Ausgabe 
3.1.1894 Zweites Blatt
 
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O'du.: N.

Namen der Gemeinden.

Taxator Ersatzmann

für die Gemeinden resp. die Jagdpächter.

Taxator | Ersatzmann

für die Grundbesitzer.

Bemerkung e'n.

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Röthges Steinheim Tra's Horloff Utphe Villtngen

Bürgermeister Emrtch Johannes Keil IT. norm. Bürgermeister Rsab. Pa. Friedr. Schwarz Bürgermeister Koch

Philipp Ester

Konrad Koch VI.

Konrad BommerShetm Joh. Karl Bornmann Friedrich Wtlh. Leidner II.

Heinrich Emrich III. Bürgermeister Nicklas Johannes Friedrich Koch Jod. Hch. Schneider I. Georg Koch

Jost Meckel

vorm. Betg'0rdneter Stoll.

Philipp Hofmann Gg. Friedrich Beltzer Konrad Koch VI.

VII. Wildschadensbezirk Grimberg

Techniker: Großh. Forstwart Schm Ersatzmann: Kaufmann Louis Mo

idt zu Harbach, l zu Grünberg.

AmtStaxator: Gemeinderath Karl Ritter HI., Grünberg. Ersatzmann: Karl Dippel, Grünberg.

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Grünberg Harbach Lauter Queckborn Stockhausen Weickartshain Stangenrod Lumda WetterShain

Beigeordneter Carl Kullmann Georg Lotb VII.

Johannes Röder II.

Johannes Schmidt V.

Heinrich Suppes Konrad Tr oller II.

Adam Becker

Jagdaufseher Rahn, Atzenhain

Jagdaufseher Rahn, Atzenhain

Johann Giller Jacob Döring II. Peter Aff II. Ludwig Aff II. Heinrich Theiß Johs. Schmidt III. Peter Hofmann Ernst Zimmer (Lauter) Ernst Zimmer (Lauter)

Johannes Feldmann IV. Georg Loth VII.

Johannes Hahn Balthasar Aff II. Heinrich Jochim I. Heinrich Knöß III. Wtlh. Becker Johannes Klös Heinrich Kirsch II.

Karl Fuldat I. Jacob Döring II. Ludwig Schmidt Balth. Ltnkmann I. Heinrich Rück Heinrich Becker IV. Johs. Will Peter Kappes II. Johs. Theiß VI.

VIII. Wildschadensbezirk Saasen

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Techniker: Großh. Forstwart Schmidt zu Harbach. Ersatzmann: Kaufmann Louis Moll zu Grünberg.

Amtstaxator: Gemeinderath Karl Ritter III., Grünberg. Ersatzmann: Karl Dippel, Grünberg.

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Saasen

Bürgermeister Schmitt

Michael Damm

Beigeordneter Aff

Heinrich Krug II.

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Beltershain Göbelnrod ReinhardShatn Ltndenftruth

Heinrich Petri

Jacob Weber Heini ich Dörr Heinrich Fatum IX.

Johannes Erb III. Heinrich Schmidt I. Johs. Metß Karl Fatum

Heinrich Hartmann III.

Heinrich Weber II.

Johs. Stock

JodS. Keil

Johann Klös II.

Johannes Velten III. Ludwig Albach Johannes Gerth

IX. Wildschadensbezirk Londorf

Techniker: Großh Forstwart Schmidt zu Harbach. Ersatzmann: Kaufmann Louis Moll zu Grünberg.

Amtstaxator: Gemeinderath Karl Ritter III., Grünberg. Ersatzmann: Rechner Heinrich Schmidt, Londorf.

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Londorf Allertshausen Kesselbach Climbach Odenhausen Geilshausen RüddtngShausen

Beigeordneter Aumann III. Casimir Ranft zu Beuern Beigeordneter Schomber Bürgermeister Stein Bürgermeister Lang Wilhelm Müller III. Heinrich Faulstich

Heinrich Jäger

Karl Kliebc zu Londorf Daniel Henkel Friedrich Conrad Kaspar Lang III. Christian Riebergall Wtlh. Kalderlah

Georg Braun Konrad Ranft Balthasar Schaaf Heinrich Conrad Heinrich Müller Peter Seipp Heinrich Scherer

Joachim Kätscher Johannes Henkel Jacob Schomber Christoph Leyerer Heinrich Schomber Andreas Böhmer Joh. Heinrich Schneider

Darmstadt, den 21. December 1893. Betreffend: Wagenbestellungen für I. Quartal 1894.

