Ausgabe 
28.12.1893 Erstes Blatt
 
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Zahl der Anwesenden aus allen Stünden zeige. Der hoch« . Gesetze vom 2. Juni 1880 verboten ist. Zuwiderhandlungen

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nothwendiges, von Gott gewolltes Mittel, die Liebe zu thätigen und sich den Himmel zu verdienen Der Arme werbe sich Verdienste durch Geduld und Zufriedenheit,

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Zündungen ic.) feilhalten, darauf aufmerksam, daß die Abgabe 1 war, daß der andere ein Vermögen von 4 Millionen Pfennigen 81 explosiven Stoffen an Personen unter 16 Jahre, nach dem 1 oder 40 000 Mark besaß. Da der Verlierende nun trotz der

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beschenkt werden. Sowohl bei der Zurichtung der Gaben wie namentlich auch bei den Vorbereitungen des Krippenspiels haben sich die Barmherzigen Schwestern und die Damen des Paramenten - Vereins in diesem Jahr wieder sehr verdient gemacht. Möge es Gott lohnen, daß sie in Verbindung mit unserem unermüdlichen Pfarrer so viel Edles und Schönes zum Nutzen und zur Ehre der Armen wie zur Erbauung und Freude Aller zu Stande gebracht haben!

-y. Kriegerverein. Am ersten Weihnachtsfeiertag Abends hielt der Kriegerverein auf dem Lenz'schen Felsenkeller eine Weihnachtsbescheerung mit Verloosung ab. Die Ka- meraden waren mit ihren Familien recht zahlreich erschienen. 16 Kindern, deren verstorbene Väter früher Mitglieder des Kriegervereins waren, wurde aus der. DereinSkasse bescheert. Die Geschenke bestanden aus Stoff zu Kleidern, warmen Untersachcn, Confect re. ES sand ferner eine Verloosung von Gebrauchs« und Luxusgegenständen unter den Angehörigen der Kameraden statt. Obwohl die Lokale derart überfüllt waren, daß man kaum sich bewegen konnte, herrschte doch unter sämmtlichen Anwesenden die gemüthlichste Weihnachts- stimmung.

-y. Gerichtliches. Mit Wahrnehmung der Geschäfte des verstorbenen LandgerichtSregistrators Jul. Roth am hiesigen Landgericht wurde Canzleigehilfe Gustav Frank beauftragt.

** Neues Theater. Morgen Donnerstag wird Herr Hofschauspieler Leon Resemann inDie Journalisten" als Gast auftreten. Wir hatten Gelegenheit, in vorjähriger Theatersaison den Ovationen der Begeisterung für die meister­haft künstlerischen Darstellungen des Herrn Resemann bei« zuwohnen und sind gewiß, daß unser hiesiges theaterliebendes Publikum den gefeierten Gast freudig begrüßen wird. ES finden nur zwei Gastspielabende deS Herrn Resemann statt.

* Die Weihnachtsfeierlage, einschließlich des Sonntags, zeichneten sich im Vergleich zu früheren Jahren durch milde Temperatur, aber regnerisches und unfreundliches Wetter aus. Weder Eisvergnügen noch Schlittenfahrten boten sich Den­jenigen dar, die von einer kleinen Reihe von Festtagen etwas Derartiges, ihrer Erholung Zuträgliches erwartet hatten. Die erhofften FeiertagSfreuden mußten daher zum größten Theile innerhalb der Familie genoffen werden, was darüber hinaus ging, vollzog sich entweder in Vereinen oder in öffent« lichen Vergnügungslocalen. Eine große Anzahl von Vereinen hatte die übliche Weihnachtsfeier mit Verloosung und gegen­seitige Beschenkung abgehalten, wobei ab und zu auch mild« thätige Zwecke mit verfolgt wurden. Dem gestrigen Concert der RegimentSmusik inSteins Garten" war, soweit das vorzüglich zusammengestellte Programm nicht ohnehin eine bedeutende Anziehungskraft auSübte, das unstete Wetter günstig, denn Alles, was durch die Ungunst deS Wetters an größeren Ausflügen verhindert war, wanderte nachSteinS Garten", so daß die Musiker nicht nur Beifall, sondern auch klingende Anerkennung sanden.

