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26.11.1893 Erstes Blatt
 
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Die Gießener

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Erstes Blatt. Sonntag den 26. November ___________

Gießener Anzeiger

Kenerat-Anzeiger.

1893

Bi erleg th riß er XHxxtmtxtsfxiU e 2 Mark 90 Piß. ertt Bringerlohu. Durch die Post bqejei 2 Mark 50 Wg.

Aedactian, ExpediNae und Druckerei :

>4eC|lr*t4 Kr.r. 3*ru(P<t<tn 51.

Aints- unb Anzeigeblutt für den Kreis Gietzen.

Hratisbeikage: Hießen er Aamilienblätter

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» fstr den tnißmden tag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr.

Alle Annoncen-Bureaux de» In- und Auslande« nehm« Anzeigen für denGießener Anzeiger- entgegen.

Amtlicher Theil.

Bekanntmachung.

Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß mit XiiSsicht auf die bevorstehende Anwesenheit Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs in hiesiger Stadt, der Zahltag am Loiinerstag den 30. laufenden Monats ausfällt und deshalb tas Gefchüftslocal des Rentamts an diesem Tage geschloffen ! tlribt.

Gießen, den 24. November 1893.

Großherzogliches Rentamt Gießen

Rübe

Domänenrath.

Bekanntmachung.

Im Interesse des Publikums macht man darauf auf« mei-ksam, daß Herr Steueraffeffor Jäger seit 14 Tagen onlerweite Verwendung gefunden, etwaige, das Steuer«Com« miffariat Gießen betreffende, Zusendungen daher nicht mehr an diesen persönlich, sondern an Grostherzogl. Steuer Eldmmifsariat zu adressiren sind.

Gießen, den 24. November 1893.

Großherzogliches Steuer-Commiffariat.

Süsfert.

Zum Todtenfest.

Wenn die Blätter fallen und der Herbstwind über die 6t»ppeln segt, feiert die Kirche ihr Todtenfest, den Gedächtniß« lag der Vollendeten. Dumpfer klingen die Glocken, schwarz ftchiillt sind die Altäre, ernst ertönt Orgelton und Predigt- toeiie, lange Pilgerzüge wallen mit bekümmerten Herzen nach ten stillen Friedhöfen.

ES ist etwas Bedeutsames um solche Todtenfeier. Auch die Glücklichsten, vor denen das Leben im Sonnenlicht sich au« breitet, werden an diesem Tage ernster als je daran erinnert, daß sie nicht mehr sind als ein fällendes Blatt, eine tvelkende Blume, und daß ihr Leben dem Nebel gleicht, den tin Windstoß verweht.

Vor solchen Herbstgedanken schaudert das Herz zurück. (Der Mensch hat ein Grauen vor dem Sterben. Wie Wehe- tiift tönen die Klagen von den Denkmalen und Grab« inschristen der Heiden. Auch der Kränkste, Elendeste fühlt noch den Durst nach Leben in seiner Brust. Gottlob, daß toir im Angesichte der Sterbebette und Gräber nicht erschrecken, sondern an einen festen, von GotteS Wundermacht verbürgten Trost uns klammern dürfen. Die A u f« ersteh u ng Christi von den Tobten ist der Grund und tDaeQ unserer Hoffnung. Es lebt eine Liebe, die über allen tot) triumphirt und eine Welt deS Lebens und der Vollendung *nn6 zubereitet hat.

Wir nennen so innig unsere VerstorbenenHeirn- , gegangene" und blicken ihnen nach als solchen, die ihre selige -hetmath gefunden haben. Lassen wir uns diesen Trost nicht . rauben' Es ist ein heiliges, ein herrliches Amt der Kirche, mit Gottes Wort und in Gottes Kraft für die Ewigkeit zu erziehen und alle weltverlorenen, trauernden und zagenden Herzen mit Frieden und Hoffnung zu erfüllen. Am Todten- siste läuten die Glocken:

.flufersteh'n, ja aufersteh'n wirst Du, mein Staub, nach kurzer Ruh'!" »llnsterblich's Leben wirb, der dich schuf, dir geben."

