Ausgabe 
23.7.1893 Erstes Blatt
 
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kleinen Täuschung, denn eine derartige Interesselosigkeit habe ich noch nirgends gefunden wie hier. Ich diele Alles auf, um in jeder Beziehung dem Wunsche gerecht zu werden, durch Aufführung von Novitäten, welche hier gänzlich neu sind .

aber alle meine Mühe ist umsonst, daS Theater bleibt das Stiefkind der Bevölkerung. Deshalb wende, ich mich an die gesammre Einwohnerschaft mit der Bitte, man möge auch daS Theater unterstützen durch zahlreichen Besuch, damit ich nicht durch daS Buch der Erinnerung, wenn ich eS durch-- blätter?, bei dem Namen Rosenheim schmerzlich berührt werde. HochachlungSvollst rc. Dabei war der Mann wirklich kunstsinnig. Kündigte er doch als nächste Vorstellung an: Der bayerische Hiesel" mit dem Schlußtableau:Die Hin- richtung HieselS durch daS Rad!"

Perfekt, £anO» unb Oolkswirtksckaft.

Halbjahrs-«nöwetS der LedeaSverstchernnOS« und Grfparnitz«vant in Stuttgart, er ft en Halbjahr 1893

wurden 33o9 Der sich erungSann äae über SRt 20 394 950. emger eicht. Davon konnten Mk. 17 720 040. durch Ausstellung von 2930 Policen angenommen werden. Gegenüber der ersten Hälfte des DorjabreS eraiebt sich ein Plus tm Zugang neuer Versicherungen von Mk. 807 580. Die Löschungen in derselben Zeit betrugen durch Tod: 484 Policen über Mk. 2 080 895., durch Ablauf: 206 Policen über Mk. 607 302., durch Kündigung, MangelSzablung und durch Umwandlung: 526 Policen über Mk. 3023 237., ingesamml somit 1216 Policen über 5 711 434. Als ReinzuwachS ergeben sich somit 1714 Policen über Mk. 12 008 606. Vcrsicherungscapital, d. i. mehr alS in der ersten Hälfte des Vorjahres: 155 Policen und Mk. 1116 318. Versicherung- - Capital. Der GcsammtversicherungSstand beträgt Ende Juni 1893: 69 722 Policen über Mk. 378270 247. Die Sterblichkeit ist im Vergleich zum Vorjahre um rund Mk. 500 000 günstiger. Tas Bankvermögen beträgt zur Zett rund 102 Mill. Mark, darunter sind über 17 Millionen Mark Extra - Reserven. Im lausenden Jahre kommen Mk. 2 725 142. als Dividende zur V«- thetlung unter die Verficherttn und zwar erhalten dir nach Plan A II Belheiligten 40°/e der ordentlichen JahreSplämie und bei alternativen Versicherungen noch extra 20°/q der alternativen Zufotzprämie; die nach Plan B (steigende Dividende) Beiheiligten beziehen geaen das Vorjahr eine um 89/o höhere Dividende und zwar aut bet vollen Prämie, also einschließlich alternativem Zusatz. Der Ausweis ergiebt demnach ein für die Bank hervorragend günstiges Ergebniß.

Rückgang VtS DepeschenverkehrS. Dieser Tage machte die Meldung die Runde durch die Preffe, wonach von hier auS Er­hebungen über die Ursache des Rückganges deS DepeschenverkehrS an der Frankfurter Börse eingeliesert roorben seien, und eS wurden bereits die verschiedensten Betrachtungen daran geknüpft. DieB. B.-Ztg." hat erfahren, daß die Mittheilung nicht zutreffend ist. Der Reichs-Postverwaltung find die Gründe der Abnahme des Depeschen- verkehrs nicht unbekannt geblieben, die Abnahme erklärt sich schon zur Genüge durch die Capitalverluste der letzten Jahre, die natur­gemäß auf die Umsätze an den Börsen nachtheilig einwirkten. Der Rückgang des DepeschenverkehrS ist durchaus nicht nur an bet Frankfurter Börse zu conftatiren, er ist vielmehr eine internationale Erscheinung. Die hiesige ReichSpostverwaltung hatte also keinerlei Veranlassung, Nachforschungen barüber speciell in Frankfurt anstellen zu lassen. Allerdings werden von ben verschiedenen Telegraphen» amtern in gewissen Zwischenräumen Berichte über ben Geschäfts­verkehr erstattet. Um solche regelmäßige Berichte kann es sich auch in bem oorliegenben Falle nur hanbeln, benn von bet ReichSpost­verwaltung ist eine besondere Weisung nach Frankfurt nicht ausgegangen.

