Ausgabe 
6.4.1894 Erstes Blatt
 
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Mittlerer Barometerstand bei 0° K. 744,7 mm.

Ehefrau kletterte ziemlich schwebte bemerkte

Barometer: Thermometer: Hygrometerstand:

Am 12. und 13. -aprit er. «-langt in Freiburg im Breisgau die IV. Serie der Kreiburger Münsterba«-»eld-Lotterie aut Ziehung, bei welcher 3234 Geldprämien <m Betrage oon 215 000 Mk.» sowie 100 Gewinne im Werthe von 45 000 Mk., im Ganzen also 3334 Gewinne von in Summa 260 O0O Mk. zur Auslassung gelangen. Die ersten Haupttreffer sind auf 50 000, 20 000, 10 000 Mk. festgesetzt und gelangen wie überhaupt sämmtltche Geldprämien ohne jeden Abzug zur Auszahlung. Criginalloofe ä 3 Mk. zu dieser außerordentlich beliebten und stets gänzlich ausoerkaufien Geld-Lotterie gelangen, so lange noch Vorrath, burd) das bekannte Bankhaus von OScar Bräuer & Co., Berlin W, Friedlichstr. 181, Stettin, Hohlmarkt 18 und Neustrelitz zur Ausgabe.

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Erstes Deutsches Tuchversandtgeschäft, Oettinger & Co-, Frankfurt a. TI Fabrlk-Deoöt

£anb* und Votkrwirthschaft.

Limburg, 4 April Fruchtmarkt. Rother Wei,en X 12.30, weißer Wetzen X 12.25, Korn X 9 60, Gerste x 7.70, Hafer X 7.80.

Erkältungen und Haarwechsel bei Pferde«. Wie die Erfahrung lehrt, haben die Pferde während des Haarwechsels, welcher bekanntlich jedes Frühjahr stattfindet, stets weniger Kraft und sind empfindlicher gegen Witterungs- und andere Einflüsse. Während des Haarwechsels ist daher besonders voisichttge Behandlung der Pferde nothwendig: man muß sie gegen EikSltung und vor grellem Wechsel in' der Lebens- und Fülterungswetse schützen, sie recht fleißig putzen und ihnen leicht vervauliches Fuller veiadretchen. Sollten dennoch Störungen im Haarwechsel e'ntreten oder will dieser nicht erfolgen, dann empfiehlt sich außer Warmhallen und Putzen besonders eine die Hauithättgkeit fördernde Nahrung, z. B. ange- brühteS Gerstenschrot, Leinkuchen oder Letnsamcnmehl zusammen mit genügend viel Kochsalz zum Futter zu verabreichen. Auch Mohrrübe» sind da ein gutes Futter. Erkältungskrankheiten entstehen im Winter und Flühjahr auch häufig dadurch, daß die Thiere in zu heißen, dunstigen Stallungen stehn und bet rauhem, schlechtem Wetter ohne gute Kreuz- und Nierenbecken ins Freie kommen. Bei bteler Ge­legenheit sei auch barauf aufmerksam gemacht, baß bie gefährliche Kolik bet Pserben nicht nur von Fehlern bei ber Fütterung, sondern auch durch Erkältung, zumal durch das Tränken mit zu kaltem Wasser, entsteht.

Gottesdienst in her Synagoge.

Samstag den 7. April:

Vorabend 6-» Uhr, Morgens 9« Uhr, Nachmittags 3* Uhr, Sabbathausgang 7** Uhr

Verrutschte».

* Stettin, 1. April. Das ftönigSregiment trägt seit gestern die neuen Waffenröcke, die bekanntlich von ver­schiedenen Truppentheilen probeweise getragen werden sollen. An die Stelle des stehenden Kragens ist, wie dieN. Stett. Ztg." berichtet, ein Unlegekragen getreten, der vorn ein rotheS Tuchstück trägt. Die blanken Metallknöpfe sind durch

entgegen, bietet ihr die unterstützende Hand und bringt sie vollends in Sicherheit. In dem Mansardenstock waren die

Tapfere Hilfeleistungen. Die junge Ehrhardt schwang sich resolut durchs Fenster uud auf dem Gesimse, das die Stockwerke trennt und breit ist, dem Nachbarhause zu; einige Augenblicke sie bei dem Wagestück zwischen Tod und Leben. Da

min.746mm,max.748 mm + 4"B. 4- 160R. Veränderlich

I Herr Hauptmann v. Baumbach vom 81. Infanterieregiment, I d r im Hause nebenan in gleicher Stockwerkhöhe wohnt, die Kletternde, steigt zum Fenster hinaus, der Schwankenden

Die Opfer. Gegen 81/, Uhr wurden die sterblichen . Ueberrefte der verbrannten, in Tücher gehüllt, aus den oberen Stockwerken von Feuerwehrleuten berabgelaffen, und in einem Sarge auf dem städtischen Krankenhauswagen I »um Sachsenhäuser Friedhof gefahren. Die mit der I Bergung der Leichen Betrauten sprachen mit Schaudern von dem Entsetzlichen, das sie gesehen haben. Die Brand- stätte wurde noch im Laufe des vormittags von Tausenden ausgesucht.

