Ausgabe 
27.7.1893 Erstes Blatt
 
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1893

Donnerstag den 27. Juli

Arrnsprrcher 5L

hier.

Amts- und Anzeigeblatt für den lirtt» «^ieszen.

Hratisöeikage: Hießener Iamittenötatter.

lessow

Gießen, den 25. Juli 1893.

Betr

welche von sieben Beamten, drei Offizieren und zwölf Unter-

Lllk Annoacm-Vurraux bei In- und lullonM nehm« »njeifen für denGießener Anzeiger" mtge-en.

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Der mein A«|ri|« erscheint täglich, eit »ulnahme de» Montag».

Die Gießener

erben dem Anzeiger /^chrntlich drei hchMlegt.

94.00 88.40 22J00 40.S0

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: L-hr-rcurfuS für einfü&run« tariw®ommerftine"in Deutschland eine vollständige geworden

Handarbeitsunterrichts in Volksschulen inDarmstaot. | l ,, nnfipfi^nhpr

Birrttljäbriatr jHeeeem<et5»rrUt 2 Mark 20 Ptg.* Uringerlodn.

Durch die Post drzoga« 2 Mark 50 Pf».

Ktbachon, tTpebWee und Druckerei:

Gießen, den 25. Juli 1893.

Betr.: Die Nemunerirung des Feldschutzpersonals.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen sm die «rsdh. Bürgermeisterei«« de» «Teile».

Zur Belohnung des Feldschutzpersonals ist uns auch für 1892/93 Seitens Großh. Ministeriums em Credit zur Ber- füauna gestellt worden. Sie wollen uns daher binnen 14 Tagen diejenigen Feldschützen Ihrer Gemeinden, welche sich durch treue Pflichterfüllung ausgezeichnet haben, unter Angabe ihres Alters und der Dienstjahre, namhaft machen.

Wir machen hierbei darauf aufmerksam, daß es weniger auf die Zahl der zur Anzeige gebrachten Feldfrevel ankommt, als auf den von dem betr. Bediensteten betätigten Dienst­eifer, insbesondere in Verhütung von Freveln durch stete An­wesenheit im Felde und daß ferner auch das außerdienstliche Verhalten (nüchterner Lebenswandel) mit in Betracht zu ^^Gleichzeitig werden Sie uns diejenigen Feldschützen, welche Sie einer Belohnung nicht für würdig halten, unter Angabe der Gründe benennen.

I. V.: Dr. Melior. ___

Mn« ob. Mittel«»

HM «W VMM Uag. BtHtet erbeten-

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Die

Großh. Kreis-Schulcommisiion Gießen

an die Schulvorstände des Kreises.

Wir bringen zu Ihrer Kenntniß und Mittheilung an die Lehrer, daß von dem Verein für Volksbildung in Darm- stadt für Lehrer allgemein, besonders aber für Lehrer der Volksschule ein 8tägiger unentgeltlicher Lehreursus in rubr. Betreff, den Herr Profeffor Kumpa abhalten wird, in den Herbstferien vorgesehen ist.

Anmeldungen hierzu sind innerhalb 14 Tagen bei uns einzureichen. Es ist möglich, daß auch einige Lehrer eine Unterstützung erhalten können, doch ist dies bei der Beschränkt­heit der Mittel ungewiß.

I. V.: Dr. Melior.

tzrn von auswärts suchm MrAamdm»«» ÄiS**

, DktfA", A '

Der preußische KriegsMinister v. Kalten- born-Stachau wird nach der Rückkehr von seiner gegen- wärtigen Dienstreise in Baden und im Reichslande einen mehrwöchigen Urlaub antreten. Vielleicht darf man letzteren als den üblichen Vorläufer des wohl nicht mehr zu bezweifelnden Rücktrittes Herrn v. Kaltenborns betrachten, obwohl der Zeitpunkt dieses signalisirten Ereignisses noch nicht feststeht. Ueber den eventuellen Nachfolger des Kriegsministers verlautet

Nr. 174. Erstes Blatt

blosser. Weiner. MfgM.

1 Wen. uT - nds 8 ühr: Innung

i Berlin.

1150, fBr unnoemerlrte ahenbaudlung des Herrn

6343 Äk. 1.85.

Caffel einen Besuch abstatten.

