Verzichten und nur einen möglichst dichten schönen Rasen mit frermd- ttchen kleinen Wegen und einem Ruhebänkchen anzulegen, wobei einige Schattensträucher wie Stechpalmen, ein rothblühender W'ißdorn, einige Haselnüsse und wilder Jasmin die angemessene decorattve Rolle vertreten sollen. Nebenher mögen noch Epheu, Stnngrün, Haselwurz und vor Allen die Ehristblurne, vielleicht im Verein mit dem Früh- Ungsgedenkemein (Omphalades verna), der gelben Osterblume (Anemone ranunculoides) und dem reizenden himmelblauen Leberblümchen, den Schmuck kleiner Rasenbeete übernehmen. Höchstens auf zeitweise sonnten Plätzchen möge ein Erdbeerrondell mit einigen Stauden erstehen. ,
Selbst einfache Gemüse können in einem Garten nur fröhlich gedeihen, wenn er zeitweise und längerdauernd volle Sonne hat. Ist er dabet nicht zu eng und das Herz des Befitzers hängt sehr am Obstbau, so pflanze man wenigstens nur wenige freistehende Pyramiden von beschiänktem Wuchs, also Aepsel und Birnen, die auf Zwergunterlage veredelt sind; letzteres wird so häufig übersehen. Zwergschnurbäumchen, also ganz niedere, an Drähten laufende, wagrechte Obstbäumchen, können wohl auch in Frage kommen, aber nur da, wo der Boden nicht zu dumpfig und kalt. Sie werden sonst nie etwas tragen, blos den freien Verkehr bei den Arbeiten stören. Wenn um jedes Quartier in seiner lichtesten Lage eine Rabatte, die etwa mit Steinen, aber nicht mit dem Schneckeneldorado Buchs eingefaßt, für Bäumchen und Beerensträucher geführt ist, so setzt man die Pyramiden etwa je 4 Meter von einander; zwischen jede Pyramide je einen Johannisbcer- und einen Stachelbeerstrauch und zwischen beide vielleicht ein Rosenstämmchen Man wähle aber nicht etwa hochangepriesene Obstkatalogsorten, sondern nur solche, die in ähnlich beschränkten Gärten der Umgegend gut gedeihen. Wo außerhalb der Quartiere und Rabatten noch ein günstiger Platz abfällt, kann wohl auch noch die Zwetsche, kleine Mirabelle, große Reineclaude, eine Ostheimer Weichsel und wohl auch eine frühe Maibeizkirsche in Betracht kommen, aber alles nicht unter 6 Meter Abstand! Luft und Lickt müssen die Bäumchen haben, sonst wuchert nur Ungeziefer und Ruß auf ihren Blättern.
Ist dem ganzen Raum durch ttefeS Umgraben, gehörige Boden- vttbesserung, durch Düngen und, wenn nöthig, Erdezufuhr, eine günstige Basis zur Ernährung von Pflanzen gegeben, so werden auf den Beeten auck im Lenz die Radieschen, der Salat, die Zuckererbfen und Bohnen, Spinat und Wirsing lustig sprossen, vorausgesetzt, daß es an Liebe zur Pflege und bei trockenem Boden an einer nie versiegenden Gießkanne fehlt. Die Fruchtbäumchen und Beerensträucher werden blühen und wenn ihre Zeit gekommen mit freundlichem Obst erfreuen. Daneben blühen am lichten Gitter die lieblichen Sommerblumen, darüber neigt sich die Königin Rose, die Vorübergehenden grüßend: „Seht unser Winkelgärtchen an; ist es nicht was geworden ? 1"
Jetzt schläft's noch, aber bald wirdS erwachen: der Star kommt in sein Giebelhäuscken drüben an dem Magazin, dann will er unsere fleißigen Frühlingsarbeiten beobachten, lieber die das nächste mal ’ —
Heinrich Frhr. v. Schilling.
Vermischtes.
* Münster, 29. Januar. In vergangener Nacht wurde in der Vorstadt Mauritz ein Jnsamerie-Unterosfizier von zwei Handwerkern erschlagen. Ein Parolebesehl vom heu
tigen Tage verbietet infolge deffen sämmtlichen Infanteristen den Aufenthalt in jenem Stadtthetl.
* Frankenthal, 30. Januar. Der 27jährige Dienstknecht Brede erschoß aus Eifersucht den 18jährigen Arbeiter Schaich.
* Großendorf (Provinz Posen), 30. Januar. Dem hie« sigen Wirthschasts-Jnspector wurden Vierlinge geboren, zwei Knaben und zwei Mädchen. Die Mutter und alle vier Kinder sind wohl.
