An der PrLparandenanstalt in Lich werden Jahr für Jahr biß zu 60 Schüler in 2 Klassen unterrichtet von 2 ständigen Lehrern und 5 HülfSlehrern, einem evangelischen und einem katholischen Geistlichen, einem israelitischen Reltgtonslehrer, einem Clavterlehrer und einem Turnlehrer. Schüler, welche mindestens das 14. Lebensjahr überschritten haben und sich dem Volksschuldienst widmen wollen, werden in der Anstalt in zweijährigem Cursus mit gutem Erfolg für daS Seminar vorgebtldet.
An dem Nettungshaus in Arnsburg, in dem sich zur Zeit 38 Mädchen befinden, von denen aber nur 30 schulpflichtig sind, wirken ein eo. Geistlicher und zwei ev. geprüfte Lehrerinnen. Die Schülerinnen genießen einer gesunden körperlichen Pflege und einer tüchtigen Erziehung. Der Lehrplan schließt sich in den Fächern dem der Volksschule an. Das Rettungshaus nimmt, wie bekannt, durch eigene oder fremde Schuld verwahrloste Kinder auf und erstrebt ihre Besserung durch geeignete religiöse Erziehung, sittliche Bildung und Gewöhnung zur Pflichterfüllung durch geregelte Arbeit. So wirkt die Anstalt segensreich als eine Dienerin der inneren Mission.
Fortbildungsschulen, deren Zweck vornehmlich ist, das in der Volksschule Gelernte zu wiederholen und bei den Schülern zu befestigen und sie, wenn möglich, noch weiter zu führen, sind in allen Orten deS 'Kreises eingerichtet.
Es wirkten im letzten Wintersemester an der Schule, die in den 80 Gemeinden aus 102 Klassen bestand, 138 Lehrer bei einer Schülerzahl von 1976, im Vergleich zu 1891 mehr 115 Schüler. Dann besuchten 30 Schüler die neu errichtete kaufmännische Fortbildungsschule, die im verflossenm Winter von 85 Kaufmannslehrlingen besucht war.
Schulhausbauten find in den letzten drei Jahren wieder ausgeführt worden in:
Lollar ein Schulhaus mit drei Schulsälen und einer Lehrerwohnung,
Vtlltngen ein Schulhaus mit zwei Schulsälen und zwei Lehrerwohnungen,
Klein-Linden, ein Schulhaus mit einer Lehrerwohnung, Beuern desgl.
Rabertshausen deSgl.
Trohe desgl.
Kesielbach ein neuer Schulsaal,
Alt-Buseck desgl.
Im Bau begriffen ist
das neue Schulhaus in Lumda, bas beinahe vollendet ist, das neue Schulhaus in Ettingshausen, das kaum begonnen ist.
Es fehlen nur noch in wenigen meistens bedürftigen Gemeinden neue Schulhäuser und es ist zu hoffen, daß mit kräftiger Staatsunterstützung auch bei ihnen bald Abhülfe geschafft wird.
Bezüglich der Veränderungen in dem Lehrerpersonal ift zu erwähnen, daß auf Nachsuchen pensionirt wurden die Lehrer Hof in Grünberg, Dr. Kellner in Hungen, Lehrer Filz an der Schule in Allendorf a. d. Lumda, Lehrer Reuß in Grünberg.
Das 50jährige Dienstjubiläum feierte Herr Lehrer Reuß in Grünberg. Der Tag seines Jubiläums wurde von der Gemeinde mit kirchlicher Feier und darauf folgendem Festmahl begangen. Es wurden dem Jubilar reiche Beweise der Verehrung und Dankbarkeit zu Theil. Auch wurde er mit einer besonderen Auszeichnung von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog geehrt.
In dem Personal der Kreisschulcommisston ist nur eine Veränderung eingetreten. Im Anfang 1892 schied Herr Buch- druckereibesttzer Keller wegen seiner geschwächten Gesundheit aus der Kreisschulcommission aus. Er war ein langjähriges treues Mitglied derselben. Für ihn trat ein Herr Professor Dr. Fromme, der stets ein reges Jntereffe für unser Schulwesen bekundet hat.
