Ausgabe 
28.9.1893 Erstes Blatt
 
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befinitivea Feststellung ihres Berichts. Entgegen früheren Nachrichten wird nunmehr gemeldet, daß dieser Bericht selbst von mäßigem Umfange sei, dagegen daS gefammte von der Commission dnrch die Vernehmung von Sachverständigen rc. angesammelte Material gleichfalls und zwar mit einem von dem Schriftführer der Commission angefertigten Sachregister,. daS die Verwendbarkeit desielben zu erleichtern benimmt ist, zur Ausgabe gelangen soll. Wir wissen nicht, ob die Com. Mission die Feststellung bereits in der nächsten Sitzung vollenden wird. Aber daß die Beendigung nunmehr jedenfalls nahe bevorsteht, kann einem Zweifel nicht wohl unterliegen. ES i sind nun anderthalb Jahre verflossen, seitdem die Enquete« Commission zusammengetreten ist. Die lange Zeit, welche die Erledigung ihrer Ausgaben erfordert hat, erscheint voll« kommen gerechtfertigt durch die Schwierigkeit und den Umfang der Materie, welche sie zu bewältigen hatte.

Tabaksteuer-Commissionen. DieNordd.

Ztg." schreibt: Die unter dem Vorsitz des Staats» seeretärS des Reichsschatzamts, des Grafen von PofadowSky» I Wehner, in den letzten Wochen gepflogenen Berathungen der I TabakSsteuer-Commission find gestern Abend znm Abschluß I gelangt. Ihr Verlauf darf, wie wir vernehmen, als ein I befriedigender bezeichnet werden. ES wurde eine weitgehende | Uebereinstimmung in Betreff der hauptsächlich in Betracht I kommenden Gesichtspunkte erzielt, und es läßt sich erwarten, I daß der nunmehr im RetchSschatzarnt nach Beendigung der I kommissarischen Berathungen und nach Anhörung der Sach» I verständigen auszuarbeitende Gesetzentwurf auch die Zustim- I mung des BuudeSrathS finden werde. Die in Aussicht I genommene Art der Besteuerung der Tabaksfabrikate will I nichts weniger, als in die bisherige Art der Production und I des Handels zerstörend eingreifeu. Sie lehnt sich im I Gegentheil an die Formen derselben durchaus an. JnSbe- I sondere soll auch die Handelsindustrie erhalten bleiben, und I zwar ebenso da, wo Arbeiter für Fabriken zu Hause I arbeiten, als da, wo Unternehmer mit wenigen Personen I für eigene Rechnung Tabaksfabrikate herstellen und selbst I vertreiben.

habe, erbracht werden und es hatte sich hierüber Karl Tobia» Nohl wie folgt geäußert:

Als der Großherzogliche Bürgermeister Conrad der in der Anklage angegebenen Zeit Holz im Schwickarrs. Häuser Wald holte eS geschah dies an den drei auf. einander folg en den Tagen war ich an einem dieser Tag, zugegen und habe damals gehört, wie Bürgermeister Gönn» äußerteHier liegen so viele Schwellen herum, da könne» wir etliche davon unmehmen, eS sieht es ja Niemands Ich erwähne noch, daß mein Bruder Johannes Nohl V. gen* trinkt und daß deshalb der Bürgermeister sagte, dieser möge einmal zu Hause bleiben nnd ich möge daher eth gehen. Ob ich an dem ersten, zweiten oder dritten Tage, an dem Holz gefahren wurde, zugegen war, weiß ich mch, mehr so genau, auch weiß ich nicht mehr mit BesiimmtheU »u behaupten, wer die Aeußerung wegen der MitnahW der Schwarten gethan har, ob dies von dem Herrn Bürger» meister oder deffen Sohn geschehen ist."

Wegen dieser Auslage wurde gegen Karl Tobias Nohl die Voruntersuchung wegen Meineids eröffnet. Der Ange, klagte behauptete auch heute die Richtigkeit seiner damalig« eidlichen Angaben. Die Geschworenen (Obmann Herr Rudolf Nöggerath) konnten sich von seiner Schuld nicht überzeug woraus auf ihrMchtschuldig" Freisprechung des Angeklagv» von Strafe und Kosten erfolgte.