* Paris, 30. Januar. Die Frage der Abschaffung des Trinkgelds wird jetzt auch hier erörtert und beschäftigte gestern eine Versammlung von Abgeordneten des französischen Restaurateur-Vereins. Die Kellner verlangen nämlich an Stelle des sowohl für die Gäste, als für sie selbst lästigen Trinkgeldes von den Prinzipalen ein Fixum. Es wurde ein Comitv gewählt, welches die Trinkgeldfrage in einer besonderen Versammlung erörtern soll.
* Ein Mißerfolg der Düse. Die große italienische Künstlerin hat auch in Leipzig die üblichen Triumphe gefeiert, der Beifall nur eines einzigen Menschen ist ihr vorenthalten worden. Und dieser Eine ist die Hausmeistersfrau im Leipziger Karolatheater, wo die Düse gastirte. Bei dem dreitägigen Gastspiel hatte diese würdige Frau alle Hände voll zu thun, um den vielfachen Wünschen der Künstlerin gerecht zu werden. Sie muhte unzählige Male Depeschen besorgen und sonstige Gänge laufen, Stunden lang vor der Garderobenthür der Frau Düse, hinter der all die kostbaren und vielfach mit Brillanten besetzten Kleider der Künstlerin, ihr Schmuck u. s. w. ausgebreitet lagen, Wache halten, um einem eventuellen Diebstahle vorzubeugen, sie hatte auch endlich eine große Anzahl ihrer Tischtücher, Servietten u. s. w. opfern müssen, die über die Tische der Garderobe gebreitet wurden, um jeden Schmutzfleck von den kostbaren Roben fern zu halten. Für all' diese Arbeit und Mühe wurden der Frau bei der Abreise der Düse qroßmüthiger Weise — sage und schreibe — ganze 20 deutsche Reichs- Pfennige als Trinkgeld in die Hand gedrückt. Die Frau soll von diesem „Auftreten" der Düse tief ergriffen gewesen sein.
* Alle Neune. Aus Anlaß des Geburtstages des Kaisers hat ein findiger Kopf folgende nummerischen Betrachtungen an- und zusammengestellt: Die Zahl 9 scheint im Leben unseres Kaisers eine bedeutende Rolle zu spielen. Der Monarch ist der neunte König von Preußen, die engere kaiserliche Familie besteht aus neun Mitgliedern, den beiden Majestäten, sechs Prinzen und einer Prinzessin. Der Kaiser selbst ist geboren im neunundfünfzigsten Jahre
unseres Säculums, und zwar am 27. Januar, wobei zu beachten ist, daß die Quersumme von 27:2 4~ 7 wieder neun ergiebt. Am 27. Januar achtzehnhundertneunund- sechzig wurde der junge Prinz Lieutenant im 1. Garde-Regi- ment, sodaß mit der diesmaligen Geburtstagsfeier das 25jährige Dienstjubiläum verbunden wurde. Im Jahre acht- zehnhundertn eunundsiebzig hatte Kaiser Wilhelm seine Studien auf der rheinischen Universität beendet und übernahm als Hauptmann die Führung einer Compagnie des 1. Garde-Regiments. Schließlich sei noch bemerkt, daß er am 27. Februar (2+7=9) sich vermählte und endlich am neunten März 1888 als Kronprinz zur unmittelbaren Thronfolge berufen war. So läßt sich mancherlei „zwischen den Zahlen" lesen, und diese „Zahlen beweisen" in der That, daß an die 9 sich manche Bedeutung in dem Leben des Kaisers knüpft.
Citeratur unb Kunft
— Die Nr. 12 der Monatshefte „Die Wiedergedurt der BSlker" hat folgenden Inhalt: Was mutz für unsere Kinder geschehen? (Forts.). Beispiele von richtiger und Beispiele von irriger Kindererziehung. — Warme Bäder im 1. Lebensjahre der Kinder. — Regeneration. Hat die Regneration in diesem Jabre Fortschritte gemacht? — Eisenacher Berathungen über sociales Elend. — Der Prozeß Hugo Löwy. Zeichen der Zeit. — Fragen und Antworten. Der „Hausarzt". — Die neue Reichstagspartei. — Herausgeber: Dr. med. Damm in Wiesbaden. — Verleger: BruerL Co., Berlin. — Preis: Mk. 1.50 pro Vierteljahr.
