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01/04/1894 Drittes Blatt
 
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von einem Jahre und verfügte die sofortige Verhaftung des Berurtheilten.

Das Schleswig-Holsteiner LiedSchleswig-Holstein meer- umschlungen", unter dessen Klängen einst unsere Brüder im Norden für ihr Deutschrhum, für ihre Freiheit gekämpft haben, wird demnächst 50 Jahre alt. Am 24. Juli 1844 wurde es unter Leitung des Componisten, des Cantors Beilmann, auf dem Sängerfest zu Schleswig von der Schleswiger Liedertafel zum ersten Male gesungen- der Text, gedichtet von dem Schleswiger Advocaten Chemnitz, war auf einem kleinen Blatt unter dem TitelWanke nicht, mein Vaterland!" gedruckt. In kürzester Zett lief das Lied durch ganz Deutsch­land. Wilhelm Röseler erzählt in der Nat.-Ztg. folgende Erinnerung vom Jahre 1864:Es war gegen Mittag, der Collaborator Martens von der Rendsburger Gelehrtenschule lehrte in der Quarta Geographie: da wird es auf dem Corridore und vor der Schule ungewöhnlich laut, der Adjunct Hansen stürzte herein und ruft:Nun, College, Sie halten noch Schule?"Was ist denn passtrt?" sagt Martens, worauf Hausen mit dem Organ eines Nebelhorns erwiderte: Die Dannewerke sind genommen." Lehrer und Schüler waren zuerst wie vom Donner gerührt, dann klappte Martens sein Buch zu, rief, mit Thränen der Rührung:Kinder, er­hebt euch; singen wir, wenn auch an ungewohnter, heute aber gewiß erlaubter Stelle, unser Lied!" Alle erhoben wir uns und sangen das ganze Lied zu Ende, wir fühlten uns zum ersten Male wieder als Deutsche! Die alten Collaboratoren find längst dahingegangen und viele Schüler, die damals begeistert mit in den Sang einftimmten, auch- sie erlebten nicht mehr die Einigung Deutschlands, nicht mehr, daß eine Schleswig - Holsteinerin Kaiserin von Deutschland wurde. Dem Dichter wie dem Componisten des Liedes wird auf dem Schneckenberg bei Schleswig ein gemeinsames Denkmal gesetzt werden, besten Grundstein am 22. Juli d. I. gelegt werden soll.

* Fahrversuch mit einer electrischen Locomotive. Die electrische Locomotive, welche nach dem System Heilmann erbaut wurde, ist auf der Versuchsstrecke Havre-Beuzeville in Frankreich in Bezug auf ihre Leistungsfähigkeit geprüft worden und hat die Prüfung recht befriedigende Resultate ergeben. Die Versuchsstrecke enthält erhebliche Steigungen und enge Curven, eignet sich also besonders zur Prüfung der Leistungs­fähigkeit neuer Maschinen. Das Gewicht der Maschine mit Kohlen und Master stellt sich auf 118 t. Der Zug mit der Bersuchsmaschine legte die Strecke bei der ersten Fahrt bereits in 30 Minuten zurück, wie die übrigen Schnellzüge. Die zweite Fahrt dauerte nur 26 Minuten. Auf ebener Strecke wurden 70 und bei Steigungen 50 bis 55 km in der Stunde zurückgelegt. Versuchsweise ist man auf ebener Strecke bis 92 km Fahrgeschwindigkeit gegangen, ohne Schaden für die Sicherheit befürchten zu müssen. Die Mitfahrenden loben den ruhigen Gang der Maschine, kein Stoßen und fast kein Geräusch ist zu bemerken. Der Führer befindet sich am Bordertheil der Maschine, hat also vollständig freien Blick auf die Strecke. Es fcheint sonach, daß für Schnellzüge die Anwendung electrifcher Locomotiven eine Zukunft hat, weil die electrischen Locomotiven schneller und geräuschloser fahren, als die Maschinen mit Dampfbetrieb.

