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14.96
Nr. 171 Zweites Blatt. Sonntag de» 23. Juli
'893
Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, eit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener PnmittenvrLtter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal drigclegt.
Gießener Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
Vierteljähriger AvonnementspreiLS 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pf».
Redaction, Expedition und Druckerei:
Kchulstratze Kr.7.
Fernsprecher 51.
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen.
I Hi.ßmer AamiN<»5M«. I
Nachrichten über den Saatenstand im Grostherzogthnm Heffen UM die Mitte des Monats Juli 1893.
politische Wochenschau.
Gießen, 22. Juli 1893.
Zusammengestcllt bet der Großhcrzoglichen Oberen landwtrthschastlichen Behörde.
weniges besser.
3,7 || 4,1
Durchschnitt für Rheinhessen
Nachdem die Militärvorlage angenommen und erledigt ist, wendet sich die öffentliche Aufmerksamkeit immer mehr den kommenden Steuergesetzen zu. In Bezug auf diese ist der Phantasie ein um so weiterer Spielraum gewährt, je weniger feste Anhaltspunkte für Bermuthungen und Prophezeiungen gegeben sind. Allerdings hatten die Mitglieder der „antisemitischen Reformpartei" und die „freisinnige Vereinigung" ihre Zustimmung zu dem neuen Militärgesetze während deS Wahlkampfes nur für den Fall in Aussicht gestellt, daß bte Deckungssrage zugleich mit der Militärvorlage geregelt würde. Bei den Verhandlungen im Reichstage stellte sich indeffen bald heraus, daß die Regierung nicht in der Lage war, präcise und bindende Erklärungen über ihre künftigen Steuer- Vorlagen schon jetzt zu geben. Nur so viel steht fest, daß die Börsensteuer, in veränderter Form allerdings, wieder vorgeschlagen werden wird, dagegen die Projecte auf höhere Besteuerung von Bier und Branntwein endgültig fallen gelassen sind. Auch sollen nach den Erklärungen des Reichskanzlers „Lebensmittel" von neuen Steuern nicht betroffen : werden. Indessen giebt schon dieser Begriff in seiner Mehrdeutigkeit zu Verschiedenheiten in der Auffassung der Erklärung der Regierung Anlaß. Zum Beispiel kann man den Tabak ganz gewiß nicht zu den Lebensmitteln im engeren Sinne ! rechnen, sondern muß ihn zu den — wenn auch denkbar bescheidensten — Genußmitteln zählen. Es ist deshalb sehr I wohl möglich, daß trotz der Verzichterklärung der Regierung s am 19. November 1892 der Tabak zur Deckung der Mehr- : kosten unter der Begründung herangezogen wird, daß er ja doch { zu den besonders ausgenommenen Lebensmitteln nicht gehöre, j In der That verlautet schon jetzt, daß die Regierung eine i Tabaksabrikatsteuer zu den übrigen Tabaksteuern hinzu- zufügen gedenke. — in Hand mit den Erörterungen ! über die Deckungsfrage gingen in dir letzten Woche solche ' über eine Neuorganisation des Reichsschatzamtes. ! Auch in angesehenen nationalliberalen Kreisen ist man mehr 1 und mehr zu der Ueberzeugung gekommen, daß der deutsche Reichsschatzsecretär nicht diejenige Selbständigkeit besitzt, welche ihm nach dem Gewicht seiner Stellung gebührt. Man hat deshalb den Vorschlag gemacht, die Einrichtungen wiederher- । zustellen, welche von 1869—1877 während des preußischen Finanzministeriums Kamphausen bestanden haben. Damals ' lag die Reichsfinanzverwaltung in den Händen eines Mannes,
II 4,4 || 4,4 || 1,7
3,6 | 3,5 || 3,1 I - || 2,4 | - J 3,3 || 3.7
3,2 | 2,7 || 2,9 | — || 2,4 | 4 || 3,2 || 3,7 || 3
Durchschnitt für das Großherzogthum .....
Bemerkungen: Die in den letzten Wochen gefallenen Niederschläge haben zwar bewirkt, daßdieWtesen und Kleeselder wieder grün werden, auch auf Kartoffeln und Zuckerrüben haben sie eine günstige Wirkung geäußert; für die ^etreidearten kamen sie ieb^) zu spät, abgesehen vom Hafer, der daraus noch einigen Vortheil ziehen wird. Die Lage ist daher gegen den vorigen Monat um ein
Provinzen
Note 1
Sgatenstand
- sehr guter, 2 — guter, 3 — mittlerer, 5 — sehr geringer Stand.