Deutsches Reich.

Darmstadt, 25. November. Seine Königliche Hoheit der tzroßherzog empfingen heute u. A. den eidgeuössischen Hauptmann Freiherrn v. Redin g, cornmandirt zur Dienst­leistung beim Infanterieregiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. hessisches) Nr. 116, den Hauptmann Hahn vorn Jnfanterie- Siegiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, den ycrmtcrlicutenant Kreuter von demselben Regiment, corn- tiimbirt als Compagniesührer zur Unteroffizierschule in Jülich, tzerondtieutenant Biermann von demselben Regiment, den Obergüterinspector Kriegk von den Oberhessffchen Eisen- tühliren.

Darmstadt, 24. November. In Begleitung deS Großh. Hemeraladjutanten Generalmajor Wern her, der im Namen Seiner Königlichen Hoheit deS Großherzogs an dem Grabe brs ehemaligen ersten Fürsten von Bulgarien einen Kranz viederlegen wird, ist noch Major Freiherr u. Biegeleben bottn 2. Großh. Dragoner-Regiment (Leib Drag.-Regt.) Nr. 24 nadg Sofia abgereift. Letzterer wird einen Kranz im Namen hJ OffiziercorpS des Regiments niederlegen.

Deutscher Reichstag.

4. Sitzung. Freitag des 24. November 1893.

Am BundeSrathsUsche: Reichskanzler Graf Caprivi, StaatS- fecretär Frhr. v. Marschall, v. Bötticher u. A.

Die erste Berathung der Handelsverträge mit Spanien, Rumänien und Serbien wird fortgesetzt.

Abg. Dr. Paasche (nl.) erklärt sich Namens seiner Freunde gleichfalls für Verweisung der Verträge an eine Commission in der Hoffnung, daß die Commissionsberatbung so viel Klarheit schaffen werde, um auch Diejenigen zu veranlassen, dafür zu stimmen, die sich heute noch dagegen erklären. Wir wollen nicht die Meinung auf­kommen lassen, daß man in weiten Kreisen den Abschluß der bis« herigen Verträge für einen Fehler halte. Dieselben stellen, trotz mancher Beanstandung im Einzelnen, einen großen Fortschritt dar, auch für die Landwirthfchaft, der die nur wenig ermäßigten Zölle auf eine Reihe von Jahren gesichert sind. Die heutige Agitation drs Bundes der Landwirthe ist zu bedauern; man vertritt eine an sich flute Sache mit schlechten Mitteln. Es ist gewiß kein nationales Unglück, wenn einzelne Grundbesitzer ihre Güter nicht halten können, selbst wenn es Leute sind, die keine andere Vorbildung für ihren Beruf gehabt haben, als einen Curfus auf der Reitschule in Hanno­ver (Heiterkeit). Aber wenn selbst der solide Bauer, wie es heute vielfach der Fall ist, sein Auskommen nicht mehr findet, dann ist das gewiß tief zu beklagen. Die solide Landwirthfchaft muß den Schutz haben, dessen sie bedarf. Bei den Handelsverträgen aber ist dieser Schutz nicht verweigert, er ist sicher gestellt woeden. Der Bund Oer Landwirthe operirt mit Ueberbebungen und unrichtigen statistischen Angaben. Die rumänische Getreideausfuhr ist gering und nach Spanien führen wir Weizen aus. Wenn Spanien keine Concesstonen bezüglich des Sprits machte, fo erklärt sich das für jeden Kenner der Verhältnisse; jedenfalls trifft untere Regierung keine Schuld dafür. Der Landwirthfchaft werden durch diese Ver­träge keine neuen Opfer aufeilegt, der Industrie aber bt-ten sie Vor- theile und nutzen damit inbircct auch der Landwirthfchaft. Auch ich habe als practlfcher Landwirth mein Brod gegessen und bin erst später Professor der Land- und Voikswtrthschaft geworden. Ich glaube, daß die Landwlrthschast über die schlimmsten Zeiten hinweg ist (Widerspruch rechts). Für Abschluß von Hmdelsoerträgen L tout prix bin ich durchaus nicht. Mit Rußland würde die Sache anders liegen, denn Rußland hat nicht die gute Goldwährung wie Rumänien. Von Rußland könnten der Landwlrthschast in der That schwere Schädigungen erwachsen (Beifall).

