Nr. 249 Erstes Blatt.
onntag den 22. Octoder
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BterieijLhnger
Keneral-Mnzeiger
und Anzeigeblatt fit» den Kreis (fiiefjctt
chratiskeilage: chießener Kamisienßkütter
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Vorlage von Kartoffelproben.
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Annahme von Anzeigen tu bei Viadimirtegi für den folßenden Lag erscheinenden Wummer bi« Form. 10 Uhr.
Kartoffelsortcn a) Paulsens
Juli, Germania, Roihhaut, Helios, Kleopaira,
von Sherriffweizen betr.
Mittheilung der Resultate des Anbaues der
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Vorlage der Rechnung pro 1892/93.
Vorlage des Voranschlags.
Bestimmung der Orte, an welchen im Laufe
Behanzin von Dahomey, der sich noch immer m dem' schwer zugänglichen äußersten Norden seines Reiches hält, hat begonnen. General Dodds leitet wiederum die Opera- ibnen; Gesundheit und sonstige Verfassung der Truppen des Expeditionscorps sollen vortrefflich sein.
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unter
Die Gießener jrewinteltitltr ’orrfr'n bem Anzeiger dreimal »etgelegu
Der
Gh«ßtt,er Anzeiger «lcheivt täglich, ■al Aufnahme bei Montag«.
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Winters landwirthschaftliche Vorträge abgehalten werden sollen.
Gießen, den 20. October 1893.
Del Direktor des landivirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Jost.
2lcueftc Uacbricbtcii.
Wolffs telegraphisches Korrespondenz - Bureau.
Berlin, 20. October. Die Provinzia lsynode nahm großer Majorität einen Antrag Platte an, bei der Re-
♦) K 365. Wer in einer Schankstube oder an einem öffentlichen k-lKiiügungsort über die gebotene Polizeistunde hinaus verweilt, unge- täte t der Wirth, sein Vertreter ober ein Polizeibeamter ihn zum Fort- jihem aufgefordert hat, wird mit Geldstrafe bis zu fünfzehn Mark Wr.aft.
Der Wirth, welcher das Verweilen seiner Gäste über die gebotene Jolijeifiunbe hinaus bulbet, wirb mit Gelbstrafc bis zu sechszig Mark *tr mit Haft bis zu vierzehn Tagen bestraft.
Gefunden: 1 Zwicker, 1 Regenschirm, 1 Federhalter, Kinderschuh und 1 Fruchtsack.
Gießen, den 21. October 1893.
Grobherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius.
Berlin, nächstjährigen
Depeschen des Bureau „Herold".
20. October. Offiziös wird bezüglich des Marineetats geschrieben, selbst bei roeit»
)2] Ein ordentliches Mini ina in kleinem Haushck Mir : dlicheBebaMunflwirdiiszn'- Ionen. Weitere Auskunft < i Vorstand des Slistdtihm-
Mmbach-Ltti«--.
Alle Annoncen-Bureaur de« In- und AuSlande« nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Lehrer-Conferenz des Conferenz-Bezirks Gießen Mittwoch den 25. October, Vormittags 10 Uhr in Gießen.
Lieder: 143, 116, 148.
Gießen, den 20. October 1893. Büchner, Schulrath.
Bekanntmachung.
Heinrich Lerch zu Gießen hat die Concession als Dienstmann mit der Nr. 22 erhalten.
Gießen, den 21. October 1893.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius.
Meßener Anzeiger"
Gießen, 19. October 1893.
Letr.: Die Einrichtung der Fortbildungsschulen.
Die
Sroßh. Kreis-Schulcommisfion Gießen
an die Schulvorstände des Preises.
Die von Ihnen eingesandten Verzeichniffe in rubr. Betreff werden in den ersten Tagen b. m. an Sie zmückgehen.
v. Gagern.
Deutsches Reich.
Berlin, 21. October. An fürstlichen Gästen bei! der militärischen Jubelfeier des Königs von Sachsen in Dresden waren nach den jüngsten Meldungen ! angesagt: Der Kaiser und der deutsche Kronprinz, ferner der ' Großherzog von Weimar, der Herzog von Altenburg, die regierenden Fürsten von Schwarzbukg-Sondershausen und von Reuß je. Linie, der Herzog von Anhalt, der Erbgroß- j Herzog von Mecklenburg-Strelitz, der Erzherzog Albrecht von i Oesterreich, der Prinz Leopold von Bayern und der Herzog i Karl Theodor in Bayern, der Erbgroßherzog von Sachsen- j Weimar und Prinz Albert von Altenburg. Der Kaiser gedachte noch am Sonntag Abend von Dresden nach Berlin zurückzureisen.