Durch den Tod abgerufen von ihrem irdischen Wirken wurden:
die Lehrer Laubinger in Londorf,
Ziegler in Allendorf a. d. Lumda, Fischer in Beuern, Schmehl in Weitershain, Deiß in Treis a. d. Lumda, Sauer in Lich.
Sie Alle waren treue, fleißige Lehrer, die ihren Kräften nach ihres Amtes hienieden gewartet haben. Ihr Gedächtniß wird bei alen Denen, die sie gekannt haben, in Ehren bleiben.
Nachdem der Bericht verlesen war, sangen die Lehrer des Bezirks- Vereins Gießen einige Lieder.
Hierauf hielt 1. Herr Lehrer Weil seinen angekündigten Vortrag:
„Was kann die Schule zur Verbreitung volkSwirthschaft- licher Lehren thun?"
In dem freigehaltenen, fast einstündigen Vortrag weist der Redner in der Einleitung darauf hin, daß die sociale Frage in unserer Zeit immer stärker hervortrete. Besondere Kennzeichen hiervon seien die allgemeine, maßlose Unzufriedenheit, die vornehmlich in den erhöhten Ansprüchen auf Genuß und Besitz wurzele. Der Redner drückt dies treffend so aus: Das Wort der Schrift: „Schicket Euch in die Zeit!" mag Niemand Horen; viel lieblicher klingt das neue Evangelium von der Gleichberechtigung aller Menschen auf Besitz unb Genuß.
Der Redner führt weiter aus: Bei den Bestrebungen des Staates, einen undurchführbaren Socialismus zu bekämpfen, weist man mit Recht auch auf die Schule hin als zur Mithülfe berufen. Der Redner erkennt diese darin, daß auch ein gesunder volkswirth- schaftlicher Unterricht in der Volksschule gepflegt werde.
Die Volkswirthschaftslehre in der Schule soll in der Weise getrieben werden, daß in den verschiedenen Unterrichtsfächern practische Belehrungen, wo sie sich darbieten, den Kindern gegeben werden. Z. B. in dem Religionsunterricht kann in der Schöpfungsgeschichte an das Wort angeknüpft werden: „Sie, die Menschen, sollen den Garten bauen unb bewahren." Danach ist der Mensch von dem Schöpfer zur Arbeit bestimmt. Der Mensch erreicht nichts ohne dieselbe.
In Geographie unb Geschichte kann z. B. darauf hingewiesen werden, daß es wohl vor Zeiten Menschen gab unb noch gibt, bie nicht, um zu essen, arbeiten mußten, nicht Kleider unb Wohnung brauchten. Die Schüler werden aber bann auch belehrt, wie solche Menschen auf der alleruntersten Stufe der Entwickelung stehen ge- blieben sind unb noch stehen, weil sie des Segens der Arbeit entbehrten.
Bei der Erzählung von Robinson kann dem Kinde vor Augen geführt werden, wie hilflos der einzelne Mensch ist, wie es nöthig war, eine menschliche Gesellschaft zu gründen, die Familie rc.
Wenn der Redner als das Ziel des Volksschullehrers bezeichnet, daß er durch seine volkswirthschaftliche Belehrung in den Schülern die Ueberzeugung erweckt, daß Arbeitslust, Pflichttreue, Fleiß, Ausdauer unb Beharrlichkeit zur wahren Wohlfahrt bes Menschen führen, 0 h?? c,r Möglichkeit eines solchen Unterrichts in Anknüpfung an die bereits vorhandenen Unterrichtsfächer an vielen Beispielen nachgewiesen.
... bedauern, dieselben dem Leser nicht weiter vorführen zu können, da dies der Raum nicht erlaubt. Jedoch unterlassen wir dies unter der berechtigten Voraussetzung, daß bie Abhandlung des Lehrers, die allseitig als eine sehr gediegene unb interessante anerkannt wurde, bald in einem Fachblatte ober einem Volksblatte im Druck erscheinen wird.
Wir weisen hier noch darauf hin, daß der Lehrer für den »olkswirthschastlichen Unterricht keine besondere Lehrstunden verlangt. Ein systematischer Unterricht, sagt er, bleibt der Fortbildungsschule Aberlassen.
lieber die Arbeit des Lehrers entspann sich nur eine kurze Diskussion, in der vor Belehrungen, die nicht natürlich und noth- wendtg aus dem Lehrgegenstand selbst sich darbieten, gewarnt wurde; auch wurde heroorgehoben, daß bei dem jugendlichen Alter der Fortbildungsschüler ein systematischer Unterricht nicht an seinem Platze sein dürste.