Abg. v. Ploetz (cons.) weist die Angriffe auf den Bund der Landwirthe zurück Es ist kein Wunder, wenn die Agitation eine aewisse Schärfe genommen hat. Ist es doch den Bauern noch nie so schlecht ergangen, als heute. Wir malen nicht »u schwarz; im Gegen- theil stehen unsere Schilderungen noch hinter Der Wirklichkeit zurück. (Sehr richtig! rechts.) So ist es gekommen, daß die Landwlrthschast das Vertrauen in die Reichsregieiung zu verlieren begann. (Sehr richtig! rechts.) Die Männer, welche heute an der Spitze des Bun­des stehen, haben die Bewegung gemildert und verhütet, daß sie in excessive Bahnen kam. Werden diese Männer verdrängt, so werden Andere dafür eintreten, die weit schärfer Vorgehen. Bel Handels­verträgen darf man nicht einseitig die Industrie berücksichtigen. Der Landwirthfchaft sind so viele und schwere Opfer auferlegt, daß wir uns gegen jedes neue Opfer, selbst das kleinste, sträuben müssen, denn schließlich ist es ein Tropfen, der das Gesäß zum Uebedaufen bringt. Nehmen wir den Vertrag mit Spanien an, müssen wir auch den rumänischen annehmen und das geht so fort, bis unser Land mit russischem Roggen überschwemmt ist (Beifall rechts).

Reichskanzler Graf Caprivi: Graf Limburg bedauerte gestern die angebliche Gleichgültigkeit der leitenden Kreise gegenüber der Landwlrthschast und Herr o. Plvetz sagte, man habe im Lande das Vertrauen zur Regierung verloren. Ich muß diese Vorwürfe auf mich beziehen, weiß aber nicht, womit ich sie verdient habe. Ich habe jederzeit nur Wohlwollen für die Landwlrthschast geäußert, Ich habe jederzeit erklärt, wie hohen Werth ich auf Erhaltung der gesun­den ländlichen Bevölkerung lege. Schon au8 militärischen Gründen, die mir ja am nächsten liegen, dann aber auch, well es für den Staat von hoher Bedeutung ist, den ländlichen Besitz zu erhalten. Kein Staatsmann würde es verantwotten können, unthätig zuzusehen, wie die ländlichen Besitzer von ihrer Scholle scheiden. Ich verweise speclell auf Ostpreußen, das so schwer heimgesucht worden ist und dessen vorwiegend ländliche Bevölkerung so Vieles für den Staat gethan Hal. Wie sollte ich geneigt sein, dieser Provinz den ihr nöthigen Schutz zu entziehen. Wenn Opfer der Landwirthfchaft auf­erlegt werden mußten, so kann ich für mich beanspruchen, daß man mir die innere lieberjeugung zutraue, daß unterer Industrie auf anderem Wege der Absatz nicht gesichert werden konnte. Selbst Graf Stollberg und Graf Mirbach Haden sich s. Z. gegen ein Uebermaß der Getreidezölle ausgesprochen. Der Zusammenschluß der deutschen Landwirthe war mir willkommen, da der Landwlrthschast auf ge­nossenschaftlichem Wege viel genützt werden kann. Ich kann mich aber des Gefühls nicht erwehren, als ob man nicht recht weiß, was man will. Ich habe mich aus Artikeln von Koryphäen des Bundes umsonst zu informiren gesucht. Die Agitation des Bundes ist gesährlich, sie schafft Unzusitedenheit und stärkt den Egoismus gegenüber der Staatsidee. Man wirst mir vor, ich habe kein Land und deshalb keine Kenntniß von landwirthschastlichen Dingen. Ersteres ist richtig, letzteres nicht, da eS doch nicht an Mitteln fehlt, mich zu informiren. Will man tagen, ich nähme die Jntereffen der Landwirthtchaft nicht wahr, weil ich nicht ftlbft dabei tnterefRrt bin? Wohin würden wir kommen, wenn der Egoismus die Triebfeder der Handlungen der Beamten würde! Wohin der Egoismus führt, zeigt sich schon heute. Sie nehmen die Laadwirthschast aus dem StaatS- leben heraus und stellen sie in Gegensatz zur Industrie. Uebcrall Uebertretbungen. Man klagt über Gefährdung unteres Viehstandes durch Ocffnung der Grenzen; es sind aber nur vier Einfuhrstellen freigegeben, an denen Vieh unter preußischer Controlle eingeführt werden kann. Thatsächlich hat auch die Maul- ^Klauenseuche nicht zu-, sondern abgenommen. Sie Hal nicht mehr den hundertsten Theil des Um­fanges, den sie 1891 92 hatte. Ebenso find die Klagen über den Preisrückgang landwirthschaftlicher Producte, besonders für Vieh, übertrieben. An der Kalamität der Landwlrthschast ist vielfach |bie

