wie in früheren Zeiten. — Bei der Galatafel brachte der Kaiser einen Trinkspruch aus, worin er Namens der gejammten Armee für die vorher ausgesprochenen huldreichen Worte des Königs dankte, sowie seinen persönlichen Dank abstattete für die Annahme der Chesstelle des 2. Garde- Ulanen-Regiments. Der Trinkspruch schloß mit dem Wunsche für das Wohlergehen des Königs. — König Albert sprach seinerseits seinen Dank für die früheren und jetzigen Worte des Kaisers aus und trank auf das Wohl der deutschen Armee.
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Localer unb Provinzieller.
Hießen, den 23. October 1893.
* * Am gestrigen Sonntage waren aus Anlaß des Geburtstages Ihrer Majestät der Kaiserin die Kasernen, sowie sonstige öffentliche Gebäude beflaggt.
* ♦ Jubiläum. Am 30. October dsS. Js. feiert Herr Pfarrer Wilhelm Nebel zu Groß-Gerau, ein geborener Gießener, von 1844 bis 1847 Pfarrvicar zu Kirchberg, in erfreulicher Rüstigkeit sein 50jähriges Dienstjubiläum.
**" Znnkermanus Reutervortrag. Herr Aug. Junkermann erzielte gestern Abend im Saale des Gesellschafts- Vereins einen großen Erfolg. Saal und Gallerte waren dicht besetzt. Der auf einer Jubiläumstournü befindliche ausgezeichnete Darsteller Fritz Reuter'scher Dichtungen versteht es wohl wie kein Zweiter, die in diesen Dichtungen gezeichneten Personen dem Publikum zu vergegenwärtigen; lebenswahr traten sie uns gestern in einigen Capiteln aus „Ut mtne Stromtid" entgegen, in meisterhafter Wirkung traf Herr Junkermann sowohl den tiefsten Seelenschmerz, wie die ausgelassenste Komik; in letzterer Beziehung veranlaßte „Die Spatzenfamilie" aus „Hanne Nütte" säst ununterbrochene Heiterkeit bei dem nach jeder Nummer lebhaft Beifall spendenden Publikum. Da Herr Junkermann eS vortrefflich versteht, die niederdeutsche Mundart mit der hochdeutschen Redeweise zu verquicken, so ging dem Hörer so gut wie nichts von dem Borgetragenen verloren. Es ist nach dem gestern uns Gebotenen begreiflich, daß Junkermann im In- und Auslande sich so besonderer Gunst des gebildeten Publikums erfreut.
JB. Neues Theater. „Durch die Intendanz", Preislustspiel von Elise Henel. Di» zünftige Kritik hat preisgekrönten Werken gegenüber immer die größte und schärfste Hornbrille den Skepsis aufgesetzt. Ist es doch vom ästhetischen Standpunkte aus eine Geschmacklosigkeit, vom künstlerischen eine Unmöglichkeit, vvm allgemein menschlichen aus eine Grausamkeit, unter vielen hundert Wettbewerbungen ganz positiv zu sagen: das ist das beste Stück. Hier kann meisterhafte Technik ersetzen, was dort Mangel an Handlung verschuldet- dort bühnengerechte Diction verdecken, was hier Schwerfälligkeit des Dialoges zu nichte macht und umgekehrt. Lessing-Contis Ausspruch „Die Kunst geht nach Brod" wird durch die Massenbetheiligung an derartigen „Preis-Concurenz- Ausfchreiben" drastisch illustrirt. — Das Spiel vom vorigen Freitag erzählt von einem jungen, noch unbekannten Schriftsteller, der sich im Bureau der Intendanz nach dem Schicksal seines Jahr für Jahr in jeder gewünschten Umarbeitung eingereichten Stückes erkundigen will. Natürlich trifft er im Vorzimmer einen wunderbaren Engel mit ditto Augen. Nicht natürlich, sondern sehr unwahrscheinlich ist, daß die Dame gerade mit dem Waldau zusammentrifft, dessen reizende Novelle in ihr den Trieb zur Bühnenlaufbahn rege gemacht hat. Der Verfasser räth ihr von diesem gefährlichen Wege ab. Er denkt, an Stelle Thaliens, will ich den „Engel" in meine Arme nehmen. Sein Stück soll — ein Glück kommt selten allein — zu seinem namenlosen Entzücken, am Geburtstag des-Groß- herzogs Premiöre erleben. Ein Wermuthstropfen im Freudenbecher: er kennt den Namen seiner Angebeteten nicht. Doch, „wenn zwei sich lieben mit Gottesflammen, dann geschieht ein Wunder und führt