Der Bundesrath hat am Samstag endlich auch seine Sommerferien nach Erledigung einer ziemlich reich­haltigen Tagesordnung angetreten. Hiermit ist die parlamen- B ° r. ir. . . fTs - kt A.1 ~ nlrta ntl ft AM hi rt P APVnnrhPtl.

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Set

Betr.i Die Waldstreu. .

Das Grotzherzogliche Kreisamt Gretzeu

an die Grostherzoglichen Bürgermeistereteu

Albach. Avendorf a. b. Lba., AltenBnseck, Beuern, Climbach, Ettingshausen, Gießen, Großen-Buseck, Großeu-Lmben, Gruuberg, Harbach, Haufen, Lang-Göns, Langsborf, Lauter, Llch, Lollar, Lumba, Mainzlar, Nonnenroth, Obbornhofen, Reiskirchen, Rod- beim, Rödgen, Röthges, Rüddingshauseu, Stangenrod, Stein, bach, Steiuheim, Watzenborn mit Stemberg, Wettersham, und Wieseck. .

Wir benachrichtigen Sie, daß Großherzogliches Ministerium

offizieren begleitet wird, ihr Lager am Scharmützelsee bei Buckow aufgeschlagen und machte sich sofort daran, denBrod- bedarf der Berliner Garnison fertigzustellen- daö nothige Wasser wurde einem in der Nähe des Sees gebohrten artesischen Brunnen entnommen. Die nächsten Ortschaften, welche die Feldbäckerci zu berühren gedenkt, sind Fürstenwalde und

f GEWEffß^ tattuw Ä LEIPZIG . beiV 1873,J ent-

(10 Leipzig 1879.

Hichmer Anzeiger

Kenerat-Mnzeiger.

Dentfche» Reich.

Berlin, 25. Juli. Der Kaiser und die Kaiserin sind von ihrer Erholungsfahrt in der Ostsee am Montag Nachmittag 4 Uhr wieder in Kiel eingetroffen, die Majestäten erfreuen sich des besten Wohlbefindens. Von Kiel aus gedenkt sich der Kaiser in diesen Tagen nach England zu einem etwa achttägigen Aufenthalte zu begeben, die Kaiserin ihrerseits wird den kaiserlichen Kindern auf Schloß Wtlhelmshohe bei

Attrlaird.

Paris, 25. Juli. Der französisch-siamesische Streithandel nimmt mehr und mehr einen Verlauf, wie er offenbar von den Chauvinisten an der Seme gewünscht wird. Das Pariser Cabinet hat die Antwort Siams auf daS französische Ultimatum als nicht genügend zurückgewtesen, da sich die siamesische Regierung sträubt, alle die weitgehenden, in dem Ultimatum der Rothhosen enthaltenen Forderungen ohne Weiteres anzunehmen. Zunächst ist deshalb der französische Gesandte in Bangkok von Paris aus angewiesen worden, seinen Posten zu verlassen, die Abreise soll erlängstens am 26. Juli auf dem KreuzerForfait" vollziehen. Die Blokirung der siamesischen Küste durch die französischen Kriegs­schiffe soll dann sofort folgen, freilich würde diese Blokade bei der gegenwärtigen Schwäche der Seestreitkräfte Frank­reichs in den siamesischen Gewäffern einstweilen nur eine nominelle sein. Auffallender Weise zögert aber der Gesandte Siams in Paris, Prinz Vadhana, noch immer mit seiner Abreise, was zu der vielleicht nicht ganz unberechtigten An­nahme Anlaß gegeben hat, Siam werde sich in letzter Stunde vielleicht doch noch bequemen, sämmtliche Forderungen Frank- reichs zuzugestehen. Eine recht klägliche Rolle pielen in der siamesischen Affaire fortgesetzt die Engländer, die angeblichen Beschützer Siams, sie sehen der brutalen Vergewaltigung die es Landes durch Frankreich noch immer ruhig zu, als ob die Engländer an der Festsetzung der Franzosen ui Siam weiter aar kein Interesse hätten! Das deutsche Ka­nonenbootWolf" ist zur Wahrung der Jutereffen der Deutschen in Bangkok daselbst -mg-troff-n. - Wahrend sich Siam durch di-Franzosen an bi-Wanb gequetscht sieht, wirb eS jetzt zum Ueberfluffe auch noch von den Russen drang

