§ «b8 dem Ohwthsl, 2. Oktober. Wenn immer im Herbste sich die l andwirth sch aftli che n A rb eiten stark häufen, so hat diese Anhäufung im jetzigen Herbste einen Grad erreicht, der ihre Erledigung nur bei jetzt anhaltender günstiger Witterung erwarten läßt, ander- aber in Frage stellt. Obwohl die Kornsaat, die sonst um diese Zeit beendigt, un- bedingt in Angriff genommen werden mühte, ist eS dem Landwtrth unmöglich, Korn zu säen, weil die Ackerfelder durch da- fortwährende Regenwetter so aufgeweicht sind, daß man fugtief darauf einflnkt. Selbst auf trockenen Lagen trifft man da- Nasser in Pfützen stehend an. So vermag der Landwirth nur die Stoppelfelder zu pflügen, um nicht ganz zum Feiern verurtheilt zu sein. Auch die Kartoffeln müßten aus der Erde, a-er Niemand kann oder mag sie au- gleichem Grunde auSmach.-n, da zudem ein nasse- Einthun der Kartoffeln in die Keller der Fäulniß der Knollen noch Borschub leistet. Da« Grummet, welches Nachzügler noch auf den Wiesen liegen haben, ist verfault oder nur zur Streu noch verwendbar. Wohl trocknet die seit einigen Tagen wehende Ostluft recht gut, um aber eine solche Bodennäffe, wie sie die letzten Niederschlage wieder herbeigefllhrt, wirksam zu beseitigen, gehört Sonnenschein, und dieser mangelt leider. — Während die Feldarbeit ruhen muß, hat man vollauf mit dem Einernten des Obstes zp thun. Wohin man in die Ortschaften blickt, gewahrt man die Honigkeltern und die Obstdörren in Thätigkeit. Eine solche Menge Honig, wie sie in diesem Herbste in allen Familien berritet wird, herzustellen, ist man selten in der Lage. Daö Obst, wie Birnen und Zwetschen, sind zu einem solch billigen Preise erhältlich, daß eine Familie nur klug handelt, wenn sie sich in Dörrobst und Honig einen Borrath bereitet, der über da-
I nächste Jahr hinau-dauert, da jedenfalls in diesem nicht wieder I ein solcher Obstseaen stattfindet.
pcrinischte».
* «sie», 1. October. Bon dem flüchtigen Postkassirer Robert Graicheo, der 30,000 Mk. Postkaffengelder unter» sch^gen hat, fehlt noch jede Spur. Die kaiserliche Post, direction in Düffeldorf hat die Belohnung auf Ergreifung de- Flüchtling- auf 1500 Mk. erhöht.
* «refeld, 29. September. In einem Bauernhöfe in Anrath, zwei Stunden von hier, wurde in vergangener Nacht ein Raubmord verübt. Zwei Personen wurden ge« tödtet, drei schwer verwundet.
* Trier, 2. October. Der Ackerer Thielen an-Schönfeld wurde heute vom Schwurgericht wegen Verleitung zum Kindermord zum Tode verurtheilt.
* ^berstet», 1. October. Heute früh wurde eine ganze Familie, bestehend au- Frau Anstreicher Brinkmann, ihrem Bater und zwei Kindern, mit (Zyankali vergiftet ge- funden. Der Gatte soll gestern unter Mitnahme von Geldern entflohen sein.
* «iSleben, 1. October. Da- am Breitenweg gelegene Haus des Kammmachers Stolze gelangte zur Zwangsversteigerung, eö wurde für 160 Mk. verkauft. Auf dem Hause ruhen 13,000 Mk. Hypotheken. Da die Gericht-, kosten 137 Mk. betragen, so erhält der erste Hypotheken- gläubiger für seine 8000 Mk. ganze 23 Mk. Das Hans war durch die Erderschütterungen vollständig gesprungen.
* BreSlau, 2. October. DaS Posener Schwurgericht vcr- urtheilte den Arbeiter Rybak wegen Lustmordes an einem Knaben zum Tode. 1
rcirchlicheAnzeigen-erevang. Gemeinde.
Angehörigen der Eonfirmanden auß der Matthiiu«. und J 2 5ln?C werden gebeten ihre Kinder bet dem Geistlichen r* ®iIo9,er' Kirchfir. 1. Psarroerw Dr. Wrdn, mVit C nfl°^c t8) ium Eonfirmandenuni,reicht anzmncldcn. An- Meldungen wc>den entgegengenommen Mittwoch den 3. und Donner«. »Attaa? n’n TT.1 ,n d-n Stunden von 111 Uhr Mittag« und 6—7 Uhr Abend« Schlosser, vr Grein «nrnui Angehörigen der Konfirmanden au« der Luka«, und der ^d/^^Ttnde werden gebeten, ihre Kinder am Mittwoch oder am WhÄ fn ler, Aschen H-1 Ubr Mittags oder 6-7 Uhr Abend« in der Pfarrwohnung - Göthefiraße 44 - anzumelden. _____Pfr- Dtngeldey.
