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7.6.1894 Erstes Blatt
 
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N 6. Juni 1894.

» Provinz cberhtW y des Großh. Lao». SchlvurgerichtSsitzumv Verhandlung kam dn Ehefrau und©tnofitn Gleitung aumSMtib. Wau Les Heinrich 'es Philipp Küchln, achter der Johannes HSantvalt Weidiz Zung vertheidlgi h rau des Conrad L' --: klagten LinaSoeipp,

Charlotte Kühl, üljl; der Sagellaote i Herrn Rechtsanwatt

Angeklagte Conrad atz. Die Mage um Höckel, als Geschworene ch Neeb, Jacob Adam, , [./ ßrfanntö Rromm I., '^erbt, (frnil ®iPem8, ig Schön und Ludwig ock WW W nen Johannes Mhelw >ie zweitägige Beweis solgenden Sachverhalts der Feldschühe N ad Münch Eheleute und auf dem Münch l-Hen , aus einem verbotenen Anzeige und wurden fit hoben hatten. Qonrab ltete in der W,a j af dem verbotenen^ -' .enommcne eiche 8elt g Heinrich SDM nut da zum Oefteren von , veranlaßt, anderen M and i?am

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W;u: n(6 ^vgen w .1 Änwaus oh UTS** men u"d ^nburger Mnch au8/?// und die Hannes ^mand «»»=£ daß $ -rot Kneippt Li-se mittlerwe^ , ^ Mo» bie ß-At tbe ^,2 M n, sie *5