4 — geringer,
Ord.-N
und
ErhebungSbeztrke.
Winter-
Sommer-
Winter-
Sommer-
Winter-
Som- mer-
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Weizen
Spelz
Roggen
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1
2
3
4
5
6
7
Provinz Starkenburg.
Kreis Bensheim.........
„ Darmstadt.........
„ Dieburg.........
„ Erbach..........
„ Groß-Gerau........
„ Heppenheim........
„ Offenbach.........
3,5
3
2,5
3
3
2
3,5
1,5
3
3
3
2
—
3
3
2
2
3,5
2
3
4
4
4
3
3
3
3,5
3
3
3
3
4
3
4
3
3,5 :
2
2
3
2
2
2 I
25
5
4
4,5
4 1
2,5
5
5
4
5
3
4
3
5
5
—
Durchschnitt für Starkenburg
3
1,5
2,7
—
2,6
4
3,2
3.4
22
4,3
4,3
—
8
9
10
11
12
13
Provinz Oberhefsen.
Kreis Alsfeld..........
„ Büdingen.........
„ Friedberg.........
„ Gießen..........
„ Lauterbach.........
,, Schotten.........
2,5 2
4
3,5 2,5 4
3
3
3,5
2,5
4
—
—
2
2
3
2,5
1,5
3
-
r
3
2,5
3
3,5
2,5
45
4
3
4
4
4
4,5
3
3
4
2,5
2,5
3,5
5
5
5
5
5
4
4,5
5
3
5
— -
Durchschnitt für Oberhessen
3,1
3,2
—
—
2,3
4
3,1
3,9
3
4,8
4,4
-
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
Provinz Rheinhessen.
Landw. Vereinsbeztrk Alzey......
„ „ Bingen.....
„ „ Flonheim ....
«, „ Ingelheim ....
„ „ Mainz.....
„ „ Nieder-Olm . . .
„ „ Oppenheim....
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„ „ Pfeddersheim. . .
„ „ Wöllstein ....
„ „ Wörrstadt ....
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4
4
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4
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4
1
3 2
1,5
1,5
l 1,5 1
1 1,5 1,5 2
2
Ferrillcton.
Wie Herr Blümel sich geistreich unterhalten hat.
Herr Blümel aus Wurzen fuhr über Leipzig und Bitterfeld nach Berlin. Mit jedem Kilometer, welchen das Dampfroß zischend durchflog, furchte sich Herrn Blümels Stirn tiefer, wurde sein joviales Gesicht unfreundlicher.
Herr Blümel, der nichts mehr haßte als Einsamkeit und Schweigsamkeit, befand sich mutterseelenallein in einer Ab- theilung dritter Klasse und schaute auf jeder Station sehnsüchtig nach Gesellschaft aus, aber die neuen Passagiere stiegen immer nebean ein.
Auf Station Lichterfelde wurde endlich die Thür auf- geriffen. Ein dicker alter Herr occupirte den nächsten Eckplatz, drückte den Kopf gegen die Holzwand und schloß die Augen zu einem ,Nickerchen". Ein junger Mensch mit semmelblondem Haare und stupidem Gesicht nahm dicht neben Jenem Platz. Keiner von beiden hielt es für nöthig, Herrn Blümel zu grüßen. Dieser rückte, ohne die Unhöflichkeit zu beachten, neben den Semmelblonden und meinte mit größter Freundlichkeit:
„Fahren Se auch nach Berlin, mei bestes Herrchen? — Nu freilich, wo sollten Sie denn sonst hinfahren! Eben han mcr ja die letzte Station pasflrt. — Wissen Se, in Sachsen fahren mer ganz anders uf de Bahne wie in Preissen, ich bin Sie nämlich aus Wurzen. Gesellschaft gibts bei uns merschtentheels in jedem Goubee. Und denn fieht bei uns de Bahne ganz anders aus. De Signalstangen zum Exempel sind weißgrien angestrichen und die Waggons tragen eene andere Signature wie in Preiffen. Sie verstehen doch, was ich meene?"
Der junge Mann machte eine Bewegung mit dem Kopfe, die wie ein verneinendes Schütteln aussah. Jener fuhr eifrig fort:
„Ich meene die vier großen Buchstaben, die uff jedem Wagen außerhalb angeschrieben sind. In Sachsen Heeßen se:
„K. S. S. B.", in Preissen „K. P. E. D." Wissen Se, I was „K. S. S. B." Heeßen soll?"
