Ausgabe 
26.2.1893 Zweites Blatt
 
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- wir uns sehr freuen würben, wenn recht viele Ge- meinben, auch biejenigen, in welche im vorigen 3ci§r btist» kästen gekommen stnb, solche anfertigen ließen, sehen wir bis 1. September b. I. ben Berichten berjentgen von Ihnen, welche unserer Empfehlung entsprechen werben, barüber ent* gegen, ob bie Nistkästen fich bewährt haben.

ü. Sägern.

Localer unb Lrovinzielles.

Hieße«, 25. Februar 1893.

Der Gelreide»arkt. Die Tendenz im deutschen GetreidegeschLst bleibt nach wie vor eine matte, wie solche sich auch im Verlause der jüngsten Berichtswoche bekundete. Von den ausländischen Getreideplätzen fehlte es fast gänzlich an Anregungen, so daß sich der Verkehr aus den allermeisten Getreideplätzen des Inlandes in sehr engen Grenzen bewegte. Wenn trotzdem sich die Preise für Roggen wie für Weizen im Allgemeinen behaupteten und nur ver­einzelt kleine Rückgänge auswiesen, so ist dies wohl der Vorsicht im Angebot zuzuschreiben, die ihrerseits mit Besorg- nisten wegen des Wetters zusammenhängen mochte. Hafer verkehrte ebenfalls beinahe überall sehr still und wenig im Preise verändert. Die Notirungen an der Berliner Producten- börse waren: Weizen von 146160 Mk. pr. 1000 Kilogramm, Roggen von 128136 Mk., Hafer von 140157 Mk., Gerste von 115175 Mark.

§ Srebenhaiu, 22. Februar. In dem benachbarten Bermuthshain sah man heute einen höchst seltenen Trauerzug. Er galt dem Begräbniß der Eheleute Balthaser Muth II. und Elisabeths Muth, geborene Oechler. Beide Eheleute waren einen Tag nach einander gestorben. Der Mann hätte ein Alter von 73, die Frau ein solches von 63 Jahren erreicht.

Q Hungen, 23. Februar. Der hiesige Landwirth D. Weck fiel vor einigen Tagen in seiner Scheuer so unglücklich, daß er infolge der dabei erhaltenen schweren Verletzungen heute verschied. Allgemein bedauert man den jungen kräftigen Mann, welchen so plötzlich der Tod ereilte. Auch eine ältere Frau, welche des Abends vor dem Schlafengehen die Stube verlosten hatte, fand man bald darauf auf der Treppe vor der Stubenthür tobt liegen. Ein Blutsturz war die Todesursache.

Lauterbach, 21. Februar. Eine hiesige Familie wurde in einer der letzten Nächte durch ein unheimliches Ge* Polter im Hause aus dem Schlafe geweckt. Obwohl die Leute Diebe im Hause vermutheten, verhielten sie sich doch ruhig bis zum Morgen. Als sie sich nun aus der Stube wagten, sahen sie den nächtlichen Ruhestörer noch in der Küche sichen und zwar eine Kuh! Nur mit größter Mühe gelang es, die ungebetene Köchin aus dem etwas engen Raume zu entfernen. Der Grund, weshalb die Kuh ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort verlosten, soll folgender gewesen sein Ein Nachbar hatt? geschlachtet und bekam des Abends von guten Freunden nach altem Brauch einige salben Töpfe wider die HauSthüre. Dadurch erschreckt, hat sich das Thier wohl losgeristen und ist durch die angelehnte Verbindungs- thür in die Küche gekommen. Daß die Kuh, wie zwar auch behauptet wird, infolge deS Gesangs der fidelen Schlacht­gäste auSgekniffen sei, dürfte ihrem musikalischen Verständniß doch wohl nicht zuzutrauen sein.

Vermischtes.