— Das neueste Ereigniß in der inneren Politik ist der in der Leitung des preußischen Kriegsministeriums eingetretene Wechsel. Der bisherige Kriegsminister, General der Infanterie v. Kaltenborn-Stachau, ist zurückgetreten, zu seinem Nachfolger wurde General Bronsart v. Schellendorf, ein Bruder des verstorbenen früheren Kriegsministers, vom Kaiser ernannt. Der Rücktritt v. Kaltenborn-Stachaus kommt allerdings nicht mehr überraschend, seine Stellung galt schon zur Zeit der Militärdebatten im aufgelösten Reichstage als ernstlich erschüttert und zweifellos hat auch die nicht gerade sehr glückliche parlamentarische Vertretung der Militärvorlage , durch Herrn v. Kaltenborn wesentlich hierbei mit eingewirkt, j Man glaubt indessen allgemein, daß er später die Stelle eines j commandirenden Generals erhalten werde. Der neue KriegS- minister Bronsart v. Schellendorf ist 1833 geboren, begann seine militärische Laufbahn 1851 und nahm 1864 an der Belagerung von Düppel Theil. Den Feldzug gegen Oesterreich j machte er im Hauptquartier König Wilhelms mit und im । Kriege von 1870/71 war Herr v. Bronsart Chef des Gene» ralstabes des 9. Armeecorps. 1880 wurde er Generalmajor, 1884 Generallieutenant und 1888 commandirender General des 3. Armeecorps. 1890 folgte er Herrn v. Caprivi, nach dessen Berufung auf den Reichskanzlerposten, im Commando des 10. Armeecorps nach. Auf sein Ansuchen wurde Herr v. Bronsart im letzten Winter von dieser militärischen Stellung entbunden, seitdem lebte er auf seinem Gute Marienhof in Mecklenburg. Der neue Kriegsminister gilt als eine sehr energische Persönlichkeit, er besitzt eine gründliche allgemein wissenschaftliche Bildung, und beherrscht sein Fach vollständig, auch gilt er als gewandter Redner.
Bekanntmachung.
In Folge eines besonderen Falles sehen wir uns üer* inCcißt, ausdrücklich darauf hinzuweisen, daß nach dem für lit Provinzial Hauptstadt nach wie vor zu Recht bestehenden bcjlreglement vom 8. Mai 1856 die Feierabendstunde, an nlcher die Wirtschaften geschloffen werden muffen, auf II Uhr Abends festgesetzt, also geboten im Sinne des nach« schinden § 365*) des Reichsstrafgesetzes ist.
Gießen, den 21. October 1893.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.
Bekanntmachung,
betreffend landwirthschaftliche General Versammlungen.
Montag den 30. October l. I., Nachmittags 2l/i Uhr, wird auf Lonys Bierkeller (Westanlage) zu Gießen eine General-Versammlunff des landwirthschaftlichen kez.irksvereins Gießen abgehalten werden.
Alle Mitglieder des landwirthschaftlichen Bezirksvereins nnb der Ortsvereine, sowie alle Freunde der Landwirthschaft weihen zu dieser Versammlung hierdurch freundlichst ein« gclsben.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins von dieser Einladung Kenntniß zu geben und auf möglichst zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken.
Tagesordnung:
1) Vortrag des Herrn Landwirthschaftslehrers Leithi ger von Alsfeld „Ueber Futterzusammensetzungen und Fütterungsmethoden für diesen Winter".
2) Aus Ersuchen des Provinzialvereins
a) Berathung über die Frage der Zweckmäßigkeit der Errichtung von Landwirthschaftskammern,
b) Wahl der AuSschußmitglteder für den landw. Provinzialoerein pro 1894/1900.
3) Klage gegen Nathan Rosenthal von Gießen, die Lieferung
Ausland.
— Das Ableben des Marschalls Mac Mahon hat auch außerhalb Frankreichs theilnahmsvolle Bewegung hervorgerufen. Zahlreiche Fürstlichkeiten sandten der Wittwe des Marschalls Condolenzdepeschen, auch Kaiser Wilhelm ließ ihr durch den Botschafter Grafen Münster telegraphisch sein Beileid in sehr herzlichen Worten aussprechen; außerdem wurde Graf Münster beauftragt, einen Kranz am Sarge des Marschalls niederzulegen. Nach den jüngsten Dispositionen sollte die feierliche Beisetzung der Leiche im Pariser Jnvaliden- dom bereits an diesem Sonntag erfolgen, und zwar infolge des der französischen Regierung ausgedrückten Wunsches der russischen Regierung, cs möchte dem Admiral Avellan und den russischen Geschwaderosfizieren Gelegenheit gegeben werden, den Beffetzungsfeierlichkeiten beizuwohnen. — Die That- sache, daß der Zar nur die eine der beiden ihm vom Präsidenten Carnot zugelandten Begrüßungsdepeschen beantwortet hat, erregt in Paris eine gewisse Verstimmung, wenngleich dieselbe den russischen Gästen gegenüber nicht zum Ausdruck kommt. Auch soll an der Seme einigermaßen Enttäuschung darüber herrschen, daß der Ton der Antwortsdepesche des Zaren sich im Verhältniß zu der überquellenden Wärme des ersten Begrüßungstelegrammeß ziemlich küdl ausnimmt. — Der neue Feldzug der Franzosen gegen den König
vision des kirchlichen Zuchtgesetzes besonders darauf Bedacht zu nehmen, durch welche Maßnahmen der Ueberhandnahme christlich-jüdischer Mischehen wirksamer als bisher Einhalt geboten werden könne.
