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die Arbeit eingestellt. Bisher bewilligten 26 Geschäfte ihre Forderungen.

Dresden, 22. März. Die Internationale Sani- tätS-Conferenz erledigte in fünf Plenarsitzungen die Generaldebatte über das vorgelegte Program«. Behufs rascher Erledigung der Arbeiten wurden drei Commissionen gebildet, welche sich mit den Einzelfragen zu beschäftigen haben. In den Hauptsachen herrscht unter allen vornehmlich in Frage kommenden Staaten völlige Uebereinstimmung. Graf Szecsen, erster Secretär der hiesigen österreichisch-ungarischen Gesandtschaft, wurde zum Mitglied des SecretariatS ernannt.

Bern, 22. März. Die Bundesversammlung nahm das neue Gesetz über die Organisation der BundeSrechtS- pflege an, wodurch das Bundesgericht vollständig reorgani- sirt und dessen Aufgaben bedeutend erweitert werden.

Nom, 22. März. DieAgence Stefan!" veröffentlicht daS Programm der Festlichkeiten während des Aufenthaltes des Deutschen Kaiserpaares inJtalien. Am 20. April Ankunft in Rom; 21. Wettrennen, Galavorstellung im.Argen- tina-Theater- 22. Galadiner im Quirinal- 23. Hofconcert; 24. Parade in Prati di Castello; 25. Reiterfest, Ball bei dem Bürgermeister Duca Sermoneta; 26. Gartenfest im Quirinal; 27. Abreise nach Neapel; 28. Rundfahrt im Golf; 29. AuSflua nach Pompeji; 30., Nachmittags, Abreise nach Spezia; 1. Mai Ankunft in Spezia, Frühstück an Bord der Savoia".

Depeschen des Bureau .Herold'.

Berlin, 22. März. Professor Virchow wurde gestern in Cambridge zum Ehrendoktor der Universität der Naturwiffenichaften ernannt und demselben das bezügliche Diplom feterlichst verliehen.

Berlin, 22. März. Nachrichten aus Athen zufolge ist das Befinden der Kronprinzessin Sophie kein günstiges. Die Nachricht von dem tragischen Ende Marie Webers soll sie in große Erregung gebracht haben. Die Kaiserin Friedrich wird im nächsten Monat in Athen erwartet.

Berlin, 22. März. Der Cardinal Bischof Kre­me ntz wird in den allernächsten Tagen ebenfalls in Berlin erwartet.

Berlin, 22. März. In den antisemitischen Kreisen des Reichstages ist die Ansicht verbreitet, Ahlwardt werde von den gestern im Reichstage erwähnten elf Actenstücken, welche beweisen sollen, daß daS deutsche Volk um 100 Millionen Mark betrogen worden sei, nur sechs bis sieben Schriftstücke herbeischaffen.

Berlin, 23. März. ReichstagSabgeordneter Singer tSoc.) mußte, wie verlautet, wegen hochgradiger Nervosität zu einer Heilanstalt Zuflucht nehmen.

Berlin, 23. März. Nach Schluß der gestrigen Sitzung des Reichstags wurde Ahlwardt von einem zahlreichen Publikum vor dem Gebäude mit Hochrufen empfangen. Er begab sich sofort nach einem nahen Restaurant, wo seine Freunde in großer Anzahl versammelt waren. Ahlwardt wurde aufgefordert, eine Rede zu halten, lehnte dies jedoch wegen der gehabten Anstrengung bei der Debatte im Reichs­tage ab.

Friedeberg, 22. März. Die Conservativen des Wahlkreises Friedeberg-Arnswalde sagten sich gestern in einer Versammlung von Ahlwardt los und drückten ihr Bedauern aus, ihn zum Abgeordneten gewählt zu haben.

Barmen, 22. März. Auf der Strecke Wetter-Witten stürzten heute Morgen 2000 Gubifmeter Felsen auf die Geleise, als gerade ein Güterzug passirte. Die Loco- motive und zwölf Wagen wurden total zertrümmert und ein Beamter schwer verletzt.

NavenSburg, 22. März. Reichstagsersatzwahl. Bisher wurden für Remboldt (Centrum) 9000, für Sauter (Demokrat) 3500, für Müller (liberal) 700, für Tauscher (Soc.) 400 Stimmen gezählt. Ein Oberamt fehlt noch. Die Wahl Remboldts ist sicher.

