Botschaft einen Kondolenzbesuch abzustatten. Der Hof legte heute eine vierwöchentliche Trauer an.
Berlin, 2. November. Zum Ableben des Czaren schreibt der „Reichsanzeiger": „Wie schon die Nachrichten über die schwere Krankheit, an der Seine Majestät litt, überall das aufrichtigste Mitgefühl erweckt hatten, so wird auch jetzt weit über dte Grenzen des russischen Reichs hinaus in der ganzen gesitteten Welt der Heimgang dieses im rüstigsten Mannesalter stehenden Herrschers, dessen ganzes Streben auf das Glück seines Volkes gerichtet war und der sich in so hohem Maße als Schirmer des Friedens gezeigt hatte, aufs schmerzlichste beklagt. Insbesondere ist dadurch unser Kaiserliches Haus in tiefe Trauer versetzt worden."
Berlin, 2. November. Der „Retchsanz." publicirt die Verleihung des König!. Kronen-Ordens dritter Klasse an den bisherigen Militär-Gouverneur des Kronprinzen und des Prinzen Eitel Friedrich Major von Falkenhayn vom Großen Generalstab.
Berlin, 2. November. Nach seinem Condolenzbesuche in der russischen Botschaft empfing der Kaiser im hiesigen schloß den Reichskanzler Fürsten Hohenlohe, den Staatssectretär des Auswärtigen Freiherrn Marschall von Bieberstein und die Chefs des Militär- und Marine Cabinets zum Vortrage.
Berlin, 2. November. Wie daS „B. T." erfährt, ist mit dem Ableben des Czaren Alexander HI. die Mi s son des hiesigen russischen Botschafters Grafen Schuwalow erloschen, da nach russischem StaatSrccht derartige Bevollmächtigungen mit dem Tode des Vollmachtgebers endigen. Der Botschafter ist daher Nicht mehr in der Lage, amtliche Schriftstücke zu zeichnen. Die Geschäfte führt vielmehr bis auf Weiteres der erste BotschaftSrath.
Köln a. Rh., 2. November. Die „Köln. VolkSztg." glaubt zu wissen, daß demnächst eine neue große Marineforderung in Aussicht stehe. In hohen Marinekreisen fordere man einstimmig neue Panzerkreuzer, denen nach der über die Seeschlacht von Yalu von Seiten des Admirals Werner und des österreichischen Admirals Freiherr von Sterneck geäußerten Meinung die Zukunft gehören soll. In Marine- kreisen gehe man so weit, eine ganze Flotte von Kreuzern zu verlangen.
Karlsruhe, 2. November. In Baden Baden, wo der Hof gegenwärtig weilt, fand heute Nachmittag in der russi- ictjen Kapelle ein Trauergottes dienst für den verstorbenen Czaren statt. An demselben nahmen der Großherzog, die Großherzogin, der Prinz und die Prinzessin Wilhelm, Prinz Karl, der gesammte Hofstaat, die Generalität, der preußische Gesandte von Eisendecher sowie viele Persönlichkeiten thcil. Der Hof legt auf vier Wochen Trauer an.
Karlsruhe, 2. November. Der bekannte Führer der sozialdemokratischen Partei Badens, Dr. Ruedt, erklärt heute in Maneranschlägen, daß er sich dem Beschluß des Frankfurter Parteitages, beziehungsweise seiner Maßregelung, auf demselben wegen seines Verhaltens in der OrdenSaffaire nidjt fügen werde, weil dies seine Ueberzeugung und Ehre nicht zalasse». Gleichzeitig erklärt er seinen Austritt aus der Parte», was ihn jedoch nicht abhalten werde, fernerhin für dos Wohl der Arbeiter einzutreten.
Karlsruhe, 2. November. Für die große internationale Kunstausstellung, dte für 1896 in Baden- Baden projectirt ist, ist die Karlsruher Künstlergenossenschast gewonnen worden. An 300 Künstler aller Nationen sollen Einladungen ergehen. Der Großherzog steht der Sache sympathisch gegenüber.
