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30.9.1893 Erstes Blatt
 
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♦♦ Sur Durstige. DieW. Ztg." schreibt: Der Ernte, fegen dieses JahreS bietet uns vor Allem eine Menge trink- baren Stoffes in edlem Rebensaft und dies wird für Alle, die es angeht, eine Quelle wenn auch nicht ewiger, so doch vieler Freuden werden. Allein die Bierbrauer werden an dieser Freudenquelle wohl nur insoweit theilnehmen, als sie selbst Consumenten sind, und obwohl wir in dieser Beziehung durchaus nicht geringschätzig urtheilen, so dürfte doch in dem Bterconsum selbst sich eine wesentliche Abnahme herauSstelleu. Denn der Biertrinker wird wohl öfters zumguten Reuen'' gehen und auch der Aepfelwein wird in diesem Jahre durch Quantität und, wie Kenner behaupten, auch durch Qualität in die Eoncurrenz eintreten. Wenn es aber wahr ist, was uns Leute sagen, die eS wissen können, nämlich, daß das Bier in guten Aepfelweinjahren auch besser geworden ist, so wollen wir trotz unseres SkepticismuS doch vertrauensvoll in die Zukunft sehen.

+ Au« dem Rabeaauer Grunde, 26. September. DaS Winner Erntefest am verflossenen Sonntag im Walde bei Nordecken hat, vom Wetter begünstigt, unter großer Be- theiligung aus der Nähe und Ferne einen überaus schönen und gesegneten Verlauf genommen. Ss war eine Versamm­lung, wie wir sie noch selten gesehen haben die Menge der Hörer, unter welchen wir auch die Nordecker Herrschaften bemerkten, hat ohne Zweifel die Tausend weit überschritten. ES predigten die Herren Pfarrer Vogel auS Beuern und Aßmann in Dreihausen. Die Gemeindelieder wurden von Posaunen begleitet- auch der neugebildete Nordecker Gesangverein, von Herrn Lehrer Wilhelm geleitet, trug sehr zur Erhöhung der Feier und zur Verschönerung des Festes bet. DaS Winner Erntefest ist in den letzten Jahren mehr und mehr zu einem echt kirchlichen Volksfeste geworden und zu einem Sammel­punkte (wie das auch von dem ersten Feftprediger hervor- gehoben wurde) für die Ernstgerichteten diesieit» und jenseits der kurhessischen Grenzpfähle. Wir zweifeln nicht, daß eS den Bemühungen des derzeitigen Geistlichen von Winnen- Nordeck gelingen wird, die Entwickelung dieses für das religiös- kirchliche Leben unserer hiesigen Bevölkerung so bedeutsamen Festes m denselben Bahnen, wie seither, so auch ferner zu erhalten und weüerzuleiten.

-n. Ulrichsteia, 27. September. Man ist zuweilen ge- aeigt, unser reizend gelegenes Städtchen al» eine An Sibirien hiozustellen, was aber nicht zntrifft, denn die diesjährigen

richtet an das Andenken jenes Mannes, der die edelste Ver­körperung der tyrolischen Volksseele war, der gleich groß im Glücke wie im Unglück, ein Held im Stege wie im Tode, in all seinem Handeln keinem anderen Gebote als dem der un­beugsamen Pflichterfüllung, keinen anderen Gefühlen als jenen der treuesten Liebe zu Kaiser und Vaterland gefolgt ist. ES war ein Bedürfniß meines Herzens, zu diesem Feste in daS Land zu kommen, auf daß sich der Dank de» Fürsten mit jenem des Volkes vereine. Ein Wahrzeichen aus TyrolS schwersten, aber ruhmreichsten Tagen, wird dieses Denkmal in die Gegenwart und die fernere Zukunft ragen ein Bürge dessen, daß die Tugenden der großen Ahnen auch in den Herzen der Enkel mit ihrem Andenken weiterleben. Mit Freude sehe ich bei diesem Anlasse mein geliebtes Volk von Throl und Voralberg pietätvoll und begeistert von wahrem Patriotismus und durchdrungen von den traditionellen Ge­sinnungen jener unerschütterlichen Treue, welche gleich meinen Vorfahren auch ich von frühester Jugend an zu erwerben . Gelegenheit hatte. Und nun möge die Umhüllung deS Denk­mals fallen." Auf den Wink deS Kaisers fielen die Hüllen des Denkmals unter den Salven der Ehrencompagnie und dreier Batterien.

