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Nr. 250 Zweites Blatt. Dienstag den 24. October
1893
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in der Wüste. In seiner starren Unbeugsamkeit, die nur das Gebot kennt „Du sollst" gleicht er dem Jbsen'schen Pfarrer Brand, der auch lebt und stirbt auf dem Grundsatz: Wenn Du Deinem Golt nicht Alles giebst, so hast Du ihm nichts gegeben.
Eine mit großem dichterischen Feingefühl entworfene Gestalt ist die Frau Pastor Firle, die in ihrem Mann Jahre lang den festen unverrückbaren Hort ihres Lebens ge- ehen, die sich in großen und kleinen Stücken ihm angepaßt hat, und die nun doch, in der großen Krisis, die über die alten Leute hereinbricht, den geliebten Sohn nicht aufgeben und von ihrem mütterlichen Herzen verstoßen mag.
Vorgesührt wurde das Schauspiel in abgerundeter, geschlossener Form. Die Frankfurter Künstler sind immer groß in Stücken mit Psychologie. Herr Schneider spielte den alten Pastor, Herr Wallner den jungen Candidaten Johannes, undFrl. St. Frank hatte die Frau Pastorin Firle
siastischen Ehrfurcht collidierte, welche gegenwärtig von seinen Landsleuten den geliebten Russen erwiesen wird?! Am Ende ist er sogar der Mann, aus dem Verbrüderungsfest im Hasen zu Toulon ein großes Ausstattungsstück zu fertigen. Die Bühnengeschicklichkeit hierzu besitzt er!
Don den Wandervögeln oder reisenden Virtuosen nahm Schweighofer das stärkste und allgemeinste Jnteresie in Anspruch. Sein Auftreten half u. a. auch die Bekanntschaft mit dem treuherzigen L Arronge wieder erneuern. „Lotos Vater", das als „Schauspiel" geht, hat zwar nicht mehr viel von der Frische des „Dr. Klaus" und des „Leopold" an sich, kann aber doch vorübergehend wirken, wenn ein Cha- raktercomiker wie Herr Schweighofer sich mit der Titelrolle befaßt. Die leichtsinnige und dabei gemüthlose Tochter Charlotte hatte Frl. v. Le grenzt wiederzugeben.
Der Meilhac Halevy'sche Schwank „Fifi" gewann durch Herrn Schweighofer, der in ihm den alten, genußsüchtigen Marquis spielte, gleichfalls vorübergehendes Bühnendasein. Nach längerer Pause sang Heinrich Bötel im Opernhause wieder einmal den „Troubadour". Unrecht haben alle die behalten, welche dem unter so ungewöhnlichen Umständen entdeckten Tenoristen infolge seiner aufreibenden Gastspieltouren ein vorzeitiges Ende seiner stimmlichen Leistungskraft prophe- zeihten. Diese scheint unverwüstlich- Herr Bötel kann noch die anstrengendsten Aufgaben bewältigen, es kostet ihm keine Mühe, dem Publikum die bekannte Flammenarie des Man- rico nicht nur zwei, auch dreimal mit der gleichen Bravonr vorzusingen. Aber Recht haben auch alle die behalten, welche dem Sänger eine innere Entwicklung, ein Weiterschreiten in der Richtung des eigentlichen vornehmen Kunstgesanges absprachen. Herr Bötel könnte weder einen Mozart'schen „Tamino" noch „Oktavio" singen.
Mit der komischen Oper „Die verkaufte Braut von Smetana hat die Frankfurter Opernleitung einen Schuß ins Schwarze gethan. Die Kunst kennt keine Zollschranken und Grinzpfähle. In Paris zieht Wagner triumphierend ein, und in Deutschland feiert die Musik eines Czechen die größten Erfolge. Unser Jahrzehnt hat das vor früheren voraus, daß es in keinen einseitigen Prineipien befangen ist. Wir haben auf unserer Bühne den Verismus eines Leoncavollo-MaS- eagni, wir haben die strenge Consequenz des „musikalischen Dramas" — und- doch besitzen wir noch volle Empfänglichkeit für ein Opus, das wie Smetanas „verkaufte Braut" ganz in der alten Manier gebaut ist, aber seine Wirkung aus dem frisch sprudelnden Quell nationaler Eigemhümlichkeit zieht.