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gab eidlich an, die Helene Münch habe zu seiner Frau ge­sagt, sie könne gar nicht wisien, ob die Frau Münch oder deren Tochter gemeint gewesen sei, eS habe nur geheißen »des Lenhards Geschirr". Helene Münch bestritt diese Aus­sage ganz entzchieden und behauptete, Siegmund Pollach sei während der mit seiner Frau ftattgehabten Unterredung gar nicht zu Hause gewesen, sie habe vielmehr, als sie das Pollach sche Haus verlasieu, den Pollach mit einem Wägelchen von Friedberg kommen sehen. Da die Aussage der Helene Münch angesichts der bestehenden Widersprüche angezweifelt wurde, so erfolgte auf Antrag des Anwaltes der Privat­klägerin die Aussetzung der Verhandlung und Mittheilung der Acten an die Staatsanwaltschaft Zwecks Aufklärung der Widersprüche, welches Ansinnen diese ablehnte. Nachdem die Acten an daS Schöffengericht zurückgelangt waren, beantragte Conrad Münch in einer Eingabe an Großh. Amtsgericht Friedberg die Ladung der Helene Münch, Frau Becker, Lina Kneipp und Caroline Erb. Am 2. Januar 1893 erschien er persönlich bei Gericht und wiederholte den Antrag. Rechts­anwalt Windecker, der Anwalt des Conrad Münch, legte die Anwaltschaft nieder und beantragte der Anwalt des Privat­beklagten neben den früheren Entlastungszeugen die Ladung der Siegmund Pollach Ehefrau. Die beiderseits benannten Zeugen wurden zu dem auf den 7. Februar bestimmten Hauptverhandlungstermin geladen und waren alle erschienen. Die bereits vernommenen Zeugen versicherten auf den bereits geleisteten Eid ihre früheren Aussagen, die Heinrich Kneipp Ehefrau erklärte nach Leistung des Zeugen- rideS:Ich war bei Pollach, um etwas rinzukaufen, da sagte die Frau Pollach zu mir: Kommt die Lene Münch noch zu Euch? Was hätte die Lene so gescheit gethan, wenn sie nicht für Conrad Münch und nicht für Dillenburger geschworen hätte und die 30 Mark von Letzterem genommen hätte, dann Härte mein Mann für die Beilegung des Streites auch seine zwei Malter Weizen bekommen. Dies war vor dem letzten Termin. Ich wußte damals, daß Dillenburger der Lene Münch durch Vermittelung des Pollach 30 Mark geben wollte, wenn sie nicht zeuge. Später, nach der ersten Verhandlung lud ich mit Caroline Ub für Pollach Klötze ab. Da sagte dieser zu mir: Das erste Mal, als die Lene Münch bei meiner Frau war, war ich nicht zu Hause. Die Frau Münch war doch mehrmals da." Caroline Ub vermochte Letzteres nicht zu bestätigen, worauf Frau Kneipp erklärte, die Ub müffe cs gehört haben. Siegmund Pollachs Ehefrau versicherte eidlich, daß an dem von der Heinrich Kneipp Ehe­frau behaupteten Gespräch kein wahres Wort und dies sicher eine auSgeheckte Erfindung von Seiten der Kneipp und der Conrad Münch Ehefrau fei. Denn die Kneipp wohne bei der Letzteren und hielten diese und die Helene Münch dort ihren Rath. Nach Schluß der Beweisaufnahme wurde die Beschuldigte freigesprochen und die Privatklägerin in die Kosten verurtheilt. Nachdem das Urtheil die Rechtskraft beschritten, theilte Großh. Amtsgericht Friedberg die Acten des Staatsanwaltschaft wiederholt mit, zur Entschließung darüber, ob nicht gegen Helene Münch eine Untersuchung wegen Meineids einzuleiten sei. Auf Antrag der Staats­anwaltschaft wurde zwar gegen Helene Münch Voruntersuchung wegen Meineids eröffnet, dtefelbe jedoch wegen mangelnden Beweises nach geführter Voruntersuchung außer Verfolgung gesetzt. Nachdem jedoch gegen dieselbe und andere Personen die unten näher bezeichnete Untersuchung eingeleitet worden, erfolgte die Wiederaufnahme der Voruntersuchung- frühzeitig wurde solche gegen Heinrich Kneipp Ehefrau wegen Meineids gerichtet, welch' Letztere auch alsbald gestand, daß ihre am 7. Februar 1893 in obiger Privalklagsache gemachte eidliche Aussage bezüglich der mit Siegmund Pollachs Ehefrau ge­habten Unterredung völlig unwahr und erfunden sei. Sie gab hierbei an, daß die Conrad Münch Eheleute, mit denen sie in einem Hause wohne und denen fic für Klötze und eine Bettdecke einen kleinen Betrag geschuldet habe, nach dem ersten Schöffengerichtstermin ihr angesonnen hätten, obige Aussage vor Gericht zu machen und wenn sie das thue, brauche sie für die Klötze und Bettdecke nichts zu bezahlen. Sie habe sich hierdurch zu dem falschen Zeugniß verleiten laffen. Conrad Münch Eheleute bestritten, die Heinrich Kneipp Ehefrau verleitet zu haben. Großherzogl. Bürgermeister August Stein von Beienheim, welcher Gastwirthschaft betreibt und Bier über die Straße verkauft, hatte im Sommer 1893 auch den Johannes ThöngeS Eheleuten Bier in Flaschen verabfolgt, von denen zwei Flaschen, welche von einem Kinde, Emilie Münch, im Auftrage der Frau ThöngeS zurückgebracht werden sollten, von demselben zerbrochen wurden. Die 8 Jahre alte Tochter Emma deS Polizeidieners Bopp, welche die Frau ThöngeS Mutter nennt, kam eines Tages zu Ende Juli 1893 zu derselben, bei welcher sich auch Elise Ruhl befand und sagte, AffS Wilhelm habe ein Fläschchen zerbrochen, Frau ThöngeS müffe eS bezahlen. Hierauf sagte Frau ThöngeS, der Bürgermeister sei ein reicher Mann, sie bezahle das Fläschchen nicht und fügte noch zwei hier nicht wleder- zugebende beleidigende Aeußerungen bei. Letztere kamen dem Bürgermeister durch daS Kind zu Gehör. Da Johannes Gräf II. solche mit angehört und bestätigt hatte, so sprach sich dies im Orte herum und erhielt auch die Ehefrau ThöngeS durch einen Brief des Bürgermeisters hiervon Kenntniß. In Folge deffen stellte sie am 1. August 1893 die Emma Bopp zur Rede, nannte sie eine Schwindlerin und Landplag, drohte ihr, sie zu schlagen, daß sie die Kränk' kriege und gab ihr auch einen Schlag in daS Gesicht. Emma Bopp eilte weinend nach Hause und wurde dann Frau ThöngeS vom Polizeidiener Bopp und seiner Ehefrau, welche auf ihrem Weg nach dem Felde an dem ThöngeS scheu Hauic vorübergingen, zur Rede gestellt. ES kam hier zu Wort- streitigkeiten zwischen beiden Theilen und ließ Polizeidiener Bopp die Johannes ThöngeS Ehefrau wegen wörtlicher und thätlicher Beleidigung seiner Tochter Emma zum Sühneversuch laben. Nachdem eine Einigung nicht zu Stande gekommen, erhob Polizeidiener Bopp am 25. August gegen Johannes ThöngeS Ehefrau durch einen Anwalt eine Privatklage wegen

