Ausgabe 
29.10.1893 Zweites Blatt
 
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litte über den Antrag betreffend die Unterstützung der gewerk­schaftlichen Bereinigungen durch die Partei fortgesetzt. Referent Legien vertheidigte sich in dem Schlußworte energisch gegen die gestrigen Anschuldigungen der Delegirten Auer und Bebel. Er führte aus, daß man beabsichtige, die jüngeren Strafte heranzuziehen; wenn diese aber durch die Parteileitung so abgefertigt würden, wie es gestern mit ihm geschehen sei, so sei eS schlecht um die Partei bestellt.

Karlsruhe, 27. October. Bei den b a d i s ch e n L a n d t a g s- wahlen wurden gewählt: Ueberlingen: Lohr (C.), RadolfS- zell: Gießler (E.), Bonndorf: Krichte (nl.), Freiburg: Fischer, Lahr (Land): Heimburger (D.), Baden (Land): Reichert (C.), Psorzheim (Land): Frank (nl.), Durlach (Land): Kirchenbauer (C.), Billingen: Grüninger ((£.), Mannheim: Ladenburger (nl.), Heidelberg (Land): Leimbach (nl.), und Stadt: Strübe (nl), Brühl: Laeck (C.). Boxberg: Klein (nl.), Waldkirch: Blatt­mann (C.), Wiesloch: Greif (nl.), Bruchsal: Nopp (C.).

Toulon, 27. October. Bei seinem heute früh 8V2 Uhr erfolgten Eintreffen wurde Präsiden^ Car not von dem zu seinem Empfange aus dem Bahnhose zahlreich erschienenen Publikum lebhaft begrüßt.

Marseille, 27. October. Nach dem Blumencorso, welcher unter ungeheurem Jubel stattfand, wohnte der Admiral Avelan einem Lunch bei, welchen die Handelskammer dem Admiral zu Ehren im Börsenpalais veranstaltete. Die herz­lichsten Toaste wurden gewechselt. Abends strömte heftiger Regen herab, weshalb die geplante Kirmeß ausfallen mußte. Die russischen Offiziere waren bis zum späten Abend auf dem Banket, welches ihnen der Generalrath gegeben.

Madrid, 27. October. Im gestrigen Ministerrathe wurde der Feldzugsplan gegen die Mauren festgestellt. Die Kämpfe sollen definitiv in den ersten Tagen des November beginnen. An den Befestigungsarbeiten von Melilla wird fleißig gearbeitet und neue Truppensendungen nach Melilla sind in Vorbereitung begriffen.

Loyaler unö ^provinzieller.

Sieben, 28. October 1893.

** Durchreise. Erbprinz und Prinzessin von Hohenzollern passirten heute Nacht 12 Uhr 22 Minuten auf der Reise nach Potsdam den hiesigen Bahnhof. In dem­selben Zuge reiste der Herzog von Coburg nach Berlin.

** Theater Verein. In der gestrigen Notiz wurde bei Aufzählung der Künstler, die wir nächste Woche bei uns sehen werden, übersehen, des Herrn Barthel zu erwähnen, der imClavigo" den Beaumarchais geben wird. Herr Barthel war bekanntlich eine Größe des Deutschen Theaters in Berlin und ist erst vor einiger Zeit für die Frankfurter Bühne ge­wonnen worden.