CocaUs unb provinj

Gießen. 29. September 1893.

Sitzung deS Schwurgerichts der Prnvinz Lderheßen I vom 28. September 1893. Zur Verhandlung kam die I Strafsache gegen Adam Türk von Düdelsheim wegen I Verbrechens gegen die Sittlichkeit. Die Anklage vertrat der I Großh. Gerichts-Assessor Herr Koch, vertheid gt wurde der I Angeklagte von Herrn Rechtsanwalt Dr. Gursleisch, als I Geschworene wurden ausgeloost die Herren Heinrich KaSpar I., I Martin Hammel, Ludwig Horst, Friedrich Fenchel II., I Johannes Becker VL, Conrad Eckstein, Karl Damm, Johannes I Groh VL, Johann Schäfer IL, Johann Heinrich Scharch, Rudolf Nöggerarh und Ludwig Kopp. Der Fuhrmann Adam I Türk von Düdelsheim ist eines Versuchs des Verbrechens I gegen § 177 deS Strafgesetzbuchs angeklagt und fand die I Verhandlung gegen denselben unter Ausschluß der Oeffent- I Hdjfcit statt. Nachdem die Geschworenen die ihnen vorgelegte I Schuldfrage unter Zubilligung mildernder Umstände bejaht I hatten, wurde der Angeklagte in eine Gefängnißstrafe von I einem Jahre nebst Kosten verurtheilt.

I ** Lbstbau in Gießen. Die geehrten Leser dieses Blattes, I speziell Qbstzüchter und Qbstfreunde, wollen nicht versäumen, die im Schaufenster des Herrn E. G. Kl ein denn, Bahn- Hofstraße 59, ausgelegten selbftgezogenen Früchte deS Herrn Carl Wenzel hier zu besichtigen. Herrn Wenzel, der als tüchtiger Qbstzüchter bekannt, wachen auch diese sehr schönen Exemplare der feinsten Sorten alle Ehre.

' ** Da»haupttreffea am 22. September 1893". Diese

Ueberschrift trägt ein im Laden des Herrn Friseur Gerhardt ausgestelltes kleines Gruppenbild, darstellend die Theilnehmer an der heute vor acht Tagen unternommenen Partie in daS Manövergelände. Trotzdem vom Manöver so gut wie nichts gesehen wurde, macht sich auf den Gesichtern der durchgängig gutGetroffenen" der Humor geltend. Ob dazu daS im Hintergründe thronende Fäßchen mit seinemtrefflichen" Stoff beigetragen odertreffende" Witze daS ihrige gethan die Theilnehmer an diesem Treffen werden eS schon wissen.

** Anerkennung. Auf Grund der von den Aufsicht-- behörden erstatteten Berichte hat Großh. Ministerium des Innern und der Justiz l.Darmst. Zig." den nachbenannten Standesbeamten für ihre Geschäftsführung im Laufe des Jahres 1891 eine belobende Anerkennung er- theilt: In der Provinz Starkenburg den Standes­beamten der Stanbesamtsbezirke Harpertshausen, Harres­hausen, Rain Breitenbach- in der Provinz Oberhessen den Standesbeamten der Standesamtsbezirke Burg - Gemünden Dorn-Assenheim, Nieder-Weisel, Rainrod, Rendel, Rohrbach, und in der Provinz Rheinhessen den Standesbeamten der Standesamtsbezirke Gundheim, Köngernheim, Lörzweiler und Schornsheim.

forderlich und für Photographische Anstalten wurden 5 Stund«, Arbeitszeit, die auf die Mittagszeit zu legen ist, für genügend erachtet. Für Molkereien und Wasserversorgungsanstalt« wurden besondere Beschlüsse nicht gefaßt.

Zwingenberg, 27. September. Da» Mostgeschäft war ein so reges, daß schon am SamStag sämmtlicher Mail verkauft war. SS ist dies ein Beweis, daß man in Händler- und Consumenlenkreisen die hervorragende Güte deS dies­jährigen Gewächses zu schätzen weiß.

