Pari», 28. Juli. AuS Algerien werden von verschiedene« Orten heftige Erdbeben gemeldet, infolge deren die Einwohnerschaft auf freiem Felde campirt.
London, 29. Juli. Wie aus Somerset gemeldet wird, feiern auf sechs Zechen 1300 Arbeiter. In P o n t e- fraet freiten alle Arbeiter, in Lecdo 20,000 Mann. In Nottingham und Aschtanunda legten 23,000 Mann die Arbeit nieder.
London, 29. Juli. In Birma werden Unruhen befürchtet. Seit den letzten Vorgängen in Siam herrscht dort große Erregung.
London, 28. Juli. Den Einwohnern von Bangkok ist jetzt die Eröffnung der Blokade mitgetheilt- der französische Ministerresident Pavie hat die Stadt verlaffen und ist mit den Schiffen aus dem Hafen gefahren. Man erwartet für die nächste Woche einen Angriff der Franzosen auf Bangkok.
Sardiff, 29. Juli. Die Arbeiter beschlossen, keinen außerfahrplanmäßigen Kohlenzug während des Ausstandes zu verladen.
Glasgow, 28. Juli. Die schottischen Arbeiter beschloffen, nur an vier Wochentagen zu arbeiten und sich zum Ausstand vorzubereiten.
Rotterdam, 28. Juli. Eine israelitische Capitalisten- Gruppe hat eine in der Nordsee gelegene Insel angekauft, um daselbst eine Colonie für russische Auswanderer zu errichten.
Kopeahagea, 28. Juli. Das Kriegsministerium beabsichtigt dem Vernehmen nach zum Herbst eine allgemeine Mobilisirung der Armee, um zu erproben, in wie kurzer Zeit diese im Kriegsfälle um Kopenhagen concentrirr werden kann.
Nevyork, 28. Juli. Die Hitze ist hier gestern auf 96° Fahrenheit (281/a° Reaumur) gestiegen; die Todesfälle durch Sonnenstiche mehren sich.
Bangkok, 28. Juli. Die siamesische Regierung überreichte eine Note, worin sie erklärt, sie wünsche den Frieden mit Frankreich. — Die fremden Vertreter glauben, wenn England nicht interveniere, nehme Frankreich die äußersten Maßregeln an. — Für die ersten Augusttage erwartet man einen Angriff auf Bangkok. Die französischen Kriegsschiffe haben 5000 Mann an Bord. Die allgemeine Meinung geht dahin, Frankreich wolle ganz Siam annectieren.
Localer mt6 Provinzieller.
Gießen, 29. Juli 1893.
• * * Wahl zum Gewerbegericht. Bei der gestrigen Wahl von Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Beisitzern zum Gewerbegericht ging, wie dies wohl vorauszusehen war, die vom Gewerbeverein aufgestellte, von der nationalliberalen und freisinnigen Partei unterstützte Liste der Arbeitgeber durch. DaS ebenfalls ziemlich sicher voraus- zusehende Ergebniß der Wahl der Arbeitnehmer war, daß die Liste der von der socialdemokratischen Arbeiterpartei aufgestellten Candidaten auch glatt durch ging. Arbeitgeber waren von dieser Partei nicht aufgestellt worden. Die Namen der Gewählten sind aus der im Jnseratentheil der vorliegenden Nummer befindlichen Bekanntmachung der Bürgermeisterei zu ersehen.
* * Ernannt wurden die provisorischen Gymnasiallehrer Dr. Rudolf Becker und Friedrich Fleischhauer zu Darmstadt zu Lehrern an dem Ludwig-Georg. Gymnasium daselbst, der provisorische Gymnasiallehrer Dr. Otto Seip zu Worms zum Lehrer an -bem Gymnasium und der Realschule daselbst, der provisorische Realgymnasiallehrer Theodor Schaumann zu Gießen zum Lehrer an dem Realgymnasium und der Realschule daselbst und der provisorische Reallehrer Dr. Philipp Brückel zu Darmstadt zum Lehrer an der Realschule daselbst.
