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01/03/1894 Zweites Blatt
 
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leidliche Person, für welche mindestens für fünf Bcitrags- jahre Beirräge entrichtet worden sind, verstirbt, bevor sie in öcn Genuß einer Rente gelangt ist, den hinterlasienen vater­losen Kindern unter 15 Jahren ebenfalls ein Anspruch auf Erstattung der Hälfte der für die Verstorbene entrichteten Beiträge (alfo die Erstattung der gesammten von ihr ge­leisteten Beiträge) zusteht. In allen Fällen erfolgt die Rückerstattung nur auf Antrag und ist solcher gemäß § 95 des Gesetzes unter Beibringung der zur Begründung des Anspruchs dienenden Beweisstücke bei dem Vorstande derjenigen Ver­sicherungsanstalt, an welche zuletzt Beiträge entrichtet worden sind, zu unterbreiten. Bet weiblichen Personen, welche eine Ehe eingehen, muß der Anspruch auf Rückerstattung von Beiträgen binnen drei Monaten nach der Verheirathung geltend gemacht werden. Mit der Erstattung erlischt die durch das frühere Versicherungsverhältniß begründete Anwart­schaft. Wenn in- Todesfällen den Hinterbliebenen aus Anlaß des TodeS der oder des Versicherten auf Grund des Unfall­versicherungsgesetzes eine Rente gewährt wird, findet gemäß § 31 letzter Absatz des Gesetzes eine Rückerstattung von Beiträgen nicht statt. Hiermit haben wir die gesetzlichen Bestimmungen über die Rückerstattung der Beiträge berührt. In einem späteren Artikel wollen wir versuchen, zu erörtern, ob bei weiblichen Personen im Falle der Verheirathung die Aufhebung des Dersicherungsverhältniffes zweckdienlich erscheint, oder ob die Fortsetzung des Versicherungsverhältnisses denselben Vortheile gewährleistet.

** Die Viehabnahme im Großherzogthum Hessen gelangt in einem ausführlichen Artikel derDarmst. Ztg." zu ein­gehender Besprechung. Bekanntlich wurde am 1. December 1893 eine außerordentliche Zählung des Rindviehs und der Schweine im Deutschen Reiche vorgenommen, um den Einfluß Les landwirthschaftlichen Norhstands auf den Bestand dieser beiden wichtigsten Nutzviehgattungen festzustellen. Hiernach haben gegen 1892 die Rindviehbestände um 31667 Stück oder 9,8pCt., die Schweinebestände um 14029 Stück oder 5,7 pCt. abgenommen. Wenn man die im Jahre 1892 erfolgte Werthsermlttelung zu Grunde legt, so ergibt sich im ganzen Großherzogthum eine Werthverminderung von ca. 7 Millionen Mark für Rindvieh und ca. 0,8 Millionen Mark für Schweine, ganz abgesehen von der Entwerthung der Bestände, welche durch den außerordentlichen Rückgang des Ernährungszustandes und der Preise bedingt war. «Am stärksten sind die Viehbestände aller Kategorien in der Provinz Oberhessen reducirt worden, nämlich um 14,2 pCt. bei Rind­vieh und 10,8pCt. bei Schweinen. Die geringste Abnahme, und zwar 5,1 pCt. bei Rindvieh und 1,7 pCt. bei Schweinen, hat sich in der Provinz Starkenburg ergeben. Die Provinz Rheinhessen zeigt mit einer Abnahme von 7,5 pCt. bet Rindvieh und 1,8 pCt. bei Schweinen eine um weniges ungünstigere Situation, als die Provinz Starkenburg. Die stärkste Ab­nahme der Rtndviehbestände ist in denjenigen Kreisen zu ver­zeichnen, in welchen Zucht betrieben wird, während die Kreise mit vorwiegender Milchviehhaltung zum Zwecke der Milchversorgung der Städte die geringste Abnahme aufweisen. Bei den Schweinebeständen zeigt sich in jenen Kreisen, in welchen eine hervorragende Betheiligung an der Fleisch­versorgung der Städte, bezw. Volks- und verkehrsreicher Gegenden angenommen werden kann, eine zum Theil nicht unbedeutende Zunahme. Am stärksten ist diese in den Kreisen Bingen (6,9 pCt.) und Groß-Gerau (5,4 pCt.), geringer (2,6 pCt.) im Kreise Mainz, und am geringsten (nur l,l pCt.) im Kreise Offenbach. Diesen Zahlen stehen aber in den übrigen Kreisen, darunter in sämmtlichen Kreisen der Provinz Oberheffen, zum Theil sehr erhebliche Abnahmen gegenüber. Im Ganzen ergibt sich eine sehr empfindliche Schädigung des Wohlstands der ländlichen Bevölkerung gerade in den wirth- schastlich schwächsten Kreisen, welche mehrere Jahre fühlbar sein wird- denn gerade die starke Abnahme der Jungvieh- öestände läßt befürchten, daß die Einnahmen für verkauftes Vieh, wie für Erzeugnisse der Viehhaltung erhebliche Einbuße erleiden werden. Aber auch die Viehzucht unserer wichtigsten Zuchtgebiete (Vogelsberg) hat einen sehr schweren Schlag erhalten, und es wird demnächst vermehrter Anstrengungen bedürfen, um den Schaden wieder gut zu machen. Wenn von mancher Seite die allerdings zutreffende Behauptung auf­gestellt wird, es habe sich ein Läuterungsproceß vollzogen, indem die zu starken Diehstände reducirt und geringwertige Stücke aus den Heerden ausgeschieden worden seien, so ist dies doch nur ein schlechter Trost für die vielen leeren Kassen.

