gebracht. Russische Offiziere warfen Blumen unter die Menge, was unbeschreiblichen Jubel hervorrief.
Paris, 20. October. Berar gestrigen Festessen im Stadthause erwiderte der russische Admiral Avellan auf die Toaste von Carnot und dem Borsitzenden des Municipal- rarhs, die Russen seien durch die FreundschafrSbezeugu.'gen der Stadt Paris geschmeichelt und er glaube sagen zu können, daß die französische Hauptstadt auch zugleich die gaftfreund- llchste der Welt sei. Es lebe Paris und seine Ein- wohnerschaft.
Paris, 20. Oclober. DaS gestrige Fest im Stadt- Hause ist überaus glänzend verlaufen. Das Festessen von 564 Gedecken wurde vom Präsidenten Carnot prasidirt. Carnot, Baron Mohrenheim, der Präsident des Stadrraths, Humberr, und Admiral Avelan brachten Trinksprüche aus. Ungeheurer Jubel durchbrauste die Luft, als der große Zapfenstreich mit Fackelbegleitung an dem Stadthause angelangt und sich Präsident Carnor mit seinen Gästen auf dem eigens zu diesem Zwecke erbauten Balkon sehen ließ. Circa hunderttausend Menschen waren aus dem Platze vor dem Sradthause versammelt. Nach Schluß des Festes im Rathhause begaben sich die russischen Offiziere nach dem Bureau des ,/Figaro", in dessen Festsaal, ein Concert mit Decla- mation stattfand.
latent, 20. October. Beim gestrigen Äbendthee in der Gemeindeverwaltung toastete der Bürgermeister von Tarent auf die Königin von England und König Humbert und betonte den Dank Italiens für alles, was das freie England für die Einheit Italiens gethan. Der Deputirte Dayala hob die Friedenspolitik Italiens hervor. Admiral Seymour dankte und sprach den Wunsch auS, daß die Freundschaft der beiden Nationen mächtig wie in der Vergangenheit fortbestehen möge. Abends veranstalteten die Bürger Tarents auf Barken eine Serenade.
Cocale* ttttö provinzielles.
Gießen, den 21. October 1893.
Zum Erntedankfest.
Säen und Ernten sind heilige Arbeiten, denn sie mahnen daran, daß der Schöpfer der himmlische Hausvater ist, der durch seine in die Natur gelegten Kräfte und Gaben die Menschen nährt und erhält, und daß er der Eigenthümer des Landes ist, welches er, um allen Hungrigen den Tisch zu decken, seiner großen Menschenfamilie zu Lehen gegeben hat. Es ist höchst denkwürdig, wie diese Erkenntniß in dem Gesetz und den Ordnungen des Volkes Israel sich kund gab. In Ihm galt der Ackerbau als Gottesdienst. Die Ernte war eine heilige Freudenzeit- sie dauerte sieben Wochen, von Passah (Ostern) bis zu dem darauffolgenden fünfzigsten Tage (griechisch Pontekoste — Pfingsten). Sieben war die heilige Zahl. Der Schluß der Ernte war ein großer Feiertag, an welchem dem Gott Himmels und der Erden Gebete und Opfer dargebracht wurden. Auch der Armen wurde in Opfern gedacht. Aus Propheten und Psalmen tönen uns die Freuden- und Dankgebete entgegen, mit welchen die Ernte die Herzen des hochbegnadigten Volkes erfüllte. Ein Widerschein der Vaterliebe Jehovahs war es, daß man die Reste des Erntesegens und verstreute oder verlorene Garben den Armen überließ. Wie das Land, so gehörte auch die Ernte dem einigen Gott und Jeder hatte die Pflicht, sie im Dienste Gottes als dessen Haushalter treu zu verwenden. — Wie. könnten wir an diesen Ordnungen uns ein Exempel nehmen! Nicht die Landleute nur, sondern alle Geschäftsleute, die, ein Jeder in seiner Weise, von dem Ertrag der Ernte sich sättigen, hätten allen Grund, des höchsten Eigenthumsrechtes, welches Gott an allem Besitz hat, eingedenk zu sein und des Wahnes sich zu entschlagen, als hätte ihr Eigenthum nur ihnen selbst zu bienen und als dürften sie. mit demselben schalten und walten, wie es ihnen beliebt. Daher ist es auch eine Forderung des Christenthums, daß Jeder dem heiligen Gott für die Verwendung seines Besitzes Rechenschaft schuldig ist. Ja, diese Verwendung, sei sie gut oder schlimm, wird selbst zu einer Saat, deren Ernte Segen oder Fluch bringt. Zumal in der heutigen Zeit, in welcher das Grollen der Besitzlosen gegen die Besitzenden Verderben drohend durch die .Völker geht, drängt sich der Ernst dieser Wahrheit mahnend an die Gewissen. Ob auch die Ernte diesmal eine spärliche war, — und sie ist reichlicher gewesen als wir erwarten durften — das Erntedankfest fordert uns zur Prüfung auf, ob wir unsere Habe, mag sie groß oder gering sein, im Dienste Gottes und zum Wohl unserer Brüder verwenden. Solches Erntefest wäre ein wahres Dankfest und das wünschen wir unseren Lesern allen in Stadt und Land.