sie zusammen." Auf dem Heiraths- markt der eleganten Welt, einem Balle, treffen sie sich. Die Verlobungskarten könnten ihren goldgeränderten Flug beginnen, aber — wir haben (siehe Theaterzettel) noch drei Acte zu erleben. Ein commerzienräthlicher Vater kann nur einen Schriftsteller mit lucrativem Absatzgeschäft als Schwiegersohn gebrauchen. Ein hochnäsiger und arroganter Oberregisseur, dessen Lorgnette ein paar, für einen Jntriguanten ganz brauchbare, falsche Augen verbirgt, hintertreibt eines weggeschnappten Tanzes wegen (!) die Aufführung des Stückes. Zum Glück ist ein allerliebster, kleiner Backfisch da, der jeder Hygiene zum Trotz eine Unmasse Süßigkeiten vertilgt, darunter auch das Kriegerherz eines schneidigen Adjutanten. Letzterer muß — ftrict nach Befehl des naseweisen Koboldes — über die Klinge springen und sämmtliche Conflicte aus der Welt schaffen. Am Schluß: Segen der Eltern, zwei glückliche Paare, ein preisgekröntes Lustspiel. Die Handlung bewegt sich also in den alten und auögesahrenen Geleisen, welche einst von Jff- land, Raupach und Kotzebue gelegt wurden. Dafür enthält der Dialog feinsinnige Züge und scharf beobachtete Genrebilder auS dem Kleinleben der Gesellschaftswelt, wie sie, in dieser intimen D6tailmalerei, nur dem Frauenauge offenkundig werden können. Die Charactcre, besonders die männlichen, sind in weichen, verschwommenen, frauenhaften Linien gezeichnet. Eine wirklich gelungene Figur, der Journalist Strohberger, der keck und verwegen aus dem conventionellen Rahmen hervortritt, ist leider nur Träger einer ganz kleinen Episodenrolle. Herr Raschig spielte dieselbe etwas lahm, doch mit Erfolg, den unlohnenden Versuch abgerechnet, die dichterischen Intentionen an einer Stelle noch zu übertrumpfen, wodurch die nachhaltige Wirkung einer vornehmen DarstellungSweise weichen mußte der Augenblicksheiterkeit, welche die Carricatur zu erregen pflegt. Herr Ni em ei er als Hoftheater-Jntendant war eindrucksvoll wie immer, schade, daß der Darsteller mitunter zu starke Accente gebraucht, was er bei feinen guten natürlichen Mitteln gar nicht nöthig hat DaS commerjien* räthliche Ehepaar sand in seiner männlichen Halste durch Herrn Paul Ernst die von diesem verständigen Schauspieler gewohnte tact- und maßvolle Vertretung; seine Frau (Frau
Wehn) (sie hatte eine Menagerie en miniature auf ihrem Ballkleide) ist eine gute Sprecherin - nur ließ manches geistreiche Aperxu, da- leicht hingeworfen werden müßte, die Absichtlichkeit merken. Frau Anni ReinerS gab die „in drei Monaten erst 17 Jahre alte Jungfer Naseweis und Altklug" mit Temperament- die koboldische Ausgelassenheit und das silberhelle Lachen erinnerten, nicht zum Nachtheil der kleinen Hedwig, an Puck'S neckische Schelmenqeftalt. Herrn Reiff S (Lieutenant Baron Paul Alexander Theodor von — zu :c.) elegantes und siegesbewußtes Auftreten schien zu künden, daß I er dereinst auch an der MajorSecke nicht feteitern wird.
Fräulein Schumann verdient als Marie alles Lob- nur war sie in den letzten Acten zu elegisch. Sanfte Schwer- rnuth wurde Sentimentalität. Herr Gohr traf als Ober- regiffeur den richtigen arroganten Ton. Don einem Bösewicht hatte er nichts als die bekannte intriguante Ecke an der Stirnfrisur. Jetzt noch der Held (Waldau). Herr Stückel hat sich erheblich gebessert- hoffentlich ist die Lustspielfeder dieses Schriftstellers flüssiger als seine sprachliche Conversationsgabe. — DaS Stück war sorgfältig einstudirt, das Publikum sehr animirt; es schien so recht mitzuempfinden. Doch wenn auf dramatischem Gebiet dem Publikum vom Schriftsteller gehuldigt wird und dieses wiederum dem Schriftsteller huldigt, so bedeutet die beiderseitige Harmonie, mit seltenen Ausnahmen, eine Dissonanz für den Sänger des literaturgeschichtlichen Epos.