Lens, 20. October. Vor dem Hause eines Grubenarbeiters, der die Arbeit wieder aufgenommen hatte, ex - plo dirte in der vergangenen Nacht eine Dynam it - Patrone, wodurch einiger Materialschaden angerichtet wurde. Vier andere Dynamitpatronen mit ciloschenem Zunder wurden an verschiedenen Stellen gefunden. Im ganzen Kohlenbassin verlief die Nacht unruhig.
Petersburg, 20. October. Der Kaiser und die kaiser-
gehendster Rücksicht auf den knappen Stand der Reichsfinanzen entbehre die Reichsmarineverwaltung keineswegs der Pflicht, die Kriegsmarine auf der jetzigen Höhe intact zu halten, deß- halb würden an Stelle des abgenutzten Schiffsmaterials Neubauten nothwendig. Die Nachricht von einer angeblichen Einrichtung neuer Kriegshafenanlagen sei unbegründet.
Berlin, 20. October. Die „Voss. Ztg." schreibt: Die Landwirthe scheinen die Einführung der Tabak« und Weinsteuer als aussichtslos zu betrachten mangels einer Majorität im Reichstage. In diesem Falle wird bei Wiederaufnahme der Berathungen geplant, aus dem Branntwein höhere Erträge für den Staat zn ziehen.
Berlin, 20. October. Dem Bundesrath liegt ein Antrag des Staatssekretärs des Reichsjustizamtes vor, den jetzigen Personalbestand für die bürgerliche Gesetzbuchs- Commission von 23 Mitgliedern nicht zu vergrößern, weil dieses den Fortgang der Berathungen stören würde.
Berlin, 20. October. Der „Reichsanzeiger" meldet, daß der bisherige Kriegsminister v. Kaltenborn-Stachau ä. la suite des Kaiser-Alexander-Gardegrenadier-Regiments Nr. 1 gestellt und daß ihm das Großkreuz des rothen Adlerordens mit Eichenlaub und der Königlichen Krone verliehen ist.
Berlin, 20. October. Die „Boff. Zeitung" fordert in einer Besprechung des neuen Kriegsministers Bronsart von Schellendorff, daß die neue Militärstrafprozeßordnung noch diesen W nter dem Reichstage vorgelegt werde und hofft, daß der neue Kriegsminlster die Nothwendigkeit einsehe.
Berlin, 20. October. Nack dern„Reichsanzetger" erfolgten in Stettin 7 Cholerafälle, in Havelberg 1, in Altenwerder 1, in Tilsit 1.
Stettin, 20. October. Professor Dr. Koch ist wieder nach Berlin zurückgekehrt. Stabsarzt Dr. Pfeiffer, der gleichfalls aus Berlin angekommen war, verbleibt vorläufig noch am hiesigen Platze. Wie aus zuverlässiger Quelle ge- meldet wird, hat Prof. Dr. Koch der Seuche jeden epidemischen Character abgesprochen und erwartet in Bälde ein ' vollständiges Erlöschen derselben.
Frankfurt a. M., 20. October. Dec „Finanzherold" schreibt: In electrotechnischen Kreisen verlautet von einigen wichtigen Personenveränderungen. So soll der verdiente Director Roß vom „Helios" an die Allgemeine Elec- tricitätsgesellichast kommen und Herr Dr. Rosenthal aus seiner leitenden Stellung bei Siemens u. Halske zurück- ‘ treten.
Neusahrwaffer, 20. October. An der Küste wüthete ein orfanartiger Sturm. Zwischen Neufahrwasser und Danzig stehen alle Dampferanfegeftationen unter Wasser. Der Verkehr ist unterbrochen. An der Elbmgmündung find die Ländereien überschwemmt.
Paris, 20. October. Nach dem Banket im Stadt- Hause drängte sich die Menge an die Tribüne heran, wo ! Carnot, Avellan und ine Emgeladenen den Sängerchören zu- hörten. Carnot richtete einige Worte an die Menge, woraus dieselbe sich etwas beruhigte. Im Gedränge wurden zwei Personen niebergetmen und verwunde: nach bem Stadthaufe
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