♦♦ Theater. Heinrich Laubes sünfactigeS Schauspiel Böse Zungen" fand gestern Abend bei dem ziemlich zahl« reich erschienenen Publikum eine recht warme Aufnahme. Die Mittel, mit denen der Dichter in diesem seinem Werke arbeitet, sind der unversöhnliche Haß, der selbst durch den Tod des Gehaßten nicht besänftigt wird, sondern auf die Familie des­selben übergeht, der unbändige Stolz, der in jeder noch so uneigennützigen Annäherung eines Anderen eine Demüth'gung zu erblicken glaubt, und endlich die zügellose Sucht nach Neuig­keiten, mit einem Worte der Klatsch, der alle Kreise, alle Schichten des Volkes durchdringt und seine vergiftende, ver­heerende Wirkung hinterläßt. Nur dadurch, daß der Dichter in eingehender, fast pedantisch genauer Weise zeigt, wie diese einzelnen Factoren wirken, ist es ermöglicht, aus dem fast unbedeutenden und geringen Vorwurf des Stückes, möchte man sagen, eine Handlung zu schaffen, die sich durch fünf lange Acte hinzieht; anderseits ist es aber auch aus eben demselben Grund einzig und allein ermöglicht, den einzelnen Characteren eine so durch und durch genaue Ausmalung angedeihen zu lassen, wie es hier geschehen ist. Allerdings ließ die gestrige Aufführung gerade dieses Characteristicum weniger in den Vordergrund treten, wie wir es gerne gesehen hätten. Es lag daS besonders daran, daß einzelne Vertreter der Hauptrollen noch Mängel hatten, die mit der Zeit dringend beseittgt werden müssen. So zeigte z. B. derUnterstaats' secretär" des Herrn Reiff eine Hölzernheit in der Be­wegung, zu der sich oftmals auch noch eine Provinz-Aus­sprache gesellte, die sicher einem solchen Beamten nicht eigen sein dürfte. Auch vermißten wir das rechte Feuer, das dem Träger dieser dankbaren Rolle unbedingt innewohnen muß. Etwas zu viel hiervon entwickette Herr Raschig alsGott­fried", deffen Spiel mit der Zeit recht tüchtig zu werden verspricht, wenn ihm nämlich durch die öftere Hebung jener Schliff beigebracht wird, durch den manche groteske Aus­wüchse, die jetzt noch durch daö allzu große Ungestüm an­haften, verschwinden. Auch derPranger" deS Herrn Ma- 1 eroöti besaß lange nicht die Routtne, die diese Rolle bedarf, um vollkommen zu befriedigen. Recht AnerkennenSwerthes hingegen leisteten die Herren Niemeier, Ernst und Di- rectoT ReinerS alsRath Fischer",Graf Zech" und Rentier Soda". Auch die Damenrollen erfuhren durchweg eine recht tüchtige Wiedergabe, vor Allem Frl. Wehn und Frl. Gr oh mann alsKaroline von der Straß" undMi- lana" verdienen unser uneingeschränktes Lob. Das Zusammen­spiel klappte, Dank der umsichtigen Regie deS Herrn Nie­meier, tadellos. Z.

Ladendiebin. Gestern Vormittag entwendete ein Frauenzimmer gelegentlich des Einkaufs in einem Metzger­laden in der Neustadt einen Schwartenmagen. Die Wurst wurde derselben vom Eigenthümer wieder abgenommen. Die betr. Frau soll übrigens schon mehr in dem Laden ent­wendet haben.

Ulf? Gestern Abend, gelegentlich deS Zusammen­treffens mit Studenten, geriric sich ein Gummi-Reisen­der auS Leipzig als Student, ließ sich auch auf der betr. Kneipe einführen, sowie Band und Mütze anlegen und kneipte und spielte in fideler Weise ruhig bi» spät in die Nacht hinein.

Nach der Entdeckung seines wahren Berufs drückte sich der Reisende ohne Mütze, wurde aber verfolgt und nach Abnahme deS Bandes als angeblicher Hochstapler auf die Wache ge­bracht. Der Verdacht der Hochstapelei wurde indeß fallen gelassen, indem eS sich nur um einen Ulk handelte.

* Ulllersllchuag der Butter. Heute früh wurde von der Polizei Butter zur chemischen Untersuchung auf dem Wochen­markt entnommen.

Zwangsmabregel. Gestern mußten nicht weniger als 33FortbildungSschüler der Schule vorgesührt werden.

* Riesen-Weißkraut. Gestern wurde uns von Herrn Gastwirth Betten in Großen-Linden cm Weißkrautkop s vorgezeigt, der das stattliche Gewicht von 21 Pfund hatte und deffen Umfang nicht weniger als 1,15 Meter betrug. Gewiß ein Unicum in seiner Art.

Ter Oberhesfische Verein für Volksbildung hat auf Anregung aus Lehrerkreisen daS Mang'sche Tellurium Lunari um zum Preise von 55 Mk. angeschasft und ein amerikanisches verschiebbares Stereoskop für 45 Mk., zu dem jährlich weitere Bilder angekauft werden sollen. Ferner hat Herr Dr. von Sacher-Masoch sein Mikroskop zur Verfügung gestellt. Diese Gegenstände sollen jährlich an den Volks­schulen deL Büdinger und Friedberger Kreises clrcuürcn.