Schiffsnaehvichten.
Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Ker F Loo« und I. M. Schulhof.
' 7 „ lVer transatlantischen Telegrapb.]
SiüfrfS? TP!er »be' 6flp,,an K v. Gössel, vom Norft' LuEschm Moyd in Bremen, welcher am 22. September vor' in 2 Ni.September von Southampton abgegangen war, veute 4 Ubr Nachmittag« wohlbehalten in Newyork angekommen.
aa 2 Erzielt man nur, wenn die Annoncen zweck«
l? t f 01 g ÄÄÄÄÄ durch AnnontrnWä’sj: » ■ - man sich an die Annoncen expedition
BndolffflöMe, Frankfurt a.M., und Mannheim: von dieser Firma werden die zur Erzielung eine« Grfolacü erforderlichen AuSktin te kosten, src, ertheilt, sowie Inseraten Entwürfe zur Ansicht geliefert. Berechnet w"°EN lediglich die Oriqmal-Ze,lenpreise der Zeitungen unter Bewtlli. gung höchster Rabatte bei grdheren Aufträgen, so das, durch Benutzung diese« Jnstituteü neben den sonstigen großen «orthetlen eine Crsvarntß an JnseratwnSkosten erreicht wird.
Bertreter am htcsigen Platz: Heinrich Wallach, Kaufmann
Bekanntmachung, betreffend die Jnvaliditäts- Und Altersversicherung der fog. unständigen Arbeiter (Taglvhuer, Wäscherinnen, Bügle' rinnen, Nähterinnen re.).
Die rubr. Versicherten sind verpflichtet, innerhalb der letzten 7 Wochen tagen eine« jeden Monats ihre Quittungükarten zum Zweck der (Son* trole über die richtige Beitragsentrichtung der Hebestelle vorzulegen.
Da dieser Vorschrift von einer Anzahl unständiger Arbeiter und Arbeiterinnen immer noch nicht pünktlich nachgekommen wird, bringen wir dieselbe unter dem Anfügen hiermit in Erinnerung, daß Zuwiderhandlungen nach § 126 des Neichsgesetzes vom 22. Juni 1889 mit Geldstrafe bis zu 300 Mark geahndet werden können.
Diejenigen Versicherten, welche nachweisen, daß sie die Beiträge für einen oder mehrere Monate im Voraus entrichtet haben, sind von dieser Verpflichtung, für die Dauer dieses Zeitpunktes, ausgenommen.
Gießen, den 1. October 1894.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
8121]_________________________Gnauth.______________________________
Ersatzwahl
zur
Gemeindevertretung der Lukasgemeinde.
Die nothwendig gewordene Wahl von fünf Ersatzmännern an Stelle der im Laufe der letzten Zeit weggefallenen Gemeindevertreter soll am
Donnerstag, den 4. October, Abends von 6—8 Uhr im Confirmandensaale der Johanneskirche vorgenommen werden. 8036
Wir laden hierzu die stimmberechtigten Mitglieder unsrer Gemeinde ein und weisen bezüglich der Erforderniffe dec Wählbarkeit und Wahlfähig, feit auf die §§ 13 und 18 der Kirchenverfassung hin.
Gießen, 29. September 1894.
Der KirchkNMstmid der lukasgemeinde:
Dingeldey.
Frankfurt a. M.—Bbrrhesfi- scher beM. Bberhrssisch—
Hessischer Güterverkehr.
Untere Bekanntmachung vom 24. v- M-, betreffend ermäßigte Sähe für Petroleum, und Naphta - Sendungen, lwtrd hierdurch dahin berlchtigt, daß diese Sähe nur in der Richtung von GustavSburg, Mainz- Centralbahnhof und Hafen und Kastel -nach Oberhessischen Stationen Geltung haben.
Gießen, den 1. October 1894.
Großh. Direktion der Oberhessischen 8138__________Eisenbahnen.__________
Köln (linKsrh.)-Bberhksiischer
Güterverkehr.
Mit dem heutigen Tag tritt der Nachtrag l zum Tarif für vorbezeichneten Verkehr in Kraft.
Nähere Auskunft ertheilen die Güterabfertigungen.
Gießen, den 1. October 1894. 8137
Großh. Direction der
Vberhesfischen Eisenbahnen.
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