— Jedem Gebildeten aufrichtige Genuzthuung gewährt btr vom allererstenSckriftstellern bedienteUntcrhaltungstheil der „Großen Modenwett-, dieses jetzt an der Sottze ähnlicher Unternehmungen stehenden Modenblattes allergrößten Umsangs, Die Mode-Original- Jllustrationen — der Verlag unterhält in Paris, London, Wien und Berlin eigene Zeichen-Ateliers — haben mit dem abstoßend Landläufigen vollständig gebrochen: Wir finden keine steifen Modepuppen in der „Großen" Modenwelt", keine bunt zusammengewirbelten und daher schwer auffindbaren Handarbeits-Vorlagen. Die Modefiguren scheinen wirkliches Leben zu athmen, geben die Einzelheiten der Mode aufs Genaueste wieder, sind aber des Weiteren fesselnde Genrebilder, an denen jedes kunstsinnige Auge sich erfreuen muß. Die naturgroßen stylgerechten modernen Handarbeiten füllen mit wissenswerthen Originalen eine besondere Beilage. Um sich über den einzig dastehenden vielseitigen Inhalt der „Großen" Modmwelt" — man verlange ausdrücklich die „Große" Modenwelt mit bunter Fächervignette — zu unterrichten, verlange man von den Buchhandlungen unentgeltliche Probenummern. Die „Große" Modenwelt" kostet nur 1 Mark vierteljährlich bei den Buchhandlungen und Post-^ anfialten.
Bekanntmachung, betreffend Absperrung der Gasleitung.
Wegen vorzunehmender Arbeiten in unserem Werk findet am Sonntag den 4. Februar d. I., von 12V» bis voraussichtlich spätestens gegen 2 Uhr Nachmittags eine Absperrung des Stadtrohrs, bezw. eine Unterbrechung der Gaslieferung statt, wovon wir unsere geehrten Consumenten in Kenntniß setzen.
Gießen, den 2. Februar 1894.
Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen.
■____________________Otto Bergen.____________________948
Brennholz«Versteigerung im Feldh eimer Walde.
Mittwoch den 7. Februar l. Js. sollen öffentlich versteigert werden: 180 rm Buchen-, 3 rm Kirschbaum- und 15 rm Eichen-Scheitholz;
90 rm Buchen- und 25 rm Eichen-Prügelholz;
55 rm Buchen« und 30 rm Eichen-Stockholz;
14 rm Eichen-Reiserprügelholz;
300 rm Buchen-, 600 rm Eichen- und 200 rm Nadelholz- und Weichholz- Reiserholz.
Kaufliebhaber für das Reiserholz und Kirschbaum-Scheitholz wollen dasselbe gefl. vorher ansehen.
Zusammenkunft: Vorm. 10 Uhr im District Tannengarten am Steinbruch.
Arnsburg, den 26. Januar 1894.
787 Gräftiche Oberförsterei.
Holzverfteigerung.
Mittwoch den 7. Februar, Vormittags 9*/, Uhr anfangend, soll im hiesigen Gemeindewald, District Bruch und Beckerswald, nachver- zeichnetes Holz versteigert werden:
10 Eichen-Stämme mit 8 fm bis 48 cm Durchmesser und 10 m Länge,
93 Nadel-Stämme mit 45 fm bis
31 cm Durchmesser und 19 rn Länge,
61 Nadel-Derbstangen mit 6,84 fm,
55 Nadel-Reisstangen mit 1,31 fm,
8 rm Buchen-Scheit,
10 „ Buchen-Knüppel,
6 „ Eichen-Knüppel, 117,6 „ Nadel. Knüppel, 400 Buchen-Wellen,
60 Eichen-Wellen, 1260 Nadel-Wellen, _ 12 rm Buchen- und Eichen-Stöcke,
37 „ Nadel-Stöcke.
Zusammenkunft im District Bruch beim Wegweiser an der Straße Gießen-Steinbach.
Hausen, den 31. Januar 1894.
Großh. Bürgermeisterei Hausen.
Schmandt. 922
Holzversteigerung.
Donnerstag den 8. Februar d. I. werden im hiesigen Gemeindewald versteigert:
14 Eichen- und Nadelstämme von 20—48 cm Durchm. und 6 bis 10 m Länge,
38 Eichen-Derbstangen (Wagnerholz),
59 rm Eichen-Knüppel (hierunter 18 rm vvn 2i/z m Länge), 132 rm Nadel-Knüppel (hierunter sind 78 rm 3 m und 16 rm 2 m lang),
650 Eichen-Wellen,
2450 Nadel-Wellen,
39 rm Eichen- und Nadel-Stöcke.
Die Zusammenkunft ist Vormittags 9 Uhr auf der Thalschneise am Pflanzgarten.
Großen-Linden, 29. Januar 1894. Gr. Bürgermeisterei Großen-Linden.
Leun. 863
, b77j Ein großer kupferner Wasch« •Wb 1,5 m Durchmesser, ungefähr 70 Ko schwer, wegen Platzmangel billig zu verkaufen, eoent gegen kleineren neuen zu vertauschen.
Bäckermeister Heuser, Großen-Linden.
Holz-Versteigerung.
