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können. Die Stichwahlen sind auf den 3. September fest­gesetzt.

London, 28. Juni. Die Cholera greift in Mekka um sich. Gestern starben 455 Personen.

Chicago, 28. Juni. Die Weltausstellung war am Sonntag von 161,658 Personen besucht.

Montpellier, 28. Juni. Heute früh stießen hier zwei Perfonenzüge aufeinander. Zwei Todte, 29 theil- weise schwer Verwundete.

Darmstadt, 28. Juni. Die Erste und Zweite Kammer genehmigte einstimmig drei Millionen Mark für Linderung der Noth der Landwirthschaft in Heffen.

Stichwahl Ergebnisse.

Bayreuth. Im Wahlkreis Kronach hat Stöcker (Ctr.) gegen den Bauernbündler Zinner gesiegt.

Oldenburg. Enneccerus (Nl.) siegte, unterstützt von HinzeS Anhängern, mit 12,435 gegen Hug (Soc) mit 5450 Stimmen; im »weiten Wahlkreise siegte Träger (Fr.), unterstützt.durch Enneccerus Anhänger mit ca. 9500 über Hug (Soc ) mit 4150 Stimmen.*

Schwabach. Kröbrr (D. VolkSp.) mit 2300 Stimmen Mehr­heit gewählt.

Eiseuach. Casselmann (Freis.) mit 7620 Stimmen gewählt gegen 7509 Stimmen, die auf v. Osten (Nl.) fielen.

Melle-Diepholz. Arnswaldt (SEB.) gewählt.

Schweinfurt. Burger (Ctr.) gewählt gegen Georg (Nl.)

Bayreuth. Im Wahlkreis Bayreuth ist der Sieg von Bayerlein (Nl.) zweifellos.

Salzwedel-Bardelege«. Schulz-Lupitz (Np) gegen Graf Schulenburg (Cons.) gewählt.

Rnppin-Templin. Bohm (Fr.) gegen Lamprecht (Cons.) gewählt.

Coburg. Beckh (Fr.) gegen Schmidt (Nl.) gewählt.

CttaU* ttttb Provinzielles.

Sieben, 28. Juni 1893.

♦♦ ProvinzialauSschub'Sihung. Samstag den 1. Juli I. I., Vormittags 9 Uhr beginnend, findet im Regierungs­gebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt, in welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung gelangen: 1. Recurs des Pferdemetzgers M. Keßler in Gießen gegen einen Polizeibefehl des Großh. Polizeiamts Gießen. 2. Beanstandung der Bürgermeisterwahl zu Hattenrod. 3. Reclamation gegen die Bürgermeisterwahl zu Usenborn, modo Beschwerde wegen der Kosten. 4. Recla­mation des G. Daubert und acht Genossen zu Ober-Lais gegen die Bürgermeisterwahl daselbst. 8. Wirthschafts-Con- cessionS-Gesuch des Karl Hartmann in Hungen.

** Zur Reichstags-Stichwahl. Nach der im amtlichen Theile der heutigen Nummer befindlichen Bekanntmachung des Herrn Wahlcommissärs, ist Herr Landwirth PH. Köhler von Bettenhausen mit 8163 von 15150 gültig abgegebenen Stimmen zum Reichstagsabgeordneten gewählt worden. Auf Herrn Gutspächter Metnert entfielen 6987 Stimmen, ungültig waren 99 Stimmen. An der Abstimmung nahmen somit 15249 Wahlberechtigte theil.

** Stichwahlergebnisfe in Heffen. Nachdem die vor­läufigen Ergebnisse der Stichwahlen nunmehr vorliegen, sind in den neun Wahlkreisen unseres Landes als gewählt zu be­trachten: J. Wahlkreis (Gießen) Köhler (Antis.) II. Wahl­kreis (Friedberg) Graf Oriola (Natl.) III. Wahlkreis (Alsfeld) Zimmermann (Antis.). IV. Wahlkreis (Darm­stadt Dr. Osann (Natl.) V. Wahlkreis (Offenbach) Ulrich (Soc.). VI. Wahlkreis (Bensheim) Hirsche! (Antis.). VII. Wahlkreis (Worms) Freiherr v. Hehl (Natl.) VIII. Wahlkreis (Bingen) Träger (Freis. Volkspartei). IX. Wahlkreis (Mainz) Jöst (Soc.). Der Parteistellung nach gehören demnach je drei Abgeordnete der nattonalliberalen und antisemitischen, zwei der socialdemokratischen Partei und einer der freisinnigen Volkspartei an.