Anläßlich deS bevorstehenden WeihnachtS« und Neujahrs­festes macht daS Großh. Polizeiamt die Händler, welche ex« plofive Stoffe (Pulver, Pulvermunition, Feuerwerkskörper,

würdige Herr ging dann dazu über, am Beispiel und Gebot des göttlichen Welterlösers die rechte Liebe zur Armuth und die Pflichten der Reichen und Armen gegeneinander darzu« legen. Die Art, wie der Mensch seinen gesellschaftlichen Pflichten auf Erden nachgekommen sei, werde im göttlichen Gericht über sein ewiges Schicksal entscheiden. Es sei eine

werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. oder mit Haft bestraft.

* Lahnhofs Erweiterung. Das Regierungsblatt Nr. 40, auSgegeben Darmstadt, 22. December, har folgenden Inhalt: Verordnung, die Anwendung deS Gesetzes vom 26. Juli 1884 über die Enteignung von Grundeigenthum auf den Erwerb von Gelände zur Erweiterung deS Bahnhof- Gießen der Main-Weser-Bahn betreffend.

Eine fidele Gesellschaft versteigerte am Sonntag Abend in der Restauration Bourgeois einen Kehrbesen und über­wies den Erlös (15 Mk.) dem VereinJugendfreund".

* Die im Jahre 1894 militärpflichtig werdenden jungen Männer sind die ersten, deren Geburt in den rechtsseitig deS Rheines gelegenen Gebieten s. Z. standesamtlich beur« kündet werden mußte. ES befinden sich deshalb viele Wehr- pflichtige im Zweifel darüber, ob sie sich wegen Erlangung ihrer bei der Anmeldung zur Stammrolle vorzulegenden G e« bu'r'tSzeugnisse wie bisher an daS Pfarramt re. oder an das Standesamt zu wenden haben. Aus Verfügung deS preuß. Ministers des Innern soll deshalb im künftigen Jahre in die aus Grund des § 57 der Wehr-Ordnung vom 22. No­vember 1888 zu erlassende öffentliche Aufforderung ein Hin« weis darüber ausgenommen werden, daß die Geburtszeugnisse der nach dem 30. September 1874 geborenen Personen nicht von den Pfarrämtern re, sondern von den Standesämtern ausgestellt werden.

** Zu dem Entwürfe von Vorschriften über die Prüfungen der Nahrungsmittel Chemiker beantragen die Ausschüsse deS Bundesraths, den Regierungen anheimzustellen, an den Sitzen der dafür geeigneten Universitäten und technischen Hochschulen Commissionen zur Prüfung von Nahrungsmittel«Chemikern zu bilden, und die Regierungen zu ersuchen, für den Fall der Errichtung solcher PrüfungScommissionen die erwähnten Vorschriften zu Grunde zu legen, ferner die Entscheidung über die Zulassung der Theilnehmer zur Prüfung, sowie über die Anerkennung des Doctordiploms nur im Einvernehmen mit dem Reichskanzler zu treffen und den reif befundenen Prüflingen auf Grund dieser Vorschriften den Befähigungs­nachweis zu ertheilen. Schließlich sollen die Bundesregierungen ersucht werden, die Maßnahmen so zu treffen, daß die neuen Prüfungseinrichnungen mit dem 1. April 1894 ins Leben treten können.

** In tiefe Trauer versetzt wurde am Samstag Abend die Familie eines Arbeiters in Ober-Wöllstadt. Der um 4 Uhr 53 Min. hier abgelassene Vorzug zu Zug Nr. 100 mußte vor der Einfahrt in Friedberg auf der vor dem Bahn­hof befindlichen Usabrücke halten, da die Einfahrt nicht frei war. In der Annahme, daß der Zug in der Station Fried­berg sei, sprang der Mann aus dem Zuge und stürzte über die Brücke hinab in den Abgrund. Der Unglückliche, der Frau und sechs Kinder hat, war sofort tobt.

In Amerika verstorbene Heffen. New-Aork City. Christina Weisbrod, aeb. Schulter, 53 I alt, au- Viernheim. Carl Pietz, 45 I. alt, aus Darmstadt. Mansfield, O. Anna Eltsabetha Delp, geb. Hartmann, 68 I. alt, aus Oberbeerbach.

