Ausgabe 
25.6.1893 Drittes Blatt
 
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Der Geistliche erklärte ihm zum dritten Male die Sachlage, die umstehenden Beistände und Bauern flüsterten ihm ziemlich energisch zu:So sag' doch einmalJa" und nun kommt aus dem Munde des Dürnbachbauers ein langsamesJa". Allgemeine Befriedigung. In der Sakristei stellt der Pfarrer etwas erregt den Bauer ob seines Zögerns zur Rede. Da antwortete der Letztere gemüthlich:Ja ich denk', so was muß man sich halt gut überlegen!" Als darob der hochwürdige Herr halb lächelnd, halb ärgerlich meint:Na, das thut man doch früher und nicht, wenn man schon vor -em Altäre steht", meinte der Dürnbachbauer begütigend: Na, jetzt lasi'n mir's halt gelten." Die Braut schien in alledem keine schlimme Vorbedeutung zu sehen, denn sie war bei derEhrentafel" lustig und guter Dinge mitsammt ihrem überlegten" jungen Ehemanne.

* Ein ««christlicher Vater. Recht unchristlich hat ein Destillateur R. in Berlin vor einigen Tagen in Berlin ge­handelt. Dem nunmehr sechzigjährigen Manne war vor nahezu 21 Jahren der einzige Sohn, damals ein fünfzehn­jähriger, leichtfertiger Bursche, unter Mitnahme von 100 Thalern ausgerückt und glücklich nach Amerika entkommen. Der Schmerz über den ungerathenen einzigen Sproß hatte sich im Laufe der Jahre gelindert, und R. nebst Frau dachten schwerlich noch an den Todtgeglaubten. Da traf vor einigen Wochen ein Brief aus San-Francisco von dem Verschollenen ein, in welchem er meldete, daß er sich durch eisernen Fleiß zum reichen Mann emporgearbeitet habe und jetzt auf dem Wege sei, seine lieben, alten Eltern zu besuchen und deren Verzeihung einzuholen. Die Freude der alten Mutter war unbeschreiblich, aber in dem Herzen des alten R., eines jäh­zornigen und gewaltthätigen CharacterS trotz seiner sechzig Jahre, erwachte der alte Groll, der eigentlich seiner Zeit den Jungen auS dem Elternhause getrieben haben soll, und als der Amerikaner nun wirklich eintraf, da lockte ihn der Vater in ein Privatzimmer, riegelte dasselbe zu und hieb so­dann mit einem zu diesem Zwecke bereit gehaltenen Todt- schläger so lange auf den Ueberraschten ein, bis dieser blut­überströmt und halb tobt bewußtlos zusammenbrach. Nur der verzweifelten Intervention der alten Mutter und mehreren Gästen der R.'schen Destillation gelang eS, den Wüthenden von seinem Opfer abzubringen. Der Sohn mußte schleunigst nach einem Krankenhause überführt werden. Mit ihm verließ , such die alte würdige Frau R. das Heim, um nie wieder­zukehren. Sie wird, sobald der Sohn wieder hergestellt ist, mit ihm nach Amerika gehen.

* Zu vier Tagen von Europa nach Amerika! Nach und nach scheinen die Entfernungen ganz aufgehoben zu werden. Auf einer englischen Werft wird gegenwärtig im Auftrage der White Star-Line einGigantic" getauftes Schiff gebaut, dessen Größenverhättnisse noch weit erstaunlicher sind, als die des berühmtenGreat Castern". Es soll angeblich 700 Fuß lang und 68 Fuß breit sein und 45,000 Pferdekraft haben. Es würde mithin acht Fuß länger sein, als derGreat Eastern", aber ein wenig schmaler- die Kraft aber würde die desGreat Eastern" weit übertreffen, da das letztgenannte Schiff nur 8000 Pferdekraft hatte. DerGigantic" soll eine Schnelligkeit von 27 Knoten haben; er würde also die Fahrt über den Ocean von Amerika nach Europa (England) in 100 Stunden, also in vier Tagen ausführen.