* Kaiserin Eugenik. Eine Freundin derFranks. Zig.", die sich in den Toilettenkünsten der Pariser Weltdamen gut auskennt, hat dieser Tage in Mentone Gelegenheit gehabt, der Kaiserin Eugenie wiederholt zu begegnen. Sie hat sich bei dieser Gelegenheit die ehemalige Modebeherrscherin genau angesehen und gefunden, daß sie auf ein möglichst einnehmendes Aeußere noch immer hohen Werth lege. Die Kaiserin kleidet sich mit der elegantesten und studirtesten Einfachheit. Sie trägt eine hochblonde wellengescheitelte Perriicke, derartig arrangirt, daß das natürliche Haar schneeweiß an den Schläfen hervorquillt. Die Gesichtshaut ist durchMouches künstlich geröthet. Ob ein nicht Pariserisches weibliches Gemüth wohl eine Ahnung von der Bedeutung dieser Mouches hat? Es find dies kleine Zugpflästerchen, die aus die Innenseite der Wangen gelegt werden und für drei bis vier Stunden diese jugendlich aufschwellen. Nur so erkläre sich das natürlich-jugendliche Colorit der 67jährigen. Ob die interessante Frau auch jene subcutanen Mittel zu Hilfe nimmt, deren Anwendung in Paris eine förmliche Boudoir- Wissenschaft geworden ist, läßt sich nur vermuthen. Die \ Correspondentin spricht die Meinung aus, daß mit der Zeit die Modedamen wie Luftballons aufgeblasen werden dürften, daß sie aber auch wie diese hinterdrein wieder zusammen­schrumpfen würden.

* In der Krankenabtheilung der Polizeipräfectur zu Paris werden zu gewöhnlichen Zeiten täglich zehn bis zwölf | Irrsinnige eingeliefert. Seit December ist die Durchschnitts­zahl jedoch beträchtlich gestiegen - an einem Tage kamen sogar 29 Geistesgestörte an. Ein großer Theil der armen Tröpfe phantasirt von Dynamit attentaten und Haus« Buchungen- die anarchistischen Mordanschläge haben ihren Verstand zerrüttet.

* Wie lernen wir sprechen? Diese interessante Frage behandelte kürzlich Profeflor Waldeyer in einem Vortrag vor dem Deutschen Sprachverein. Das neugeborene Kind so führte er aus kann, sofern es normal ist, nur schreien, aber noch lange nicht sprechen. Hierzu gehört eine ganze Reihe von Factoren: 1. ein normal gebildeter Kehlkopf, 2. eine normal gebildete Mundhöhle, Lippen und Zähne mit den entsprechenden Muskeln, 3. das Gehör, das ein sehr wichtiger Factor bei Erlernung der Sprache ist, 4. gewisse Einrichtungen im Gehirn, die es ermöglichen, das Gehörte zu behalten. Endlich aber muß das Kind eine Umgebung haben, der es die Laute und Worte nachsprechen kann. Ohne diese Umgebung würde das Kind nur unartikulirte Laute, die in der Natur vorkommen, wie Brüllen, Pfeisen rc. hervor- bringen, aber niemals sprechen lernen. Der Vortragende erinnerte hierbei an Caspar Hauser. Die hervorgebrachten Laute muß aber das Kind hören können, weil die Muskel­bewegungen des Kehlkopfes uns nicht zum Bewußtsein kommen. Erft das Gehör gibt uns von dieser Thätigkeit Kunde. Taub­

stumme Kinder hören die Laute nicht und können deshalb auch nicht sprechen. Das Kind in seinem Nachahmungstrieb sucht nun das einmal Gelungene zu wiederholen und daraus erklärt sich die Wiederholung der Silben in den zuerst ge­sprochenen Worten: Papa Mama. In der allerersten Zeit hat das Kind nur bestimmte Laute für die Empfindungen des Behagens und Unbehagens. So geht es auch den Natur­völkern, deren Sprache ebenfalls sehr beschränkt ist. Erst nach und nach erweitert das Kind seine Sprachfähigkeiten durch den Umgang mit seinesgleichen und mit Erwachsenen, die ihm vorsprechen. Soll das Kind aber die Sprache wirklich gebrauchen können, um sich zu verständigen, so müssen in seinem Gehirn drei Vorrichtungen vorhanden sein: eine für den Gehörnerv, eine Stelle, wo die Muskelempfindungen verknüpft werden, und eine Stelle, an der ein Erinnerungs­bild des Gehörten entsteht denn ohne dies könnte man zwar sprechen, es würde aber Alles kunterbunt durcheinander gehen. Bet so vielen Factoren ist es natürlich, daß die Er­lernung der Sprache nur schwer sich entwickelt und daß es lange dauert, bevor man die Sprache beherrscht. Es kommt noch hinzu, daß alle andern Sinne, besonders der Gefühlssinn, beim Sprechen von Einfluß fein können. Profeflor Waldeyer erwähnte die berühmte Laura Brigmann und einen Kunst­drechsler, mit dem Profeflor Kußmaul schöne Resultate erzielt hat. Beide waren blind und taub, konnten aber durch Ver­mittelung von Gefühlsempfindungen sich verständigen. Je höher in der Cultur ein Volk steht, desto Zweiter ausgebildet wird seine Sprache, wenn auch die Cultur ihre Auswüchse mit sich bringt. Diese zu heben, sowohl was die Anwendung der Fremdworte, als die Handhabung der Sprache betrifft, sei die Aufgabe des Deutschen Sprachvereins. Der Vor­sitzende, Professor Reuleaux, lenkte noch die Aufmerksamkeit auf das Sprechvermögen der Papageien und Affen. Geh. Rath Waldeyer glaubt zwar, daß unter den Thieren eine Sprache von Lauten existiren könne, aber keine Verbindung zu Worten und Urtheilen. Uebrigens sei es sehr schwer, in dieser Beziehung etwas Sicheres zu sagen, weil die Beob­achtungen noch zu mangelhaft sind.