Paris, 2. November. Die hiesige Presie begleitet die Meldung vom Tode des Kaisers von Rußland mit warmen Nekrologen, in denen den Sympathien für die russische Kaiserfamilie, das russische Volk und die russische Armee Ausdruck gegeben wird. Die Blätter, von denen einzelne mit Trauerrand erschienen, feiern den Czaren als Friedensfürsten und Freund Frankreichs, indem sie die Fortdauer der franco-russischen Beziehungen auch unter dem neuen Kaiser Nicolaus II. für gesichert halten. Nur das Socialisten- blatt „Petite Republigue" äußert, Frankreich sei bisher eine Figur auf dem Schachbrette der russischen Politik gewesen und werde es bleiben. — Auf den Straßen macht sich jetzt weniger Aufregung bemerkbar. Heber einen Trauergottesdienst in der russischen Kirche ist noch nichts bekannt.
Petersburg, 2. November. Die gesammte Beamten- schäft und die Truppen werden heute dem neuen Kaiser den Eid leisten. Der heutige Tag gilt in Rußland als Festtag und morgen beginnt erst die Landestrauer. Die Leiche des Czaren wird je acht Tage in Moskau und Peters- bürg ausgestellt werden. Die feierliche Bestattung wird voraussichtlich am 26. ds. Mts. stattfinden. Heber die bevorstehende Vermählung des jungen Czaren mit Prinzessin Alix von Hessen verlautet absolut nichts.
Livadia, 2. November. Nach einer Mittheilung von hier liegt die Czarin krank darnieder.
Gießen, den 3. November 1894.
** Die Stelle eines Directors der psychiatrischen Klinik hier soll nach einem Vorschläge des Großy. Ministeriums bereits am 1. April 1895 besetzt werden, obwohl die Klinik selbst nicht vor Herbst 1895 eröffnet wird. Begründet wird das Ansinnen Grvßh. Ministeriums mit dem Hinweis auf Tübingen, wo mit bedeutenden Kosten verknüpfte Hmänderungen an den Einrichtungen der Klinik hätten vermieden werden können, wenn schon während des inneren Ausbaues der Sflinif ein ärztlicher Director berufen worden wäre. Zur Besoldung des Directors sind 5000 Mark vorgesehen.
** Eoocert Verein. Das erste Concert findet, wie bekannt, nicht wie erst geplant, am 4., sondern nm I I. November statt. Die Verschiebung wurde durch die Hans Sachs-Feier in Dresden bedingt, bei welcher unser illustre Gast, Frau Wittich,hervorragend thätig ist. Das ausführliche Programm
wird in den nächsten Tagen veröffentlicht werden, kurz an- gedeutet enthält dasselbe an Orchesterwerken Beethovens gewaltige Eroica-Symphonie, die Ouvertüre zu Manfred von Schumann und zum Sommernachtstraum von Mendelssohn. Frau Wittich singt zwei größere Arien mit Orchesterbegleitung, sowie eine Reihe von Liedern am Clavier. DaS Ende der Reihe wird aller Wahrscheinlichkeit nach wieder das enthusiasmirte Auditorium und nicht das Programm bestimmen.
