Major v. Dewall, Generalmajor v. Treischke, Kgl. sächsischer Gesandter v. Fabrice, Legationsrath Graf Rcx, Freiherr v. Btegeleben, Freiherr v. Bellersheim, Hauptmann v. Wolff, Cabinetsrath Römheld, Flügeladjutant Freiherr v. Granch und Frau, Freitn v. RotSmann, Flügeladjutant v. Röder, Geh. Rath Etgenbrodt, Cabinetsbibliothekar Sahl und Hofjunker v. Herget. Gleich nach dem ersten Gang erhob sich Se. Kgl. Hoheit der Großherzog und brachte einen Trinkspruch auf seinen hohen Gast den König von Sachsen und das gesammte sächsische Königshaus aus, auf welchen der König mit einem Trinkspruch auf den Großherzog und Großherzogin erwiderte. Die Tafelmusik wurde von der Capelle des 115. Regiments gestellt. Um */,6 Uhr wurde die Tafel aufgehoben.
Berlin, 3. Juli. Von der Sensationsaffaire Kotze ist es wieder stiller geworden- der an die Verhaftung des kaiserlichen Ceremonienmeisters von Kotze angeknüpfte Klatsch scheint endlich keine weitere Nahrung gefunden zu haben. Vorerst befindet sich die ganze Sache noch im Stadium der militärgerichtlichen Untersuchung, welche selbstverständlich streng geheim geführt wird. Eine Veröffentlichung über das Ergebniß der Untersuchung ist erst dann möglich, wenn der Gerichtsherr in diesem gegen einen Offizier gerichteten Verfahren, also der Kaiser, das Erkenntniß des Kriegsgerichts bestätigt haben und wenn dieses bestätigte Erkenntniß sodann dem Angeschuldigten dienstlich eröffnet sein wird.
— Der Bund esrath wird vermuthlich in nächster Woche seine Thätigkeit beenden. Ob der Reichstagsbeschluß, betr. die Aufhebung des Jesuitengesetzes, noch vor Schluß der Bundesrathssession zur Erledigung kommt, steht noch immer nicht fest. In der laufenden Woche findet keine Sitzung des Bundesrathes statt wegen der Besichtigung des Nordostsee-Canals durch die Mitglieder genannter Körperschaft. Außerdem gedenken noch der Reichskanzler und der Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg an der Besichtigung rheilzunehmen.
— Der kurhessische Staatsmini st er a. D. v. Baumbach ist gestorben, v. Baumbach, geboren 1818, ist namentlich dadurch bekannt geworden, daß er die schwie- • rigen Abschlußverhandlungen zwischen dem kurfürstlichen Hause und der Krone Preußen leitete, welche in dem bekannten Stettiner Vertrag ihren endgiltigen Abschluß fanden.
Fünfte Versammlung des Central-Ausschusses zur Förderung der Jugend- und Volksspiele in Deutschland.
Thale, den 30. Juni 1894.
Der Deutsche Central-Ausschuß für Jugend- und Volksspiele trat unter Vorsitz des Landtagsabgeord- neten v. Schenckendorff heute in Thale zu einer internen Sitzung zusammen, um die Frage des weiteren Ausbaues der Bewegung eingehend zu erörtern.
Es sind anwesend die Herren Dr. Schmidt -Bonn, Gymnafialdirector Dr. Eitner-Görlitz, Director Raydl- Lauenburg a. Elbe, Profeffor Dr. Koch- Braunschweig, Turn-Jnspector Hermann- Braunschweig, Oberbürgermeister Baumb ach»Danzig, Oberlehrer Schnell-Altona, Oberlehrer Wickenhagen - Rendsburg, Oberturnlehrer Zeltler- Chemnitz, Dr. v. Woickowsky- Berlin, als Vertreter des Königl. statistischen Bureaus, Schulrath Küppers-Berlin, Schulrath P lat en-Magdeburg, Turninspector Böttcher- Hannover, Turnwart S chr ö er-Berlin und Privatdocent Dr. Reinhardt-Berlin.