* Eine junge Dame in Nürnberg hat ihre Verlobung aus dem Grunde rückgängig gemacht, weil ihr Bräutigam an einem Dreizehnten geboren. 0 sanota simplicitas!

* Humoristisches. Fremder:Sie, was ist das für ein großes neues Gebäude?" Einheimischer:Das Zuchthaus!" Fremder:Kommt man da hinein?" Einheimischer: Sie vielleicht, ich nicht!"

* Ein Geschäftsmann comme il kaut. Waffenhändler (in der Zeitung von einem mißlungenen Selbstmord lesend, zu seinem Gehilfen):Meyer, schicken Sie doch gleich dem Mann unseren Prospekt!"

* Boshaft. Alte Jungfer:. . . O, ich habe viele Körbe ausgetheilt!" Herr:Einen sogar zu viel!"

* Abhärtung.Jainkef, worüm hältst De den Finger in das Wafler?"Der Doctor hat gesagt, ich muß nehmen ä Bad- so gewöhn' ich mer nach und nach an's Wafler!"

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Schiff-nachrichten.

Hamburg, 20. März. Neueste Nachrichten über die Be­wegungen der Dampfer der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt- Aclten-Gesellschast. PostdampferBavaria", von St. Thomas nach Hamburg zurückkebrend, ist am 28. März, 4 Uhr Morgens, in Havre angekommen. P stdampserMoravia", am 25. März von Hamburg abgegangen, hat am 28. März, 1 Uhr Morgens, von Havre die Reife nach Newyork sortgesetzt. PostdampfcrFrancia", von Ham­burg nach Wrsttndien und Mexiko bestimmt, hat am 29. März, 2 Uhr Morgens, von Havre die Reife nach St. Thomas fortgesetzt. PostdampferItalia", von Hamburg nach Baltimore bestimmt, ist am 28. März, 1 Uhr Nachmittags, in Boston angekommen.

Literatur und Aunst.

Die Reisen zweier Kaiserinnen. DieWiener Mode" bringt in ihrem neuesten Hefte tntereflante Ansichten aus Cap Martin und Abbazia, den beiden Orten, auf welche augenblicklich die Augen ganz Europas gerichtet sind. Ganz besonders werden die Villen Amalta und Angiolina in Abbazia interessiren, sowie das Schlafzimmer der Kaiserin Elisabeth im Hotel Cap Martin, dessen einfache Einrichtung bezeichnend für die Denkweise der hohen Frau ist. - Im Modelheil dieses Heftes sind uns einige Holzschnitte aus­gefallen, die selbst den an die hervorragenden Leistungen derWiener Mode" gewöhnten Beschauer durch ihre seltene Vollendung überraschen. Einen glücklicheren Anfang des Frühjahrsquartals kann man sich unmöglich vorstellen.