Beleidigung. Daraufhin erhob auch Johanne- ThöngeS Ehefrau gegen Johanne- Bopp Eheleute wegen Beleidigung am 16. September Privatklage, weil Polizeidiener Bopp am 1. August geäußert habe, sie habe feine Tochter geschmissen unb er bringe sie nach Rockenberg und weil die Ehefrau Bopp bemerkt hatte, Frau ThöngeS sei eine NichtSnutzern unb Faullenzern und mußte Rockenberg besch......,

wahrend Polizeidiener Bopp am 26. September wegen deS nämlichen Vorfälle- deshalb Widerklage erhob, weil Frau ThöngeS von feiner Tochter Emma gesagt hatte: Ich habe daS Lügenmensch gar nicht geschmissen, sondern gesch.......

verrecken soll eS, der Rachen muß ihm ausstehen bleiben und wenn ich ihm nicht zu fressen gegeben hätte, hättet Ihr eS gar nicht aufgebracht. Schon am 22. August hatte Frau ThöngeS gegen Johannes Gräf II. Privatklage erhoben, weil dieser behauptet, Frau ThöngeS habe die von der Emma Bopp erzählten beleidigenden Aeußerungen mit Bezug auf den Bürgermeister gethan und sah sich wiederum Großh. Bürgermeister Stein veranlaßt, am 9. September Privatklage gegen Ehefrau ThöngeS wegen Beleidigung zu erheben.

(Fortsetzung folgt.)

** Riesen Kornhalme. Im Anschluß an unsere Mit­theilung in Nro. 128 können wir mitthcilen, daß und von Herrn Commerzienrath Heyligenstaedt drei in Nähe der Schönen Aussicht" gewachsene Kornhalme übersandt wurden, welche die respectable Länge von 2,61, 2,58 und 2,55 Mtr. haben.

** Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Martin Frdch. GrieSHeimer aus Lampertheim vom Amts­gericht Oppenheim wegen Unterschlagung- Schlosser Carl Hofmann aus Dudenhofen, zuletzt in Gießen wegen Dieb­stahls, von der Staatsanwaltschaft in Gießen - Maler Otto August Minde aus Danzig von derselben Behörde wegen Unterschlagung- Glaser M. H. A. Schur i cht aus Leipzig von der Staatsanwaltschaft in Darmstadt wegen Diebstahls- Hausierer Adam Thieme au- Breitenbach und der angebliche Färber Otto Beyer aus Durlach vom AmtSanwalt in Bingen wegen Betrugs - Schuh­macher Joh. Frdch. Zindel aus Offenbach, zuletzt in Höchst a. M. vom Amtsgericht Darmstadt I wegen Strafvollzugs.

** Reserve Anzug. Es bestätigt sich, daß ein Erlaß deS Kriegsministeriums ergangen ist, wonach den ausgedienten Mannschaften bei der Entlassung nach zweijährigem Dienst ein sogenannter Reserve-Anzug nicht mehr als Eigenthum mitgegeben werden soll. Der Erlaß enthält aber auch die Bestimmung, daß denen, die sich nicht rechtzeitig mit Civil- kleidern haben versehen können, ein Reserve-Anzug gegen Rücksendeverpflichtung mitgegeben wird; ebenso kann nach­weisbar gänzlich Unbemittelten ein auSgetragcner Anzug als Eigenthum belasten werden.

** Zu der in diesen Tagen in Berlin stattfindenden Deutschen landwtrthschaftlichen Ausstellung ist als Vertreter unserer Regierung Herr RegierungSrath Nover nach Berlin gereist.

** lieber baß eiserne Kreuz, dieses köstliche Erinnerungs­zeichen an eine große Zeit, so schreibt dieParole", werden einige statistische Angaben interessant sein. Es wurden 1870/71 verliehen: 1318 eiserne Kreuze 1. Elaste, 43,242 eiserne Kreuze 2. Elaste an Gombattantcn und 4013 Kreuze 2. Elaste an Nicht-Combattanten. Von den Decorirten leben noch ungefähr 23,000.