Paris, 22. März. Das Schwurgericht verurtheilte Lefseps zu einem Jahr Gefängniß und 600 Frcs. Geld­strafe, Blondin zu zwei Jahren, Bai haut zu fünf Jahren Gefängniß, 750000 FrcS. Geldstrafe und Rückzahlung von 375000 FrcS. an die Civilpartei. Die Uebrigen wurden freigesprochen.

Paris, 22. März. Nach dem UrtheilSspruch in dem Panamaproceß wurden die drei Verurtheilten nach der Conciergerie zurückgeführt, von wo aus sie zum Gefängniß gebracht werden. SanSleroy wurde um Va9 Uhr in Freiheit gesetzt. Fontane hat Paris verlassen und wird wahrscheinlich Cottu in Tyrol einholen. Die übrigen freigesprochenen An­geklagten kehren nach Hause zurück.

Madrid, 22. März. Die Blätter sprechen von Schwierig­keiten, die in den Berhandlungen zwischen Deutschland und Spanienbetrefföder Handelsverträge entstanden wären. Deutschland soll bezüglich deö Alkohols unannehmbare Forder­ungen an Spanien gestellt haben und zu große Vortheile auf die Antillen und Philippinen verlangen. Der Minister des Auswärtigen hatte gestern eine längere Unterredung mit dem deutschen Botschafter.

Moskau, 22. März. Gestern wurde das Stadthaupt Alexejewa ermordet. Ein gewiffer Adrianow schoß demselben mit einem Revolver in den Leib, woran ersterer kurz nach der That starb. Wie verlautet, liegt ein Rache­act vor.

Stuttgart, 23. März. Resultat der Reichstags- Ersatzwahl im siebzehnten württembergischen Wahlkreis. Rembold (Centrum) 11,560, Sauter (Volkspartei) 5423, Müller (nationalliberal) 813, Tauscher (Socialdemokrat) 541 Stimmen.

Locale» und provinzieller.

