Ausgabe 
2.9.1894 Zweites Blatt
 
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auf der Straße sehen. Natürlich muß auch die Wahl des Waffenrocks der Figur entsprechen. Sonst würde es das Auge eines alten Soldaten beleidigen, wenn er z. B. eine kleine, dicke Brünette, die nicht einmal das Maß hat, in der Montur des 1. Garde-Regiments sähe! In jedem Gon* fectionSgeschäft müßte also eine Art von Gestellungscom­mission fungiren, welche die Kundinnen zu demjenigen Truppen* thetl auShebt, zu welchem ihre Figur geeignet ist. Nur mit den Damen, die in einem festen Militärverhältniß stehen wie Köchinnen, Bonnen, Nätherinnen re. könnte eine Ausnahme gemacht werden- sie dürften die Uniform des Regiments tragen, dem ihr Kriegsschatz angehört. Die Bräute" von Unteroffizieren der Luftschiffer*Abtheilung dürften aber trotz der Uniform die jetzt so beliebtenBallon"- Aermel beibehalten! Man kann über den Geschmack, der t sich in dieser Mode offenbart, verschiedener Meinung sein.

Einen unbestreitbaren Vorzug aber hat sie doch, das muß Jeder anerkennen: Wir hoffen nämlich, daß mit den Uni­formen auch die militärischen Abzeichen für Damen eingeführt werden. Das wäre eine Wohlthat für die Männerwelt, die nicht genug zu schätzen wäre! Jedem Soldaten sieht man Grad und Charakter an bestimmten Abzeichen an, warum sollte es bei unseren Amazonen nicht auch so sein? Eine Braut z. B. müßte an dem Kragen ihres Waffenjaquets einen Knopf tragen als Zeichen, daß sie eineGefreite" ist. Jedem jungen Manne würde dieses besondere Kennzeichen zur Warnung dienen, ebenso würde er sich vor den Damen hüten, welche die Capitulantenschnur tragen, dieweil sie bereits capitulirt haben. Die Damen, welche viele Treffer zu ver­zeichnen haben, erhalten Schützenschnüre. Bet heirathsfähigen Mädchen hätte die Achselklappe eine besondere Bedeutung. Die Regtmentszahl müßte die Ziffer der Mitgift bedeuten, so daß z. B.30" in Worten Dreißigtausend Mark angibt ein ganz annehmbares Traktament! Neben dem prac- tischen Nutzen würde diese militärische Mode auch noch bessernd auf die Galanterie des stärkeren Geschlechts wirken: selbst der blasirteste Jüngling wird fortan kein Mädchen mehr über die Achsel ansehen!