Beerfelden, 22. September. Die Biehmärkte, welche von Seiten der Intendantur de» 15. Armeecorp» zu Straß­burg gestern und heute dahier abgehalten wurden, hatte« einen vollständigen Mißerfolg.

Bom Main, 27. September. Der im Mainthale mit seinem überreichen Obftsegen erhoffte Zuzug auswäniger Kaufliebhaber von Kelter- und Tafelobst ist leider bi» jetzt nicht eingetreten. Der Grund dieser seltsamen Erscheinung liegt wohl in der Thatsache, daß eben Kelterobst allenthalben massenhaft angeboten wird und die ftemden Händler selten auf feinere- Obst reflectiren. Die Landwirthe ziehen de-halb vor, ihren Obftsegen lieber selbst zu keltern und sich einen angenehmen HauStrunk zu verschaffen, al» ihr Obst zu Schleuderpreisen abzusetzen. Die Preise sind von 4,50 ML per Doppelcentner auf 3 Mk. gesunken. Dabei befürchtet man immer noch weitere Preisrückgänge.

eufflimag einer sondetbaren Erschein»» Au- Mainz wird geschrieben: Seit Jahren machten die hiefigen Schlächtermeister die Wahrnehmung, daß von den beim Eio- pöckeln verwendeten Fleischstückeu einzelne, besonder» Schinken, in Verwesung übergingen, während andere Schinken au» der-

Ro«, 29. September. Das von Brasilien zurückgekehrte PacketbootCarlo" ist am Lazareth zu Asinara eingetroffen. Dasselbe hatte während der Ueberfahrt 144 Choleratodte. Gegenwärtig sind 17 Kranke an Bord.

Stockholm, 29. September. Kaiser Wilhelm ist gestern Abend 6 Uhr in Gothenburg eingetroffen.

Depeschen de- BureauHerold".

Berlin, 28. September. Die Berathungen des Zoll- beiraths wurden heute im Reichstagsgebäude fortgesetzt. Man hofft, daß dieselben heute Nachmittag beendigt werden können.

Berlin, 28. September. Es heißt, daß Zweifel bestehen, ob die Ergebnisse der steuertechnischen Verhandlungen bezüglich der Weinsteuerfrage gesetzgeberisch verwerthbar seien. Die Schwierigkeiten sollen namentlich auS den finanziellen Sonderinteressen der Weinsteuer erhebenden Bundesstaaten entspringen.

Berlin, 28. September. DemReichsanzeiger" zufolge sind heute iu Hamburg vier Neuerkrankungen und ein Todes­fall an Cholera, in Cuxhaven zwei Todesfälle, in Altona jwei Erkrankungen, in Bodenwerder eine und in Kirchborgum eine tödtliche Erkrankung erfolgt.

Berlin, 28. September. Amtlich wird mitgetheilt, daß tn vergangener Nacht eine Frau, welche unter cholera- verdächtigen Symptomen erkrankt war, eingeltefert wurde.

Berlin, 28. September. DerRetchsanzeiger" ver­öffentlicht eine Bekanntmachung, betreffend die Anwendung der vertragsmäßig bestehenden Zollbefreiungen und Zollermäßigungen auf die spanischen Boden- und In- ; duftrieerzeugnisse.

Thorn, 28. September. In einer gestrigen Dolksver- tammlung wurde nach dem Bortrage des Antisemiten Leuß über Judenmacht und Judenfurcht ein Deutsch-social er Reformverein gegründet.

Graz, 28. September. In Oberlaibach wurde der kaiserliche Adler auf verschiedenen Schildern der kaiser­lichen Gebäude beschmutzt.

Barcelona, 28. September. Das Befinden des bei dem I Attentat verletzten Generals Martinez Campos hat sich I in dieser Nacht bedeutend verschlimmert.