Aus den einleitenden Mittheilungen des Vorsitzenden ergab sich, daß die Bewegung für allgemeinere Einführung der Bewegungsspiele einen guten, ja lebhaften Fortgang nimmt, insbesondere auch durch die wohlwollende Förderung Seitens der Staats- und Gemeindebehörden. Der Central-Ausschuß gedenkt behufs Erreichung der gesteckten Ziele seine Thätigkeit dahin zu erweitern, daß. er künftig m regelmäßigen Zwischenräumen öffentliche Versammlungen in verschiedenen Thetlen Deutschlands veranstaltet, bet denen zugleich öffentliche Spiele vorgeführt werden sollen. Mehrere Orte haben bereits Einladungen hierzu eingesandt. Als einen der wichtigsten Theile seiner Thätigkeit sieht der Ausschuß sodann die Erörterung der Spielplatz-Frage an. Die Ermittelungen, welche der Central-Ausschuß betr. der Anzahl und Beschaffenheit der vorhandenen Spielplätze angestellt hat, ergaben im Allgemeinen noch große Mängel- eine Vermehrung der Spielplätze erscheint ihm daher dringend geboten. Um nach dieser Seite hin anregend und beralhend eingreisen zu können, wurden die gesammelten Erfahrungen in einer Reihe von Sätzen über Neuanlage und Einrichtung von Spielplätzen niedergelegt, welche dazu beitragen sollen, daß Mißgriffe bei der Anlegung von Spielplätzen möglichst vermieden werden. Eine Subcommission wird zur weiteren Feststellung der Grundsätze gewählt. Mit Genugthuung wurde von einem Erlaß des Cultusministers Dr. Bosse vom 28. Mat d. I. Kenntniß genommen, wonach derselbe an die sämmtlichen Oberpräsidenten einen die Bestrebungen des Central^Ausschuffes empfehlenden Erlaß gerichtet hat.
Jntereffant waren sodann die Mittheilungen des Stadtschulraths P lat en-Magdeburg über die Sonntagsspiele der gewerblichen Jugend. Es wurde empfohlen, die Einrichtung solcher Veranstaltungen auf breitester Grundlage, also unter Betheiligung möglichst weiter Volkskreise, zu erstreben. Zu diesem Zwecke sind Ausschüsse aus Vertretern der Kaufleute, Handwerker, Beamten, Geistlichen, Turnvereine u. a. zu bilden, die Jnnungsvorstände für die Sache zu interessiren, anregende und belehrende Vorträge zu halten, die der Schule entwachsenen jungen Leute heranzuziehen u. a. m. Eine Anzahl der Mitglieder des Centralausschusses erklärt sich bereit, durch Vorträge für Ausführung dieser Vorschläge zu wirken.
Auf Vorschlag des Turninspectors Böttcher- Hannover wird sodann beschlossen: Der Central-AuSschuß empfiehlt zur
weiteren Pflege des Spieles für Erwachsene, neben den Ein- ; richtungen, welche für die Betreibung der Spiele an den Sonntagen getroffen sind, auch ähnliche Einrichtungen an bestimmten Wochenragen zu schaffen, um solchen Erwachsenen, deren bürgerliche Berufsthätigkett früh genug am Nachmittag abschließt, Gelegenheit zum Spielen zu geben.
Die Frage, in welchen Jahreszeiten noch im Freien gespielt werden könne und solle, wird von Dr. med. Schmidt-Bonn dahin beantwortet, daß es unter gewissen Voraussetzungen in jeder Jahreszeit geschehen könne, im Sommer bei mäßig trockener Luft und Windstille bis zu + 22° R., bet mäßig trockener Luft und leichtem bis frischem Wind bis zu 4~ 25° R., bei feuchter und schwüler Lust bis zu + 20°, im Winter bei trockener Luft und Windstille bis zu — 2°, bei trockener Luft und mäßigem Wind bis zu 0e und bei sehr feuchter Luft mit Nebelbtldung bis 4- 3®.
Weitere Verhandlungen betrafen den Inhalt des vom Central-Ausschuß herauszugebenden Jahrbuches 1895, die künftige Behandlung der Spielstattstik, die Spiel- curse für 18 9 5, die Verlegung des Rechnungsjahres, die Kassenverhältniffe des Ausschusses, die auf dem 8. deutschen Turnfeste zu Breslau zur Darstellung kommenden Spiele, i den ersten Spie lcursus an der Friedrich-Wil- Helms-Universität zu Berlin, sowie die künftige Abhaltung gleicher Curse an anderen deutschen Universitäten und Hochschulen. In letzterer Beziehung hofft der Central-Ausschuß, namentlich bei der ferneren Gewährung fördersamer Unterstützung durch den Herrn Cultus- mtntster und die Universitälsbehörden, ein Gebiet besonders segensreicher Thätigkeit zu betreten.