Sonst wurde den Ausführungen des Lehrers allgemein bei- gepfiichtet.
Hierauf trugen die Lehrer deS Bezirks Lich - Hungen einige Lieder vor. (Schluß folgt.)
Sitzung -ev Stadtverordneten
am 31. Mai 1894.
Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadt« verordneten die Herren Brück, Faber, Flett, Habenicht, Helfrich, Hehligenstaedt, Hornberger, Jughardt, Keller, Löber, Petri, Scheel, Schiele, Simon, Dr. Thaer, Bogt und Wallenfels.
Herr Braueretbefitzer Georg Bichler hat um Verbesserung des von seiner Besitzung an der Hardt nach der Valentin'schen Besitzung führenden Weges nachgesucht. Die Kosten dieser Aufbesserung durch Chaussirung, Aufräumen der Gräben und Durchlässe sind auf 700 Mk. veranschlagt, wozu die Baudeputation beantragt hat, 300 Mk. aus städtischen Mitteln zuzuschießen. Gesuchsteller hat sich zur Zahlung des übrigen Thetis der Kosten bereit erklärt und beschloß die Stadtverordneten - Versammlung daraufhin Beitritt zu dem Deputattonsantrage.
Großh. Directton derOberhessischenEisenbahnen beabsichtigt die Abwässer, welche sich aus ihrer, auf dem Dreieck zwischen beiden Bahnlinien am Rtegelpfad zu errichtenden Werkstätte ergeben, nach dem Klingelbach abzuleiten. Das Gesuch wird unter Vorbehalt des Widerrufs und der Bedingung genehmigt, daß die Bedürfnißanstalten an diese Ableitungsanlage nicht angeschloffen werden.
Für das 2. Bataillon des 116. Regiments soll auf dem Schießstand ein Schuppen zur Unterbringung von Scheiben errichtet werden. Großh. Oberförsterei hat gegen die nachgesuchte Erlaubniß Einwendung nickt erhoben- die Stadtverordneten Versammlung beschloß Genehmigung des Gesuchs unter der Bedingung, daß fraglicher, aus Backstein-Fachwerk zu errichtender Schuppen bei Eingehen der Schießstände auf Wunsch entfernt werden muß.
Das Gesuch des Herrn Karl Schleenbecker um Erlaubniß zum Bauen in der Ludwigstraße wurde von der Tagesordnung abgesetzt, da es der Begutachtung des Stadtbauamts nochmals unterbreitet wurde.
Das Gesuch des Herrn KreiSbaumetsters Witte um Fortsetzung der Trottoir- und Canalanlagen biß zum Hause des Gesuchstellers in der Goethestraße wird abgelehnt, dagegen dem Gesuchsteller anheim gestellt, seine Hofraithe auf eigene Kosten nach der Ludwigs- oder Stephanstraße hin zu entwässern. Es liegt nach Mtttheilung der Baudeputation eine Verpflichtung der Stadt zur Anlage von Trottoirs und Canälen nicht vor, weil der Theil der Goethestraße zwischen Ludwtgs- und Stephanstraße noch nicht in dem erforderlichen Umfange bebaut ist.
Nach Inangriffnahme des Umbaues der S ch u l st r a ß e hatte sich die Nothwendigkeit ergeben, den Untergrund genannter Straße durch Kiesaufschüttung zu erneuern. Diese Arbeit sowohl, wie die Umpflasterung wurde s. Z. der Dringlichkeit wegen aus der Hand vergeben, die Kosten hierfür im veranschlagten Betrage von 1500 Mk. in das nächste Budget eingestellt. Nach der nunmehr vorliegenden Abrechnung belaufen sich die Kosten auf 847 Mk., sodaß 653 Mk. erspart wurden. Die Rechnung wurde genehmigt.