S. Trais-Horloff, 21. December. Die Wahl des Herrn Friedrich Bornemann dahier zum Bürgermeister unserer Gemeinde wurde von Seiten Großh. Kreisamts Gießen be­stätigt. Herr Bornemann wurde heute durch Herrn Provinzial- Direetor o. Gagern verpflichtet.

x Au8 der oberen Wetterau, 21. December. Die Er­richtung einer Aettenzuckerfabrik, mithin der dritten Fabrik dieser Branche in der Wetterau, wird in hiesiger Gegend geplant. Ueberall wird dieser Plan mit Interesse besprochen und sind Aussichten vorhanden, daß sich derselbe in nächster Zeit.verwirklichen läßt. Der billige Preis aller landwirthschaftlichen Producte veranlaßt die Landwirthe, sich dem Zuckerrübenbau zuzuwenden, da derselbe noch einiger­maßen lohnend und bei dem guten Boden unserer Gegend auch ergiebig ist. Eine Versammlung von Jntereffenten fand kürzlich in Berstadt statt und sollen weitere Versammlungen bald folgen.

Thorheit, zu glauben, die Armuth lasse sich auf Erden voll­ständig austilgen.Arme werdet Ihr immer bei Euch haben," fei ein Wort des göttlichen Heilandes. Für den wahren Christen sei die Abhängigkeit der Menschen von einander

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vermischtes.

* Stargard i. P., 23. Decernver. Zwei kürzlich verhaftete Handwerksburschen, welche deSMordes an dem Brauer Hoppe in Berlin beschuldigt waren, wurden aus der Haft entlassen, nachdem sich ihre Unschuld herauSgestellt hatte.

Eisenach, 23. December. Auf dem Bahnhof Schönau gerieth in verflossener Nacht infolge einer Lampenexplosion ein Waggon eines Personenzuges in Brand. Mehrere Pferde von hohem Werthe sind verbrannt- ein Kutscher wurde schwer verwundet.

"Paris, 24. December. Gestern Abend ist ein Sack mit 80000 Frcs. Werthstücken, welche von einem Wechselagenten an die elsaß lothringische Bank aufgegeben worden waren, auf dem Ostbahnhofc beim Umladen der Colli abhanden ge­kommen. Von dem Diebe fehlt jede Spur.

* Warschau, 23. December. Die Proviant- Magazine der Warschauer Militär - Behörde, 4 große mit Getreide, Heu und Stroh angefüllte Gebäude, sind nie^ergebrannt. Der Materialschaden ist bedeutend.

* Seltsame Wette. Zwei Bauern im Schurwald hatten jüngst miteinander einen eigenthümlichen Handel, wegen dessen sie jetzt in einen Prozeß verwickelt sind. Der eine hielt sich für so reich und unterschätzte den andern in seinen Vermögens« Verhältnissen derart, daß er eine Wette einging, er besitze auf seinem Grundstücke so viel Bäume, als jener Pfennige im Vermögen habe. Diese Wette wurde schriftlich in Gegenwart von fünf Zeugen festgesetzt. Und was war daS Ergebniß? Der erste Bauer verlor, da er hätte mehr als 4 Millionen Bäume auf seinem Gute haben müssen, nachdem conftatirt

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Abmachung die verpflichtete Abgabe seine- BaumgmS ver­weigerte, ließ der Gewinner durch einen Rechtsanwalt Klage auf Herausgabe des Object- erheben. Auf den AuSgang des ProccsseS ist man natürlich gespannt.

* Ein Tllmmerjiugeostreich ist in einem der gut besuchten Berliner Theater vor einigen Lagen verübt worden. Während der Pause warf ein Besucher deS zweiten Range- einen runden Gegenstand, ähnlich einer Spargelbüchse, mitten unter da- im Zuschauerraum sich bewegende Publikum. Mit Blitzesschnelle verbreitete sich das Gerücht, daß ein Bomben­attentat verübt worden, infolgedessen drängten sich zahlreiche Besucher ungestüm nach den AuSgängen. Wie sich später herauSstellte, war der herabgeworfene Gegenstand eine größere Attrappe, die PralinveS und Bonbon- enthielt. Der Berüber deS Unfuges ist leider in der allgemeinen Aufregung entkommen.