H. Neues Theater. Nachdem am Donnerstag dte Engländer ihr derbes Scepter auf der Bühne geschwungen hatten, kamen gestern die Franzosen mit einem Scribe'schen Lustspiel zu Wort. Die Wahl der „Feenhände" beweist, daß es sich Herr Reiners angelegen sein läßt, uns auch einmal feinere Kost vorzusetzen. Der größte Vorzug dieses Stückes ist ein geistreicher, fein pointirter Dialog, an dessen guter Durchführung alles liegt. Zugegeben, daß die Wiedergabe eines französischen Lustspieles ein lebhaftes Tempo bedingt, so müssen wir doch vor Heberstürzunz der Worte entschieden warnen. Das gilt besonders für "die Damen, von denen wir nur Fräulein Gerlach und Fräulein Müller anSnehmen. Fräulein Gerlach bewies außerdem in Auffassung und Durchführung ihrer nicht ganz leichten Rolle entschieden Geschmack und traf ausgezeichnet den Ton der vornehmen französischen Dame. Fräulein Egger hat sich eine Sprachweise angewöhnt, die durch ihre abgerissenen Sätze nicht eben natürlich wirkt und den Eindruck ihres guten Gebärdenspiele empfindlich stört. F'änlein Ronneberg müssen wir in Bezug aus ihre Bewegungen immer noch mehr Maßhalten empfehlen,- hiervon abgesehen, sind wir von ihrem Spiel befriedigt. Last not least Frau Reiners war ein frisches, nettes Kind von 16 Jahren. Von den Herren war Herr Geisel nicht an seinem Platze. Ec declamirte vom ersten bis zum letzten Wort. Doch da Herr Geisel nur aushilfsweise seine Rolle übernommen halte, wollen wir nicht weiter mit ihm rechten. Herr Otto bot als Richard von Kcrbriand eine ganz vorzügliche Leistung. Der Hauch von lebemännischer Blasirtheit, der sonst bei ihm an der Durchführung auch der Rollen bemerkbar ist, wo er vielleicht überflüssig erscheint, war gestern vollständig weggewischt, sein Spiel warmempfundene Herzlichkeit von Anfang bis zu Ende. Herr Hacker gab den Tristan mit Feuer und Herr Heyne entledigte sich seiner kleinen Rolle mit ge- wohntem Geschick. Wir sind Herrn Reiners dankbar, daß er uns die Bekanntschaft dieses guten Stückes übermittelt hat. Hoffentlich bringt er uns nun bald eines von den bewährten ^istspielen der älteren deutschen Schule.
** Das Panorama in den Neuenbäuen wird morgen eine ganz neue hochinteressante Serie ausstellen und zwar eine Fahrt mit dem Schnelldampfer „Augusta Victoria" nach Newyork. Wtr sehen den Prachtdampfer von innen, Musiksalon, landen in Cuxhaven, kommen nach Newyork, wo die Sehenswürdigkeit besehen werden, dann die Niagarafälle und nach der Stadt Washington. Sodann gibts eine Seereise nach Westindien, Jamaika, Cuba, wir sehen die Stadt Kingston, Plantagen, Neger-Gruppen rc. Eine wettere Empfehlung wird wohl überflüssig fein; auch bei dieser Serie steht ein zahlreicher Besuch in Aussicht.
-1. Gabelsberger Slenographen-Vereiu in Gießen. Unter Hinweis auf die diesbezüglichen Anzeigen möchten wir nicht verfehlen, aus die nächsten Freitag, den 9. November, Abends 81/2 Uhr in der Aula der Universität beginnenden Unter? richtScurse für Anfänger des Gabelsberger'schen Stenographen- VereinS nochmals aufmerksam zu machen. Die Unterrichts- methodc genannten Vereins ist eine ganz vorzügliche. Tüchtige, eifrige und begeisterte Jünger der ftenographiscben Kunst ist der Verein bestrebt, heranzubilden und nicht durch Schnell- curse die Zahl Derjenigen zu vergrößern, welche infolge ungenügender Ausbildung von der nutzbringenden' Verwendung der Stenographie nur allzusehr verschiedene Ansichten haben. Der Unterrichts-Cursus wird unter der bewährten Leitung des cand. cam. Herrn Balser abgehalten. Theilncbmer- karten ü8Mk. sind in der Ferber'schen Universitäts-Buchhandlung (C. Koch) — woselbst auch die Lehrmittel erhältlich — zu haben.
** Einbruchsdiebstahl. In verflossener Nacht wurde in das Comptoir • Gebäude des Fabrikanten Ackermann in der Frankfurterstraße von Dieben mittels Leiter durch ein offen- stehendes Fenster des zweiten Stocks eingestiegen und aus einem Kletderschrank, welcher aufgebrochen wurde, 320 Mk., sowie mehrere Anzüge entwendet. Sodann haben die Diebe mittelst derselben Leiter dem Fabrikgebäude einen Besuch ab- gestattet und eine größere Partie Cigarren gestohlen. Ein Theil der gestohlenen Kleider und Cigarren fand sich heute morgen in dem Garten und in einem Nachbarhofe vor, sodaß es den Anschein hat, daß die Diebe den Raub nicht ganz transportiren konnten. Jedenfalls sind es dieselben Diebe, welche auch in letzter Zeit in Darmstadt und Mannheim die Cigarrenfabriken heimsuchten.