KnnstanSstestung der taubstummen Künstler in München 1894. D eVereinigung der taubstummen bildenden Künstler" mit dem Sitze in Münch-n stellt die Veranstaltung einer Kunstausstellung in diesem Jahre zu München in Aussicht. Der Zweck dieses Unternehmens ist nicht nur die Leistungen ihrer Schick,algenossen auf dem Gebiete der bildenden Künste und des Kunstgewerbes höheren Stils dem allgemeinen Publikum zur Beachtung und Beurthetlung oorzuführen, sondern auch für die Hebung und Förderung des TaubstummcnbildungswesenS Sorge zu tragen. Um zur Durch­führung dieser Humanitälsbestrebungen gelangen zu können, läßt die Vereinigung an sämmtliche taubstummen Kunstgenosten aller Nationen die Aufforderung und das Ersuchen ergehen, ihre Anmeldungen behufs beabsichtigter Beiheiligung an der Ausstellung baldigst be- thätigen zu wollen. Zur Ehrung verstorbener Collegen werden auch deren Nachlässe, sowie in anderweitigem Besitze befindliche Kunstwerke derselben zur Ausstellung zugelassen. Wad) Zustandekommen des Ausstellungsprojecles werden dieldiesbezüglichen detailltrten Programme den Jnteressentrn zugestellt werden. Anmeldungen sind zu richten an dieVereinigung der taubstummen bildenden Künstler" in München, Schellingstr. Nr. 113/III1.

Verkehr, Land- und VoU.wirthschaft.

Die Ledensverstchernng hat in Deutschland eine ver- hältnißmäßtg junge Geschichte. Noch in der Mitte dieses Jahrhunderts waren Sinn und Verständniß für die wtrthschaftlichen Vortheile bet Versicherung gegen den Schaden, den der Verlust eines Lebens für eine Anzahl anderer Leben im Gefolge hat, bet nur wenigen zu finden. Und wenn Heuzutage die Lebensverstcherungspolice sich zu einem Factor herausgebildet hat, mit dem die Bilanz wohl jeder geordneten Familie rechnet, dann gebührt der Dank hierfür in erster Linie den Anstalten, die an der Ausbreitung deS VerftändnifleS für die Wohl- thaten der Lebensversicherung von Anbeginn unablässig gearbeitet haben. Nur wenige Gesellschaften find es, deren Geschichte in den

Anfängen der Entwickelung der deutschen Lebensv erficherung wurzel und wenn wir heute einer derselben speciell gedenken, so werden wi hierzu veranlaß' durch eine denkwürdige Doppelfeier, welche die An statt in diesen Tagen b> gangen bat.

Die LebensverfichernngS- und «rsparnitz. Bank itt Stuttgart feierte nämlich am 23. März d. I. ihr 40 j&briflt* GeschLstSjubiläum und fertigte einige Tage vorher ihre 100 OOOfte Versicherungspolice aus.

Schon im Jahre 1847 war die Begründung einer auf Gegenseitigkeit beruhenden Lebensvelsicherungs-Bank in Stuttgart angeregt worden, die jedoch wegen der politischen Ereignisse des Jahres 1848 unterblieb. 1852 fanb der Plan von Neuem Aufnahme, und am 23. März 1854 erfolgte die Conosston der Bank in Württemberg.

Die Entwickelung der Bank, welcher die beimathlichen Grenzen bald zu eng wurden, war eine ungeahnt günstige Sie holt heute ihren großen Jahreszuwachs nur noch zu einem kleinen Theile au8 dem enger en Hetmathlande Wüi ttemberg; sie arbeitet in ganz Deutsch­land, in Oesterreich, in allen Cantonen der Schweiz, in Holland und Belgien; neuerdings hat sie auch die Concession in Schweden erworben. Der erste Rechenschaftsbericht weist für Ende 1855 einen Versicherungs­bestand von 2 g Millionen Mark aus, bis Ende 1863 hob sich der­selbe auf 20 g Millionen Mark, bis Ende 1873 aus 80,«MillionenMark, bis Ende 1883 auf 206 7 Millionen Mark, bis Ende 1893 auf 890,o Millionen Maik. Heute besitzt die Bank einen Bestand von 895 Millionen Mark.

Bis Ende 1893 wurden Versicherungen über 660Millionen Mark Capital beantragt; über 68 Millionen Mark wurden für SterbefLlle und abgelaufene Versicherungen ausbezablt, und an Dividenden kamen über 86 Millionen Mark an die Versicherten zur Rückvergütung.

Dem derzeitigen Versicherungsbestande steht ein Bankvermögen von 109 Millionen Mark gegenüber, worunter sich neben den rechnungsmäßigen Prämtenreserven Exttastcherheitsfonds in Höhe von 17V, Millionen Mark befinden.

Mit freudiger Genugthuung darf die Bank heute auf die ver- floffenen 4 Dezennien zurückblicken, und gerne geben wir dem Wunsche Ausdruck, daß ihr auch in der Zukunft eine gleich gedeihliche Weiter­entwickelung beschicken sein möge.

Technische Fortschritte.