* Erstickte Zwillinge. Dem im zehnten Bezirke in Wien wohnhastcn Musiklehrer und Chorsänger der russischen Kirche Josef Janda hatte seine Gattin vor kurzer Zeit Zwillinge geboren. Als die beiden Kleinen ungefähr vier­zehn Tage alt waren, befand sich der Vater einmal allein mit ihnen in der Wohnung.' Die Kinder waren an jenem Tage sehr unruhig und daS Concert, welches die beiden Schreihälse austührten und daS nicht sehr musikalisch geklungen haben mag, versetzte den Vater, der überdies schon vom Hause fort sollte, in große Bestürzung. Endlich versuchte es der in die Practiken der Kindermägde nicht eingeweihte Mann, die Zwillinge dadurch zu beruhigen, daß er sie mit dem Gesichte nach abwärts legte, so daß sie mit dem Munde daS Polster berührten. Nun waren sie ruhig und Herr Janda ging eilig seinen Geschäften nach. Als er jedoch nach Hause kam, harrte seiner eine traurige Ueberraschung. Man hatte die beiden Kleinen tobt auf ihren Kisten gefunden, sie waren erstickt. Der arme Manu gestand dieser Tage vor Gericht mit verzweiflungSvoller Miene sein Verschulden ein, für welches er schon durch den Tod seiner beiden Kinder schwer bestraft ist. Der Gerichtshof nahm auch darauf Rücksicht und verurtheilte den Angeklagten zu einer Woche Arrest.

* Eine Stunde vor dem Polizeirichter schildert ein Bericht auö Berlin, wie folgt:Unter den aus dem Polizeige­wahrsam Vorgesührten waren fast alle Stände vertreten: ein Graf D., Sproß einer begüterten Adelssamilie im Osten des Reiches, auf deren Besitzungen der als Richter fungierende Astestor einmal Gost gewesen zu sein sich erinerte; ein social­demokratischer Schriftsteller K., der behauptete, noch jetzt Mitarbeiter desVorwärts" zu fein; ein ehemals stein­reicher Bäckermeister, der eine durchaus formgewandte 93er* theidtgungSrede hielt, eine Anzahl Kaufleute, Kellner, ein ehemals fürstlicher Leibkoch, ein gewesener Gendarm, ein nm sein Patent gekommener Schiffe apitän, ein Schauspieler und drei Athleten, eine Reibe von Männern, die sichArbeiter" nannten, ferner ein holländischer Offizier a. D., ein Malaie, der al» Schistsknecht undMenschenfrester" gearbeitet zu haben nachweisen konnte u. s. w. Unter ben weiblichen Ange­klagten befanben sich:eine dreimal geschiedene Frau", eine ehemalige Qoncertfängerin, eine Lehrerin, eine Kartenlegerin, eine Gästwirthösrau, eine ehemalige Gärtnereibesitzerin,. die davongelaufene Tochter eines höheren Staatsbeamten, eine

Frau Lieutenant, verschiedene Näherinnen, eine ehemalige Diaeonisiin, eine Anzahl Ladenfräulein, Dienstmädchen a. s. w. Biele dieser Personen machten nicht den Eindruck, als ob sie arbeitsscheu seien, doch die Zeugen meist Polizeibeamten bekundeten, daß sie bettelnd betroffen worden waren. Nur wenige von ihnen konnten ihre Freisprechung erlangen, Freiheitsstrafen wurden gar manchem zudictiert. Die Strafe ist bald abgeseffen und waS dann? Die Zahl der Arbeitslosen ist gar groß und der Sinter gor hart." Und trotzdem lasten sich die Bethörien unseres Volkes nicht warnen, sondern ziehen, wie die Mücken dem Lichte, den unzählige Opfer verschlingenden Großstädten zu.

Es ist bekannt, daß auS Sleinkohlentheer viele in- dustrielle Producte, wie Ammoniak, Anilinfarben, Benzol, Sacharin :c., gewonnen werden. Weniger bekannt dürste der Werth sein, den die Steinkohlen repräsentiren, wenn ihre ausschließliche Verwendung zur Gewinnung genannter Pro­dukte in Betracht gezogen wird. Eine Tonne Kohle enthalt z. B. soviel Ammoniak, daß eine erhebliche Menge Salmiak daraus gewonnen werden kann. Aus die 9 Millionen Tonnen Steinkohlen übertragen, die London zu Heiz- und industriellen Zwecken jährlich verbraucht, ergibt dies 10000 Tonnen Salmiak im Werthe von 95 000 Pfund Sterling. Dieselbe Menge Kohlen zu Anilinfarben verarbeitet, würde 1800000 Tonnen Farbmaterial im Werthe von 400000 Psd. Sterling ergeben. Wenn trotzdem die Kohlen zumeist als FeuerungS- material verwendet werden, so liegt dies darin, daß für die erwähnten Nebenprodukte nicht entsprechender Absatz vorhanden ist. Wäre er vorhanden, so müßte sich, nach einem Bericht des Patent- und technischen Bureau von Richard Lüders in Görlitz, unser Kohlen-Heizmaterial wohl ebenso theuer stellen, als wenn Chinarinde oder ähnliches hierzu verwendet würde. Es richtet sich also auch hier der Preis lediglich nach der Nachfrage.