* Petersburg, 22. Juni. In der Auferstehungs-Kathe­drale der Stadt Romanow Borissoglebsk (Gouver­nement Jaroslaw) hatte sich am 17 d. M. zu einer Prozes­sion, in welcher ein wunderthätiges Bild des Erlösers einhergetragen wurde, eine überaus zahlreiche Menge eingefunden. Plötzlich erscholl der RufFeuer". Darauf entstand eine furchtbare Panik. Alles drängte zu den Aus­gängen, allein eine Ausgangsthür erwies sich verschlossen.

Freiheit durch engherzige Kurvorschriften beschränken zu lassen, an irgend einen geeigneten, hübsch gelegenen Ort gehen und hier die frische Luft genießen würden.

Zahllose Bäder werden nur durch Reclame in die Höhe gebracht. Da wird angekündigt, welche Krankheiten dort ge­heilt worden sind, dann und wann wird allerdings bescheiden hinzugefügt, welche Kranke von dem Besuche des Badeortes ausgeschlossen seien- eS sind dies meistens solche Patienten, die überhaupt nicht reisefähig sind, oder solche, die man schon auS geschäftlichen Rücksichten gern vom Kurort fernhält- hierzu gehören z. B. fiebernde Lungenkranke mit weit vorgeschrittenen Leiden. Nichts kann den Ruf eines Badeortes so sehr schä­digen, wie daS Bekanntwerden eines Todesfalles, den man, wenn er doch eintritt, daher möglichst geheim hält.

Gar nicht erörtert habe ich die Frage, wie häufig die Bäder selbst nach vollkommen falschen Grundsätzen verordnet sind. Wie oft kommt es vor, daß Patienten wegen eines anscheinenden Magenleidens nach Karlsbad geschickt werden, und erst nach einiger Zeit stellt sich heraus, daß der Kranke überhaupt kein Magenleiden hatte, sondern daß die Schmerzen, die er im Magen empfand, von einem beginnenden schweren Nervenleiden verursacht waren. Wie unsinnig muß in einem solchen Falle der Besuch eines Badeortes wie Karlsbad er­scheinen. Mögen alle Patienten, ehe sie sich in einem Badeort einen großen Theil ihrer Freiheit rauben lassen, eS sich, eventuell mit einem vorurtheilslosen Arzte, gründlich über­legen, ob sie nicht nützlicher und schöner die wenigen Wochen Ferien zubringen können. Ich bin überzeugt, die meisten thun besser, an die See oder an einen schönen GebirgSort sich zu begeben, wo sie in den Wäldern und auf den Bergen Erholung von den Sorgen und der Arbeit des Jahres finden. Gute Luft und Bewegung, gesunde geistige und körperliche Diät sind für die im Kampfe umS Dasein Erkrankten die wahren Heilquellen. Segensreicher sind sie als die geschäftlich zum Gelderwerb auSgebeuteten Quellen in den großen Badern, über deren Zwecklosigkeit anscheinend wissenschaftliche Redens­arten in vielen Fällen hiuwegtäuschcn sollen.

Hier entstand em fürchterliches Gedränge, wobei eine große Anzahl Personen erstickten. Andere sprangen aus den Fenstern und fanden so den Tod. Erft später wurde die Thür ge­öffnet. Im Ganzen werden 136 Leichen gezahlt. Don den Verwundeten wurden 15 in dem Hospitale der Stadt und viele andere in Privathäusern ausgenommen. Auch von diesen sind mehrere ihren Verletzungen erlegen. Bisher ist nicht aufgeklärt, wem die Schuld an dem Unglück zuzuschreiben ist. Der RufFeuer" war unbegründet, da solches nicht auSgebrochen war.

Lau-wirthschastliche Minke und Rathschläge.

«uS Cberbtffen, 23. Juni.