____ Meßen, 23. März 1893.

* Der Landmirthschaftliche Verein für die Pravin, Oberhesien hielt gestern Vormittag in SteinS Garten unter dem Vorsitz des Herrn Grafen Friedrich von SolmS- Laubach, Erl., eine außerordentliche Hauptversammlung ab. Zweck der auf Antrag von 72 Mitgliedern einberufenen Versammlung war die Beantwortung der Frage:Welche Stellung nimmt der Verein zu den Beschlüffen der Ber­einigung Deutscher Landwirthe, welche sich am 18. Februar dsS. IS. in Berlin constituirt hat." Nach dem in der Versammlung der Landwirthe in Berlin am 18. Februar ausgestellten Programm ist der Zweck der Vereinigung aller deutschen Landwirthe die Zusommenschließung aller land- wirthschaftlichen Interessen ohne Rücksicht auf Besitzstand und polüische Parteirichtung, Wahrung deS Einflusses der Landwirthschaft auf die Gesetzgebung, dem entsprechend Vertretung in den parlamentarischen Körperschaften, Agitation gegen Herabsetzung der Getreide- und Biehzölle, Ein­führung der Doppelwährung, Bildung von LandwirthschaftS- kammern, Schonung der landwirthschaftlichen Nebengewerbe, in bäuerlicher Beziehung Revision der Arbeiterschutzgesetzgebung, Errichtung von Heimstätten u. s. w. Die Verhandlungen deS Oberhessischen Vereins wurden sehr eingehend in Bezug auf die ausgestellten Forderungen deS Bundes der Landwirthe geführt, auch von den einzelnen Rednern dargelegt, inwiefern man mit einzelnen der Forderungen sich nicht einverstanden erklären könne (BimetalliSmuS, Heimstättengesetz u. s. w.). Dagegen wurde sowohl von dem Herrn Vorsitzenden in seiner Eröffnungsansprache, wie von den folgenden Rednern die Nothwendigkeit betont, daß angesichts deS in der Landwirth­schaft herrschenden NothftandeS ein Zusammenschließen aller deutschen Landwirthe, ohne Rücksicht auf Süd oder Nord, Groß- oder Klein-Grundbesitz, dringend geboten sei. So dankbar man den Regierungen, dem LandwirthschaftSrathe u. s. w. sein könne für ihr Arbeiten zu Gunsten der Land­wirthschaft, so segensreich die bereits bestehenden landwirth- schaftlichen Vereinigungen für ihre Mitglieder gewirkt, so sei doch eine Besserstellung deS. Landwirths, eine gerechte Ver­tretung seiner Jntereffen nur auf dem Wege der Selbsthilfe, also deS Zusammenschluffes aller deutschen Landwirthe, zu erreichen. Handel und Gewerbe schlössen sich behufs Wahrung ihrer Jntereffen auch zusammen, also könne man eS der Land­wirthschaft nicht verargen, wenn sie daffelbe thue. Der Herr Vorsitzende gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Bund der Landwirthe auch im Kreise des landwirthschaftlichen Provinzial- vereinS viele Anhänger finden möge, ohne daß dadurch die Nährmutter der Provinz, der Verein, in Stich gelassen werde. Nachdem von den einzelnen Rednern, u. A. Graf Oriola, Gutsbesitzer Meinert-Conradsdorf, West er nach er-Lind- heim, v. Owen-Hungen, Sch lenke-Gießen u. s. w., zu Gunsten deSZusammenschlusses derLandwirthe gesprochen, brachte Herr M einert eine Resolution ein, in welcher im Allgemeinen dem Berliner Programm, im Uebrigen aber einzelnen Punkten deffelben nur bedingt, bezw. unter Vorbehalt zugestimmt wird. Diese Resolution veranlaßte eine längere Berathung, an welcher sich außer den oben bezeichneten Herren noch die Herren Provinztaldirector Freiherr v. Gagern zu Gunsten einer von ihm selbst verfaßten Resolution, KreiSrath v. Gr ol- mann-Alsseld, Kreisrath vr. Brad en-Friedberg, Kammer­rath Weber-Laubach, letzterer ebenfalls zu Gunsten einer von ihm verfaßten Resolution, beteiligten. Von den drei zur Abstimmung gebrachten Resolutionen gelangte diejenige des Herrn Meinert zur Annahme; sie lautet nach Vornahme einiger kleinen Aenderungen wie folgt:

Die heutige General-Versammlung deSLandwirihschast- lichen Vereins Oberhessen" e>klärt ihre volle Uebereinstimmung mit den Beschlüffen, welche die Vereinigung deutscher Land« wirthe in Berlin am 18. Februar d. I. gefaßt hat, insoweit dieselben nicht mit den landwirthschaftlichen Verhältnissen der Provinz in Widerspruch stehen und erklärt fich mit der Be­wegung in der vollen Ueberzeugung einverstanden, daß der Bund geeignet ist, die zwischen Groß- und Kleingrundbrsttz thatsächltch bestehende Interessengemeinschaft gleichmäßig zu fördern. Die Versammlung spricht weiter die Anffcht aus, daß mit Rücksicht auf die taßungsgemäß beschränkten Aufgaben des .landwirthschaftlichen ProvinzialvereinS der letztere die weiter einzuleitenden Schritte einer auS eigener Initiative der Landwirthe zu berufenden constituirenden Versammlung über­lassen muß. ES wird allen Landwtrthen ausv Wärmste empfohlen, sich der Bewegung anzuichließen. Insonderheit werden die Vorsitzenden der BeztrkSvereine gebeten, thatträstig im Bezirk ihreS Vereins dafür zu wirken."

Vor Schluß der Versammlung richtete Herr Graf Friedrich von Solms-Laubach, Erlaucht, noch die Aufforder­ung an die Landwirthe, an der auf SamStag den 25. März, Nachmittags 3 Uhr in der Stadthalle zu Mainz stattfindenden Versammlung der Landwirthe von Baden, Heffen, Hessen- Nassau, Hessen-Cassel,Baden,WüNtenberg und Elsaß Lothringen theilzunehmen, mit dem Bemerken, daß Einlaßkarten bei ihm in Empfang genommen werden könnten. Herr KreiSrath HaaS von Offenbach, Vorsitzender des Landwirthschaftlichen Vereins von Starkenburg, forderte zum Schluß die Landwirthe auf, nunmehr auch für daS, was beschlossen, thatkrästig ein- zutreten. Die Versammlung war auS allen Theilen der Provinz sehr zahlreich besucht.