Die Nothstands-Commisfion

an sämmtliche Ortsvermittelungsftellen.

1. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 5. Juli l. Js. fordern wir Sie nochmals auf, den Bedarf Ihrer Ortsangehörigen für das I. Quartal 1894 an

I. Futtermitteln: 1. Futtermais, 2. Palmkernmehl oder Palmkuchenschrotmehl nach unserer Wahl, 3. Erd­nußkuchenmehl, 4. Baumwollsaatmehl,

11. Düngemitteln: 1. Superphosphat mit 1620 % wagnerlöslicher Phosphorsäure, 2. Chilisalpeter, 3. Thomasmehl mit 1820 % Phosphorsäure, 4. Kainit,

111 . Torfstreu,

IV . Sämereien: 1. deutscher Rothklee, 2. Thymote- und ital. Raygras, 3. gewöhnliche Luzerne, 4. Esparsette, 5. Sommerwicken, 6. Saathafer,

zusammen und unter Benutzung des Formulars 2 bis längstens

10. Januar 1894

an die Eentralgenoffenschaft der Hess, landw. Consnmvereine in Darmstadt einzusenden.

Für Sorteuechtheit der sämmtlichen Sämereien wird Garantie geleistet.

2. Die in unserem Ausschreiben vom 20. September I. I. bekannt gegebenen Bestimmungen über das Mindest- quantum, welches in den einzelnen sub IIII (dieses Ausschreibens) erwähnten Bedarfsgegenständen in Bestellung gegeben werden kann, bleiben auch für die Bestellung pro I. Quartal 1894 bestehen; dagegen werden für Sämereien (excl. Hafer) Bestellungen auf jedes Quantum, für Hafer jedoch nur Bestellungen auf mindestens 1 Sack ent­gegengenommen.

3. Diejenigen Ortsvermittelungsstellen, welche bereits ihren ungefähren Bedarf an Sämereien pro Frühjahr 1894 angegeben haben, ersuchen wir, nunmehr die förmliche Be­stellung auf dem bezüglichen Bestellschein (Formular 2) machen zu wollen.

4. Wir ersuchen die Ortsvermittelungsstellen, für sofor­tige ortsübliche Bekanntmachung des Vorstehenden gefälligst sorgen zu wollen.

5. Die verehrlichen Ortsausschüsse bezw. Genossenschaften, welche keine Bestellscheine mehr besitzen, wollen sich um Zu­sendung derselben an uns wenden.

I. V.: Müller.

Bekanntmachung.

Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Herr Landwirthschaftslehrer Leit Higer von Alsfeld Sonntag den 7. Januar 1894, Nachmittags 3 Uhr, in dem Saale des .Wirths Ludwig Steinmüller VII. zu Heuchelheim einen Vortrag überFutterzusammensetzung und Fütterungsmethode" halten wird.

Alle Mitglieder des landwirthschaftlichen Vereins, sowie alle Freunde der Landwirthschaft werden zu diesem Vortrag hierdurch freundlichst eingeladen.

Die Herren Bürgermeister von Heuchelheim und der benachbarten Gemeinden werden ersucht, diese Bekanntmachung zur Kenntniß der Landwirthe in ihren Gemeinden zu bringen und auf möglichst zahlreichen Besuch der Versammlung hin- zuwirken.

Gießen, den 23. December 1893.

Der Director des landwirthschaftl. Bezirksvereins Gießen. Jost.

Feuilleton.

Ein Rundgsng durch die neuen Kliniken M Gießen.

Von Dr. med. H. Ley den.

Die Entwickelung und die Fortschritte der practtschen Medicin knüpfen sich wesentlich an die Fortschritte in der Einrichtung und Ausstattung der Krankenhäuser.