** Oberhesfischer Geschichtsverein. Nächsten Montag Nachmittag werden Mitglieder deö Marburger Geschichtsvereins zum Besuch des Castrum bei ArnS burg hier durchkommen. Die hiesigen Mitglieder des Oberhessischen GeschichtSvereinS werden hierdurch zur Theilnahme am Ausflug eingeladen. Herr Kofler hat wieder Neues gefunden.
•• IimkermatmS Reutervortrag. Für den morgen, Sonntag den 22. October, Nachmittags 5 Uhr, im GesellschaflS- hause anberaumten Reutervortrag hat Herr Junker- mann folgendes Programm gewählt, mit welchem er am 12. October in Frankfurt a. M. so großen Beifall gefunden, und zwar: I. Hanne Nüte, Capitel 7 und 8, die Spatzen- familte. II. Ut mitte Stromtid, Capitel 12, daS Rendezvous im Wassergraben. III. Ut mine Stromtid, Capitel 44 und 45, Verschiedenes. IV. Lauschen un Rimmels, a. dat ward all' flichter in de Welt, b. Ümkihrt. Dauer des Vortrages inclusive der Pause von zehn Minuten zwei Stunden. Unserem Publikum steht somit eine interessante, anregende Unterhaltung bevor.
* ♦ Vom Wetter. Seit einigen Tagen sinkt die Temperatur NachtS bis auf den Gefrierpunkt und Morgens herrscht dichter Nebel. Es scheint jetzt eine Reihe trockener Heller Tage mit
i Nachtfrösten zu kommen. Für Gartenbesitzer dürfte es an | der Zeit sein, die letzten Gartenerzeugnisse einzubringen und die Vorbereitungen für Einwinterung der Gemüse :c. zu treffen. Es ist jetzt auch an der Zeit, die auf den Balkonen, Fensterbrettern w. stehenden Blumen NachtS ins HauS zu bringen.
* * Bubenstreich. An einem Weißbindergerüst in der Sonnenstraße wurden heute Nacht von bübischer Hand sechs Stricke durchschnitten. Zum Glück wurde die Beschädigung vor dem Besteigen deS Gerüstes bemerkt.
* * lieber einen RiesenknrbiS, dir daS colossale Gewicht von 105 Pfund hat, wurde uns heute Morgen Mittheilung gemacht. Derselbe ist von Herrn Riebel dahier gezogen worden und ist morgen, als am Erntedankfest, in der Stadtkirche ausgestellt.
* * Ernennung. Der Großh. Kreisamtmann Neff zu Darmstadt wurde zum Vorsitzenden deS Schiedsgerichts für die Jnvaliditäts- und Altersversicherung für den Bereich der Versicherungsanstalt „Großh. Hessen" ernannt.
* * AuS dem Justizdienst. Herr Gerichts-Assessor Koch von hier ist zum stellvertretenden Amtsrichter bei dem Amtsgericht zu Groß-Gerau bestellt worden. — Mit Wahrnehmung der Functionen eines Hülfsgerichtsschrcibers beim Landgericht der Provinz Oberhessen ist bis auf Weiteres Herr Gerichts- Assessor Müller von Worms bestellt worden.
• * Der am 19. ds. Mts. in Darmstadt beendeten Prüfung für das höhere Justiz- und Verwaltungsfach haben sich diesmal 12 Caudidaten unterzogen.