* Die Einführung der mitteleuropäischen Zeit und die Fabrik- oder Arbeitsordnungen. ES ist neuerdings wiederholt die Frage aufgeworfen worden, wie eS sich vom 1. April ab nach Einführung der mitteleuropäischen Zeit bezüglich der in den (Fabrik-) Arbeitsordnungen aufgeführten Paufen ver­halte, ob die dermalen hierfür angesetzten Zeiten beizubehalten oder ob die Pausen verhälwißmäßig zu verlegen feien. Die Frage ist jedenfalls dahin zu beantworten, daß sich ein vor­zeitiges Abändern der Arbeitsordnungen in diesem Sinne durchaus nicht empfiehlt und daß eS unzweckmäßig ist, schon jetzt Aenderungen bestimmt zu treffen. ES ist vielmehr ruhig abzuwarten, in welcher Weise sich ein Bedürfniß hierzu ent­wickelt. Unter allen Umstanden empfiehlt sich wenigstens ein Abwarten bis zum Erscheinen des neuen Sommer-FahrplaneS,

dessen Ausgabe im Monat Mai erfolgen wird. Die Ein­führung der neuen Zeiteintheilung wird sich übrigens leichter gestalten, als dies mehrfach angenommen wird. Man denke nur an diejenigen süddeutschen Staaten, in denen die mittel­europäische Zeit bereits seit 1. April 1892 eingeführt ist. Dort dachte schon nach einigen Tagen gar Niemand mehr daran, daß man überhaupt vorher eine andere Zeiteinteilung, gehabt hatte. Und so wird eS auch bei unS fein. Man hegt auch bi: Hoffnung, daß in den ersten Wochen behördlicherseits wegen unterlassener Verlegung der Pausen und dergleichen ein Eingreifen nicht erfolgen wird, doch wird hierbei diejenige Bestimmung nicht berührt, welche besagt, daß Arbeiterinnen in Fabriken an Vorabenden der Festtage nicht nach halb 6 Uhr Nachmittags beschäftigt werden dürfen. Die Beschäftigung muß demnach vom 1. April an um halb 6 Uhr mittel« europäische Zeit endigen.

Seiten» der Preußischen StaatSbahnverwaltungen soll im gegenseitigen Interesse deS Publikums und der Eisenbahnen, sowie zur Hebung deS Verkehrs die Auslegung von Anzeige- büchern in bestimmten Schnellzügen stattfindcn und an Unter­nehmer vergeben werden. Zu diesem Zwecke sind die in Frage kommenden Züge nach VerkehrSrichtungen in Gruppen gelheilt, für welche daS Recht der Auslegung von den Königlichen Eisenbahn-Directionen zu Berlin, Frankfun a. M. und Köln (rechtSrh.) vergeben wird. Auch die Ausnutzung von Waud- flächen in den Wattesälen und Vorfluren der Stationsgebäude zum AuShang von Privatbekanntmachungen und Geschoss« anzeigen innerhalb deS Eifenbahn-DirectionSbezirkS Hannover soll für die einzelnen Stationen an Unternehmer verpachtet werden und sind hierfür die betreffenden Königlichen Eisenbahn- BetriebS-Aemter zuständig.

** DaS Panorama erfreut sich fortwährend eines guten Besuches, namentlich in den Abendstunden. Von heute (Freitag) ab und die ganze Woche durch kommen die Haupt­straßen Berlins und Potsdam- zur Ansicht, der Dom, daS Mausoleum, die FriedenSkirche, die Siegessäule u. f. w. Ferner die Trauerfeierlichkeiten von Graf Moltke, sowie daS Mausoleum in Kreisau und sein LieblingSausenthalt dortselbft mit der Sedaneiche. Diese Serie, welche hier zum ersten Mal zur Ausstellung kommt, soll eine sehr prächtige fein. DaS Colossal - Gemälde, welches sich eines zahlreichen Besuches zu erfreuen hat, ruft durch feine vorzügliche Plastik und Technik die allgemeine Bewunderung bei den Besuchern hervor, und empfehlen wir den Besuch auf das Angelegent­lichste, zumal das Bild nicht mehr lange ausgestellt bleibt.

