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23.4.1893 Drittes Blatt
 
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Wegen Geschäft

Beispiel, wie wichtig Iirmübungcn, Spiele im Freien auch für den Haud- und Fabrikarbeiter sind. Aber auch andere Personen können au- dieser Betrachtung Nutzen ziehen, um ein frühzeitige- Altern ihrer Ernährerin, der Hand, zu verhüten.

Virtuosen nnd große Künstler bilden Su-nahmen- wie ihr Genie ein außergewöhnliche- ist, so find auch ihre Hände mit besonderen Fähigkeiten auSgeftattet, die für die Maffe uner« reichbar find. Allgemeine Bedeutung hat aber die Prüfung der Handfertigkeit der Durchschnittsmenschen, namentlich der Fabrikarbeiter. Der englische Arzt Sw I. 6. Browne hat nach derEentralztg. für Qotik und Mechanik" im Laufe der Jahre darüber Beobachtungen in den Fabriken von Birmingham und Staffordshire angestellt. Er fand, daß, wenn die Arbeiter etwa im siebzehnten oder achtzehnten Lebensjahre in die Fabrik eiotraten, die Geschicklichkeit ihrer Hände durch Hebung nach und nach größer wird, bi- sie die höchste Stufe der Bolkommcnheit etwa im dreißigsten Lebensjahre erreicht. Die geschicktesten Knopfdreher machen z. B. um jene Zeit 6240 Elfenbeinknöpfe täglich. Diese höchste Leistungsfähigkeit behält die Hand, wenn der Arbeiter sonst gesund bleibt, etwa bis zum vierzigsten Lebensjahre. Bereit» von diesem Zeitpunkte beginnt die Abnahme der Geschicklichkeit und Browne erläutert die Thatsache durch folgende Zahlen. Bis zum vierzigsten Lebensjahre kann ein geschickter Arbeiter wöchentlich in der Knopffabrikation 45 Schilling verdienen, im fünsundvierzigsten sinkt fein Ver- dienst bereits auf 38 Schilling und beträgt im fünfund« sechzigsten nur noch 20 Schilling, vorausgesetzt, daß der Mann sonst ganz gesund bleibt. Dieses frühzeitige Altern der Hand wird vor allem in Fabriken beobachtet, in welchen die Hand einseitig beschäftigt wird. Wenn wir nun bedenken, daß beispielsweise ein Arbeiter in den Federmesserfabriken zu Sheffield täglich 28000 Hammerschläge auSführt, so ist es kein Wunder, wenn die Nervencentren, die für ein und dieselbe Handlung so oft in Anspruch genommen werden, schließlich erlahmen. In anderen Gewerben, welche den ganzen Körper gleichmäßiger in Anspruch nehmen, namentlich in der Landwirthschast, altert die Hand nicht so rasch. Nun ist die Erhaltung der Handfertigkeit für den Handarbeiter eine Lebensfrage, und er muß darnach streben, daS Altern seiner Hand so weit wie möglich hinauSzuschieben. DieS kann nur durch harmonische Hebung und Beschäftigung aller Gliedmaßen erreicht werden, und da erkennen wir an diesem

Sd>iffsnad>ridptcn»

Der Dampfer .Illinois" derSieb Star Ltntr' im Antwerpen ist laut Telegramm em 18. April wohlbehalten in Philadelphia an gekommen.

führt ihn nach Ehicago, doch wird der Rlefenkäfe auf allen Zwischenstationen begrüßt werden.

