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'Naturfreunde zu bethelligen. Zugleich wurde einer dieSbe« züglichen Gegenseitigkeit mit auswärtigen Naturfreunden AaSdruck gegeben. Dieser Vorschlag scheint seiner Verwirklichung entgegenzugehen, durch die beabsichtigte Gründung eine- „Tourtfteu-BereinS für Oberhessen". ES sind bereits mehrere Herren in einer Vorbesprechung der Angelegenheit naher getreten.
—LaudwirttzschaftticheSSeuoffeuschaftSweseu. DaS „Jahr- buch der deutschen landw. Genossenschaften", II. Theil deS vom AnwaltschastSsecretar ^Zhrtg-Offenbach a. M. herauSgegebenen „Landwirthschastlichen Genossenschaft»- kalenderS" führt die fämmtlichen Ende 1893 im Deutschen Reiche bestehenden und inS GenoffenschaftSregister eingetragenen laadwirthschafrlichen Genossenschaften namentlich auf und bildet somit für alle mit den Genossenschaften in- Geschäftsverbindung Stehenden ein willkommenes Adreßbuch. In de» Verzeichniß sind 5510 landw. Genossenschaften namentlich, nach Staaten und Landestheilen geordnet, aufge- führt und zwar 25 Centralgenoffenschaften, 3412 landwirth- schastliche Ereditgenoffenschaften (Spar- und DarlehnSkaffen), 819 Rohftoffgenossenschaften, 1073 Molkereien und 181 sonstige landwirthschastliche Genossenschaften.
•* * Schuldienst • Nachrichten. Am 10. Februar wurde der provisorische erste Lehrer und Dirigent der erweiterten Volksschule zu Homberg, Kreis Alsfeld, Wilhelm Bölsing zum ersten Lehrer und Dirigenten dieser Schule, unter Verleihung der Rechte eines definitiv angestellten Volksschullehrers, ernannt,- an demselben Tage wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg auf die erste Lehrerstelle an der Gkmetndeschule zu Zotzenbach, Str. Heppenheim, prasentirte Schullehrer Georg Hechler daselbst für diese Stelle bestätigt,- tm 15. Februar wurde dem SchulamtSaSpiranten Georg Wilhelm Faber aus Dorheim die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bönstadt, Str. Friedberg, übertragen.
Sambach, 3. März. Herr 'Forstwart Klein dahier feierte am 1. März, die Militärzeit eingerechnet, sein fünfzigjähriges Dtenstjubiläum. Obgleich dies er ft in letzter Stunde bekannt geworden war, versammelte sich doch am Abend der Gesangverein und brachte dem Jubilar ein schönes Ständchen dar, wobei ihm auch die Glückwünsche der Gemeinde, des Verein- und vieler Freunde zum Ausdruck gebracht wurden. Ein geselliges Zusammensein, zu welchem »er Jubilar den ihn ehrenden Verein, die Holzmacher und alle seine Freunde eingeladen hatte, -verlief in schönster Weise und wird allen Thetlnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben.
R. Altenstadt, 3. März. Der Herr Artikelschreiber in *i'r. 51 d. Bl. scheint- seine Ermittelungen nicht aus authentischer Quelle geschöpft zu haben und diene darum das Nachstehende zur Berichtigung. Einbrecher Glotzbach hat nicht im Geringsten irgend welche Geständnisse oder Mit- rhcilungen über seine Thaten gemacht, im Gegenrheil leugnete ;r strikte - auch bei der Personalfeststellung durch den Criminal- Schutzmann legte er das Leugnen nicht ab, sondern beharrte bei seinen früheren Angaben. Daß Glotzbach zu dem überfallenen Mädchen geäußert hätte: „Geld hab' ich mehr als Du" und dann eine Handvoll Hundertmarkscheine zum Vorschein gebracht habe, ist nicht wahr - auch kaufte er sich in hiesigem Orte nicht einen Topf Wichse und Bürste, sondern für je drei Pfennig Wichse und Feuerzeug, sowie eine Cigarre. Von der gefallenen Aeußerung GlotzbachS, welchen Zweck die Wichse erfüllen solle, .ist absolut nichts bekannt. Richtig ist, daß Glotzbach in der Nacht von seiner eisernen Bettstelle ein Stäbchen, welches die Seitenwand mit dem Fußende verbindet, abgebrochen hat, hierzu bedurfte es jedoch keiner großen Körperkraft. WaS den AuSbrechungsversuch mit dem „Brecheisen" anbelangt, so ist solcher stark übertrieben, denn außer einer geringfügigen Beschädigung an der Zimmerdecke oberhalb deS Ofens in einer Breite von einer halben Hand und 1—V/a (Zentimeter Tiefe ist auch gar nichts in der Zelle eu sehen. Ganz unrichtig und vollständig aus der Luft gegriffen ist die figurirte Comödie mit dem Wärter. Auch die in anderen Blättern verbreitete Nachricht, daß Glotzbach sich in Altenstadt habe den Bart abnehmen lassen, ist erfunden.