* Munjeuzahlung bei der Post. Am 31. Octobcr, abends bei Schalterschluß, wird von sämmtlichen Poftanstalten des Reiches der Bestand an Reichsgoldmünzen, Einthaler- stücken deutschen und österreichischen Gepräges, Silbermünzen im einzelnen, Nickelmünzen, Kupfermünzen, an Reichskaffen- scheinen und an Banknoten der Reichsbank, sowie der Privat­banken festgestellt. Das Ergebniß wird dem Reichspostamt mitgetheilt.

** Für Briefmarkensammler. Briefmarkensammler dürfte es interessieren, daß die französische Postverwaltung ge­legentlich des Besuchs der russischen Flotte eine reich aus­gestattete Postkarte herausgegeben hat, die auf der Vorder feite in der Mitte die Rhede von Toulon mit der Stadt im Hintergrund, rechts in einem gekrönten Viereck das Bildniß des Kaisers von Rußland, umgeben von russischen und fran­zösischen Fahnen, enthält. Die Inschrift der Karte lautet : Souvenir de la visite de leacadre ruase ä Toulon, 13. Octobre 1893. Außerdem ist auf der Karte noch eine Inschrift in russischer Sprache. Die Karte enthält zwei Marken zu 1 Cts. eingeprägt, so daß man, wenn sie zur Beförderung benutzt werden soll, noch acht Centimes in Marken aufkleben muß.

** Eine einschneidende Bestimmung soll, wie eine Berliner Korrespondenz meldet, vom 1. April kommenden Jahres ab in Bezug auf die Eisenbahnbeamten Platz greifen. Ein Theil solcher Beamten verschiedener Catcgorien bezieht eine sogenannte Stellenzulage, die je nach den verschiedenen Besoldungen verschieden hoch bemessell ist und für solche Posten gewählt wird, die besondere Anstrengungen ober auch Ge­fahren in sich schließen. Die Höhe solcher Sonderbezüge be­läuft sich für mittlere Beamte immerhin auf mehrere hundert Mark jährlich. Diese Stellenzulagen sollen nun künftig gänz­lich in Fortfall kommen.

* Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Fabrikarbeiter Jac. Balzer von Okarben, zuletzt in Groß- Gerau, von der Staatsanwaltschaft in Darmstadt wegen Betrugs; Franz Otto Fischer von Treuen vom Amts­gericht Friedberg wegen Unterschlagung; Schneider K a r l Gärtner von Hildesheim vom Amtsanwalt in Gießen wegen Bettelns; Schneider Hugo Heinrich Hagenau von Langendreer von demselben wegen Betrugs; Strohdecken­macherin Margaretha Kirch von Gelnhaar von demselben wegen Bettelns; Rekrut Wilhelm Karl Lösch von Klein- Karben Dom Kreisamt Friedberg wegen Entziehung der Ge­stellung; Modistin Margar. Anna Meisinger von Kirdorf, zuletzt in Budenheim, vom Amtsgericht Mainz wegen Diebstahls; Gustav Schneider von Carlsberg von der Staatsanwaltschaft in Gießen; Schirmflickerin Gertrude Steller aus Oberrosphe von derselben wegen Widerstands; Zimmermann Leonhard Vierheller von Ober-Mossau vom Amtsanwalt I. in Darmstadt wegen Widerstands u. s. w.; Schlaffer Wilhelm Bonderschmidt von Beffungen vom Amtsanwalt in Offenbach wegen Diebstahls. D. Ztg.

0. Orteuberg, 27. October. Eine in der hiesigen Ober- förstcrei vorgenommene Streulaubversteigerung hat, wie in Ihrer Zeitung auch von Ulrichstein gemeldet wurde, vielfachen Bedürfniffen entsprochen. Die Steigerer dürfen sich daö Laub selbst aufarbeiten, wodurch sie ihre freie Zeit gut verwerthen können. Die Leute erhalten Zahlungsfrist biß zu Martinstag nächstes Jahr. DaS Laub liegt auf den Waldwegen und Schneisen und ging doch verloren. Man sagt zwar, es würde düngen, wenn es im Walde liegen bliebe, aber auf den Wegen und Schneisen kommt der Dung wenig zur Geltung. Die Staatsverwaltung macht bei dieser Ver­steigerung immer noch ein guteß Geschäft, denn baß Laub war auf ungefähr 200 Mark taxirt und wurden nahezu 700 Mark erlöst.