** Wieder hat das Museum des Gefchichtsvereins neue Bereicherungen erfahren, die hocherfreultch sind. Wenn schon die schönen großen photographischen Aufnahmen von Alt- Gießen, die der Stadtvorstand dem Verein mit so dankens- werther Bereitwilligkeit zu übergeben die Güte hatte, während der letzten Sonntage in der Ausstcllungszeit die Aufmerksam­keit aller Besucher in hohem Grade fesselte, so war dies bei den Kennern römischer Alterthümer in noch erhöhtem Maße der Fall bet den mächtigen Stücken von Ueberresten einer römischen Heizanlage von Echzell (1 Center), von welchen die meisten gestempelt sind (LEG XXII PPF). Ganz neu dazu gekommen ist eine kleine, aber höchst interessante Samm­lung römischer Alterthümer von Mainz, die von einem warmen Freunde des Vereins erworben und im Museum ausgestellt wurde. Hervorzuheben ist ein großes Broncegefäß mit Hand­habe, eine sehr merkwürdige Waage mit zusammenzuklappendem Waagbalken auö Bronce, vier Schlüffel, von denen drei als Fingerringe getragen wurden, ein Broncelämpchen, neun Weln von verschiedener Gestalt, z. Th. noch mit Nadel, ein siM^ner Löffel und andere kleine Gegenstände. Am kost- Mslcii aber ist eine große GlaSurne mit Deckel (Bowle) die vortrefflich erhalten ist. Wir verfehlen nicht, alle Freunde der Geschichte auf diese Neuerwerbungen aufmerksam zu machen. DaS Museum des Oberhessischen Geschichtsvereins im alten Rathhause auf dem Markt ist Sonntags von 11 bis 12 Uhr geöffnet.

** Kircheucovcert. Sicherem Vernehmen nach wird am Freitag den 7. Juli dahier zum Besten eines Frauenheims ein Kirch en co nc ert stattfinden, zu welchem unsere gefeierte Frau Marie Wittich von Dresden ihre Mitwirkung neben anderen hochgeschätzten Kräften zugesagt hat. Bei der großen Verehrung, welche der Genannten aus allen Kreisen entgegengebracht wird, darf auf einen jedenfalls starken Besuch des ConcerteS, deffen Programm demnächst erscheinen wird, gerechnet werden.

** Zu Ehren deS in daö Großh Oberconsifiorium nach Darmstadt berufenen und von hier scheidenden Großh. KreiS- amtmannS Herrn Rebel fand gestern im Caf6 Ebel ein

AbschiedS-Mahl statt, zu welchem sich, außer den Beamten des KreiSamtS, fast färnrntliche Bürgermeister des Kreises zusammengefunden hatten.

'* Der heutige Kirfchenmarkt zeigt ein äußerst lebhaftes Gepräge. Die günstige, allerdings gegen Mittag sehr heiße Witterung brachte unS zahlreiche Bewohner der nahen und weiteren Umgegend. Der Kirschenmarkt selbst ist gut beschickt, lauter oberhesfische, in der Qualität gut gerathene Kirschen. ES stellte sich der Kaufpreis auf Prima Etnmachkirschen per Pfund 18 20Pfg., Sauerkirschen 18 Pfg. Von der beson­ders guten Art Herzkirschen waren wenig da.

Runder Pfahlgrabeuthur«. Die Annahme, daß die Beobachtungsposten an der Limes-Linie alle in viereckiger, sei es quadratischer oder rechteckiger Form erbaut gewesen seien, ist in diesen Tagen durch Herrn Kofler bei seinen Nachgrabungen in dem nahen Holzheimer Walde widerlegt worden. Es wurden nämlich von ihm in einem Hügel, der schon früher einmal durch unseren oberhessischen Geschichts­verein leider erfolglos, untersucht worden war, die gut erhaltenen Fundamente eines kreisrunden Thurmes von 5 Meter Durchmesser gefunden. Die Mauer desselben ist aus rohen Lungsteinen außerordentlich schön zusammengefügt und zeigt innen wie außen einen 10 cm breiten Sockel. Ihre Stärke beträgt unten 100, oben 80 cm und ihre Höhe 4080 cm. Bemerkenswerthe Fundstücke wurden bei dieser Ausgrabung nicht gemacht.