§ Von der Ohm, 26. Februar. Die Preise für das Rindfleisch steigen mit einem Mal ganz rabit. Nachdem das Pfund Rindfleisch den Winter über 50 Pfg. gekostet, stieg es in voriger Woche auf 52 Pfg. In dieser Woche nehmen die Metzger aber 55 Pfg. für das Pfund. Unsere Ansicht von dem Steigen der Rindsleischpreise hat sich mithin rasch bewahrheitet.

*0 Aus dem Kreise Alsfeld, 26. Februar. Die Holz­versteigerungen im östlichen Theil des Kreises ergeben eine bemerkenswerthe Preissteigerung des Nutzholzes, während das Brennholz auf gewöhnlicher Preisstufe verbleibt. Bei dem Nutzholz ist namentlich das Eichenholz hoch im Preise. So wurden zwei Raummeter Eichenwerkholz, meist von Glasern gekauft, mit 65 Mark bezahlt. Durchschnittlich galt der Raummeter dieser Holzsorte 2530 Mark. Eichenstämme kosteten pro Festmeter I. Qualität bis zu 60 Mk., II. Qualität 2030 Mk. Schwere Etchenstämme kamen je nach ihrem Inhalt von 35 Festmeter auf die Summe von 156 bis 250 Mk. Das ergiebt einen Preisausschlag gegen sonst von 1520 Mk. pro Festmeter. Von Fichtenstämmen kostete der Fcstmeter durchschnittlich 3032 Mark. Die Preise des Brennholzes sind für den Raummeter Buchenscheitholz 5,506,50 Mk., Eichenscheitholz 4,5012 Mk., Buchen­prügel 5 Mk., Eichenprügel 36 Mk., Buchenreisig 5060 Pfg., Kiesernstammreiser 2450 Pfg.