-b- Obbornhofen, 25. October. Wie in der Gegend von Berstadt und Wohnbach, so haben kürzlich auch zwischen hier und unserer Nackbargerneinde Bellersheim nochmalige Vermessungen der projectirten Eisenbahnlinie Hungen- Friedberg stattgefunden. Die Vermeffungen hatten einen ähnlichen Zweck, wie zu WohnbachBerstadt, nämlich: Die richtige Lage des zukünftigen Bahnhofes zu bestimmen. Wir hätten gerne den Bahnhof hier in Obbornhofen; die Gemeinde Bellersheim, welche etwa eine halbe Stunde von hier entfernt liegt, hätte ihn gern in ihrem Orte; zwei Bahnhöfe auf einer so kurzen Strecke ist viel zu kostspielig für eine Neben- bahn, also ist baß Richtigste, wenn ber Bahnhof in die Mitte zwischen beide Orte kommt. So denken wenigstens diejenigen Leute, welche ihren Nebenmenschen auch etwas gönnen. Was den Bau der Bahnstrecke Hungen- BerstadtF ri edderg anbelangt, so erhält sich daß Gerücht mit großer Bestimmtheit: würbe im Frühjahre 1894

begonnen werden. Zu diesem Zwecke würden die Gelände­erwerbungen bereits im nächsten Februar ihren Anfang nehmen, damit die Erdarbeiten in Angriff genommen werden könnten, sobald Schnee und Eis gewichen und der Boden aufgecha^ wäre. Ganz dasselbe hört man von der Strecke Nidda- SalzhausenEchzellFriedberg, über die ftton einmal bebattirt würbe, ob sie in Ober - Dibdersbeim, oh*x über Salzhausen nach Nidda einmünden sollte. Da unser, hohe StaalSregierung seit Jahresfrist viele Taufende für daß reizende Bad Salzhausen aufgeroanbt hat, dieses aber nsr dann lebensfähig wird, wenn an eine Bahnlinie zu liege: kommt (denn das Umsteigen und daß Post- und Cmntb^. fahren will heutzutage Niemand mehr genießend ist cnp. nehmen, daß die Bahn über Salzhausen nach Nidda führe, wird. Der Bahnbau in der Wetterau wird aHeifeni mit großer Genugthuung begrüßt werden; von den wirthen und Geschäftsleuten: daß sie endlich dem Weltverkehr näher kommen; von den Arbeitern: daß sie im Frühjahre, wo die Verdienste knapp zu werden pflegen, die in vielleicht sehr mager ausfallen, lohnende Beschäftigung fwia können.

Darmstadt, 17. October. Gleich wie in anderen Städia hat sich auch hier in Darmstadt die neu eingeführte 8 ellner. kl ei düng eingeführt. Dieselbe ist von braunem Tuche 0051 fertigt mit gelben Knöpfen und erscheint sehr geschmackvoll.

* Heppenheim, 26. Octobcr. Gestern Abend starb plc*. lich in Folge eines GehirnschlagS der Arzt an der hiesige: Jrrenheilanstalt, Herr Dr. Hermann Stüb linger.

A Mainz, 27. Daober. Einiges Aufsehen erregt k-r gestern Abend auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft erfolgte Verhaftung deS Lederarbeiters Miebreich, der a der focialbemokratiichen Bewegung hier in den letzten ijattc als Agitator und Redner eine ziemlich hervorragende RoLe gespielt hat. Wie verlautet, soll sich derselbe Eingriffe > eine ihm anvertraute Kaffe zu Schulden kommen gelentr haben und die Verhaftung auf Anzeige der eigenen Genosser erfolgt sein. Der gestern hier roegciT Unterschlagung ter- hastete Kassirer ber Bonner Metall - Arbeiter - Kaffe heißt Drehmann. Derselbe soll, wie heißt, im Gcntzen nur 44 Mark veruntreut unb bie Absicht gehabt haben, üt rw Rhein zu ertränken, von welchem Vorhaben er inbet h ' einen Bekannten abgehalten worben. Ein tolltuUnel Unternehmen verübte gestern ein 21jährtger Schiffer voi hier, indem er von bei überaus hohen Mathilden- terraffe auf die Straße heruntersprang. Zwar stark verlebt aber noch lebend wurde der tollkühne Springer, der em übel beleumdetes, erst vor Kurzem aus dem Zuchthaus entlassenes Individuum ist, auf ber Straße ausgesunden.

