Ausgabe 
31.5.1893 Erstes Blatt
 
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Seine Majestät der Kaiser beim Empfang des serbischen Spez'algesandten Oberst Pantelitsch geäußert haben:Schnei« diges Unternehmen jungen König-, dem meine vollen Sym- vathieen gehören- da- hat alle- geklappt wie auf dem Exer- zierfelde." Dieser Nachricht gegenüber kann dieKölnische Zeitung" feststellen, daß sich Seine Majestät der Kaiser weder dem Sinne noch den Worten nach in solcher oder ähnlicher 2Bcue ausgesprochen hat.

Washington, 29. Mai. Reuter-Meldung. DemSun" zufolge äußerte der Consul der Bereinigten Staaten in Ehina, Herr Ashton, China habe den StaatSsecretär Gresham benachrichtigt, daß alle Beziehungen zur Union ab­gebrochen und alle in China weilenden Amerikaner aus­gewiesen werden würden, falls in den Ver. Staaten Maß­nahmen zur Ausführung des Gesetzes, betr. die Ausweisung der ntchtregistrirten Chinesen, ergriffen werden sollten. Der Handelsverkehr beider Länder würde gleichfalls aufhören.

Petersburg, 29. Mai. Der Kaiser von Rußland und die kaiserliche Familie ist gestern Abend von Moskau nach Petersburg abgereist. Die Blätter veröffent­lichen die Worte, die der Kaiser an die Deputationen, die ihn in Moskau begrüßten, richtete; sie berühren nicht die Politik.

Depeschen de- Bureau ,Herold".

Berlin, 29. Mai. DerReichsanzeiger" meldet, das provisorische Handelsabkommen Deutschlands mit Spanien werde bis zum 30. Juni verlängert.

Berlin, 29. Mai. Im kaiserlichen Gesundheitsamt ist die ReichS-Choleracommission unter Hinzuziehung auswärtiger ordentlicher Mitglieder des Gesundheitsamtes zu einer Tagung zusammengetretcn.

Berlin, 30. Mai. Die Interpellation des Grafen Douglas über die Maßnahmen der Regierung gegen die Cholera wurde von der heutigen Tagesordnung des Ab­geordnetenhauses abgesetzt, weil der Cultusminister an derI Verhandlung nicht theilnehmen kann. Die Interpellation wird daher bis zur Rückkehr deffelben vertagt.

Köln, 29. Mai. Soeben explodirte in der auf der I Hohestraße belegenen Apotheke ein Benzinballon und richtete | »urchtbare Verwüstungen an. Der Besitzer und dessen Ehe- | frau wurden angeblich schwer verletzt und ins Hospital über­wiesen. Scherben von großen Spiegelscheiben bedeckten die | Straßen. Das Unglück wurde durch Unvorsichtigkeit eines | Laufburschen verursacht, der mit einem brennenden Licht dem Ballon zu nahe kam.

Pest, 29. Mai.Pesti Naplo" erfährt aus angeblich zuverlässiger Quelle, Rußland lasse die Berliner Signatar­mächte eben vertraulich sondiren über die Einberufung einer europäischen Conferenz nach Konstantinopel. Ausgabe der Conferenz sei die Lösung der bulgarischen Fürsten- frage in Gemäßheit des Berliner Vertrages. Der Gewährs­mann desPesti Naplo" fügt hinzu, die in der vorgestrigen Ansprache des österreichischen Kaisers zum Ausdruck gebrachte Friedenszuversicht lasse es als ausgeschlossen erscheinen, daß Rußland bei diesem Schritt an eine kriegerische Lösung denke.

Prag, 29. Mai. In einer gestern abgehaltenen Volks­versammlung, in welcher über die Propaganda für das allgemeine Stimmrecht berathen wurde, erhoben, als der Referent das Verhalten der Jungczechen tadelte, diese einen großen Lärm, welcher in eine Schlägerei ausartete. Die Versammlung wurde hieraus polizeilich ausgelöst.

Darmstadt, 30. Mai, 12 Uhr Mittags. Der Groß- Herzog von Baden ist soeben hier eingetroffen. Der Großherzog, Prinz Wilhelm, die gesammte Generalität, das Staatsministerium und der Bürgermeister waren zum Em­pfange anwesend. Das 115. Regiment stellte die Ehren- compagnic. Der Großherzog von Baden und Großherzog Ernst Ludwig fuhren unter Führung der Leib-Escadron des 23. Dragonerregiments zum Großh. Palais unter Hochrufen des Publikums. Die Stadt ist festlich geschmückt.