Mainz, 26. Februar. Der weithin berühmte Kölner Männergesangverein wird infolge einer Einladung der Stadt Zürich Mitte Mai in der Tonhalle dorten ein Concert veranstalten. Auf seiner Reise dahin wird der genannte Verein in einer Reihe von Städten wie Mainz, Neustadt, Stuttgart 2C. rc. Wohlthätigkeitsconcerte veranstalten. Für Mainz ist zu einem Concert der Samstag vor Pfingsten vorgesehen und weilte gestern der Vorstand des Männer­gesangvereins unserer rheinischen Schwesterstadt hier, um mit dem Vorstand der Mainzer Liedertafel die näheren Modali­täten des Concertes zu besprechen. Voraussichtlich werden in dem Concert die gefeierte Altistin Fräulein Charlotte Huhn und Concerlme.ister Barre mitwirken. Ob das Concert in dem Concerthaus der Liedertafel oder in derStadthalle" stattfindet, ist noch unbestimmt. Der berüchtigte Bank- notenfäls'cher Frank aus Thorn, der zuletzt in Amsterdam ein Restaurant betrieb und von dorten wegen Verausgabung gefälschter 100- und 300-Guldennoten steckbrieflich verfolgt worden ist, wurde am Samstag in einem hiesigen Hotel verhaftet. Ein in Gesellschaft des Frank befind­liches Frauenzimmer, angeblich dessen Frau, wurde mit verhaftet. Beide werden den holländischen Behörden aus- geliefert.

Vermischtes.

* Arbeiterfürsorge. Einen sehr rühmenswerthen Beitrag zur Lösung der Wohnungsfrage hat die Königliche Eisenbahn« Direction zu Hannover mit der Gründung ihres Arbeiter­heims in Leinhausen gegeben. Nach acht verschiedenen Modellen gebaut, finden sich hier, in mehreren Straßen vertheilt, von freundlichen Gärtchen umgeben, etwa 60 bis 70 Häuser, die meisten zu zwei, einige zu vier Wohnungen eingerichtet, von denen jede ihren besonderen Eingang hat. Jede Wohnung hat mindestens 2 Stuben, 2 Kammern, Küche, Keller, Boden­raum und Stallung für 1 oder 2 Ziegen. Die Direction vermiethet diese Wohnungen, welche einen überaus sauberen und freundlichen Eindruck machen, an ihre Arbeiter und Be­amten, von denen die ersteren eine Miethe von 120 bis 165 Mark, die Beamten für ihre etwas geräumigeren Woh­nungen bis 200 Mark zu entrichten haben, während in der Stadt Hannover für eine beschränktere Wohnung, welcher obenein der große Vortheil der freien und gesunden Lage abgehen würde, mindestens derselbe, meist wohl ein weit höherer Miethzins würde gezahlt werden müssen. Um jedoch die hohen Vorzüge der geschilderten Wohnungen nicht illusorisch zu machen, hat die Direction nicht bloß den Arbeitern selbst freie Fahrt zu und von der Arbeitsstätte in Hannover ge­währt- sie räumt dieselbe Vergünstigung auch den Schul­kindern ein, welche anstatt der am Orte selbst belegenen Schule eine solche in Hannover besuchen- endlich bewilligt sie auch den Insassen der Arbeiterwohnungen freie Eisenbahn­fahrt zur Kirche.

* Das älteste Gasthaus in Deoschlaud. Die Stadt Adorf in Sachsen besitzt das älteste Gasthaus in Deutschland. Dort befindet sich auf dem Markte der GasthofZum Löwen", welcher nachweislich feit dem Jahre 1440 bis heute ununter­brochen in dem Besitze der Familie Klarner gewesen ist.

* Vom Kaserueuhof. Unteroffizier:Wenn Ihr Euch den Pferden von hinten nähert, so müßt Ihr ihnen immer etwas zurufen, sonst schlagen sie Euch auf Eure dicken Schädel, und das Ende vom Liede ist wir haben schließlich lauter lahme Pferde in der Schwadron!