* Seife in den Gasthöfen. Das Reisen so bequem wie möglich zu machen, sollte das Bestreben der Gast Hof­besitzer sein. Warum nöthigen sie uns da bis auf diesen Tag noch immer, unsere eigene Seife stets mit uns zu führen? In England gehört dieselbe schon längst zur Zimmerausrüstung in jedem Hotelschlafzimmer, und es wäre gewiß sehr wünschenswerth, wenn dieser Brauch auch bet uns eingeführt würde. Es mag eine Kleinigkeit sein, Seife mit sich zu führen, aber es ist eine lästige, höchst lästige Kleinigkeit. Da sind wir nun, so wird derFranks. Ztg." geschrieben, eben von der Reise im Hotel angekommen und auf unser Zimmer geführt. Das Erste, was wir thun möchten, wäre, uns einer recht gründlichen Waschung zu unterziehen. Allein wir haben zwar bereits von unserem Zimmer Besitz genommen, aber das Gepäck ist immer noch mcht heraufgebracht. Wir haben fünf, auch wohl zehn Minuten zu warten und können, wie eilig wir es auch haben mögen, während dieser Zeit meistens absolut nichts anfangen. Wie ärgerlich! Von dem Umstande gar nicht zu reden, daß, wenn das Gepäck schließlich kommt, mancher Reisende nicht recht weiß, wohin das unglückselige Stückchen Seife eigentlich gerathen und er oftmals erst lange im Koffer herumzuwühlen hat, ehe er es findet. Nun reisen wir ab. Wir haben eben unseren Koffer gepackt. Fertig! Gott sei Dank! südlich! Gerade jetzt möchten wir uns aber noch einmal wenigstens die Hände waschen. Aber die Seife ist längst eingepackt. Also muß Alles wieder loSgertssen werden. Und haben wir in systematischer Ueberlegung wirklich die Seife erst noch aus dem Koffer fortgelaffen als ob wir in solchem Augenblick gewöhnlich nicht an andre Sachen genug zu denken hätten! da können wir doch den Koffer nicht vorher schließen, ehe wir die Seife eingepackt haben, und gerade beim Schließen des Koffers beschmutzen wir uns die Hände wieder am leichtesten. Dazu kommt der Umstand, daß gerade das Ein- und Auspackeu von feuchter, klebriger Seife eine besonders widerwärtige Schmiererei ist. Und wenn wir such ein besonderes Metallbüchschen dazu benutzen, so bleibt doch schließlich auch immer noch der Uebelstand, daß wir, indem wir die Seife mit uns führen, uns immer noch einen Extra-Gegenstand aufladen müssen, was beim Packen für Leute, die nicht gerade mit Kammerdiener reisen, auch mit ins Gewicht fallen muß. Die Widerwärtigkeiten dieser Seifenherumschlepperet liegen so klar zu Tage, daß man sich nicht genug wundern kann, ihnen nicht längst ab- geholfen zu sehen. Denn es wird doch kaum Jemandem im Ernst einfallen, etwas dafür Vorbringen zu wollen. Vielleicht könnte man einwerfen, daß die meisten Leute gewohnt find, ihre besondere Seife zu brauchen und die vom Hotel gelieferte die voraussichtlich nicht von besonderer Qualität sein würde doch nicht benutzen würden. DaS würde gewiß häufig der Fall sein, aber es soll doch auch beileibe Niemand genöthigt sein, die Hotelseife zu gebrauchen, wenn es ihm nicht beliebt. Indessen selbst wenn wir mit unserer eigenen Seife reisen, wer würde da, wenn diese nicht gerade zur Stelle, zum Händewaschen wenigstens nicht hin und wieder die vom Gesthof gelieferte benutzen! Es käme auch wohl der Kostenpunkt noch in Frage. Allein da unter den Um* standen Niemand eine besonders gute Qualität von Seife erwartet, da überdies dje diminutivsten Siücklein genügen würden, so würde bet einem Bezug in größeren Massen das

@tÜd ?t(6t ^er als auf ein paar Pfennig zu stehen kommen. Also auch dieser Punkt dürste keine Schwierig* ketten bieten. Auch irgend welche andere begründete Ein­wendungen scheinen sich gegen die Neuerung nicht Vorbringen eher diese daher allgemein eingeführt wird, desto bester.

USet Negimeuts Gaus. DemU. Tagbl." wird Biographie derhistorischen" Regiments- ® öl!S m uT9C Ei"? Merkwürdigkeit in der Geschichte des 1. Reiter-Regiments ist dessen Regiments-Gans. Als