Cocafci rrnö provinzieller.

«letzen, 30. Mai 1893.

Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 1. Juni 1893, Nachmittags 4 Uhr: 1. Die Errichtung eines Backsteinhäuschens im Neustädter Feld Seitens des Wilhelm Reuschling von Heuchelheim. 2. Gesuch deö Carl Wallenfels II. um Herrichtung einer Gartenhütte am Hamm. 3. Die Verlegung eines Fluth- grabens im Neustädterfeld und Verwerthung eines überflüssig werdenden Grabentheilö. 4. Gesuch des Peter Leppla um Concession zum Ausschank von Cognac und Liqueuren im Hause SelterSweg 85. 5. DeSgl. des Johannes Seipel um Concession zum Wirthschaftöbetrieb im Hause Frankfurter- straße 62. 6. DeSgl. der Dorothea, Peter Jmmel Ehefrau für die LiebigShöhe. 7. Desgl. deS Jacob Horn für daS HauS Brandgasse 8.

** Ehrung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog Ernst Ludwig hat auf deßfallsigeS Nachsuchen das Protec- torat über den Verband Freiwilliger Feuerwehren im Groß- herzogthum übernommen, und dem Vorsitzenden desselben, Branddtrector Justus in Darmstadt, in einem Cabinetsschreiben seine volle Anerkennung für die segensreiche Thätigkeit deS Verbandes sowie seiner einzelnen Glieder au-gesprochen und zugleich die besten Wünsche für da- fernere Gedeihen der freiwilligen Wehren seine- Landes kundgegeben.

** Die gestern Abend im Saale deS Cafv Leib ab- gehaltene 34. ordentliche Generalversammlung der «ewerbebank war von ca. 90 Mitgliedern besucht. Der Vorsitzende des AufsichtSrathS, Herr PH. Uhl, widmete nach einigen geschäft­lichen Mittheilungen dem im Laufe des Geschäftsjahres ver­storbenen langjährigen Vorsitzenden deS AufsichkSraths, Herrit Honstein, einen ehrenden Nachruf, an dessen Schluß er die Erschienenen bat, sich zum Andenken an den Verstorbenen zu

erheben. Herr Uhl erstattete daraus den Rechenschaftsbericht, | wie solcher durch Sonderabdruck bereit- imGießener An­zeiger" veröffentlicht wurde. Nach einem ebenfalls von Herrn Uhl vorgetragenen Bericht über den Stand de- Genossen­schaftswesen- in Deutschland ist dasselbe fortwährend in erfru- lichem Zuwachs begriffen. Bei der darauffolgenden Ersatz wähl von sechs Mitgliedern des AufsichtSrathS wurden die satzung-gemäß auSscheidenden Herren Spenglermeitler C. A. Faber mit 86 Stimmen, Oeconom Loui- Flett mit 80 St., Rentner August Noll I. mit 75 St., Weißbinder­meister und Grubenbesitzer Loui- Petri II. mit 83 St., Kaufmann Carl Wenzel mit 79 Stimmen wieder-, Schuh- I machermeister Wilh. Herbert mit 51 Stimmen neugewählt. | Hierbei ist zu bemerken, daß Herr P h. Uhl im Geschäfts- bericht irrthümlich als aus dem AufsichtSrathe ausscheidend aufgeführt wurde, während derselbe noch ein Jahr in dem­selben zu verbleiben hat. Da Herr Hanftein erst in zwei Jahren aus dem AufsichtSrathe auszuscheiden harte, so wurde durch daS LooS bestimmt, welches der neu-, bett), wieder­gewählten AufsichtsrathSmitglieder an Stelle des Herrn Han- stein zu treten hat; daS LooS siel auf Herrn Spenglermeister Faber. Dem vom Vorstände beantragten Ausschlüsse von sechs Mitgliedern, welche theilS die Bürgen geschädigt, theilS mit ihren Mitgliederbeiträgen im Rückstände waren, stimmte die Versammlung zu. Nachdem die JahreSrechnung und Bilanz als richtig befunden worden, wurde dem Vorstande und dem AufsichtSrathe Decharge ertheilt. Betreffs 93er» theilung des Reingewinnes wurde dem Vorschläge des Auf- sichtsrathes entsprechend beschlossen, den Reingewinn von 20,144 Mk. 45 Pfg. wie folgt zu vertheilen: 6 Procent Dividende auf den Betrag der am 31. December 1891 ein» gezahlt gewesenen Geschästsantbeile von 230,461 vollen Mark mit Mk. 13,827.66, dem Reservefonds zu überweisen Mk. 3286 79 Pfg., dem Beamten- und Pensionsfonds zuzuweisen 3000 Mk.