Melcher dem preußischen Finanzminister einen weitgehenden Einfluß auch auf die deutsche Finanzgebahrung gestattete. Aber auch wenn man eine derartige Reorganisation vornähme, würden die beklagten Uebelstände nur so lange beseitigt sein, alS der Reichskanzler von seiner ihm gesetzlich gesicherten Stellung alS Borgesetzter deS ReichSschatzsecrelärS auS freien Stücken keinen Gebrauch machte. Man hat deshalb aus anderer Seite den im Jahre 1889 auch von Herrn v. Bennigsen erhobenen Ruf nach Schaffung eine» selbständigen ReichSfiuanz- minifterS und damit nach Grundlegung zu einem selb­ständigen ReichSministertum mit Nachdruck wiederholt. Welchen Anregungen nun aber die Reichsregierung nach» geben wird und ob sie überhaupt eine Aenderung in der Organisation der oberen Reichsämter vorzunehmen be­absichtigt, steht vorläufig noch dahin. AIS sicher muß indessen schon jetzt gelten, daß der bisherige Reichsschatzsecretär Freiherr von Maltzahn-Gülz in der nächsten Zeit seinen Posten verlassen und dem preußischen Finanzminister die Möglichkeit einer ausschlaggebenden Beeinflussung der Reichsfinanzverwaltung an die Hand gegeben werden wird. AuS dem Partetieben der vergangenen Woche ist als bemerkenSwerthesteS Ereigniß die Abhaltung des diesjährigen allgemeinen Parteitages der deutsch-freisinnigen VolkSpartei hervorzuheben. Nachdem die Führer der Partei die Spaltung der früheren freisinnigen Fraction herbeigeführt hatten, empfanden sie das Bedürfniß, sich zu überzeugen, daß sie im Einvernehmen mit den Parteigenossen vorgegangen seien, und die junge Partei sogleich aus die Grundlagen einer festen Organisation zu stellen. Der Partei­tag billigte denn auch einmllthig die Haltung der Volkspartei in Sachen der Militärvorlage und die Spaltung der früheren deutsch-freisinnigen Fractionals unumgänglich". Zugleich wurde ein neues Organisationsstatut geschaffen, dessen charak­teristischen Zug im Vergleich mit dem Statut der früheren deutsch-freisinnigen Partei die Festsetzung einer umfänglicheren Heranziehung der Parteigenossen tm Lande zu den politischen Arbeiten darstellt. Die Formulierung eines Programms hat man bei der Kürze der Zeit seit dem Vollzug der Reichstags­wahlen auf den nächstjährigen Parteitag verschoben. Der EentralauSschuß der Partei ist beauftragt worden, einen Programm-Entwurf unter Berücksichtigung der eingegangenen Anträge herzustellen und so frühzeitig zu veröffentlichen, daß eine eingehende Discussion des Entwurfs in der Parteipresse vor der endgiltigen Beschlußfassung möglich ist.

Im Auslände hat sich In den letzten Tagen eine ganze Reihe von beachtenSwerthen Vorkommnissen abgespielt.

In Serbien haben die parlamentarischen Verhandlungen gegen daS frühere liberale Ministerium Avakumovic, das einer Anzahl von Vergehen im Amte beschuldigt wird, vor Kurzem begonnen. Vorläufig brauchen die Angeklagten ihre Sache noch keineswegs verloren zu geben.

