Ausgabe 
6.10.1894 Erstes Blatt
 
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sind: 1) Der Arbeitgeber macht sich strafbar, wenn er nicht, wie angegeben, verfährt- 2) der Arbeiter wird geschädigt, denn wenn er später eine Rente beantragen will, hat er nicht die erforderliche Anzahl von Marken in den Quittungs- kartcn und verliert womöglich dadurch seinen Anspruch, da es nicht so kurzer Hand statthaft ist, nachträchlich Marken einzukleben; 3) die VersicherungS-Anstalt wird um den Markenwerth geschädigt. Der Arbeiter selbst hat also das größte Jnteresie, daß seine Versicherung in Ordnung ist und der Arbeitgeber seine Pflicht thut. Die Versicherungsanstalt wird von jetzt ab eine allgemeine Revision der Quittungs- karten im Lande vornehmen lassen, wie es bisher nur in einigen Städten und Bezirken geschehen ist. Es empfiehlt sich daher, daß jeder zur Vermeidung von Strafen und Nach­theilen der Versicherung seine gehörige Aufmerksamkeit schenkt. Beklagenswerth ist es, daß gerade in den sog. besseren Ständen vielfach Gleichgiltigkeit herrscht und sogar versucht wird, die Beitragshälfte dadurch zu sparen, daß man z. B. eine Büglerin nicht am Montag in Arbeit nimmt, von der irrigen Ansicht ausgehend, daß überhaupt blos bei Beschäf­tigung am Montag die Beitragspflicht bestehe.

** Der Buchenrothschwauz, diese in Nro. 229 ds. Bl. geschilderte, überaus gefräßige und den Buchenbeständen ge­fährliche Raupe kommt, uns gewordener Mittheilung zufolge, massenhaft in den Waldungen von Krofdorf,' und Wißmar vor.

** Soll man das Kartoffelkraut verbrennen? Gewöhnlich kündet sich al- Zeichen der Kartoffelernte ein langer Schwaden Rauch an, der vom Verbrennen des Kartoffelkrautes herrührt. In manchen Gegenden ist es geradezu Grundsatz geworden: Das Kartoffelkraut muß verbrannt werden! Wer betheiligt sich denn eigentlich am Verbrennen? Schulpflichtige Kinder, auf die doch das Feuer keinen erziehenden Einfluß hinterläßt? Wo sie einen Haufen Kartoffelkraut entdecken, wird nicht lange gefeiert, er wird angezündet und muß ver­brennen ! Hat denn eigentlich das Kartoffelkraut gar keinen Werth? O gewiß, es ist sogar sehr werthvoll. Pflüge es unter und es düngt, streue es, und es gibt ein gutes Lager für das Vieh, bringe es auf einen Composthaufen und es lockert denselben und bereichert ihn an Nährstoffen. Ja, in sehr schlimmen Jahren kann es, wenn es gut getrocknet ist, sogar als Viehfutter verwendet jwerden. Man composttrt es auf folgende Weise: DaS Kartoffelkraut wird mit Erde durchschichlet. Im Winter gräbt man die Haufen öfters um und man erhält auf diese Weise ein gutes Dungmittel, das man im Frühjahr auf die Wiesen bringen kann. Das Kartoffelkraut darf niemals verbrannt werden.

Darmstadt, 4. October. In der heutigen Stadtverord- netensitzung wurde der seitherige Rechtsanwalt Köhler als besoldeter Beigeordneter eingeführt und vereidigt.

Laugen, 2. October. Nach einer weiteren Verordnung des Kreisamts Offenbach für die Landgemeinden des Kreises ist für die Folge minderjährigen Mädchen ohne Begleitung ihrer Eltern oder deren Stelle vertretender erwachsener Personen der Besuch von Wirthschaften verboten. Das Verbot erstreckt sich nicht auf den Besuch von polizeilich gestatteten Concerten und Tanzmusiken. Zuwiderhandelnde, Wirthe wie Mädchen, unterliegen einer Strafe bis zu 30 Mark.