-0- Blofeld, 4. März. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit feierte heute das Ehepaar Stede dahier. Nachdem die kirchliche Feier beendigt war, wurde daS Jubelpaar auf das RathhauS geleitet, wo ihm zwei schöne Seffel über» geben wurden. Außerdem gab die Gemeinde noch einen Betrag für Bretzeln und Bier, so daß die versammelten Gäste und die Jubilare bewirthet werden konnten. Es darf nicht unerwähnt bleiben, daß Stede seit etwa vierzig Jahren Polizeidiener und seit einigen zwanzig Jahren Kirchen- biener ist.
§ Crainfeld, 3. März. Der Kirchenvorstand und die Gemeinde Kirchenvertretung der hiesigen Pfarrei haben einstimmig beschlossen, den sogenannten „Tröster" resp.
Leichenschmauß für unser Kirchspiel abzuschaffen. ES soll bei Begräbnissen nur an auswärtige Personen Essen und Trinken verabreicht werden. Die» Vorgeden findet bei allen Gemeindeangehörigen Anerkennung. Die Leichenschmäuße findet man noch vielfach in unserem Vogelsberg- in dem benachbarten Kirchspiel Herchenhain wurden sie schon vor einigen Jahren abgeschafft.
4- Inheiden, 2. März. Bei der heute stattgefundenen Beigeordnete nwahl wurde Herr Landwirth Otto Schneider mit 50 Stimmen (einstimmig) zum Beigeordneten gewählt.
Bad-Nanhei», 3. März. Montag den 5. März werden eS 60 Jahre, seitdem der Geh. Medicinalrath Dr. Friedrich Bode I. dahier von der Marburger Facultät zum Doctor der Medicin, Chirurgie und GcburtshÜlfe promovirt wurde. DaS goldene Doctor-Jubiläum wurde vor 10 Jahren in großartigster Weise gefeiert. Der Wetterauer ärztliche Verein gibt dem Jubilar ein Festessen, Gratulationen rc.
• Frankfurt a. M, 1. Marz. DaS Schwurgericht verurtheilte den 20jährigen Schreiner Ferdinand Fleischer, der am 5. December seine Braut vorsätzlich und mit Ueberlegung erscho ssen hat, zu vierjährigem Gefängniß. Die Geschworenen nahmen an, er sei durch ernstliches Verlangen der Getödteten zu der That bestimmt worden.
* Frankfurt a. M, 3. März. Der Angestellte einer hiesigen Bankfirma, Fay, ist nach Unterschlagung von 15,000 Mk. flüchtig geworden. Seine schon seit längerer Ziit verübten Betrügereien hat er durch Buchfälschungen zu verheimlichen gewußt.
• Berlin, 3. März. Der neue Director deS Berliner Theaters, Lipschütz, hat sich gestern Abcnd im Münchener Eisenbahnzuge bet dessen Einfahrt in den Anhalter Bahnhof in Berlin erschossen. Das Motiv ist unbekannt.
* Berlin, 24. Februar. Uebcr eine Verurteilung mit Belobigung berichten die hiesigen Blätter: Als der Arbeiter Franz Thiemermann eines Tages durch die Frankfurter Allee ging, bemerkte er eine Gruppe von Personen, welche ein weinendes Kind umstand. Er trat näher und sah, daß das Kind zu Falle gekommen war und sich dabei die Pulsader an einem Glasscherben zerschnitten hatte. Während die umstehenden Personen Worte der Theilnahme äußerten, aber sonst unthärig blieben, sah Thiemermann, daß Gefahr im Verzüge war. Er hob das Kind auf und erklärte, es zur Sanitätswache bringen zu wollen. Der Sergeant Kühn, der ebenfalls so lange unthätig dabei gestanden, äußerte nun die Worte: „So schlimm ist es ja nicht!" Dies brachte Thiemermann dermaßen in Harnisch, daß er dem Sergeanten die Worte zurief: „Sie Ochse! Sehen Sie denn nicht, daß das Kind sich verbluten kann?" Er trug daß Kind bann z r Sanitätswache, wo demselben ein Nothverband angelegt wurde. Als er das Samariterwerk beendet hatte und wieder auf die Straße trat, hielt ihn ein Schutzmann an, da der Sergeant T.'s Persönlichkeit festgestellt wissen wollte. Thiemermann stand gestern wegen Beleidigung vor der 137. Abteilung des Schöffengerichts. Der Vorsitzende machte ihn darauf aufmerksam, daß er bestraft werden müsse, hob aber gleichzeitig hervor, daß er sich sonst bei der Gelegenheit sehr brav benommen habe. Das Urtheil lautete aus sechs Mark Geldstrafe.