* Beim Abschied.Und waS würden Sie thun, mein Fräulein, wenn ich Ihnen jetzt einen Kuß raubte?"Mein Gott, wie kann ich das im Voraus wiffen?"

* Der enthüllte ZukunftSstaat.Sage mir, Männchen, ich lese jetzt immer in ben Zeitungen so oft vom Zukunfts­staat ! Erkläre mir doch einmal, was baS eigentlich ist." Zukunftsstaat? Hm, das ist leicht zu erklären, daS ist sehr einfach! Siehst Du, mein Kind, das ist: wenn man zum Beispiel wie Du im Februar schon Frühjahrs- toiletten kaufen will. DaS istZukunftSstaat und das will ich nicht!"

Landwirihschafiliche Winke und Zlalhschläge.

«uS vberheffen, im Februar.

Beiträge tut Bekämpfung deS Futter- und StreumangelS.

In unserer lanbwinhschafllichen Rück-, Um- und Vorschau Im October vor. Js. (netzeGießener Anzeiger" Nr. 241, zweite- Blatt v. 15 October 1892) brachten wir zum Schluffe den letzten Satz: Vorsicht und Sparsamkeit müssen diesen Winter fortwährend als Lchildwachen neben den Stallthüren stehen.

Seitdem ist über ein Vierteljahr verflossen und diese kurze Zeit l,at jcbcai ^anbtviuoc Vic Jtldjiltfrcll dl-se» AuSspruchrS, den sich Viele auch selbst thaten, deutlich vor Augen geführt. Langsam kam der Winter, aber in der zweiten Decemberhälfte recht energisch. Die Fuller- und Streuoorräthe schwinden immer mehr zusammen; dis man Grünfuttcr schneiden kann, vergehen noch einige Monate und bi« man Getreide ausdrischt, um Streumaterial zu erlangen, wild es Ende Juli werden. Da heißt es: Bauer, kalte jedes Hälmchen zu Rathe, denn die Fulter- und Striumitlel muffen mit Silber auf­gewogen werden. Es bleibt nichts anderes übrig, als alles Stroh zum Füttern zu verwenden und für daS verfütterte Stroh billige Streumaterialien herbeizuschaffen.

Bei Streumangel denken die Leute vor allen Dingen zuerst an Waldstreu: Laub, MooS, Ginster und Nadeln. Heber Laub (liebt es ein Sprichwort, welches lautet: Laub macht den Acker taub. Das kommt daher, daß das Laub nicht viel flüssigen Dungstoff auf­nimmt. Die Zersetzung ist eine ungenügende, wodurch der Lauddung eine geringe Wirkung auf dem Acker äußerl. Bit MooS geht es schon beffer. Die Nadeln eignen stch besonders als Dung für Tabak- pslanzen, welche in Oberhessen aber nicht gebaut werden. Ginster und Heidekraut zersetzen sich auch nur langsam.

Der Schreiber dieser Zeilen stimmt daher nicht für Waldstreu, auch destzalb nicht, weil durch zu starke Wegnahme derselben der Wald denachtheiligl werben kann. Mäßige Entnahme dieser Streu, > besonders wenn sie von Schneisen und Wegen geerntet wird, ! schadet natürlich gar nichts, kann aber einen ganz hübschen Neben- nutzen gewähr, n. Kann der Bauer also Waldstreu auf diese Weise um billige- Geld erhalten, so ist nichts dagegen einzuwenden. Muß er sie aber tbeuer bezahlen, weil überall Streumangel herrscht wie es diesen Winter der Fall ist dann thut er besser, erst einmal zu rechnen und sick umzusehen, ob nicht andere Streumtttel billiger zu haben sind und nebenbei doch einen viel besseren Dung lieferen, als die Waldstreu. Der Bauer muß rechnen lernen, das haben wir schon oft genug gesagt und wiederholen eS diesen Winter besonders eindringlich.

