Petersburg, 6. Februar. Der auswärtige Hande! Rußlands pro Januar bis November 1893 betrug: Export 537.314,000 Rubel gegen 431,063,000 im Jahre 1892, Import 387,801,000 gegen 341,178,000.
Newyork, 6. Februar. Nach Meldungen aus Rio de Janeiro hat Admiral de Gama angekündigt, daß er nach 46 Stunden den Hafen in Blokadezustand versetzen werde. Er setze die Flotte in Bereitschaft und beanspruche die Rechte einer kriegführenden Partei. — Die „World" meldet, der amerikanische Geschwadercommandant werde den Kreuzer „Newyork" nach Desterro schicken, um dort die durch die Aufständischen bedrohten Jnteresien der Vereinigten Staaten zu schützen.
Kairo, 6. Februar. Der Khedive eröffnete heute in Gegenwart der Minister und Lord Palmers die gesetzgebende Versammlung mit einer Rede, in welcher er auf die seit der letzten Session vor zwei Jahren vollendeten Arbeiten hinwies, so insbesondere auf die Herabsetzung der Steuern, die Ausdehnung der Eisenbahnen und die Bildung neuer Gerichtshöfe in Tokar und Suakin. Die Rede schloß mit einem Ausdrucke der Ergebenheit gegenüber der Bevölkerung und dem Land. Riaz Pascha brachte ein Hoch auf den Khedive aus. Riaz und Tigrane Pascha wurden später von dem Khedive im Palais empfangen.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 6. Februar. Wie bekannt wird, hat der Ober- hofmetfter der Kaiserin, v. Mirbach, einen großen Theil der Stadtverordneten besucht, um für die Bewilligung städtischer Mittel zu Gunsten der Kaifer-Wilhelm-Kirche Stimmung zu machen.
Berlin, 6. Februar. Zum deutsch-russischen Handelsverträge will der „Confectionär" erfahren haben, daß außer dem neuen Tarif auch Abmachungen getroffen werden sollen, welche auf die Verwaltungsmaßregeln Bezug haben. Es sei auch hier gelungen, von den russischen Unterhändlern Zugeständnisse zu erhalten, die für den gegenseitigen Zollverkehr von schätzenswerther Bedeutung seien.
Prag, 6. Februar. Abermals explodirte in dem nahegelegenen Rakonitz in der Nähe der Realschule eine D.ynamitpatrone. Die Explosion war so stark, daß 60 Pfund schwere Steine in die Luft geschleudert wurden. Zahlreiche Fensterscheiben wurden zertrümmert. Unter den Einwohnern in Rakonitz herrscht große Erregung. Man befürchtet weitere Attentate.
Budapest, 6. Februar. Der von der Opposition zur Verschleppung des Ehegesetzentwurfs gestellte Antrag, den Entwurf an die Section zu verweisen, wurde mit einer gewaltigen Majorität abgelehnt. Die Abstimmung bedeutet einen vollständigen Sieg der Regierung über die clericale Opposition.
Paris, 6. Februar. In dem Testament des gestern Hingerichteten Anarchisten Vaillant wird die Vormundschaft über die Tochter Vaillants, Sidonie, dem Anarchisten Faure übertragen. Nachdem Vaillant noch in langen Tiraden den Anarchismus verherrlicht, schließt das Schriftstück mit folgenden Worten: „Sintemalen ich bei Lebzeiten jederzeit mein Möglichstes gethan habe, um der Wissenschaft im Besonderen, der Humanität im Allgemeinen Dienste zu erweisen, so sei es im Tode ebenso. Demgemäß soll mein Körper nach der Hinrichtung sobald als möglich der Medicin übergeben werden, damit man noch zu rechter Zeit die somivitalen Phänomene studiren kann, die mit der Disagregation der Moleküle verschwinden.
Paris, 6. Februar. Einige Blätter verhöhnen den Scharfrichter Deibler^ welcher den Anarchisten Vaillant gestern hingerichtet hat und hierbei ein neues Bombenattentat Seitens der Anarchisten befürchtet haben soll. Das Haus Deiblers wird aus seinen besonderen Wunsch polizeilich bewacht.