nämlich das Regiment 1835 in Eßlingen in Garnison lag, erschien jeden Morgen beim Wachtposten eine Gans, die den ganzen Tag nicht mehr von der Stelle wich und nur Abends wieder abzog. Anfangs stießen die Reiter auf dem Posten den zudringlichen Gast mit den Füßen weg, allein das Thier ließ es sich nicht verdrießen und wich nur aus, um sich gleich wieder anzudrängen. Der Besuch wiederholte sich, man ward aufmerksam und eben damit nachsichtig gegen die sonderbare Zuneigung. Täglich mit dem Frühesten flog die GanS mit Geräusch herbei und nahm mit schnatterndem Wohlbehagen Platz neben der Schtldwache. Blieb der Soldat stehen, so zwickte sie ihn, und hatte sie ihn zum Gehen gebracht, so ging sie Schritt für Schritt stolz neben ihm einher. Abends verließ sie zögernd den Schauplatz ihres Ruhmes, um am Morgen mit den Aeußerungen der höchsten Freude zurückzu­kehren. Nahte sich die Ablösung, so blieb sie ruhig stehen - kam ein Mensch oder Thier, so vertheidtgte sie den Posten durch einen geflügelten Angriff und kehrte mit triumphirender, freudestrahlender Geberde zur Schildwache zurück, den Hals an ihr aufreckend und heftig schnatternd, um ihr Bericht über den gemachten Ausfall abzustatten. Mußte die Schildwache sich schneller bewegen, um etwa Jemand zu rufen, so blieb fle nicht zurück, sondern lief geflügelten Schrittes neben ihr her, und blieb die Schildwache einmal stehen, so suchte sie sich auf deren Fuß festzusetzen. Da die Gans nicht mehr zu vertreiben war, so wurde sie vom Regiment gekauft und ihr ein Stall in der Nähe des Wachtlocals hergerichtet. Beim Garnisonwechsel des Regiments nach Ludwigsburg im Jahre 1837 wurde sie auf dem Marsche in Kaunstadt nur durch Zufall vom Tode des Verdurstens gerettet. Sie lag schon halb tobt in ihrem Stall auf dem Bagagewagen, als dies ein Unteroffizier bemerkte und sie durch reichliches Begießen mit Wasser wieder zum Leben brachte. Auch in der neuen Garnison blieb sie ihrem bisherigen Treiben nur mit wenigen Abweichungen treu. Wenn nämlich das Regiment vollzählig ausgerückt war, begab sie sich zur nächsten Schildwache bei der Post oder vor dem Arsenal, wo sie gemüthlich bis zur Rückkunft des Regiments verweilte, dem sie dann, sobald sie die Musik hörte, eilends entgegenging, hier und da auch flog, besonders, wenn das Regiment längere Zeit abwesend gewesen war. Hatte sie es erreicht, so machte sie Kehrt und mar* schirte dem Trompetercorps vorauf oder zur Seite unter fröhlichem Gegacker mit in die Kaserne, wo sie dann ihren gewohnten Posten wieder einnahm. Im Jahre 1849 mußte sie einen zweiten Garnisonwechsel ausstehen: den von Ludwigs­burg nach Ulm, wo sie ihr Standquartier in der Zeughaus­kaserne neben dem Wachtlocal erhielt und oft die Ehre hatte, van Fremden besucht und bewundert zu werden. Ulm war hre letzte Garnison. Am 6. Januar 1853, Nachmittags 4 Uhr, trat unerwartet das Ende ihrer Tage ein, als sie eben mit der Schildwache auf und ab ging. Sie erreichte ein Alter von etwa 20 Jahren, von denen sie 19 ununter­brochen beim Regiment zubrachte. Aber auch ferner sollte sie beim Regiment bleiben. In ihrer eigenthümlichen, fast mili- tärischen Haltung sehr gelungen ausgestopft, ist dieRegi- ments Gans" für das Regiment eine Merkwürdigkeit gewor­den, wie eine solche schwerlich irgend eine militärische Truppe wird aufweisen können. Sie hat in dem Bibliothek und Lesezimmer der Unteroffiziere einen passenden Platz esunden.

* Was auf der Eisenbahn nicht Alles stehen und liegen bleibt. DerM. Anz." schreibt aus Mainz: Alljährlich werden hier von der Bahnverwaltung die in den Wartesälen, Etsenbahncoupss, Bahnhöfen rc. stehen ober liegen gebliebenen Gegenstänbe versteigert unb zwar nachbem bieselben über ein Jahr von ber Bahnverwaltung aufgehoben worben unb bte nöthigen Schritte geschehen sind, um bieselben ihren rechtmäßigen Eigenthümern wieber zurückzuerstatten. Gestern Abenb fanb nun ber Schluß der diesjährigen bez. vorjährigen Versteigerung der Fundstücke auf der Hessischen Ludwigsbahn statt. Die zur Versteigerung gekommenen Sachen bestanden aus Tausenden von Stöcken und Schirmen allen Calibers, vom Knotenstock des Handwerksburschen bis zum eleganten Röhrchen irgend eines Gecken, von dem Familienregenschtrm der Bauersfrau bis zu dem spitzenbesetzten Seidenschirmchen desgnädigen" Fräulein. Auch Hüte in Hunderten von Exemplaren und Formen, Reisetaschen, Handkofferchen rc. Unter den gefunden Gegenständen befand sich auch eine völlig neue Nähmaschine, dieselbe blieb im Bahnhof stehen unb konnte trotz allen Bemühungen ihrem rechtmäßigen Eigen- thümer nicht zugestellt werben- sie würbe um 29 Mk. Ange­schlagen.