** Stenographisches. Der hiesige Gabelsberger Steno- graphen-Verein läßt, wie' aus dem Anzeigentheil zu ersehen ist, Dienstag den 24. d. M. in einem von der Universitätsbehörde in entgegenkommendster Weise zur Versügung gestellten Hörsaale im Universitätsgebäude einen AnfangS- Unterrichts-Cursus in der Gabelsberger'schen Stenographie eröffnen, worauf wir bei dem unbestrittenen Nutzen derselben für alle Diejenigen, welche schriftliche Arbeiten zu besorgen haben, nochmals Hinweisen möchten. Für solche, die schon früher Stenographie erlernt haben, wird ein Wieder- holungs- und Fortbildungscursus, sowie ein DebattenschriftS- cursus abgehalten werden. Dieselben beginnen Montag den 23. October im Dereinszimmer (Cafv Ebel) und werden auch besonders diejenigen Gabelsberger Stenographen, die dem Vereine noch nicht angehören, hierauf aufmerksam gemacht und aufgefordert, demselben beizutreten. Für einen ganz geringen Vereinsbeitrag ist den Mitgliedern Gelegenheit geboten, diese Fortbildungscurse, sowie die Büchersammlung und die sonstigen Einrichtungen des Vereins zu benutzen.
* * Unfug. Am Freitag Abend belustigten sich vier junge Herren, angeblich Studenten, am Neuenweg dadurch, daß einer derselben einen Hund an vorübergehende Mädchen hetzte und diese dadurch ängstigte. Einigen hinzugekommenen älteren Herren war es zu verdanken, daß dem Betreffenden eine Tracht Prügel erspart blieb, die ihm von jungen Leuten wegen dieser Heldenthat zugedacht war.
* * Plötzlicher Tod. Am Samstag Abend starb plötzlich in einer hiesigen Wirthschaft der Taglöhner Johannes Best aus Lumda. Als Todesursache wird Herzschlag angenommen. Die Leiche wurde in das Leichenhaus verbracht.
* * Verhaftet wurde am vorigen Samstag ein Arbeiter von auswärts wegen Trunkenheit und Ruhestörung und ein Lehrling wegen Unterschlagung. In der verflossenen Nacht wurden verhaftet ein Kellner wegen Trunkenheit und ein Arbeiter wegen Obdachlosigkeit.
* * Anerkennung einer edlen That. Dem Schiffer Adam Schmitt in Nierstein wurde in Anerkennung der von demselben am 12. September dss. Js. mit Muth und Ent- schlossenheü, sowie eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung des Kindes des Heinrich Wittenberger von da vom Tode des Ertrinkens eine Geldprämie verliehen.;
* * Ja Amerika verstorbene Hessen. New-Aork, N. A. Philipp Wagner, 84 Jahre alt, aus Framersheim, Kreis Alzey. Louis Helfer ich, 40 Jahre alt, aus Mommenheim, Kreis Oppenheim. Dorothea Schäfer, geb. Diehl, aus Affenheim, Kreis Friedberg. — Jersey City, N. I. Stephan Keßler aus Hambach, Kreis Heppenheim (ehe mals Besitzer der Hahn-Mühle bei Bensheim). — Sommer» ville, N. I. Jacob Reich, 77 Jahre alt, aus Framersheim, Kreis Alzey.
♦ * Postalisches. Werthvolle Gegenstände in gewöhnlichen Nachnahmebriefen werden nicht selten verschickt, da angenommen wird, daß die Angabe des Nachnahmebetrages mit der Werth- angabe gleichbedeutend sei. Letztere Voraussetzung ist indessen nicht zutreffend. Denn nach der Postordnung gilt der Vermerk über Postnachnahme nicht als Werthangabe; Nachnahmesendungen werden nur dann als Werthsendungen behandelt, wenn auf der Sendung außer dem Nachnahmebetrag ausdrücklich ein Werth angegeben ist- auch kann nur in diesem Falle bei eintretendem Verluste seitens der Postverwaltung Ersatz geleistet werden. Bei Nachnahmebriefen, deren Inhalt von Werth ist, empfiehlt es sich daher, von der Werthangabe ober der Einschreibung Gebrauch zu machen.