Es wird nicht lange währen, und unsere großen Theater ahmen dem Beispiele Prags rach und veranstalten einen ganzen Smetana-Cyelus.
In der „verkauften Braut" wurde das Liebespaar Hans und Marie von Herrn Naval und Fräulein Jäger gesungen.
zu verkörpern.
Unter der „Neueinstudirung" hat Fulda's „Talisman mit seiner treffenden und doch Niemand brüskirenden Märchenmoral bis jetzt den ersten Platz behauptet. Mit der In- seenirung des Gottschall'schen Lustspiels „Pitt und Fox", • zu welchem in verflossener Saison auch einmal die Darmstädter Hofbühne gegriffen hat, erfüllte man eigentlich nur eine Pflicht der Pietät gegen den um die wissenschaftlich- theoretische Betrachtung der Poesie verdienten Leipziger Professor, der uns bei der Wanderung durch die verschlungenen Pfade der Literatur so manchen nützlichen Wegweiser aufgesteckt hat.
Das Lustspiel „Pitt und Fox" jedoch, das unter dem directen Einfluß von Scribes „Glas Wasser" geschrieben wurde, sagt uns Menschen von heute so viel wie nichts, — nach Form und Inhalt. Auch wenn wir nicht wie Joh. Firle in unserer Zeit das große Hammerwerk, in welchem in Gluth und Lohe der neue Mensch geschmiedet wird, erblicken sollten, müßten wir doch einräumen, daß das Material, welches hier von Gottschall zur Menschengeftaltung verwendet wurde, ein minderwerthiges ist. Die Ausarbeitung politischer Gegensätze ist auch noch im ersten Anlauf stecken geblieben.
Die zwei großen parlamentarischen Gegner, Pitt und Fox, welche im Gottschall'schen Lustspiel jedoch winzig klein erscheinen, wurden in Frankfurt von den Herren Bolz nnd Schneider mit rühmlichem Fleiß vertreten.
Von den Franzosen scheint gegenwärtig Sardou an der Tagesordnung. Don ihm erschienen „Fernande" und „Dora". In den siebziger Jahren wurde letztere bejubelt, weil man in dem Stück Anspielungen auf deutsche Spione witterte. Bald darauf ließ der gewandte Theatralsker „Fedora" vom Stapel, die bekanntlich zum Hintergründe die dunklen soctalen Zustände des heiligen Rußlands nimmt, allerdings auch nur als Staffage, denn darin steckt eben der große Augenblickserfolg Sardous, daß er mit hochernsten Dingen spielerisch umgeht. Ob er wohl aber zur Zeit es wagen würde, etwas | zu bearbeiten, was auch nur in einem Zuge mit der enthu-
Frankfurter Theaterbries.
(Originalbericht für den „Gießener Anzeiger".)
(Nachdruck verboten.) Üiöitäten und Neueiustudiruugeu im Schauspiel Gäste
Die verkaufte Braut.
Dr. M. Die Neuheit von Bedeutung, welche während der letzten Wochen auf dem Frankfurter Spielplan erschienen ist, be- llanb tn einem Drama Richard Voß' „Die neue Zeit." Der Titel läßt entweder ein Tendenzstück ober ein Sittenbild ver- mnhen — schließlich ist es keins von beiden, vielmehr ein (Jtaractergemälbe, in welchem die aufgesetzten Lichter aller- diivgs viel mehr als bloß individuelle Züge erhellen. Es ist bei alte Gegensatz zwischen dem alten und jungen Geschlecht, ober, in engerem Kreise, zwischen Vater und Sohn, in diesem tzill verkörpert durch den Pastor Firle, der aus seiner Welt- abgeschiedenen RÜgenschen Insel seines Amtes in alttesta- vn'utarischer Strenge waltend, und seinem Sohn Johannes, bet- da draußen die Grundsätze der neuen Theologie theoretisch ucib praetisch in sich aufgenommen Hot. Dieser tritt mit voller, jugendlicher Begeisterung für die Lebensfreude ein; der alte P»stor kann das Streben nach solcher nur unter dem Gesichts- fjirnft der Anfechtung und der Schwachheit deö Fleisches auffafsen. Cem Candidaten Johannes legt Voß die zündenden Worte in den Mund; „Ich blickte unserer Zeit ins Herz. Das pocht kn gewaltigen Schlägen: vorwärts, vorwärts! Fort mit tarn Alten, dem Morschen, dem Abgelebten! Vater, Mutter, m irre Zeit gleicht einem ungeheuren Hammerwerk, darin in Eluth und Lohe der neue Mensch geschmiedet wird: Da stehen i su in dem mächtigen Getriebe der Zeit und arbeiten — arbeiten! Alle Sehnen angespannt, die Hand zur Faust geballt, die Stirn f dbabet in Schweiß. Um sie lodern Flammen, brauen Dampse, freeifen Räder. Unablässig wird zerstampft, zermalmt — wii e d e r h e r g e st e l l t; Großes, Bleibendes. Der lässige Ailbeiter wird unter die Walzen geschleudert, der fleißige, (er starke köstlich belohnt. Belohnt mit Lebensfreude! Die (Kreatur in uns lechzt danach Denn das ist die Parole tutiserer Zeit: Arbeit und Genuß! Aus den dumpfen Gründen, welche der Schweiß unseres Tagewerks mit eklem Dunst er- füfilt, wollen wir aufsteigen zu den leuchtenden Gipfeln der Freude, die staubige Erde tief unter und."