* Meteorologisches aus der Küche. Die junge Hausfrau, die in ihrem sparsamen Sinne auch Mitglied des Consum- vereins ist, wurde so erzählt das.Wiener Fremdenbl." vor drei Wochen, als sie ihre Köchin um anderthalb Kilo Seefische ausschickte, durch die Hiobspost überrascht:Sturm in den nördlichen Meeren daher diese Woche keine See­fische." Dieser meteorologische Küchenapparat hat sich in der vorletzten und letzten Woche wiederholt. Das Fischmenu für den Freitag bereitete der Hausfrau daher nicht geringe Sorge. Sie begab sich selbst zur Filiale des Consumvereins und las nun mit eigenen Augen die großgedruckte Anzeige:Sturm in den nördlichen Meeren daher usw." Aber die Dame ist nicht umsonst höhere Tochter gewesen! Sie hat Kennt­nisse in der höheren Geographie mit in den heiligen Ehestand hinübergenommen. Mit diesen ausgerüstet, trat sie in das Verkaufslocal und wandte sich an einen der Angestellten mit der Frage, warum noch immer keine Seefische zu haben wären. Dieser zuckle bedauernd mit den Achseln und sagte: Sturm in den nördlichen Meeren daher usw."Das weiß ich schon," antwortete ärgerlich die junge Hausfrau. Was geht uns Frauen der Sturm in den nördlichen Meeren an? Warum decken Sie nicht Ihren Bedarf aus dem--

Stillen Ocean?"

Eine nothwendige Reform in der land- wirthfchaftlichen Production.

Die übermäßige und wahrscheinlich dauernde Concurrenz des Auslandes auf dem Getreidemarkte hat die Preise für die wichtigsten Brodsrüchte derartig herabgedruckt, daß sich wohl schon die meisten Landwtrthe die Frage vorgelegt haben, ob sie nicht besser die Getreide- production einschränken und mit größerem Nachdruck sich auf eine andere Art der landwirthschaftlichen Production legen wurden. In begünstigten Gegenden, die sich für Gemüse- oder Rübenbau eignen ober wo die Nähe einer größeren Stadt den Mtlchverkauf in großen Meng?n erleichtert, bietet sich die Gelegenheit für eine entsprechende Umwandlung in der bisherigen Production leicht, aber auch für alle deutschen Landwtrthe predigt die Statistik der Viehzucht und Wer Vieh- und Fletschetnfuhr eine wirthschastliche Wahrheit, die allgemeine Beachtung verdient. Wie die Statistik des vei flossenen Jahrzehntes nachweist, ist nämlich nur die Schafzucht wegen der niedrigen Wollpreise und der erschwerten Ausfuhr deutscher Mast- Hammel enorm zurückgegangen, dagegen ist aber die Zahl des vorzugs­weise zu Ernährungszwecken gehaltenen Viehes, also der Kühe, der Schweine und der Ziegen colossal gestiegen; so ist die Anzahl der Kühe in Deutschland in den letzten zehn Jahren um nahezu zwei Millionen (von 15 786 764 auf 17 496 696 Stück) gewachsen, die Zahl der Schweine wuchs sogar um fast drei Millionen Stück (von 9 206 000 auf rund 12065 000), und sogar die Zahl der Ziegen hat sich um fast eine halbe Million Stück (von 2 601 000 auf 3 077 000) ver­

mehrt. Daraus geht doch ganz deutlich hervor, daß sich die Ver­mehrung der Viehzucht bezüglich der Milch, Butter, Fleisch und Fett gebenden Viehrassen gelohnt hat, denn sonst würde eine solche große Vermehrung nicht eingetreten sein. Rechnen wir aber nun vor allen Dingen noch mit der Thatsache, daß trotz dieser großen Ver­mehrung der Milch-, Butter-, Käse- und Fleischproduction in der Landwirthschast der Bedarf der deutschen Nation an diesen wichtigen Nahrungsmitteln nicht gedeckt wird, sondern daß an Rindern, Schweinen, Schafen zu Lebensmittelzwecken, ferner am Geflügel, Eiern, Schmalz, Butter, Talg, Käse und ausgeschlachtetem Fleisch ungefähr jährlich für 400 Millionen Mark eingeführt wird, fo ergiebt sich daraus der Nachweis, daß die deutschen Landwtrthe zu ihrem Vortheile noch weiter die Viehzucht, die Milch-, Butter-, Käse-, Eier- und Fleischproduction steigern und den Köinerbau zu Gunsten eines ergiebigeren Futterbaues noch etwas einschrävken mussm. Dabei kommt vor allen Dingen noch die Thatsache in Betracht, daß fast Alles, was an Fleisch und Fleischthieren vom Auslande nach Deutschland gebracht wird, in der Qualität nicht fo gut und schmackhaft wie deutsche Maare ist, also in dieser H'nsicht bte Vieh­zucht Deutschlanbs eine natürliche Ueberlegenheit besitzt.