Das Jahr 1893 gibt dem Bauer harte Nüsse zu knacken. Die Futternoth, wie sie jetzt eingetreten ist, nöthtgt zur Verminderung deS Vtehstandes und wirft dabei manchen kleinen Bauer um Jahre zurück. Kommen dann wieder nasse Jahre, welche viel Futter hervorbringen, so wird das Vieh so theuer, daß der kleine Mann daS Kapital nicht auftreiben kann, um Vieh zu kaufen. Davon später einmal. Heute gilt es lediglich darum, mit einigen kurzen Worten darauf hinzu­weisen: wie schützt sich der kleine Bauer in der jetzigen schweren Zeit möglichst vor Schaden.

Das Erste ist: Er säet Futterpflanzen, die baldige und reiche Erträge liefern In den verschiedenen Blättern ist darauf hinge­wiesen. Die landwirthschaftlichen Fachblätter geben die wünschens- werthen Recepte und Anweisungen für die Aussaaten, wir brauchm daher nicht weiter darauf etnzugehen. Nur auf eins sei bingewiesen. Wir selbst haben in futterarmen Jahren stets recht gute Erfolge mit Pferdezahnmais gehabt. Er gibt große Futtermassen; daS Futter ist sehr milchergiebig und wird von dem Vieh sehr gerne gefressen. Der Bau von Pferdezahnmais wird deshalb bestens empfohlen. Mancher Bauer hat einen oder den anderen Kartoffelacker, der schlecht bestockt, aber sonst gut gebaut und In guter Kraft ist. Die Be­stellung von PferdezahnmaiS empfiehlt sich in solchen Fällen aufs Beste. Wir empfehlen Pferdezahnmais auch deshalb, weil er rasch wächst, es ist eine der trefflichsten Grünfutterpslanzen.

Zur Ergänzung der Streumaterialten verweisen wir auf die Anwendung von Lorfftre« DerGießener Anzeiger" brachte vor einigen Monaten mehrere Aufsätze über die guten Eigenschaften der Torfstreu, über die Anwendung derselben bei Pferden, Rindvieh und Schweinen. Wir haben jenen Ausführungen nichts hinzuzusetzen, sondern mahnen die Landwirthe dringend, die Torfstreu ge­meinschaftlich durch die Vereine beziehen zu wollen. Durch das trockene, heiße Wetter befindet sich die Torfftreu in einem sehr trockenen Zustande, was ihr Gewicht vermindert, ihren Streuwerth erhöht. Wir sind überzeugt, daß Jeder mit der Torfstreu zufrieden sein wird, vorausgesetzt, daß er sich bei Anwendung derselben nur einigermaßen geschickt anstellt.

Für diesmal möge nur noch auf einen Punkt aufmerksam ge­macht werden. Die Viehpreise sinken langsam, aber stetig tiefer, denn die Witterung hat einen Character angenommen, der auf weitere anhaltende Dürre schließen läßt. Dieses Sinken der Preise benutzen die Metzger, Geschäfte zu machen, wie sie in normalen Jahren nicht Üblich sind. Den Bauern wird das Vieh zu erbärmlichen Preisen abgekauft, die Metzger aber halten hoch mit ihren Maaren, als sei wenig Abschlag erfolgt.

Hier können die Landwirthe selber Wandel schaffen. Eie sollen ihr Vieh schlachten und daS Fleisch auShauen. Selbst wenn sie das Fleisch um 20, 25, ja selbst 30 pCt. billiger verkaufen, wie eS gegenwärtig die Metzger thun, machen sie immer noch ein gutes Geschäft. Außerdem schadet es den Landwirthm sicher nicht, wenn sie selbst öfters ein gutes und billiges Stück Fleisch verzehren. Hier geht eS grade wie mit dem Obst: die Leute sollen selbst fleißig Obst essen und nicht alle« mit Rumpf und Stumpf verkaufen. Wir wollen beute noch die eindringliche Mahnung hierher setzen: In diesem Sommer heißt es Augen und Ohren auf, mehr als je und Acht gegeben, daß nichts zwecklos verlaborirt wird, es könnte sich bitter rächen. In Betteff der Hackfrüchte empfehlen wir, soviel als thunlich, keine harte Kruste auf Kartoffel-, Dickwurzel- und Ge- müseäckern aufkommen zu lassen. In den Gärten ist besonders gegen die harte Kruste zu wirken. Nur wenn der Boden tüchtig gelockert ist, vermag Thau und feuchte Luft zu den Wurzeln zu gelangen und ein Voranschreiten der Gewächse zu bewirken. Fleißiges Behacken ist fast ebenso vortheilhaft, wie Begießen. Die Ansicht, durch das Be­hacken würde der Boden ausgettocknet, ist durch Hunderte von prak­tischen Beispielen vollständig widerlegt.