* Mißhandlung. Gegen ein an der Krofdorserstraße wohnendes Frauenzimmer wurde Anzeige erhoben, weil sie ei» ihr in Pflege gegebenes drei Jahre altes Kind 6 er art miß» handelte, daß es in ärztliche Behandlung gegeben werde» mußte. DaS Frauenzimmer hatte das Kind in boshafter Weife emporgehoben und auf den Fußboden aufgestoßen, sodaß das Sein geschient werden mußte.

R. AltwiedermoS (am Fuße der Ronneburg), 22. Septbr. Der Weinbau ist in der Provinz Oberhessen auf eine flernt Fläche an den südwestlichen geschützten Ausläufern bei Vogels» bergeS bei Büdingen (Psaffenwald) und hier bei uns auf der südlichen Seite der Ronneburg, beschränkt, deshalb sind die Reinerträge doch recht interessant. In dem diesjährigen heißen Sommer haben sich die Rebstöcke sehr gut entwickelt und der 1893er Ronneburger wird ein trefflicher Stoff werden. Die Trauben sind bereits von großer Süße und aromatischem Geschmacke, bi- zur Edelreife haben sie nicht mehr meit. Pachter Koch gedenkt 15 bis 20 Hektoliter zu ernten. DaS Rebhotz ist fast ganz braun, also gut aulgereift und verspricht weiteren Ertrag für nächstes Jahr. Von dem Ob st feg en, welcher dieses Jahr über hier und der Um» gegend: D ebach, Vonhausen und anderen Orten herrscht, hat Niemand einen Begriff, der eS nicht gesehen hat. Str haben Säume, die mit 30 bis 40 Stangen abgestützt find und deren Aeste sich trotzdem buchstäblich bi! zur Erde neigen. ES find in den genannten Orten Säume abgeerntet worden,

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Die binnen Kurzem bevorstehenden deutsch-russi­schen HandelSvertragsverhandlllngen haben nur bann Aussicht auf Erfolg, wenn von beiden Seiten mit ermäßigten Forderungen in sie eingetreten wird. Hält Ruß» land ober Deutschlanb starr an bem fest, was vor Ausbruch des Zollkrieges hier ober bort als unannehmbar erachtet würbe, so ist nicht nur bie Möglichkeit gegeben, baß die Ver­handlungen scheitern, sondern ist mehr als wahrscheinlich, baß bie beiberfeitigen Unterhänbler wieber auseinandergehen, ohne daß bie Kampfzölle abgeschafft würben. Rußland hat, wie eS scheint, sich allmälig zu dieser Erkenntniß hindurch­gerungen- hat seine ursprünglichen Forderungen wesentlich herabgestimmt, wie nachstehender Drahtbericht derFrkf. Z." auS Petersburg erkennen läßt: Heute erscheint eine osficiöse Auslassung über die Instructionen, die den nach Berlin zur Verhandlung über den Handelsvertrag gesandten Delegirten ertheilt wurden. Die osficiöse Auslassung und schon daS Zustandekommen der Zollconferenz an sich beweise den Wunsch nach einer Einigung. Rußland verlange nur die Gleichstellung mit seinen Concurrenten, verzichte sogar auf bie Erleichte­rungen bei Einführung des russischer; Viehes in Deutschland, die anderen Ländern gewährt worden seien. Rußland habe nie beabsichtigt, die deutsche Einfuhr nach Rußland gegenüber - der Einfuhr anderer Länder zu erschweren und falls derartige Erschwerungen nachgewiesen werden könnten, sei es bereit zur Abstellung. Ebenso wolle Rußland keinen Prohibitivtarif. Wenn Deutschland die russische Ausfuhr mit der Ausfuhr anderer Länder nur durch Herabsetzung des eigenen Zolltarifs gleichstellen könne, würden die russischen Delegirten die deutschen ! Wünsche betreffs Erniedrigung des russischen Tarifs aufmerksam i prüfen und solche Erniedrigungen gewähren, die der deutschen Industrie nützen, ohne die russischen Interessen zu schädigen.