Das Vorkommen von Viehseuchen in Hessen

während des Monats Januar 1894.

Milzbrand wurde festgestellt in Fauerbach v. d. H. und Melbach, Kreis Friedberg, am 15. und 20. und in Laubenheim, Kreis Mainz, am 19. Januar bei je einem crepirten Rinde. In Mainz wurde am 17. und in Worms am 27. Januar je ein geschlachteter Ochse als milzbrandoerdächtig erklärt.

Die Maul- und Klauenseuche ist erloschen in Hammel­bach, Kreis Heppenheim, und in Flomborn und Dietesheim, Kreis Alzey.

Die Seuche wurde festgestellt und war am Schlüsse des Monats wieder erloschen in Münster, Kreis Dieburg, und bei einem Schlacht­viehtransport in Offenbach.

Die Seuche wurde festgestellt und herrschte am Schluffe des Monats noch fort in Ober-Erlenbach und Melbach, Kreis Friedberg und in Obernheim, Kreis Alzey.

Die Räube gilt als vorhanben unter den Schafen in. Reiskirchen, Wteseck und Rödgen, Kreis Gießen, in Fauerbach, Ortenberg und Illnhausen, Kreis Büdingen, in Wölfersheim und Ober Erlenbach,. Kreis Friedberg, und in Steinberg, Hartmanns^ Hain und Nieder - Seemen, Kreis Schotten.

CUaeatut unb ICnttfi.

Eine sinnige Jubiläumsgabe widmen die Herausgeber voi Meyer- Volksbüchern den Freunden dieser Sammlung des Besten aus allen Literaturen, indem sie auf die Nummer 1001 den Beginn einer Auswahl aus der schönsten morgenländischen Märchensammlung: Tausendundeine Nacht, verlegten. Einschließlich dieser Nummer bilden die folgenden bis Nr. 1004 den ersten Band und die Nummern 1005 bis 1008 den zweiten Band dieser Märchen­auswahl, durch deren Aufnahme in die Meyersche Volksbibliothel dem großen Publikum Gelegenheit geboten ist, ein Lieblingsbuch von Jung und Alt zu einem erstaunlich geringen Preis zu erwerben Im Gegensatz zu diesen durch orientalisch üppige Phantasie ausge- zeichneten Märchen stehen die schlichten, ächt deutschen, gemüthstiefen Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grtmm(Nr. 1009 bi§ 1011). Wie sie dürfte jetzt auch die gewaltige, erschütternde Trilogie Friedrich Hebbels, Die Nibelungen, ein Trauerspiel in drei Abtheilungen (Nr. 1012 bis 1014), in der billigen Ausgabe eine Gemeingut des deutschen Volkes werden Nr. 1017 bis 1018 der neuen Folge von Meyers Volksbüchern bieten in Spittas Psalter und Harfe, geistliche Lieder, dem nach religiöser Erbauung ver­langenden Gemüth ein ebenso sinniges wie dichterisch schönes Geschenk Den vielen Anhängern Brehms und seiner unvergleichlichen, anziehenden und fesselnden Schilderungen aus dem Thterleben wird der Jnhali der in sich abgeschlossenen Bändchen 1015: Die Säugeihiere und 1016: Die Vögel, welche je einenBlick auf das Leben der Gesammthettt der beiden großen Thiergruppen darbieten, außerordentlich willkommen sein. Die Nr. 1019: M. Mendheim, Hauffs Leben und Werke, und 1020: A. Schullerus, Gellerts Leben und Werke, eröffnen eine Reihe von Biographien unserer Eiassiker, die in den wetteren Serien der Sammlung von Meyers Volksbüchern planmäßig sort- gesetzt werden soll. Meyers Volksbücher verdienen in Wahrheit die Beachtung weitester Kreise, denn sie bieten auch dem weniger Bemittelten durch den überraschend billigen Preis (jede Nummer kostet in handlichem Taschenformat, geheftet und beschnitten, nur lOPfg.) die Möglichkeit, sich an den unvergeßlichen Geistesschätzen aller Kultur­nationen zu erfreuen. Interessenten können ein Verzeichntß über den Inhalt der vorher erschienenen 1000 Nummern kostenlos durch jede Buchhandlung oder auch birect von der Verlagshandlung, dem Bibliographischen Institut in Leipzig und Wien, beziehen.