Bingen, 27. October. DaS zu den Sprengungen m Binger Loch verwenbete Hebewerk schlug heute dret Ar beiter nieder. Einer auß AßmannShausen ist auf dem Transport in bas Hospital verstorben, die anderen sind weniger schwer verletzt.

Vermiß

Frankfurt a. M., 27. October. LautFinanzherold" hat soeben daS Wiesbadener Amtsgericht ber stattgehabten dritten Versteigerung beßWiesbadener Babeetablissement" bie Genehmigung versagt. Die erste Hypothek ber Schweizer Wechsel» unb Effectenbank war nur laut notariellen Vertrags aufgehoben worben, so baß die Hypothek der Preußischen Bobencrebit-Actien-Bank" noch nicht im Örurf buche an erste Stelle gerückt war.

Ma. Raffel, 27. Octobcr. Bankbruch Pfeiffer & Hartbegen. Der Zusammenbruch beß v an krauses Pfeiffer & Hartbegen erregt weit über ben Kreis wtur Stabt hinaus das größte Aufsehen und bildet daß aOgemmt Gesprächsthema. Ganz natürlich, denn seit 15 Jahren, ®c unter ähnlichen Umständen ein hiesiges erstes $anfbaul zu­sammen brach, ist ein derartiger lenfattoneDer Fall, der die weitesten Kreise deS Publikums in Mitleidenschaft zieht, hier und in der Provinz nicht vorgekommen, ö? bestätigt sich, wtt bereits mitgetheilt, daß Anton Pfeiffer, der eine Inhaber, flüchtig geworden ist; seit Dienstag ist er schon sott von hm, er kann also einen erheblichen Vorsprung haben, falls er ial Ausland abgedampft ist. Die Staatsanwaltschaft hat bereu! einen Steckbrief hinter ihm crlaffen. Uebrigenß giebt auch Leute, die annehmen, Pfeiffer habe ebenfalls wie sn> Kompagnon, Julius Hartdegen, sich daß Leben genomwa. Beide haben Familie, der eine drei, ber andere vier Kinder, Pfeiffer ist ein Mann von einigen vierzig Jahren, - stattlich mit dunklem Vollbart, erinnerte er lebhaft an kr Marlitt'schen Romanfiguren; ebenso alt war Hartdegen, besser Schicksal vielfach bedauert wird, da man Pfeiffer die atirt Schuld an den verfehlten, geroiffentofen Speeulation«« der Berliner Börse :c. zuschreibt, welche den furchtbar» Ruin beß Geschäftes verschuldet haben. Daffelbe war vi solidester Grundlage Anfang der achtziger Jahre gegrünte!, das meiste Capital, 250-300000 Mark, soll Hartdegen* Mutter dazu hergegeben haben, Pfeiffer habe nur wenatr Mittel gehabt, so wird erzähtt. Beide entstammen de'un bürgerlichen Kreisen und verkehrten in der feinsten Gesellschaft, insbesondere bekleidete Pfeiffer als Kassirer, Schatzmeister Vereinen, Stiftungen re. vielfache Ehrenämter. Alle d'ift ihm anvertrauten Gelder find neben zahlreichen Depots r ' Rentiers, Geschäftsleuten, kleinen Handwerkern, Beamter verloren. Auch öffentliche Vereine, wie der Verschönerung*' verein, Alpenclub :c. verlieren ihr angelegtes 8ereminr mögen. Auch der angesammelte Fonds zum Philippß-Denkma (34 000 Mk.) soll nach einem hiesigen Blatte verloren doch ist daS nicht richtig, wie ich höre, daß Geld ist da, de« wirb an anberer Stelle ausbewahn. Am dätteao werben die eigenen Angehöngen der Inhaber betroffen, dea diese haben ber Firma thr Vermögen arweriram und K* Heren Alles, beim Activa sollen fast gar nicht vorhanden W Ferner sind außwärtige Banken an Börsenplätzen, namem--I

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