A Maiuz, 4. October. Bezüglich der Sonntagsruhe fand gestern Abend eine Versammlung desVereins Mainzer Kaufleute" statt, in welcher eine große Unzufriedenheit über die derzeitige Handhabung der Sonntagsfeier zum Ausdruck kam. Die Versammlung, in welcher hauptsächlich Laden­inhaber vertreten waren, beauftragte schließlich durch eine Resolution seinen Vorstand, dahin zu wirken, daß die Bürger­meisterei Mainz in Verbindung mit der Bürgermeisterei Worms und den Kreisämtern von Rheinhessen eine Ueber- einstimmung für alle Städte der Provinz in der zugelassenen Beschäftigungszeit an Sonn- und Festtagen für das Handels­gewerbe mit offenen Ladengeschäften herbetführe, damit ferner­hin eine Benachtheiligung der Geschäfte der einen rheinhessi­schen Stadt gegenüber der anderen durch ungleichmäßige Handhabung der Sonntagsruhe nicht mehr stattfinde- 2) Daß die Trennung der zulässigen Sonntagsarbeit in zwei Ab­schnitte für alle Zweige des Handelsgewerbes mit offenem Ladeubetrieb beseitigt werde und die Sonntagsarbeit um 10 Uhr Vormittags ihre« Anfang nehme, und Sommers wie Winters bis 2 Uhr Nachmittags währe- 3) Sollten jedoch die Stunden von 911 als Zeit des Gottesdienstes be­stehen bleiben müssen, so sei dahin zu wirken, daß die Be- schäftigungSzeit 11 Uhr Vormittags beginne und in den Monaten vom 1. Juni bis 1. October bis 2 Uhr, in den übrigen Monaten bis 3 Uhr Nachmittags dauere.

A Vom Rhein, 4. October. Sämmtliche im äußeren Dienste stehende Beamten der Nassauischen Bahn müssen sich gegenwärtig einer augenärztlichen Untersuch ung unter­werfen. Zweck der Maßnahme ist, zu untersuchen, ob bei keinem der Beamten Farbenblindheit eingetreten ist. Diese Untersuch­ungen werden von Zeit zu Zeit wiederholt und sind haupt­sächlich -durch die im Bahndienft gebräuchlichen verschieden­farbigen Signale bedingt.

A Aus Rheillheffeu, 4. October. Bei der Lese des F r ü h° burgunder stellt sich heraus, daß die Quantität vielfach bedeutend mehr ist, als ursprünglich erwartet wurde. Eine außergewöhnliche Güte besitzen in einzelnen Gegenden die diesjährigen Portugieser. Seit Jahren haben dieselben die Edelreife nicht erreicht, wie diesmal.

Dermifd?te$.

* Frankfurt a. M., 3. October. Pfarrer Kneipp auf Reisen. Ueber die erstaunlichen Leistungen des Wörris- hofener Pfarrers während seines Frankfurter Aufenthaltes theilt man derFranks. Ztg." Folgendes mit: Der Vier- undsiebzigjährige las hier nach einer zwölfstündigen Schnellzugs­fahrt sofort die Messe bei den Barmherzigen Brüdern, ließ sich dann von einem halben Hundert Patienten in der Kur­

anstalt in der Grünestraße consultiren, wurde mit einer Gruppe photographisch ausgenommen, besuchte Schwerkranke bei den Franciskanerinnen, besichtigte den Dom, Kaisersaal und Palmengarten, stattete dem Prof. Hanfftängel einen Besuch ab, fuhr in den Zoologischen Garten, bei den barmherzigen Brüdern zu Mittag nnd begab sich dann in den Saalbau, um seinen zweistündigen Vortrag zu halten. Nachdem er noch bis in den Eisenbahnwagen hinein von Patienten, die um Rathertheilung baten, verfolgt worden war, fuhr er nach Mainz, wo er am Abend in der Stadthalle wieder einen mehrstündigen Vortrag hielt. Und das Alles wird bewirkt durch das Woasser und etliche Kräuter!"

* Frankfurt a. M., 4. October. Gegen unlauteren Wettbewerb. Vor AuctionSlocalen, deren Geschäfts- gebahren dem Verein der Detaillisten unredlich erscheint, sollen fortan Zettel mit folgender Warnung vertheilt werden: Vorsicht beim Besuche von Auctionen! Achtung auf die mitbietenden Strohmänner, welche die Preise in die Höhe treiben, die ersteigerten Gegenstände zum Schein bezahlen und solche nach der Auction wieder zurückgeben. Der Vor­stand des Vereins der Detailliften zu Frankfurt a. M."