E. Leyden (lieber Spectalkrankenhäuser).

Es ist eine vielfach nicht weniger von Laien- wie von Fachkreisen vertretene Anschauung, daß die ausländischen, vor nehmlich die englischen Krankenhausverhältnisse, besonders in Bezug auf die Ausbildung für Mediciner, günstigere Ver­hältnisse darböten, als die deutschen.

Mag auch immerhin zugegeben werden, daß besagte Zustände bis vor nicht langer Zeit thatsächlich bestanden haben und daß gerade an den größeren Universitäten noch heute Institute existiren, die selbst den niedrigst gestellten modernen Ansprüchen kaum genügen dürften, so kann doch mit einigem Rechte behauptet werden, daß auch wir heute Anstalten besitzen, welche jeden Vergleich mir ausländischen auszuhalten vermögen und sowohl als Krankenhaus, wie als Lehranstalt, wie endlich für wissenschaftliche Beobachtungen den heutigen Anforderungen wohl durchaus entsprechen.

Bet der Wichtigkeit dieser Frage dürfte es daher auch für einen weiteren Kreis von Interesse sein, einen Einblick in klinische Institute neuesten Datums zu gewinnen. Speziell sollen hierfür die neuen Kliniken zu Gießen in den Rahmen der Betrachtung gezogen werden, deren Einrichtungen die vollste Anerkennung von Ausländern in gleicher Weise wie von Deutschem gefunden haben.

Aus der sanft ansteigenden Höhe des Seltersberges mit seinem herrlichen Panorama auf Gießen, die dörferreiche Lahnebene, bemooste Burgruinen, umrahmt von waldbedeckten Höhenzügen, zwischen denen in der Ferne die Zinnen von Marburg herüberleuchten, erheben sich in stattlicher Längs- front, flankirt von den beiden Villen der Directoren, inmitten ausgedehnter Gartenanlagen, die klinischen Gebäulichkeiten.

Links die innere, rechts die Frauenklinik, beide zwischen sich fassend das Verwaltungsgebäude, an welches sich in einer Längsreihe die Küche, Eishaus und Maschinenanlagen an­schließen. Hinter der Frauenklinik gelegen das pathologische Institut. Auf dem weiteren Terrain reihen sich die noch im Bau befindliche Jrrenklinik, sowie das hygienische In­stitut an. Dem Ernste ihrer Bestimmung entsprechend, ohne größeren architectonischen Schmuck in rothem Ziegel' mit gelbem Sandstein gebaut, aber doch in ihrer Gesammtheit einen gefälligen und wohlthuenden Eindruck auf den Beschauer ausübend und in ihrer Harmonie als ein kleiner Staat er­scheinend. Und wahrlich, wenn man dieses vielgegliederte, ineinander eingreifende Getriebe näher betrachtet, wird man diesen Vergleich als vollkommen zutreffend bezeichnen müssen.

Zu dem Zwecke ist es nöthig, einen Blick auf die ge­meinsamen Betriebseinrichtungen zu werfen.

Von einem mächtigen Kessel- und Maschtnenhause aus, mit weithin für die Klinik als Wahrzeichen dienenden, zum Himmel cmporragenden Schornsteine, wird durch ein viel­verzweigtes Röhrensystem nicht nur die vollständige Beheizung sämmtlicher Gebäulichkeiten durch Dampfluftheizung und in- direct in sinnreicher, leicht regulirbarer Weise eine gleich­mäßige und ausgiebige Ventilation aller Räume besorgt, sondern auch das nöthige heiße Wasser für die Bäder und sonstigen Zwecke der Kliniken geliefert, sowie endlich der Küche der entsprechende Dampf zum Kochen zugeleitet.

In einem gesonderten Theile dieses Hauses befinden sich ferner die Dynamomaschinen nebst den Accumulatoren zur Erzeugung des electrischen Lichtes für die Gesammtanlage, welche durch circa 700 Glühlichtflammen erhellt wird und bei der exacten Function der Maschinen nur von diesem Lichte

Gebrauch macht. Ebenderselbe electrische Strom, der hier die Beleuchtung der Anstalt versieht, ist mit Hilfe einfacher Schaltvorrichtungen auch den Heilzwecken dienstbar gemacht. Außerdem sind hier noch eigene Räume für den Desinfections- apparat und die Werkstätten für die verschiedentltchen Repa« raturen vorgesehen worden.