zu hohe Verschuldung der Güter schuld. Ferner leidet sie an Arbeiter­mangel. Alles das kann sich nur allmLlig bessern, die Regierung kann nicht augenblicklich helfen. Die Herren vorn Bunde der Land­wirthe wissen daS ganz gut. Ich werde mich durch die Agitation in meinem Bestreben nicht beirren lassen und thun, waS die verbündeten Regierungen beschließen und was ich für recht und billig halte. (Beifall links.)

Abg. Schönlank (Soc.): Mr haben für die Handelsverträge gestimmt, weil sie die Bankerott-Erklärung des Schutzzollsystems be­deuteten. Ganz werden wir von diesem System freilich nicht leicht zurückkommen. Der Schutzzoll und die Wohlfeilheit der Arbeitskraft bilden die Grundlage der Wohlhabenheit der Unternehmer. Hoffent­lich werde das anders werden; die Herabsetzung der Agrarzölle war ein Schritt dazu. Spanien hütet sich vor Wiederherstellung des früheren Zustandes, eS will feinen Wein nicht mehr mit deutschem Fusel vergiften taffen. Die Agrarier brauchen Zölle und Liebes­gaben zu ihrer Unterhaltung und fchieben nun den armen Bauer vor. Der Reichskanzler legt hohen Werth auf die Erhaltung deS Besitz­standes, der eine ethische und sociale Bedeutung haben soll. Wir geben aber auf die sociale und ethische Bedeutung des JunkerthumS keinen Pfifferling. Die ländliche Bevölkerung ist oben angesehen, denn sie liefert die besten Elemente für das OfficiercorpS unb daS UnttroffidercorpS, sie liefert auch die christlichen Soldaten, die noch ihr Vaterunser beten. Sie ist deßhalb von Werth für den Klaffen­staat. Der gemeine Mann aber denkt anders. Er sieht, daß die Väter sich ein Leben lang abgemüht haben, um zu erwerben, waS nachher der Sohn in einer Nacht verspielt beim alten ehrlichen See­mann. (Heiserkeit.) Wir stimmen gegen Commissionsverweisung. Weßhalb schlägt Dr. Lieber nicht die J-suttengesetz Commission vor? Ist Paris eine Messe werth, bann ist der Jesultenantrag boch wohl ein paar Handelsverträge werth. (Heiterkeit.) Die Agitation in ländlichen Kreisen ist uns willkommen, denn Antlsemitismus unb Demagogie sind für uns vortreffliche Mintrer. Wer in ber Politik A sage, müsse auch B sagen, beßhalb folge auf Ahlwarbt Bebel. (Heiterkeit.)