* Wie die Bildung mitunter bezahlt wird. Auf zwei recht bezeichnenbe Zeitungsanzeigen lenkt das Bramberger Tageblatt die Aufmerksamkeit. In der einen wird eine musikalische Erzieherin gegen ein Jahresgehalt von i 80 Mark, in der anderen eineMamsell" gesucht, welche in ber Aufzucht von Schweinen, Febervieh unb Jungvieh be- wanbert sein muß. Lohn 240 Mark. Da werben bte jungen Damen, welche sich bem Lehrerinnenberufe zu widmen beab­sichtigen, gut thun, zu überlegen, ob sie nicht besser fahren, wenn sie sich mit ber Schweinezucht befassen.

* Bierglasthermometer. Wie berNorbb. Allg. Ztg." berichtet wird, ist der Fabrikbesitzer Wende zu Driesen auf den Gedanken gekommen, in einer böhmischen Glasfabrik j vorläufig Probrgläser machen zu lassen, in bereu Wanb eine ! Quecksilbersäule eingelassen ist, von der man die Temperatur ! des Getränkes ablesen kann. Der Erfinder hat diese Trink- gefäße patenttren lassen._________________________________

Literatur und Aorist.

DiSlocationSkarte der Heere Europas, herausgegeben von vr. Hermann - Sagan, Mitglied des deutschen Reichstags.

, neuesten amtlichen Quellen bearbeitet von A. Herr ich. Maßstab: 1: 3 250 000. Vollständig in 4 Sectionen. Erste Sectton: Blatt 3 Ein Blatt 71 : 88 Zentimeter. (Verlag von Earl Flemming in Glogau.) Europa starrt in Waffen, und das i am' i militärische Stärke der einzelnen Staaten nicht nur ' im Allgemeinen, sondern auch specialisirt nach ihrer Vertheilung aus die verschiedenen Truppenkörper und nach ihrem Garnisonsstande

kennen zu lernen, ist längst nicht mehr auf rein militärische Kreise beschränkt. Da war es nun ein sehr glücklicher Gedanke, dem Fach- «ann wie dem Laienpublikum das Resultat eingehendster und zuver- läsfigster Studien auf diesem Gebiet in einer übersichtlichen graphischen Abstellung zugänglich zu machen. So entstand, nachdem im vorigen r ?$re bereits eineDiSlocationSkarte des deutschen Heeres und seiner Grenznachbarn" von demselben Herausgeber erschienen war, die neue große, aus vier Blättern bestehende DiSlocationSkarte der Heere Europas, deren Darstellung sich übrigens nicht streng auf

