Ausgabe 
23.3.1893 Drittes Blatt
 
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Nr. 7V. Zweite- Blatt. Donnerstag den 23 März

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Gießener Anzeiger

Kenerat-Mnzeiger.

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Durch die Poft bqife 2 War! 50 «A.

Wtbactiie, tptbtetoi trab Druckerei: »4«rni«i< jua S-rNiprecha 51.

Amts- und Anzeigeblutt für» den Aveis Gietzen.

Bekanntmachung.

Vom 1. April d. I. an wird auf der Strecke Gießen Großen-Bufeck der Oberhessischen Eisenbahnen an Werk- tagen ein Arbeiter-Frühzug verkehren, der nach 5 Uhr (Mitteleuropäischer Zeit) von Gießen nach Großen - Buseck leer fährt und von Großen »Buseck um 5 Uhr 50 Minuten (Mitteleuropäischer Zeit) nach Gießen wieder abgeht.

Die Bahnstrecke Gießen Großen-Buseck wird während dieses Zugverkehres nach Maßgabe der Bahnordnung für deutsche Bahnen untergeordneter Bedeutung betrieben, also ohne Be­wachung der Bahn und ohne Schließen der Schranken au den Bahn Uebergängen; dagegen wird bei Annäherung de8 Zuge»

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Hrattsöeitage: Hießmer Kamitienölätter.

Abonnements - Einladung!

Amtlicher Theil

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Märkte anberaumt

am 6. Mai Lampertheim,

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Bickenbach, Groß-Gerau, Gernsheim, Reinheim,

Beeilet eie Be>et|te |e ba «.chmtni-s ftr bat hlfaibai Km «rschetnenben Wunen bis Bim. 10 Uhl.

Oberhessen betriebenen Landwirthschäft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens­werten aus dem Gebiete derselben besondere Berück­sichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- \ wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie ; in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein ge- j diegenes Feuilleton wird neben besonderen Ar- z tikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten j Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die Gießener Familienblätter", welche dem An- z zeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die : stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine belitte Beigabe bieten.

Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufaeben zu. wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der |

Bestellung bis 1. April den Anzeiger kostenfrei zu­gestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Nummern nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnements­betrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht aus­drückliche Abbestellung erfolgt.

Hochachtend

Verlag desGießener Anzeiger"

Brühl'sche Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch).

Zum Bezug desGietzener Anzeiger" für das 2. Vierteljahr 1893 laden wir hiermit ergebenst ein. Wie bisher, wird derGießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrich­ten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorfälle in demselben auf dem Lau­fenden. Unterstützt durch an allen Orten der Provinz Oberhessen ansässige Berichterstatter, ist der Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des An­zeigers zu Theil werden. Der in der Provinz

zunehmen, ebenso Krippensetzer und Klophengste sowie Wallache mit ausgeprägter Hengstmanier, welche sich in den ersten zehn bezw. achtundzwanzig Tagen nach Einlieferung in den Depots als solche erweisen.

Pferde, welche den Verkäufern nicht eigentümlich ge­hören oder durch einen nicht legitimirten Bevollmächtigten der Commission vorgestellt werden, sind vom Kauf aus­geschlossen.

Die Verkäufer sind verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke, rindledcrne Trense mit starkem Gebiß und eine neue Kopfhalster von Leder oder Hanf mit zwei mindestens zwei Meter langen Stricken ohne besondere Ver­gütung mitzugeben.

Um die Abstammung der vorgeführten Pferde feststellen zu können, sind die Deckscheine rsep. Füllenscheine mitzubringen, auch werden die Verkäufer ersucht, die Schweife der Pferde nicht zu coupiren oder übermäßig zu verkürzen. Ferner ist es dringend erwünscht, daß ein zu massiger oder zu weicher Futterzustand bei den zum Verkauf zu stellenden Remonten nicht stattsindet, weil dadurch die in den RemontedepotS vor­kommenden Krankheiten sehr viel schwerer zu überstehen sind, als dies bei rationell und nicht übermäßig gefütterten Remonten der Fall ist. Die auf den Märkten vorzustellenden Remonten muffen daher in solcher Verfassung sein, daß sie durch mangel­hafte Ernährung nicht gelitten haben und bei der Musterung ihrem Alter entsprechend in Knochen und Muskulatur aus­gebildet sind.