Zu der von der Direktion der höheren Mädchenschule beantragten Anlage eines electrischen Läutewerks zwischen der Dienerwohnung, dem Wartezimmer, den drei Gängen und dem Bureau des Directors, sowie zur Aufstellung zweier irischer Oefen im großen Saale und im Sammlungszimmer wird Genehmigung ertheilt und die auf 336,50 Mk. sich berechnenden Kosten zu Lasten des laufenden Credits bewilligt.
totale» ttnd Provinzielle».
Gießen, den 1. Juni 1894.
* * Ernennung. Seine Königliche Hoheit der G r o ß - Herzog haben Allergnädigst geruht: am 30. Mai den Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Ober» Hessen Gottlieb Clement zum Director der Zellenstrafanstalt Butzbach mit Wirkung vom 1. Juni 1894 an zu ernennen.
* • hessische Staatslotterie. Der der Zweiten Kammer zugegangene Antrag: „Hohe Kammer wolle beschließen, an Großh. Staatsregierung das Ersuchen zu richten, den Ständen eine Gesetzesvorlage, betreffend Einführung einer HessischenStaatsklassen-Lotterie, zugehen zu lassen", ist unterzeichnet von den zwölf Abgeordneten Pennrich, Wasserburg, Dr. Vogt, Weith, Breimer, Lichtenstein, Christ, Neeb, Pitthan, Köhler, Wolz, v. Köth.
* * Postkarten - Nachnahme» werden noch so selten vom Publikum und Handelsstande angewandt, daß die Erklärung dafür nur in der Neuheit und Unbekanntheit der Sache sich finden läßt, denn die Post hat damit ein Mittel gegeben, wodurch das Einziehen von Forderungen billig und einfach sich gestalten läßt. Während z. B. ein Postauftrag das bekannte Formular, eine Quittung, sowie einen Briefumschlag erfordert, besteht bei Postkarten-Nachnahmen (eine gewöhnliche Postkarte wird verwandt) die Schreibart nur in der Anfertigung der Adresse, sowie des Wortes „Nachnahme" (Betrag in Ziffern und Buchstaben) auf der Vorderseite, während auf der Rückseite der Rechnungsposten specifictrt werden kann. An Portokosten entstehen nur 15 Pfg.
- r. Ranstadt, 30. Mai. Der Stand s ä m m l l i ch e r Früchte hier und in der Umgegend ist ein so vorzüglicher, wie er seit langen Jahren nicht gewesen ist. Das Winterfeld gewährt einen besonders freundlichen Anblick und berechtigt zu den schönsten Hoffnungen. Jeder Fremde, der in die hiesige Gemarkung kommt, ist erfreut über die
ungeheure Länge des KornS, trotzdem eß daß Wachßthuur noch nicht beendet hat. Einsender legt einen Durchschnittshalm bei, der die respectable Länge von 2 Meter 55 Centt- meter hat.
Lauterbach, 29. Mai. Das heute über unsere Gegend gezogene Gewitter hat hier leider ein Menschenleben zum Opfer gefordert. Der Landwirth Fink von hier, der auf dem Felde arbeitete, wurde von einem Blitzstrahl erschlagen, während zwei Mädchen in seiner unmittelbaren Nähe mit einer vorübergehenden Betäubung davonkamen.
Vermischte-.
* Gelsenkirchen, 29. Mai. Auf offener Straße erstach gestern Abend ein polnischer Bergmann, ein blutjunges Bürschchen, den ruhig und ahnungslos seines Weges gehenden Schneidermeister Jahn, begab sich dann nach Hause, legte das Mordmeffer unter sein Kopfkissen und sich in das Bett, aus dem ihn die Polizei jedoch bald holte. Den Jahn hatte der Stich ins Herz getroffen und sofort getödtet.
* Breslau, 31. Mai. Der mit der Führung der Compagnie beauftragte Premierlieuteuant Ziebold vom Niederschlesischen Infanterieregiment Nr. 51 stürzte auf dem Kasernenhofe mit einem scheuen Pferde und erlitt einen Schädelbruch, der den Tod zur Folge hatte.
* Ulm, 31. Mat. Als gestern Abend zwei junge Leute auf der Donau Nachen fuhren, kippte infolge der starken Strömung d.er Kahn um und einer der darin sitzenden ertrank.