Zum Glück für die Landwirthschaft ist nun eine Streu vor­handen, welche nicht bloß ebenso gut wie Stroh wenigstens in vielen Fällen und besser als Waldstreu ist, sie kostet auch weniger Geld als Slrob, mitunter auch weniger als Waldstreu und liefert dabei einen trefflichen Dünger. Dieses Etreumaterial ist die Torsstreu. Der Name selbst sagt uns schon, woher die Streu stammt, es ist daher eine weitere Erklärung nicht erforderlich.

Wie kommt e« nun, daß dieses Mittel so wenig bekannt ist und daher, trotz seiner guten Eigenschaften, diS jetzt so wenig Anklang gefunden hat? Antwort: Weil die Landwirthe ein zu große« Vor- urtheil dagegen haben und--waS der Bauer nicht kennt, das

nimmt er nicht. Das ist nun alleS ganz schön und gut, denn Vor­sicht ist die Mutter deS Porzellanschrankes, sagt eine banale Redensart. Eine andere sagt: Man muß nicht von Allem zuerst haben; mit dem­selben Rechte aber kann man auch sagen: Ich gehe nicht eher inS Wasser bis ich schwimmen gelernt habe, wa» zur Folge haben wird, daß man niemals schwimmen lernt.

Somit bleibt nichts anderes übrig, als daß man die Sache einmal probirt, denn probiren geht über studiren. Wer den Torfmull aber einmal richtig probirt und angewandt hat, der wird auch mit ihm zufrieden fein. Haben bie Kartoffeln nicht hundert Jahre ge­braucht, bis sie sich in Europa eingebürgert hatten? WaS wären wir denn heute ohne Kartoffeln! Hat cs nicht Jahrzehnte gedauert, diS die Leute anfingen zu begreifen: Der künstliche Dünaer ist ein ausgezeichnete- Mittel, um die Ernten zu erhöhen! Jetzt fangen die kleinsten Bauern an, Ehilifalpeter und Thomasmehl auSzustreuen und siebe da, sie machen sehr freundliche Gesichter, wenn Jie die guten Erfolge merken. Mil der landwirthschaftlichen Buchsüd'ung geht eS gerade so, wie mit den soeben angeführten Neuerungen. Die Leute wollen noch nicht dran, weil sie noch zu große Voru'iheile dagegen haben, ober weil sie noch zu bequem sind unb daS Schreiben scheuen. Die Zeit kommt aber, wo Viele daS Aufschreiden lernen und sie sind bann sehr ärgerlich darüber, baß sie eS nicht schon längst

D.

örunbjüge der Wappen.

langen grei-

Katechismus der Heraldik.

titeratur rrnd ICunft.

- E. Cremer, liebet die Cnisiehung der christliche« Gewißheit. Zur Auseinandersetzung mit 3ranf u. Herrmann. (42 S). Gütersloh. Bertelsmann. 1893. Jrn übersichtlichen Rahmen eines frischen und verständlichen Conferenzvortrage» behandelt hier der jetzige bessische Pfarrer und Licentiat der Theologie E. (Sterner, Der Sohn deS hochgeachteten ForfcherS und Bekenners in Greifswald, die Kernfrage der neueren Theologie und den springenden Punkt in dem neuentfachten Kampfe um daS Glaubens- bekennlniß der evangelischen Kirche. UnauSweichbar deutlich und doch fachlich und weitblickend erweist er gegen übergläubige Selbst­herrlichkeit und halbgläubigeOffenbarungSkritik au» der wahren Eoniequenz deS sittlichen SelbstbewuhtfeinS die allen zugängliche Pflicht und darum auch daS Allen festdleibende Recht, nach einem biblischen Heil«glauben von des Paulu» und Augustin- Alt zu streben und desselben in diesem Streben selbst gewiß zu werden. Diejenigen, welche benEvangelischen" Glaubensbegriff al- eine sittliche, ja als die höchste ethische Frage, auch in der gegen­wärtigen Krise erfassen aber eben deh halb auch die allein zureichende Antwort auf sie in den göttlich - ethischen HeilB- thatsachen deS unoerstümmelten EoangeliumS finden, werden sich diese» klaren undfriedefchaffendenZeugnisse-imWiderstreit ber Parteien freuen und nach desselben Verfasser-weste,führender Schriftbie stell uertretenbe Bedeutung der Perfon Christi" mit um so größerem Ver­