Dienstag den 6. Februar l. I., Vormittags um IO Uhr
beginnend, sollen folgende Holzsortimente in hiesigen Gemeindewaldungen versteigert werden:
30 rm Buchen-Scheit,
89 „ BucheN'Knüppel,
15 „ Buchen-Stöcke,
2250 Buchen-Wellen,
12 rm Eichen-Scheit,
31 „ Eichen-Knüppel,
8 „ Eichen-Stöcke,
360 „ . Eichen-Wellen,
2 „ Nadel-Scheit,
52 „ Nadel-Knüppel,
22 „ Nadel-Stöcke,
3230 „ Nadel-Wellen,
41 Eichen-Stämme mit 12,80 fm,
39 Eichen-Stangen mit 1,85 fm, 166 Nadel-Stämme mit 29,91 fm, 488 Nadel-Derbstangen m. 32,71 fm, 251 Nadel-Reisstangen mit 5,28 fm.
Der Anfang ist zur bestimmten Stunde auf der Anlage, oberhalb des Orts.
Gegen Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Juli l. I. gestattet.
Rödgen, am 31. Januar 1894.
Großh. Bürgermeisterei Rödgen.
Jnderthal. 944
Freitag den 9. Februar,
Nachmittags 2»/, Uhr
sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Äael Jughardt zweiter und Christian Jagharvt vierter vonGießen gemeinschaftlich gehörigen Immobilien: Flur 3 Nr. 163 — 2125 qm Acker 1 am Fluthgraben am Fabririschen Acker,
Flur 3 Nr. 164 -1062 qm Acker daselbst, Flur 3 Nr. 165 — 2125 qm Acker daselbst, Flur 3 Nr. 166 —1062 qm Acker daselbst, Flur 4 Nr. 97 — 4231 qm Acker, stößt auf den Wismarer Weg,
Flur 4 Nr. 98 — 4219 qm Acker daselbst, Flur 23 Nr. 95 — 1869 qm Acker |am Schlangenzahl auf den Aulweg, Flur 38 Nr. 55,5 — 605 qm Hofraithe im Wallpforter Feld, rechts der Chaussee auf die herrschaftlichen Wiesen,
Flur 38 Nr. 56.5 - 4083 qm Wiese daselbst,
Flur 45 Nr 146 — 350 qm Acker am Galgenweg
öffentlich freiwillig versteigert werden. Gießen, 1. Februar 1894.
Großh. Ortsgericht Gießen.
I. A.: Vogt 923
Montag den 5. /ebruar 1894
Vormittags 11 Uhr
in der Hofraithe von I. Sieck zu Gießen (Hammstraße) versteigere ich auf Anstehen des Herrn Moses Schierling in Mardorf gemäß Art. 373 H. - G- - B. öffentlich gegen Baar:
1 trächtiges Rind.
Versteigerung vorauss. bestimmt.
Engel,
963 Gerichtsvollzieher.
Aeitgeöolenes.
Geldschränke
Ausstellung: f ■
Fr.Hewel' I L Bildhauerei. A
o
J er
r sc:
Sv
5 w o
O * *
s
■*» 'M :c8 Ä V 3D
w oi
93 ’S 'S •«M Ä
S
aus Panzerplatten empfiehlt die [784 Geldfchrankfabrik von
H. F. Peltz, Düsseldorf, Casernenstr. 5 und Wallstr. 35. Preise und Zeichnungen zu Diensten. 9ö3] Wirstug verkauft Friedrich Lost, Neustadt 10.
Rüböl Schweineschmalz Coeosnutzbutter Naturfüßrahm- Margarinebutter Blüthenmehl
empfehlen in feinsten Qualitäten billigst
A. & 6. Wallenfels,
959J____________21 Marktplatz 21.
Srar Vorzügliches Geschenkbuch für stuade« und Jünglinge.
Das Bilderbuch XS
Von Justin«- Lerner.
Sehr elegant (mit reiche Golddruckgebunden 2 Mk. (294 Veiten Text».
W Ein Werkfür die deutsche Jugend, dessen LectÜre jcdern jungen Manne nickt warm genug empfohlen werden kann, daS jed. deutsche Jüngling gelesen haben müßte. (Pfarrer Dr. Jerealas in Leipzig).
In allen Buchhandlungen vorräthig. Gegen Einsendung von 2 Mk. 20 Psg. in Marken auch birect von
Hugo Andres & Eo., Verlag, Frankfurt a. Od.
799] Ein möblirtes Zimmer mit Cabi- net zu vermiethen-Selters weg 3.
Jn Aporheken & Drogerien.
Heiserkeit,
ährte ste\ Hausmittel: !
s < w
18 Medaillen
Parket-Böden buchen und eichen, liefert und legt stets in bekannter Güte [716 Joh. Lenz,
Schreinerei und Holzhandlung^