• * Patent.Ertheilungen an im Großherzogthum Hessen wohnende Erfinder. Formmaschine: Eisenwerk Hirzenhain, H. R. Buderus in Hirzenhain, vom 9. März 1893 ab. — Zweitheiliger Ofenrost zur Reinigung des Feuers von Schlacke: C. Buderus in Gießen, vom 19. Juni 1892 ab.
* * Regatta und Regen scheinen für Gießen schier untrennbare Begriffe zu sein. Der diesjährige Regattatermin will seine Vorgänger in 1882 und 1892 allem Anscheine nach noch übertrumpfen, denn schon seit Freitag früh fällt ohne jede Unterbrechung ein durchdringender, regelrechter Landregen, welcher die Aussichten auf rege Betheiligung der Einwohnerschaft an dem interessanten Sportfest leider sehr beeinträchtigt. Die Wettfahrten finden selbstverständlich zu den im Programm vorgeschrtebenen Zeiten pünktlich statt, denn die Wassersportleute sind Wind und Wetter gewöhnt und rudern am Ende lieber bei bewölktem Himmel, wenn es sein muß mit etwas kühlendem Regen, als bei strahlender Sonne- daö Wirlhschafts- und Finanz-ComitS der Regatta dagegen soll auS gewissen Gründen der strahlenden Sonne den Vorzug geben. Vielleicht hat Jupiter pluvius noch in letzter Stunde ein Einsehen und macht der Regatta zu Liebe eine sonntägliche Pause. Zahlreiche Boote wie auch einige Mannschaften der fremden Vereine sind gestern bereits eingetroffen, auch das Daimler - Motor. Boot passierte auf einem Wagen der Ketten • Brauerei gestern Nachmittag die Bahnhofstraße und ankert bereits am Regattaplatze. Die baulichen Vorbereitungen sind - wenn schon der Regen deren Fertigstellung gestern sehr beeinträchtigte - soweit vollendet, e« fehlt, wie gesagt, zum gänzlichen Gelingen nur noch ein sonniger Sonntag, möge ein solcher den Ruderern be- Wert sein!
* * Berichtigung. In dem Bericht über die in Alsfeld gehaltenen Vorträge des Oberhessischen GeschichtS- verein» haben sich verschiedene bedauerliche Druckfehler eingeschlichen. So muß es auf Zeile 21/22 heißen: „hoch- schätzbares Material" (statt hochgeschätztes). Ferner auf Seite 32: Ihr Name „AdeleSseld" ist al» „Feld deS
Adalo" (nicht des Adels) zu erklären. Schließlich ist Zeile 54 anstatt: „an die Spitze der genannten städtischen Verwaltung" zu setzen: „an die Spitze der gesummten städtischen Verwaltung."
Neuerungen im Eisenbahnbetrieb. Am Mittwoch Nachmittag 3 Uhr 44 Min. traf auf hiesiger Station ein auS Hannover abgelaffener Sonderpersonenzug 1. u. 2. Klasse hier ein. ES sollten mit dem Zuge, der in Schnellzugsgeschwindigkeit fuhr, Proben mit den neuen vierachsigen durchgehenden Personenwagen (Salonwagen) gemacht werden und nahmen deßhalb an der Fahrt höhere Betriebe beamte rc. Theil. Der Zug bestand aus einem mit Uebergangsbrücke zu dem folgenden Wagen versehenen Packwagen, zwei vierachsigen Wagen für Nichtraucher, einem vierachfigen Wagen für Raucher und einem Eilgutwagen als Schlußwagen. Je nach Ausfall der Probe sollen aus derartigen Zügen in Zukunft die Schnellzüge 1. u. 2. Klasse gebildet werden. Auch ist beabsichtigt, die Bahnsteigsperre noch weiter auSzudehnen. Es sollen nämlich in Zukunft bei den Zügen keine Schaffner mehr sein, vielmehr die Fahrkarten schon auf dem Bahnsteig abgenommen bezw. durchlocht werden. Es wird demnach das Fahrpersonal außer Locomotivführer und Heizer nur noch aus dem Zugführer, einem Packmeister und den nöthigen Bremsern bestehen, welch letztere beim Halten der Züge die Wagenthüren zu öffnen haben.