* Berliner Leben. Die frühere Besitzerin des von ihr bekanntlich fortgeroorfenen LoofeS der Seltene vom Rothen Kreuz, auf welches ein Gewinn von 100000 Mk. fiel, steht bezüglich ihrerHarmlosigkeit" undgöttlichen Naivetät" durchaus nicht so allein da, wie man anzunehmen geneigt ist. In einem ersten Berliner Bankinstitute spielte sich z. B. vor Kurzem folgender Vorgang ab: Kommt da ein Mann herein, dessen ganzes Äufneten Behäbigkeit ausdrückt und in dessen Tasche cS wie von Silberthalern klimpert. Er präsenttn den Talon einer exotischen Anleihe, die merkwürdiger Weise bi- jetzt noch gut ist und bittet um die neuen Coupons. An der Kasse prüft man den Talon, findet ihn in Ordnung und er­sucht nun um das dazu gehörige Originalstück, um die Obligation. Daran liegt mir nichts", antwortet der Mann, feines Zeichens ein Budiker, der cS vor Kurzem zumfünfstöckigen Haus­besitzer" gebracht hat.Aber und liegt daran", antwortet man ihm,denn ohne das Stück selbst können wir Ihnen die neuen Coupons nicht besorgen." Anfänglich blieb der Mann dabei, er brauche ja nur d'e Znsen und die habe er regel­mäßig bekommen. Erst nach und nach gelang eS, ihm klar zu machen, daß die Coupons allein für ihn im Falle er ander- zu disponiren wünsche, werthloS feien, und bann kam er mit der Erklärung heraus, daS Original habe er einem Bekannten geschenkt, demdas Bild auf dem Papier" gut gefallen habe! Der Bekannte, der inzwischen verzogen war und den man mit peinlichen Umständen ermittelte, hatte daSBild" glücklicher Weise nicht sottgeworsen, sondern al- Schmuck der Stube an die Thür genagelt. So konnte man es denn langsam und vorsichtig ablösen und noch zusrieden sein, daß eS nicht mit Fischleim besestigt war, sonst hätte man gleich die ganze Thür zur Beglaubigung deS Vorhandenseins der Obligation auf Reisen schicken können. So unglaublich diese Geschichte klingt, so wahr ist sie dennoch Und wenn die Bankgeschäfte auS« plaudern wollten, so könnten sie auS den Erlebnissen mit ihren Kunden noch viel merkwürdigere Vorkommnisse berichten.

* DaS vielbesprochene große Loos der Rothen Kreuz- Lotterie, das ein Dienstmädchen gewonnen haben sollte, be­schäftigt jetzt auch die Criminalpolizei. Der Gewinn auf da- Looö 350,812 ist am 18. d. Mts. dem Vorleger anstand-lo- mit 100,000 Mk. auSgczahlt und daS LooS befindet sich bei der Lotteriecommission. ES ist zweifellos daS richtige und trägt keine Spuren von Zerknitterung ober Verunreinigung im Müllkasten, wie dies von dem Mädchen behauptet worden ist.

* Auch ein Weihnachtsgeschenk.Sie wissen also nicht, daß ich nut Ihrer Freundin Adele heimlich verlobt bin?" Nein, sie hat mir kein Wort davon gesagt."Nun, sie selbst weiß auch nichts davon, ich will sie nämlich zu Weih« nachten damit überraschen."

* Vom Kinderreichthnm in Berliner Familien erzählt der dortige Gemeindebericht: In 333 Fällen hatte der neu­geborene Weltbürger bereits 12 und mehr Geschwister, in fünf Familien wurde das 19. Kind geboren, darunter von einer 37 Jahre alten Mutter. Zwei Mütter standen bei der Geburt ihres 13. Kindes erst im Alter von 28 Jahren- eine Mutter ^on 21 Jahren beschenkte ihren Gatten bereit- mit dem 7. Sproß. Vier erstgeborene Kinder hatten Mütter im Alter von mehr als 44 Jahren. Zehn Mütter von Erstgeborenen standen im Alter von 16 Jahren. Diese An­gaben beziehen sich auf eheliche Kinder. Außer der Ehe wurden 4 Kinder geboren, deren Mütter noch nicht 15 Jahre alt waren, 20 Mütter außerehelicher Kinder standen im Alter von 15, 58 im Atter von 16 Jahren. Geboren wurden im letzten Jahre 52,448 Kinder, davon 6883 un­eheliche.