künde von Eduard Freiberrn v. Sacken, fünfte, verbesserte Auf­lage. Mit 215 in ben T-xt gedruckten Abbildungen. In Original L'efnenbanb 2 Mark Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Da­durch zahlreiche Abbildungen erläuterte Merkchen gibt in klarer, bündiger Darstellungsform Belehrungen über Stil und Eharacter der heraldischen Figuren nach kunstwiffenschaftlichen Prinzipien und unterrichtet auf Grund der gegenwärtigen Resultate der eine- Zu­nehmenden Aufschwunges sich erfreuenden Forschung den Laien wie den Liebhaber, Künstler und Gewertsmann über da- Wesentliche der Heraldik. Da- handliche, übersichtlich gehaltene Büchlein fei nament­lich der Aufmerksamkeit derjenigen empfohlen, die in ihrem Gewerde- betrieb ober bei künstlerischen Arbeiten häufiger in die Lage kommen, daS Gebiet der Heraldik betrete^umüffen^

thaten, weil sie nachträglich einsehen lernen, baß die Buchführung Zu ihrem Besten gewesen ist. __

Wir kehren -u unterem Hauptthema der iodftreu jurucL Damit kein Jrrthum entstehen kann, bemerken wir: Die DorTVre» fall und kann den etrobmifl niemals ganz ersetze«. Edlerer besitzt Eigenschaften, bie für manche Bobenarten, z. B- schwere, notz- kalie Böden, unentbehrlich find. Wir wollen darum auch ben mist durchaus nicht abgeschafft haben. «S giltunB ben oor liegenbenFall tpecie'.l nur darum, ein StraZmittel zu finden, weiche- billig und gut ,st und unS ermöglicht, da- vorhandene Stroh «iB Futtermittel herbeizuziehen. Wer nun diese- Jahr, ber fpä - Uchen Ernte, genügende- Futter und hinlängliche- StreMiaterial besitzt bet mag eS ruhig in seiner WsithfchaN verwmden. Wer aber klug und Z"rechnen versteht, der wird sich lagen; Hast i» verkaufe t nen Töerl meines Strohes und löie einen stattlichen Posten Gelb bafitr Wenn ich mir für bie Hälfte diele- Erlöse- zorfftreu mrschane brreiÄtaerabefomeit.^wie mit bem ebenso gut ist und mein Vieh gerade so gesund und "wlich bleib als bei dem Stroh: dann ist doch offenbar die eine ftÄIfte M ©elbeB welches auB Stroh einging, reiner Gewinn. Und bar um soll vernünftiger l'iann, der zu rechnen versteht, biefen machen wollen.' Ober warum soll dn «nberet, bet auch ju rechnen versteht, da-Stroh riestg theuer bezahlen, wenn er flr bflB balbe©UD Torfstreu an schafft unb mit bieser gerade so weit reicht a - mit dem Stroh! Wer rechnen kann, der rechne und lege seine Borurtheile av. er wird e- nicht zu bereuen haben. Untenntntfc urtbeUe sind Dinge, welche Manchen zchon °)Ue-Gelb gekostet Haden- In der Industrie unb im Fabrikbetrieb zeigt sich diese- noch viel deutlicher al- in bet Landwirthschaft. Vst le blühende Geschäfte^gehm zu Grunde, weil die Inhaber e- nicht verstehen, den Fortschritten aui technischem Gebiete rechtzeitig zu folgm.