Wie später sestgestellt ist, sind im^Ganzen sieben Personen umS Leben gekommen. Die vollständig vet kohlte Leiche des 17 Jahre alten Dienstmädchens Schwoed aus Kiedrich wurde gegen 1 Uhr in einer Mansarde auf­gefunden. Die durch den Sturz von dem Blitzableiter ver­unglückte und auf der Stelle tobt gebliebene Marie Kull- mann ist 22 Jahre alt; sie diente bereits sechs Jahre bei der im Hause wohnenden Familie Johann Christian Geyer und wollte sich in nächster Zeit verheirathen. Die ebenfalls bei Geyer bedienstete Köchin Petzold ist an den Treppen deS Blitzableiters heruntergeklettert, hat aber durch die aus dem Hause herauSschlagenden Flammen schwere Brandwunden davongetragen. DaS HauS war folgendermaßen bewohnt: Im Parterrestock wohnte nur der Hausmeister, im ersten Stock links der Eigenthümer Müller, im zweiten Stock links die Familie Ehrhardt, im dritten Stock links OptikuS Schle- ficky, im vierten Stock links Familie Weck. Auf der rechten Seite war nur der zweite Stock von der Familie Geyer bewohnt. Herr Geyer berichtete, daß er aus dem Schlafe durch ein Knistern aufgeweckt worden sei. Als er auf den Vorplatz hinauStrat, schlugen ihm bereits durch die ge- sprungenen Scheiben der Dorplatzthür die Flammen entgegen. Er rettete sich mit seiner Frau auf den Balkon; beide machten von hier den Sprung auf daS Rettungsnetz. Frau Geyer sprang zuerst, sie erlitt nur eine kleine Verstauchung am HvlS, Herr Geyer hat eine leichte Verstauchung am rechten | Arm davongetragen. Die Ursache des Brandes ist noch nicht 1 ermittelt. Immerhin kann man mit ziemlicher Wahrschein­lichkeit annehmen, daß das Feuer im Parterrestock entstanden ist, vielleicht durch Ausströmen des Gafes. Der Hausmeister, der schwerverletzt und bis jetzt noch nicht vernehmungsfähig ist, scheint bei den Löschveriuchen die Wunden erlitten zu haben. Er wurde bewußtlos aufgefunden. Dieser wird möglicher Weise über den Brand, seine Entstehung oder den ersten Ausbruch Auskunft geben können. Der Lustschacht für den Aufzug hat jedenfalls zur rapiden Verbreitung des Feuers viel beigeiragen. Die leeren Wohnungen auf der rechten Seite sind viel stärker mitgenommen, wie links, wo z. B. die nach der Straße zu liegenden Zimmer des ersten Stockes wenig Schaden erlitten haben. Sonst ist fast das gelammte Mobiliar verbrannt und die von dem Feuer Plötzlich über­raschten Bewohner haben so gut wie nichts retten können. Herr Polizeipräsident v. Müffling war heute Morgen schon während des Brandes auf dem Platze, später erschien der Erste Staatsanwalt v. Reden und Herr Polizeirath Eckhard, die sich dann nach Besichtigung der Brandstätte ins städtische Krankenhaus begaben, wo die Verletzten zum Theil unter­gebracht sind. Noch in der Nachmittagsstunde eilten Hun­derte und Tausende von Neugierigen oer Brandstätte zu, wo noch immer eine Abtheilung der Feuerwehr mit Auf- räumungSarbeiten beschäftigt ist.