* Zffelbach bei Diez, 2. October. Interessanter Fund. Beim Ausgraben eines Kellers fanden dieser Tage Maurer in einer Tiefe von ungefähr i/2 Meter eine Anzahl (21) alter, silberner Münzen, theils in der Größe eines Zweimark­stückes, theils in der des Fünfmarkstückes. Auf einer der größeren Münzen war noch deutlich die Inschrift:Kaiser Karl V." zu lesen: auf den anderen befinden sich Jahres­zahlen wie 1548, 1557 rc. Aus diesen Aufzeichnungen schließt man wohl mit Recht, daß wahrscheinlich diese Münzen im 30jährigen Kriege vergraben worden sind und der Besitzer in dem Kriege seinen Tod gefunden hat.

* Heilbronn, 1. October. Durch einen furchtbaren Unglücksfall wurde die Familie Feyerabend (Theilhaber der Rauch'schen Papierfabrik) in Trauer versetzt. Die beiden Brüder wollten heute beim Ulanen-Regiment in Ludwigs­burg als Einjährige eintreten. Einer von ihnen, ein leiden­schaftlicher Jäger, begab sich Samstag Nacht auf den An­stand und kehrte nicht mehr zurück. Bei der am Sonntag angestellten Suche fand man den jungen Mann erschossen im Thalheimer Steinbruch, das abgeschossene Gewehr lag neben ihm, auf der Leiche saß der Jagdhund, der Niemand heran- lasien wollte. Die eingeleitete Untersuchung ergab einen Un­glücksfall, das Gewehr mit Rehposten geladen ging in un­aufgeklärter Weise los und zerschmetterte dem jungen Mann den Schädel.

* Neubreisach, 3. October. In vergangener Nacht über­fielen zwei Burschen in dem nahegelegenen Dorfe Gais- wasser einen Bauern, schlugen ihn nieder und warfen ihn in eine Grube, die sie vorher gegraben hatten. Der Bauer war aber nur bewußtlos- er kam nach zwei Stunden zu sich, arbeitete sich dann mit großer Mühe aus der Erde, heraus und schleppte sich nach seiner Behausung. Der Arzt, Dr. Kissel, glaubt, den schwer Mißhandelten am Leben er* halten zu können.

* Loudon, 1. October. Das Testament einer Katzenfreundin. Das englische Gesetz legt einem Erblasser nicht die Pflicht auf, gewissen Verwandten mindestens einen bestimmten Procentsatz ihres Vermögens zu hinterlassen. Es herrscht in dieser Beziehung Grundbesitz ausgenommen absolute Freiheit, und darin liegt wohl der Grund, warum man so oft von den sonderbarsten letzten ^Verfügungen der Engländer und noch öfter der Engländerinnen hört. Ein Testament dieser Art hat ein altes Fräulein Raine hinter­lassen, das beträchtliche.Besitznngen in Oxford shtre hatte. Außer mehreren Vermächtnissen an religiöse Gesellschaften vermachte sie mehreren ihrer Dienerinnen acht Lieblings­katzen und zum Unterhalt jeder einzelnen Katze 240 Mk. jährlich. Welches Alter wohl diese Mietzen erreichen werden! DerRest ihrer Katzenfamilie" geht wieder in andere Hände für 3000 Mk. jährlich, so lange eine der Katzen noch am Leben, aberdiese Bestimmung soll sich nicht auf neuen Kätzchen-Nachwuchs beziehen". Dieser einschränkende Zusatz ist ein Glück für den Erben ihres Hauptvermögens, das, auf 170,000 Mk. geschätzt, doch kaum für alle Nachkommen dieser Katzencolonie ausgereicht haben würde. Diese statt­liche Geldsumme hinterläßt Fräulein Raine Lord Randolph Churchill in Anerkennung seines politischen Genies! DaS Testament muß also offenbar vor einer Reihe von Jahren gemacht sein.

* Eine neue Riesenbrücke. Aus New York wird be­richtet: Die Ingenieure des Kriegsministeriums haben die Baupläne für die neue große Brücke über den Hudson bei Newyork geprüft und unter den verschiedenen einen ausgewählt. Das Sparrenprincip der Forthbrücke ist adoptirt worden. Es wird aber in viel größerem Umfange zur Anwendung kommen. Die Minimalspannbreite beträgt 3200 Fuß. Bei der Forthbrücke ist sie nur 1700 Fuß. Es wird somit kein einziger Pfeiler in den Fluß gebaut werden. Die beiden am User befindlichen Pfeiler werden aus Stahl bestehen und 620 Fuß hoch sein. Die der Forthbrücke sind nur 355 Fuß hoch. Das Mauerwerk, worin die Ketten verankert werden, wird 1000 Fuß hinter den Thürmen liegen. Auf der Brücke werden sich sechs Etsenbahngeleise befinden. Die Ketten werden 83 200 Tons zu tragen haben. Fügt man das Gewicht der Ketten selbst hinzu, so kommen 109 000 Tons heraus. Von der einen Verankerung bis zur anderen wird das Kabel 5609 Fuß lang fein. Die Kosten der Brücke werden auf 35 000 000 Dollars veranschlagt.