Behufs Regelung technischer Fragen, deren Erledigung dem Central-Ausschuß vielfach obliegt, wird ein technischer Ausschuß gewählt, der aus folgenden Herren besteht: Gym- nasialdirector Dr. Eitn er-Görlitz, Vorsitzender, Privatdocent Dr. Reinhardt- Berlin, Prof. Dr. Koch und Turn- Jnspector Hermann-Braunschweig, Prof. Dr. Kohlrausch- Hannover, Kaufmann Vogel-Leipzig, Königl. Rath Weber-München und Oberlehrer Heinrich-Schöneberg bei Berlin.
Der frühere Cultusminister, Oberpräsident Dr. v.Goßler, wurde angesichts seiner Verdienste um die Entstehung des Central-AuSschusses und um die Förderung der Spielbewegung zum Ehrenmitgliede ernannt, und zugewählt wurden die Herren Privatdocent Dr. Reinhardt-Berlin und Dr. v. Woickowsky-Biedau.
Eine freundliche telegraphische Begrüßung erhielt der Ausschuß vom Chef des Mtlitär-Erziehungswesens, General der Infanterie von Keßler und vom Cultusminister Dr. Bosse.
Der Vorsitzende schließt sodann nach achtstündiger Sitzung die Berathungen in der Hoffnung, daß dieselben zur weiteren Kräftigung und Ausbreitung der Spielbewegung beitragen und dem Wohle des Vaterlandes dienen werden.
Vermorschter.
* Frankfurt a. M., 3. Juli. Es ist nichts so fein gesponnen . . . Einen guten Fang hat dieser Tage unsere Crimtnalpolizei gemacht. Bor zwei Jahren waren aus der Wohnung eines hiesigen Rentners Werthpapiere im Betrage von Mk. 13—14 000 verschwunden. Die Polizei hatte zwar sofort die Köchin, eine Frau Hummel, geb. Sommerlab, im Verdachte, konnte ihr aber nichts nachweisen, zumal die Frau schon jahrelang tadellos in dem Hause diente. Im vorigen Jahre wurde sie dann zu 6 Monaten Gefängniß ' verurtheilt, weil sie in ihrer neuen Stellung einen Brillantring gestohlen hatte. Nach Verbüßung ihrer Strafe zog sie zu Verwandten nach Hirschhorn am Neckar. Sie war wirklich die Diebin^der gestohlenen Werthpapiere und dachte nun daran, diese zu versilbern. Zu dem Zwecke unternahm sie eine Reise nach Amerika und bot die Papiere einem Newyorker Bankhause an. Weil sie sich jedoch nicht genügend ausweisen konnte (sie nannte sich Frau Marie Bechtle), nahm man ihr nur wenige Stücke ab, und sie kehrte unverrichteter Dinge nach Europa zurück. Das Newyorker Bankhaus gab inzwischen einige der Coupons nach Berlin in Zahlung und von dort kamen sie an die Etnlösungsstelle in Karlsruhe, wo man erkannte, daß die Papiere als gestohlen angemeldet und gesperrt waren. Man verständigte die hiesige Polizei, diese ermittelte, daß Frau Hummel im Februar aus Hirschhorn verschwunden war, sich hier eine Ueberfahrtskarte für die Red-Star-Linie gelöst hatte, und gegenwärtig wieder in Frankfurt weilte. Man schritt sofort zu ihrer Verhaftung, und Angesichts der erdrückenden Beweise gab sie ihr anfängliches Leugnen auf. Nur über den Verbleib der Werthpapiere versuchte sie die Polizei noch irre zu führen, indem sie behauptete, der nicht verkaufte Rest sei im Auslande. Allein man vermuthete, daß die Papiere bei ihren Verwandten versteckt seien, und während Criminalcommissar Meyer in Darmstadt nachforschte, entsandte er den hessischen Criminalschutzmann Daniel nach Hirschhorn, wo dieser für Mk. 12,800 Werthpapiere entdeckte.' Bis auf wenige hundert Mark ist somit das vor zwei Jahren gestohlene Geld wieder zur Stelle geschafft.
* St. Johann, 2. Juli. Es bestätigt sich, daß wegen geringen Kohlenabsatzes von der Grube Schwalbach 100 junge Bergleute auf drei Monate entlassen wurden.