Sicheres Mittel gegen das Rutschen der Leitern. Das Rutschen der Leitern hat bereits unzählige schwere und leichte Unfälle hervorgerufen, die zum weitaus größeren Theil halten ver­mieden werden können, wenn unter die platten Bäume kleine Tafeln von Kautschuk angeheftet worden wären. Schon im Jahre 1889 brachte dasLeipz. Tagebl." diese Mittheilung und sie wurde in anerkennenswerther Weise auch von zahlreichen Fachblättern weiter verbreitet, aber die Gleichgiltigkeit gegen solche nützliche und fast kostenlose Vorkehrungen ist zu tief eingewurzelt. Haben unten die Leiterbaume Platten aus Kautschuk angeheftet erhalten, so rutscht auf Holz, Glas, Stein, Asphalt, Cement ober Eisen die L iter nie; ebenso ist es im Hause beim Fensterputzen, Schilderreinigen, Thuren- waschen, Herunterholen von Gegenständen aus hohen Regalen ic. Im klebrigen muß natürlich bei allen besonders hohen Leitern die Anwendung eiserner Spitzen unten an den Leiterbäumen empfohlen werden.

Vekarmtmachmig.

Aufschrift der Postsendungen.

Zur Sicherung schneller Beförderung nnd VestelluaH der vostsendungen müffen auf denselben Empfänger und Bestimmung^ ort so genau bezeichnet sein, daß jeder llngewißhett vorgebeugt wird. Dabei find namentlich folgende Punkte zu beachten:

1. Bei Postsendungen nach größeren Orten ifi in der Anffchrist die Wohnung des Empfängers möglichst genau anzugeben. Auch ist eS von Wichtigkeit, daß die WohnungSangabe stet» an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten recht», unmittelbar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolge.

2. Auf den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer der Wohnung des Empfängers, der Postbeztrk (On Nn NO. k.), in welchem die Wohnung fich befindet, hinter der OrtSde- zeichnungBerlin* zu vermerken.

3. Gibt eS mit dem Bestimmungsorte gleich oder ähnlich lautende Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzlitH Bezeichnung beizufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Postverkehr als maßgebend anzusehen find, ergibt sich au» demVerzeichniß gleichnamiger oder ähnlich lautender Vost- orte*, das zum Preise von 10 Pf. durch Vermittlung jeder ReichS-Postanstalt bezogen werden kann.

4. Wenn der im Reichs-Postgebiet belegene Bestimmungsort zwar mit einer Postanstall versehen, deffenungeachtet aber nicht al» allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt eS fich, die Lage des Orts in der Aufschrift der Sendung noch de» Näheren zu bezeichnen. Zu derartigen Bezeichnungen eignet sich die Angabe des Staates und bei größeren Staaten des politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbezirk u. s. w.), in welchem der Bestimmungsort belegen ist, oder auch die Angabe von größeren Flüssen [(Ober), (Elbe), (Rheins, (Main) x.], ober von Gebirgen s(Harz), (Riesengebirge) tc] Nicht minbä find zusätzliche Bezeichnungen, wie ((Thüringen), (Altmark), «rc.1 für den Zweck geeignet.

tfenoungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außerdem eigentlichen Bestimmungsorte noch d i e j e n i g e P o st- anftalt anzugeben, von welcher aus die Bestellung der Sendung an den Empfänger bewirkt roerben bez. bie Abholung erfolgen soll.

6. Wenn ber Bestimmungsort einer Senbung in einem fremden Postgebiete belegen und zu den weniger bekannten Orten tu rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch das betreffend« Land bez. der Landestheil auf der Sendung anzugeben.

Die Beachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung einer schleunigen Ueberkunft der Sendungen an ven Empfänger wesentlich beitragen, und eS liegt daher im eigenen Interesse ber Absender, die Aufschriften der Saiblingen hiernach genau anzuferttgev.

Erstaunlich günstige Berichte haben über 1000 Professor« unb Aerzte über A. Flügges Myrrhen-Cröme *) bei ben verschieden« Hautleiden, Wunden aller Art, Geschwüren rc. rc. abgegeben und viele Aerzte Haden sich dahin aeäußert, daß derselbe die bisher gebräuchlich« Salben wie Vaseline, Glycerine, Zink, Bor, Carbol, Lanolin, Cold- cream rc. weit übertrifft. "Erhältlich in Dosen K Mk. 1. ober Tuben zu 50 Pf. in allen Apotheken.

*) Flügges Myrrhen - Creme ist ber patentirte ölige unb ver- bickte Auszug des Myrrhen-Harzes. 2211