Kronberg, 25. Sevtember. Der Turnverein ver» anftaltete gestern Abend im Saale bei GasthausesZu, Rappen" eine Abendunterhaltung, deren Erlös zur Ver­größerung bes Turnhalle-Baufondl dienen sollte. Der BanfondS ist nunmehr auf nahezu siebentausend Mark angewachsen. Voraussichtlich wird sich diese Summe in nächster Zeit um ein Beträchtliches vermehren. Aus »nregang bei Herrn Ph. Heerz zu Newyork, eines geborenen Grünbergers, circulirt gegenwärtig bei den in Amerika lebenden Landsleute» eine Liste zwecks Zeichnung von Beiträgen zum Turnhalleboi in der Vaterstadt Grünberg. Wie Herr Ph. Heerz kürzlich mittheilte, sind bereits namhafte Beträge bei thm eingegangen und wird er solche int Laufe dieses Winters an unfern Turn­verein senden. Man hofft, vielleicht schon im nächsten Jahre mit dem Bau einer Turnhalle, die auch sonstigen gemeinnützigen Zwecken dienen soll, beginnen zu können. D. Z

AuS dem Decanate (Stünbetg, im September. Mittwoch den 20. d. M. wurde in Grünberg die 19. DecanatS» Synode des DecanatS Grünberg abgehalten. Nach einem einleitenden Gottesdienst, in welchem Herr Pfarrer Schick zu Burg-Gemünden die Predigt hielt, trat man In einem Saale des neuen Schulhauses in die Verhandlungen ein. Aus dem von dem Vorsitzenden, Herrn Decan Pull mann, verlesenen Rechenschaftsbericht über daS Jahr 1892 mag Fol­gendes hervorgehobcn werden. Don den 20 Psarreien bei DecanatS waren 16 definitiv besetzt, 3 wurden durch eigene Pfarrverwalter und 1 von AnSwänS versehen. Die Seelen- zahl der DecanatS»Angehörigen belief sich auf 26335 Per» f°nen, abgesehen von 98 Alt-Lutheranern. Bon Erwachsenen besuchten 38,3 pCt., von Stinbern 34,5 pCt. den Gottesdienst. Arn Abendmahl nahmen mehr als 106 pCt. der DecanatS- Angehörigen (oder 158 pCt. der Confirtmrten) Theil. Kirch­lich getraut wurden im Ganzen 207 Paare, darunter firi 3 gemischte Ehen. Verweigerungen der kirchlichen Traauvg kamen nicht vor, ebensowenig TaufverweiWerungen. Getauft wurden 698 Kinder. Leider hat sich bie Ziffer der unehelichen Geburten seit 1891 vermehrt - biefelben betragen 7,7 pCt. aller Geburten. Beerdigt wurden 631 Personen und zwar von Personen über 6 Jahren 98 pCt. und von solchen unter 6 Jahren 75 pCt. unter Mitwirkung des Geistlichen. Än Opfern und Collecten sind im Decanate 7568 Mk. 55 Ps. eingegangen. Den Rechenschaftsbericht schloß ein warmer Nachruf, der dem Heimgegangenen, langjährigen Synodal und AuSschuß-Mitgliede, Herrn Posthalter Engel von Hom­berg, galt, zu dessen Ehren sich die Anwesenden von ihren Sitzen erhoben. Sei der Wahl deS DecanatS-AuSschufleS wurden Herr Pfarrer Röschen von Winnerod als Stell» Vertreter des DecanS, sowie die übrigen bisherigen Mitglieder wieder gewählt. lieber bie Frage:Kann unb soll ein ErziehungS-Verein im Decanate gegrünbet werden?* erstattete Herr Pfarrer Röschen von Freienseen ein von eingehender Sachkunde zeugendes Referat, dessen Leitsätze eine lebhafte DiScussion hervorriefen, nach deren Schluß 22 Mu glteber der Synode zu einem Erziehung!» Verein zusammen»

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Wolffs telegraphisches Korrespondenz - Bureau.

Dresden, 26. September. Die zahlreich besuchte 7. All- gemeine Lutherische Conferenz wurde heute Vor­mittag in bei Frauenkirche burch ben Grafen Vitzthum eröffnet. Vertreter ber Staatsregierung wohnten ber Feier bei. Pro­fessor HaShagen auS Rostock hielt ben Hauptvortrag.