* * Einstellung des Verfahrens. Das Strafverfahren gegen den Gastwirth Post in Kleinlinden wegen Brandstiftung ist eingestellt und derselbe außer Verfolgung gesetzt.
* * Kyfshäuser. Denkmal. Das geschäftssührende Prci< stdium der Kriegerkameradschaft „Hassia" erlaßt einen Aufruf an seine Mitglieder zur Spendung von Beiträgen für daS KyffhäuserDenkmal. Bis jetzt sind 600,000 Mk. für daS Denkmal, das am 10. Mai 1896, dem 25. Jahrestage des Frankfurter Friedens, eingeweiht werden soll, gesammelt; es fehlen aber noch rund 300,000 Mk., wovon auf die „Hafsia" 74,000 Mk. entfallen.
* * Uebernahme der Kosten der Volksschule auf den Staat. In der nächsten Sitzung dcö Finanzausschusses der Zweiten Ständekammer, welche am 8. November stattfindet, wird auch ein Antrag der Abgeordneten Mül berg er und Genossen aus Uebernahme der Kosten der Volksschule durch den Staat zur Bcrathung gelangen.
* * Bei den jetzt beliebten Haseneffen soll es einem Gesang- Verein, der sich auch dieser angenehmen Beschäftigung
htngab, passirt fein, daß ihm in friedlicher Vereinigung Häschen verschiedener Generationen vorgesetzt wurden. Ein besonders hart dabei Gekränkter hat im Galgenhumor folgendes, nicht übles Poöm verbrochen bezw. varitrt:
Urahne, Ahne, Mutter und Kind In einet Schüffel beisammen sind, Jedoch des Schicksals fatales Walten Spendete mehr von den beiden Alten.
"* Preisausschreiben des Central-Ausschusses zur Förderung der Jugend- und Volksspiele in Deutschland übet die Frage: „Wie sind die öffentlichen Feste des Deutschen Volkes zeitgemäß zu reformiren und zu wahren Volksfesten zu gestalten?" Bedingungen: 1. Die Arbeit soll zwei Druckbogen nicht überschreiten. (Heber ben Umfang solcher Druckbogen s. Jahrbücher des Central- Ausschusses, Voigtländer, Leipzig.) 2. Die Arbeiten müssen gut leserlich sein; undeutlich geschriebene werden nicht berücksichtigt. 3. Jede Arbeit ist mit einem Motto zu versehen. Ein verschlossener Briefumschlag mit demselben Motto ist beizufügen; in demselben muß Name und Adresse des Bearbeiters enthalten sein. 4. Die Arbeiten' sind bis zum 15. März 1895 frei einzusenden an den GeschästssÜhrer des Central-Ausschusses, Director H. Raydt in Hannover, Peter- silienftraße 2d. 5. Das Preisgericht besteht aus den sechs Vorstandsmitgliedern des Central-Ausschusses: Abgeordneter von Schenckendorff-Görlitz, Dr. med. I. A. Schmidt-Bonn, dem Geschäftsführer H. Raydt-Hannover, Professor Dr. Koch- Braunschweig , Gymnasial-Director Dr. Eitner-Görlitz und Turn-Jnspector A. Hermann-Braunschweig. Diese beteiligen sich an der Bewerbung nicht. 6. Die beste Arbeit wird mit einem Preise von 300 (dreihundert) Mark, die beiden dann folgenden mit je 100 Mark prämtirt. Diese drei Arbeiten werden Eigenthum des Central-Ausschusses, der sich Vorbehalt, dieielben in ihm geeignet erscheinender Weise zu veröffentlichen. Die nicht prämiirten Arbeiten werden zurückgeschickt.