Der Gefragte schwieg. ,
„Se wissens also nicht?" fuhr Herr Blümel hastig fort. „Freilich, Sie werden ooch noch nich in Sachsen gewesen fein! Wir Sachsen sind Sie nämlich ein humoristisches Völkchen und schütteln de Bongmohs nur so aus de Aermel. Da sagen de Eenen mit Rücksicht uf de bekannte Schlauheit der Sachsen, „K. S. S. B." soll Heeßen: „Keen Sachse schießt Böcke." Die anderen Sachsen denken an den Muth des echten Sachsen in Gefahren', besonders bei Zug-Entgleisungen, und sagen, es heeßt: „Kaltblütige Sachen sind bewundernswerth." Es heeßt aber weiter gar nischt als: „Königlich Sächsische StaatS-Bahn." — Was verstehen denn de Herrn Preissen unter „K. P. E. V. ?" Als guter Patriot müßten Se das wiffen!"
Der Semmelblonde gähnte sehr laut und schwieg.
„Das wissen Se auch nicht? — Wenn ich dran denke, daß de Preissen mehrschtentheels sehr knickrig sind, denn wtrds gewiß bedeuten sollen: „Keen Paffagier erhält Verpflegung." — Sie antworten wieder nischt. — Denn kanns meinetwegen 'nen anderen Sinn haben. De Preissen sollen mitunter ein bischen sehre grob sein. Es wird also 'ne freundliche Mahnung ans Publikum sein, die angeborene Grobheit im Goubee unterwegs zu lassen. Ja, ja! Es wird ohne Zweefel Heeßen: „Knot'ge Passagiere erregen Verstimmung !""
Der Semmelblonde zog ein blaubaumwollenes Taschentuch hervor und schmutzte sich mit einem so lauten, trompetenartigen Tone, daß Herr Blümel erschrocken zurückfuhr. Im nächsten Moment rief er begütigend:
„Nehmen Se's nur nicht iebel, junger Herr! Aber uns beede habe ich nicht zu de knotige Kadegorie gerechnet. — Die Buchstaben ham amende doch 'ne andere Bedeutung. Halt, ich Habs! Es soll 'ne Beruhigung Mr Reisende sein und Heeßen: „Knochenbrüche passiren eenmal vierteljährlich! Bei anderen Bahnen werden se gewiß öfter passiren.
In diesem Augenblicke tönten Signalpfiffe und der Zug fuhr in den Bahnhof ein. Herr Blümel ergriff sein Handgepäck und drückte dem Semmelblonden die Hand mit den Worten:
„Wissen Se, mein Gutester, ganz richtig wirds amende Heeßen: „Königlich Preußische Eisenbahn-Verwaltung." Na, das kann uns beeden aber egal sein. Adjees! Ich habe mich lange nicht so geistreich unterhalten!"
„Was? Sie haben sich Vit meinem Sohne unterhalten?" rief der alte Herr, welcher eben aufgewacht war und aufsprang. „Mein Sohn ist taubstumm! Haben Sie denn das nicht gemerkt?"
„Nun nee!" versetzte Herr Blümel verblüfft und machte sich aus dem Staube.
♦ Nachgeholt. Präsident ruft einen Redner zur Ordnung. Redner: „Herr Präsident, diesen Ordnungsruf habe ich entschieden nicht verdient, aber jetzt werde ich etwas sagen, worauf er Bezug haben kann!"
* Unerwartete Wendung. Vater am Studiertisch zu den Kindern, die im Zimmer lärmen: „Donnerwetter, jetzt hab ich's satt mit diesem Heidenspektakel! Wer plärrt denn da eigentlich am meisten?" — Kinder (einstimmig): „Du, Papa!"
* Unschuldig. Dieb (der auf frischer That abgefaßt wird): „Ach Gott, daß mir das auch nochmal passiren mußte- zehn Jahre lang hab ich mir nichts zu Schulden kommen lassen." — Gensdarm: „Was haben Sie denn während der Zeit gemacht?" — Dieb: „Da war ich im Zuchthaus!" .
* Beruhigung. Hausfrau: „Ihre Zeugnisse sind gut. Haben Sie einen Liebhaber?" — Köchin: „Ja, Madame, — aber er ist Vegetarianer!"
* Ein Tourist stellt die Frage: „Warum hören die Ueberschwemmungen im Riesengebirge nicht mehr auf? „Weil hier so viele Wegeweiser stehen, daß sich Sie Wasser beim besten Willen nicht mehr verlaufen können.