Gegenüber den vielfachen Gerückten, die in der Stadl über die Aiarmirung und das Eintreffen der Berufsfeuerwehr verbreitet sind, hat dieFranks. Ztg." an zuständiger Stelle Erkundigungen eingezogen. Darnack traf auf der Central- Station in der Münzgaffe früh 4.28 Uhr die erste tele graphische Mittheilung vom neunten Revier mit der Meldung Feuer in der Gutleutstrahe 101" ein. Die Frage des Feuerwehr-TelegraphenGroß- oder Kleinfeuer?" wurde mit Kleinfeuer!" beantwortet. Daraufhin rückte der Personen­wagen wie gewöhnlich mit neun Mann ab. Sofort nach feinem Eintreffen an der Brandstelle gab er telegrapdifche Nachricht vonGroßfeuer" an die Centralstation. Diese Mittheilung lief genau um 4.33 Uhr, also fünf Minuten nach Abgang deS Personenwagens, in der Station ein, von wo sofort der ganze Löschzug außrückte. Die Rettungsarbeiten mit dem Sprungtuch und den Leitern wurden alsbald aus­genommen. Die Anwendung des Sprungtuchs hat ihre Schwierigkeit darin, daß 2628 Mann zum Halten des Tuches nothwendlg sind, wenn die herabspringenden Personen nicht auf den Boden aufscklagen sollen. Die Mannschaft folgte den Hilferufen bald auf der eintn, bald auf der anderen Seite, war fortwährend nach beiden Richtungen in Thätigkeit und rettete mit dem Tuch zehn Personen. Als auf wieder­holtes Rufen sich an der vorderen Seite Niemand mehr an den Fenstern zeigte, begab sich die Mannschaft in den Hof, um hier etwa nöihige Hilfe zu bringen. Während dieser Zeit unternahmen Frau Weck mit ihrem Knaben und Fräulein Weck den tödtlichen Sprung. Nur eine Minute besonnenen Ausharrens noch, und die Rettung wäre bei allen Dreien möglich gewesen. Mutter und Tochter Weck müffen von dem Qualm in einer Weise überrascht und betäubt worden fein, daß sie nicht weiter konnten. Man fand sie später in einer Ecke jufammengefauert, die beiden Unglücklichen hielten sich umschlungen . . . Zur Bekämpfung des Feuers waren fünf Schlauchlinien ausgelegt. Waffer war soviel vorhanden, daß die Dampfspritze gar nicht in Thätigkeit zu treten brauchte. Das Verhängniß hat es gewollt, daß das Feuer zu einer Zeit auskam und um sich griff, als im Hause und auf der Straße absolute Verkehrslosigkeit herrschte.

Dienstmädchen der Familien Weck und Ehrhardt aufs Dach geflüchtet und hielten sich am Schneefänger fest. Eines der Mädchen wollte in der Angst durchaus herabspringen, wurde ober von der Waschfrau Minna Dickhardt aus Vilbel davon abgehalten, dis die Feuerwehr die Frauen aus der gefähr­lichen Lage erlöste. Dem Dienstmädchen Marie Schmidt, d-S auf das nördliche Dach geklettert war, wurde der Sohn eS im Nebenhause wohnenden Restaurateurs Knoblauch zum '.'ebenöretter. Der wackere junge Mann war aus der Mansarde seines Hauses über die Brandmauer geklettert und kalte das Mädchen mitten aus den lodernden Flammen bcraus. Der im sonst unbewohnten Paterreftock wohnende Hausmeister hat sich mit einer schweren Brandwunde am Arm retten können. Er und eine Anzahl der sonst Verletzten liegen int städtischen Krankenhaus.

Der eigentliche Hergang der Katastrophe entbehrt zur Zeit der genügenden Klarheit. Die Betroffenen teimögen nicht genauere Auskunft zu geben. DaS Ganze kam |o überraschend, daß Alle mit der Rettung des eigenen nackten dens genug zu thun hatten.

Citeratur unb Knnft

Die »Heut Mufft Zeitung^ (Stuttgart, Carl (Brüninger), ein Blatt, das als uneniDcbnicbee Vademecum, als sicherer Führer durch daS weite Reich ber Tonkunst, jedem Mufikintereffenten warm empfohlen sein mag, bringt in ihrem neuesten Quartalbeste, daS uns soeben zugeht, eine Fülle interessanten Stoffe» auö allen möglichen einschlägigen Gebieten, zumeist in Form oon geiftoollen Austätzen erster Federn, ferner Biographien von Componisten und Virtuosen mit neuen Porträts, Erzählungen und Humoresken, kritische Briese auS den Haupt-Mustkplätzen, Besprechungen von neuen Büchern und Mustkalien, endlich, zum Theil als Ergebnisse der letzten Pieis- concurrenz, fünf werthvolle Clavlerstücke, vier stimmunaSvolle Lieder, ein Violtnstück, sowie Bogen 11 und 12 von William WolsS Aestheltk der Musik als Exlra-GratiS-Beilage. Der Preis von 1 Mk. gegen­über dem Gebotenen ist kaum von Belang.