Abg. Frhr. o. Stumm (Rp.) erklärt sich für Commissions- oerroelfuna unb wenbet sich gegen bie Darstellung, als ob burch die früheren Handelsverträge an sich die Harmonie der Jntereffen zwischen Industrie und Landwlrthschast verletzt worben fei. Die Getreidezolle sinb wieberholt einseitig erhöht worben. Ich schwärme nicht für bie Handelsverträge, ich habe nicht dafür gestimmt, da ich bie Herab- fetzung ber Getreidezölle Oesterreich gegenüber für einen Fehler hielt. Die Agitationen des Bundes der Landwirthe sinb weber gut noch nothwenbig. Es kann dadurch leicht ein Keil zwischen Industrie unb Lrnbwlrthschaft getrieben werben. Die Währungsfrage wirb im Auge behalten werden müffen. In den vorliegenden Verträgen werben uns erheblichere Concesstonen gemacht, als beifpielsweise in dem Vertrage mit ber Schweiz. Die Abneigung gegen Zollconcessionen für beutschen Sprit seitens Spaniens sei nahezu unüberwinblid). Der rumänische Vertrag bietet unserer Jnbustrie eine Reihe nicht unwesentlicher Ermäßigungen, während bie rumänische Getreibe- einsuhr nach Deutschland nicht erheblich sei Stehen aber wirklich erhebliche Nachthelle der Landwlrthschast den VortheUen der Industrie gegenüber, so bin ich bereit, gegen ben Vertrag mit Rumänien zu stimmen.

Abg. Richter (srs.) erklärt sich sane phrase für bie Verträge unb hält Eommissionsberathung für über flüssig. Die Zollausfälle infolge ber Verträge könnten sich im ungünstigsten Falle auf 36 Millionen belaufen, ein Ausfall, ber bald eingeholt werben bürste. Der Etatssatz an Zöllen fei im vorigen Jahre nicht nur erreicht, fonbern überschritten worben. Trotz ber Zollermäßigungen ist im letzten Jahre so wenig Getreibe nach Deutschlanb eingesührt worben als nie zuvor. Nicht bie Hanbelspolitik, fonbern bie guten Ernten haben die Berechnungen der Speculatlon zu Nichte gemacht, und die ©peculanten und Brodv.rtheuerer fitzen nicht nur an der Börse, sondern auch auf den Gütern. (Sehr gut! links.) Man hat ver- fucht, den Ausfall der preußischen Landtagswahlen als ein Votum gegen den Reichskanzler auszudeuten; es sind aber doch dabei so viel abhängige Beamte gewählt worben wie nie zuvor. Das ist kein Zeichen politischer Opposition. Wir hätten gewünscht, daß mit ben Ermäßigungen ber Zölle weiter gegangen worben wäre; aber wir nehmen auch mit diesen bescheidenen Verträgen vorlieb. Die ganze Rederei soll nur ein Doriplel für bie Debatten über ben russischen Hanbelsvertrag fein; bie Regierung soll Respect vor ben Agrariern bekommen. In bem Kampfe ber ©onberintereffm gegen bas StaatS- intereffe werben hoffentlich auch anbere Parteien gegen bie elfteren Front machen. (Beifall links.)

Weiterberathung morgen 1 Uhr.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz - Bureau-

Berlin, 24. November. DerReichSanzeigcr" meldet: Die obersten Verwaltungsbeamten in den Schutzgebieten von Togo, Südwestasrika und den Marschallinseln sollen an­statt kaiserlicher Commiffar den Titelkaiserlicher Landes­hauptmann" führen.

Depeschen deS BureauHerold".

Berlin, 24. November. Auf sechs zahlreich besuchten, öffentlichen Volksversammlungen sprachen die Reichstagsabge­ordneten Herbert-Stettin, Meist-Köln, Förster-Ham­burg und Mo lkenb uhr-Hamburg über das Thema: 100 Millionen neue Steuern zur Kostendeckung für die nach der diesjährigen Reichstagswahl bewilligte Heeresvermehrung unter besonderer Berücksichtigung der Tabakfabrikatsteuer." Eine gegen letztere und gegen jede indirecte Besteuerung ge­richtete Resolution wurde einstimmig angenommen. Im vierten Wahlkreis schloß ein Delegirter, Namens Schlüter, seine Rede mit den Worten:Nieder mit der gesetzgebenden