Belgrad, 6. Februar. Auf dem Balle der Belgrader Kaufmannschaft machten König Alexander und Exkönig Milan Gruic Vorwürfe wegen der Angriffe der radicalen Presse auf den König. Alexander bemerkte: „Die radicale Presse hat den Fehdehandschuh hingeworsen- ich hebe ihn auf."
Sofia, 6. Februar. Die Brüder Iwanow haben an Fürst Ferdinand ein Gnadengesuch gerichtet, worin sie erklären, den Attentatsversuch ernstlich zu bereuen. Der Fürst möge sie begnadigen, damit sie beweisen können, daß sie auch bulgarische Patrioten sein können.
Madrid, 6. Februar. Die Anarchisten treiben gegenwärtig unter den zahlreichen Arbeitslosen in Sevilla und Cadix eifrig Propaganda/ man befürchtet ernste Unruhen.
Warschau, 6. Februar. Im Kaukasus, in Transcaspien und an der Wolga haben starke Sckneestürme den Verkehr fast völlig abgeschnitten. Längs der sibirischen Eisenbahn und am Nordrande der Kirgisensteppen sollen artesische Brunnen angelegt werden.
Localer unb Provrirzlever.
Sieben, 7. Februar 1894.
** Auszeichnung. Mittelst Allerhöchster Entschließung L>r. Kgl. Hoheit des Großherzogs wurde dem Großh. Bürgermeister Johs. Schwarz zu Garbenteich das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste" verliehen und demselben heute durch Herrn Provinzialdirector Freiherrn v. Gagern überreicht.
** Oberhesfischer GeschichtSvereiu. Wie aus den Anzeigen ersichtlich, wird die am Donnerstag Abend 8 Uhr im (Safe Balzer stattfindende Sitzung des Oberhefsischen Geschichtsvereins zwei Vorträge bringen. Herr Pfarrer Knab- Bruchenbrücken hat „Mittheilungen aus einem Vogelsberger Pfarrarchiv" angekündigt und Herr Professor vr. Buchner wird über „die Anfänge des Buchdrucks und der Censur in Gießen" sprechen. In den Pfarrarchiven kleinerer Orte liegt noch eine Menge für die Culturgeschichte in Betracht
kommendes Material verborgen und es ist ein dankenswerthes Beginnen, immer mehr davon ans Licht zu fördern. Wir dürfen daher den Ausführungen des Herrn Pfarrer Knab mit Interesse entgegensetzen. Auch das Thema des Herrn Professor Buchner darf des Beifalls sicher sein, da es gewiß allgemein interessirt, über die Wurzeln unseres einheimischen, heute in so hoher Blüthe stehenden Buchdrucks Authentisches zu erfahren, zumal Herr Professor Buchner zum großen Theil aus ungedruckten, bisher unbekannten Quellen schöpft. — Wir bemerken noch, daß von Vereinsmitgliedern eingeführte Gäste willkommen sind.