In Brasilien ist der in der Provinz Rio Grande do Sul von Neuem auSgegebrochene Aufstand schon wieder unterdrückt. Der Jnsurgentenführer van den Kolk ist in die Hände der Regierung gerathen.

Dagegen verschärfen sich auf Samoa die Gegensätze immer mehr. Der von den drei Mächten England, Deutsch- land und den Vereinigten Staaten von Nordamerika aner­kannte König Maltetoa wird von seinem alten Gegner Ma- taafa von Neuem in seiner Herrschaft bedroht.

Besonders bedenklich liegen die Verhältnisse in Hinter- inbien. Dort beabsichtigen die Franzosen ganz offenbar auf Kosten SiamS eine bedeutende Gebietserweiterung zu erlangen. An der Verhinderung dieses Planes hat nicht allein Siam, sondern auch England, schon wegen Vorderindiens, ein starkes Interesse. Es scheint auch, als ob die englische Regierung gewillt sei, einer Ausdehnung der französischen Machtsphäre zu Ungunften der Selbstständigkeit SiamS sich mit allen Kräften zu widersetzen.

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Tie Weichselbrücke bei Forbon. lieber die jetzt nahezu vollendete, 1300 Meter lange Weichselbrücke bei Fordon wird demCentr.-Bl. d. Bauv." berichtet: Alle Pfeiler sind bis auf geringfügige Äußerlichkeiten fertiggestellt. Von den fünf Stromöffnungen sind nur noch zwei die zweite und die dritte Oeffnung mit Eisen zu Überspannen und auf dem Dorlande haben von dreizehn Oeffnungen neun ihren eisernen Unterbau erhalten. Da alle die Brückenstellen kreuzenden Schiffe ihre Masten niederlegen müssen, ist oberhalb und unterhalb der Brücke ein Mastenkrahn aufgestellt, der mit Dampskraft daS Ausheben, Niederlegen und Wiedereinsetzen der Masten besorgt und so eingerichtet ist, datz die nach ober­halb fahrenden Schiffe von einem Mastenkrahn bis zum andern mit Hilfe eines Drahtseilzuges durchgeschleppt werden können. Da diese Treidelung gegenwärtig noch nicht in Betrieb ist, ziehen sich diese Schiffe felbft an einer Leine unter der Brücke hindurch oder lassen sich von dem stets bereit liegenden Dampfer der Bauverwaltung durchschleppen. Die 10,8 Meter breite Fahrbahn der Brücke ist durch ein 2,5 Meter hohes eisernes Drahtgitter so getheilt, daß 4,5 Meter Breite auf die Eisenbahn und 6,5 Meter auf die Straße entfallen. Außerhalb der Hauptträger ist zu jeder Seite der Brücke ein 1,5 Meter breiter Fußweg vorgesehen, von denen jedoch nur der stromab belegene dem öffentlichen Verkehr dienen soll, während der stromauf liegende für den Dienst der Verwaltung freigehalten werden wird. Das Material der Ueberbauten besteht aus rund 11 Millionen Kilogramm basischen Fluß­eisens, das in dieser bedeutenden Masse bisher noch bei keiner Brücke der Welt zur Anwendung gekommen ist.

* Schmerzensschrei eines Thealer-Leiters. Der Director des Sommertheaters in Rosenheim hat vor wenigen Tagen folgende Bekanntmachung auf seinem Theaterzettel an das dortige Publikum gerichtet:An die verehrte Einwohner­schaft! Es ist mir allerdings sehr schmeichelhaft, daß meine bis jetzt gegebenen Vorstellungen Beifall und Anerkennung fanden, jedoch haben die bisherigen Einnahmen noch nicht das Drittel der Ausgaben gedeckt! Ich kannte Rosenheim immer als kunstliebende Stadt, doch befand ich mich in einer

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Mittwoch den 26. Juli, Vormittags 10 Nhr, einzureichen sind, in welchem Termine deren Eröffnung erfolgen wird.

Gießen, den 13. Juli 1893.

Der Großh. Erste Staatsanwalt.

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