Se. Konigl. Hoheit bet Großherzog trafen am Dienstag Abend zum Besuche des Münchener Hofes in München ein, auf dem Bahnhofe vom Prinzregenten und fämmilichen bayerischen Prinzen empfangen. Nach herzlichster gegenseitiger Begrüßung fuhren der Prinzregent und sein hoher Gast in das Residenzschloß, woselbst der Großherzog Wohnung nahm. Am Donnerstag Mittag reiste der hessische Monarch nach Stuttgart weiter, um auch dem dortigen Hofe einen Besuch abzustatten, am Freitag Nachmittag gedenkt der Großherzog dann von Stuttgart auS in Karlsruhe einzutreffen.

Der 10. deutsche Geographeutag findet in der Zeit vom 4. bis 10. April (Osterwoche) in Stuttgart statt. Die feierliche Eröffnung ist am 5. April, Vormittags 10 Uhr im großen Saale des KönigSbaueS. Vorträge werden ge­halten am 5., 6., 7. April. Am 8. April findet die Besichtiguog der wissenschaftlichen Sammlungen Stuttgarts, am 9. April ein Ausflug in bad Gebiet der schwäbsicheu Vulkane bet Metzingen-Urach, am 10. April Ausflug nach Oberfchwabeu unb bem Bodenfee statt.

4- Aus dem Busecker Thal, 21. März. In der ersten Hälfte der verflossenen Woche spürte man an allen Ecken und Enden unseres lieblichen ThaleS densanften, süßen Hauch" deS lieblichen Frühlings. Der heitere, warme Sonnenschein, die üppig grünenden Saaten und Wiesen, bad Jubilieren ber gefiederten Sängerschaar unb bad fich in Felb unb Wald allenthalben regende, fröhliche Leben stimmte so freudig, daß man aus vollem Herzen in bad FrÜhlingdlied einstimmen mochte:Die linden Lüste sind erwacht, sie söuseln unb wehen Tag unb Nacht, sie schaffen an allen Enben, nun muß sich alle-, alles wenden." Die Wendung kam, aber in anberm Sinne; beim in ben letzten Tagen ber vorigen Woche kam noch einmal ber tückische WinterSmanu unb hüllte alle­in seine Leichendecke. Die Aequinoctialstürme peitschten die Schneegestöber wild durch einander. Diese unb die wieder eingetretenen nächtlichen Fröste ließen ben Landmann nicht ohne Besorgniß an feine, in ber Vegetation schon weit vorgeschrittenen Saaten benken; dennMärzenschnee thut Frucht und Weinstock weh". Indessen ist man aber bis jetzt in ben Kreisen ber Lanbwirthe ber Ansicht, daß ber Witterungs­wechsel keinerlei Schaben gebracht. Der Schnee ist roleber vollständig zerronnen, und ber heute mit prächtigem Wetter officiell einziehcnbe Frühling berechtigt ben Landmann zu freubigerem Hoffen, wenn auch bie leichten Nachtfröste noch fortbauern.

§ Bermuthshain, 22. März. Nachbem bie gegen die hiesige Bürgermeisterwahl erhobene Reclamati on durch den Kreiö-AuSschuß deS Äreifed Lauterbach als unbegründet ver­worfen wurde, ist die Wahl deS Herrn Heinrich Oechler I. als Bürgermeister von Seiten Großherzoglichen KreiSamtS Lauterbach gestern beftätigt worben und wird derselbe morgen verpflichtet unb ben 27. März in seinen Dienst eingewiesen.

§ Ober Ohmen, 22. März. Hier wurde ein Bursche wegen versuchter Nothzucht verhaftet.

Darmstadt, 21. März. Die Generalversammlung der Bank für Handel undIndustrie, die gestern hier tagte, ettheilte einstimmig Decharge für bie GeschäftSleitung in 1892 unb setzte bie Divibenöe, wie vom AussichtSrath und ber Direktion vorgeschlagen, auf 5</, pCt. fest. Die auSscheidenben Mitglieber beS AufsichtSratheS würben wiebergewählt.

Main,, 22. Marz. In ber heutigen Stadt- verordnet ensitzung machte der Oberbürgermeister Sie