*♦ Da8 Gießener Gymnasium. Seit einigen Jahren pflegt unser Gymnasium von hervorragenden Schulmännern des Auslandes besucht zn werden. Den mündlichen Anerkennungen über die Einrichtungen und die Ziele dieser Lehranstalt hat nunmehr der Professor der Universität Löwen, Collard, welcher im vorigen Jahre längere Zeit zwecks Studiums der hiesigen Gymnasialverhältnisse hier weilte, eine schriftliche beigefügt. Es ist dies in einem besonderen Werke geschehen, welches unter dem Titel: „Lapedagogie ä Giessen. Par F. Collard, professeur ä l’universite de Louvain. Louvain 1893.“ 204 S. soeben erschienen ist. Die „Darmst. Ztg." schreibt dazu: „Das hessische höhere Schulwesen und besonders das Gießener Gymnasium mit seinem bekannten Director H. Schiller darf stolz sein auf die Beachtung, die ihm selbst das Ausland schenkt. Der Löwener Professor, der in diesem Werk die Einrichtungen der Gießener Anstalt einer sehr eingehenden und fast durchgängig lobenden Besprechung unterzieht, thut dies auf Grund eines mehrwöchentlichen Aufenthalts in Gießen. Er hat im Auftrage der belgischen Regierung außerdem die in der heutigen pädagogischen Bewegung vorzugsweise noch in Betracht kommenden Gymnasien in Jena, Halle und Köln besucht, um besonders die Unterrichtsmethode an diesen ihm als vorbildlich erscheinenden Anstalten zu studiren. Daß er in Gießen am meisten fand, was ihm beachtens- und nachahmenswerth schien, und ein dickes Buch darüber schrieb, das allgemein pädagogischen Werth hat, ist eine Ehrung, wie sie selten vorkommen dürfte. Hier wollen wir uns darauf beschränken, diese Ehrung, an der das ganze hessische Schulwesen theil hat, zu verzeichnen, und den Director und sämmtliche Lehrer der Anstalt, deren Unterricht mit Namensnennung eingehend besprochen wird, zu beglückwünschen. Der Verfasser ist durchaus kein kritikloser Lobredner; wo er anderer Meinung ist, bringt er sie offen zum Ausdruck. Aber der Punkt, dem er ungeschränktes Lob spendet und in dem er eine hervorstechende Eigenart des Gießener Gymnasiums sieht, ist die Einheit im Unterricht, die dort herrscht. Sie erstreckt sich nach ihm darauf, daß jeder Lehrer 1) elementar unterrichtet, 2) beständig die Selbstthätigkeit, das eigene Nachdenken der Schüler in Anspruch nimmt, 3) möglichst viele Beziehungen zwischen den einzelnen Fächern und dann wieder zwischen den Ausgaben der einzelnen Klassen sucht und findet und so ruhige Klarheit der Begriffe in den Schülern erzielt. Außerhalb dieser Forderungen bleibe jeder Lehrer, er selbst bewahre seine Eigenart und habe die größte Freiheit! Die Leistungen der Schüler, die der Verfasser im Unterricht und durch Einsicht in die Hefte kennen gelernt hat, bezeichnet er als vortrefflich. Den Grund dafür, daß die Anstalt eine unleugbare Superiorität allen ihm bekannten Gymnasien gegenüber habe (un etablissement de premier ordre nennt er z. B. jene), findet er in dem dortigen pädagogischen Seminar unter der Leitung eines so hervorragend kundigen und erfahrenen Mannes und in der gerade hierdurch bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit gesteigerten Tüchtigkeit der Lehrenden."
** Im Kaufmännischen Verein wird der durch seine Wetter-Analysen berühmte Professor Rudolf Falb am 19. Februar einen Vortrag halten über das Thema: „Kritische Tage, Sintfluth und Eiszeit." Wir machen schon jetzt an dieser Stelle auf diesen, durch die Interpretation deS berühmten Wetterkundigen selbst um so interessanteren Vortrag aufmerksam/ dem Kaufmännischen Verein aber, welcher hohe Kosten nicht scheut, um seinen Mitgliedern diesen Vortrag zu bieten, vollste Anerkennung.
** Concert Raoul KoczalSki in Gießen. Auf Wunsch des Concertveretnsvorstandes und im Interesse der Besucher des Concertes machen wir hiermit nochmals ausdrücklich darauf aufmerksam, daß der Beginn des Concertes Punkt 4 Uhr ist.
** Unsere Störche werden, wenn sie demnächst aus dem fernen Süden hier eintreffen, wieder ein Nest vorfinden, denn es wurde ihnen ein solches auf dem alten Schlosse, wenige Meter von dem Standorte des früheren Nestes, errichtet. Hoffentlich zeigen sich die Klapperstörche erkenntlich und nehmen die neue Wohnung auch an.