* Myslowitz, 31. Mai. Auf der Myslowitzgrube wurden durch unvorsichtiges Aufsetzen der Förderschale drei Bergleute getödtet. — Jn Sohrau (Kreis Rybnitz) tritt epidemisch die Genickstarre auf. — Bei sämmtlichen im städtischen Lazareth internirten Beobachtungskranken ist die astatische Cholera feftgeftellt worden.
Nniverfitäts - Nachrichten.
Wien, 30. Mal. Das „N. W. Journal" veröffentlicht einen ihm zugegangenen Brief des Profeffors Czerny über seine Ablehnung der Wiener Professur. Hauptsächlich sei für Ihn bestimmend gewesen bas Gefühl der Dankbarkeit gegen das badische Land und dessen Regierung, doch wäre er trotzdem nach Wien gegangen, wenn nicht der projectirte Neubau der dortigen Kliniken mindestens fünf Jahre beanspruchte. Er leugne nicht, daß auch familiäre und persönliche Rücksichten mitgesprochen hätten.
Schiffsnachrichten.
— Der Postdampfer „Westernland" der „Red Star Linie" in Antwerpen Ist laut Telegramm am 29. Mai wohlbehalten in Newyork angekommen.
kirchliche Anzeigen der Stadt Gietzen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
Sonntag den 3. Juni. 2. Sonntag nach Trinitatis.
I« der Stadttieche.
Vormittags 9V« Uhr: Professor D. Reischle-
Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dingeldey.
Nachmittags 2Va Uhr: Pfarrer Schlosser-
Zugleich Christenlehre für die Neuconfirmirten der Matthäus- gemeinde.
Collecte für den Kirchbau in Dienheim.
Kinderkirche fällt aus.
Nächfikünfligen Sonntag, den 10. Juni, findet im Vormittags- aottesdienst Beichte unb Abendmahl für die MatthäuSgemeinde statt. Anmeldungen im Pfarrhaus-
Zn der JohanneSkirche.
Vormittags 7»/« Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Frühgottesdienst mit Christenlehre für die Neuconfirmitten auß der Lukasgemetnde.
Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Dr. Naumann-
Beichte und heiliges Abendmahl im Hauptgottesdienst für die Johannesgemeinde.
Vormittags 11V« Uhr: Kindergottesdienst der Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann- ,
Nach den Gottesdiensten Collecte für die Gemeinde Dienheim in Rheinhessen-
Katholische Gemeinde.
Sonntag den 3 Juni. 3. Sonntag nach Pfingsten-
Samstag:
Nachmittags um 4</r Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur
hl. Beichte-
Sonntag:
Vormittags von 61/8 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte;
„ um 6i/8 Uhr erste hl. Messe;
„ um 7ye Uhr Austheilung der hl. Communion;
„ um 8 Uhr zweite hl- Messe;
„ um 91/» Uhr Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 2 Uhr Andacht mit Segen.
Gottesdienst in der Synagoge.
Samstag, den 2. Juni ,
Vorabend 7»° Uhr, Morgens 8»" Uhr, Nachmittags 4M Uhr, Sabbathausgang 920 Uhr. ______
Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft.
Freitag Abend 7»° Uhr, Samstag Vormittag 83) Uhr, Samstag Nachmittag 4°o Uhr, Samstag Abend 92° Uhr.
Lingefandt.
Sietzen, 1. Juni 1894.
Zur Landtagswahl im Wahlkreis Gießeu Land.
Am vorigen Montag hat die Wahl angestanden, konnte jedoch nicht oorgenommrn werden, weil nur 23 Wahlmänner erschienen waren; offenbar hat die socialdemokratifche Partei Wahlenthaltung proclamirt. Es wird nunmehr ein neuer Wahltermin anberaumt -werden, in dem die Wahl ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesen- den Wahlmänner statlfindet. Wie wirb diese Wahl ausfallen d —
Der „Reichsherold" hat wieder zur Wahl d:s antisemitischen Candidaten Bähr aus Herrenhagg, Kreis Büdingen, auf gerufen und es ist nicht zweifelhaft, baß fämmtliche antisemitischen Wahl- männer diesem Caudidaten ihre Stimme geben werden, find dieselben doch schon längst auf höheren Befehl ehrenwörtlich dazu verpflichtet. Niemand kann es beifallen, auch nur den Versuch zu machen, diese gefesselten Wahlmänner zu einem Bruche ihres Ehren-