* * Berzeichniß der Gießener Jahrmärkte für 1894. a. Viehmärkte: am 15. und 16. Januar, 5., 6. und 19. Februar, 5. und 6. März, 8. October. b. Di eh- und Krämermärkte: am 26. und 27. März, 23. und 24. April, 7., 8., 21. und 22. Mai, 25. und 26. Juni, 9., 10., 23. und 24. Juli, 13. und 14. August, 3., 4., 24. und 25. September, 29. und 30. October, 19. und 20. November, 10. und 11. December.
* * Der Getreidemarkt. Der einheimische Getreidemarkt stand in der abgelaufenen Berichtswoche vorwiegend unter dem Eindrücke der amtlichen Petersburger Nachricht, der zu Folge der russische Maximaltarif am 1. August in Kraft treten wird. Die Meldung hat auf fast allen Getreideplätzen einen erheblichen Preisaufschlag für Roggen, Weizen und namentlich für Hafer bewirkt, was beweist, daß die Specu- lation mit dem Scheitern der deutsch - russischen Handelsvertrags-Unterhandlungen infolge des Inkrafttretens des Maximalzolltarifs rechnet- freilich könnte sich diese Rechnung noch in letzter Stunde leicht als falsch erweisen. Einstweilen befindet sich aber der Getreidemarkt wieder in einer frischen Haussebewegung, zu welcher auch die jüngsten Preissteigerungen auf dem amerikanischen Markte das ihrige beitragen- die Berichte über das verhältnißmäßig günstige Erntewetter vermögen da bis auf Weiteres keinen merkbaren Druck auszuüben. Notirungen von der Berliner Productenbörse: Roggen per 1000 Kilogramm von 138—148 Mk., Weizen von 154—168 Mk., Hafer von 172—191 Mk., Gerste von 125—170 Mk.
Rockenberg. 25. Juli. Bei der hiesigen Bürgermeisterwahl wurde Bürgermeister Wolf mit großer Majorität wiedergewählt.
F. Aus dem tireife Friedberg. 28. Juli. Zu Anfang Juni, als die Kartoffeln, Bohnen, Gurken und andere zarte Plauzen durch einen Spätfrost hart geschädigt wurden, sprach der „Gießener Anzeiger" die Ansicht aus: Das Jahr 1893 zeige dem Landwirthe die Witterung mit allen Chikanen und erschwere die Erzeugung und Einerntung der landwirth- schastlichen Producte in hohem Grade. Jener Ausspruch bewahrheitet sich in der That einen vollen Monat später, denn wir sind auS einer Periode hochgradiger Dürre nach und nach in eine Periode übergroßer Feuchtigkeit eingetreten, welche anfängt, recht ungünstig auf die Getreideernte und die damit verbundenen Arbeiten cinzuwirken. Unsere Halmfrüchte sind fast alle geschnitten, selbst mit dem Hafer hat man schon eifrig begonnen. ES ist eine große Seltenheit bei uns, daß der Wind schon im Juli über die Haferstoppeln geht. Dieser Fruchtgattung schadet es nichts, wenn sie beregnet wird, denn sie ist hart und fest. Dagegen leiden Gerste und Weizen entschieden Noth. Der heutige Tag ist ein Regentag im übelsten Sinne des Wortes- die Wolken gehen niedrig, ein ununterbrochener Regen riefelt herab und dabei ist es empfindlich kühl. Seither rechnete man darauf, daß die Halmfrüchte, welche dünn standen, wenigstens durch Gewicht und feine Qualität den Ausfall decken würden. Das schlechte Erntewetter verdirbt die gute Qualität mit jedem Tage mehr. Das Jahr 1893 wird manchem Bauer in üblem Andenken bleiben. Was die übrigen landwirthschaftlichen Producte anbetrifft, so sind Gras, Klee, Dickwurzeln, Zuckerrüben und Gemüse recht schön weiter vorgegangen. Alle diese Gewächse hätten aber sehr wohl Feuchtigkeit bis Mitte August genug. Für die Spätkartoffeln ist daS rauhe, naßkalte Wetter nicht erwünscht, sie haben noch nicht genug angesetzt, der Stengel ist noch sehr weich und es könnte daher, bei langanhaltender Nässe, Mißgeschick entstehen. Am meisten profitiren noch Klee, Gras, Rüben und Dickwurzeln von dem