Ruhestätte finden.

* Eine richtige Operettengeschichte hat sich dieser Tage in Grat teste in der Provinz Palermo ereignet. Sieben Polizisten in Civil hatten unter Führung eines CommtssärS mehrere Tage jene Gegend durchstreift und kamen eines Abends in das Kloster Gibilmana, wo sie für die Nacht um ein Unterkommen baten. Auf Befragen gaben sie an, daß sie Sicherheitswachmänner feien, und wurden daraufhin von den frommen Brüdern gastlich ausgenommen. Bald bereuten die Mönche, die thnen unbekannten Leute in das Kloster ein­gelassen zu haben. Es wäre nicht das erste Mal gewesen, wenn sich die angeblichen Schutzleute als Briganten entpuppt hätten, und die Mönche begannen für ihr Leben zu fürchten. Schleunigst schickten sie deshalb einen Abgesandten nach dem nächsten Gendarmerieposten und die braven Carabinieri zögerten auch nicht, sich eiligst und bis an dte Zähne be­waffnet zum Schutze der Mönche auf den Weg zu machen. Einige von ihnen umzingeln baß Kloster, andere dringen in dieses ein und erklären'die Schutzleute für verhaftet. Das ging den Wächtern der öffentlichen Ordnung doch über den Spaß. Sie erklärten nur ihrerseits b'e Carabinieri für verhaftet, und es entstand ein edler Wettstreit unter beiden Theilen, welcher von ihnen in diesem Falle den Arm der Gerechtig­keit und welcher die Verbrecher darstelle. Wie sie sich schließ­lich einigten, ob sie sich gar gegenseitig die Hände auf den Rücken banden, darüber verlautet nichts. Doch gelang e$ den Polizisten schließlich, sich als solche zu legitimiren und