Ausgabe 
25.4.1893 Zweites Blatt
 
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VVoEhtc.MUw.s.St.Paul Prt., rückzahld. 1910 . y .Ebtc.Milw.sSt.Paul Pn., rückzahlb.1921 .

S°/°E«ntr.Pacis.LMrtg. rütheblb. 1896 . .

Course der Frankfurter Börse.

fftMtMitlriHw.

btr tufRkfcat Noten in Berkin, welche einerseits aus die erschwerenden Bestimmungen über den Versandt russischer Noten nach dem Ausland, andererseits aus den iu erwailenden größeren Ervort Rußlands zurück,uführcn ist.

Im Vordergrund des Interesses staud der Rentenmarkt und insbesondere die Loursentwtckelung der neuen 3prccenltgen deutschen Anleihen. Unter dem Druck der stauen Freitaasbörse der vorigen Woche waren diese schon unter ihren Emisnons- courS «faden, erholten sich aber rasch wieder, da sich lebhafte Nachfrage^ darnach zeigte. Ter dre'vrocenlige Zinsfuß erringt sich mehr und mehr die Gunst des anlagesuchenden Publikums, da mit der weiteren günstigen Entwickelung unsere« Rationaivermögen« der «Luser hier außerdem die Chance eines Loursgewinnes vor sich hat, während n> bei den oierprocentigen Staat s Anleihen früher oder später einer ZmsermLßtgung autzgesetzt sein dürfte.

Oefterreichische und ungarisch« ^onts kennten durch die Betesttgung des Dechsetcourse« Bruchtbeile prosilften. Italiener find hn Zusammenhang mit dem Besuch des deutschen «aiscr» in Rom ebenfalls gestiegen und Haden damit die vor» wöchentliche Emimße wieder ausgeglichen. Serben lagen au« den Umgangs erwähnten Gründen fest. Griechen verloren 2«/e aus den Bericht des englischen Delegirten. wovon sie aber einen 1 heil wieder eindrachten. von den außereuropäischen Papieren fanden Argentinier bei höheren Coursen Beachtung auf die Arrangemcnt«-PorschlLge der Regierung. Bestimmte« über die Höhe des Cpftr«, da« den einzelnen Anleihen zugcmulhet wird, und über die Garantien, die für die Zukunft geboten werden, tp noch nicht bekannt, aber schon der Versuch, eine Einigung mit den Släudtgern herbeizufübren, wurde von der Börse sreudig ausgenommen. Die üprocenttgen ge­wannen l/i°/e. die 4«/,procentigen äußeren Uwa SV«0/*.

Tie Realisationslust der Wiener Börse spiegelte sich in den Bewegungen aut dem Bankenmarkt am deutlichsten ab. Die deutschen Bankactien setzten zwar auch unter den SamStagScoursen ein, überwanden den Verlust jedoch rasch und schließen alle mit Gewinn. Dresdener Bank weisen etwa IVtYe, Darmstädter Bank 2, Lommandtt 3®/e Avance auf, letztere auf die in Aussicht siebenden rusfischen Con- versionen, bei welchen die Disconto-Gesellschaft hervorragend betheiltgt sein soll. Die österreichischen Bankactien dagegen bewegten sich unter ihrem Schlußcours der Vorwoche und formten erst am Donnerstag das alte "Niveau wieder erreichen.

Der Montanmarkt erhieU sein Gepi äge durch die belgischen Arbeitseinstellungen. Kohlenactien zogen Anfang« um mehrere Procent in der Erwartung an, daß durch den Ssttke dort ein größerer Absatz der deutschen Förderung zu erzielen [ein werd«, gingen aber wieder zurück, nachdem aus Belgim die Wiederausnahme der Arbeit gemeldet ward, und schließen annähernd wie vergangenen Samstag. Sisenactien gewannen durch die befiere Gesammt-Tendenz. Specielle Gründe für eine Cour« desserung lagen nicht vor und so wurde wieder zu dem beliebten Schlagworte de« deutsch-rusfischen Handelsvertrags gegriffen Obwohl schon so ost verbraucht, so verfehlte e« auch diesmal seine Wirkung nicht und sowohl Vaura als auch Bochumer wurden ca. 4«/. höher gesetzt, mußten aber die Hälfte ihres Gewinnes wieder abaeben.