Einem Blatte, daS eS sich zur Aufgabe gemacht hat, den Sinn für die hehrste aller Künste, die Musik, in unserer Jugend zu wecken, öffnen wir zu seiner Empleblung gerne bie Spalten untere« Blattes. Die »Musikalische Jugendpost* (Stuttgart, Carl Grüninger) beschließt soeben daS erste Quartal ihres neunten Jahr- aanges, baS roieber eine Fülle reichhaltigen unb beiehrenben Stoffe« bietet, so recht geeignet, bie Lust und Liebe zur Musik unb ihrem Stublum in der Heranwachsenden Jugend zu wecken. Jnlerestante und belehrende Erzählungen auS dem Leben berühmter Tonkünstler, reizvolle Geschichten au8 dem Reiche ber Musik, Gedichte, Spiele unb Alles, waS Kinberhcrz und -Gemüth erfreuen kann, findcn u*x in dem vorliegenden Band wieder in gediegenster Wahl. Auch die reichhaltigen Musikbeilagen geben unfern jugendlichen Musikern Gelegenheit, ihre Kunstfertigkeit zu ei proben unb zu fördern. Sie bieten Clavierstücke zu zwei und vier Händen, Lieder für eine und zwei Singstimmen und Claoier, Stücke für Violine und Clavier, Alles in sorgfältiger Auswahl, dem Cbarac er der Jugend angepaßt und dies Alles für 1 50 Mk vierteljährlich. Ein solchem Unternehmen ist der allgemeinen Unterstützung werth und c« soll hiermit ange legentlichst empfohlen sein.

Horok' öpse ersetzt. Die Achfe-klappcn, in der blauen Farbe I deS Rockes, tragen den Namenszug deS Regiments in Gelb.

Die Äermcl sind im Handgelenk enger wie die bisherigen Waffenröcke, und nach Belieben enger und weiter durch Horn- knöpte zu schließen. DaS neue Kleidungsstück ist joppenartig gehalten unb bei Weitem bequemer wie der bisherige Waffen- rock. Statt der Treffen am Kragen tragen die Chargineu auf dem Aermel im spitzen Winkel stehende goldene Streifen, wie sic in der französiichen Armee üblich sind.

e «uS dem Teschichts-Ualerricht. Lehrer:Bor taufend Jahren trug Deutschland noch einen feuchteren Character als heute. Woher kam das wohl?" Schüler:Weil die alten Deutschen immer noch eins tranken."

* Auch einNadelgeld". An den Vater eines stark verhauenen" Studenten wendet sich ein Bekannter:Sagen Sie, lieber Freund, wie viel geben Sie ihrem Sohne eigentlich Nadelgeld?"

min. 747 mm, mu. 7ö0mm , 4-20R. 4- 4°B. Trocken und schön.

Im dritten Stock, wo die Familien Weck und Schlesicke wohnten, sprang daS Feuer mit Blitzesschnelle in die Woh­nungen Über, besonders in die Weck'sche Wohnung, die nach der Gutleutstraße zu liegt. Hier waren nur die Frauen zu Hause. Herr Franz Joseph Weck, Inhaber einer Käse- und Eierhandlung am ehemaligen Taunusthor, ist auf einer Reise «rach Zürich, wo er ebenfalls ein Geschäft hat, abwesend.

Im Schlaf überrascht von der Feuersbrunst wurde die ganze Weck',che Familie, nämlich die Ehefrau Auguste Weck mit ihrem wenige Monate alten Söhnchen, die Mutter deS Herrn Weck unb die beiden Fräulein Pauline und Wilhelmine Weck. Die Flammen müssen hier mit solcher Gewalt in die Wohnung geschlagen fein, daß die Frauen an jeder Hoffnung auf Rettung verzweifelten.

Die Feuerwehr war zum Unglück irrigerweise zuerst nur aufKleinfeuer" alarmirt, unb bevor sie mit einem Personalwagen herbeikam, spielten sich auf dieser Seite deS Hauses herzzerreißende Austritte ab. Aus allen Stockwerken, vn den Fenstern und Baikonen erschollen Hülse- und Jammerrufe.