nassen Wetter, weil diese Gewächse eine bedeutende Fähigkeit zur Aufnahme von Feuchtigkeit besitzen. — Die Preise deS Rindviehes, sowie diejenigen von Kuh-, Rind- und Ochsenfleisch haben in den letzten Wochen lebhaft angezogen. Die besseren FutterauSsichten haben hier einen Umschwung hervorgcrufen. Dagegen weichen die Schweinepreise, besonders bei Ferkeln, Läufern und Springern langsam. Die Preise stiegen im Frühjahre, weil die Landleute noch große Massen alter Kartoffeln hatten, welche fast unverkäuflich waren. Diese Kartoffelmassen wurden am Besten durch Fütterung in Schweinefleisch umgewandelt. Jetzt zeigt c» sich, daß die Kartoffeln wahrscheinlich hochpreisig werden, die Derfütterung an die Schweine wird darum unlucrativ, man schafft daher die überflüssigen Thiere ab, wie es im Juni bei dem Rind- Vieh geschah. — Im Frucht handel ist eS noch sehr ruhig. Am ersten wird nach Hafer gefragt, der einen wahren RiesenpreiS, 19 bis 20 Mark, erreicht hat. Wir rathen den
Landwirthen dringend, geschrotenen Mais mir den Pferden zu füttern, der ein treffliches Futter ist.
nn. Darmstadt, 27. Juli. 21. Mittelrheinisches Turnseft zu Darmstadt. Darmstadt steht nunmehr voll und ganz unter dem Eindruck de» Turnfeste». Während sich in der Stadt tausende von fleißigen Händen regen, um derselben ein würdiges Festgewand zum Empfang der Turner und Festgäste zu geben, und während aus allen Bleich- und Trockenplätzen der Feststaat unserer Damenwelt in duftigem Weiß hergerichtet wird, befinden sich die EinKlauSschüsse deS ganzen Feftcomitss in fieberhafter Thätigkeit, auch ihrerseits Alles aufzubieten, um ein Gelingen deS Ganzen zu sichern. Daß dies nicht leicht war, beweist die Thatfache, daß zum Feste bereits über 3000 Turner gemeldet sind, von denen mindestens 2000 quartiert werden. Der WohnungSauSfchuß hat sich dieser Aufgabe glänzend entledigt und zunächst iärnrntliche Wettturner und Wettfechter fammt den Preisrichtern in guten Privatquartieren untergebracht, während d e übrigen in gut eingerichteten Massenquartieren Unterkunft finden werden. Gestern Abend fand ein großer Fest- (Sommers der vereinigten Darmstädter Turnerschaft in der Festhalle statt. Dieselbe ist nunmehr vollkommen fertig geschmückt und macht mit ihrer imposanten Größe und prachtvollen electrischen Beleuchtung einen geradezu Überwältigenden Eindruck. Um 9 Uhr wurde die Festkneipe, zu der sich wohl über 2000 Turner und Tumfreunde, sowie der gelammte Festausschuß in der Festhalle eingefunden batten, durch den Redewart Anspach eröffnet. Der erste Sprecher der Tum- gemeinde Darmstadt und Vorsitzender deS Fest-Ausschusses, Professor Dr. Louis Büchner, begrüßte die Erschienenen und dankte den Ausschüssen für ihre hingebende Thätigkeit. Insbesondere aber zollte er den Bewohnern von Darmstadt herzlichen Dank für das opferbereite Eintreten bei der Geld- und Quartierfrage. Sein Hoch galt dem Gelingen deS 21. Mittelrheinifchcn KreiSturnfefteS. Unter den Klängen der Capelle dc» MusikdirectorS Engel und dem Absingen von Turnliedern trat sehr bald die richtige Feststimmung ein und als unser Dialectdichter, Lehrer Schaffnit, seinen „Heiner auf der Weltausstellung zu Chicago" vortrug, kam diese vollends zum Durchbruch. Ihm folgten Mitglieder deS Gesangvereins „Humanitas", Schauspieler Rupp, Sänger Schaiic-t und Andere mit herrlichen Darbietungen. E» war lange nach Mitternacht, als die Feftkneipe mit einem Hoch auf Darmstadt und die Turner geschlossen wurde. Heute Abend findet in der Festhalle die Hauptprobe der sämmtlichen beim Fest mitwirkenden Gesangvereine statt.