** Der gestrige FastnachtS DienStag trug fast dieselbe Physiognomie wie seine Vorgänger in früheren Jahren. Unschwer ließ sich indeß erkennen, daß die Zeit- und Erwerbs- Verhältnisse für Viele nicht darnach waren, große Sprünge zu machen/ es ging im Allgemeinen sehr nüchtern her. Das ziemlich zahlreich auf den Straßen sich bewegende Publikum bestand lediglich aus Schaulustigen, die aber erheblich in ihren Erwartungen getäuscht wurden. Wenige kleine Gruppen, die stereotypen Musikbanden und einzelne Charactermasken war so ziemlich Alles, was zu schauen war. Auch nach Eintritt der Dunkelheit ging es in den Wirtschaften, obwohl sie ziemlich besetzt waren, nicht so hock her, wie vielfach erwartet wurde. Wer nicht von den in einigen größeren Localen abgehaltenen Vereinsfestlichkeiten in Anspruch genommen war, suchte bei Zeiten sein Heim wieder auf, und fand so ohne irgendwelches Geräusch die diesjährige Fastnacht ihr Ende.
** Drei Schlägereien mit Körperverletzungen kamen gestern vor. In allen Fällen handelt es sich um leichtere Verletzungen. Anzeigen sind erhoben.
** Spürsinn im Großherzogthnm Heffen. Nach einer eben veröffentlichten Zusammenstellung der Verwaltungsergebnisse der Sparkassen im Großherzogthum Hessen im Jahre 1891 war die Zahl der Einleger bezw. der ausgegebenen Sparkassebücher 187,891 (davon in Starkenburg 95,536, in Oberhesien 44,301 und in Rheinhessen 48,054). Die Einlagen betrugen 128,194,267 Mk., der baare Kassenbestand 3,037,217 Mk., die verzinslich angelegten oder ausgeliehenen Capitalien 129,920,968 Mk., die Reservefonds 10,270,084 Mk. — Auf 1000 Einwohner kamen in Starkenburg 225,65, in Oberhesfen 166,21, in Rheinhessen 154,60 und im ganzen Großherzogthum 187,75 Einleger. Auf einen Einwohner kommt an Einlage in Starkenburg 146,70, in Oberhesien 82,85, in Rheinhessen 141,56, im Großherzogthum 128,10 Mk.
St. Großeu-Liudeu, 5. Februar. Am vergangenen Sonntag den 4. cr. feierte der hiesige Turnverein fein diesjähriges Winterfest. Dasselbe war in jeder Hinsicht als gelungen zu bezeichnen, trotzdem vor kurzer Zeit ein zweiter Verein gegründet wurde. Nach einigen Ansprachen folgten komische Vorträge, welchen sich ein Tänzchen anschloß, das die Anwesenden in heiterer Stimmung bis zum Morgen zusammenhielt.
§ Grebenhain, 5. Februar. Die erste diesjährige Holz- versteigerung fand heute in Ilbeshausen statt. Die Preise waren durchschnittlich etwas höher als im Vorjahre. Buchen-Scheitholz 1. Klasse kostete Mk. 3.50 bis Mk. 4.—,. 2. Kl. Mk. 2.50 bis Mk. 3.—, Buchen-Knüppel 1. Kl. Mk. 3.80 bis Mk. 4.20, 2. Kl. Mk. 2.— bis Mk. 2.40,. Buchen-Reisig 50—80 Pfg. das Raummeter. Fichten-Stämme kosteten pro Festmeter Mk. 8.— bis Mk. 10.—, Fichten- Derbstangen Mk. 3.— bis Mk. 4.—.
Darmstadt, 6. Februar. Hochzeitsgabe für das Grobherzogliche Brautpaar. In der gestern Nachmittag 3 Uhr in der Aula des Realgymnasiums stattgehabten Versammlung, welche von Damen aus allen Kreisen der Bevölkerung besucht war, fand die Idee einer gemeinsamen Hochzeitsgabe der Frauen und 'Jungfrauen der Stadt allseitige Zustimmung. Die Hochzeitsgabe anlangend, ist die Anfertigung eines aus dem von der römischen Rheinbrücke bei Mainz herstammenden Holze gearbeiteten Schrankes in Anregung gebracht worden.