Todessprung von Mutter und Kind. Die junge Frau Weck sprang mit ihrem Kinde zum Fenster hinaus. Sie fiel hier gerade vor den Füßen des ReoiercommiffarS Schloßhauer aufs Pflaster nieder und fand den sofortigen Tod. Schloßhauer hob daS noch lebende Kind auf, daS ihn freundlich aniächelte, und ließ es in seine nebenan befindliche Wohnung tragen, wo es aber auch bald darauf an den Folgen der Erschütterung verschieden ist. Frau Weck hatte vor ihrem Sprung einen Zettel geschrieben und zum Fenster htnauS- gcworfen, auf dem ein Scheidegruß für ihren Mann mit den WortenLebe wohl, lieber Mann!" stand.

Bier weitere Todesfälle. Der Frau Weck sprang e n Fräulein Weck nach. Auch sie gab alsbald den Geist auf. Es hat noch nicht festgestellt werden können, welches der beiden Mädchen die Tobte ist, da baß andere Fräulein j mit der Mutter nicht einmal den Versuch, abzuspringen, I machen konnte. Mutter und Tochter verbrannten. Ihre i Leichen wurden später bis auf kleine Reste vollständig ver- | kohlt aufgefunden. Aus den Mansarden, wo die Dienst- i mäbdjen schliefen, versuchten zwei der weiblichen Jnsaffen am Blitzableiter herunterzuklettern. Dabei stürz'e daß Dienst­mädchen Marie Kullmann auS N ederwöllstadt ab und fiel sich »u Tode. Einem anderen Mädchen gelang eS dagegen, abgesehen von einer Brandwunde am Arm, mit diesem Rettungsmittel heil zur Erde zu gelangen. Ein älteres Dienstmädchen wird noch vermißt, man befürchtet, daß es ebenfalls in den Flammen umgekommen und völlig verbrannt fei. Bestätigt sich diese Muthrnaßung, so käme bie Zahl ber Tobten im Ganzen auf sieden.

Glückliche Rettungen. Die inzwischen herbeige- kommene Berufsfeuerwehr war gegenüber ber Wuth des Elementes, b«S binnen kaum 15 Minuten auf alle Theile des HauseS sein Vernichtungswcrk ausgebehnt hatte, mit ben Löscharbeiten fast machtlos. In einer knappen halben Stunbc brannte bas HauS vollständig aus. Die Bewohner des ersten Stocks, Herr Privatier Müller und fein Sohn, konnten sich Über eine an den Balkon angelegte Leiter retten. Seinen Sohn veranlaßte Herr Müller, um ben in ben oberen Stock­werken jammernden Leuten Muth zu machen, zuerst auf bas vor der Faffade an der Scharnhorststraße auSgebreitete Rettungsnetz zu springen. Der Sprung gelang, und nun folgten ihm die verschiedenen Personen aus ben oberen Stockwerken, sechs an ber Zahl. Sie führten ben Sprung mit Glück aus, wenn sie auch einige mehr ober mtnber erhebliche Verletzungen babei erhielten. So erlitt ber im dritten Stock wohnende Herr Schlesicky einen doppelten Rippenbruch, fein Sohn eine Rückgiatverstauchung, während Herr Chr. Geyer unb Fran, im zweiten Stock wohnenb, g!ücklich bavonkamen. Im zweiten Stock nach ber Gutleut­firaße wohnt bas erst feit vier Wochen eingezogene Ehr- hardt'sche Ehepaar. Herr Ehrhardt erzählt, wie er durch duö Klirren der herabfallenden Fensterscheiben gew.ckt worden ist. Im Glauben, cs handle sich um einen Diebstahl, sprang er auS dem Bette unb eilte an bie Vorplatzthüre; hier schlug ihm bereits bie Gluth entgegen unb trieb ihn zurück. Herr Ehrharbt reitete sich burd) einen Sprung auf öaS unter seinem Fenster auSgebreitete Netz.

AünfundzwanzigjährigeS Jubiläum! Unsere Zett wird von Manchem die Zeit der Jubiläen genannt, aber warum sollte nicht baS 25jährige Bestehen irgend einer Einrichtung besonders betont werden, wenn man täglich mitansiebt, wie Hunderte von Dingen heute auftaueben, morgen wieder verschwinden! Carl Kelter» Haarwasser besteht jetzt ein Blerteljahrhunvert und dies allein ist schon ein Beweis für dessen Un über treff (id)feit. Ein solcher Ersolg kann nur erzielt werden, wenn eine Sache wahrhaft reell unb preiswürdig ist, Eigenschaften, welche diesem auS- gezeichneten Haanoafiec In höchstem Maße innewohnen. Zu be­ziehen per Flacon a 40 Pf. und 1 Mk. 10 bet I H. Httthr, Sonnenür. 25[271

Witterungsaussichten

Wetterhäuschen, Südanlage.

4. Avkll, Mitt. 12~Ihn b.