Auch aus dem Bahnenmarkte waren die'Hinweise auf den Handelsvertrag nicht ohne Einfluß. Marienburger erzielten/« °/o und Lüdtck-Büchener ca. 2"/» Gewinn. Hessische Ludwtgsbahn waren aus günstige Mär,-Einnahmen lebhaft begehrt und steigerten ihren Cours um annähernd 2*/#. Au» gleichen Ursachen zeigten auch die sremden Bahnen recht feste Haftung, da allenthalben Transport zunahmen aufgewiesen wurden. _ , . .

SchifffahrtSactien, die einige Zeit vernachlässigt waren, erfreuten sich wieder befierer Nachfrage; namentlich war Norddeutscher Lloyd in Erwartung höherer Er­trägnisse durch die Ausstellung in Chicago zu besseren Coursen gesucht.

4*/c Chicago Burlington Nebraska 1927 . . 4Va*/r Ealftorrfta Pacft.

I. M. rüHahlb. 1912 EKAVckciswfMVouri con« solidated 1. M. r. 1920

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105.90 1105 I 4*/e Eisenlmho-Rentenb^ Cbliflit . .

Coare vom

40/0 Hessische Obligation.

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, Baden.....

M/o Sächsische Rente. .

3V,°/o BremerStaatSanl.

Hamb.Staalsrente »o/gOestr. Goldrente

, GriechischeMonopol- Anleihe . . .

4 /o Rumänische Rente .

5»/o Rufi. Consol» S. m

14JIV.

2L/IV.

Coan vom

14./IV.

21./IV-

106.

105.95

4'/?/oPortug^A. 88 u.89

5°/0 amort Serb. Gold-

30.40

30.50

107.45

107.50

105

105.10

Rente ....

78.50

79 30

87 50

87.70

ho/oSerbtscheEisenbahn-

99.05

99.05

Hyp.-Obl. L. A. . 4-/o Schweb. Obltg.1880r

80

81 10

98.65

99

104.45

104 50

98 10

98.10

l°/o Türken cono. Lit. D.

22.15

22.80

5®/0 Argent. Gold - Anl.

46 95

49.45

61.55

62.80

v. 1887 ...

99.35

99.05

3Vi°/o Egypt. priv. Anl.

96 65

96 85

<°/e Pfälz. Ludwtgsbahn

K0/g Süd bahn Lombarden

104 95

104.80

lBerbach) . . . , Hessische LudwigSb.

104.10

104.15

40/0 do. do.

98 30

98.70

30/0 do. do.

65.60

65.85

68/69 garanl. .

103.50

103.45

40/0 Prag-Duxer Gold .

10075

100.85

, Eltsabethb. steuerftei

Gold ....

101.80

102.

, Rudolf Gold (Salzk.)

, Franz-Josef Silber

101.60

81.80

101.85

82.20

S°/o Oestr. StaatSbahn .

108.70

108.80

3°/o siaatl. garant JtaL

<o/0 do. do.

101.80

101.80

Eisenbahn

58.35

58.80

3»/0 do. do.

30/0 Livorneser . . .

64.75

64.80

LVUI.Emiss.

84.70

84.40

40/tz Russ.Südw Etsmd.

95.10

95

3»/o do. ErgänzungSnetz 5/o Nordwestbahn Gold

81 85

108.20

81.50

108.05

40/0 Wladikawkas garnt.

40/0 gar. Sardtn.Sec.stsr.

95 25

83 20

95 82.90

tfmtMn-tMU««

LudwtgShafen-Berdach . ß

227 60

226.10

Galiz.EarlLudw.-B.-Act.

1881 ,

182.65

Hesstsche LudwtgSbahn

111.

112.50

Oest Nordw.-Bahn Ltt^.

2071/,

2UI W

Hfälztsche diordbahn

114.10

114 1

Gotthardt ....

159.40

161 10

Lübeck-Büchner . . -I

137.

139 55

JtaL Mittelmecr

106 30

105

Baet-tutUtt.

Deutsche RetchSbank

150 65

150 70

Dresdener Bank. . .

152.20

149.45

Berlin. Handelsgesellsch.

149.35

145 10

Mitteldeutsche Ereditb. .

100.10

99.50

Deutsche Dank . .

166

167.80

Wiener Bank-Verein

108

105* ,

DeutscheGenossenschftsb.

Württcmb. Bereinsbank

126.40

127.50

o.Soergel,Parrtfiu«chEo.

119.30

119 30

Deutsche Vereinsbank .

108 60

107.80

MiXitbtU.tUtieu.

Binding-Brauerer . .

168 80

167.