Wiefeck, 24. Juni. Nekrolog. Am 15. d. Mts. verschied in seinem Geburtsorte Selters (Kreis Büdingen) nach längerem Leioen sanft und gottergeben der Lehrer Konrad Spahn. Dieser lebensfrohe, humorvolle, oft von fröhlicher Laune übersprudelnde Geist, dieser treue, ernste Arbeiter im Wein­berge des Herrn er ist eingegangen zur ewigen Ruhe. Wenngleich er auch nur während weniger Jahre seine Lehr- thätigkeit entfalten konnte, so sei er darum doch nicht ver­gessen. Spahn wurde als Sohn einfacher, biederer Landleute am 24. August 1866 geboren. Schon frühe mit Liebe für den Erzieherberuf erfüllt, besuchte er nach der Entlassung aus der Volksschule seines Geburtsortes die Präparandenanstalt in Lich und hierauf das Seminar in Friedberg. Die erste dienstliche Verwendung fand er in Wieseck. Sechs Jahre wirkte er hier mit großem Eifer und gutem Erfolge und erwarb sich dadurch das Wohlwollen seiner Vorgesetzten. Hier wurde ihm auch seine Gattin, Marie Erb, die ihm die wenigen Jahre, die sie an der Seite ihres Mannes verleben durfte, eine treue Pflegerin und sanfte Trösterin in allerlei Mühselig­keiten gewesen. Anscheinend körperlich rüstig, wurde er vor einigen Jahren von einem Lungenleiden befallen, zu deffen Linderung er die Quellen von Ems mehrmals aufsuchte. Da aber die Krankheit wiederholt und in verstärktem Maße auftrat, so sah sich der Heimgegangene genöthigt, im Jahre 1891 um seine Pension nachzusuchen, die ihm denn auch mit der Maßgabe gewährt wurde, daß bei völliger Rekonvaleocenz eine geeignete Stelle ihm wieder übertragen werden sollte. Er siedelte hierauf mit seiner Familie nach seinem stillen, friedlichen Heimathsort, um in der frischen Luft des Nidder- thales seine Gesundheit zu kräftigen. Noch einmal trieb ihn sein rastloser Eifer und seine Liebe zum Lehramte in die Schule. In Langenbergheim fand er eine neue Wirkungs­stätte, aber nur für kurze Zeit. Schwer erkrankte er an seinem alten Leiden. Nachdem er sich infolge sorgsamer Pflege und ärztlicher Hilfe einigermaßen erholt hatte, kehrte er zu den Seinen nach Selters zurück. Hier, wo einst seine Wiege für die Erde stand, wo seine Mutter ihn ans Herz gedrückt, wo sein Vater ihm die Weisheit und seine Lehrer ihm das Christenthum ins Herz gegraben, hier sollte er ruhen, sollte er auch seine letzte WiegeWiege für den Himmel" finden! Umgeben von den Seinen, sah er dem Tode furchtlos und mit klarem Blicke entgegen, sanft und schmerzlos ging er ein zur Ruhe der Seligen, noch im Tode ein gottergebenes Männerbild, das nicht unbeweint geschieden. Sein Andenken bleibet im Segen. W.

§ Bermuthshain, 26. Juni. Durch den Futtermangel hat der Waldfrevel in dem Oberwalde außergewöhnlich zugenommen. Die Forstbehörde stellt jede Nacht Beamte zum Schutze des HeugraseS aus. Der Forstgehilfe Blöffer von Siechenhausen wurde von Frevlern in einer der letzten Nächte angegriffen und machten dieselben den Versuch, ersteren an einen Baum anzubinden, jedoch mißlang ihnen dies voll­ständig. Die Frevler mußten mit einer tüchtigen Tracht Prügel abziehen.