X AuS der Wetterau, 5. Juni. Don der Actien- Zuckerfabrik Wetterau bei Friedberg geht uns unter Bezugnahme auf die in Nr. 127 deSAnzeigers" AuS dem unteren Niddathale" gebrachte Notiz unseres ^-Berichterstatters folgende Berichtigung zu:Die Actien- Zuckerfabrik Wetterau bezahlt sämmtliche Rüben nach Zucker­gehalt und zwar nach folgendem ModuS: 1. Für die Actien- rüben wird die Summe zu Grunde gelegt, welche sich bei einer Bewerthung dieser Rüben mit 1 Mk. für die vor dem 15. November resp. 1.10 Mk. für die nach diesem Zeitpunkt gelieferten Rüben per Gentner ergibt - diese Summe wird jedoch auf Grund deS Zuckergehaltes der von den einzelnen Aktionären gelieferten Rüben It. Generalversammlungsbeschluß vom 5. December 1890 zur Verkeilung gebracht. 2. Für Kaufrüben sind nicht in Aussicht gestellt, sondern werden pro Campagne 1894/95 auch bezahlt 85 Pfennige für die vor dem 15. November unb 95 Pfennige für bie später gelieferten Rüben per Gentner unb zwar bei einem Zuckergehalt von 12pCt. Für Rüben mit über 12pGt. wirb für jedes VioP^t. Zucker 1 Pfennig per Gentner vergütet, für Rüben unter 12pCt. Zucker dagegen 1,2 Pfg. in Abzug gebracht. Wir bemerken noch, daß z. B. in der Campagne 1893/94 für verarbeitete 806 200 Gentner Rüben rund 920000 Mk., daS sind ca. 1.14 Mk. für den Gentner Rüben gezahlt wurden und vermeiden eS, auf den von falschen Dar­stellungen strotzenden Artikel deS Weiteren einzugehen, da wir principiell weder unsere Geschäftsführung, noch bie inneren Verhältnisse unseres Etablissements zum Gegenstand öffent­licher Auseinandersetzungen machen."

B. Berstadt, 3. Juni. Heute fand die auch in Ihrer Zeitung publicirte Versammlung wegen Gründung einer Actien-Zuckerfabrik Berstadt statt, welche von über 200 Landwirthen auS der Umgegend besucht war. Die Statuten, von dem Amtsgerichte Nidda geprüft und genehmigt, wurden von der Versammlung gut geheißen und Aktien in sehr bedeutender Anzahl gezeichnet, Vorstand und Aufsichts­rath ernannt. Das Unternehmen ist also vollständig gesichert. ES muß hierzu bemerkt werden, daß aber nicht bloß Berstadt, sondern Wölfersheim, Södel, Melbach, Wohnbach, Obborn­hofen, Münzenberg, Bellersheim, Hungen, LangSdorf und noch eine Anzahl anderer Otte stark an dem Unternehmen sich beteiligt haben, oder sich noch beteiligen wollen. Hinsichtlich der Wafferfrage sind bie Unternehmer von ben besten Hoffnungen beseelt, denn ber Hydrotechniker hat die bestimmtesten Zusicherungen gegeben, daß daß Waffer in reich­

licher, vollständig genügender Menge zu beschaffen ist. Da# Waffer, welche- ber erste Brunnen liefert, würbe chemisch analifm, völlig säurefrei unb daher zur Zuckerfabrikation für ganz geeignet befunden. E- werden vorläusig nur 300 Geldactien A 500 Mk. au-gegeben, wovon 25 pCt. eingezahlt werden müffen. Die Fabrik kommt ganz nahe an den künftigen Bahnhof Berstadt- zu stehen. Die Unter­nehmer erhielten von hervorragcader Stelle bie feste Zusiche­rung, daß ber Bahnbau noch in diesem Herbste seinen Anfang nimmt. Die Aktionäre also bie Rübenprobucenten erstreben in erster Linie bie Abnahme und bie Verarbeitung i^rer Bobenerzeugniffe gegen mäßige Bezahlung, ohne Er­mattung fetter Divibenben. Sie hoffen dadurch auch mit alteren Goncurrcntcn in die Schranken treten zu können, denn die Rüben in der Gegend, welche hier in Betracht kommen, sollen sich durch bedeutenden Zuckergehalt au-zeichnen. Echzell, welches bie Fabrik in seiner Gemarkung zu haben wünscht und wegen ber wasserreichen Horloff auch ganz dazu geeignet erscheint, ist ber Rang abgelaufen. Schließlich muß bemerkt werben, baß bie Gemeinbe ©erficht ein bebeutcnbe- Gemeindevermögen besitzt, ben beibett Braunkohlenbergwerken Wölfersheim unb Trais - Horloff sehr nahe liegt unb baher einige Vorzüge besitzt, bie einem derartigen Unternehmen, wie eine Zuckerfabrik, sehr zu gute kommen. Al- Gründung-- Capital sind 900 000 Mk. vorgesehen, deren Beschaffung keine Schwierigkeit hat.