MohacS, 26. September. Kaiser Wilhelm ist gestern um 9 Uhr Abenbs nach herzlichster Verabschiebung ab» gereift. Erzherzog Friebrich, bie Spitzen der Behörden rc. waren anwesend.

Wien, 26. September. Kaiser Wilhelm ist heute ftüh 8 Uhr 10 Minuten in Hetzendorf eingetroffen. Er wurde von dem Kaiser Franz Joses in der Uniform deS preußischen Kaiser Franz»Garde»RegimentS auf dem Bahnhofe empfangen. Beide Monarchen küßten sich zweimal unb reichten einanber die Hände. Da Kaiser Wilhelm sich jeden offt- gieflen Empfang verbeten bat, wutde er nur noch von Oberst» Jägermeister Grafen Abensperg und Traun empfangen, in beffen Begleitung er nach seiner Ankunft in Schönbrunn trotz bem Regen zur Pürsche im Thiergarten nach Lainz fuhr.

Wien, 26. September. Kaiser Wilhelm ließ in ber Kapuzinergruft einen prächtigen Kranz auf ben Sarg bes Kronprinzen Rudolf nieberlegen mit der Inschrift:Seinem theuersten Freunde dem Kronprinzen Rudolf Kaiser Wilhelm ber Zweite."

Belgrad, 26. September. Eine Königliche Proklamation verkündigt bie heutige Abreise bes Königs i«s AuS» lanb unb setzt für die Dauer ber Abwesenheit beleihen den Ministerrath als RegentschaftSbehörde ein. Der Aufenthalt deS Königs in Abdazia, wo er mit Milan zusammentriffc, soll acht bis zehn Tage bauern.

Newyork, 26. September. Einer Depesche derNewyork World" auS Montevideo zufolge erneuerte das auf» ständische Geschwader daS Bombardement von Rio

1 de Jaueirs. DieForU beschossen gestern die Kriegsschiffe, die das Feuer einstellten, viele Leute wurden getöbtet. Der Corresponbent^deSNewyork Heralb", der bie Erneuerung des Bombardements ebenfalls meldet, theilt mit, der ange» nchttte Schaden Übersteige jenen der beiden ersten Sombarbe» mems. Mehrere Fraum unb Kinder wurden getöbtet.

Depeschen deS Bureau^croQ)'.

Vertin, 26. September. Die hier abgchaltene außer» | ordentliche Generalversammlung deS Vereins deutscher «Schiffswerften bat sich einstimmig gegen bie von der Reichsrcgterung beabsichtigte staatliche Ueberwachnng deS SchiffSbaueS ausgesprochen.

Berlin, 26. September. Zu ben Vorlagen, welche dem Reichstage in der nächsten Session zugehen, gehört auch ber Gesetzentwurf, betreffenb Bekämpfung befl Miß» brauchs geistiger Getränke.

Berlin, 26. September. Der AuSstand ber Militär- mützenarbeiter ist beendet. Die Arbeitgeber Haden fast durchgängig bie Forderungen ber Arbeiter bewilligt.

Vertin, 26. September. DemReichsanzeiger" zufolge erfolgte neuerdings in Berlin ein Todesfall an Cholera.

Berlin, 26. September. DemReichsanzeiger" zufolge fand heute Nachmittag im Reichsamt des Innern eine Sitzung des Kuratorium« der Reichsbank unter dem Vorsitze des Staatsministers v. Bötticher statt. Minister Dr. Miquel und Staatssecretär v. Posadowsky waren anwesend.

Berlin, 26. September. Amtlich wird mitgetheilt, daß von den neulich eingelieferten an der Cholera erkrankten Schiffersleuten heute Nacht einer gestorben ist.

Hamburg, 26. September. Heute wurden fünf Er» f ran!ung en und ein Todesfall conftatirt.

Wie», 26. September. Der zum deutschen General- consul in Trieft ernannte LegationSrath Pritsch erhielt die Allerhöchste Exequatur.

Wien, 26. September. DaS Amtsblatt publicirt die Ernennung des Generals v. Kriegshammer zum Reichs» kriegsminister.

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Wien, 26. September. Durch Allerhöchstes Hand» | schreiben wird der Reichstag auf ben 10. October ein» j berufen.