A. Altenstadt, 26. Juni. Der kalte Sommeranfang ist nach zwei Tagen in eine feuchtwarme Witterung übergegangen, welche auf unsere Bevölkerung wie eine Erlösung eingewirkt hat. In unserer Gemarkung und auch in der Umgegend steht ein erfreulicherObstsegen in Aussicht. Obgleich die Früchte noch lange nicht ausgewachsen sind, hat man manche Bäume mit 8 10 Baumstützen versehen müssen. Aber.die Früchte fielen wegen der entsetzlichen Dürre ab. Am 23. l. MtS. kam ein kräftiger Regenguß und jeder Tag bringt einige Regenschauer weiter. Die Luft ist eine andere geworden, in den Gemüthern der Menschen regt sich die Hoffnung wieder, frisch und kräftig stehen die Gewächse da. Möchte die höchste Noth überstanden sein! sagt ein Nachbar zum anderen. Wir sind in der Heuernte. Die Graspreise sind horrent l 160 Mark für einen Morgen Gras, auf dem vielleicht 16 Centner Heu geerntet werden können. Manche Wiesen sind den Mäherlohn nicht werth und doch bietet man 15 bis 20 Mark dafür. Hie und da schüttelt der Sturm die Früchte der Obstbäume zum Theile herab und bricht auch Aeste. Man ist es zufrieden, wenn der Sturm nur aus Wellen bläst und der entsetzliche Nordostwind wegbleibt. Hundert Tage Nordostwind ohne einen Tropfen Regen, das war trotz Ben Akiba noch nicht da.Alleweil ist meine Kuh 50 Mk. mehr werth'/' rief mein Nachbar, als am vergangenen Freitag ein mehrstündiger Regen niedergegangen war. Unsere Winter­früchte stehen immer noch gut, besonders da, wo Zuckerrüben

gebaut werden. Die tiefgründige Durcharbeitung und kräftige Düngung des Bodens erzeugt Früchte, welche den Unbilden der Witterung viel bester widerstehen, als die Gewächse auf weniger culttvirtcm Boden. Auch die Kleeäcker machen sich nach und nach heraus und die Hackfrüchte haben seit drei Tagen ersichtliche Fortschritte gemacht.

AuS Oberheffeo, 25. Juni. Der Abgeordnete für den Reichstagswahlkreis Friedberg-Büdingen, Graf Oriola, wäre 2 Tage vor der Stichwahl beinahe verunglückt. Vor Nieder-Mockftadt, wohin er mit 3 Herren fuhr, wurden die Pferde des Wagens scheu. Zwei der Herren, darunter der Landtagsabgeordnete Westernacher, erlitten durch Herab­springen von dem dahinrasenden Gespann Verletzungen, daS Gefährt selbst mit den Pferden stürzte innerhalb deS OrteS, wobei Graf Oriola mit seinem Begleiter, ohne Schaden zu nehmen, herauSgeschlendert wurde.

E. Echzell, 26. Juni. Die HeugraSver st eige­rungen liefern enorme Zahlen. Alle Diejenigen, welche Futter zu verkaufen haben, sind selbst erstaunt über daS waS geboten wird, denn die Erträge übersteigen daS Taxatum durchgängig um das Doppelte. Unsere Nachbargcmeinde Bingenheim hat ihren Wiesenertrag mit 5500 Mark in den Voranschlag eingestellt und hat über 11000 Mark erlöst. Sie hat eine neue Spritze augeschafft, erhält im Herbste eine neue Orgel und Kirchenheizung, was alles durch den Wiesen- ertrag gedeckt wird. Schade, daß die Gemeindemitglieder doch dafür aufkommen müsten. Bei den Privatwiesenbesitzer, den Standesherrn und dem FiscuS erscheinen ähnliche Preise. Sie bringen aber nirgends Segen. In unserer Nachbarschaft Berstadt, Bistes, Reichelsheim, Wohnbach, Weckesheim geht es wie uns. Der eingetretene Regen kann zu guterletzt auch das theuere Futter noch schädigen, wie es die Junikälte an Kartoffeln u. s. w. that. Auf der anderen Seite ist sein Nutzen unberechenbar. So heißt es bei dem Landwirthe das ganze Jahr:Hangen und Bangen in schwebender Pein'/