*♦ lieber die Bewährung der Sonntagsruhe schreibt in seinem neuen Jahresbericht für 1892/93 der „kaufmännische Verein" in Bochum: „ES blieb natürlich nicht auS, daß sich nach Inkrafttreten des SonntagSruhegesetzes mancher Widerspruch der thatsächlich oder vermeintlich hierdurch geschädigten Geschäftsinhaber geltend machte, und es ist gewiß nicht zu verkennen, daß bei einer derartig einschneidenden Neuerung ein Theil der Gesammtheit vorübergehend eine gewisse Benachtheiligung erleidet, die aber gegenüber der auf dem Spiele stehenden Erhaltung deS körperlichen und geistigen Wohles eines ganzen Standes nicht ins Gewicht fallen dürste. Wir können überdies heute, nachdem daS Gesetz mehr als dreiviertel Jahre wirksam gewesen, feststellen, daß fast aller Orten die ursprünglich sehr heftigen Bekämpfungen der neuen Einrichtung aufgehört haben und daß sogar viele Gegner der Sonntagsruhe jetzt Freunde derselben geworden sind. Bedeutende Firmen erklären, daß der früher gerade an Sonntagen übermäßige Andrang
der Käufer sich jetzt auf die ganze Woche vertheile und insbesondere die vordem stets inS Tressen geführte Lait kundschaft sich durchweg sehr bald mit dieser Einrichtung , freundet habe."
• • Ta8 „Briefrecht". Ein soeben erschienenes juristsschr, Werk: „Das Recht an Briefen" von Prof. Dr. I. R0|k- enthält fo viel für die GeschäftScorrespondenz bodiroidnu- Rechtsverhältnisse, daß wir nicht verfehlen wollen, auf by Werk aufmerksam zu machen, und jedem Sausmanne raifa die darin ausgesprochenen Sätze wohl zu beachten. AuS reichen Inhalt seien beliebig nur einige Sätze alS Rachwrs dafür herauSgegriffen, daß die Beachtung deS Inhalt« i.? die HandelSwelt wirklich wichtig fein kann: Der Empfang? wird durch die Annahme deS Briefe« zum Eigenthümer de selben- der Absender hat nicht mehr daS Recht, den 8rtJ zurückzuverlangen. — Briefe, d c an einen Theilhaber Angestellten eines Geschäfts gerichtet, aber Angelegen^-.y des GefchäftSherrn betreffen, gehören nicht dem Adressen fonbem bem GefchäftSherrn. — Die Veröffentlichung rnti Briefes zur Selbstvertheidigung gegen die Angriffe der Per'», welche den Brief geschrieben hat, ist keine Vertrauende erlege Gegen die Angriffe eine- Dritten steht dem Empfänger h gegen das Recht der Veröffentlichung von Briefen »ich: - Briefe dürfen durch Execution nicht abgefordert und werthet, z. B. als Autographeu verkauft werden. — tu Beweis vor Gericht gilt ein Brief, wenn er in ehrütn Weise vom Absender in die Hände deS Empfänger« gelacr — Dem Edemanne wird allgemein daS Recht zuerkannt, r? an seine Ehefrau gerichteten Briefe ohne bereu Erlaubmß p erbrechen. Dagegen steht der Frau das Recht der Vnr eröffnung bei den an ihren Gatten gerichteten Brtssa nicht zu.
* * Von hessischen Behörden werden steckbrieflich oetfeiji Die am linken Auge blinde Ehefrau deS Johann Hosmoni Viktoria, geb. Wesola au« Uttenbach, zuletzt Dienstmagd n Burg-Gemünden, von der Staatsanwaltschaft in Gießo wegen Körperverletzung- der Kuhschweizer Iako b Kupfer- schmidt aus dem Kanton Bern von derselben wegen Dtet> stahl-- der Schneidergeselle Friedrich Lechleitner bn Luzern, zuletzt in Gießen, von der Staatsanwaltschaft ü Gießen wegen Urkundenfälschung- der Schlossergefelle i¥ j Lehmann, alias Max ©lüber von Suhl vom Ami« anwalt in Offenbach (Reat unbekannt)- die Dienstmagd El,fr Müller von Eltville von demselben wegen Betrug- bet Handarbeiter Philipp Kloster von Abenheim, zulest Bretzenheim, von demselben wegen Körperverletzung dec Maurer Julius Stellwagen von Framersheim dc ?. ... vorn Amtsgericht Oppenheim wegen Landstreicheret btt Töpfer Emil Friedrich Karl Trappe von ©tralfur: vom Polizeiamt Mainz wegen Diebstahl«: der Schlosst. Jacob Wittmann von Ober-Modau, zuletzt in Darmstadt vom dortigen Amtsanwalt I wegen Betrug« - Hausbur'ch Peter Wißmann von Pfungstadt von demselben weg« Diebstahls.