Mainz, 28. Juli. Der vor 14 Tagen wegen Verausgabung werthloser und gefälschter Dollarnoten in einem hiesigen Hotel verhaftete Gauner, der angeblich Levi heißt und aus Brüssel stammen soll, wird jetzt von den Sicherheitsbehörden einer ganzen Reihe von Städten redamin, in welchen er die gleichen Betrügereien mit Erfolg verübt. So von Straßburg, Karlsruhe, Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen, Frankfurt und Darmstadt. Der Gauner hatte es hauptsächlich auf die Oberkellner in Hotels abgesehen, die er dadurch täuschte, daß er erst echte Banknoten wechseln ließ und dann später beim Begleichen seiner Hotelrechnung werth- lose Scheine zum Vorschein brachte. — Die gegen den Capellmeister Kern vom 118 Jnf.-Regm. wegen Majestätsbeleidigung eingeleitete Untersuchung hat noch für eine ganze Reihe van Militärpersonen strasgerichtliche Folgen. Die angebliche Majestätsbeleidigung ist nämlich schon vor längerer Zeit gelegentlich der letztjährigen Manöver in einem auswärtigen Quartier geschehen und wird nun sowohl gegen den Denunciant als gegen die übrigen in der Untersuchung gegen Kern aufgetretenen militärischen Zeugen vorgegangen, weil sie eS unterlassen haben, damals Anzeige zu erstatten. Der Nachfolger des Capellmeisters Kern ist bereits hier eingetroffen. Derselbe heißt Ehrig und war seither im 75. Infanterie- Regiment.
Mainz, 27. Juli. Jüngst starb in unserer Stadt ein Geschäftsmann, der allgemein für sehr wohlhabend galt. Als nach dem Tode des Mannes der Kassenschrank geöffnet wurde, befanden sich in demselben allerdings eine größere Anzahl Staatspapiere und sonstige Werthpapiere, der größte Theil derselben, und zwar in einer Höhe von 80000 FrcS., bestand indessen aus Panama - Actien, die bekanntlich jetzt werthlo» sind.
• Hadersleben, 28. Juli. In der Nähe von hierkenterte bei einer Regatta ein Boot, wodurch 3 Personen ertranken.
* Eine nette Ueberraschung wurde dieser Tage dem in Berlin in der Friedrichstraße wohnenden Kaufmann M. zu Theil. Der Postbote brachte ihm einen von dem Adressaten zurückgewiesenen unsrankirten Bries, als dessen Absenderin sein Töchterlein Emma von der Post ermittelt worden war. Herr M. öffnete das Schreiben und fand zu seiner lieber» raschung, daß es die Antwort aus eine Zeitung» • Annonce enthielt, durch die ein junger Mann mit einer gebildeten Dame in Correspondenz treten wollte, — „Heirath nicht ausgeschlossen." Die Antwort sollte postlagernd eingesandt werden. Der Umstand, daß Fräulein Emma in jugendlichem Flattersinn die Freimarke vergessen hatte, und deshalb die Annahme des Briefes von dem Adressaten verweigert worden war, verhalf dem überraschten Papa zu dem Einblick in die heimliche Correspondenz seines Töchterlein» . . . Emma ist am folgenden Tage zu einer außerhalb wohnenden Tante geschickt worden, um dort erst die — Wirthschast zu erlernen.
♦ Die Feuerwehr beim Loschen. Anläßlich deS Feuerwehr- tagt» in München war der Andrang zum Hofbräuhause am SamStag, Sonntag und Montag ein solch enormer, daß über 400 Hectoliter Bier verzapft wurden. Bei dem dienstägigen Volksfeste im VolkSganen zu Nymphenburg wurden nicht weniger al» 220 Hectoliter Bier zum Löschen verbraucht.