Berlin, den 25. Februar 1893.

Königlich Preußisches Kriegsministerium; RemontirungS- Abtheilung.

(gez.) Hoffmann-Scholtz.

Pferde werden zur Stelle abgenommen und sofort gegen Quittung baar bezahlt.

Pferde mit solchen Fehlern, welche nach dm Landes­gesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der Unkosten zurück-

Bekanntmachung,

den Ankauf von Remonten für 1893 betreffend.

Zum Ankäufe von Remonten im Alter von drei ausnahmsweise vier Jahren sind im Bereiche des Großherzog- thums für dieses Jahr nachstehende, Morgens 8 Uhr beginnende worden und zwar :

ii

ii

13. Rieder-Wöllstadt.

von der Remonte-Ankaufs Commission erkauften

Bekanntmachung,

betteffend den Ankauf von Remonten im Jahre 1893.

Nachstehende Bekanntmachung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, RemontirungS-Abthellung, bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß.

Gießen, den 9. März 1893.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Feuilleton.

Wovon London lebt.

Die flüssigen Nahrungsmittel.

(Nachdruck verboten.)

Die englische Hauptstadt bedarf in einer Woche nach den neuesten und zuverlässigsten Berechnungen 900,000 Gallonen (ä 4,543 Liter) Milch in der Woche, d. h. reiner Milch, denn, obgleich auch in England sogar sehr scharse Gesetze gegen die Verfälschung von Nahrungsmitteln bestehen, so ist selbst­verständlich die Controle in einem Gemeinwesen, wie London, nicht leicht, und es kommen viele Uebertretungen vor. In der jüngsten Zeit ist jener Uebelstand mehr gehoben worden, da große Compagnien die Milchlieserung im Kleinverkauf übernommen haben und sich gegenseitig Concurrenz bieten, so daß das Publikum dabei nur gewinnen kann. Eine dieser Gesellschaften macht z. B. weit über 10,000 Besuche pro Tag bei ihren Kunden, die gewöhnlich Morgens zwischen i/27 und l/zZ und Nachmittags von 23 Uhr bedient werden. Sehr interessant sind die Milchwagen, welche voll­ständig nach Art der altrömischen Gefährte gebaut find, wie solche bei Triumphzügen, bei Wagenrennen rc. üblich waren. Der Lenker des Rosses steht aufrecht in dem meistentheils sehr schnell dahinsausenden Gefährte, selbst die Mähne des Pferdes ist, wie bei den Alten, bürstenartig kurz abgeschnitten und nur derenglisierte" Schwe'f desselben versetzt den Be» schauer in die Neuzeit. Die Milch befindet sich in spiegel­blank geputzten, meist drei Fuß hohen Gefäßen churns aus Weißblech mit Messingreifcn und Ornamenten, während der Inhalt derselben durch einen Hahn in Blechgefäße ab- gelafsen wird, welche, Eigenthum des Verkäufers, dem Kunden mit einem eigenthümlichen melodischen Anzeigeruf vor die HausthÜr gesetzt werden. Eine Kuh liefert wöchentlich un­gefähr 10 Gallonen Milch, folglich braucht die Metropole die ansehnliche Heerde von 90,000 Kühen, um mit deren Product versorgt zu werden, und von solchen stehen 14- bis 15,000 innerhalb der Grenzen Großlondons. Alle flüssige Milch

1 kommt aus England, aber Schweizer Firmen liefern noch ! jährlich 80« bis 100,000 Kisten des condenfirten Productes.