Nüsse, verschiedenes Obst und Blumenkohl zeichnen fis durch großen Wohlgeschmack ans. Bei un» mtt nur «rntejcit verhälmißmäßig später ein, als sonst. Gegeruoärti. und die Leute zum Theil noch mit Einbringung der ©mt- beschäftigt. Wie in anderen Orten der Provinz zeigt sich auch bei uns, speziell in Urner-Seibertenro d. Kinderwürgengel, die Diphtheriris. Daß eine fol^ Krankbeit verschleppt wird und die Ansteckung immer wen^ um sich greift, wollen die Leute durchaus nicht glauben. $ behaupten steif und fest: DaS dem Menschen beschieden ck ereilt ihn, er mag etwa» dazu oder davon thun, eS hilft doch nichts. Auch die LeichenfchmSuse werden noch geholte» weil behauptet wird, eS käme Denjenigen, die die Schmäoje nicht halten, lediglich auf daS Geld an. Um nicht üt diei« Verdacht zu kommen, halten die Leute den FlannertS, selbst wenn eine Ansteckung riSktrt wird. Merkwürdig ist t» unserer Gegend, was die Leute für eine Stuben Hitze am. halten können. Fenster und Thüren öffnet man nur e äußersten Nothfalle, schließt sie aber sogleich wieder. fiy ein Kranker Fieberhitze, fo wird er über und über zugrd^ und eingepützelt, denn er könnte sich sonst erkälten und de» Rathlaus kriegen, meinen die Leute bei uns. Nur schv<7 können sie sich entschließen, kalte Umschläge oder kalte Bätet anzuwenden. ES werden oft Vorträge über Getreide- «t Obstbau, Viehzucht, Wiesenanlagen, Fütterungsmethoden M dergleichen mehr gehalten. In vielen Gegenden de» Bogt!». bergS könnten sich Diejenigen ein großes verdienst um du Menschen erwerben, welche Vorträge über GesundbettSlehre, Kinderpflege, Körperbehandlung und ähnliche Dinge halte» wollten, denn die Leute stehen vielfach noch auf denjemge» Standpunkten, auf denen ihre Urgroßväter vor Hunden Jahre, gestanden haben.

Bad-Nauheim, 28. September. Bei der Wahl männer- wähl erhielten Bürgermeister Wörner 116, Beigeordneter Grünewald 112, die Gemeinderäthe E- F. Geberinger 113, P"er Stoll II. 113 und Friedr. Wilh. Schmidt 34 Stimmen.' Dte auf Gemeinderath Theodor Andrea» gefallenen 76 Slimme- "ußten für ungültig erklärt werden, weil in Folge eine, unterlaufenen Versehens der Name desselben in den Wahl- acten nicht enthalten war. Sämmtliche Dahlmänner werdet- (wie schon angedeutet) den bisherigen Vertreter de» IL Ober- hessischen Wahlbezirks, Gutsbesitzer Weith von Nieder-Voll stadt, wählen. Dem Vernehmen nach ist außer dem dts- ! herigen Vertreter noch Landwirth W. Bär von Herrnh^ als Candidat der Deutschen Reformpartei aufgestillr.

D. Ztg.

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ein, zwet Jahrzehnten schon die Anfänge der Verwitterung zeigt. Den schwedischen Granit hat man wiederholten Druck­proben unterworfen und gefunden, daß er bei einer Belastung eines Cubikcentimeters mit 1000 biß 1100 Kilogramm schon bricht, indeß der deutsche 1500 bis 2000 Kilogramm zu tragen vermag.

Das sind einfache Thatsachen- man muß sie aber da sagen, wo sie gehört werden sollen. Bewohner im Oberland müssen geflissentlich davon unterrichtet werden- nicht minder die Bewohner des deutschen und außerdeutschen Nieder» land es. DaS kann aber nicht der Einzelne, weder der In- dustrielle noch der Gelehrte, selbst nicht die gesammte Presse. DaS kann nur ein Verein, der die Interessen der ober- deutschen Stein-Jndu st rie geflissentlich in's Auge faßt.

Man beginnt bereits auf anderen Gebieten zur Förde­rung von Gewerbe und Handel Museen zu gründen, die den Interessenten öffentlich zeigen, was zur Ein- und Ausfuhr sich eignet. Man versuche dies auch mit den Steinen- man ordne in jeder LandeS-Hauptstadt solche Stein-Museen an und bestelle kundige Männer, die im Sinne der Jndu- striellen thätig sind. Man bestelle in den niederdeutschen, in ben holländischen, belgischen Städten Agenten, welche dort gerade so wirken, wie die belgischen und französischen Agenten seit zwanzig Jahren in allen Städten von Ober- und Nieder- Deutschland eS thun.