♦ Stuttgart, 2. März. In Thalheim bei Tuttlingen starb vorgestern, 75 Jahre alt, die Wittwe Max Schneckenburgers, des Dichters der „Wacht am Rhein".
* Würzburg, 28. Februar. Der größte Soldat der baierischen Armee ist ein Rheinländer, der Mediciner HaSler aus Coblenz, der als Einjährig - Freiwilliger beim hiesigen 9. Infanterie-Regiment dient. Er mißt 198,7cm. Nachdem hiesige Blätter berichtet hatten, der größte Soldat in Baiern sei ein Mann deS Infanterie-Leib Regiments in München, der 198 cm messe, stellte sich Hasler mit feinem 7cm PluS den hiesigen Redactionen vor.
• Bremen, 2. März. Das Schwurgericht verurtheilte die Eheleute Hellion wegen Tödtung ihres Kindes zum Tode.
♦ „Und soll es fein, und muß es fein, da hilft kein Zieren und kein Flennen: greif in die Nesseln frisch hinein, so werden sie nicht brennen." Probatum est! Damit hat s der berühmte kürzlich verstorbene Wiener Dombaumeister Schmidt gehalten. Und er ist durch und durch ein Mann der That gewesen: schon als junger Bursche bewies er das. Als er einst mit einem Kameraden auf der Wanderschaft nach einem neuen Berufsziel war, entlud sich ein gewaltiges Gewitter. Die jungen Leute mußten sich in hohle abgestorbene Weidenbäume flüchten, denn der Sturm tobte so gewaltig, daß starke Bäume im nahen Waide umknickten. AIS das Gewitter vorüber war und die beiden Wanderer ihren Weg ’ fortsetzen wollten, lag eine riesige Eiche quer über die Straße.
Der Kamerad sagte: „DaS ist eine üble Vorbedeutung für die Reise- bitte gieb sie doch lieber ganz auf." Da erwiderte der junge Friedrich Schmidt: „Warum nicht gar, ich werde dir zeigen, roafl eS eigentlich bedeutet." Bei diesen Worten nahm er einen tüchtigen Anlauf und setzte über die Eiche hinweg. Dies Recept hat denn auch in seinem ganzen späteren Leben sich al» gut erwiesen.
Schiff-nachrichten de» Nor-d. Lloyd.
In Gießen oei treten
durch die Agenten Carl Loo» und I. M- Schulhof.
Bremen, 3. Mär,: (Per transatlantischen Telegraph.! Der Schnelldampfer Saale, 6opt. R. Ringt, vom Norddeutschen Lloyd In Bremen, welcher am 20. Februar von Bremen und am 21. Februar von Southampton abgegangen war. ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten In Newyork angekommen.
Bremen, 3. März. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdmnpfer München, Eapt. C. Steencken, vom Norddeutfchen Lloyd in Bremen, welcher am 17. Februar von Bremen abaegange» war, ist gestern, 8 Uhr Vormittag», wohlbehalten in Newyork angekommen. ____________
Hamburg, 2. März. Neueste Nachrichten über die Be wegungen der Dampfer der Hamburg - Amerikanischen Packetfahrt« Aclien-Gesellschaft. Postdampser „Crootia", von Hamburg nach Westindien bestimmt, hat am 1. März, 3 Uhr Morgen», von Havre die Reise nach St. Thoma» fortgesetzt. Postdampser „Baumwoll", von Hamburg nach Baltimore bestimmt, ist am 1. März, 6 Uhr Nachmittag», in Philadelphia anaetommen. Dampfer „Rhenania" ist am 2. März, Morgen», von Neworlean» in Hamburg angekommen.