** Heute Vormittag fiel ein gelinder Regen. Ob der­selbe den Anfang zu weiteren, allgemein gewünschten und nothwendigen Niederschlägen darstellt, bleibt abzuwarten. Gegen Mittag klärte sich der Himmel wieder etwas, auch ist die Luft kühler geworden.

** Verlängerte Gültigkeit der Rückfahrkarten. Der Badischen Correspondenz" zufolge nahm die ständige Tarif­commission der deutschen Eisenbahnverwaltungen den Antrag Bayerns auf allgemeine Einführung von Rückfahrkarten mit zehntägiger Dauer an und wird einen dahin­gehenden Vorschlag der Generalversammlung der deutschen Eisenbahnverwaltungen unterbreiten.

** Urknndenkraft einer kaufmännischen Rechnung. In einer Strafprozeßsache ist kürzlich entschieden worden, daß eine kaufmännische Rechnung eine Urkunde im Sinne des Gesetzes ist. Der Empfänger einer Rechnung hatte von letzterer die Fußnote abgeschnitten, um sich der Bedingung, welche die Fußnote enthielt, zu entziehen. Die Angelegen­heit kam vor das Gericht, welches den Betreffenden wegen Urkundenfälschung zu drei Monaten Gefängniß, 150 Mk. Geldstrafe und in die Kosten verurtheilte.

** Frachtbriefformulare. Die vorn ReichS-Eisenbahnamt im October v. I. erlassenen Bestimmungen, wodurch für die deutschen Eisenbahn-Frachtbriefe ein stärkere-., haltbares Schreibpapier vorgeschrieben wurde, haben zur Folge gehabt, daß bei der Versendung von Frachtbrief-Duplicaten mit der Post wegen der größeren Schwere des Frachtbriespapiers nicht mehr so umfängliche briefliche Mittheilungen beigefügt werden konnten wie früher, wenn nicht das Gewicht des einfachen Briefes überschritten werden sollte. Um dem abzuhelfen, hat das Reichs-Eisenbahnamt für Frachtbrief Duplicate, bei denen es auf Widerstandsfähigkeit des Papiers weniger ankommt, als bei den durch zahlreiche, oft rauhe Hände- gehenden Original-Frachtbriefen, jene Bestimmungen bis auf Weiteres außer Anwendung gesetzt und die Beschaffenheit deS Schreib- Papiers freigegeben.

** Die Viehzählung vom 1. December 1892 hat für unser Großherzogthum, im Vergleich mit der Zählung vorn 10. Januar 1883, ein nicht unerhebliches Anwachsen des Gesammtviehstandeö ergeben, indem die Zahl der Pferde von I 47 546 auf 52449, des Rindviehes von 290 105 auf 320 670, der Schweine von 162920 auf 245 868 und des Ziegenviehs von 93636 auf 115 069, der Bienenstöcke von 32 095 auf I 32512 gestiegen ist. Bei dem Schasvieh ist indessen ein Rückgang von 101 663 auf 90 939 zu verzeichnen - auch die Zahl der Maulthiere und Maulesel ist von 22 auf 10, die der Esel von 265 auf 102 gesunken. In einzelnen Kreisen ist der biedere Esel sogar ganz verschwunden.