An die Maschinenanlage, welche das hinterste der dem wirthschastlichen Betriebe dienenden Nebengebäude bildet, schließt sich, getrennt durch das Etshaus, welches den weit­gehenden Bedürfnissen der Kliniken an Eis zu genügen hat, die Anstaltsküche an, welche in einem besonderen, mit allen den dazu gehörigen Vorraths- und Nebenräumen umfassenden Gebäude untergebracht ist.

Mit einigem Wohlgefallen und Bewunderung dürfte hier wohl der Blick so mancher Hausfrau an den blinkenden, ge­waltigen Dampfkochkesseln, den verschiedenen, rings an den Wänden gereihten blitzenden Kochgeschirren verweilen und ihre Anerkennung zollen der durchgeführten Ordnung und Sauber­keit, welche in dem ganzen, vielbewegten Betriebe zum Aus­drucke kommt.

Denn sicher, es ist keine geringe Aufgabe für die Ober­köchin und ihre geschäftigen Gehilfinnen, den vielfachen An­sprüchen, welche einige hundert Kranke und neben ihnen noch ein zahlreiches Anstaltspersonal an die Küche stellen, voll und ganz gerecht zu werden.

Nun, man kann wohl bei Vergleichen mit der Ver­pflegung anderer Krankenhäuser so viel unumwunden be­haupten, daß Dank des regen Interesses, welches von der ärzlichen Directton und nicht minder von den Damen der­selben gerade diesem wichtigen Mittel der Krankenbehandlung gewidmet wird, die besten Garantien für eine rationelle Er­nährung geboten wird.

Die Reihe der Wirthschastsgebäulichkeiten beschließt nach vorne das Verwaltungsgebäude, in welchem die so viel­seitigen Verwaltungszweige der Anstalten ihre Erledigung finden, so daß in Folge dessen die einzelnen Instituten einer nicht zu unterschätzender Last und Arbeit enthoben sind. Ein von hier ausgehendes Telephonnetz nach allen Gebäuden, mit Anschluß an die Stadt, sichert gleichwohl ein stetiges Zu­sammenwirken aller Theile, sowie die schnellste Controle über das Ganze. Außerdem befinden sich in diesem Gebäude die Räumlichkeiten der klinischen Apotheke, die nicht minder für den Eigenbedarf der Anstalten und deren eventuelle chemi­schen Untersuchungen, wie für die Bedürfnisse des großen Publikums berechnet ist.

Entsprechend den vollendeten Allgemeinbetriebsanlagen zeichnen sich die klinischen Institute bei aller Einfachheit durch eine großartige Anlage, was Größe der Corridore, der Ar- beits-, Lehr- und Krankenräume, sowie was weise Wahl und Vertheilung derselben anbelangt, vorthetlhaft aus, wie uns sehr bald das Bild belehrt, welches sich im Innern derselben entrollt.

Wenden wir uns zunächst zur inneren Klinik.

Nach Passiren eines kleinen Atrium gelangen wir auf breiter, von Licht überfluteter Freitreppe, getragen von zier­lichen Sandsteinsäulen, auf welchen sich das weitere im­posante Treppenhaus aufbaut, zu den einzelnen Etagen der Anstalt. Gleich der Frauenklinik im Grundriß in Form eines lu angelegt, sind auf den Seitenflügeln die größeren Kranken- säle mit den dazu gehörigen Nebenräumen gelegen, so daß jeder Saal als ein in sich geschlossenes Ganze erscheint, während im Mittelbau sich die poliklinischen Räume, das Arbeits- und Sprechzimmer des Directors, sowie kleinere Privatkrankenzimmer ic. befinden, und der mittlere Ausbau nach hinten zu fast ausschließlich für Lehr- und wissenschaft­liche Zwecke vorgesehen ist. Durch diese Anordnung ist in einfachster und passendster Weise jede größere Störung für die Patienten nach Möglichkeit vermieden, zumal durch seitliche Aufgänge und einen Längscorridor im Souterrain das dienende Personal möglichst von den Hauptgängen serngehalten bleibt.

(Fortsetzung folgt.)

Robectteo; X, Säeiola. Druck und Verlag b« Brühl'jch« Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) In Gießet