E. Echzell, 18. October. Eine Familie in dem an 20 Minuten von hier entfernten Dorfe Bisse« ist durch da Kinderwürgengel Diphtheritis in tiefe Trauer oerffy worden, denn die mörderische Krankheit raffte die zwo blühenden Knaben jener Familie einige Stunden hinter et» ander weg. Die Knaben standen im Alter von 10 und II Jahren - der eine starb Abends, der andere früh am folgende. Morgen. Zwölf Stunden später (Abends nach 6 Uhr) faii die Beerdigung der beiden Kinder statt. Die tief betrübte Eltern werden allgemein bedauert. — Wir theileu biefn schmerzlichen Fall besonders um deßwillen mit, auf daß überall, wo die Seuche auftritt, die größte Vorsicht gegen Ansteckung und Verschleppung angewandt werden möchte. Bei brr /e|f herrschenden nassen Witterung erkälten sich die Kinder leit und sind für Ansteckung mehr geneigt als bei nodtntn, sonnigem Wetter. Unsere Landbewohner sind aber trotz aün Belehrung noch sehr unvorsichtig- ja sie haben vielfach rot ganz fatalistische Anschauungen, indem sie glauben: wa-einer Menschen geschehen soll, das widerfährt ihm, einerlei, ob i vorsichtig ist oder nicht. So lange noch solche Ansicht» herrschen, helfen die sorgfältigsten Bestimmungen der Medicina- und Verwaltungsbehörden nicht viel.
L. li Büdingen, 22. October. Mit unserer eit • triften Beleuchtung scheint eS nunmehr Ernst werd-, zu wollen, nachdem Sc. Durchlaucht Fürst Bruno zu UsenburM Büdingen den Entschluß ausgesprochen hat, sür die Beleuchte. des Schlosses etwa 100 Glühlampen einzurichten. Herr Dr. May von Frankfurt machte demzufolge am SamS:^ feine Aufwartung und unterbreitete feine Vorschläge für d: Installation. Se. Durchlaucht der Fürst hat durch he- kräftige und einsichtsvolle Förderung dieses, für unsere L:a' so hochbedeutsamen Unternehmens eine entschiedende Deodun herbeigeführt, welche bad Gelingen mit ziemlicher (si4<rkt gewährleistet. ES ist noch unentschieden, ob eine Actierzt'^ schast für baß Unternehmen inS Leben gerufen wird, ist aber, baß solche Männer an die Spitze berufen wtrdcr welche es als Ehrensache betrachten, unserer Stabt nr muftergiltige Einrichtung zu verschaffen. Die Kosten für t r Stunde Glühlicht werbe sich, ein Minimum von 600 Lichten angenommen, auf ca. 4 Pfg. stellen, welche Berechnung, roert baS Licht erst allgemein eingefühn ist, noch bebeutenb ve» ringert wirb. Ein Glühlicht stellt sich auf 15—20 Mar, dabei wird in jedem HauS ein ElectricitätSmesser aufgeful- Herr Dr. May hielt gestern Abend vor zahlreicher 8k* l'ammlung einen Vortrag, dem dann eine allgemeine Besprecht folgte. Wie verlautet, soll auch im Gemeinberathe Stimmu g für da« Projekt vorhanben fein, fo daß also die Zeit hoffenti I nicht mehr allzufern fein wird, da Bübingen, bie „Per» OberhessenS" als eine der ersten Städte in electrifcbem i'il* erstrahlen wird.
A Mainz, 22. October. Die von Arbeiterkreifen, »» ziehungsweise von dem Mainzer GewerkschaftS-Eartell bet M Bürgermeisterei beantragte Errichtung eine« Arbeite:'