Deutsche Lerlagsanftalt

197

195.25

Stern- do. (Oberrad)

148.10

147 90

Farbwerke,oorm.Meist er,

Bad. Anilin- u. Soda-

Luciu« 4 Brüning.

305

312 50

fabrik ....

297.50

31990

Riebeck'scheMontanwerke

165 -

166.10

Htbernia Bergw.-Ges. .

112

109 05

Bochumer Gußffahl

137.10

125 85

8fsnMrt<f(<

40/0 Franks. Hpp.-Pfdbr.

o. 91 ab . . .

104

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4o/DeutscheGrundschld.' Bk.-Pfandbr.

102 20

102.20

3'/?/oFrnks-Hyp--Pfi'dr.

97.50

97.50

3ViVo do. . . ...

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4o/oPreutz^yp.-Act.-Bk^

31/ »/o Rhein. Hyp.-Bank-

97 10

97.10

Pfandbr. . . .

103

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Pfandbr. . . .

8i/^/p do......

97 50

97 50

42/ Meininger Pfandbr.

101.50

101 35

40/öPreuß. Sentr^Bod.-

40/9 do. do.

Ered.-Psandbr. bis 188k.....

101.70

101.80

unkündbar dis 1900

103.60

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Die düsteren Wolken, die sich AuSgang« der vorigen und Anfang« dieser Woche am politischen Horizonte im Osten und Westen zusammcngezogcn batten und durch ihre Schatten die Stimmung der deutschen Börsen niederdiückten, baden sich wieder verzogen, ohne daß eine Entladung stattgesunden hat. Die Bc ftürzung tn Wien bet den ersten Nachrichten von bim serbischen Staatsstreich hielt nicht lange an, da sich tn keinem äußerlichen Moment zeigte, daß dieser aus russische Machinationen zurückzusühren iet. Sehr rasch verschaffte sich eine ruhige, nüchterne BeurtheUung des Regierungswechsels Eingang, welche darin gipfelte, daß die neue Negierung, möge fie sein, wie sie wolle, schlimmer al« die alte nicht sein werde früherer Hebung ensprechend behauptete der neue Ftnanzmtntster, daß die Ausgaben seine« AmtSvorgänger« weniger im Interesse de« Staate« al« der führenden Partei macht worden seien und er verspricht, hierin eine gründliche Aenderung vorzu- nehmen. Hoffentlich fizbet er bei seinen Collegen die nöthige Unterstützung, damit die auswärtigen Gläubiger Serbien« wieder mit mehr Ruhe der wettrren Ent uitckelung entgegenseden können. Der Massenstrtke und die Unruhen in Belgien baden sich infolge de« Kammervotums ebenfalls gelegt. Zwar steht dos Land immerhin mit dem jetzt zur Einführung gelangenden fllassensvsiem noch hinter den >-odernen Staaten zm ück: aber e« ist jetzt doch der Mehrheit der Bevölkerung der Weg geebnet, duich grsetzu ästige Mittel und nicht durch Gewalt da« gehoffte allgc- meine gleiche Stimmrecht zu errinaen. Unter diesen Eindrückm entwickelte fich an der Frankfurter Börse im Laufe der Woche eine wesentlich festere Tendenz, als kftisangs erwartet wurde. Die Rede des Ministerpräsidenten Meckerte über die Haussebrstrebungen und Courst:eibere>en an der Peffer Böise geben zwar dort und i-, Wien Veranlassung zu größeren Abgaben; in DlUt'chland wurde dieselbe indessen günftiger aufgefaßt, da man den Schwerpunkt auf die Verstcheiung legte, daß die r^olddeschaffung für Oesterreich und Ungarn schon weit genug vorgeschritten fei, um die efs ctive Goldzahlung an dem In Aussicht gestellt n Termine auch thatiächl'ch arffzunehmen. Zwar konnten tie stauen W erer Meldungen nicht ohne Einfluß auf die Course der deutschen Börsen bidltn; sidoch war an Viesen im Allgem-inen die Kaufluh vorherrschend und auf d.n Gebieten, welche von Wien aus weniger beem ftußl werden konnten, machte sich bald ein Widerstand ge^en die Ad'chwächung geltend. N'cht wenig trug da« Zurückwetcken der Gotbdevisen tn Wien dazu b. Mag auch hierauf eine künstliche Beeinflussung mitgewirkt baden, io schwanden immerhin die vorder gehegten B'fürchtungm, daß die Zadlunasbilanz Oesterreichs von Neuem gcfährdet sei. Wertere Belebung erhielt der Markt vmch die Steigerung

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