A Mainz, 6. Februar. Während des diesmaligen Car ne v als haben sich die ungünstigen Geschäfts- und Geldverhältnisse sehr merklich abgespiegelt. Abgesehen davon,, daß die osficiellen Veranstaltungen, wie der Rosenmontagzug, Fackelzüge, Kappenfahrt, Jahrmarkt u. f. w. in Anbetracht der Verhältnisse eine wesentliche Einschränkung erfahren mußten, hat sich in dem ganzen Leben und Treiben gezeigt, daß die richtige frohe Stimmung fehlte und man sich mehr aus Gewohnheit in den Carnevalsstrudel stürzte. In den großen Hotels und Restaurants, in welchen man in diesen Tagen sonst kaum noch einen Platz finden konnte, zeigten sich gestern und heute noch sehr große Lücken, wozu noch trat, daß der Consum an Speisen und Getränken ein merklich geringerer, war. Auch der Fremdenzuzug war ein sehr bescheidener, woran allerdings theilweise die ungünstige Witterung Schuld getragen haben mag. — Die Köln-Düsseldorfer Gesellschaft hat heute ihre Fahrten wieder ausgenommen und zwar ab hier zu zwei Thalfahrten, 10 Uhr Morgens nach Köln und 11 Uhr Vormittags nach Coblenz, Köln, Rotterdam.
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Vermischtes.
* Köln, 6. Februar. Am verflossenen Samstag entfloh infolge Zerreißens des Taues ein Fesselballon der militärischen Luftschifferabtheilung. Bis heute sind Nachrichten über den Verbleib des Ballons nicht eingetroffen. Im Beobachtungskorbe sollen sich ein Offizier und zwei Mann befunden haben.
* Bayreuth, 6. Februar. In Thi erst ein wurde der Webermeister Hoerl erschlagen und beraubt. — In Teuschnitz kam ein Brudermord vor. Der Tafelmacher Johann Stark erschlug aus Eifersucht seinen Bruder Georgs
* Berlin, 6. Februar. Die Blätter berichten von einem Mordanfall gegen einen Cigarrenhändler in der Markus- straße, der gestern Abend nach 10 Uhr in seinem kleinen Laden überfallen, verwundet und dann durch eine Fallthür in den Keller gestürzt sein soll. Dann hat der Räuber den Laden in Brand gesteckt, und als die Feuerwehr eindrang, entdeckte sie im Keller den hilferufenden Ladeninhaber. Die ganze Angelegenheit ist etwas mysteriös, die Ladenkasie und Privatkasse soll beraubt sein. Der Ladeninhaber ist nur leicht verwundet. In einzelnen Berichten wird bemerkt, daß er ziemlich hoch gegen Feuerschaden versichert war.
* Eisenach, 5. Februar. Oberst Arnswald, der Commandant der Wartburg, ist im Alter von 81 Jahren gestorben.
• Lindau, 1. Februar. Die südlichste und die nördlichste der deutschen Garnisonen, Lindau am Bodensee und Memel, stehen in besonders freund- und kameradschaftlichen Beziehungen. Am NeujahrStage beglückwünscht alljährlich das Memeler Offiziercorps telegraphisch die bayerischen Kameraden und dieser Glückwunsch wird sofort auf dem nämlichen Wege erwidert. Am Geburtstage des Deutschen Kaisers sandten die Lindauer Offiziere zuerst einen Festgruß, der natürlich bald beantwortet wurde. Die Lindauer Offiziere (3. Bataillon vom königl. bayerischen 3. Infanterie-Regiment) telegraphirten: „Hoch lebe der Kaiser! rufet der Süden, Hoch lebe der Kaiser! ruft mit erglühten freudigen Herzen der äußerste Norden! Der Ruf ist's, aus dem uns die Freundschaft geworden." Die Memeler Offiziere (3. Bataillon des Jnsanterie- Regiments Nr. 41) erwiderten: „Von Ost zu West, von Nord zu Süd — Heut Jubel laut das Land durchzieht — An unsres Kaisers Ehrentag — Millionen Herzen und ein. Schlag!"