Vermehr, Land- «nd Volksrvirthschäft.

Einige Praetische Vorschriften über die «nfertignns von FruchUiqnenren.

Fruchtttqueure können im Haushalte sehr leicht hergestellt werden. Sie sind ebenso wohlschmeckenv, als die käuflichen und kosten pro Flasche nicht mehr als 40 bis 50 Pfg., also kaum ein Viertel soviel als diejenigen aus den Delicatesiengeschäften. Dabei ist der Genuß derselben ein angenehmer, dem Körper wohlbekömmlicher.

Auch eignen sie sich in weißer Flasche, die mit hübscher Etikette versehen ist, vorzüglich zur Verzierung des Serviertisches und gelten selbst in feinsten Gesellschaftskreisen zum Präsentiren bei Besuchen als ebenso zulässig, wie der Wein.

Die nachstehend aufgeführten Recepte sind dem soeben im Ver­lage von Eugen Ulmer in Stuttgart erschienenm Büchlein: H. Timm, Die Fruchtttqueure" (Piets 1.20 Mk.) entnommen:

1. Rother Johannisbeerliquenr. Rothe Johannisbeeren werden abgedeert und ausgr preßt. Dem Saft setzt man die gleiche Maßmenge Eognac (ober in Ermangelung desselben Kornschnaps) zu und versüßt mit gemahlenem Zucker. Auf 1 Liter Flüssigkeit rechnet man 175 bis 250 g Zucker. Dann wird durch Fließpapier filttttt.

2. Himbeerliqueur. Man nimmt: 2 Liter Alkohol, 2 Liter Wasser, l*/4 bis V/i kg Zucker und 4 Liter reinen klaren Himbeer­saft. Der Zucker wird tm Wasser aufgekocht und dem abgekühlten Syrup der obige Alkohol und dann der klare Himbeersaft zugesetzt.

3. Erdbeerliqueur. Man füllt eine große Flasche fast ganz mit Erdbeeren (Waldbeeren sind am besten), gießt feinen französischen Cognac darauf und läßt die Flasche an warmem Orte einige Zeit stehen. Die Flüssigkeit wird dann abgegossen, filtrkt und mit ge­läutertem Zuckersyrup versüßt. Um letzteren herzustellen, kocht man 1 kg Hutzucker mit */> Liter Master auf, schäumt ab und verwendet den Syrup kalt. Man darf jedoch kein hartes (kalkhaltiges! Wasser nehmen, weil der Liqueur dadurch trübe würde. Regenwasser ist'.am passendsten.

4. Preißelbeerliqueur. Preißelbecren eignen sich wegen ihres gewürzig bitteren Beigeschmacks vorzüglich zur Liqueurfabrikaticn. Die Früchte werden durchgesucht, wenn nothig, gewaschen, dann mit wenig Master aufgekocht und abgepreßt, worauf der abgekühlte Saft mit Cognac und Zucker vermischt wird. Auf 1 Liter Saft rechnet man 1 Liter Cognac und 300 bis 400 g Zucker. Das Filtriren geschieht durch Fließpapier.