* * Rechtsanwälte in Großherzogthum Hessen. Die Zahl der Rechtsanwälte der hessischen Anwaltskammer betrug im Jahre 1892/93 125. Es befanden sich am Schlüsse des Berichtsjahres in Darmstadt 35, Offenbach 8, Bensheim 1, Groß-Umstadt 2, Zwingenberg 1; in Gießen 16, Friedberg 4, AlSfeld 2, Nidda 2, Schotten 1, Lauterbach 1, Ortenberg 1; in*Mainz 41, Worms 6, Alzey 2, Bingen 1, Osthofen 1; mithin in Starkenburg 47, in Oberhessen 27, in Rheinhessen 51.
* * Der Getreidemarkt. Die leichte Besserung, welche sich im Getreidegeschäfte zu Beginn der vorigen Berichtswoche zeigte, hat bis jetzt angehalten, trotz der noch immer ungünstigen amerikanischen Meldungen. Denn letzterer Umstand wurde durch die auf den meisten Plätzen zu beobachtende Spärlichkeit der Zufuhr wie des Angebots von Waare wieder ausgewogen, so daß sich Weizen wie auch Roggen im Allgemeinen behaupten konnten, allerdings bei meist nur geringen Umsätzen in beiden Artikeln - Hafer war wenig verändert. Notirungen an der Berliner Produktenbörse: Weizen per 1000 Kilogramm von 135—148 Mk., Roggen von 120 bis 129 Mk., Hafer von 156—188 Mk., Gerste von 125 bis 190 Mk.
— i— Leidhecken, 18. October. Wir haben vor einiger Zeit einen jungen Geistlichen bekommen, welcher die hiesige Pfarrstelle oicarirt. Die erste Taufhandlung, die der Herr Psarrvicar je vornahm, geschah hier in unserem Orte, und es waren die — Drillinge, von denen Ihre Zeitung vor einiger Zeit berichtete. Daß ein Geistlicher bei seiner ersten Taufhandlung sogleich Drillinge zu taufen hat, ist ein Fall, der vielleicht in ganz Deutschland nicht mehr vorgekommen ist und erregt wahrscheinlich das Interesse von Geistlichen und Laien, weßhalb wir diese seltene Thatsache hierdurch mittheilen.
Borsdorf (Oberhesfen), 17. October. Heute und am Sonntag sind Leute aus Amerika zurückgekommeu und erzählen, wie schlecht dort die Verhältnisse stehen. Zwei Tage in der Woche ist nur Arbeit vorhanden. Fabriken, welche 2000 bis 3000 Arbeiter seither beschäftigten, haben für nur noch 400—800 Mann Arbeit. Es ist deßhalb vor Auswanderung zu warnen.
Darmstadt, 20. October. Se. Durchl. Prinz Ludwig von Battenberg hat, wie die „D. Ztg." erfährt, eine Signal-Maschine erfunden, welche, wie es heißt, wahrscheinlich von dem britischen Admiralitätsamte aboptirt wird. Der Prinz ist augenblicklich damit beschäftigt, die Fehler, welche sich bei der offiziellen Prüfung der Erfindung herauS- stellten, zu verbessern.
ücrmijcbks.
Ms. Cassel, 20. October. Im hiesigen Zuchthause an der Fulda, in welchem nur schwere, zu längeren Zuchthausstrafen oerurtheilte Verbrecher untergebracht werden, ist gestern Abend um 8 Uhr eine Meuterei vorgekommen, indem vier der schwersten Verbrecher den Aufseher gemeinschaftlich überfielen und einen Ausbruch unternahmen. Die vier Sträflinge, welche auS Westfalen stammen sollen und erst vor einigen Wochen in die hiesige Strafanstalt überführt worden sind, wurden von dem Hilfsaufseher Gerstung von einem Flügel der Anstalt, in welchem sich die Arbeitssäle befinden, über einen Zwischenhos hinweg nach btm gegenüberliegenden Gebäude geführt, in welchem sich die Küche befindet, um dort daS Abendessen zu erhalten. Nachdem der Aufseher die EingangSthür zum Gebäude aufgeschlossen hatte und ein Paar Schritte weiter in den Gang hinein that, um die Thür zur Treppe der Küche aufzuschließen, wurde er von den hinter ihm stehenden Sträflingen überfallen, zurück- gestoßen, am Halse gewürgt und bann im Nu, nachdem die vier Männer zurück auf den Hof gesprungen waren, die Außenthür des Gebäudes zugeschlagen und verriegelt, sodaß der Aufseher im Gebäude für kurze Zeit eingeschlossen war und den Verbrechern nicht folgen konnte. Diese sprangen nun über den Hof hinweg, schwangen sich auf die fünf Meter hohe Mauer, die dicht an dte Fulda stößt, und sprangen direct hinunter in die Fulda, die hier sehr lief ist. Einer der Flüchtlinge, welcher nicht schwimmen konnte, blieb zurück und wurde alsbald wieder feftgenommen, nachdem er flehentlich bat, doch nicht auf ihn zu schießen, er komme schon von
selbst zurück. Die drei Andern schwammen hinüber und verbargen sich auf einer kleinen Insel. Der Wachtposten eilte sofort herbei und gab vier Schüsse auf die Schwimmerden ab, doch konnte er bei der herrschenden Dunkelheit wchr- sehen. Zwei der Flüchtlinge wurden von dem Qlatminen Aufsichtspersonal, das mit Kähnen nachsetzte, wieder auS de« Wasser gefischt, bezw. auS dem Versteck im Weidengebüsch gt, holt, der Dritte, der schlimmste von Allen, ist enlkomwr... Er heißt Biermann und in wegen Straßenraubes k.