— Der Postdampfer „Switzerland" der „Red Star Ci nie* In Antwerpen ist laut Telegramm am 1. März wohlbehalten In Philadelphia angekommen.
Verkehr, Land- nnd VoLkswirthschaft.
Gründerg, 3. März. Fruchlpreife. Wetzen X 14.28* Korn X 14,50, Gerste X 00,00, Hafer X 16,70, Erbsen X 21,00, Linsen 00,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 00,00, Samen X 00,00.
— Pommersche Hypotheken-Iletien-Vink. Wie au« dem Jnseratenlyetle unterer heutigen Zeitung ersichtlich, werden die am 1. April cr. fälligen Pfandbrief-Coupons bereits vom 15. März er. «b einge lost.
Literatur und Kanft
— Die „Deutsche Revue über da» aefammte nationale geben der Gegenwart, herautzgegeben von Richard Fleischer" (seither In BreSlau erschienen) wird von April ab an die Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart übergehen und von derselben, in Tendenz und Erscheinungsweise unverändert, voraussichtlich einem neuen Aufschwung und größerer Verbreitung entgegengeführt werden. Im nächsten Quartal sollen u. A. zur Veröffentlichung gelangen: „Crispi bei BiSmarck", Aufzeichnungen eine« hervorragenden Mitarbeiter» und Reisebegleiters deS italienischen Ministerpräsidenten über dessen Aufenthalt und Beziehungen zu FriedrichSruh, ferner die hochinteressanten Memoiren des Abgeordneten von Unruh, Reiseschilderungen von Prinz Bernhard von Sachsen-Weimar, Erinnerungsblätter von Johanna Kinkel, eine Abhandlung über Nansen» neueste Nordpolfahrt von A. E. Nordenskjöld, Skeptische Betrachtung der Geschichte von Freiherr Christian Friedrich von Stockmar u. s. w-, alle« Beiträge bedeutsamster Art, sodaß dem Erscheinen des April-Heftes mit Spannung entgegengesehen werden darf.
Bei der Redaction eingegangene Bücher rc.:
— „Zur Outen Stunde* Berlin W., Deutsches Verlagshaus Bong L Co., Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pf.)
— „Moderne Kunst" (Berlin W. 57, Verlag von Rich. Bong, Preis des Vierzehntagsheftes 60 Pf.)
kirchliche Anzeigen der evang. Gemeinde.
Bi'delstunde am Montag den 5. März. Abends 8 Uhr, im Confirmandensaal der JohanneSkirche: Marcus Eap. 12, von Ver» 13 an: Fragen menschlicher Tücke und Antworten göttlicher Weisheit. Pfarrer Dr. Naumann
Am nächsten Sonntag den 11. März wird im Abendgottesdienst Beichte und heiliges Abendmahl für die LukaS- und die JohanneSgemeinde gemeinsam gehalten. Außerdem finden in diesem Monat noch AbendmohlSfeiern, jcdeSmal für beide Gemeinden statt am Gründonnerstag und Cha r frei tag (Vormittags). Anmeldungen zum heil. Abendmahl wolle man an den Pfarrer feiner Gemeinde richten.
Spitlplan der vereinigten frankfurter Ltadttheatrr
Opernhaus.
Dienstag den 6. März: Lucretia Borgia. Puppensee. Mittwoch den 7. März: Sechstes Abonnement-Concert unter Mitwirkung deS Violinisten Herrn Ross aus Wien. Donnerstag den 8. März: Lohengrin. Freitag den 9. März gefchlosien. Samstag den 10. März: Die Afrikanerin. Sonntag den 11. März: Hänsel und Gretel. Puppenfee.
Schauspielhaus.
Dienstag den 6. März: Gyges und fein Ring. Mittwoch den 7. März: Der Herr Senator. Donnerstag den 8. März: Der ungläubige Thomas. Vorher: Militärfromm. Freitag den 9. März: Egmont. SamStag den 10. März: Emilia Galotti. Sonntag den 11. März, Nachmittag» 3Vt Uhr: Charleys Tante. Abends 7 Uhr: Talisman. Montag den 12. März: Der Herr Senator.
Briefkasten-
Einer für Viele. Anonyme Einsendungen finden keine. Berücksichtigung rc.
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Manufaktur-, Seide- und Mode-Waaren.
Außerdem mache ganz besonders ans einen großen Posten schwarzer Fantasiestoffe aufmerksam, welche bedeutend unter Preis abgebe.