^schränkt, da auch die benachbarten Gebiete von Nordafrika und ffieftafien mit einbegriffen sind. Die in Blatt 3 uns vorliegende rl°rn 5er Karte umfaßt: Südengland, Belgien, Mittel- und Süddeutsch and, einen Theil von Russisch-Polen, Oesterreich und d e Hälfte Ungarns, ein Stück der westlichen Balkanstaaten, Italien, die Schweiz, Frankreich, Spanien und Nordwestasiika. Auf dem ungemein belebten, in fünffarbigem lithographischen Druck überaus sauber und übersichtlich hergestellten Kartendtlde finden wir nicht bloß alle Friedensdislocationen sämmtlicher Armeen Europas bis in die kleinsten Details veranschaulicht, sondern auch ihre Kriegs­formationen dargestellt, soweit für dieselben zu FriedenSzeiten bereits Eadretz u. s. w. vorhanden sind. Alle Truppentheile mit ihren Gliederungen und Abstufungen bis zum kleinsten Detachement herab sind durch scharf ausgeprägte (Signaturen gekennzeichnet. Die (general;, Dtvistons- und Brigade - Commandos, die Stäbe und Depots der Regimenter, deren Truppentheile in zwei oder mehreren Garnisonen untergebracht sind, die Landwehr - Bezirks - Commandos und ähnliche Einrichtungen, alle Land- und Küstenbefestigungen, die Eisenbahnlinien letztere unter Sonderbezeichnung der strategisch !°^"?^A°ppblMs-Strecken kurz alle für den Zweck der Karte in Betracht kommenden Details und Neugestaltungen, wie insbesondere auch die im vorigen Jahre stattgefundenen durchgreifenden Organi- '^.^^nberungen des deutschen Heeres haben gewissenhafte Be­rücksichtigung gefunden. Daß die Karte nach den neuesten Materialen und zuverlässigsten Quellen aufs sorgfältigste bearbeitet und bis auf den neuesten Stand ergänzt ist, findet man überall bestätigt, wo man mit der Nachprüfung einsetzt. Nicht nur Laien, auch kriegs- wissenschaftliche geschulte Militärs werden das vorliegende Kartenwerk, dem auch ein statistischer Text belgegebm wird, als eine dankens- werthe und lehrreiche Veröffentlichung begrüßen. A. 0.

S tratzenüberfichtSkarie für Radfahrer von Deutsch- land «nd Deutsch-Oesterreich. I. C. Hinrichs'sche Buch­handlung, Leipzig. Die Straßenüberstchtskarte soll bem Touren- fo&rer eine bequeme Ueberstcht über die zwischen größeren Städten einzuschlagenden Touren gewähren. Es sind die wichtigsten Straßen stark roth, die minder wichtigen schwach roth, die übrigen Wege schwarz wiedergegeben. Außerdem finden sich in deutlichen rothen Zahlen die Entfernungen zwischen den Hauptorten angegeben. Da bte An­gaben der Straßenlängen ganz genaue, nach amtlichem Materiale gemacht sind, so dürfte sich die Karte übrigens nicht nur zu Sport-, sondern auch zu allgemeinen Zwecken eignen. Die Ausstattung ist eine sehr geschmackvolle. Der oierfarbig auf sehr gutem Papiere sauber ausgeführte Druck läßt den Preis von 2 Mk. sehr niedrig erscheinen, ein Grund mehr, die schöne Karte jedem Radfahrer zur Anschaffung warm zu empfehlen.

rJ^U galten wie «US gesunde Nütze? Wie spare« wir bei der Nntzbekletdnngr Ist den Schuhmacher« «och zn helfend Drei wichtige Fragen zur Beherzigung für Jedermann auf Grund der wissenschaftlichen Forschungen beantwortet von vr. Heinrich Fränkel. Preis 20 Pf. Unter diesem Titel ist tm Verlage von Leonhard Simion in Berlin ein Büchlein er­schienen, welches in gemeinverständlicher Weise die Benachtheiligung der Gesundheit und des Geldbeutels der Bevölkerung bargelegt, beioorgerufen durch die immer weiter greifende Verdrängung des Schuhmacherhandwerks durch das Fabriksschuhwerk. Wie wir er­fahren, haben viele Schuhmacher - Innungen und einzelne Meister zum Zwecke unentgeltlicher Vertheilung an bas Publikum große Partteen der Broschüre bestellt, die zu diesem Zwicke von Setten der Verlagshandlung zu außerordentlich ermäßigten Partiepreisen abgegeben wird.

Aufruf an alle Kriegskameraden von 18481870/71.

Der Verband deutscher Kriegs-Veteranen hat es sich zur Auf- ?o,SeJna$t'Iür sämmtliche Krieger (Kombattanten) von 1848 bis 1870/71 eine etammrofle zu führen.