* Düsseldorf, 2. Juli. Seit heute Nachmittag 2 Uhr brennt die hiesige Schulte'sche Papierfabrik. Ein zweispänniger Wagen fuhr, da die Pferde scheuten, in das Publikum, wobei zahlreiche Verletzungen vorkamen.
* Erfurt, 2. Juli. Thüringer Gewerbe- und Industrie-Ausstellung. Der Besuch der Ausstellung seit ihrer Eröffnung bis heute zählt bereits nach Hunderttausenden und täglich bleibt der Zuzug ein frischer, regsamer. Dabei ist es für das Unternehmen sowohl wie für die ganze Stadt Erfurt ein hocherfreuliches Moment, daß das Urtheil dieser Besuchermassen übereinstimmend ein der Ausstellung
überaus günstiges ist und bleibt. Die reizende, landschaftliche Lage der industriellen Schöpfung mag eS wohl zumeist sein, die den Sinn der Ankommenden gefangen nimmt und bezaubert, aber auch die Fachleute geizen nicht mit der günstigen Censur über die belehrende Seite des in einem so köstlichen Rahmen steckenden, dem Ruhm der thüringischen Heimath gewidmeten Unternehmens. — Das schmeichelhafteste und klingendste Lob kam allerdings aus dem Munde der zahlreichen fürstlichen Persönlichkeiten, welche bisher die Thüringer Gewerbe- und Industrie-Ausstellung mit ihrem Besuche beehrt haben. Es ist schon ein recht stattliches Stammbuch, das die Namen illustrer Gäste enthält, sogar aus Oesterreich kam ein Sproß des Habsburger Fürstengeschlechts, und zwar der Erzherzog Karl Ludwig. Alle diese hochstehenden Persönlichkeiten sprachen zumeist in den drei Worten: „Wir kommen wieder!" der Ausstellung eine Anerkennung aus, wie sie auszeichnender kaum gedacht werden kann. Die Gartenanlagen im Freiland bieten gerade jetzt dem Besucher die wunderbarste Augenweide- die große, viele Hunderte von Gemälden berühmtester Meister enthaltende Kunst-Ausstellung nimmt nun ebenfalls ihren Anfang, und Concerte von hohen künstlerischem Werthe bieten dem Gaste eine erfrischende Erholung nach den Rundgängen durch den weiten Ausstellungsplatz und die Hallen desselben.
♦ Danzig, 2. Juli. In der Sonntag-Nacht wurde ein Unteroffizier des hiesigen Grenadterregiments von einer Patrouille geführt, den ein Offizier bei einer Urlaubsüberschreitung betroffen hatte. Er ergriff die Flucht, wurde jedoch durch einen von der Patrouille abgegebenen Schuß in den Kopf getödtet.
* Wien, 30. Juni. Der siebzehnjährige Schriftsetzer Alfred Lipnitzky stürzte gestern vom Kaiserstein tm Schneeberggebiete in den Abgrund und blieb sofort tobt. Die Freunde, die ihn begleiteten, hatten ihn von der Besteigung des gefährlichen Weges abgemahnt.
* Paris, 29. Juni. Ein furchtbarer Unglücksfall ereignete sich in Bussisres-les-Belmont. Ein Lehrer wollte den Schulkindern darlegen, in welcher Weise Cesario den Präsidenten Carnot erdolchte- er nahm einen Blumenstrauß, steckte sein offenes Taschenmesser hinein und streckte den Arm aus. Ein achtjähriger Schulknabe drängte sich vor, um besser zu sehen, stolperte und stürzte in das Messer, das zwischen zwei Rippen eindrang und die Lunge und das Herz des Kindes durchstach. Nach wenigen Augenblicken war der Knabe tobt.
* Was die Harmomkazüge der Ostbahn dem Staate an Pacht aus der Restauration einbriugen, geht aus nachfolgender Notiz hervor: Für die Züge 1 und 2 beträgt die Pacht 10 000 Mk., für die Züge 3 und 4 5000Mk., und für die Züge 71 und 72, welche bis Alexandrowa gehen, nur 4000 Mk., im Ganzen also 19 000 Mk. In jedem dieser Züge sind angestellt: 1 Koch, 1 Köchin, 1 Oberkellner und 2 Kellner. Der Oberkellner erhält als Gehalt J/3 pCt. der Einnahme, die Kellner dagegen find nach der „Elbinger Ztg." lediglich auf die Trinkgelder angewiesen. Der Bedarf für Küche und Restaurant wird in Berlin in den Zug genommen,. Fleischvorräthe zuweilen auch in Königsberg.