* Aus dem Privatleben des Präsidenten Frankreichs. Casimir Perier ist Frühaufsteher, wie arbeitsame Leute meistens. Schon um halb 7 Uhr Morgens ist er in seinem Arbeitszimmer, um die während der Nacht eingelaufenen Drahtmeldungen und Schriftstücke zu durchgehen. Um 8 Uhr ist kleines Frühstück (Kaffee, Thee u. s. w.) mit seiner Familie. Bon 9 bis 12 Uhr arbeitet der Präsident mit dem \ Generalsekretär Lafargue, dem Kanzleidirector Romanet usw. an den laufenden Geschäften und Papieren. Der Nachmittag

ist, je nach Umständen, zwischen Arbeit, Audienzen und Leibes­übungen getheilt. Letztere fehlen nie. In Pont-sur-Seine geht der Präsident meist zwei bis drei Stunden jeden Tag in den Waldungen und Feldern seines 12800 Hektaren großen Gutes umher und ermüdet oft die ihn begleitenden Offiziere, Abends nach 10 oder 11 Uhr, wenn alle Gesellschaft sich zurückgezogen, arbeitet oder liest der Präsident oft noch bis 12 bis 1 Uhr Nachts. Aber gleichviel, um welche Zeit er sich zur Ruhe begibt, Morgens um halb 7 Uhr ist er wieder in seinem Arbeitszimmer. Auch in Paris hält er dieselbe Lebensweise inne, geht, trotz allen entgegenftehenden Bedenken, oft Nachmittags durch die Stadt. Sonst bietet ihm der große Garten, ja Park des Elysspalastes ziemlichen Raum zu Marschleistungen. Die täglichen Leibesübungen, zu denen auch Fechten, Jagd und Rudern (in Pont-sur-Seine) gehören, sind ihm Bedürsniß, er hat es nie anders gehalten. Diese haben jedenfalls auch dazu beigetragen, seine Körperkraft zu steigern und seine Gesundheit zu erhalten, die vortrefflich ist. Im Uebrigen ist das ganze Haus des Präsidenten sehr musikalisch. Herr und Frau Casimir Perier haben schon früher oft ausgezeichnete musikalische Abende veranstaltet, schätzen auch Wagner sehr. Jedenfalls werden daher diesen Winter im Elys« mehrere größere Musikfeste stattfinden.

* Die Forellen des Grafen Kanih. Ein reizendes Ge- fchichtchen, das mit dem Kaiserbefuche in Königsberg zusammen- hängt, wird in Berlin erzählt. Graf Kanitz, der sicher auf eine Einladung zur kaiserlichen Festtafel rechnete, erbat sich vom Magistrat in Königsberg die Erlaubniß, Forellen für das Festmahl spenden zu dürfen. Das Anerbieten wurde freundlichst angenommen und Graf Kanitz ließ 420 Stück Forellen nach Königsberg abgehen. Da traf ihn die Depesche, daß er von der Liste der zum Festmahle zu Ladenden ge­strichen worden fei. Sofort telegraphirte Graf Kanitz nach Königsberg um Einhaltung der Forellensendung, falls solche noch nicht abgeliefert fei. Die Ablieferung war aber bereits erfolgt und die Forellen sollen allen Festtheilnehmern trefflich geschmeckt haben. Auch Se. Majestät der Kaiser soll später den Sachverhalt erfahren und herzlich über denselben gelacht haben.