Nahezu ein Vierteljahrhundert ist feit bem Einigungskriege verflossen und imrnermehr lichten sich die Schaaren der Zeit- unb Kampfgenossen. Es wirb Zeit, baß sie sich enger zusammenschließen, daß sie in die Lucken treten, bte ber Tod in die Glieder gerissen hat.

Wenn noch ein weiteres Vierleljahrhundert ins Land gegangen ist, wird nur noch ein kleines Häuflein Zeuge jener gewaltigen Zeit fein, unb die Stammrolle die Ehren- und Votiotafel der Krieger von 184870/71 wird dann dafür sorgen, daß diese wenigen nicht unbeachtet unter dem jungen Nachwuchs verschwinden, damit es ihnen nicht so gehl, wie den alten Veteranen aus den Befreiungs­kriegen gegen den ersten Napoleon, die man bei einer großen Haupt, unb Staatsaction mühsam zusammensuchen mußte unb beren vielfach dürftige Erscheinung seltsam conti asttrte mit ihrer Eigenschaft als Ehrengäste.

Wir richten baher an alle obengenannten Kriegskarneraben bte bringenbe Bitte, uns ihre Adresse behufs Eintragung in die Stamm­rolle einzufenden.

Nach Fertigstellung des ersten Bandes werden wir diesen in Druck erscheinen lassen und den Kameraden zum Selbstkostenpreise ?JIaf^n'Äunb Dauben wir, daß diese Tafel eine schöne Erinnerung für alle Kameraden fein wird, denn sie werden beim Nachlesen darin anuLbe"9?amcfn manches Mannes stoßen, ber ihnen in jener bewegten Zeit näher gestanden hat.

»^?^et"g ersuch^ wir alle Krieger freunde, wie auch Gemeinde- vorstände, Geistliche, Lehrer rc. rc., uns hierin zu unterstützen.

Zuschriften bitten wir an unser Bureau, Leipzig, Norbstraße 26 zu richten.

Verband deutscher Kriegs-Beteraue«

Ä . Der geschäftsführenbe Vorstand:

Kästner, Hille, Schmerwitz,

Vorsitzender. Schriftführer. Cafsirer.

Die höchste Anerkennung, ber I. Preis «hrenprei- unb «taatSmedaille o. Bremen ist Mondamin Brown & Potton auf derDeutfchnattonalen Ausstellung in Kiel", d. 4. dis 19. August zuerkennt worden. Diese Draht-Nachricht geht uns soeben zu unb nehmen wir Veranlassung, die verehrten Leser hiervon in Kenntniß zu fetzen. Mondamin ist ein vollständig entöltes Maismehl, gewonnen aus den feinsten Bestandthetlen des Mats durch ein patentirtes Ver-- fahren der alleinigen Fabrikanten Brown & Polson, welche bekannt, ltch tm vorigen Jahre ihr üvjährigeS Jubiläum gefeiert haben. Mondamin eignet sich nicht nur zur Verdickung von Suppen, Saucen, Cacao rc., sondern ist, mit Milch gekocht, auch für Kinder und Kranke vorzüglich, da eS die Verdaulichkeit der Milch fördert Mondamin verhindert das Gerinnen der Milch im Magen. Mondamin-Flam- meries, Mondamin Puddings, Monbamin-Rothe-Grütze, Mondamtn- Fruchtspeifen rc. erfreuen sich ber größ.n Beliebtheit; auch als Mischung mit gewödnlichen Mehlsorten, zu Sanbtorten unb feinem Gebäck, ist Mondamin sehr zu empfehlen, ba es zur Verfeinerung bes Ge­schmacks unb zum Gelingen bes Backens wesentlich beiträgt. Mondamin-Sandtorten, hergestellt nach Recept, wie auf den Packeten vorgebruckt, sind wirklich köstlich tm Geschmack. Mit Recht ist Mon- bamin Brown & Polson im Haushalte unentbehrlich! Der Artikel ist verpackt in Vt u. '/, Pfund engl. unb zu haben in allen besseren Colonial-, Delicateß- unb Droguen -Hanblungen. Weiteres übet Monbarnin beliebe man aus bem Annoncentheil unseres BlatteS zu ersehen.