Ein neuer Tanz. Der Wunsch, einen deutschen Ge­sellschaftstanz zu haben, ist endlich erfüllt worden, indem ver­schiedene Mitglieder derAcademie der deutschen Tanzlehrkunst" einen solchen zusammengestellt haben, der unter der Bezeichnung deutscher Reihentanz" Ersatz für den französischen Contre- bance bieten soll. Die Aufstellung geschieht in Reiheu, zwei Paare einanber gegenüber, und der ganze Tanz wird von diesen beiden Paaren auSgeführt. Leicht faßlich, lebhaft, munter, fliegen die 5 Abteilungen des Tanze- vorüber. Vielleicht begegnen wir auch in der gesellschaftlichen Winter­campagne recht bald diesem Tanz.

Odessa, 23. December. Die hiesige Firma Dreifuß u. Co. wurde wegen Unterschleife bei der Lieferung von Ge­treide für die nothleidende Bevölkerung de- Gouvernement- Ssamara vor Gericht gestellt.

* Ein Vorschlag für Herrn Miquel:

Besteuert die Verleumdungszungen Und schlechte Lügenmäuler mit; Da- höchste Ziel ist dann errungen, Gedeckt wird jede- Defizit.

Fünf Pfennig nur für jede Lüge Und zehn für jede Klatscherei - WaS solche Steuer wohl eintrüge? Wir wären alle steuerfrei.

* Heber die bereit- gemeldete Erschießung eines Mattos« durch einen Wachtposten in Kiel schreibt dieKieler Ztg." unterm 23. December .Heute in bet Frühe wurde auf de«

werbe sich Verdienste durch Geduld und Zufriedenheit, der Reiche könne sich nur durch Entsagung und Opfersinn im Interesse der Nothleidenden, durch Derwerthung seines lieber« fiusses zum Nutzen der Armen und der Verwendung aller sittlichen Kräfte im Dienste der HülfSbedürftigen die ewige Seligkeit erringen. Nicht die Gleichheit der irdischen Güter, sondern der gemeinsame Wetteifer in Pflichterfüllung, Wohl« thätigkeit und gegenseitiger Duldung von Reich und Arm fei den Absichten des göttlichen ^Dettheilands entsprechend. Nach der vortrefflichen Ansprache deS Seelsorgers, die er­sichtlich einen tiefen Eindruck bei allen Zuhörern hinterließ, setzte sich ein Krippenspiel in Scene, das, begleitet von zum Theil sehr präciS und schön vorgetragenen Liedern und Chorgesängen, zu dem Lieblichsten und Schönsten gehört, waS wir überhaupt jemals bei solchen Veranlassungen gesehen haben. In farbenprächtigen, malerischen Costümen zogen die Hirten und ihre Familien zum Stall von Bethlehem, wo die heilige Familie, umgeben von einer lieblichen Engelschaar, die Einlaß Begehrenden empfing. Bei einem zweiten Zuge brachten die Hirten einzeln ihre Gaben dar und legten sie bor dem göttlichen Kinde unter längeren und kürzeren An­sprachen nieder. Die Schlußdarstellung zeigte uns Glaube, Hoffnung und Liebe im Vordergründe der Krippe, um unb hinter welcher eine große Anzahl Hirten und Engel in reizender Gruppirung auf der Bühne Platz genommen hatten. Die Darstellung von Glaube, Hoffnung und Liebe war musterhaft, der Inhalt der Ansprachen dieser Gruppe tief ergreifend. Bei der bengalischen Beleuchtung des Ganzen brach lauter Bei­fall aus, den eine angemessene, würdige Ruhe bis zum Schluß zurückgehallen hatte. Nicht nur bei den Katholiken, sondern auch bei den anwesenden Evangelischen herrschte über die gelungene Darstellung und die ganze Feier der Chrift- bescheerung bas Gefühl aufrichtiger und warmer Anerkennung, wie wir aus den vielseitig vernommenen Aeußerungen mit Recht entnehmen dürfen. Nach dem Krippenspiel fand die Vertheilung der Gaden statt. Es konnten 40 Kinder reich

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