£it€totur unfr Kanft
— Der uns vorliegende 2. Quartalband der
Zeil««-" (Stuttgart, Carl Grüninger) bekundet das Bestreben der Leitung, dem musikliebenden Publikum ein möglichst wechselseitiges Programm zu bieten. Jedem Parteikampf aus dem Wege gehend, nimmt sie das Gute, wo sie es findet, und zieht alles in ihren Bereich, was interessant und geeignet ist, Herz und Geist für die hohen Aufgaben der Tonkunst zu erfüllen. So finden wir darin fesselnd geschriebene Biographien mit treuen Porträts, verständliche Aufsätze belehrenden und unterhaltenden Inhalts, Berichte über neue Concert- und Opernaufführungen, spannende Novellen, liebenswürdige Humoresken, Heiteres aus dem Künstlerleben, Besprechungen von Büchern und Mustkalten :c.; endlich eine Anzahl Notenbeilagen, gewählte Clavter- und Diolinstücke, sowie ansprechende Lieder enthaltend. Wer in die Mysterien der Musik tiefer eindringen will, dem bieten die zeitweise beigefügten Bogen von William Wolfs Musikästhetik reiche Gelegenheit und besten Stoff dazu.
- Musikalische Jugendpost. Don dieser im Verlage von Carl Grüninger in Stuttgart erfchetnenden Zeitschrift liegt uns das 2. Quartalheft des laufenden Jahrganges vor. Dieselbe stell: sich die Aufgabe, in letchtfaßltcher Weise den Grund zu einer gediegenen musikalischen Bildung zu legen. Es steckt in ihr ein reicher Schatz von deutschem Gemüthe und mit vollen Händen streut sie den Samen aus zum Guten, Wahren und Schönen. Sie belehrt frisch anregend und frei von Pedanterie durch Biographien großer Tonmeister und musikalische Aufsätze bedeutender Musikpädagogen. Aber auch fesselnde Unterhaltung bietet sie durch treffliche Erzählungen, Märchen und Humoresken aus dem Leben bedeutender Mustrer. Die Musikbeilagen enthalten vorzügliche, leicht spielbare Ucber, Clavier- und Diolinstücke, die, von kundiger Hand gewählt, Lust und Liebe zur Tonkunst wecken und fördern.
- Novelle« - Bibliothek der Jllttsirirte« P"u«g. Fünfzehnter Band. VI und 406 Setten. Preis 2 Mk.; in _ dg,tnal- Letnenband 3 Mk. Verlag von I. J-Weber in L^pzig. Mit der Zeit des Neisens kommt auch die Saison für die Reiselecture, aL eine hübsche, frische uod anregende möchten wir den oben genannten Band unserem Leserkreis empfehlen. Es ist kein schweres Geschütz, was hier aufgeführt wird; darum eignen sich diese neunzehn Novellen in so hohem Grade zur willkommenen Unterhaltung. Sticht daß der ernste Ton in den Geschichten völlig fehlte; aber im Ganzen st doch das Colorit ein helles, sonniges. Der Band möge darum viele dankbare Leser finden. Der Preis ist billig, das Buch gut ausgestattet und auck in broschirtem Zustande nicht einem raschen Zerfall ausgesetzt. Möge es müßige Stunden behaglicher Ferienstimmung in angenehmer 2Betfe ausfüllen.
— Collection Hartleben. Vierzehntägig wird ein Band ausgegeben-. Preis des Bandes eleg. geb. 75 Pfg- Pränumeration für ein Jahr (26Bände) 19Mk. (A. Hartlebens Verlag, Wien.) Der zweite Jahrgang ist complet erschienen. — In allen Bänden der beliebten „Collection Hartleben" finden wir hervorragende Romanschriftsteller ersten Ranges aller Nationen in ihren gelungensten Schöpfungen vereinigt. Gute Lectüre, wie diese, hübsch ausgestattet, für weniges Geld erhältlich, ist eine wahre Wohlthat für ledes noch o bescheidene Haus. - Die „Collection Hartleben" eignet sich auch vorzüglich als Begleiter in die Sommerfrischen. Die herrliche Natur sieht sich doppelt so schön an, wenn man ein gutes Buch bei sich hat. — Der erste und zweite Jahrgang der „Collection Hartleben find noch (jeder in 26 Bänden) beliebig zu haben.