5. Rutzliqueur. Man ze'quetscht 30 Stück Walnüsse, die Ende Juni bis Mitte Juli gepflückt sein müsien, gibt 30 Stück Gewürznelken, 2 g guten Zimmet hinzu, thut Alles in eine Flasche und gießt 1 Liter Cognac darauf. Die Flasche bleibt an warmem Orte einige Wochen stehen und wird häufig geschüttelt. Nach dieser Zeit gießt man die Flüssigkeit möglichst klar ab, filtrttt sie und ver­süßt mit klar gekochtem ^-yrup (1 kg Zucker und/ Liter Master). Nußliqueure werden grün gefärbt.

Wer sich für diesen sehr nutzbringenden und interessanten Zweig der Obstverwerthung interefflrt, den verweisen wir auf das obige Büchlein:H. Timm, Die Fruchtltqueure". Dasselbe ist soeben bei Eug. Ulmer in Stuttgart erschienen. Preis eleg. geb. 1.20 Mk.

Dasselbe kann von jeder Buchhandlung oder auch birect vom Verleger' bezogen werden. Es ist durchaus practisch abgefaßt.

Nicht unerwähnt mag hier bleiben, daß zur Herstellung von feinen Liqueuren nur ganz fuselfreier Alkohol gewählt werden darf. In Ermangelung von Cognac ist wirklich reiner Kornschnaps gut zu benutzen.

Das Filtttten geschieht durch weiße« Flltrttpapier oder auch durch FUz oder Flanell. Der Liqueur muß ganz klar werden. Setzt er beim Stehen dennoch etwas Bodensatz ab, so muß er behutsam in andere Flaschen gegossen werden.

rsrrd ICnnft

MeyerS Kleines EonverfatisnS - Lexikon oder der Kleine Meyer", wie das zweckdienliche Merkjkurzweg von seinen vielen Freunden bezeichnet wttd, liegt mit dem soeben erschienenen dritten (Schluß-) Band jetzt in der neuen, fünften Auflage voll­ständig vor. Bei der Herausgabe dieses weitbekannten Nachschlage­buches ist für bie Derlagshanblung bte Absicht maßgebenb gewesen, nach bem bewährten Muster ber großen Ausgabe von MeyerS Con- persattons Lexikon zu schaffm, welches, dem vorhandenen Bedürfnis weitester Kreise entsprechend, das gefammte menschliche Missen in knapper, aber doch erschöpfender Form zur Darstellung bringen soll. Getreu diesem Grundsatz bietet bte Verlagshanblung in der fünften Auflage von Meyers Kleinem Conoersations-Lexikon ein Hanbbuch bester Art, bas, oollstänbta umgearbeitet, reichlich vermehrt, berichtigt unb ergänzt, allen Anforderungen entspricht, wie wir sie heute an das wirklich unentbehrliche Hilfsmittel zu stellen gewöhnt find. Jedem zugänglich, allen verständlich, bringt das Werk den in ihm aufgespeicherten Schatz unserer heutigen Kenntniß auf verhältnißmäßig geringen Raum in bisher noch unerreichter Vollständigkeit. ES liefert auf den ersten Griff und ersten Blick den begehrten Nachweis, kurz, bestimmt und richtig, wie man es im Leben braucht. Ter Schwerpunkt in der neuen Bearbeitung von Meyers Kleinern Con- versations-Lexikon ist auf größere Präcifion in den Erklärungen unb auf die planmäßige Durchführung der Nachweise verlegt. Sonst sind dem Werke die vortheilhaften Eigenthümltchkeiten, um derentwillen dasselbe in allen Kreisen Eingang unb bie höchste Wertschätzung gefunden hat, erhalten geblieben. Mit einem Apparat von ca. 78000 Artikeln behandelt Meyers Kleines Conversations - Lexikon das moderne Wissen erschöpfend, sofern für irgend einen Gegenstand nicht ein engeres fachwissenschaftliches Interesse in Frage kommt. Außerordentlich unterstützt unb vortheilhaft ergänzt werden die thatsächlichen Vorzüge diese« NachschlagebucheS durch die reiche Aus­schmückung an Extrabetgaben. Heber 100 Karten, Bildertafeln und Beilagen in Holzschnitt, Kupferstich unb Farbenbruck vermitteln bie Anschauulichkeit, erleichtern und erhöben das Verstänbniß für be­sonders wichtige Textstellen in wirksamster Weise. Ein wettere» Lob erscheint fast überflüssig. Längst hat sich berKleine Meyer" einen sicheren Platz in ber Zuneigung unseres Volkes erworben, oein Ruf und Ruhm stehen fest begründet. Der billige Preis des Werke» (jeder in Halbfranz gebundene Band kostet nur 8 Mk.) und seine Be- ichränkung auf drei Bände ermöglichen auch dem Unbemittelten die Anschaffung.