15 Jahren Zuchthaus verurtheilt, wovon er erst ein Jahr verbüßt hat. Biermann ist ein ganz gefährlicher Berbrecher, der längere Zeit die westfälische Jndustriegegend unsichrr machte. Bis jetzt hat man noch keine Spur von ihm.
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linitxrfiiäf» - TI ad? rid^ett.
— Ter außerordentliche Professor Lange zu Äöniglbtti rt zum ordentlichen Professor der Kunstgeschichte als Nachfolger l«, nach Sttaßburg berufenen Professors Dehio ernannt worden.
— Der Hygieniker Professor Finkelnburg in Bonn k: seine Lehrthätigkeit mit Rücksicht auf feinen Gesundheitszustand tv gegeben. In nächster Woche hält vr. Felix Solmfen ieuic Äniru:- Vorlesung über Schriftsprache und PolkSmundart.
— In Berlin babilitlrt sich Dr. Karl Friedrich Lehma» für Assyrtologie. Ter außerordentliche Professor der Rechne tezt Bernstein in Berlin bat fein Lehramt niedergelegt.
— Ter außerordentliche Professor für ruthenifche Sprach« und Literatur Stephan Smal- Stockt und der außerorbmi!t*< Professor für Geographie Ferdinand Löwl, beide in Wien, stnt p ordentlichen Professoren an der Universität in Czernowitz ernannt
£d*insnad?rid>tcn«
(MitgetheUt durch den Agenten des Norddeutschen Lloydes, Carl LooS in Gießen.)
Bremen, 19. October. (Per transatlantischen Telegraf Der Postdampfer Siuttgart, Capt. H. Bödeker, vom Nordteustchen Lloyd in Bremen, welchcr am 5. October von Bremen ubflCH«wci war, ist gestern 8 Uhr Vormittags wohlbehalten in Baltimc.c angekommen. _____
Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-ActicwGesellschaft.
Dampstr „Grimm", von Hamburg via Antwerpen nach Montieal bestimmt, ist am 17. October, 5 Uhr Nachmittags, von O.uedec weiter gegangen. Dampfer „Bohcmia", von Newyork nach Stettin ,uiü2 kehrend, ist am 17. October, 5 Uhr Nachmittag», in Kopend^m angekommen. Postdawpfer „Bavaria", von Hamburg nach 8k»: i.rbien bestimmt, ist am 17. October, 5 Uhr Nachmitta s, in v«rr. angekommen. Dampfer „Virginia" ist am 18. Octoder, 12 ll$i Mittags, von Stettin in Newyork angekommen. Poftbampier „Sletnhöst", von Baltimore nach Hamburg zurückkehrend bat am 18. October, 2 Uhr Nachmittag», Lizard paifirt Postdamv'n „Teutonia", von Westindien kommend, hat am 18. Octoder, 3 Uhr Nachmittags, von Havre die Reise nach Hamburg fortgesetzt.