Offenbach, 26. Juni. Bei dem gestern hier ftattgehabten Schützenfest ereignete sich ein bedauerlicher Unfall. Durch den herrschenden Sturm und Regen scheint sich bei einer außer anderen Volksbelustigungen vorhandenen Schiffs­schaukel das Gebälk gelockert zu haben, denn dasselbe stürzte ein Das 13jährige Mädchen einer hiesigen armen Wittwe wurde hierbei derart von einem schweren Balken auf den Kopf ge­troffen, daß es bewußtlos vom Platze getragen werden mußte und in verflossener Nacht verschieden ist.

Vernr-fehter.

* Die Distaoz-Radfahrl Wien Berlin beginnt am 29. Juni, Vormittags 6 Uhr, und fahren von da ab alle 5 Minuten Gruppen von je 10 bezw. 9 Fahrern. Im Ganzen sind 149 Meldungen eingegangen und zwar zu a/8 auS Deutsch­land, zu 78 aus Oesterreich. Von speziell hier bekannten Wetrfahrern sind vertreten: Michael Haerty auS Steinheim, Meisterfahrer von Hessen für 1893. Anton Blank auS Bingen. August Lehr, Heinrich Kilian und Otto Beyschlag aus Frankfurt a. M. Theodor Jaide aus Mannheim. Möge St. Peter und Paul dem großartigen radsportlichen Unter­nehmen günstig sein!

* Prag, 27. Juni. Die Ortschaft Hon au in Nord­böhmen brannte bei heftigem Sturmwind vollständig nieder. Drei Menschen fanden in den Flammen den Tod.

* Rom, 28. Juni. In Maud nie (Nord-Italien) brachte ein Mann seine Eltern, zwei Brüder und zwei Schwestern um und floh, mit einem falschen Paß versehen, nach dem Ausland.

Eingesandt.

Sieben, 27. Juni 1893.

Die zahlreichen Fischleichen, die vor einigen Tagen in der Lahr trieben, sind im Heßlar, an der Kuhwetde u. f. w ans Ufer gr, schwemmt worden. Dadurch wttd aber die Luft so verpestet, daß gesundheitliche Schädigung der Vorübergehenden zu befürchten ist. Es ist höchste Zeit, daß die massenhaft am Ufer liegenden todtm Slfdfce weggeschafft werden, damit nicht auch der noch vorhandene Fisch­bestand gefährdet wird. Hoffentlich trifft die Bebörde, die es angeh!, Anstalten, daß die Fischleichen gesammelt und vergraben werden.

H. Br.

Wöchentliche Neberficht der Todesfälle in Gießen.

25. Woche. Vom 18. Juni bis 24. Juni 1893.

Einwohnerzahl: angenommen zu 21100 (incl. 1600 Mann Militär);

SterbltchkeitSziffer: 32,03°/« bezw. 19,71 nach Ausschl. der Ortsfremden.

Kinder

ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom

1. Lebensjahr: 2.-15. Jahr

Rachenbräune

3 (3)

3 (3)

Lungenschwindsucht

1

1

Lungenenttündung

Tuberkulose anderer

1

1

Organe

1 (1)

1 (1>

Brechdurchfall

Angeborene LebenS-

1

1

schwäche

Andere bekannte

1

1

Krankheitm

5 (1)

3 (1)

2

Summa: 13 (5) 6 (1) 1 6 (4)

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel! der Todesfälle in der betreffcnbtn Krankheit auf von auSwärtS nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Witterungsaussichten

Wetterhäuschen, Südanlage.

2r.Juoi, Mittag» 12 Uhr

2». JuntMoraen» d ÜÜ

Barometer:

Thermometer:

Hygrometerstand: Mittlere

min.'144mm, max.745nrm 4-11° R.+ 18'/? R.

Gewitterbildung.

Barometerstand bei 0°

mfn. 743mm. max. 744 ma) . 4-10V? R. 4-19° R.

Gewitterbildung.

i. = 744,7 mm.

Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemesten am 28. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr' Master 16V,, Luft 23 Grad.

Rübsamen'sche Badeanstalt.