*Bomster Auslese". Große Heiterkeit erregte in Varzin während des Besuchs der Posener eine Widmung des Kammer­herrn Major von Tiedemann-Bomst, eine Flasche lacrimae Petri, Bomster Auslese.Wer hiervon trank", hieß es auf dem Eikett,der ging hinaus und weinte bitterlich". Der Spender bemerkte, es sei ein Gewächs aus den Weinbergen des verstorbenen Frhrn. v. Unruhe-Bomft. Der Wein solle eigentlich nicht zum Genuß dienen, sondern vielmehr ein Wahrzeichen der Gesinnung der Deutschen in der Provinz Posen sein. Es möge besseren Wein in Deutschland geben, aber reiner, unverfälschter und echter sei ganz sicher keiner. (Heiterkeit.) So rein, so unverfälscht und so echt sollten auch immerdar die Gefühle für den Fürsten in der Provinz Posen sein. (Beifall.) Der Fürst nahm zur Erinnerung an feinen verstorbenen Freund v. Unruhe-Bomst die Gabemit Ergebung an."

* DaS Eichkater. ZuKripskanskis Katz" hat, wie aus In st erb urg berichtet wird, jüngst ein 11 jähriger Land­schüler aus dem Orte P. ein würdiges Seitenstück geliefert. Der Junge hatte da» ThemaDas Eichhörnchen" als Aufsatz zu behandeln und schrieb darüber wörtlich-Das Eichkater lebt auf Bäumen, es kömmt auch ab und zu auf die Erd und im Garten, es hatt einen Schwandz, der immer aufrecht stöht, einen Schnutel wenn Mann ihm ärgert wird Er bosig. Er freßt die Bäume kahl. Man schießt ihm. Er baut ein Nest für den Wint, wenns friert im Winter kraust er runter. Wo er bleibt Wer weiß es, in dem Großen Welt giebts viele Große Eichkaters."

* Schlimm. Herr Schlauch, der die Mode hat, wenn seine Frau schläft, auszustehen und ins Wirthshaus zu gehen und feinen Mopperl ins Bett zu legen, weil er genau so schnarcht wie sein Herr, bemerkt eines Morgens, daß seine Frau sehr finster und mürrisch ist und fürchtet, sie könnte etwas gemerkt haben. Um ihr auf den Zahn zu fühlen, sagte er:Ich glaube, ich habe heute Nacht furchtbar ge­schnarcht".Geschnarcht?" antwortete sie.Um 2 Uhr hast Du gebellt, und wie ich Dich wachrütteln wollte, hast Du mich,'gar in die Hand gebissen!"

* Eine lustige Gauuergeschichle wird ans Paris berichtet: Kommt da vor einigen Tagen ein Offizier, eine ältere, schneidige Kriegergestalt, die Offiziersrosette der Ehrenlegion im Knopfloch, zu dem großen Weinhändler Moreau. Capitaine Duhamel", stellt er sich vor und erklärt bann, er sei der Chef der Weinhandlung im Casino seines Regi­ments und wollte einmal einige Rothweine probiren. Herr Moreau ist sehr erfreut, die Aussicht auf eine so gute Kund­schaft zu bekommen, und bedient den alten Haudegen, der von Algerien und Tongking spricht, wie vom Boulevard des Italiens, aufs beste. Der Capitaine hat eine feine Zunge. Er probirt und probirt, ist sehr wählerisch, bestellt aber schließlich doch vier Faß Bordeaux, ein Fäßchen Cognac, ein Fäßchen Rum und vier Körbe Champagner.Morgen Nachmittag 2 Uhr bet der Lobau-Kaserne vorfahren! Aber pünktlich! Quittirte Rechnung beifügen!" Mit einer tiefen Verbeugung geleitet der erfreute Weiuwirth den Hauptmann bis zur Thüre.Feine Zunge!" denkt er,der Mann versteht was. Und wie stramm! Hat doch mindestens feine vier Flaschen im Leibe und geht so gerade einher, wie bei der Parade. Famoser Kerl! Ja, unsere alten Offiziere!" Aw nächsten Nachmittag um 2 Uhr fährt der Wagen vor . der Lobau-Kaserne vor. Eine Schildwage geht aus und ab. '^Jm großen Kasernenthor steht der Capstän, diesmal in Civil, ater die rothe Rosette im Knopfloch.Brav, mein Sohn, Du bist pünktlich!" sagt er dem Kutscher.Wo ist die Rechnung?" Hier, mein Capitän!"So ist's recht, aber Himmel- kreuzdonnerwettermillionenbombenundgranatenelementschock- schwernothnocheinmal .... das ist ja nur ein Exemplar! Die Rechnung muß doppelt ausgefertigt werden! Diese Schafsköpfe in Eurem Bureau! Na, lauf schnell zurück und