Verfcbr, CanN und Poir»tvirtbfcbafL
(Heften, 21. Oktober. Marktbericht. Äuf bem beut ae: Wochenmarkt kostete: Butter pr Did- X 1,10—1,20, Hühnereier per Stück X. 2 Stück 13-chh X Jtäfe pr. 6t. 5-8 4. »äsematte pr. St- 8 X. Erbsen pr. Liter 19 X Linsen pr. LVer 32 X tauber pr. Paar X 0,50-0,60, Hühner pr- Stück x 0,90—1,00, Hahner: pr. St- X 0,50-0,80, Enten pr. 6t X 1,40 bis 1.6", OchsenflevL pr. Vfd 62—68 X- Kuh, und Rindfleisch pr. Pfd. 50—66 X, Schweinefleisch pr. Psd. 60-70 X, Kalbfleisch pr. Vsd. 50-66 X Lümmel» fleisch pr. Psd. 40-60 X, Kartoffeln pr. HX) Kill' 3,50-5.5" *, Weißkraut pr Stück 8 - 15 X, Zwiebeln pr. (fcentnet 7,00-8.00 X. Milch pr. Liter 16- 20 X Enteneier pr. St. - X, «M pr Pfd. 44-65 X
& Gründer-, 20. October. Den gestrigen und poigern^m Gallus markt, den größten Markt deS Jahres, begünstigte übetaue schönes Herbstwetter, was um so unerwarteter kam, als am Woralcnb des Marktes ein unaufhörliches Regenwetter ntederging. Ter „'*•'311- marft* war denn auch sehr besucht und nahm einen recht guten Bei lauf. Der am ersten Markttag abgehaltene Dlehrnarkt zeigte einen starken Auftrieb an Rindvieh und Schweinen. Bewegtes Leben im Handel bei beiden Vtehgattungen zeigte dessen flotten Gang. Tie Rindviehpreise zogen etwas an und die Nachfrage wie- im l^rgletä xu dem seitherigen flauen Handel eine bemerkenswerthe Besserung desselben auf. Die Schweine waren theuer. Für das Paar .tetkel geringer Qualität bezahlte man 40—50 Mk., für solche beferer ürf 50 dis 60 und 60 bis 70 Mk. Läusir galten da« Paar M H und 100 bis 120 Mk. Der Schweinernarkt zeigte betonter« letbarc Nachfrage und wurden alle oufgetrtebenen Stücke verkam' - « Nachmittag de« ersten, sowie der zweite Markttag gehörte neben ton Einkäufen diverser Artikel dem Vergnügen. Der »Jurplatz zeigte die gewohnte Besetzung mit Schau- und Spielbuden, die allerbingl gegen frühere Zeit, wie bei allen Meflen und Märkten sich tV. sehr reducirl erweist. Trotz diesem Rückgang wirb gerade blefer We-t echten „Gallmarktstreiben" aus alter Zett noch recht gern auch von auswärtigen Besuchern ausgesucht, unter denen bekannte "^allmarki- ontel" Ichon weit über einen -'üjährigen treulichen Gallmarktt besuch auszuweisen haben.
Brodpreise
vom 22. October bis 5. November 1893.
Der hiesigen Bäcker.
1 Jtg. (2 Psd.) Taselbrod 26 l'ig.
2 Kg. (4 Pfd.) „ 52 .
1 Kg. (2 Psd.) Weißbrod 24 ,
bet V. Stern (Schlüchterner u. Casseler Brod) 25 ,
2 Kg. (4 Psd.) Weißbrod 48 , bei S. Stern (Schlüchterner u. Casseler Brod) 50 ,
1 Kg. (2 Psd.) Schwarzbrot) 22 ,
2 Kg. (4 Pid.) „ 44 .
3 Kg. (6 Psd.) . bß .
Ter auswärtigen Bäcker.
2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod bei ®g. «nt. Heuser v. Gr.'Linden 4-' - W. Ameno von LangGönß 44
1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot» bei W. Stetnmüller „ 21 ,
2 Kg. (4*P!d.) „ bei Gg. A. Heuser v. Gr. Linden 38 ,
„ Joh. Kd. Dellev.Kirch-Göns u. PH Velten I. v. Gr. Linden 40 .
„ W Am end v. Lang-Göns u.
W. Steinmüller v. L.-Göns 42 , .. Gust. Jacobi v. Atten-Buseck 44 , 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod bei Gust Jacobi v. Alten Buseck 66 , „ Baith. Christ Wwe. v. Wieseck 69 , Ter Brodverkäufer.
1 Kg. (2 Pfd.) Taselbrod 26 V»s-
2 Kg. (4 Psd.) Taselbrod 52 ,
1 Kg. (2 Psd.) Wnßdrod ,
2 Kg. 14 Pfd.) Weißbrod 48 ,
1 Kg. (2 Pid.) Schwarzbrod 22 ,
2 Kg. (4 Psd.) Schwarzbrod 44 ,
3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod 66 ,
Gießen, den 21. October 1893. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius.