ftür heute wollen wir, da der Raum mangelt, abbrechen. Zn einem Schlußworte werden wir un-bemühen, die guten sagens^asilen de- Torfmull- vorzuführen und die «nwardimg in ben Ställm unb bei ben verschiedenen Viehgattungen <:waS näber ,u de'chrerden

an ... bet tiebrüder Stamm die schönste

ZvCClIl JlllUvX Auswahl der neuesten VuckSkinS, <b«. vioiS und Kammgarne c. zum rneterweifen Verkauf sowohl al« auch zur beste» Anfertigung nach Maß auf eigener Werkstäste. Fertig- Herren- und »navenanzüge, Havelocks, Paletot» und Joppe« tc. zu sehr billigen Prersen. 111&-

Universitäts - Nachrichten.

Die Universität-- Ausstellung beB Deutschen Reiche- in Chicago, für welche bie Vorbereitungen nunmebr beenbet sinb, wirb ein zusarnmenfaffenbe- Bild flcbm von der Be ttulune d,r biutiitn Unionfuiten al« u->d

Sie zerfällt in mehrere Abteilungen, zunächst eine aUgemeine(Unl verfitätswesen unb UniversttätSwesen im Allgemeine) und eine historische, welche historische Stücke unb brlbltd)<1 ^aTfleflungai aus brr äSrrgangmbrU brr UnlDrrfitätrn, «Ubrr

veisität-lehrer, Apparate unb Instrumente usw. enthält, sowie einzeln r wissenschaftliche Veröffentlichungen, an welche sich debeutende iS» - bedungen, Erfinbungen ober sonstige Erfolge deutscher gelehrten knüpfen. Eine dritte Abtheilung umfaßt die Lehr- und Forschungs mittel (Lehrmittelabtheilung). Nach der Absicht deSr EultuBministet. Dr. Bosse wird endlich eine besondere Abtheilung den Ltbrgang b<^ Anatomie an der Berliner Universität dar stellen. Ter erste CustoS der Anatomie hat den Auftrag erhalten, plastische und graphische DarstellÜngen aller Apparate unb Lehrmittel )u ammmzuftellen we cke diesen Lehrgang veranschaulichen. Daran schließt sich «ne »u fteflung der AnschauungStaseln für ben physiologischen Unterricht die seit 30 Jahren unter Leitung von du Bois Reymond hergeNeUt sind. Ferner wird die Einrichtung dcB OperatlonssaaleS der Komg lichm chirurgischen Klinik zu Berlin tn etnem sonderen Z mmer ausgestellt. Die letzte Abtheilung endlich umfaßt eine Bidtiothek- auSstellung. ___>

Xlcrfcbr, Land- unb Volkswirtbschaft.

- Verweichlichte vbstdäume. Laß nicht nur dieMen'chen, sondern auch die Pflanzen durch die Eultur verweichlicht werden können, hat kürzlich, wie dieT. R." mittheilt, Proseffor Sorauer in Proskau an den Obstbäumen nachgewiesen. Er Hal an'WUdlingen und Edel stammen deS Birnbaumes bie Dicke beB HolzkörperS unb brr Rinde ber Zweige gemeßen unb hat habet gefunden, daß bie Zweige unserer Culturrassen eine fleischigere Rinde bekommen, während Ler Holzkorper^ der die Festigkeit deS Zweige- bedingt, bet ihnen bedeutend an Dicke abnimmt. Dadurch verlieren die Zweige an Widerstandsfähigkeit gegen äußere Einflüsse; namentlich .st die Frostempfindlichkeit der fleischigen, wasserreichen Gewebe sehr beträchtlich. Wenn die Züchter also durch hocharadige Steigerung der Ernährung auch die ProducttonS- fähigkelt der ObstbSume steigern, größere und zuckerreichere Früchte erhalten, so müssen sie doch wohl bedenken, daß sie damit zugleich den ganzen Organismus deS Baume- verzärteln und hinfälliger machen. Zur Bewahrung einer dauernden Gesundheit unserer Eulturpflanzen tst es nach SorauerS Ansicht erforderlich, die Festigkeit des Achsen baues zu erhalten unb nicht burch fortgesetzte Steigerung der Waffei- unb Nährstoffzufuhr übermäßig zu erschüttern.