Wien, 26. September. Die Socialdemokraten I Ahnten in einer gestrigen, außerordentlich zahlreich besuchten | Versammlung jede Verantwortlichkeit für das Thun unb I Treiben der Anarchisten ab. Es wurde die Vermuthung I ausgesprochen, daß baß Complott künstlich inszenirt worden sei, I um über Wien den Ausnahmezustand zu verhängen und gegen I bie Socialbemokratie, bie auf frieblichem Wege ihre Ziele zu I erreichen hoffe, einzuschreiten.

Wien, 26. September. Die verhafteten Anarchisten I verweigern jebe Auskunft über ihre Genossen unb beobachten I überhaupt in ber Untersuchung bie strengste Zurückhaltung. I Sie gestehen nur ein, was unwiberleglich nachgewiesen wirb.

Wien, 26. September. Alle Morgenblätter begrüßen in I Leitartikeln ben neuen Kriegsminister, General vonKrieg» Hammer auf baß Herzlichste.

Wie», 26. September. Heute Vormittag verlangte am Thore des Schlosses Schönbrunn ein Mann, ber sich Gras Minkwitz nannte, den deutschen Kaiser dringend zu sprechen. Es stellte sich heraus, daß ber Betreffende irrsinnig sei, woraus seine Verhaftung erfolgte.

PatiS, 26. September. Der Theat erausschuß ber > französisch» russischen Feste stellte baß Programm der zu Ehren bes AbmiralS Avelane zu gebenden Gala» I Vorstellung fest. Dieselbe besteht auS Auszügen auS fron» 1 zösischen Opern, dannDas Leben für ben Czaren". Zum Schluß der Vorstellung zeigt eine Apotheose ben Frieben, Rußlanb und Frankreich mit dem Schild den kaiserlichen Adler schützend.

Loadou, 26. September. Die GesellschaftLondon North Western Railway" kündigte den Ausfall von 53 Zügen vom nächsten Sonntag ab. Die Kohlenpreise sind gestern wieder um zwei Schilling gestiegen. - -

totales unö provinziellem,

Gieße», 27. September 1893.

Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberhesse» vom 26. September 1893. Zur Verhandlung kommt die Strafsache gegen Karl Tobias Nohl von Blofeld wegen Meineids. Die Anklage vertrat der Großh. Staatsanwalt Clement, vertheidigt wurde der Angeklagte von Rechts- anwalt Dr. Gutfleisch, als Geschworene wurden ausgeloost die Herren Wilhelm Zieg, Johann Heinrich Müller II., Friedrich öafc II., Philipp Karl Brück, Conrad Eckstein, Johannes Heinrich Scharch, Johannes Weiß III., Johannes Becker VI., Heinrich Wilhelm Alles, Georg Haas II., Rudolf Nöggerath und Heinrich Kling. Der Wirth und Metzger Karl Tobias Nohl von Blofeld steht unter der Anklage, daß er am 19. Mai 1893 zu Nidda den in der Strafsache gegen Jacob Stede II. zu Blofeld wegen Beleidigung vor Großherzog, sichern Schöffengericht zu Nidda vor seiner Vernehmung ge­lüfteten Lid wissentlich durch ein falsches Zeugniß verletzt habe. Die heutige Verhandlung ergab folgenden Sachverhalt: Sei der letzten Bürgermeisterwahl zu Blofeld bildeten sich zwei Parteien. Karl Tobias Nohl unb Jacob Stebe von Slafelb gehörten zu ben Gegnern des früheren und wieber» gewähsien Bürgermeisters Conrad. Da Stebe verschiebene Beleidigungen gegen Bürgermeister Conrad ausgesprochen hatte, wurde öffentliche Klage gegen ihn erhoben und er vor bas Großherzogsiche Schöffengericht in Nibba verwiesen, woselbst am 19. Mai b. I. HauptverhandlungStermin ftattfanb. In diesem Termine wurde Karl Tobias Nohl als EntlastungS- zeuge nach vorauSgegangener vorschriftsmäßiger Beeidigung vernommen. Durch seine Aussage sollte der Beweis ber Wahrheit für bie Behauptung deS damaligen Angeklagten Stede, daß ber Großherzogsiche Bürgermeister Conrad vor längerer Zeit im SchwickartShäufer Wald Schwellen gestohlen