verarmtmachnug.

Aufschrift ber Postsendungen.

J8er Sicherung schneller Beförderung und vestellunv der vostsendmrgen müssen auf denselben Empfänger und Bestimmung»» ort so genau bezeichnet sein, daß jeder Ungewißheit vorgebeugt wird. Dabei find namentlich folgende Punkte zu beachten:

1. Bei Postsendungen nach größeren Orten ist tu der Aufschrift die Wohnung des Empfängers möglichst genau anzugeben. Auch ist es von Wichtigkeit, daß die WohnungSangabe stell an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten recht», unmittelbar unter der Angabe des Bestimmungsorte», erfolge

2. Auf den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer der Wohnung des Empfängers, der Postbezirk (0., N., NO. rc.), in welchem die Wohnung sich befindet, hinter der Ortsbe:- »etchnungBerlin* zu vermerken.

3. Gibt e» mit dem Bestimmungsorte gleich oder ähnlich lautende Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeichnung beizufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Postverkehr al» maßgebend anzusehen sind, ergibt sich auk demVerzeichniß gleichnamiger ober ähnlich lautender Post orte*, das zum Preise von 10 Pf. durch Vermittlung jeder ReichS-Postanstalt bezogen werden kann.

4. Wenn der im Retchs-Postgebiet belegene Bestimmungsort zwar mit einer Postanstalt versehen, dessenungeachtet aber nicht olv allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt eS fich, dis Lage des Orts in der Aufschrift der Sendung noch des Näheren zu bezeichnen. Zu derartigen Bezeichnungen eigner sich die Angabe des Staates und bei größeren Staaten des polittschm Bezirks (Provinz, Regierungsbezirk u. f. w.), in welchem der Bestimmungsort belegen ist, ober auch die Angabe von größeren Flüssen s(Oder), (Elbe), (Rhein), (Main)rc.j,. oder von Gebirgen s(Harz), (Riesengebirge) rc.) Nicht minder find zusätzliche Bezeichnungen, wie ((Thüringen), (Altmark). Mjc.1 für den Zweck geeignet.

isendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer dem eigentlichen Bestimmungsorte noch d i e j e n i ae P o st- anstatt anzugeben, von welcher aus die Bestellung der Sendung an den Empfänger bewirkt werden dez. die Abholung erfolgen soll.

6. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung in einem fremden Postgebiete belegen und zu den weniger bekannten Orten »v rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch das betreffend Land bez. der Landestheil auf der Sendung anzugeben.

Die Beachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung eine:: schleunigen Ueberkunst der Sendungen an den Empfänger wesentlich beitragen, und eS liegt daher im eigenen Interesse der Absender di« Aufschriften der Sendungev hiernach genau anzufertigen.