Durch den gleichzeitigen Selbstmord ihrer beiden Söhne ist in Berlin eine geachtete Deamtenfamilie in tiefen Kummer versetzt worden. Die im Norden Berlins wohnenden W.'schen Eheleute hatten bei der Erziehung ihrer Linder keine Mittel gespart und dahin gebracht, daß der 22 Jahre alte Max die Laufbahn eine« Militär-RoßarzteS einschlagen konnte, während der jüngere 20jährige Sohn sich dem Studium der Zahnheilkunde widmete. Beide waren in ihrem Berufe soweit vorgeschritten, daß sie vor den Prüfungen standen. Beide Brüder, die am Freitag noch in sehr heiterer Stimmung waren, kamen am SamStag nicht zum Vorschein, und als der Vater deren gemeinschaftliches Schlafzimmer betrat, fand er zu seinem großen Schrecken seine Kinder todt im Bette auf. Wie sich ergab, hatten sie sich mittelst Cyankalis vergiftet. Hinsichtlich der Beweggründe zur That verlautet, daß Beide sehr flotte junge Leute waren und daß namentlich der Aeltere mit den ihm als Soldat gezogenen Grenzen oft im Zwiespalt kam. Mir dem ungezwungenen Leben scheint eine Bernach» lässigung der wissenschaftlichen Ausbildung vereinigt gewesen zu fein, und man nimmt daher an, daß die beiden jungen Leute au» Scheu vor den abzulegenden Prüfungen Hand an sich felbst gelegt haben.

Der neuesteCongreß". Man schreibt derFrkf. Ztg." aus Düsseldorf vom 17. dS.: Am 11. und 12. Juni soll hier ein großerCongreß der Raucher von Rheinland und Westfalen" ftattfinden. Die Sache ist, so unglaublich eS klingen mag, allen Ernstes geplant und mit den Vorbereitungen dazu begonnen worden. DaSFestprogramm" enthält u. A.: Empfang der auswärtigen Vereine, Festzug, Festqualmen rc. Alle Theilnehmer am Feste müssen mit brennenden Pfeifen oder Eigarren bezw. Eigarretten erscheinen.

* Die Geschicklichkeit der Hand ist unS nicht angeboren; wir müssen die Handfertigkeit im Leben erlernen. Wann erreicht nun die Hand die höchste Stufe? Wie lange erhält sie sich auf derselben und wann beginnt sie zu altern? DaS sind interessante und für Diejenigen, die auf ihrer Hände Arbeit angewiesen find, höchst wichtige Fragen. Berühmte

Citerahtr und Knnft.

.. _^Den deutschen öaffenftubenten ist wiederum bte rungste Nummer der »unV < Berlin W 57, Verlag

von Rich. Bong) gewidmet. Die von «. Bl und meisterhaft ent­worfenen farbigen Illustrationen ,u dem «Nike! von Rodert Hesien stellen den Lande-ooter, da» Zusammenwerfen der Fackeln, die Ibeeter» mirnik der Studentenfeste und den Abschied de» Profefsor» dar. Ferner enthält da» Hest einen Artikel über den Stuttgarter Mater Robert Haug. Zwei prächtige Kuostdläiter geben die neuesten Schöpfungen betz Künstler» wieder- da- dramatische Soldatendild .Morgenrolb- und den poetischenSpaziergang", während eine Än- lapl von Skiuen au» de» Künstler» Mappe den von Paul Dodert geschriebenen Text begleiten. Sehe reich ist der originelle Zickzack- Bogen der Nummer, der dem L-ser u. A. die fürstliche Familie Plrtz. den bekannten Naturapoftel Heinrich Scham (Pudor), den üBientr §echtmeiftcr Haiti und die treffliche Schauspielerin Ter.fina Getzncr vorführt. - Das nächste Heft derModernen Kunst' tft die FrühlwaS- Nummer, dre bei reichem Inhalte und glänzendster Ausstattung den Abonnenten für Mk. 1,00 geliefert wird, während sie für .'ich' Abonnenten Mk. 2,CO kostet.

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Gladenbach, den 19. April 1893

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Die Rechnungen über ßieferungen rung zur Herstellung von eisernen Ge und Arbeiten für die Universität«- ländern an 21 Brücken und von eisernen Institute aus dem abgelaufenen Rech- »-ll--ttchlsch-chtm der Bahn-

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alsbald bei den betreffenden In stitus-Directoren einzureichen.

Verkauf von Streamaterial. Die ausgelagerte Holzwolle in den Kasernen wird

Dienstag den 25. April 189.3, Bormittags IO Uhr, in unserem Geschäftszimmer im Wege des mündlichen Meistgebots verkauft. Bedingungen liegen aus. [3757

Garnifonverwaltung Gießen.

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Künftigen Montag den 24 d. Mts. soll die zweite auswärtige Er­hebung von Freiherr!, von Rabenau scheu Holzgeldern stattfinden:

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