-d- Lollar, 29. Mai. In den vollbesetzten Localitätc i des GasthausesZum Schwan" fand heute Abend eine vom nationalliberalenWahlcomitee einberufene Wähler- Versammlung statt, in der der Kandidat, Gutspächter Mei­ne rt, sein Programm entwickelte. Die Versammlung hörte mit allseitig sichtbarem Interesse auf die Auseinandersetzungen de- genannten Herrn, die sich hauptsächlich auf dem Gebiete der Wirthschafts- und Socialgesetzgebungspolitik, sowie der geplanten Heeresvermehrung bewegten. Nach dem Candidaten ergriff einer der mitgekommenen Gießener Herren daS Wort, beleuchtete die wichtigste Frage unsere- diesmaligen Wahl­kampfes, die militärische, nach verschiedenen Richtungen unter Hinweis auf die eigenen und die von manchen der Anwesenden im großen Kriege gewonnenen Erfahrungen und schloß mit einem warmen Appell an den patriotischen Sinn der Wähler. Die Anfrage eines der Anwesenden, die zweijährige Dienst­zeit betreffend, wurde von dem Candidaten zur Befriedigung de- Fragenden beantwortet, worauf d e Versammlung nach : einem Hoch auf Kaiser und Großherzog geschlossen wurde. ! Diesem folgten noch die Absingung eines patriotischen Liedes und ein Hoch auf den Candidaten. Fehlten auch in der viel- 1 köpfigen Versammlung die Gegner nicht, so stand doch ersichtlich ! die weit überwiegende Zahl den Ausführungen der Redner zu-

stimmend gegenüber. Wir können nicht schließen, ohne lobend die gute Haltung hervorzuheben, welche die Lollarer Bevölkerung auch jetzt wieder bewies, sowie die allbekannte gewandte Leitung der Verhandlungen durch Herrn Feller.

-ck. Aus dem WUhlkreiS GietzenRidda. 29. Mai. (Ver­spätet.) In Grünberg fand gestern Rachm'itag unter dem Vorsitz des Herrn KreiSbaumeifterS schnitzel eine recht zahlreich besuchte Versammlung der nationalliberalen Partei statt, in welcher der Candibot der Partei für den hiesigen Wahlkreis, Herr Gutspächter E. Meinen an- KonradSdorf, sich der Versammlung vorstellte und sein Pro­gramm entwickelte. In seiner von Bcliall begleiteten Rede führte er auS, daß er voll und ganz für die Weh. Hastigkeit deS deutschen Vaterlandes einzutreten gewillt fei, da alle Kosten der Mehrforderung nicht im Ei tserntesten mit den Opfern eines unglücklichen Kriege- verglichen werden könnten, müßten doch noch heute Ortschaften im Wahlkreis Opfer, durch KciegSkoften im An'ang unsere- Jahrhundert- entstanden, auf­bringen. Herr Meinen will die Mehrkosten für die Heeres- Verstärkung aber nicht durch eine Besteuerung von Bter und Branntwein gedeckt wissen, sondern durch eine progressive Besteuerung des höheren E nkommeiiS, sowie eine bessere Besteuerung der besitzenden Klaffen überhaupt. Besonder- betonte ferner Herr Meinen, daß er die Interessen der Land­wirt hschaft und de- Handwerkerstände- nach besten Kräften vertreten werde und daß er ein entschiedener Gegner aller Monopole sei. Nachdem Herr Meinen noch die Vortheile der zweijährigen Dienstzeit, den Ausbau der socialen Gesetz­gebung, die Besteuerung der Börsengeschäfte und die strenge Bestrafung deS Wucher- bargtlegt, schloß er seine Ausführungen, von lebhafter Zustimmung begleitet. In markigen Werten legte h'ernach noch einmal Herr LandgerichtSrath Schäfer von Gießen die Wichtigkeit der HeereSverstärkung und da» pflichtgemäße Aufbringen der hierdurch entstehenden Mehrkosten durch die besitzenden Klassen der Versammlung in eindring­licher Weise auseinander und empfahl auf- Wärmste die Candidatur des Herrn Meinen. Mit einem begeistert auf genommenen Hoch auf Kaiser und Großherzog schloß der Vorsitzende die ohne jede Störung verlaufene erste Wahlver­sammlung. Gegen Abend hielt die nationalliberale Partei m Ruppertenrod noch eine Versammlung ab, die gleichfalls stark besucht war. Auch hier fanden die AuSsührungen deS Herrn Meinert und der übrigen Redner Beifall. Die An­sichten für die nationalliberale Partei dürfen im Allgemeinen al- günstig bezeichnet werden, während der Antisemitismus gegen die vorige Wahlcampagne entschieden im Rückgang be­griffen ist.