** Aenderungeu der Verkehrsordnung für die Eisenbahue«- Auf den preußischen Staatseisenbahnen sind mit dem 1. November d. I. folgende von der Landesaufsichts- Behörde genehmigten besondern Bestimmungen zu § 13 der Verkehrsordnung für die Eisenbahnen Deutschlands in Kraft getreten. Einzelne Abteilungen in Wagen des Coupeesystems können nach dem Ermessen der Eisenbahn-Verwaltung schon gegen Lösung von mindestens 4 Fahrkarten in I. Klasse, 6 Fahrkarten in II. Klosse und 8 Fahrkarten in III. Klasse an Reisende überlassen werden. Die Befugniß hierzu steht dem Stationsoorstande zu. Auf Zwischenstationen können Wagenabtheilungen nur dann überlassen werden, wenn unbesetzte in dem ankommenden Zuge vorhanden sind. Solche Wagenabtheile sind mit einem Zettel „Bestellt" zu bekleben. Ein Recht, die Freihaltung von Plätzen in diesen Abtheilungen für die Dauer der ganzen Reise zu fordern, wird hiermit nicht eingeräumt; vielmehr bleibt es der Eisenbahn Verwaltung Vorbehalten, im Bedarfsfälle zeitweise oder dauernd die nicht bezahlten Plätze der betreffenden Wagenabtheilung mit andern Reisenden zu besetzen.
* * Stiftungen und Vermächtuiffe. Im letzten Quartale erhielten wieder eine größere Anzahl Stiftungen und Vermächtnisse die landesherrliche Bestätigung. Für kirchliche und religiöse Zwecke wurden 317 943 Mark gestiftet; davon erhielt die katholische Kirche 221580 Mark, die evangelische Kirche 91535 Mark und die israelitische Religionsgemeinde 4828 Mark. Für das Armenwesen und zu Studienzwecken wurden im Ganzen 5893 Mark gestiftet.
* * Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Freiensteinau, Kr. Lauterbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Die mit einem katholischen Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kleiu-Krotzcnburg, Kr. Offenbach, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000—1500 Mk. Dem Kreisrath zu Offenbach, sowie dem katholischen Pfarrer und dem Ortsoorstand zu Klein-Krotzenburg steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu König, Kr. Erbach, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000 bis 1500 Mk. Dem Herrn Grasen zu Erbach-Schönberg steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Pfisfligheim, Kr. WormS, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk.
* * Kirchliche Dienstnachrichten. Am 6. October wurde dem Pfarrer Dr. Wald zu Ober-Wöllstadt die katholische Pfarrstelle zu Ockstadt, Decanat Friedberg, übertragen.
* * Thierschutz. Am nächsten Mittwoch, den 7. d. M., findet in Vilbel die diesjährige (20.) Generalversammlung des Thierschutzvereins für das Großherzogthum Hessen statt.
* * Gegen den Mißbrauch geistiger Getränke. Nächsten Dienstag ben 6. l. M. findet Nachmittags 4 Hhr im Gasthofe „Zur Rosenau" in Frankfurt a. M. die Generalversammlung des „Hessischen Landesvereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke" statt. Gegenstände der Tagesordnung sind : Ablegung des Rechenschaftsberichts, Berathunb und Beschlußfassung über den Fortbestand und die fernere Thätigkeit des Landesvereins und eventuell Vorstandswahl.
* * Der Gelreidemarkl. Der Getreidemarkt stand in der verflossenen Berichtsivoche ersichtlich vorwiegend unter dem Einflüsse ungünstiger ausländischer Notirungen, speciell solcher vom amerikanischen Markte. Weizen wie Roggen waren ■ daher an den meisten Plätzen zunächst sehr gedrückt im Preise, doch verursachten später Realisationen und weiter die eingetretene regnerische Witterung in beiden Artikeln wieder eine mäßige Preissteigerung, doch bewegten sich die Hmsätze in recht engen Gcenzen. Dagegen zeigte Hafer im Allgemeinen eine feste Haltung, welche wohl als eine Rückwirkung der im Maisgeschäft hervorgetretenen festen Tendenz zu betrachten ist. Ander Berliner Productenbörse notirten, Alles pro 1000 Kilogramm gerechnet: Weizen von 114—183 Mk.,