Bekanntmachung.

Aufschrift der Postsendungen.

_8®r CltScrnng schneller Beförderung und Bestellung der vostsendungen müssen auf denselben Empfänger unb Bestimmungs­ort so genau bezeichnet sein, bafjJeher Ungewißheit oorgebeugt wttd. Dadei finb namentlich folgenbe Punkte zu beachten:

1. Bei Postsenbunaen nach größeren Orten ist in ber Aufschrift bie Wohnung deS Empfänger« möglichst genau anzugeben. Auch ist e« von Wichtigkeit, baß bte WohnungSangabe stet« an derselben (Stelle ber Aufschrift, nämlich unten recht«, unmittelbar unter ber Angabe de« Bestimmungsorte», erfolge.

2. Aus den nach Berlin beftimmten Sendungen ist, außer der Wohnung de« Empfänger«, der Postbezirk (0., Nn NO. x.), in welchem die Wohnung sich befindet, hinter der OrtSbe» zeichmmgBerlin* xu vermerken.

3. Gibt e» mit dem Bestimmungsorte gleich oder ähnlich lautende Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzlich« Bezeichnung beizufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Postoerkehr al« maßgebend anzusehen sind, ergibt sich auf demVerzeichniß gleichnamiger ober ähnlich lautenber Post- orte, das zum Preise von 10 Pf. durch Vermittlung [eher ReichS-Postanstalt bezogen werden kann.

4. Wenn der im Reichs-Postgebiet belegene Bestimmungsort zwar mit einer Postanstalt versehen, dessenungeachtet aber nicht al» allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt e» sich, bie Lage be« Ort« in ber Aufschrift ber Senbung noch be« Näheren zu bezeichnen. Zu berartigen Bezeichnungen eignet sich die Angabe de« Staate« und bei größeren Staaten be» politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbezirk u. f. w.), in welchem ber Bestimmungsort belegen ist, ober auch bte Angabe von größeren Flüssen [(Über), (Elbe). (Rhein), (Main) k.J, ober von Gebirgen [(Harz), (Riesenaebttge) x.j Nicht minder find zusätzliche Bezeichnungen, wie [(Thüringen), (Altmark), (Lausitz) ic.1 für den Zweck geeignet

5. Auf Postsendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer bem eigentlichen Bestimmungsorte noch biejeniae Post­anstalt anzugeben, von welcher au» bte Bestellung ber Sendung an ben Empfänger bewirkt werden bez. die Abholung erfolgen soll.

6. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung in einem fremden Postgebiete belegen und zu den weniger bekannten Orten iu rechnen ist, so ist außer bem Ortsnamen noch bat betreffende Land bez. ber LanbeSthetl auf ber Senbung anzugeben.

Die Beachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung einer schleunigen Ueberfunft der Sendungen an ben Empfänger wesentlich beitragen, und eS liegt daher im eigenen Interesse der Absender, die Aufschriften der Salbungen hiernach genau anzufertigeu.

«Volks- und Schulausgabe

von Richard Schmidtlein.

Tierleben

Mit 12oo Abbildungen im Text, i Karte und z Chromotafeln. 52 Lieferungen zu je §0 Pfennig 30 Kreuzer oder J Halb- franzbände zu je 10 Mb. = 6 Fl. 5. Hf.

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Soeben erscheint

in zweiter, gänzlich neubearbeiteter Auflage:

Zu beziehen durch die Ferber'sche Univ.-Buchhandlung in Gießen.