$eC Das neue deutsch-englische Abkommen, betreffend di- definitive Abgrenzung der Gebiete Deutschland» und Englands am Kilimandscharo (Ostafrika) ist am Dienstag in Berlin von den beiderseitigen Bevollmächtigten unterzeichnet worden. Da die dem Abkommen vorangegangenen Verhand. langen deutscherseits von dem durch seineSchneidigkeit bekannten R-ichScommiffar Dr. Peters geführt würbe", s° dar, man wohl erwarten, baß der neue Vertrag mit England kein- B-nachth-iligung der deutschen Interessen ,n dem wichtigen Gebiet am Kilirnandscharo-Berge enthalt.

Die umlaufenden Gerüchte über geplante ZU' geständnisse der preußischen Regierung an die Polen hinsichtlich der Ertheilung des polnischen Sprach Unterrichts in den Volksschulen der überwiegend polnisch sprechenden Districte von Schlesien, Posen und Westpreußen scheinen unbegründet zu sein. Wenigstens erklär .die Nordd. Allg. Ztg." in einer halbosficiösen Notiz, sie sei in bet Lage seststellen zu können, daß Seitens der Central­instanz eine Verfügung an Schulinspectionen in dtt Provinz Posen betr. Rückäußerungen derselben über vielleicht vorzu nehmende Aenderungen in der Ertheilung deS polnischen Sprachunterrichtes nicht ergangen sei.

P Straßburg, 25. Juli. Aeußerst interessante Grenz- Übungen finden augenblicklich in der G-g-nd von Marktrch lElsaß.Lothringen) statt. An den U-bungen nehmen Theil die Fnsanterie-Regimenter Nr. 25 und 111, das Colmarer Jager­bataillon Nr. 14 und eine Abtheilung F^-Artillerie au» Neubreisach. Dies- Gr-nzübungen, die gewöhnlich alle Jahre, 10 bis 14 Tag- dauernd, stattfinden und im "°r ?en Jahre im Mllnsterthale abgehalten wurden, haben hauptsachl^ den Zweck, Osfiziere und Mannschaften mit Wegen und S egen in den Vogesen bekannt zu machen. Dafi dabet nur solche Gegenden gewählt werden, die di- Möglichkeit einesÜber­schreitens des G-birgSkammeS zulaffen, versteht sich v°"selbst. Solcher Ueberaänge gibt es, von dem sog. Trou de Belfort abaesehen, nur drei, nämlich bei Münster über die Schlucht nach Gerardmer-Epinal, bei Markirch nach St. Diö und über die Zaberner Steige nach Lüneville. Diese drei Aebergange werden deshalb auch abwechselnd zu solchen Grenzübungen benutzt. In diesem Jahre sind sie deshalb besonders mter- essant, weil zum ersten Male Artillerie daran lheUnimmt und für diese, sowie für den mitfolgenden Train ganz neue bre Waldwege hergestellt werden. An den Hebungen nehmen auch der Erbgroßherzog von Baden und mehrere höher«- General­stabsoffiziere aus Straßburg und Freiburg i. B. Theil.

ftaaten durch die Matrikularbeiträge für die gemeinsamen Reichsausgaben, also die Kassen der Bundesstaaten haben auch für die Reichskaffe aufzukommen. Dies ist nun aber im Hinblick aus die wachsenden Reichs- und Staatsaufgaben eine ost schwierige Sache für die Feststellung der Etats. Complicirt wird die Stellung der Reichsfinanzen und deren Verhältniß zu den Bundesstaaten aber noch dadurch, daß die Einnahmen (nach der Frankenstein'scheu Gesetzesklausel) aus den Zöllen, sobald und soweit sie die Summe von 130 Mil­lionen Mark übersteigen, an die Einzelstaaten überwiesen werden, welche diese Einnahmen aber gewöhnlich nicht zu ihren Staatszwecken verwerthen können, sondern in Gestalt der Matrikularbeiträge an das Reich mehr ^er weniger zurückzahlen müssen. Dabei werden offenbar die Etats der einzelnen Bundesstaaten auch durch die jährlich neuersolgende züu , r t. I Festsetzung der Matrikularbeiträge stark beeinträchtigt. Ein

des Innern nnd der Justiz den Beschlüffeu der emzelnen » -ia ^nächst die Festsetzung der Matrikniar.