Viel Milch wird zum Thee verbraucht, den jeder Eng­länder mit Vorliebe am Morgen, Nachmittag und Abend trinkt, während London 20« bis 21,000,000 Pfund von jenen nervenerregenden Blättern jährlich bedarf. Großbritannien hat sich, was die Theelieferung anbetrifft, schon längst von China freigemacht, denn zwei Drittel derselben kommen von Ostindien, die Insel Ceylon eingeschlossen. Thee ist in London ungemein billig, denn für 1 Mark bekommt man trinkbare Waare, und 2 Mk. ist ein Preis, der vorn Durchschnitts­engländer jetzt selten angelegt wird. Verdient, oder besser gesagt geschwindelt, muß beim Theehandel furchtbar-werden, sonst wäre es wohl kaum möglich, daß man beim Einkauf eines Pfundes der grünen oder schwarzen Blätter, im Preise von 2 Mk., nach Wahl z. B. eine Theekanne, ein Theebrett rc. ohne Extrabezahlung erhielte, und was dergleichen Com« binationen mehr sind. Furchtbar wird besonders der arme Mann betrogen, welcher nur für einen Penny Thee kaufen kann, denn er zahlt thatsächlich das Pfund so theuer, wie die Königin Victoria, und bekommt für sein theures Geld ein pflanzliches Mixtum compositum, daS nicht einmal den Namen Thee verdient, aber mit hochtönenden Bezeichnungen belegt ist, wie Neuseeland«, Westindien-, Appalachien-, Labradorthee, während derselbe noch vom Glück sagen kann, wenn man ihm schlechtgetrocknete Kaffee-, Weiden- und andere Blätter gibt, I die oft so schmählich parsümirt sind, daß solche die Geruchs­nerven beleidigen. Es ist heute so weit gekommen, daß Thee von einem Gewächs, selbst aus einem Diftrict, gar nicht mehr rein in den Handel kommt, sondern man annoncirt frank und frei ein Gemisch blend von z. B. indischem und chinesischem Thee, eben ein richtiges englisches Blendwerk, wie so vieles. Kommt es doch alle Tage vor, daß arme Teufel in den Mäßigkeitsgesellschasteu mit Thee tractirt, sich über den ganz merkwürdigen Geschmack des Getränkes wundern und fragen, was es denn eigentlich sei, denn das herrliche Aroma eines reinen Thees hat noch niemals ihre Nasen berührt.

Während der Thee ein Nationalgetränk deS Engländers genannt werden kann, ist letzterer kein allzu großer Freund des Kaffees, und solcher wird in London hauptsächlich von Ausländern getrunken. Man versteht den braunen duftigen Trank auch nicht zu bereiten und in den Theestuben der Temperenzler, welche auch Kaffee ausschänken , scheint das unter diesen Namen credenzte Gebräu die reine Cichorien- brühe zu sein. Es hält überhaupt sehr schwer, in London für theures Geld guten, feinen Kaffee zu erhalten, und es ist daher natürlich, daß nur 3,500,000 Pfund von jenen über­seeischen Bohnen consumirt werden, während sich der Cacao» verbrauch ungefähr auf die Hälfte des vo^hergenannten Pro­ductes beläuft. Beide Handelsartikel kommen hauptsächlich von den britischen Colonien.

Milch, Thee, Kaffee und Cacao sind die Waffen, welche die englischen Mäßigkeitsapoftel gegen den Spirituosenteufel in das Feld führen, und so manche Seele ist dadurch schon aus den vergifteten Fängen des letzteren gerettet worden. Für einen halben Penny bekommt man in Hellen, reinlichen und luftigen Localen genannte Getränke, mit Ausnahme des Kaffees, in sehr guter Qualität, ebenso Butterbrod und ver­schiedene populäre Kuchengattungen. Mit 7^ Pfennig in der Tasche gehört man in diesen Localen zu den vom Schicksal Bevorzugten und für 4J/4 Pfennig Consum kann man sich dort so lange bequem sitzend aufhalten, als man will, während man beim Destillateur mindestens 12 Pfennig für ein Glas zu Kopfe steigenden Bieres ausgeben und dabei in einem engen Verschlage stehen muß. Auf der anderen Seite treten aber in neuester Zeit sogar Erzbischöfe und Aerzte von großem Rufe auf, welche behaupten, daß auf den britischen Inseln und in der Nähe eines so bedeutenden Stromes, wie die Themse, ein Glas guten Bieres oder Weines durchaus nicht schädlich, sondern bekömmlich sei, umsomehr, als der Kampf um das Dasein in der größten Stadt der Welt heute die Nerven des rüstig arbeitenden Mannes in dem Maße angreift, daß eine kleine Stimulirung durch mäßigen Genuß von Alkohol nothwendig erscheint.

Diesen Principien hat die große Masse der Londoner