* AuS Rieder Beerbach wird demD. Tgl. Anz." berichtet: Al- die Großh. Herrschaften dieser Tage auf einer Spazier­fahrt Nieder-Beerbach passierten, hielt der Wagen nahe ber Walbmühle an einem blumigen Wtesengrunbe. Die Aller­höchsten Herrschaften entfliegen bem Wagen unb pflückten auf ber Wiese einen Strauß buftenber ©turnen. Der dicnst- eifrige Knecht beß betreffenben WicsenbesitzerS, welcher oben an ber Wiese staub unb bie Herrschaften bemerkte, aber nicht erkannte, brohte mit erhobener Hanb unb rief ihnen bie ge­flügelten Worte zu:Ich bring Euch rauß bo unnc, mißt er beß Futter verbrere!" AIS ber Knecht später erfuhr, wer bie vornehmen Herrschaften gewesen, fühlte er bittere Reue. Bei ben Allerhöchsten Herrschaften aber er­regte ber Vorfall bie größte Heiterkeit.

Dermifcbtcs.

* Marburg, 5. Juni. Zu bem am nächsten Samstag, Sonntag unb Montag bahier stattfindenben Gauturnfeste sinb vom Festausschuffe große Vorbereitungen getroffen worden, um daS Fest zu einem wohlgelungenen zu gestalten. Bereits präsentirt sich der Fcstplatz in seinem ganzen Umfang - fleißige Hände rühren sich, um die letzten Arbeiten zu vollenden. Die Anlage der electrischen Beleuchtung ist fertig gestellt, die Probebeleuchtnng glänzend ausgefallen. Gegen Sonnenschein und Regen sind die Fefttheilnehmer durch vorzügliche waffer- dichte Bedachung geschützt. Die WirthschaftS - Hallen sind in den Händen bewährter Unternehmer. Wie bei früheren Ge­legenheiten vereinigen sich auch diesmal wieder alle Stände, um dem Feste einen volksthümlichen Character zu geben. Die Anmeldungen von Turnern aus dem ganzen Gau-Verbande sind in großer Anzahl eingelaufen. Mit dem Feste ist eine Ausstellung von Turnfpiel-Geräthen verbunden. Gutes Wetter vorausgesetzt, wird daS Fest in feinem Verlaufe sich würdig an die Seite feiner Vorgänger stellen dürfen.

* Wien, 4. Juni. Im Prater haben gestern zwei SonntagSreiter, junge HandlungSgehülfen, mit geborgten CircuSpferden von Busch viele Personen niedergeritten und eine Anzahl verletzt. Ein Rentner Krieg wurde durch Husschläge sofort getöbtet.

Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen.

22. Woche. Vom 27. Mai bi- 2. Juni 1894.

Einwohnerzahl: angenommen zu 22 100 (incl. 1600 Mann Militär). SterbltchkeitSztffer: 25,88°/« bezw. 14,11 nach AuSfchl. bet Ortsfremden.

Kinder

ES starben an: Zusammen: Erwachsene: tm vom

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr:

Diphtheritis

2 (2)

2 (2)

Erysipel

Entzündliche Erkrank-

1

1 -

ungen der Ath- mungS-Organe

1 (1)

1 (1)

_ _

Neubildungen

Sonstige benannte

3

3

Krankheiten Nicht angegebene

3 (2)

2 (2)

1

Krankheiten

1

1

Summa: 11 (5) 6 (3) 2 3 (2)

Anm. Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viele der TodeSiälle in der betteffenden Krankheit auf von auswärts nach (Hiehen aebrachte Kranke kommen.

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Temperatur der Lahn und der Luft

nach Reaurnur gemessen am 6. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr:

Waffer 15»/», Lust 15«.

Rubsamen'sche Badeanstalt.