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Propheten- so muß der Prophet zum B e r g gehen." DaS Sprichwor, gut In (einet Industrie mehr, wie in dem Stein. Handwerk. Der Landmann draußen wehrt sich nicht so sehr gegen den öffentlichen Markt, wie der Steinwerkbesitzer. Die fremden Stein-Industriellen, die Franzosen, Belgier, Schwe den haben daß Sprichwort umgekehrt und ganze Berge von Sandstein, Marmor, Granit bereits zu uns getragen, indeß u^ere schönen Gesteine, gleich indiichen Pagoden, der Anbetung aus der Ferne harren. Es will unß dünken, mit Murren und Schmollen ziehen wir die Fremden nicht zu unserer Industrie. ES bleibt dem Berg keine Wahl: will er wirklich mobil werdens dann muß er zu dem Propheten schreiten!

Offenbach, 26. September. Unter dem Vorsitz de» Herrn KreiSrath Haas fand heute eine Sitzung be» Gefammt- gewerbegerichts für den Landbezirk des Kreise« Crfen- bach statt, um über die Erstattung eines von Grobherzogliche« Ministerium des Innern und der Justiz geforderten Gat- achtens über die Ausdehnung der Bestimmungen Über dir Sonntagsruhe auf die industriell e T h ä t i g k e i t Beschluß zu fassen. Es waren im Ganzen 83 Beisitzer (38 Arbeitgeber und 45 Arbeitnehmer) erschienen. Es wurde einstimmig anerkannt, daß Ausnahmen von dem ">edoi der Sonntagsruhe für andere als die in der Uebersicht aufgefülirien Gewerbe nicht nöthig erscheinen. Auf die einzelnen Gewerbe- betriebe übergihend, wurde die Freigabe der Badeanstalten während des ganzen Sonntags, da der Arbeiter nur an diesem Tage die Wohlthat eine» Bades genießen könne, gut- geheißen, dagegen soll den Bediensteten dieser Anstalten gleich denjenigen in den Kunst- und Handelsgärtnereien 1 bejro. V» Wochentag hierfür freizugeben fein. Die Bäckereien sind von Samstag Nacht 12 Uhr bis Sonntag Morgen 9 Uhr frei* zugeben, die Regierung soll jedoch ersucht werden, da« weitere be­züglich dieses Gewerbebetriebs gesammelte Material dem-ttst nochmals dem Gefammtgewerbegericht zur Beschlußfassung öeuc- legen. Eine Freigabe des Friseur- und Barbiergewerbe» to Mittags 2 Uhr wurde für erforderlich erachtet, dagegen für Bierbrauereien eine SonntagSarbeit nicht für nöthig gefunden. Für ZeitungS- und sonstige Druckereien soll bei dringend« Arbeiten an Sonntagen durch Freigabe genügend Rechnung getragen werden. Bezüglich de» Fleischergewerbes würbe beschlossen, daß nur die unter da» Handelsgewerbe fallend« Arbeiten an Sonntagen verrichtet werden dürfen. Bezüglich der Mineralwasserfabrikation erscheinen Ausnahmen nicht er

* Aufhebung bet Plahgebuhr? So allmählich scheint man doch den massenhaften Petitionen für>A uf h ebun g d e'r Platzgebühr in den Schnellzügen Rechnung tragen -u wollen. Nach einer Bekanntmachung der Frankfurter Eisenbahndirection werden vom 1. October ab in die Berlin- Frankfurter Schnellzüge 5 und 6, die über Thüringen gehen, Durchgangswagen 1. und 2. Klasse eingestellt, von denen je emer tm Zuge mit Wirthschastsraum versehen ist. Für diese Züge find die bekannten Platzkarten erforderlich. Aus der Strecke Franksurt-Bebra werden jedoch auch gewöhnliche Wagen 1., 2. und 3. Klasse mitgesührt, für deren Benutzung Platzkarten nicht gelöst zu werden brauchen.

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