N. Nidda, 29. Mai. Gestern Abend von 8 Ubr an fand eine zahlreich besuchte antisemiti sche Wahlver­sammlung im Kraft'schen Garten dahier statt. Herr Rc dacteur G. vomReichsherold" in Marburg trat al- Haupt­redner auf und entwickelte die antisemitischen Grundsätze, wobei cs nicht an Ausfällen auf andere Parteien fehlte. Es waren Zuhörer zu Fuß und zv Wagen aus der Umgegend erschienen, welche mit ihren hiesigen Parteifreunden den ge­räumigen Garten anfüllten. Bekanntlich ist unser Städtchen gut antisemitisch gesinnt, daher erklärt sich der zahlreiche Be­such der Versammlung. ES mochte wohl Mitternacht vor­über fein, als sich die letzten auswärtigen Besucher auf den Heimweg machten. Besondere Leistuugen und Vorkommnisse sind feine zu verzeichnen.

Darmstadt. 29. Mai. Am SamStag Nachmittag ift nach langem Leiden der weit und breit bekannte Wachtmeister bei 5. Batterie deS Gr Hess. Feit-Artillerie-Regiment- Nr 25 (Gr. Artillcne-Corps), Anton Seng, im 53. Lebensjahre dahier verstorben. Wachtmeister Seng, welcher zu Wisselsheim, Kr. Friedberg, geboren, trat am 1. April 1861 bei borge nanntem Regimente ein und diente in demselben ununterbrochen bis Anfang dieses Monats, also 32 Jahre 1 Monat. Anfang dieses Monats war derselbe infolge eine» unheilbaren Leiden» gelungen, in den Ruhestand zu treten, welcher dem p finit- eifrigen, langjährigen Unteroffizier nur für wen ge Tage ge­gönnt war. Der Dahingeschiedene machte während feiner langjährigen Milttärdienstzeit die Feldzüge 1866 und 1870 71 mit und wurde für seine Pflichttreue mit zahlreichen Orden und Ehrenzeichen becorirt. Mit dem Dahingeschiedenen ist einer der ältesten Unteroffiziere der Gr. Hess. (25.) Division abgegangen.

Main;, 27. Mai. Die Kirschentran Sporte au» Baden und der Pfalz auf den Strecken der Hessischeti Lud- ttsig-bahn nach dem Niederrhein und Norddeutschland haben begonnen und befinden sich bei jedem Zuge etliche Wagen mit Kirschen beloben. Seit gestern werden sogar Estrazüge mit Kirschen von Monsheim nach Bingen über Alzey gefahren- diese Kirschen kommen zumeist von Grünstadt.

Mainz. 29. Mai. Da der Rhein in den letzten Tagen merklich gestiegen ist, fahren jetzt die großen SalonbooteDeutscher Kaiser" undWilhelm, Kaiser und König", die bisher nur zwischen Köln und St. Goar ver­kehren konnten, wieder birect hierher durch, was die Frequenz des Rheinreisevetkehrs nicht unwesentlich erhöht. Im Allge­meinen ist, seit die WasserstandSverhältniffe sich zum Besseren gewendet, der Verkehr auf dem Rhein ein sehr lebhafter ge­worden. Sowohl zu Berg wie zu Thal gehen munterbrodien große Schlcppzüge, die seither wegen dem niederen Wasser in ihrem Fortgang behindert waren. In der Kannegießer- schen Br:quettSfabrik auf der Gustav bürg stürzten gestern in Folge des starken Wasserdrucks und Senkung eines Thctles der Fabrikgebäude zwei große Wasserreservoir- zu­sammen. Durch die entströmenden Wassermassen wurden zwei Arbeiter in die Gefahr de» Ertrinken- gebracht, doch wurden dieselben durch rasche Hilfe noch gerettet.

Mainz, 27. Mai. 'Die Bürgermeisterei richtet an die Bevölkerung einen Ausruf, worin sie ersucht, den Fr ob n» leichnamStag (1. Juni), der ausschließlich für die Katho­liken ein Feiertag ist, wie der Chatfreitag für die Protestanten, ebenfalls als Feiertag zu bebanbeln. Der gegenwärtige Zu­stand fei unhaltbar und der einzig mögliche Weg zu dessen

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