Trotz dieser zündenden Gedanken, die der Autor durch ihm vertreten läßt, ist Johannes nicht der bedeutendste Charaeter des Dramas. Dieser ist vielmehr der alte Pastor Firle, denn dieser steht auf einem einsamen, fast verlorenen Posten, und der Einsame, wenn er sich mit Willen und Bewußtsein zu solcher Abgeschiedenheit verurtheilt hat, ist schließlich als Persönlichkeit immer größer u. d bedeutender als die Masse, luenn diese auch vielleicht von größeren und fruchtbareren Gedanken bewegt werden kann. Mit Johannes stehen Viele, die ganze Gemeinde fällt ihm zu — Firle bleibt der Prediger
Mittwoch d. 25. Oktober, Nachmittags 2‘/t Uhr, sollen auf dem hiesigen ^tsgericht die zum Nachlaß der Frau Dr. Gaß«-- in Gau- MgeSheim gehörigen in der Gemarkung ließen gelegenen Grundstücke: ftlur 15 Nr. 162 — 4650 qm Wiese am 5 WolfSiort bei der kleinen Weide, Flur 15 Nr. 251 - 14b8 qm Wiese das , Mur 24 Nr. 99 — 4225 qm Acker am bttlbcn
3 lut 24 Nr. 218 — 1650 qm Acker hinter u dem Steinbrunnen auf den Stumpfenweg,
ahir 24 Nr. 219 — 2175 qm Acker das-, Flur 37 Nr. 33 - 863 qm Acker, die EichgLrten unter den neuen®eben an der Waldgasse,
Flur 37 Nr. 34 - 263 qm Acker das-, Flur 37 Nr- 35 - 275 qm Acker das , Flur 37 Nr- 36 — 500 qm Acker das-, Flur 37 Nr- 200 — 2888 qm Wiese hinter dem Waldbrunnen an derWieseck, Flur 40 Nr 378 — 537 qm Acker auf dem Sandfeld,
Flur 40 Nr. 379 — 538 qm Acker das-, Flur 40 Nr- 52 — 1825 qm Wiese in der Schwarzlach auf dieChaussee, Flur 40 Nr- 53 — 1713 qm Wiese das-, Flur 41 Nr. 32 — 5463 qm Acker über dem Rodt auf die Rodtgärten, Flur 41 Nr 47 — 2250 qm Acker das., Mur 41 Nr. 48 — 2313 qm Acker das.. Flur 41 Nr- 177 — 1569 qm Acker zwischen der Marburger und der Kasfelischen Straße,
Flur 41 Nr. 178 — 3950 qm Acker das-, Flur 42 Nr. 132 — 6544 qm Acker in der
Lichtenau an der ©teinfaute gegen
Flur 45 Nr. 37°$— 2125 qm Acker links am Badenburger Fußpfad,
Flur 45 Nr. 281 — 5125 qm Acker auf die Marburger Straße und kalten Grund,
Flur 47 Nr. 38 — 3600 qm Acker am Badenburger Fußpfad,
Flur 47 Nr. 39 — 3500 qm Acker das. einer nochmaligen freiwillige« Versteigerung mit dem Bemerken ausgesetzt werden, daß bei einem annehmbaren Ge» bot der Zuschlag alsbald ertheilt werden kann-
Gießen, 18. October 1893.
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