- - - ,x- Aus. i 6e.{ « brei ober fünf Jahre erstreben, weil dadurch

sowohl das ReichSbudger als auch bk Budgets d-r Einzel- j stauten erleichtert werden würden. Da die hauptsächlichsten Ausgaben deS Reiches, zumal jetzt nach der He-r-sresorm, als stabile angesehen werden können, so war- wahr ch-tnltch finanziell kein B-d-nken sllr b e mehriahrtge Feststellung der Matrikularbeiträge vorhanden. Der hauptsächlichste Resorm- gedanke besteht aber wohl darin, sür bestimmte Ausgabezw-ck- auch möglichst bestimmte Einnahmen zu schaffe», al^ ganz bestimmte Arten von Steuern dem Reiche, dann den Bundes ftaaten und ferner den Gemeinden zu überwetsen. Eme solche prineipielle Reform des deutschen Steuer- und Ftnanz- wesens kann natürlich nur unter den Bundesstaaten selbst angeregt werden und nicht etwa vom Reichstage allein, der in staatlichen Angel-g-nh-it-n keine Competenz hat. Bon der R-ichSges-tzg-bung aus soll aber di- Resorrn durchg-suhrt werden, dafi die Bundesstaaten nicht mehr einen

Theil der Zolleinnahmen, sondern einen nach dem Durchschnitt der letzten süns Jahre berechneten bekommen, also einen viel sesteren Etat erhalten sollen. Sache des Reiches soll es aber bleiben, etwaige D-fieits in den R-ichS°inn°hm-n zu decken. Mau dars sagen, dafi dieser R-sormplan gut- Tendenz hat.

Gemeindevertretungen, welche in Gemäßheit unseres Aus- schreiben« vom 1. Juli 1893 (Gteb- Anz. Nr-ISS) ergangen sind mit der Maßgabe die Genehmigung erthellt hat, dast die freihändige Abgabe von Waldstreu mcht auf die Ortsbürger beschränkt werden darf, sondern sich auf alle Vieh besitzenden Einwohner Ihrer Gemeinden zu erstrecken hat.

Sie wollen die Beschlüffe der Gemeindevertretungen über die freihändige Abgabe von Waldstreu unter Berücksichtigung des Vorstehenden in ortsüblicher Weise bekannt machen.

I. V.: Dr. Melior. _

torische Sommerstille in Deutfchlano eine Dounanoigc

Re wird wohl erst im September den alsdann anhebenden Vorbereitungen für die Wintersefsion des Reichstages Platz

ton «njeigtn zu bet Nachmittag» für ben

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^Meiner, 'rklneisttt. r.

er.

Schwer.

bis jetzt noch nichts Näheres.

Berlin, 24. Juli. Auf Beschluß der großen Versamm­lung conservativer und gemäßigt liberaler Wähler, welche am 15. Februar 1893 im Saale der Victoria-Brauerei stattfand, sollten Sammlungen zu Gunsten einer wirksamen

m i Agitation für die Militärvorlage veranstaltet

Qut geplanten Reform der Rerchsftnanzen. toearben. sind von 1213 Spendern Beiträge eingegangen.

Di- zi-mlich umstäublich- unb manchmal auch sehr vor- Im Gauz-u wurb-n 1209000 Drucks°ch-N °°rs°ubt unb

Schoofi- bet R-ichst-ai-rung b-zw. b-S Buub-srath-S b-n maßen: Elng-nomm-n würben 12 72b^S Mk., °uss-g°°-n tr ibende Kraft in dem preußischen Finanzminister Dr. Miquel Versendung des Berichtes und fürno^

-ublicken ist, wohl auch die Conferenz, welche die deutschen soll in einem Sparkaffenbuche angelegt und sür patriotijche Finanzminister am 6. August in Frankfurt am Main ab- Zwecke ^bewahrt werden. b eg ®arhe,

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bringung b-r R-ichsfinanz-n beschäftigen. Nach b-r B-rsaffung fahrbaren Backofen. Am «arnStag hatte Abtheilung, sorgen außer den eigenen Einnahmen des Reiches die Bundes- I welche von sieben V

Amtlicher Theil.

Gießen, den 25. Juli 1893.

i# wirb für einen öeim s jimmtr, welches Ml -lauft ju btjkN ist.

et St an die Spedition

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